Musik-Neuentdeckungen 10/2019

Wie jeden Monat stelle ich hier die Lieder vor, die ich neu entdeckt habe - weil ich sie zu schätzen gelernt habe, weil sie nach langer Zeit wieder aufgetaucht sind oder weil sie einfach neu sind. Radio, Konzerte, Festivals und Empfehlungen von Freunden und Bloggern bringen immer wieder frischen Wind in meine Sammlung und die hier ausgewählten Titel, oft auch andere Titel der Band, möchte ich als Empfehlung an euch weitergeben. Aufgrund der schwierigen Lage in Deutschland gibt es meistens keine Links, aber über Google, Spotify & Co findet sich alles.

Orla Gartland - Flatline
Orla folge ich schon etwas länger auf Youtube, wenngleich längst nicht so lange, wie sie dort schon Musik postet. Flatline ist ein Song, den ich mir immer wieder gern anhöre, fluffig trotz gar nicht so fluffiger Aussage. Das Video dazu ist auch, wie meistens bei ihr, sehr gut gemacht. Ich freue mich sehr, sie nächste Woche tatsächlich mal als Hauptact live zu sehen!
Patti Smith - Soul Kitchen (The Doors-Cover)
Ein Titel, den wir in meiner Band spielen. Patti Smith ist dort ständig Thema und den Namen kennt man natürlich, gesehen hatte ich sie aber noch nie. Was für eine Ausstrahlung! Wahnsinn. Ich empfehle den Auftritt bei Jools Holland. Der Song lebt gefühlt zu 80% von ihrer Interpretation.
Eric Prydz - Opus
Und beim nächtlichen Durchklicken auf der Suche nach neuer elektronischer Musik stolperte ich über diesen gar nicht so neuen Song von Eric Prydz, dessen ersten Hit "Call On Me" ich manchmal nicht mehr hören kann, der aber später viele gute Tracks geschrieben hat, darunter auch einen Remix für "Tether" von CHVRCHES, der in dieser Serie schon genannt wurde. Opus ist eher klassisch aufgebaut, der Titel baut sich gefühlt ewig auf und bläst einen dann um. Zeit, mal wieder tanzen zu gehen.

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Morsecode

In Vorbereitung auf interessantere Bastelprojekte habe ich meinen Raspberry Pi wieder in Betrieb genommen und um die grundlegenden Prinzipien zu lernen erstmal eine einzelne LED angeschlossen. Da ich quasi kein Material hatte, war das mit alten Computerkabeln sowie Material aus Kosmos-Experimentierkästen schon ein Erfolgserlebnis! Als etwas interessantere Anwendung und um auch das Programmieren der Ports ein bisschen zu üben will ich nun ein kleines Programm schreiben, dass Eingaben in Morse-Blinkzeichen übersetzt. Und um es etwas realistisch zu halten, recherchierte ich, wie Morsecode denn korrekterweise funktioniert.

Ich lernte also zunächst: Die langen Zeichen müssen dreimal so lang sein wie die kurzen, die Pausen innerhalb eines Symbols / Buchstaben so lang wie ein kurzes Zeichen und die Pausen zwischen Symbolen so lang wie ein langes Zeichen. Sehr logisch, das gefällt mir. Wie das so ist bei Wikipedia, las ich dann noch ein Stück weiter und stieß auf Audiobeispiele. In einem Irrsinnstempo, in dem ich nichtmal die Pausen erkennen konnte, wurde dort ein Beispieltext akustisch gemorst. Ein Abschnitt weiter: Das Beispiel verwendet eine übliche hohe Geschwindigkeit, Profis liegen bei 2-3 mal schneller, der Weltrekord bei mehr als 4 mal so schnell.

Interessant aus psychologischer Sicht auch eine verbreitete Methode zum Erlernen des Mithörens von Morsecode: Statt erstmal langsam alle Zeichen zu lernen, wird mit nur zwei Zeichen, aber bei hoher Geschwindigkeit und nur etwas überbetonten Pausen angefangen. Das ergibt Sinn, denn Tonfolgen ergeben eine "Melodie" und als Musiker ist mir natürlich sofort klar, dass ein krasser Tempounterschied eine Melodie völlig anders klingen lässt. Aus einem ähnlichen Grund versuche ich am Schlagzeug meistens, neue Muster sofort in Originaltempo oder zumindest fast Originaltempo zu lernen, was zwar schwerer ist, aber letztlich für einen nachhaltigeren Erfolg sorgt.

Die Tonfolgen des Morsecodes erinnern mich auch an psychologische Grundlagenexperimente zur auditiven Wahrnehmung. Ob das Morsen in der Forschung wohl noch relevant ist? Von den doch überraschend vielen Beispielen aus der Praxis hat mich jedenfalls am meisten gefreut, dass der Mars-Rover Curiosity die Initialen seines Herstellers in Morsecode als Reifenspuren hinterlässt - besonders, nachdem ich "The Martian" las, wo der Protagonist mit als Morsecode ausgelegten Steinen Botschaften sendet, die per Satellitenbild gelesen werden können.

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Musik-Neuentdeckungen 07/2019 & 08/2019 & 09/2019

Wieder einmal stelle ich hier die Lieder vor, die ich neu entdeckt habe - weil ich sie zu schätzen gelernt habe, weil sie nach langer Zeit wieder aufgetaucht sind oder weil sie einfach neu sind. Radio, Konzerte, Festivals und Empfehlungen von Freunden und Bloggern bringen immer wieder frischen Wind in meine Sammlung und die hier ausgewählten Titel, oft auch andere Titel der Band, möchte ich als Empfehlung an euch weitergeben. Aufgrund der schwierigen Lage in Deutschland gibt es meistens keine Links, aber über Google, Spotify & Co findet sich alles.

The Greatest Showman Cast - This Is Me
Dieses Jahr entschied ich mich, nicht auf ein Festival zu fahren, sondern stattdessen an einem Seminar für Chorgesang und Choreografie teilzunehmen. Sing mit, Chemnitz war ungelogen das Highlight dieses Jahres für mich, selten hat sich etwas so richtig angefühlt. Mein Workshop hat dabei unter anderem dieses Stück einstudiert und naja, ein guter Chor macht einen schönen Popsong immer so richtig fett. Hat sehr viel Spaß gemacht!
Ladyhawke - Dangerous
Wie konnte ich bloß das aktuelle, nun auch schon drei Jahre alte Album von Ladyhawke vergessen?? DIESE SYNTHESIZER. WOAH. Wer da nicht anfängt mit mindestens drei Körperteilen zu wackeln, kann wohl einfach nichts mit gutem Pop anfangen.
Vulfpeck - Cory Wong
Und während Ladyhawke krass nach vorne geht, lehnen sich diese Jungs hier sehr zurück. So funky... so großartig. Cooles Video außerdem.
Screaming Females - I'll Make You Sorry
Wieso ist diese Band eigentlich nicht berühmt? Die sind echt gut! Schlecht gelaunte Rockmusik, die nicht nervt.
Garbage & Screaming Females - Because The Night
Screaming Females kenne ich übrigens aus diesem Video. Zugegebenermaßen kenne ich "Because The Night" ja primär als 00er-Jahre-Eurodance-Version... aber hier... so ein Rockbrett. Gitarren sind für mich ja sonst eher Mittel zum Zweck, aber hier weiß sogar ich zu schätzen, was die Gitarristin da abliefert, hallooo, da ist mir erstmal der Unterkiefer runtergeklappt und auch beim zweiten Hören lege ich noch die Ohren an, sowohl für das Riff als auch für den Sound.

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Urlaub in der Bretagne - An der Küste von Saint-Malo

Stadtmauer von Saint-Malo in der Bretagne

Im September und Oktober war ich viel unterwegs - erst auf Interrail, wie ja schon angedeutet wurde, und dann in der Bretagne in Westfrankreich. An der Bretagne sind vor allem die Landschaften und das Meer reizvoll - Wetter und Städte eher weniger. Für unseren Erholungsurlaub also gut geeignet, und solange es Wasser und Palmen gibt, bin ich sowieso schon glücklich. Das mit dem Wasser ist allerdings so eine Sache: An der bretonischen Atlantikküste sind die Gezeiten recht deutlich. In Saint-Malo, unserem letzten Aufenthaltsort, sogar europaweit mit am stärksten, der Wasserstandspegelunterschied zwischen Hochwasser und Niedrigwasser betrug während unseres Aufenthaltes ganze zwölf Meter!

Da das Hochwasser immer früh morgens und spät abends war, während wir dort waren, gibt es davon keine Fotos, aber noch viel beeindruckender fand ich sowieso einen Nebeneffekt davon: Wenn das Wasser während einer der ungefähr sechsstündigen Phasen zwölf Meter wettmachen soll, heißt das, dass es einen Meter die halbe Stunde steigt. Das konnten wir uns live angucken, als wir von einer der drei bei Ebbe fußläufig erreichbaren Inseln zurück kamen.

Ein Steinweg am Meer, aus dem Wasser ragen noch Seegras und Steine heraus Ein Steinweg am Meer, aus dem Wasser ragen nur noch Steine heraus Ein Steinweg am Meer, aus dem Wasser ragen auch die Steine nicht mehr heraus

Kritisch an Besuchen auf diesen Inseln ist, dass die Wege dorthin schnell überspült werden, wenn das Wasser zurück kommt, und das nicht zuerst nahe bei der Insel, sondern ein Stück weiter Richtung Festland. Und zwar wirklich sehr schnell: Die drei Fotos oben zeigen einen Zeitraum von weniger als zwei Minuten. Wenige Minuten später war der Weg bereits überspült und nochmal eine Viertelstunde später musste man schon ein guter Schwimmer sein, um gegen die Wellen, die nun über den Weg tosten, anzukommen. Einheimische raten dazu, ab diesem Zeitpunkt auf der Insel auszuharren bis zur nächsten Ebbe, und wir halten das für einen guten Rat.

Wasser zwischen zwei vorgelagerten Inseln

Gelohnt hat sich der Besuch von Saint-Malo schon alleine für das Erlebnis der vorgelagerten Inseln. Die Stadt als solche ist teilweise ganz nett anzuschauen, aber insgesamt nicht aufregend. Manchmal kann man in eine Schiffswerft hinein schauen, und die alten Stadtmauern (Foto ganz oben) sind natürlich sehenswert. Wir waren vier Nächte dort und haben die aber nur durch enormes Nichtstun herumgekriegt. In der Saison sind die Festung und das Museum auf den vorgelagerten Inseln geöffnet, die lohnen sich sicher (Ende der Saison ist der 30. September). Wir haben dafür mit schicken Sonnenuntergängen vorlieb genommen.

Sonnenuntergang über einer Insel am Atlantik

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Exkursion zum Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

Für mein Bachelorstudium waren mehrere Exkursionen vorgeschrieben und über eine mussten wir einen Bericht schreiben. Ich entschied mich für den Besuch des Max-Planck-Institutes für Kognitions- und Neurowissenschaften, wo wir einige Vorträge hörten und zwei Forschungseinrichtungen besuchten. Da der Exkursionsbericht durchweg auf gutes Feedback stieß, möchte ich ihn hier einfach teilen, obwohl er inzwischen mehrere Jahre alt ist. Folgend also der eingereichte Text im Original.

Übrigens kann man hier inzwischen wieder Kommentare hinterlassen - darüber würde ich mich sehr freuen! Dazu einfach die Einzelansicht eines Eintrags durch Klick auf die Überschrift öffnen und dann unten den Kommentarbereich ausfüllen. Kommentare werden nach Moderation freigeschaltet.

Vorträge

Nach der Anreise zum Max-Planck-Institut wurden wir gegen 10 Uhr begrüßt und erhielten zunächst einen Überblick über das MPI in Leipzig sowie die Max-Planck-Gesellschaft als Ganzes. Hierbei wurden bereits einige Fragen zu möglichen Anstellungen im MPI bzw. zur Forschung am MPI beantwortet. Das Institut stellte sich vergleichsweise positiv dar (u.a. wegen der zur Verfügung stehenden Geldmittel), es wurde aber auch schnell klar, dass sich eine Bewerbung hier gegen viele Konkurrenten durchsetzen muss.

Anschließend stellte eine Forscherin des Instituts ihre aktuelle Arbeit vor. Wir lernten dabei vor allem die Theory of mind kennen; in den vorgestellten Studien wurde untersucht, ab welchem Alter Kinder die Fähigkeit entwickeln, zu verstehen, was andere denken, und das die Annahmen anderer Personen falsch sein können, und mit welchen Gehirnregionen diese Fähigkeit korreliert ist.

Führung 7-Tesla-Scanner

Als zweiter Programmpunkt im MPI stand ein Vortrag mit Besichtigung des MPI-eigenen MRT-Scanners an. Dieser unterscheidet sich von den in Medizin und Forschung häufiger gebrauchten Geräten durch eine 4 bis 5,5 Tesla höhere magnetische Feldstärke (Faktor 2,3 bis 4,6). Die höhere Feldstärke führt zu einer größeren Zahl ausgerichteter Protonen, wodurch sich wiederum das Signal-Rausch-Verhältnis deutlich verbessert und letztlich eine höhere Auflösung erreicht werden kann - im Falle des 7T-Scanners können Blöcke mit einer Größe von weniger als 1mm unterschie­den werden.

Neben diesem Vorzug eines stärkeren Magnetfeldes im MRT lernten wir auch mehrere Problemati­ken kennen, die das aus dem Studium gewohnte Bild des einfach universell verwendbaren Hilfsmittels an die Realität anpassten. So sind bei höherer Feldstärke Interferenzeffekte zu beobachten, die bei den „handelsüblichen“ Feldstärken nicht auftreten. Gesundheitliche Risiken bei dieser Belas­tung sind noch nicht abschließend erforscht. Außerdem wurde bei der Führung klar, welcher techni­sche Aufwand (Abschirmung, Kühlung, aufwändige Verstärkertechnik) zum Betrieb eines MRT-Gerätes notwendig ist.

Vortrag und Besichtigung MEG - Außenstelle Bennewitz

Auch die letzte Station der Exkursion, das MEG-Labor in der MPI-Außenstelle Bennewitz, war besonders in Bezug auf die verschiedenen Problematiken beim Betrieb moderner Medizintechnik lehr­reich. Wir erfuhren bald, dass bereits die Wahl des Standortes der Reduktion von äußeren Störein­flüssen diente. Diese ausreichend zu beseitigen gestaltet sich wesentlich schwieriger als die Durch­führung der eigentlichen Messung, da die am Gehirn messbaren Signale so schwach sind, dass selbst weit entfernte Quellen (z.B. Zug-Oberleitungen) ein Problem darstellen.

Außer der Wahl eines von Stadtzentren entfernten Standortes wurde daher zusätzlich eine Abschir­mung um den Versuchsraum errichtet und es werden durch verschiedene spezielle Geräte (z.B. opti­sche Schalter mit Lichtwellenleitern) Störeinflüsse aus dem Versuchsraum reduziert. In den im Gerät verbauten Sensoren werden ebenfalls Maßnahmen zur Auslöschung von Störsignalen angewen­det; so werden etwa planare Gradiometer mit zwei gegensinnigen Spulen zur Messung der magneti­schen Felder verwendet. Durch die Nähe zum Kopf des Probanden können damit Unterschiede in den vom Gehirn stammenden Magnetfeldern festgestellt werden, während von außen kommende Störsignale gleichermaßen auf beide Spulen treffen und so durch deren Gegensinnigkeit ausgelöscht werden.

Abschließend zur Besichtigung des MEG-Labores wurden einige Fragen zum Betriebsablauf des Labores und zur Verwendung und Wartung der Geräte gestellt. Hierbei wurde klar, dass die Kom­plexität längst das Niveau überstiegen hat, auf dem sich ein typischer Anwender bewegt. Forscher und Techniker sind hier also eindeutig verschiedene Personen(gruppen), nur einfachste Wartungsar­beiten können von den Mitarbeitern des Labores selbst durchgeführt werden. Diese Erkenntnis wirft ein weiteres Mal die Frage auf, welche Berufsfelder Studenten der Sensorik und kognitiven Psycho­logie außerhalb der Forschung tatsächlich offenstehen - wenn selbst das Wissen im Hauptfach ausgebildeter Ingenieure gerade zur Bedienung und zum Verständnis moderner Messgeräte ausreicht.

Insgesamt hat uns die Exkursion vor allem einen interessanten Einblick in die tatsächliche Anwen­dung von MRT und MEG und in den realen Forschungsalltag gegeben. Während das bisher vermittelte Wissen durchaus ausreichte, um den Inhalten der Vorträge zu folgen, zeigte sich schnell, dass in der Praxis auch ganz andere Themen und Probleme eine Rolle spielen. Weitere Einblicke in Anwendungsbereiche außerhalb der Universität sind daher stark zu empfehlen.

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Packlisten-Update nach Interrail

Meine Packliste enthält eigentlich bei jeder Reise absolut alles, woran ich so denken muss. Mit der Interrail-Tour, die ich diesen Sommer unternahm, fielen mir aber doch noch ein paar Dinge auf. Daher habe ich folgendes hinzugefügt:

Kaffeebecher
Manchmal muss man eben früh raus und dann möchte man ja nicht bloß, weil das Bett im Hostel mies war, Plastikmüll erzeugen. Außerdem taugen Kaffeebecher natürlich genauso gut für den Konsum jeglicher anderen Getränke.
Spültuch
Geschirr möchte abgewaschen werden und Spültücher wiegen nichts, verbrauchen nahezu keinen Platz, passen in jede Ritze und man muss dann nicht das richtige Handtuch opfern, um den Siff vom Geschirr runter zu kriegen, wenn mal nur Wasser zur Verfügung steht und sonst nichts. Was übrigens in Hostels selten, in Hotels dafür aber sehr oft der Fall ist.
Salz
Klingt verrückt, aber man will ja nicht an jeder Station wieder ein Pfund Salz kaufen, wenn man selber kocht.
Schirm
Auch im Sommer regnet es mal und in manchen Ländern ist es für eine Jacke dann aber zu warm. Wer trotzdem nicht nass werden will, braucht einen Schirm.
Seil / Wäscheleine
Ein Stück Seil habe ich eigentlich eh immer dabei, aber es stand noch nicht auf der Liste. Ich habe noch keine richtig gute Lösung dafür, denn richtige Wäscheleinenschnur ist teuer und schwer. Wäsche aufhängen zu können ist aber durchaus hilfreich - nicht jedes Hostel hat dafür vernünftige Möglichkeiten und auch bei AirBnb gibt es manchmal eine Waschmaschine, aber keine Trockengelegenheit.
Bluetooth-Box
Ja, ok, Dekadenz, aber... Musik ist toll.
Spielkarten
Es gibt so viele gute Kartenspiele, die mit klassischen Spielkarten funktionieren! Und Kartenspiele eignen sich hervorragend, um Leute kennenzulernen. Und sie brauchen wenig Platz - sowohl gepackt im Rucksack als auch unterwegs z.B. im Zug.

Was außerdem bleibt, obwohl ich es schon oft nicht eingepackt habe: Gedruckte Karten, aufgeschriebene Adressen und Telefonnummern. In Osteuropa haben längst nicht alle Züge Strom (naja, auch in Ostbayern schon nicht) und man sollte sich nach wie vor nicht nur auf sein Handy verlassen.

Gute Reise!

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Mein Garten-Abenteuer - Ein Jahr Entwicklung, Teil 1

Ein Jahr ist vergangen, seit ich einen Garten in einer Kleingartenanlage übernommen habe. Anfangs war es mehr ein Dschungel als alles andere - aber auch nachdem sich das geändert hatte, hat sich noch viel getan. Ich habe zahlreiche Beete angelegt, Wildwuchs beseitigt, an vielen Stellen versucht, Struktur reinzubringen. Dabei habe ich natürlich stets Fotos vom Fortschritt gemacht - jedoch war es mir zu langweilig, einfach in regelmäßigen Zeitabständen ein paar Bilder zu zeigen. Stattdessen möchte ich nun in mehreren Blogeinträgen geballt zeigen, wie sich einzelne Abschnitte verändert haben. Wir beginnen mit einem Sektor, den ich "vorne links" getauft habe. Da es viele Bilder gibt, zeigt die Startseite zum Schutz eures Datenvolumens von unterwegs nur das erste Bild - darunter bitte einmal klicken, um den Rest zu sehen. Garten



Einige Fragen zum Lebensstandard

Kürzlich war ich mal wieder auf Reisen und mehr oder weniger zufällig hatte ich eine Reihe meiner Lieblings-T-Shirts mit. Als ich feststellte, dass einige davon inzwischen ziemlich mitgenommen sind, kam mir der Gedanke: Du bräuchtest mal ein paar mehr T-Shirts, damit du die hier nicht so abnutzt.

Halt stopp! Wie sind denn solche Gedanken in meinen Kopf gekommen? Konsum zur Anhäufung von Besitz? Solches Verhalten habe ich doch eigentlich seit Jahren nicht mehr.

Das Beispiel mag nicht das Beste sein, allerdings hat mein Lebensstil in den vergangenen Monaten in der Tat einen leichten Wandel vollzogen. Ich arbeitete von Oktober bis Juni Vollzeit in einer Festanstellung und lebte aber gleichzeitig noch in meiner Studentenwohnung, hatte noch immer kein Auto und auch ansonsten waren meine Ausgaben nach wie vor niedrig. Entsprechend hatte mein dramatisch gestiegenes Einkommen einen gewissen Wohlstand ermöglicht. Damit wurde auch eine Frage, die ich mir seit langem stelle, sehr konkret: Wie vermeidet man es, seinen Lebensstandard so hochzuschrauben, dass man irgendwann trotz überdurchschnittlichem Einkommen gerade so über die Runden kommt - und damit zwangsläufig bei auch nur temporärer Arbeitslosigkeit oder spätestens mit der Rente in ein tiefes Loch fällt?

Der richtige Anfang

Es ist definitiv nicht so, dass ich mir von meinem Geld nichts geleistet hätte: Ein Synthesizer ziert seit einiger Zeit mein Wohnzimmer und mein Garten ist technologisch deutlich aufgerüstet worden. Meine Lebensmittelausgaben sind um ein Drittel gestiegen, weil ich manche Dinge nicht mehr nur im Angebot kaufe und konsequent Bio- und andere hochwertige Produkte kaufe. Einige lang aufgeschobene Wünsche wurden erfüllt. Das ist wichtig, denn gerade nach Jahren studentischer Geldnot will niemand etwas von sparen und schlechten Zeiten hören. Mein Einkommen betrug deutlich mehr als das doppelte meines monatlichen Bedarfs, ich hatte keine Angst vor schlechten Zeiten.

Was ich jedoch vermieden habe, waren Ausgaben, die langfristig Kosten verursachen: Ich kaufte kein Auto und auch sonst nichts, was eine längere (oder irgendeine) Ratenzahlung erfordert. Ich zog nicht in eine größere Wohnung und, um mal ein kleineres Beispiel zu nennen, schloss auch keinen Handyvertrag ab und kaufte keine Spülmaschine - die immerhin die Stromrechnung erhöhen würde. Und warum auch? Mein Leben erforderte all diese Dinge nicht und ich war nicht unzufrieden.

Geld für die richtigen Dinge ausgeben

Wenn man nicht (mehr) jeden Cent umdrehen muss, gibt es eine ganze Reihe von Dingen, in die man investieren kann: * Erfüllung dringenden Bedarfs (z.B. ausreichend Lebensmittel) * Austausch beschädigter Dinge * Austausch unbeschädigter Dinge * Wunscherfüllungen (siehe oben) * verschiedenste andere Neuanschaffungen * Wohnraum * Zeit

Der Zeit widme ich einen eigenen Absatz. Die meisten anderen Dinge dürften leicht verständlich sein: Wer wochenlang von Nudeln mit Ketchup leben musste, wird sich erstmal ein paar anständige Lebensmittel gönnen. Beschädigte Dinge können alles möglich sein - kaputte Schuhe, nicht mehr funktionierende Elektrogeräte, beschädigte Möbel. All diese Dinge können auch einfach aufgrund von Abnutzung oder Alter (trotz gegebener Funktion) ausgetauscht werden oder einfach, weil man sie leid geworden ist. Und letztlich wird es immer etwas geben, was man noch nicht hat - daher der lapidare Punkt "Neuanschaffungen".

Die richtigen Fragen stellen

Zwei Arten von Ausgaben bergen das Risiko von Verschwendung: Impulskäufe (wie meine T-Shirts aus der Einleitung) und überlegte, aber unhinterfragte Käufe. Letztere treten in vielen der oben aufgeführten Kategorien auf. Viele beschädigte Dinge lassen sich beispielsweise reparieren und verursachen dabei wesentlich geringere Kosten, obendrein spart man Ressourcen. Mich erschreckt immer wieder, wie oft Möbel weggeworfen werden. Viele Möbel lassen sich leicht reparieren, wenn sie beschädigt wurden. Braucht man sie nicht mehr, sollte verkaufen oder verschenken bevorzugt werden. Und liegt es an der Optik, sollte man sich einmal ehrlich fragen: Ist es so wichtig, dass jeder Raum meiner Wohnung perfekt optisch abgestimmt ist? Wie lange halte ich mich wirklich darin auf und wieso bedeutet es mir so viel, dass alles zueinander passt? Will ich vielleicht eigentlich bloß anderen gefallen? Diese Fragen lassen sich leicht auch auf andere Bereiche übertragen.

Neben Fragen der Notwendigkeit sind Folgekosten ein wichtiger Aspekt. Das häufigste Beispiel dürfte hier die Anschaffung eines Autos sein, die sowohl einen Kredit erfordern kann als auch definitiv erhebliche neue laufende Kosten mit sich bringt. Diese wie auch alle anderen großen Anschaffungen sollten daher deutlich gründlicher hinterfragt werden als die neue Spielekonsole. Weitere weniger offensichtliche Aspekte können sein: Reduziert diese Anschaffung vielleicht sogar Kosten und ist deswegen gerechtfertigt (energiesparender neuer Kühlschrank)? Welchen anderen dauerhaften Nutzen habe ich davon? Und: Wie oft war ich eigentlich diesen Monat schon shoppen? Auch, wenn man keine Folgekosten verursacht, kann es zur Gewohnheit werden, einfach immer alles zu kaufen, womit man dann nicht durch Kredite, sondern durch das eigene Verhalten in Schwierigkeiten gerät, sollte das Einkommen einmal wieder sinken.

Zeit

Ein häufiges Argument für teure Anschaffungen ist: Ich spare dadurch Zeit. Das kann im Kleinen die Spülmaschine sein oder im Großen das Auto. Ich habe selbst eine ganze Zeit lang Selbstoptimierung betrieben - ich wollte von Anfang an keine Vollzeitstelle, aber meine Chefs hatten dafür wenig Verständnis und vertraten die Einstellung, man könnte das schon alles schaffen, was ich so mache, auch neben dem Beruf. Solche Aussagen bekam ich von vielen Seiten zu hören. Und natürlich kann man eine Menge optimieren und Zeit einsparen. Dabei geraten aber zwei Dinge in Vergessenheit: Manche Dinge möchte ich einfach nicht aus Zeitgründen aus meinem Leben streichen. Außerdem ist der Mensch gar nicht in der Lage, immer nur Aktion an Aktion an Aktion zu reihen. Pausen und "verschwendete" Zeit sind notwendig. Vielleicht möchte ich also mal ein Buch zuhause auf der Couch lesen und es nicht als Hörbuch auf dem Weg zur Arbeit hören. Und vielleicht entspannt mich das Spülen von Hand.

Ich finde im Gegenteil sogar den umgekehrten Weg erstrebenswert: Statt Geld zu investieren, um Zeit zu sparen, verzichte ich lieber auf Geld, um mehr Zeit zu haben. Aktuell arbeite ich gar nicht, zukünftig werde ich weniger als 30 Stunden pro Woche arbeiten, um meine freie Zeit nicht mehr so extrem optimieren zu müssen. Ich will schlichtweg nicht, dass mein Beruf mein Privatleben bestimmt.

Raum

Egal ob teure oder günstige Stadt, selbst hier in Chemnitz ist die Miete jeden Monat meine größte Ausgabe. Ich lebe zurzeit auf 48 Quadratmetern und wenn ich ehrlich bin, nutze ich die Hälfte der Fläche die meiste Zeit nicht. Trotzdem hätte ich manchmal sogar gerne mehr Platz. Wenn Freunde zu Besuch kommen, muss ich das Keyboard abbauen, so richtig gemütlich von der Couch aus zocken kann man hier auch nicht. Beim Handwerken ist alles voller Dreck. Aber ist das eine Rechtfertigung? Das Keyboard abzubauen ist eigentlich kein Aufwand und dann passen hier immerhin 12 Menschen rein. Werden es mal deutlich mehr, kann ich auch woanders eine Location anmieten. Im Sommer habe ich auch noch meinen Garten - dort kann ich auch sägen und hobeln wie es mir passt. Was das Zocken angeht, hilft vielleicht eine ausfahrbare Leinwand an der Decke. Und sowieso sollte ich einfach mal wieder entrümpeln.

Und jetzt?

Ständiges Hinterfragen hilft. Geld ausgeben darf Spaß machen, sollte aber stets auch Sinn ergeben. Hobbys sind sinnstiftend! Spaß ist sinnstiftend! Jeder wird seine persönliche Grenze haben, aber man sollte darüber nachdenken, wo sie liegt. Dann wird sich ein Weg finden, der weder permanente Angst vor der Arbeitslosigkeit noch Kontrollzwang beinhaltet - und der ein bisschen Kopfschütteln erlaubt, wenn sich wieder mal jemand trotz gutem Einkommen überschuldet hat.

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