Projekt Hörsturz - Runde 56

{ph} Runde 56 heute mal ohne viele Worte von unterwegs, gehört in den wenigen HSPA-Atemzügen, die einem das Zugfahren so bietet. Nach einer Woche Seminar dürften die Bewertungen diesmal überdurchschnittlich wohlwollend ausfallen...

{rating60} Kettcar - Verraten (von Dr. Borstel)
...Kettcar wirken allerdings dennoch erstmal recht langweilig, besonders der Gesang ist etwas einschläfernd. Kein guter Song, um diese Band kennen zu lernen, vermutlich. Dabei wurden mir die immer mal wieder empfohlen.

{rating70} The Lost Lyrics - Frau Brandes (von Michael)
Wir rocken jetzt eine Runde und schreiben eine Prüfung. Kreativitätspunkte für alternative Antworten.

{rating50} Almah - Trace Of Trait (von cimddwc)
Es wird noch lauter, so laut, dass nach dem instrumentalen Intro der Gesang ein bisschen untergeht. Insgesamt ein recht gitarrenlastiges Stück mit schnellem Drumpattern, was sich in meinen Augen nicht von anderem Gitarrengeschrammel mit Doublebass und Metal-Sänger abhebt.

{rating40} Feist - The Bad In Each Other (von beetFreeQ)
Beetys Neuentdeckung ist mir ausnahmsweise mal schon bekannt - und nicht gerade ein Favorit. Experimentelles ist eben nicht immer gut.

{rating90} Nickelback - Bottoms up (von Konzertheld)
Mein eigener Vorschlag. Aus der Unkreativität heraus einfach die aktuelle Single von Nickelback, die ich wieder entdeckt habe, nachdem ich sie jahrelang nicht hörte.

{rating40} Sleepytime Gorilla Museum - Formicary (von Kristin)
Hm. Die klingen wie sie heißen. Nach Schlafenszeit. Ich kann gut zu monotonem Radau schlafen, zum Beispiel im Zug, und dieser Song ist zwar irgendwie laut, aber gleichzeitig eben auch... einschläfernd. Die Musik bringt mich nicht aus der Fassung und der Sänger hat eine recht ruhige Stimme. Da begeistert nix, auch nicht das letzte Drittel, in dem ein bisschen gegrowlt wird.

{rating70} EELS - Spectacular Girl (von Mars)
Noch ein ruhiger Song, der mir aber vom Sound her deutlich besser gefällt als die anderen, weil er das hat, was ich immer als "chillig" bezeichne.

{rating70} Beerjacket - Eggshells (von JuliaL49)
Ähnlich wie dieser hier, der allerdings mit einer Akustikgitarre und einem Shaker auskommt.

{rating70} Cashier No. 9 - Goldstar (von Nummer Neun)
Der Name Cashier No. 9 ist mir auch irgendwo schonmal unter gekommen. Hatte die aber fälschlicherweise mit ner lauten Rockband in Verbindung gebracht. Das hier setzt die Reihe der letzten Songs fort. Akustikgitarre und zurückhaltendes Schlagzeug in den Strophen plus Keyboard in den Refrains. Wie die vorherigen Songs recht wohlklingend, aber nicht umwerfend.

Nur 9 Songs diese Runde. Hier nochmal der Hinweis: Wer am Projekt teilnehmen möchte, kann jederzeit einsteigen. Regelmäßige Teilnahme ist wünschenswert, aber nicht verpflichtend. Einfach auf freeqnet.de im Projekt Hörsturz-Menü zur aktuellen Runde gehen und dort einen Kommentar abgeben.

DIe nächste Runde steht unter dem Thema Soundtracks.



52 Songs: Verfolgungsjagd

Verfolgungsjagd. Ein Soundtrack-Thema. Wenig Zeit. Kein Wissen über Filme. Verkehr. The Great London Traffic Warden Massacre. Nein, zu entspannt. Chase. Marit Larsens The Chase. Nein, Blödsinn. Jimmy Eat Worlds Album Chase This Light. Auch Quatsch. Brian Chase, der Drummer von den Yeah Yeah Yeahs. Tick. Tick tick tick tick tick tick tick tick tick tick tick tick tick tick tick tick time you're taking, time you're taking... Nervosität. Aufspringen. Rumhüpfen. Oder Weglaufen. Oder Hinterherlaufen.

Yeah Yeah Yeahs. Tick.

Bonusrunde. :D

Police car chase - on guitar



Seriously?

"Leider ist dieses Video in Deutschland nicht verfügbar, da es Musik enthalten könnte, für die die GEMA die erforderlichen Musikrechte nicht eingeräumt hat."

Das kann doch nicht echt sein. Wir reden hier von einem Musikvideo zu einem Song, der noch gar nicht auf dem Markt ist - veröffentlicht von der Band selbst. Sobald die mitbekommen haben, dass wir das Video hier in Deutschland ohne Proxyserver nicht sehen können, stellen sie es sicher wieder in ein anderes Portal ein - so wie es mittlerweile üblich ist. Das zeigt doch ganz eindeutig, dass es den Bands scheißegal ist, wer da wo was zahlt, sie wollen einfach nur, dass ihre Fans ihre neue Musik hören können.

Ich kenne das Konzept der GEMA nicht in allen Details. Es geht irgendwie um einen Geldtopf, aus dem alle Künstler schöpfen, in den aber auch alle Künstler einzahlen. Irgendwie sollen damit wohl finanziell noch nicht so starke Künstler gefördert werden. Das wirft für mich aber zwei Fragen auf: Die GEMA ist doch für Deutschland zuständig. Was haben dann Künstler aus dem Ausland damit zu tun? Sind die ernsthaft alle Mitglied bei der GEMA? Und: Was haben Portale wie Youtube damit zu tun? Wieso hat die GEMA so eine starke Machtposition und überhaupt, wieso ist es so wichtig, als Künstler Mitglied bei der GEMA zu sein? Ich verstehe das alles nicht.

Es ist echt allerhöchste Zeit, dass sich am System GEMA was ändert. Bezeichnendes Beispiel ist der Wikipedia-Artikel dazu - er besteht zu 20% aus Kritik, nicht nur, weil es so viel Kritik ist, auch, weil es sonst nicht viel zu schreiben gibt, weil das System so undurchsichtig ist...



[Ankündigung] Carpark North / Synthrock aus Dänemark

Nachdem ich Carpark North bei Bochum Total entdeckte, musste ich natürlich zuschlagen, als ich sah, dass sie im November in Bochum sind. Es gibt also bald mehr 80er-Style-Synthrock. hahahah

Kleine Tourankündigung von mir auf venue.de: Carpark North touren weiter durch Europa



52 Songs: Ohrwurm

Die letzte Runde habe ich verpasst, weil mir kein Song eingefallen ist und ich nicht dazu kam, mir näher Gedanken zu machen, aber diese Runde bietet sich wieder was an. Das Thema ist "Ohrwurm" und während ich schon verschiedene Songs gesehen habe, die durchaus Ohrwurmpotenzial haben, habe ich selbst wenig Probleme damit. Allerdings vermeide ich Ohrwürmer immer sehr einfach, indem ich mir das jeweilige Lied einfach tatsächlich anhöre, und im Moment ist (Livebericht) einer dieser Songs. Der Text besteht einer Menge Fragen "Was kostet...", immer gefolgt von "8000 Mark!". Ein hoch gesellschaftskritischer Text, bestens geeignet zum denkfreien Mitgröhlen. Und das ist ja auch eine typische Eigenschaft von Ohrwürmern...



Hinaus in die Welt...

Erinnert sich jemand an meinen Zweijahresplan? Das erste Jahr schreit nach dem Ende (heute sah ich Adventskalender im Supermarkt) und so viele Punkte, wie ich erledigt habe, möchte ich auch gerne neu hinzufügen. Vor allem Reisen. Ich habe so viele Reiseideen... ich muss unbedingt ganz bald sehr reich werden. Und dann mache ich ne Interrailtour durch Skandinavien. Und dann noch eine durch Osteuropa. Und reise von YMCA zu YMCA und besuche TEN SINGer in Europa. Und reise nach Brighton und mache Konzerturlaub. Und fliege nach Kanada und wohne im Wald. Und fliege in die USA und reise der Warped-Tour hinterher und mache Festivalurlaub mit nem Dutzend Paramore-Konzerte. Und hach, die Welt ist so groß und so toll. Und überall sind so wunderbare Menschen. Ich will hinaus, fliegen, fahren, aus dem Koffer leben. Wer kommt mit?



Auf in den Herbst.

Neulich las ich diesen Eintrag bei Leonie und irgendwie war plötzlich mein ganzes Grauen vor dem Herbst verschwunden. Das ist ein bisschen merkwürdig, weil ich früher den Sommer immer gehasst habe und mich gefreut habe wenn es wieder regnete und dunkel wurde; aber im letzten Jahr habe ich im Herbst die totale Krise gekriegt, weil es ständig dunkel war und kalt und matschig und irgendwie hatte ich einfach ne mega Herbstdepression.

Dieses Jahr wird das, glaube ich, wieder anders. Ich genieße jetzt schon den frischen Wind und den Regen. Freue mich auf Konzerte in Hallen statt die Festivalsaison zu vermissen. Und vor allem freue ich mich auf Nebel, auf vereinzelt durchbrechende Sonne und auf die bunten Farben des Herbstes - denn da steckt eine Menge Potenzial für Fotos drin, und zum Fotografieren bin ich (abgesehen von Konzertfotos) dieses Jahr bisher viel zu wenig gekommen.

Und deshalb liege ich jetzt gerade in meinem Bett, warm eingekuschelt, während durch das Fenster kalte Luft reinkommt, und freue mich, dass der Herbst Chancen hat mal eine anständige Jahreszeit zu werden. hahahah



KAZ Open Air: Wisecräcker und Supershirt in Herne

Geht es um Events, wird von Köln geredet, von Locations in Dortmund, Bochum und angesagten Clubs in Städten, die weiter weg sind - aber manchmal kommen die guten Bands auch direkt vor die Tür. So wie vor ein paar Wochen, als das "Kulturell-alternative Zentrum" ein kostenloses Open Air veranstalte und als Headliner Wisecräcker und Supershirt gewinnen konnte.

Von beiden hatte ich schonmal kurz gehört, aber mehr als ein, zwei Songs war mir nicht bekannt. Kurz für die, denen es auch so geht: Beide passen in die Punkszene, Wisecräcker sind aber vorwiegend an Ska orientiert und passend mit mehreren Bläsern ausgestattet, während Supershirt rein elektronisch arbeiten. Am Nachmittag traten außerdem lokale Herner Bands auf, die ich aber nicht gesehen habe.

Unwissend, was mich erwartet, fuhr ich also mit dem Bus durch die Gegend und war schon gut drauf, als am Ziel mehr Leute aus dem Bus ausstiegen als bei den Gelsenkirchener Bismarcker Rocktagen überhaupt insgesamt da waren. Am Ende des kleinen Skaterparks stand dann hinter ein paar Fressbuden und dem Merchandisestand auch eine kleine Bühne. Um die hundert Leute dürften schon da gewesen sein, verstreut über die Fläche, auf den Skateranlagen, an den Fressbuden oder im Gras.

Irgendwann kamen Wisecräcker dann auf die Bühne und durften sich erstmal zwei Songs damit beschäftigen, die Leute dazu zu motivieren, nach vorne zu kommen. Das lief am Anfang etwas schleppend, aber mit jedem weiteren Song wurden es mehr Leute und die Stimmung wurde sichtlich besser. Dazu sei gesagt, dass zwar einigermaßen viele Leute da waren, der Platz aber immer noch viel größer war als nötig. Zudem gab es keinerlei Trennung der Bühne vom Publikum, was am Anfang dafür sorgte, dass sich niemand nah ran traute, und hinterher dazu, dass Leute auf den Boxen tanzten. hahahah

Nach den ersten paar Songs war dann allen kräftig warm und es hatte sich vorne eine harte Partyzone gebildet, in der kräftig gepogt wurde, während dahinter eine größere Gruppe Leute gemischten Alters gut gelaunt zuschaute. Für mich das absolute Paradies, reichlich Platz sich frei zu bewegen, genug Stimmung um wahlweise mitzufeiern oder zu fotografieren und eine absolut geniale ausgelassene Atmosphäre. Wisecräcker spielten über ne Stunde und mischten unter ihre normalen eigenen Songs auch mitsingtaugliche wie "Ich bin zu alt für diesen Scheiß - für diesen Scheiß bin ich zu alt" oder ein Cover von "Moskau". Dabei sorgte die Gießkanne immer wieder für Verwirrung - Insider wissen spätestens seit Bochum Total, dass der sinnbefreite Gießkannenpogo der Trend des Jahres ist, aber die von weiter weg angereisten Wisecräcker waren davon sichtlich irritiert. :D

Während ich mich danach in der Umbaupause an der Kamera austobte, brach endgültig die Dunkelheit herein, was die Skater allerdings nicht vom Skaten abhielt. Schon gegen Ende des Wisecräcker-Konzertes hatte man gemerkt: Es würde dunkel werden - hier wurde an Scheinwerfern gespart, der vordere Bühnenbereich war schlicht nicht beleuchtet und wenn einer aus der Band ans Publikum heran kam, stand er quasi im Dunkeln, da die Frontbeleuchtung fehlte.

Die nächste gute Stunde wurde dann auf das Partyniveau nochmal eins draufgelegt. Während Wisecräcker mit Bläsern und Ska-Rhythmen schon kräftig eingeheizt hatten, hauten Supershirt dem Publikum jetzt harte elektronische Beats um die Ohren. Drumcomputer und Synthesizer lösten Schlagzeug und Bläser ab. Das Publikum war jetzt warm und feierte von Anfang an mit der Band, die ausgesprochen gut drauf war und sehr sympathisch rüber kam.

Mag sein, dass nicht jeder der Texte einen Sinn hat, zumindest keinen, der sich sofort erschließt, aber Spaß machen sie allemal. Und auch wenn wohl einige Fans vor Ort waren, konnten auch die anderen jede zweite Zeile von "8000 Mark" mitgröhlen. ;) Der Beat tat sein übriges und so wurde bald auch in den Reihen hinter dem pogenden Haufen getanzt.

Außer frei erfundenen neuen Strophen gab es zwischendrin einen kurzen komplett improvisierten Song an den Synthis. Klappte mäßig, machte trotzdem Spaß. hahahah Hinterher gab's, hurra, Knicklichter für alle! Außer der Gießkanne wurden nun auch vereinzelt Menschen auf Händen getragen, einige tanzten auf der Bühne weiter und ich bin sicher, einige haben die Gelegenheit genutzt und sind hinterher noch zur Aftershowparty gegangen, wo einer der Supershirt-Jungs aufgelegt hat.

Hin fuhr ich mit dem Gedanken, dass Gratisveranstaltungen ja immer einen Besuch wert sind, und zurück fuhr ich bestens gelaunt mit heiß gelaufener Kamera und hatte so viel Spaß wie schon eine ganze Weile nicht mehr. Zumindest Supershirt werde ich mir definitiv nochmal ansehen und auch Wisecräcker dürfen sich gerne mal wieder auf einem Festival blicken lassen. Ska trifft Elektro - ein gelungener Abend und wieder einmal der Beweis dafür, dass Bands live richtig gut sein können, auch wenn man sich die Musik zuhause üblicherweise nicht anhören würde.