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Mein Garten-Abenteuer - Ein erstes Gemüsebeet anlegen

Ein teilweise vorbereitetes Gemüsebeet, trockene Erde, ein Haufen Erdklumpen

Der Hauptgrund für einen eigenen Garten war für mich die Möglichkeit, dort Obst und Gemüse selbst anzubauen. Entsprechend war ich nach der Rodung des bisherigen Unkraut-Chaoses hochmotiviert, noch 2018 ein Gemüsebeet anzulegen, um dort Wintergemüse anzubauen. Es war August geworden und bereits dann ist die Aussaatzeit schon weitestgehend vorüber. Die Trockenheit fing bereits an, deutliche Spuren zu hinterlassen; anfangs hatte ich keinen Gartenschlauch und dann keinen Überblick, welche Pflanzen es sich zu gießen lohnte. Irgendwann ging ich allerdings von "ach, das hat bisher auch so überlebt" zu "egal, einfach alles gießen, könnte ja was nützliches sein" über, denn abschneiden konnte ich ja später immer noch.

Die Trockenheit bescherte mir allerdings vor allem bei der Bodenbearbeitung Probleme. Nicht nur stoße ich je nach Position im Garten nach 10 bis 40cm bereits auf Lehm, der Boden war auch knochentrocken (sind Knochen trocken?) und vor allem steinhart. Und, noch viel schlimmer: Klumpig! Ich war bereit, hart zu arbeiten, also stach ich Rasen ab und ackerte einen Spaten durch und mit dem zweiten viele Abende lang, aber die Erde kam nicht in brauchbarem Zustand aus meinem Graben. An der ersten Stelle kam ich nur wenige Zentimeter tief in den Boden. Nur wenig besser war es an der zweiten Stelle, die ich mir ausgeguckt hatte; dort kam ich zwar mit viel Arbeit 60cm tief in den Boden, holte ihn jedoch in großen, harten Klumpen heraus, die ich erst für Steine hielt, aber tatsächlich Erde waren. Es gab die absurdesten Szenen - eine meiner Lieblingsbeschäftigungen nach der Arbeit war es, einige unterarmgroße Klumpen meterweit durch den Garten zu werfen auf den Haufen mit den anderen Klumpen, um zu beobachten, wie sie nicht zerplatzen. Und ja, es ist Erde - später bei Regen wurde der Haufen Matsch. Ich musste mehr als einmal an Annes Feldherrenhügel denken. Mit meinem treuen Rechen und den Stahlschuhen von meiner Ausbildung früher und vor allem Nachbars Durchwurfsieb (auch Stahl) zerkleinerte ich die Erde, so lange meine Motivation reichte, aber, Spoiler, es reichte trotzdem kaum, um gescheit etwas darauf anzubauen.

Die zweite Hälfte des nun existierenden Beetes (auf dem Foto im mittleren Teil, gerade erst begonnen; im Vordergrund noch die vertrocknete Wiese) ging ich mit mehr Plan an. Die Erde wurde nicht mehr so tief ausgehoben, man sagte mir, das sei überflüssig - ich hatte "zwei Spaten tief" gelesen, aber nicht gewusst, dass ich einen Langspaten verwende, der doppelt so lang ist wie ein normaler Spaten. :D Außerdem kamen die Klumpen einfach direkt auf den Haufen, stattdessen verwendete ich die Komposterde aus den bereits vorhandenen Kompostern, ich wusste nun, wie man das Durchwurfsieb richtig verwendet. Hat letztlich auch nicht so richtig geholfen, aber dazu später mehr.

Ich bin nach wie vor unschlüssig, wie ich das Anlegen weiterer Beete angehen will. Der Boden ist durch den vielen Regen im Herbst inzwischen wesentlich lockerer (dafür natürlich auch schwer). Vermutlich komme ich also ohne Maschine aus, im Idealfall werde ich Hilfe haben. Ich weiß allerdings auch noch nicht so recht, wann der richtige Zeitpunkt ist - vermutlich läuft es wieder darauf hinaus, immer bei Bedarf für die gerade fälligen Pflanzen zu buddeln. Von den 300m² soll ein großer Teil Beete werden - bisher sind es allerdings gerade einmal knapp 10m², wenn ich daran denke, wie lange das gedauert hat, graust es mir.

Zum Abschluss noch ein paar weitere Fotos von der Arbeit am Beet; das zweite zeigt den Zustand am Ende. Man beachte die Hügel im Hintergrund. Und das dritte Foto schließlich zeigt den Zeitpunkt, an dem die Grube am tiefsten war. Da wurde ich tatsächlich öfter von Nachbarn angesprochen, was ich denn bauen wolle... :D Das letzte Foto zeigt den ersten Versuch, ein Beet anzulegen. Dort habe ich später Senf ausgesät, um den Boden zu lockern, es wird sich im Frühjahr zeigen, ob das von Erfolg gekrönt war. Rechts daneben unter einer Plane die Grasnarbe, die angeblich gut verrottet, wenn man sie einfach direkt nach dem Abstechen stapelt und sechs Monate liegen lässt. Ich bin gespannt.

Alle Bilder sind klickbar und können größer angeschaut werden.

BeetBeetGrubeanderes Beet

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Mein Garten-Abenteuer - Wie alles begann

Garten

Als einer meiner Nachbarn zu meiner neuen Wohnung mich im Sommer ansprach, ob ich nicht gerne einen richtigen Garten hätte, ihm seien meine Pflanzen auf den Fensterbänken aufgefallen, war ich gleich begeistert. Ein Hoch auf Erdgeschosswohnungen! Die anfängliche Ernüchterung beim Anblick üblicher Kaufpreise verschwand schnell, als er merkte, dass ich zwar viel Zeit, aber wenig Geld hatte, und trotzdem meinte, "wir haben da vielleicht was". Eine verwilderte Parzelle in der Kleingartenanlage die Straße runter, ob ich mich der denn annehmen wollen würde, man würde auch beim Preis was machen. Nun... oben seht ihr, was ich seit Juli meins nennen darf.

Garten Garten

Der Garten war nur zwischen einem und zwei Jahren komplett sich selbst überlassen worden, davor aber auch schon nicht mehr gepflegt worden. Durch die allesamt sehr netten Menschen in der Gartenanlage, die ich nach und nach kennenlernte, erfuhr ich immer mehr über die Vorgeschichte meiner 300 Quadratmeter Natur. Ebenfalls den anderen Gärtnern zu verdanken habe ich, dass sich der Garten sehr schnell von einem Dschungel (Bilder oberhalb dieses Absatzes) in einen Trampelpfad (andere Bilder) verwandelte. In einem Gemeinschaftseinsatz wurde mit der Motorsense erstmal alles umgemäht, was Gras oder Unkraut war. Dennoch dauerte es noch zwei weitere Gartenbesuche, bis ich den Teich entdeckte... und der sollte längst nicht das letzte Fundstück sein, aber dazu später mehr. Das große Bild unten (übrigens sind alle Bilder großklickbar) zeigt die selbe Perspektive wie das erste, aber nach dem Arbeitseinsatz. Alleine dadurch hat sich schon viel getan.

Garten Garten

Auch das jeweils erste von den kleinen Bildern zeigt die gleiche Perspektive.

Es dauerte Monate, bis ich einen ungefähren Überblick hatte, was in meinem Garten alles wächst; Die App Pl@ntNet war dabei sehr hilfreich. Direkt am Anfang fielen der Kirsch- und der Apfelbaum auf, die Rosen und die Stachelbeersträucher. Letztere sind nach wie vor meine Lieblinge, jetzt im Winter sehen sie fürchterlich kümmerlich aus, aber die Früchte waren herrlich. Von den Kirschen sind mir leider die meisten vertrocknet, da sie schon überfällig waren, als ich den Garten bekam. Die Rosen hingegen blühen noch, während ich diese Zeilen schreibe, es ist der erste Advent. Allerdings hatten wir ja auch einen absurd langen Sommer und milden Herbst.

Die Laube, die auf einem der kleinen Fotos zu sehen ist, war in wesentlich besserem Zustand. Von außen zwar abgenutzt, ist die Inneneinrichtung völlig in Ordnung, und sehr zu meiner Freude fand sich dort auch das ein oder andere intakte oder leicht zu reparierende Werkzeug. Ein Nachbar steuerte einen alten Rasenmäher bei und so konnte ich schon bald loslegen und das wirklich unglaubliche Chaos beseitigen. Meine beinahe täglichen Bemühungen zeigten schnell Früchte - Fortschritte im Garten wurden sichtbar, ich war abends glücklich und zufrieden und die anderen Gärtner zeigten sich begeistert von meinen Fortschritten und sprachen mir Mut und Geduld zu für die weiteren Arbeiten. Bis ich selbst die ersten Pflanzen ausbringen konnte, sollte es noch länger dauern als gedacht, aber dazu später mehr. Wie unschwer zu erkennen, hätte ich mich allerdings auch den ganzen Rest des Jahres nur mit den vorhandenen Pflanzen befassen können... ich beließ aber lieber einige Bereiche komplett roh, nicht zuletzt wegen einiger Tiere und Giftpflanzen, und investierte in andere dafür umso mehr Arbeit. Der heiße Sommer macht es mir nicht leicht - aber in weniger als einem halben Jahr hat sich eine Menge getan und das daraus entstandene Blogmaterial wird mich nun über den Winter bringen. :-)

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