Klinisches Praktikum 2. Tag - Einsetzen eines Schrittmachers

Auch den zweiten Tag des Praktikums verbrachte ich mit meinen beiden Kommilitonen auf der Intensivstation K010 und damit ihr nicht genauso erschlagen werdet wie ich, habe ich den zweiten Tag mal ausgelagert. Da gab es nämlich direkt wieder Action: Während wir noch müde bei der Visite den Pflegern hinterher schlurften, kam der Oberarzt rein und meinte, heute könne mal jemand mit in den Schrittmacher-Saal. Hier ich!

Schwupps zwei Türen weiter und wieder Vorbereitung, diesmal nicht nur im Raum und am Patienten, sondern auch an mir. Umziehen (jetzt nicht mehr in allgemeinblau, sondern in stylischem OP-grün1), OP-Schuhe an, Haarnetz, Mundschutz, blöde Witze reißen wie bescheuert wir alle aussehen, Schürze und "Kostüm" (Strahlungsschutz). Und natürlich: Feststellen dass die Realität mal wieder viel entspannter aussieht als im Fernsehen, der Herzschrittmacher-OP ist einfach ein Raum mit einem Regal, zwei Tischen und ein paar fahrbaren Geräten, mit direktem Übergang zu einem Vorraum mit typischer Büro-Arbeitsfläche. Nix mit Schleusen oder Beobachtungsfenstern (vielleicht woanders), bloß ein dickes Schild an der Tür - und ok, wir sind ja auch schon auf der Intensivstation, wo nicht jeder reindarf.

Herzschrittmacher

Auch im Saal hieß es wieder, gute Vorbereitung ist alles. Das Implantieren eines Herzschrittmachers dauert von Schnitt zu Naht nur 20-30 Minuten, insgesamt waren wir aber über eine Stunde beschäftigt. Desinfizieren der Patientin war natürlich angesagt und auch wieder allerlei Vorbereitungen zum Schutz der Wundumgebung. Der Eingriff wurde unter örtlicher Narkose durchgeführt, unsere Patientin war also bei Bewusstsein. Der Schrittmacher wird oben in die Brust eingesetzt, so kann auch das Gesicht verdeckt werden (man darf sich aussuchen ob zum Schutz vor Blutspritzern oder um als Patient nicht zusehen zu müssen). Auch die diesmal zum Einsatz kommenden elektrischen Geräte wollen kurz getestet werden.

Ablauf des Eingriffs (hier sagt niemand Operation) ist dann etwa so: An einer passenden Stelle wird das Hautgewebe durchtrennt bis runter auf die Muskelfaszie2. So wird eine Tasche geschaffen, in die der Schrittmacher eingelegt werden kann, und ein Zugang zur Vene. Mittels Katheter und der bereits bekannten Drahtführung werden unter Röntgenbildbeobachtung nacheinander die zwei Sonden unseres Zweikammerschrittmachers bis in das Herz transportiert und dort wahlweise eingehakt oder eingeschraubt. Dazu jeweils elektrische Tests, welche Spannung benötigt wird, um die zugrundeliegende Herzerkrankung zu therapieren (sollte möglichst gering sein, schont die Batterie). Dann Einsetzen des Schrittmachers und Zunähen.

Wir waren diesmal zu sechst im Raum, da jeweils ein Arzt und ein Pfleger gerade angelernt werden. Normalerweise wird der Eingriff von einem Arzt mit Assistenz eines Pflegers durchgeführt, dazu ein zweiter Pfleger, der an der entsprechenden Kontrollstation die elektrischen Tests durchführt.

Feststellung: Endoskopische Verfahren sind supercool. Vollnarkose ist nicht erforderlich, auch muss das Herz nicht eröffnet werden, überhaupt ist kein großes Aufschneiden nötig und auch der Schrittmacher ist bloß so groß wie ein 2-Euro-Stück. Gruselig ist höchstens noch die Vorstellung von in der Vene verlaufenden Drähten, die im Herzen festgemacht werden. Deren Lage und Fixierung wurde übrigens immer wieder kontrolliert, indem man die Patientin kräftig atmen ließ (nicht, dass alles verrutscht, sobald sie aufsteht).

Außerdem bemerkenswert: Es floss weitaus weniger Blut als am Vortag. Durchtrennte Blutgefäße werden umgehend elektrisch verödet, um den Blutfluss zu stoppen. Das erspart Transfusionen bzw. schont den Kreislauf und macht die Arbeit des Arztes angenehmer.

Während der Arzt die Patientin noch "zumachte", wurden parallel schon die am Schrittmacher eingestellten Werte dokumentiert, ein Schrittmacherpass erstellt und auch der Verlauf der OP, die verwendeten Materialien und die nötige Strahlendosis mussten erfasst werden. Bei so kurzen Eingriffen macht die Dokumentation schonmal 20% der benötigten Zeit aus, daher wird hier viel parallel gearbeitet. Das ist auch wichtig, weil beim nächsten Eingriff oder weiteren Einstellungen andere Personen beteiligt sein können - die dann schnell wissen müssen, wie es letztes Mal gelaufen ist.

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Foto des Schrittmachers: von J. Heuser unter der Lizenz CC-by-sa 3.0

Titelfoto (EKG, das eine Herzrhythmusstörung zeigt): von Bionerd unter der Lizenz CC-by 3.0

  1. Dieser Artikel zeigt sehr schön auf, warum OP-Kleidung grün ist - es steckt eine Menge Psychologie dahinter, und zwar sowohl Emotions- als auch Biopsychologie: Warum tragen Ärzte im OP grüne Bekleidung?
  2. Die oberste Schicht eines Muskels, also das erste, worauf man trifft, wenn man in Richtung Muskel durch die Haut schneidet.


Klinisches Praktikum 1. Tag - Geräte auf der Intensivstation & ein blutiger Eingriff

Während für mein erstes Fach Sensorik und kognitive Psychologie ein beliebiges studienbezogenes 9-wöchiges Praktikum vorgesehen ist, ist am Ende des dritten Semester Biomedizintechnik eindeutig geplant, dass zwei Wochen Praktikum im örtlichen Klinikum absolviert werden. Da der Dozent für alle unsere Medizinvorlesungen dort Oberarzt ist, ergibt das auch Sinn, sollte man meinen.

So unkompliziert wie dadurch die Vermittlung war, so wenig Informationen gab es auch. Während es bei der Ankündigung noch danach klang, als wäre es ein eher technisches Praktikum, wirkte die Einweisung eher wie für ein medizinisches Praktikum. Entsprechend ratlos tauchten wir also zu neunt früh um 8 auf der kardiologischen Intensivstation auf, wo unser Dozent uns in Empfang nahm (diesmal in Krankenhaus-Arbeitskleidung).

Der organisatorische Block verschaffte erste Klarheit: Wir würden allerlei verschiedene Stationen besuchen, in Dreiergruppen, nahezu vollständig als Zuschauer. Eine der Stationen würde die Haustechnik sein, aber insgesamt geht es wohl eher um einen allgemeinen Einblick in den Klinikalltag.

Meine Gruppe durfte die ersten beiden Tage auf der Intensivstation bleiben (der kardiologischen - auch mir war vorher nicht klar, dass es nicht "die" Intensivstation gibt). Dort bekamen wir an beiden Tagen jeweils die Möglichkeit, einem Eingriff beizuwohnen, ansonsten war allerdings nicht viel los. Intensivpatienten benötigen viel Pflege, Umlagerung, Verbände wechseln, Waschen, Medikamente und Messwerte kontrollieren... man bedenke, viele der Patienten dort schlafen aufgrund von Medikationen dauerhaft (bzw. sind sediert), viele hatten einen Herzstillstand und ja, die Prognosen sind oft schlecht und ziehen entsprechende Konsequenzen nach sich. Wir lernten, dass bei einem Herznotfall eine gut funktionierende Rettungskette (schnelles Auffinden, gute Ersthilfe, schneller Transport) wichtig ist, aber nicht immer ausreicht, und dass auch in schlecht gelaufenen Fällen gelegentlich eine gute Genesung erfolgt.

Da wir nicht zu Pflegepersonal ausgebildet werden, beschäftigten wir uns mittags mit herumstehenden idiotensicheren Geräte, klebten EKG-Elektroden an unsinnige Stellen und lösten natürlich keine Messungen aus, ohne entsprechende Vorbereitungen zu treffen. Auch die Lektüre des Handbuchs zum Beatmungsgerät war nicht nur Beschäftigungstherapie, gerade im Vergleich zu den Heimbeatmungsgeräten aus dem Schlaflabor war es doch interessant zu sehen, was die Technik hergibt.

Nun aber zu den aufregenden Themen. Bevor wir am ersten Tag das freie Patientenzimmer zerlegten, wurde bei einem Patienten eine Tracheotomie durchgeführt. Eine Tracheotomie, das wussten wir vorher, ist ein Luftröhrenschnitt, den man nutzt, um einen semi-dauerhaften Anschluss für ein Beatmungsgerät zu schaffen. Wir wissen nun auch, es ist der nächste Schritt nach einer Intubation (Beatmung durch Schlauch im Mund). Eine Beatmung direkt in die Luftröre ermöglicht eine bessere Hygiene (der Mund ist ja dann nicht mehr blockiert) und sie ist wesentlich schonender für alle an der Atmung beteiligten Elemente, z.B. werden die Stimmlippen im Kehlkopf nicht durch trockene Luft belastet. Außerdem ist der Transportweg der Luft kürzer1, was es dem Patienten erleichtert, wieder selber zu atmen.

Zu einem Eingriff gehört eine Menge Vorbereitung, das sollte auch später immer wieder Thema sein. Gefallen hat mir die recht simple Methode des sterilen Tisches, der nur mit sterilen Händen angefasst werden darf und auf dem alle sterilen Geräte und Utensilien bereit gelegt werden. Interessant zu sehen war dabei, wie gelegentlich abgewogen wurde, was ausgepackt wird (weil ausgepackt = nicht mehr steril). Am Patienten wird nicht nur desinfiziert und aufgeschnitten, sondern es werden auch allerlei Maßnahmen zur Sauberhaltung ergriffen (es könnte Blut fließen) und vor allem ist eine richtige Lagerung sehr wichtig.

Trachea-Kanüle

An einer Tracheotomie sind mindestens zwei Personen beteiligt, in unserem Fall auch noch ein paar helfende Hände mehr. Während die Oberärztin den Schnitt durchführte und die Atemkanüle (Bild von Klaus D. Peter, Lizenz CC-BY-SA-3.0) anbrachte, kontrollierte eine der Schwestern per Endoskop die korrekte Lage der Führungsdrähte. Das Verfahren funktioniert dann nämlich so, dass zunächst mit einer Spritze ein Draht eingeführt wird, über den dann nacheinander immer dickere Dilatatoren (spitz zulaufende Plastikröhrchen) in das Gewebe geführt werden, um es ausreichend aufzuweiten. Da passt am Ende dann durchaus ein Finger rein. Der Beatmungszugang wird dann mehr oder weniger einfach eingesteckt und innen mit einem aufblasbaren Ballon festgehalten (damit der Schlauch nicht rausrutschen kann).

Es ist leider schwer, entsprechende Bilder aufzutreiben, die man auch verwenden darf, daher verweise ich an dieser Stelle mal auf ein (unblutiges) Video auf Wikimedia Commons. Es zeigt, was man durch das Endoskop sieht. Das Video wurde nicht bei einer hier beschriebenen Tracheotomie durchgeführt, sondern bei einem Eingriff aufgrund einer Beschädigung der Trachea, es zeigt also keinen gesunden Patienten, aber man bekommt einen guten Eindruck davon, was man sieht. Wir durften selbst mal reinschauen und in unserem Fall war die Bildqualität noch wesentlich besser.

Trachea-Endoskopie nach Trachea-Ruptur (es fließt kein Blut)

Was gab es sonst noch an Eindrücken am ersten Tag?

  • Viele Patienten werden beatmet, das kann mit Raumluft sein (wie ich es aus dem Schlaflabor kannte), üblicherweise ist aber ein höherer Sauerstoffanteil zugesetzt, da sonst keine ausreichende Sauerstoffsättigung im Blut erreicht wird. Vor kritischen Eingriffen sind es 100% Sauerstoff, um das Gewebe mit Sauerstoff zu fluten, damit während des Eingriffs kein kritischer Abfall auftritt. Bei gutem Verlauf werden die Patienten dann nach und nach entwöhnt: Der Sauerstoffanteil wird reduziert und der Atemvorgang selbst wird immer mehr dem Patienten überlassen, zunächst über entsprechende Einstellungen am Beatmungsgerät, dann über die Tracheakanüle (wie oben eine eingesetzt wurde) nur noch zeitweise, am Ende ist es nur noch Sauerstoffgabe über eine Nasenbrille.
  • Manche Patienten müssen aufgewärmt werden, weil sie ihre Körpertemperatur nicht aufrecht erhalten können. Andere werden heruntergekühlt (auf 32°C), um Organschäden durch Infektionen nach einem Ausfall des Herz-Kreislauf-Systems zu reduzieren.
  • Auf der Intensivstation blinkt und klingelt wirklich ständig irgendwas. Allerdings rennen dann nicht wie im Fernsehen wild Menschen durch die Gegend, denn erstens ist die Station von der räumlichen Ausdehnung her ziemlich klein und zweitens sind die Mitarbeiter dort doch recht entspannt.
  • Das EKG und die Sauerstoffsensoren in der Kardiologie sind viel toller als die im Schlaflabor. Auch wenn mir der EKG-Monitor gleich eine Herzrhythmusstörung diagnostiziert hat, weil wir die Elektroden lausig geklebt hatten.
  • Krankenhauskleidung hat kein innen und außen und auch nicht so richtig vorne und hinten. Wenn man sich schnell umziehen muss, muss man auf nichts achten.

  1. Geringeres Totraumvolumen = Volumen, das nicht zum Sauerstoffaustausch genutzt wird


Nutzpflanzen auf der Fensterbank

In meiner neuen Wohnung habe ich mehr Fenster und damit auch mehr Fensterbänke. Die möchten genutzt werden - und außerdem hatte ich immer noch Saatgut vom Geburtstag ungenutzt herumliegen. Frische Kräuter aus eigenem Anbau sind auch lange überfällig. Also beim Kaufland noch ein paar Saattütchen dazu gekauft, naiv einfach mal alles in Erde gestopft, das Ergebnis ist erstaunlich für das dilettantische Vorgehen und ich möchte es hier einfach mal zeigen. Die ursprünglich angebauten Chilipflanzen und Petersilie, Majoran und Koriander haben dann noch Gesellschaft von Erdbeerpflanzen aus dem Baumarkt bekommen. Und dann, ursprünglich mehr aus Spaß, hatte ich auch Sonnenblumenkerne zum Essen aus der Tüte genommen und einfach in einen Pott Erde geworfen und Wasser drauf geschüttet - die Sonnenblumen sind inzwischen 50cm hoch. Viele Bilder, daher heute mal 1x klicken zum Weiterlesen. :)



Alles Gute zum 9. Geburtstag

Am vergangenen Wochenende ist mein Blog neun Jahre alt geworden. Dies ist der 1074. Artikel, der hier veröffentlicht wird. Acht der neun Jahre habe ich ihn mit der Blogsoftware Habari betrieben, die ich viele Jahre lang auch selber mitentwickelt habe. Aber das Entwicklerteam war klein und inzwischen haben alle, die die Entwicklung wesentlich voran getrieben haben, wichtigere Projekte in ihrem Leben, zum Schluss war nur noch ich übrig und natürlich stemmt man so ein Projekt nicht alleine, schon gar nicht, wenn es eigentlich nicht das eigene ist.

Nun läuft Konzertheld.de also als statische Website, generiert von Pelican. Ich schreibe meine Artikel in einfachen Textdateien, was mir völlig ausreicht. Bilder einzufügen ist nicht komfortabel, das war es aber nie so wirklich. Eine Kommentarfunktion gibt es nicht mehr - für einen Blog untypisch und vor einigen Jahren wäre das völlig undenkbar gewesen. Ich habe aber immer schon das meiste Feedback persönlich erhalten und über die Social-Links oben und unten erreicht ihr mich nach wie vor problemlos.

Bereits vorhandene Kommentare werden zu gegebener Zeit noch nachträglich ergänzt und dann einfach statisch dargestellt. Einige Links sind sicherlich nun defekt, einige Bilder werden nicht mehr angezeigt, aber das Wichtigste ist: Erstaunlich viel funktioniert bereits. Also viel Spaß mit dem neuen Konzertheld.de, schneller als je zuvor, völlig unanfällig für Fehler und hoffentlich bald wieder besser gefüllt mit aktuellen Texten. Bis dahin könnt ihr euch seitenweise chronologisch durch die Artikel hangeln (ganz unten kann man blättern) oder von einem Artikel ausgehend ähnliche Artikel anzeigen lassen mit Tags wie z.B. Gedanken.



Musik-Neuentdeckungen 6/2017 & 7/2017

Wie jeden Monat stelle ich hier die Lieder vor, die ich neu entdeckt habe - weil ich sie zu schätzen gelernt habe, weil sie nach langer Zeit wieder aufgetaucht sind oder weil sie einfach neu sind. Radio, Konzerte, Festivals und Empfehlungen von Freunden und Bloggern bringen immer wieder frischen Wind in meine Sammlung und die hier ausgewählten Titel, oft auch andere Titel der Band, möchte ich als Empfehlung an euch weitergeben. Aufgrund der schwierigen Lage in Deutschland gibt es meistens keine Links, aber über Google, Spotify & Co findet sich alles. Und diesmal gibt es eine Menge zu finden!

Kurt Vile - Pretty Pimpin
Vorschlag der Sängerin meiner Band, ein gutes Beispiel für eine Art von Musik, die wir beide gerne hören.
Dandelion - Weird-Out
Vorschlag des Gitarristen meiner Band, ein gutes Beispiel für Musik, die wir alle drei gerne hören. ;)
Spring Kings - Who Are You (Lucifer Soundtrack)
Der Lucifer-Soundtrack ist ja dafür bekannt, sehr badass zu sein, und das ist dieser Song definitiv. Nicht zu komplexer Alternative Rock-Song, der schön auf die Kacke haut.
Gregg Mandel - He Could Be The Devil (feat. Paul Otten) (Lucifer Soundtrack)
Und hier noch einer von der Sorte.
Milck - Sweet Revenge (Lucifer Soundtrack)
Und dann dieses Werk hier, sogar aus der gleichen Folge wie das obige. Fetter Gitarrensound, obwohl die Gitarre kaum spielt, alles rummst irgendwie ordentlich und dann diese Stimme. Großartig. Könnte von The Kills sein.
The Kills - Heart Of A Dog
Apropos. Die habe ich diesen Monat ja gesehen und irgendwie habe ich deren neues Album bis dahin noch gar nicht richtig gehört. Dabei ist es gut! Nicht so gut wie das Konzert allerdings. Die Coolness und Sexyness der (auch dieses) Songs kamen live noch viel besser raus.
The Sounds - The Darkness
The Sounds bringen wieder ein neues Album heraus und whoop whoop, es klingt wieder mehr wie ihre alten Alben! Ich hatte die Band einige Zeit aus den Augen verloren, weil mir ihr Stil zuletzt nicht mehr gefiel, aber früher mochte ich sie sehr gerne, auch weil ihre Liveshows immer großartig waren. Die neue Single The Darkness klingt etwas ruhiger, aber schon auch wie The Sounds am Anfang.
Nickelback - Coin For The Ferryman (neues Album)
Nickelback haben vor einer Weile ihr neues Album Feed The Machine veröffentlicht und es ist großartig! Harter, rockiger Nickelback-Sound, wie man es gewohnt ist, und doch genug Abwechslung, um es nicht unter "joa, Nickelback" abzustempeln und wegzulegen. Coin For The Ferryman zum Beispiel gefällt mir wegen des nichtlinearen Ablaufs.
The Hundred In The Hands - Love In The Black Stack
Auch The Hundred In The Hands haben ein neues Album veröffentlicht, bisher nur digital, aber... es ist so gut! Ich empfehle ausnahmsweise mal, einfach reinzuhören, von vorne oder mittendrin, wer den Sound der Band generell mag, wird jeden Track mögen. Ich liebe es einfach, was sie mit Synthesizern, dem sphärischen Gesang und allerlei Geräusch-Samples anstellen.
Husky Loops - Tempo
Husky Loops waren Vorband für The Kills und wenngleich es sich mir nicht gleich erschloss, wieso, wurde es doch schnell klar: Sie machen ebenfalls geniale Dinge mit Gitarren. Live ungefähr tausendmal besser als auf Spotify. Ich stand etwa alle zwei Minuten nur dort und glotzte und fragte mich, was zur Hölle die da eigentlich machen. Sehr, sehr großartig. Die Band ist offenbar noch ganz neu, aber ihre ersten eigenen Konzerte in England waren wohl bereits ein voller Erfolg. Zu Recht!


Pläne bis Sommersemesterende - Zwischenstand

Etwas besorgt sah ich gerade, dass ich meine Pläne für das Semester tatsächlich veröffentlicht hatte, und nachdem bisher alle diese Projekte grandios gescheitert waren, ahnte ich schon schlimmes. Aber nein: Es sieht diesmal recht gut aus.

Radtour nach Berlin
Ist geplant und hat einen Termin.
Umziehen
Abgeschlossen!
Soundcloud-Account der Band füllen
Wir haben zwei Songs online gestellt, ihr könnt sie hier anhören: Meine Band Helicopters At Twilight auf Soundcloud
Mit der Band auftreten
Bisher leider nicht.
Probenraum-Akustik und -Aufnahmen verbessern
Wir haben mehr und bessere Mikrofone und einen Schallabsorber, immerhin.
Türen für den Spülenschrank bauen
Scheitert zurzeit noch am Geld.
Fräsen lernen
Wie gehabt: Okay, vielleicht erstmal mehr Stichsägenkram üben. Aber auf Dauer wäre eine Fräse sicher auch praktisch und das kann auch nicht jeder = cool.
Wirklich dichtes Rollo bauen
Der Plan war, aus fertigen Rollos etwas selbst zu bauen, aber Rollos sind, egal welche, immer erstaunlich teuer.
35mm-Film entwickeln
Immer noch: Equipment ist da. Die neue Wohnung hat sogar ein Bad ohne Fenster. Auf geht's.
An einer Gerichtsverhandlung teilnehmen
Dafür werde ich sicher im September noch Zeit finden.


Blogstatus

Dem aufmerksamen oder technikaffinen Leser wird aufgefallen sein, dass es hier an einigen Stellen hakt, nicht nur in Bezug auf wenige neue Posts. Mein größtes Problem mit diesem Blog ist schon seit geraumer Zeit, dass ich Dutzende Spamkommentare bekomme, die der Spamfilter nicht fängt, aber quasi keine normalen Kommentare. (Gruß an Tabea an dieser Stelle.)

Das ist frustrierend und nervig, und ich habe daher versucht, wieder ein Captcha-Plugin zu installieren, bin aber gescheitert bzw. hatte keine Lust, so lange zu fummeln, bis es funktioniert. Habari, die Blogengine, die ich verwende, liebe und selbst mit aufgebaut habe, wird leider nicht mehr weiter entwickelt, und so macht es wenig Sinn und auch wenig Spaß, noch Programmcode dafür zu schreiben.

Um dem Spam-Problem Herr zu werden, habe ich Kommentare nun deaktiviert. Problematisch ist, dass das Kommentarformular bei alten Posts trotzdem angezeigt wird, Kommentare werden aber generell abgelehnt. Es wird wohl Zeit, dass ich auf ein anderes System umsteige, und möglicherweise wird es dann eins, in dem Kommentare gar nicht erst vorgesehen sind. Ich bekomme ohnehin immer schon das meiste Feedback in persönlicher Form.

Bis dahin wird es hier wohl noch eine Weile ruhig bleiben, denn ich habe zwar Ideen und auch Motivation für mehr Artikel, aber wenig Zeit und mit dem aktuellen System macht es auch wenig Spaß, diesen Blog zu betreiben.



Warum ich nichts mehr über Facebook organisiere

Ich habe zwar trotz großer Ankündigung meinen Facebook-Account nicht gelöscht, wohl aber neben etlichen flüchtigen Bekanntschaften auch alle meine Gruppen gelöscht. Ich möchte euch erläutern warum und auch dazu ermutigen, den selben Weg zu gehen.

Verbreitung von Informationen

Viele Gruppen existieren bloß, damit eine kleine Personengruppe eine große Personengruppe über Dinge informieren kann. Eine Gruppe ist dafür definitiv der sinnloseste Weg. Wenn man schon Facebook nutzen möchte, kann man einfach eine Gruppenunterhaltung erstellen. Wenn man es etwas klarer trennen möchte, wer informiert und wer informiert wird, ist ein Mailverteiler auch 2017 noch eine gute Lösung. Und für kurze Informationshappen könnte man auch eine WhatsApp-Gruppe oder eher einen WhatsApp-Broadcast verwenden. Alle diese Möglichkeiten bieten eine bessere Darstellung von mehreren aufeinander folgenden Informationen als Facebook-Gruppen.

Nun könnte man argumentieren, dass die Gruppen mit ihrer Kommentarfunktion aber doch praktisch seien, falls Rückfragen auftreten. Das ist aus zwei Gründen nicht so: Erstens, Rückfragen treten vor allem dann auf, wenn die Aussage von vornherein nicht informativ genug war. Gruppen bieten aber keine vernünftige Darstellung für lange Infotexte und stehen daher schon vom Konzept her einem vernünftigen Informationsfluss entgegen. Zweitens, erfahrungsgemäß sind Kommentare auf Facebook eher chaotisch, daher ist eine individuelle Rücksprache effizienter. Außerdem bringen Kommentare die Reihenfolge der Originalposts durcheinander, da Facebook alles nach letzter Änderung sortiert, was nicht hilfreich ist.

Organisation und Absprachen

Kaum eine Plattform ist für Absprachen so schlecht geeignet wie Facebook, Gruppen ganz besonders. Für kurzfristige Absprachen wie Termine sind Gruppen zu überdimensioniert, für mittlere Absprachen wie "wer bringt welchen Salat mit zur Party" schon zu chaotisch. Wird es noch etwas größer (es muss ja auch noch Musik her, und Getränke, und eine Location), verliert man sofort den Überblick, da es keinerlei Sortierungs- oder Markierungsfunktionen gibt. Für die Grillparty muss es vielleicht nicht gleich ein großes Organisationstool wie Trello sein, aber zumindest ein Kommunikationstool wie Slack mit der Möglichkeit, verschiedene Unterhaltungen zu verschiedenen Themen zu führen, sollte drin sein. Oder lieber ganz simpel - ein einfacher Chat in einem beliebigen Messenger und eine Person bestimmen, die alle wichtigen Dinge separat mitschreibt. Sobald es größer wird als die Grillparty, sollte definitiv ein dafür ausgelegtes Organisationstool genutzt werden, beispielsweise Trello, weil dann Themen klar strukturiert und einzelne Informationen und Diskussionen zu Themen zugeordnet werden können, ohne dass irgendwas untergeht.

Marktplatz, Mitfahrgelegenheiten & Co.

Handel ist die dritte Nutzungsart, die ich kennengelernt habe, und auch sie ergibt keinen Sinn. Absprachen zu Angeboten sollten individuell erfolgen, es hat keinen Nutzen für die anderen Gruppenmitglieder, verfolgen zu können, wie etwas an jemanden verkauft wird. Außerdem schieben Kommentare gerade die Angebote immer wieder nach oben, die vermutlich bereits für niemanden mehr zur Verfügung stehen. Zuletzt erreicht man mit einer Gruppe auch immer nur einen beschränkten Personenkreis, was sowohl beim Handel mit Waren als auch mit Mitfahrgelegenheiten und ähnlichem gilt. An den absurd langen Listen von Vorschriften für Gruppen wie "Verschenken und verkaufen in Chemnitz" sieht man, dass Gruppen eigentlich gar nicht geeignet sind. Handel sollte auf Plattformen ausgelagert werden, die darauf spezialisiert sind.

Zum Schluss ein Gedanke, der vielen gekommen sein wird: "Aber auf Facebook erreiche ich doch jeden!" Dazu nur: Wer auf Facebook als Kommunikationsplattform besteht, hat Pech gehabt. Facebook ist ein soziales Netzwerk, man kann sich dort mit anderen Menschen verknüpfen und mit diesen in Kontakt bleiben. Dafür ist es gut. Für alles andere nicht. Wer Informationen will, sollte seine E-Mails lesen. Wer etwas organisieren will, sollte sich überwinden, ein mächtiges Tool wie Trello auszuprobieren, er wird es nicht bereuen. Und ein Account bei BlaBlaCar oder Ebay Kleinanzeigen schadet auch niemandem - man erreicht dort eben nicht nur Freunde, Freunde von Freunden und Freunde von Freunden von Freunden, sondern auch Oma Schulze von 300 Kilometer weiter, die deine alten Gardinen kaufen möchte (die du deinen Facebook-Freunden niemals hättest andrehen können). Ihr müsst euch ja nicht gleich bei Facebook löschen - aber löst euch davon, dass es das Tool für alles ist.