Habari jetzt auf deutsch

In diesem Monat habe ich kräftig rangeklotzt und die deutsche Übersetzung für Habari vervollständigt, aktualisiert und einige Sachen konsequenter durchgezogen. Sollte jemand von euch noch über etwas nicht übersetztes stolpern - und damit meine ich Leser meines Blogs genauso wie andere Habari-Blogger - lasst es mich wissen oder meldet euch selbst in Launchpad an und macht mit.

Ich suche übrigens immer noch nach einem Wort für das englische "post". Damit sind Beiträge (so heißen sie auch momentan) gemeint, und zwar jeglicher Art. Habari unterstützt verschiedene Typen von Inhalt, bei mir sind das normale Texteinträge, Eventberichte, Seiten (also statische Einträge) und Blogroll-Links. Auch Podcasts, Umfragen usw. fallen unter "posts" und damit momentan unter "Beiträge". Ich bevorzuge den Begriff "Inhalt" - andere Vorschläge als die beiden sind gerne gesehen. Bedenkt dabei, dass es dann Formulierungen wie "Neuen Inhalt vom Typ Podcast erstellen" geben wird.



Habarimag

Ab sofort schreibe ich übrigens auch für das Habarimag, einen Blog rund um Habari, meine Blogsoftware. Dort gibt es und soll es vor allem in Zukunft Plugin- und Themevorstellungen sowie Tipps und Anleitungen zum selber programmieren geben. So viel Zeit, wie ich mittlerweile investiert habe, um den Code von Habari zu verstehen (wenngleich es im Vergleich zu anderen Systemen wenig Aufwand war), ist es nur logisch, dass ich mein erworbenes Wissen mit anderen teile... falls ihr euch also für Habari interessiert, behaltet die Seite mal im Auge, auch wenn sie momentan etwas tot aussieht.



Wieder zuhause - Neues Album & Konzert von Wir sind Helden

Nachdem ich im Forum und an anderen Stellen jede Menge Negatives abgelassen habe über die neueste Wir sind Helden-Tour, muss ich das doch mal ins korrekte Licht rücken. Es war nämlich keineswegs schlecht, das Helden-Konzert im E-Werk in Köln. Es war einfach nur sehr viel anders als gewohnt - und dass die Helden es noch drauf haben, haben sie beim Open Flair ja mehr als deutlich bewiesen.

Nach zweijähriger Tourpause und darin enthalten auch langer Studioabstinenz haben die Helden ihr viertes Album herausgebracht. Judith, die Sängerin, sagte mal, dass sie sich wünscht, dass es "das schöne Album" genannt wird - ich denke, es hat gute Chancen diesen Titel zu bekommen; "das laute Album" oder "das Party-Album" wird es jedenfalls sicherlich nicht. Sehr viele ruhige Titel sind darunter, selbst die abgedrehteren oder lauteren hauen lange nicht so auf den Putz wie "Denkmal" oder "Endlich ein Grund zur Panik". Dafür gibt es zum Beispiel die witzige Ballade von Wolfgang und Brigitte und den sich endlos steigernden Rocksong "Im Auge des Sturms". Einige neue Instrumente ersetzen den ein oder anderen Synthesizer-Klang, was auch live sehr zur Begeisterung des Publikums diente - nicht nur Judiths Ukulelen, derer sie offensichtlich einige verschleißt.

Das Konzert hatte also durch einen recht hohen Anteil an neuen Songs (8 von 22, davon 6 Zugaben) und auch den eher verhaltenen Opener eine ganz andere Atmosphäre, könnte ich jetzt behaupten. Mittlerweile denke ich aber schon fast, dass auch das Publikum daran beteiligt war, und zwar nicht unwesentlich. Bei mir in der Ecke war zum Glück noch einigermaßen was los, aber insgesamt hätte mehr Bewegung im Publikum sein können - schließlich gab es ja noch die 14 anderen Songs, unter denen z.B. auch Denkmal, Von hier an blind und Nur ein Wort waren, die ja nun zu den bekanntesten Titeln zählen dürften.

Nebenbei: Wo sind die Feuerzeuge abgeblieben?! Als Nichtraucher hatte ich früher nie eins dabei, nun habe ich extra eins eingesteckt und was war - als ich es am Ende zu den Balladen rausholte war ich einer von drei im vorderen Drittel. Pff.

Okay, ich verfalle wieder ins Motzen, aber ich sagte ja, dass es kein schlechtes Konzert war. Es war anders - vielleicht unnötigerweise, aber wie dem auch sei, es hat trotzdem Spaß gemacht. Die Qualität der Lieder leidet ja nicht, wenn die Band keine schlechte Performance hinlegt - und das war nun wirklich nicht der Fall. Ich bin immer noch begeistert, welche genialen Texte wieder dabei sind. "Alles" kann ich sehr empfehlen vom neuesten Album "Bring mich nach Hause", mein Liebling ist das bereits genannte "Im Auge des Sturms", bei dem ich mich wahnsinnig gefreut habe als es live gespielt wurde, ebenso wie über "23:55 - Alles auf Anfang", das einfach Spaß macht. Die gesamte Setlist ist im Helden-Forum, falls sich da jemand für interessiert.

Erwähnenswert ist eine Aktion aus dem Schlussteil des Hauptteils... Judith meinte irgendwann etwas in der Art wie so, jetzt kommen dann die B-Seiten und spielte ein mir völlig unbekanntes, aber sehr cooles Lied. Irgendwo vorne feierte die Ur-Helden-Fan-Forum-Fraktion wie blöde - es war Streichelzoo, ein uralter Song aus der Zeit vor dem ersten Album (Zitat Judith: "Was hat sich diese junge Band damals bloß dabei gedacht?"). Publikum verwirrt, sehr gut - als nächstes gab's dann "Guten Tag". :D

Übrigens hatten die Helden auch diesmal wie beim Open Flair eher wenig ausgefallene, dafür aber sehr effektvoll eingesetzte Lichttechnik dabei, die in Kombination mit der Bühnendeko alles wunderbar in Szene gesetzt hat. Man schaue sich dazu Videos bei Youtube an, ich fand's ziemlich toll.

Toll war auch, dass zwischen der Vorband (die ich bisher nicht erwähnte, weil ich mich nicht wirklich daran erinnere, war jetzt nicht so spannend) und den Helden selbst keine wahnsinnig große Umbaupause entstand, weil vieles schon aufgebaut und abgedeckt bzw. der hintere Bühnenbereich abgeteilt war. Sehr gut.

Das Drumherum wird vermutlich inzwischen langweilig... vor dem Konzert traf ich angenehmerweise ein paar Leute an der Bushaltestelle; zusammen haben wir das E-Werk dann sogar gefunden. Nach dem Konzert traf ich zwei die ich schon kannte und wurde sogar netterweise zum Bahnhof gefahren (Deutz - weil das Navi den Bahnhof Mülheim ums Verrecken nicht finden wollte Oo ). Leider hatte der Zug dann eine Stunde Verspätung und ich fuhr einen Umweg, der mich etwas schneller als Ziel brachte. Von Halloween habe ich nicht viel mitbekommen, ein paar Leute waren kostümiert, ein paar mehr angetrunken und zweimal hieß es "Notarzteinsatz". Mein zweiter Zug endete unplanmäßig an dem Bahnhof wo ich raus musste... am Ende war ich dann irgendwann heil zuhause und total müde. Gelohnt hat es sich trotzdem - das Konzert war Geld und Aufwand wert. Nur noch zwei weitere Male auf Konzerte dieser Tour gehen werde ich wohl nicht.



[reisen::london] Foto-Tagebuch, Teil 7



Also langsam...

Ist eigentlich letztens irgendwas passiert? Habe ich Nachrichtenabstinenzler mal wieder was gravierendes verpasst? Letztens waren statt drei Securitys in der S-Bahn von Dortmund nach Duisburg zwei Securitys und zwei Polizisten. Einer fragte mich, ob die Tasche zu mir gehörte, die ich dabei hatte. Am nächsten Tag spielte in Gelsenkirchen Schalke und am Bahnhof war die Bundeswehr (jedenfalls sah es so aus). Gestern Abend gab es in Dortmund am Bahnhof wiederholt Durchsagen, dass man sein Gepäck nicht unbeaufsichtigt lassen soll. Ja sagt mal, sind wir denn jetzt in London?!

Vorhin stolperte ich zufällig über einen Film, den ich nicht einordnen konnte und der irgendwie merkwürdig anfing, also hab ich mir den kurzerhand angeschaut (sehr untypisch). Es handelte sich um Flight 93 und wie ich bald merkte, ging es um das Flugzeug, was bei den Anschlägen vom 11. September von Passagieren und Crew abgefangen werden konnte, so dass es nicht an seinem Ziel ankam. Wenn man sich damit mal etwas befassen möchte oder man glaubt, dass man zu wenig Schrecken von 9/11 hat, kann man sich den Film mal anschauen, der ist gar nicht schlecht. Ich habe danach noch etwas bei Wikipedia gestöbert und ein bisschen was lernen können.

Natürlich waren die Anschläge damals schrecklich. Ich will auch keinem der Anschläge in der Zeit danach seinen Schrecken absprechen. Aber müssen wir deshalb am Rad drehen? Mehr Sicherheitspersonal im Zug verängstig oder verwirrt die Fahrgäste. Manche ärgern sich sogar darüber. Die Bundeswehr am Bahnhof hat sogar mich verwirrt, ich dachte bisher, die seien nicht für Inlandssicherheit zuständig. Okay, kann auch Zufall gewesen sein dass die dort mit den Bahn-Securitys gesprochen haben, aber komisch war's schon.

Menschen werden immer unachtsam sein. Terroristen aber nicht. Wenn jeder auf seinen Koffer aufpasst, lassen die sich eben was anderes einfallen. Wenn nicht jeder aufpasst, gibt's wieder was zu lachen und für etliche Leute eine Menge Ärger, weil Omas Wecker zwischen den Socken getickt hat.

Letztlich sind wir doch vor allem gerade dabei, unsere gefühlte Sicherheit zu dezimieren und unseren Reisekomfort weiter einzuschränken. Es wurden durchaus schon Anschläge verhindert, andere aber eben nicht - ein gewisses Risiko besteht immer und ob es uns irgendwann trifft oder nicht, können wir genauso wenig verhindern wie die im Film gezeigten Menschen, die an Bord der Flugzeuge waren. Also lasst uns weiterleben und nicht ständig Angst haben - denn das einzige, was sich für uns dadurch ändert, ist, dass wir im Zweifelsfall sterben und Angst davor hatten. Ich würde dann lieber sterben ohne vorher schon darauf gewartet zu haben.



Spontane Soße

Kleiner Eintrag zwischendrin weil ich mir das mal irgendwo aufschreiben muss. Die Tage gab's bei mir Geschnetzeltes mit Nudeln, dafür musste irgendne Soße her und weil ich mich gerade inspiriert fühlte, griff ich nicht zu irgendeinem fix-Pulver, sondern machte Mehlschwitze und kippte Milch rein. (Danke an meine Schwester, die mir das als Basis für Soßen genannt hat. Ich weiß sowas ja alles noch nicht.) Sahne war auch da und ist immer gut für Soßen und irgendwie war das dann alles ziemlich flüssig, also kippte ich Creme Fraiche rein (ein großzügig gehäufter Teelöffel) und mehr Mehl (keine Ahnung wieso das nicht klumpte) und Senf (vier Teelöffel) und plötzlich war es total dick, also wieder mehr Milch. Gewürzt hab ich das dann letztlich mit Salz, Pfeffer, Muskat, und reichlich Basilikum. Keine Ahnung ob es Menschen gibt, die das gegessen hätten, ich fand's jedenfalls lecker.



[reisen::london] Foto-Tagebuch, Teil 6



Blood Red Shoes in London!

Wie üblich habe ich beim Blood Red Shoes-Konzert in London keine Fotos gemacht und auch die Notizen sind eher unzureichend, daher gibt's dafür einen eigenen Eintrag.

Dank Google Streetview wusste ich bereits, wie der Schuppen aussieht, und dank der Website der "Garage" sogar, wie es innendrin aussieht (ziemlich cool). Die Anreise per U-Bahn war dann auch einfach, ich bin von der Station aus natürlich erstmal in die falsche Richtung gelaufen, hab's dann aber gefunden und auf den Einlass gewartet. Außer mir waren noch ein paar lustig vor sich hin pubertierende Mädels da (die angenehme Sorte, nicht die asoziale), die mit einem Typen rumgeblödelt haben, der insgesamt drei Mal vor der Halle aufgetaucht ist und versucht hat was herauszufinden über das anstehende Konzert - letztlich musste er aber abziehen, denn das Konzert war ausverkauft.

Zehn Minuten vor Einlass waren allerdings erst etwa dreißig Leute da, Schlacht um gute Plätze scheint nicht anzustehen. Die Location erweist sich insgesamt als cool und ich sichere mir einen Platz ganz vorne - etliche Leute scheinen erst nach den Vorbands kommen zu wollen. Verständlich, denn vor Underground Railroad, die Blood Red Shoes auf alle Konzerte begleiten, kam noch eine andere Vorband aus einigen älteren Herren. Da war die Stimmung noch beschissen, die Musik eher schlecht und der Gitarrist hat, als sie zum Schluss noch einen langsamen Song gespielt haben, erstmal sein Bier weggekippt.

URailroad waren dann ziemlich gut. So im Nachhinein auf MySpace kommen sie echt langweilig. Die Sängerin hat teilweise ziemliche Screamo-Einlagen hingelegt, die ganze Band ist total abgegangen und die Stimmung im Publikum ist deutlich besser geworden. Einer von denen ist übrigens hinterher bei BRS nochmal mit Geige auf der Bühne gewesen.

Zu Blood Red Shoes war es dann endgültig ziemlich voll. Nicht voller oder weniger voll als in Deutschland, aber eben ausverkauft. Der Fan-Anteil war ähnlich hoch wie beim Hurricane - da hat es ja wie blöde geschüttet und wir waren trotzdem alle gut drauf und ständig haben irgendwo Menschen gepogt. In London war's natürlich nicht Open Air, dafür aber trocken und es war einfach wahnsinnig gut. So ein Publikum wünsche ich mir für alle Konzerte. Total textsicher und bei jedem schnellen lauten Song springen, pogen oder moshen. Keine Eltern da, die Angst um ihre Kinder hatten. :D

Leider erinnere ich mich nicht, wie lange Blood Red Shoes gespielt haben, aber es wird nicht länger gewesen sein als sonst auch (70-80 Minuten), damals war ja das zweite Album noch gar nicht raus. Auf jeden Fall eine geile Show in einer geilen Location mit geilem Publikum. hahahah

Meine Tube-Verbindung zurück habe ich danach leider nicht gefunden, dafür war an der Station, in der ich mich verlaufen hatte, eine Dreierkombo aus Straßenmusikern, die ziemlich gut diverse bekannte Songs gecovert haben. Irgendwie habe ich mich dann durchgeschlagen und bin zur London Bridge gekommen, von wo aus mein Zug zur Zielstation fährt; ich war spät dran und machte einen Fehler: Ich rannte los um den Zug noch zu kriegen. Und rannte und rannte und Treppe rauf Treppe runter und... schon fünf Minuten in der Station, Zug längst weg. Alles viel zu groß, die Wege sind zu lang, um einen Zug noch zu kriegen wenn man spät dran ist. Naja... den Abend vermiesen konnte mir der Zugverkehr nicht mehr, auch wenn der nächste Zug danach noch ausgefallen ist. :D

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Blood Red Shoes - Britisches Rock-Duo. Laut, unberechenbar, rockig, abgedreht und ausgefallen - und nur mit E-Gitarre und Schlagzeug ausgestattet.