Plastikverpackungen bei Kaufland

Soeben habe ich eine einfache, nette Mail an Kaufland geschrieben, wo diese Woche wieder mal in Plastik verpackte Möhren im Angebot sind. Möhren in Plastik zu verpacken bringt niemandem etwas - und Fragen kostet nichts. Fasst euch ein Herz und schreibt auch eurem Lieblingssupermarkt, ob sie nicht noch etwas mehr für nachhaltigen Konsum tun können.

Übrigens muss man im Kaufland-Kontaktformular lediglich eine Mailadresse oder eine Telefonnummer angeben, alle weiteren Daten sind freiwillig.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Kaufland steht schon lange für ein breit gefächertes, aber auch überdurchschnittlich nachhaltiges Sortiment. Als junger, umweltbewusster Mensch bin ich darüber natürlich sehr erfreut. Ich bin jedoch auch überzeugt, dass noch mehr Maßnahmen möglich sind. Mit einem konkreten Beispiel möchte ich Sie heute darauf aufmerksam machen.

Ab Donnerstag sind in vielen Kaufland-Filialen Deutsche Möhren im 2kg-Beutel und K-Bio-Möhren im 1kg-Beutel im Angebot. Ich freue mich, dass Sie Möhren aus Deutschland anbieten und dem Kunden auch eine biologisch hergestellte Alternative anbieten. Noch schöner wäre es, wenn diese Produkte nicht in Plastik verpackt wären. Möhren lassen sich auch ohne Verpackung sehr gut lagern. Außerdem sind lose Produkte komfortabel für Kunden, die eine bestimmte Menge eines Produktes benötigen. Nicht zuletzt gibt es einen steigenden Konsens, dass die Herstellung und die Verwendung von Plastik eine erhebliche Belastung für unsere Umwelt darstellen.

Ich möchte Sie daher bitten, bei Ihrer Sortimentsgestaltung auch verstärkt auf umweltfreundliche Verpackungen zu achten - bei Gemüse kann dies auch bedeuten, öfter auf Verpackungen zu verzichten. Stärken Sie das Bild der Nachhaltigkeit von Kaufland - bieten Sie mehr lose Produkte an und weniger verpackte Lebensmittel, wenn es möglich ist.

Vielen Dank und beste Grüße, Christian Gredig



Musik-Neuentdeckungen 02/2018 & 03/2018

Wie jeden Monat stelle ich hier die Lieder vor, die ich neu entdeckt habe - weil ich sie zu schätzen gelernt habe, weil sie nach langer Zeit wieder aufgetaucht sind oder weil sie einfach neu sind. Radio, Konzerte, Festivals und Empfehlungen von Freunden und Bloggern bringen immer wieder frischen Wind in meine Sammlung und die hier ausgewählten Titel, oft auch andere Titel der Band, möchte ich als Empfehlung an euch weitergeben. Aufgrund der schwierigen Lage in Deutschland gibt es meistens keine Links, aber über Google, Spotify & Co findet sich alles.

Badass-Edition! Schrieb ich letztens noch, dass ich nicht mehr fernsehe, hatte ich dann im März die Grippe und vernichtete kurzerhand die dritte Staffel Lucifer. Die folgenden großartigen vier Songs entstammen dem Lucifer-Soundtrack. Ohne den wäre die Serie einfach nur halb so gut.

X Ambassadors - The Devil You Know
Grandiose Lässigkeit mit einem bösen Gitarrenriff.
Jaxson Gamble - Reckless
Schluss mit Lässigkeit. Hier wird von Anfang an gezeigt, wer der Boss ist. Aggressiv verzerrte Backing Vocals, ein Beat, den man nicht ausschlagen kann, und überraschende Schlichtheit.
The Beaches - Give It Up
Indierock mit Punk-Attitude. Produziert von Emily Haines und James Shaw von Metric.
Vision Vision - Ready for the Devil (No Mercy)
Are you?

Abgesehen davon gab es tatsächlich auch eine Menge andere gute Musik, und wie immer lege ich euch alles davon ans Herz, jeder dieser Songs ist es wert, ihn sich mal anzuhören und dem jeweiligen Künstler eine Chance zu geben.

Avec Sans - Perth
Die Franzosen waren immer schon gut in Synthpop, aber zu mir war schon eine Weile nichts durchgedrungen. Spotify ist Schuld, dass ich Avec Sans entdecken durfte. Es ist nicht der beste Synthpop der Welt, aber eine Erfrischung zwischen dem überproduzierten Krempel aus dem Radio.
Dunkelbunt - Cinnamon Girl
Electroswing als Musikrichtung hatte ich schon vor einer Weile mal am Beispiel von Caravan Palace vorgestellt. Wer die zu synthethisch findet, sollte sich mal Dunkelbunt geben. Die verlinkte Wohnzimmer-Version ist besonders großartig.
Von wegen Lisbeth - Wenn du tanzt
Tanzbarer Indie mit gutem Text? Ich habe auch gestaunt.
CHVRCHES - Get Out
Baaaaam. Neue Single zu neuem CHVRCHES-Album. Dieser Sound wird alle Hallen sprengen. CHVRCHES haben es nie besser hinbekommen, klare Texte in fette Synthesizer zu hüllen.
Hildegard von Binge Drinking - Dinger
"Die machen so coole Synthimukke"
Superorganism - Everybody Wants To Be Famous
Superorganism hätten sich keinen besseren Namen geben können. Ein Kollektiv aus Künstlern für Visuals, Videos, Texte und natürlich Musik, deren Produkt so schräg ist, dass ich mir nach wie vor jedes Mal an den Kopf fasse. Man sollte sich dringend mal ein Interview oder einen Unplugged-Auftritt von denen geben, z.B. diesen hier. Es ist selten geworden, dass Musik wirklich Kunst ist, aber hier trifft das auf jeden Fall zu. Und naja... Synthesizer. Immer nice.
MC Hawking - Fear Of A Black Hole (feat. MC Lars & K-Law)
Hip-Hop mit Stephen Hawkings Sprachcomputer und wissenschaftlichem Inhalt? Geht, und ist sogar echt gut gemacht.


Musik-Neuentdeckungen 4/2018

Wie jeden Monat stelle ich hier die Lieder vor, die ich neu entdeckt habe - weil ich sie zu schätzen gelernt habe, weil sie nach langer Zeit wieder aufgetaucht sind oder weil sie einfach neu sind. Radio, Konzerte, Festivals und Empfehlungen von Freunden und Bloggern bringen immer wieder frischen Wind in meine Sammlung und die hier ausgewählten Titel, oft auch andere Titel der Band, möchte ich als Empfehlung an euch weitergeben. Aufgrund der schwierigen Lage in Deutschland gibt es meistens keine Links, aber über Google, Spotify & Co findet sich alles.

Mark Forster - Chöre
Mark Forster ist ja schon länger Thema der deutschen Musikszene, aber irgendwie hatte ich ihn immer mit Rap verbunden. Vielleicht habe ich da was durcheinander gebracht mit OK Kid... jedenfalls schaue ich zurzeit Sing meinen Song und Mark Forster ist der Gastgeber der aktuellen Staffel, so kam ich nicht drumherum einige seiner Songs anzuhören. Und ich kann sagen: Der Mann versteht sein Handwerk. Da wird tief in die ganz große Popmusikkiste gegriffen, richtig dick aufgetragen, aber gerade noch nicht so, dass es kitschig wirkt.
Garland Jeffreys - Matador
Speaking of aktuelle Popmusik, hier ein Song aus den 70ern. Ich kramte in meinen gaaaanz alten CDs und tatsächlich gab es mal eine Phase, in der ich viel 70er-Musik gehört habe. Die ist vorbei, aber dies und jenes kann man sich immer noch geben.
Kate Ryan - Désenchantée
Und ja... dann kam eine Phase, in der ich ganz viel 90er und 2000er gehört habe! Das wird definitiv auch noch ein eigener Blogartikel, wie sich mein Musikgeschmack so verändert hat (oder auch nicht), Kate Ryan jedenfalls war damals ganz groß und machte genau das, woran heute die einen mit einem Lachen, manche mit wirklicher Freude und manche mit Grauen denken, wenn man von der Musik der 90er spricht. Ich empfehle ausdrücklich nicht, ein ganzes Album von ihr anzuhören, obwohl ich diesen breit durchproduzierten Popsong tatsächlich mag.
Blood Red Shoes - God Complex
Sprung nach 2018, Blood Red Shoes haben ein neues Album (quasi) fertig, sind bereits wieder auf Tour und whoooaah, was für ein Sound! Schon vor einiger Zeit wurde bekannt, dass die beiden sich erlaubt haben, einen Bass mit ins Arrangement zu nehmen, aber auch was Laura-Mary hier an Gitarrenkunst auffährt, ist große Klasse. War bei dem letzten Album die Aussage der Band, dass sie nun ihren Wunschsound gefunden hätten, haben sie ihn nun offenbar noch deutlich verfeinert, denn tatsächlich klingen alle bisher veröffentlichten Titel sehr nach Blood Red Shoes im Allgemeinen, aber definitiv deutlich mehr nach den letzten Alben als nach dem aggressiv-rohen Sound der Anfangszeit (und mir wird klar, dass ich Blood Red Shoes schon fast zehn Jahre höre).


Belohne ich mich für Sport oder ist Sport eine Belohnung?

Apropos Sport, ich schrieb ja gerade, dass ich die Boulderlounge in Chemnitz vermissen werde, solange sie wegen des Umzugs geschlossen hat. Tatsächlich ist Bouldern mir mittlerweile eine lieb gewonnene Freizeitbeschäftigung und wäre ich nicht immer drei Tage platt danach (und wäre es nicht so teuer), würde ich sicher öfter hingehen. Bouldern ist vor allem Kraftsport, erfordert aber auch ein gewisses Maß an Technik, um an den Griffen und Tritten Halt zu finden und die entfernteren Griffe zu erreichen. Daher ist jede geschaffte Route ein Erfolgserlebnis und damit ein bisschen Grund zu feiern.

Nun ist genau das etwas, was man in einer Boulderhalle eher nicht findet - die allermeisten Leute dort gehen ihre Sache sehr ruhig an und weder Erfolg noch Misserfolg werden groß zelebriert. Das ist sehr angenehm, und es trägt sicher auch dazu bei, dass der Umgang untereinander meistens respektvoll ist und Anfänger sich gegenüber Könnern nicht eingeschüchtert fühlen müssen.

Vermutlich findet man beim Bouldern auch, wenngleich ich eben schrieb, dass es Kraftsport ist, eher wenige Menschen, die auch ein Fitnessstudio-Abo haben. Abgesehen davon, dass viel Muskelmasse beim Klettern im Allgemeinen nicht so nützlich ist, scheint auch die Motivation dahinter eine ganz andere zu sein. Überhaupt scheint es sehr unterschiedliche Motivationen zu geben, Sport zu treiben, und vielleicht steckt darin eine Erklärung, wieso manche Menschen freiwillig Sport treiben und andere sich dazu zwingen müssen.

Ich gehe zurzeit außer in die Boulderhalle auch noch zum Badminton, früher habe ich auch etliche Jahre Judo gemacht. Alles drei dient ausschließlich meiner Bespaßung in meiner Freizeit; eventuelle Fitness- und Gesundheitsaspekte sind erfreuliche Nebeneffekte. Das ist eine sehr bequeme Situation, denn es sorgt dafür, dass ich mir um meinen Körper im Allgemeinen nicht so viele Gedanken machen muss. Dagegen gibt es sicherlich viele Menschen, die z.B. mit ihrem Gewicht oder ihrer Ausdauer unzufrieden sind und daher beschlossen haben, Sport zu treiben, um etwas daran zu ändern.

Nun gibt es nicht ohne Grund hunderte Apps und Ratgeber, wie man sich überwindet, Sport zu treiben. Offensichtlich machen das viele der Menschen, die es aus einem konkreten Grund tun, nicht gerne. Nur: Warum? Bei der Kondition lassen sich z.B. recht schnell sichtbare Fortschritte erzielen. Es sollte also eigentlich motivierend sein, zu sehen, wie man seinem Ziel näher kommt.

Ich sehe da zwei mögliche Probleme: Man kommt dem Ziel aber nicht näher oder das Ziel ist falsch.

Falsche Ziele lassen sich leicht beheben: Hat man sich ein Ziel nicht aus wirklichem inneren Antrieb, sondern z.B. aus gesellschaftlichen Gründen gesetzt, ist natürlich die Motivation deutlich geringer. Dagegen hilft ehrlich zu sich sein und aufhören. Oder auch: Die Sportart wechseln. Die Auswahl an Sportarten, derer sich der eigentlich nicht sportinteressierte Mensch bedient, scheint ernüchternd klein: Laufen, Fitnessstudio, vielleicht noch Schwimmen oder Radfahren. Kein Wunder, dass sich da viele nicht für begeistern können, alleine schon, weil nichts davon von Natur aus eine gesellige Aktivität ist.

Die TU Chemnitz bietet dieses Semester etwa 45 Sportarten als Kurs an. Früher waren es auch schonmal deutlich mehr. Nicht jede davon wird geeignet sein zur Gewichtsreduktion, alleine schon weil sich einige Sportarten mit einem hohen Gewicht gar nicht sinnvoll ausüben lassen (dazu gehört übrigens auch der Laufsport), und nicht jede wird die Ausdauer fördern. Einige aber sicher schon und vor allem: Jeder Sport trägt zur allgemeinen Fitness bei und motiviert zu mehr Aktivität. Bei meinem Judotraining waren in wilder Kombination bestimmt ein Dutzend andere sportliche Aktivitäten, vom Body-Weight-Intervalltraining über Laufen bis hin zu Basketball, zum Aufwärmen dabei. Judo an sich ist vor allem ein technischer Sport mit geringem Kraft- und keinem Ausdaueranteil, aber das erforderliche Rahmenprogramm hat auch meine Ausdauer enorm gefördert.

Selbst wenn dem nicht so ist, wird regelmäßiger Sport, den man gerne macht, dazu führen, dass man sich auch mal zu etwas anderem aufraffen kann, sei es, weil man sich leichter überwindet, oder weil man Menschen kennengelernt hat, mit denen man sich motivieren kann. Beispielsweise ist gelegentliches Radfahren eine großartige Möglichkeit, die allgemeine Kondition und Fitness zu verbessern. Nicht in großen Schritten und mit riesigen Effekten, dafür aber mit wenig Aufwand. Wer regelmäßig mit dem Fahrrad zur Arbeit / Uni und zum Supermarkt fährt, wird über die Zeit schneller fahren, längere Strecken zu Fuß laufen können, nicht von jeder Treppe überfordert sein.

Das sind natürlich alles Beispiele aus meiner persönlichen Erfahrung, aber die Grundidee sollte klar sein: Sucht euch etwas, was ihr gerne macht. Es ist okay, wenn ihr euch nach einer Joggingrunde durch den Park mit einem Fernsehabend belohnt, viel besser ist es jedoch, wenn ihr freiwillig das Haus verlasst. Es fühlt sich auch wesentlich besser an. Dabei gilt bei jeder Sportart natürlich trotzdem, sei es nun mit viel oder wenig Motivation: Macht es richtig. Geht in einen Verein oder einen Kurs, informiert euch vernünftig, um Sportverletzungen zu vermeiden. Nicht dass ihr am Ende Motivation findet und dann aus gesundheitlichen Gründen wieder aufhören müsst. ;-)



Umzug & Umzug & Umzug

Die letzten Wochen bei mir waren und sind noch geprägt von Umzügen. Allen voran mein eigener - ich bin mal wieder innerhalb von Chemnitz in eine neue Wohnung gezogen. Es lief diesmal nur so mäßig gut, aber inzwischen erfreue ich mich doch sehr an meiner wirklich schönen neuen Wohnung in ruhiger Lage mit ruhigen Nachbarn. Man muss nicht im Partyviertel wohnen, um auf Partys zu gehen, aber wenn man gerade nicht auf eine Party gehen möchte, ist es schöner, keine vor der Tür zu haben.

Außerdem ist meine Firma umgezogen. Auch dort haben wir nun mehr Platz und schöner sind die neuen Räumlichkeiten auch, allerdings ist das neue Büro ein Zwei-Ebenen-Großraumbüro und das erfordert schon einiges an Disziplin, die wir uns erst antrainieren müssen, damit es nicht ständig nervig laut ist.

Während ich in meiner Wohnung einige Tage zwischen Kartons leben musste, aber immerhin kochen konnte (wenngleich ich kein Internet hatte - dazu später mehr), bekam ich auf Arbeit gar nichts mit vom Umzug, ich hatte frei zu der Zeit und eine Firma übernahm den größten Teil. Dagegen wird der Umzug der Chemnitzer Boulderlounge dafür sorgen, dass ich knapp zwei Wochen nicht bouldern gehen kann. Das ist sehr schade, denn inzwischen bin ich nicht nur angefixt, sondern ausgesprochen motiviert und nicht selten zweimal die Woche in der Halle. Hoffen wir mal, dass sich der Umzug lohnt - die bisherige Halle ist zugegebenermaßen doch zu klein inzwischen.

Immerhin werde ich nicht ohne Sport leben müssen, denn ich habe einen Platz im Uni-Badmintonkurs ergattern können. Das wird mir fehlen, wenn ich im Herbst (planmäßig) endlich fertig bin mit dem Studium - Badminton ist eine Sportart, die man in Chemnitz nicht gut ausüben kann. So sehr ich die Stadt verteidige und so sehr ich tatsächlich gerne hier lebe - das Sportangebot lässt deutlich zu wünschen übrig.

Keinen Umzug gibt es übrigens beim Probenraum. Die Band Helicopters At Twilight gibt es leider nicht mehr und eigentlich wollte ich das zum Anlass nehmen, endlich einen Raum mit Heizung zu suchen, allerdings ist gerade wieder etwas Spirit eingekehrt im Südbahnhof und wir machen Samstag erstmal Frühjahrsputz. Gegenüber ist der Club wieder eröffnet worden und der Südbahnhof hat nach wie vor die Chance, ein Ort der Kultur zu werden, aber das erfordert noch eine Menge Arbeit. Ich bin gespannt - denn prinzipiell ist Chemnitz auch dafür eine gute Stadt, hier geht eine Menge, da die meisten Bereiche noch nicht mit Angeboten übersättigt sind.



Falsche Gedanken beim Nebenjob

Studenten haben nicht immer nur ein geiles, entspanntes Leben, darüber habe ich hier schon oft geschrieben. Viele sind aus finanziellen Gründen nicht in der Lage, ständig zu feiern oder nach der Uni zu chillen. Arbeiten gehen ist angesagt. Nun kann man aber aus zeitlichen Gründen und auch durch gesetzliche Vorschriften längst nicht so viel arbeiten gehen wie ein normaler Vollzeit-Arbeitnehmer, wird aber oft in Betrieben landen, in denen überwiegend Vollzeitkräfte angestellt sind. Aber auch in Betrieben, in denen viele Studenten arbeiten, stößt man oft auf merkwürdige Phänomene.

Das zugrundeliegende Thema, um das es nun gehen wird, ist immer: Studenten und Studentinnen arbeiten nicht regelmäßig, nicht jeden Tag und / oder wenn, dann keine 8 Stunden. Das ist wenig überraschend - nein: Das sollt wenig überraschend sein. Viele Arbeitgeber scheinen das jedoch entweder nur zum eigenen Vorteil zu beachten (sogenannte Minijobs kosten den Arbeitgeber wegen reduzierter Sozialabgaben wesentlich weniger) oder nur den eigenen Nachteil zu sehen (der doofe Student ist schon wieder nicht da).

Das Problem ist: Trotz der fehlenden 40-Stunden-9-to-5-Woche am Arbeitsplatz liegen Studenten eben nicht auf der faulen Haut, wie eingangs beschrieben. Auch Studenten sind froh über Feiertage, an denen sie tatsächlich frei haben (außer, sie arbeiten in einem Betrieb, der auch dann arbeitet), und auch Studenten kriegen Probleme, wenn sie krank sind. Gerüchten zufolge brauchen Studierende sogar manchmal Urlaub. Und das Tolle ist: Der Gesetzgeber hat all das auch vorgesehen und geregelt.

Es interessiert bloß kaum einen Arbeitgeber. Ich hatte schon eine ganze Reihe Nebenjobs, als mir klar wurde, dass ich mein Leben lang auf Urlaub und Lohnfortzahlung bei Krankheit verzichtet hatte, obwohl ich das nicht gemusst hätte. Ich hatte eh nur zwei Tage die Woche gearbeitet - die waren schnell aufgeholt, wenn ich mal krank war, und es tat nicht weh, wenn ich mal eine Woche in die Heimat fuhr und dadurch weniger Geld bekam. Es war sicherlich teilweise Unwissenheit, größtenteils aber System: Studenten haben, aus Sicht quasi aller Arbeitgeber, die ich je hatte, keinen Anspruch auf Geld, außer wenn sie arbeiten.

So hat man mir in Chemnitz mal in einem Betrieb, in dem es notwendig war, mich zu vertreten, als ich krank war, das Geld für den Krankheitstag (trotz Krankenschein) verweigern wollen mit dem Argument: Da müssen wir ja zwei Leute bezahlen, obwohl nur eine gearbeitet hat. Blöd nur, dass das kein Argument ist, sondern illegal. Außerdem ist es in höchstem Maße unsozial. Wenn ich krank bin, habe ich eh schon ein Problem, weil ich Stoff in der Uni verpasse und nicht lernen kann - das kann ich kaum aufholen. Müsste ich auch noch nach der Krankheit mehr arbeiten, um mein monatliches Einkommen zu erhalten, hätte ich erst Recht keine Zeit dafür.

Was noch am Besten funktioniert, ist Urlaubsanspruch. Auch hier wird gerne getrickst, bei Teilzeitbeschäftigungen werden sowohl die Anzahl der Urlaubstage als auch die Anzahl der ausgezahlten Stunden pro Urlaubstag reduziert, was unzulässig ist. Nehme ich zwei Urlaubstage, muss ich dafür so viel Geld bekommen, wie ich an zwei Tagen verdient hätte. Dabei spielt es auch keine Rolle, dass ich mit den zwei Urlaubstagen schon eine Woche frei habe, denn für mich ist das nach wie vor ein Nachteil, ich muss schließlich zusätzlich die Uni schwänzen.

Sowieso wird ständig vergessen, dass Studenten mehr als 40 Stunden die Woche arbeiten - nur eben nicht für ihren Arbeitgeber, sondern unbezahlt für sich selbst an der Uni. Entsprechend wird man auch extrem kritisch beäugt, wenn man mal vorsichtig anspricht, wie das denn mit Lohnzahlung für Feiertage aussieht. Denn auch dafür gibt es eine gesetzliche Regelung, die vorsieht, anteilig Lohn zu zahlen für Feiertage, die in eine Arbeitsvertragslaufzeit fallen. Heißt: Ich habe zwar keinen Anspruch auf einen vollen Arbeitstagslohn, wenn mal einer meiner Arbeitstage auf Ostermontag fällt, jedoch habe ich sehr wohl einen gewissen anteiligen Anspruch, der auch recht leicht zu berechnen ist. Das Prinzip ist nämlich das gleiche wie beim Urlaub: Arbeite ich für meinen Arbeitgeber das ganze Jahr von Januar bis Dezember und das Jahr hat, sagen wir mal, acht Feiertage, die in meinem Betrieb Arbeitstage wären, und ich arbeite 20 Stunden die Woche, dann habe ich das Recht auf Lohn für vier Arbeitstage. Das hat auch gar nichts mit Erbsenzählerei zu tun, es ist einfach nur gerecht, denn auch mit meinen 20 Stunden werde ich sicher mal an einem Feiertag nicht arbeiten, an dem ich eigentlich gearbeitet hätte, und dadurch aber zunächst weniger Lohn bekommen. Feiertage sollen aber der Erholung dienen, daher hat an Feiertagen sogar die Uni geschlossen.

Einfacher hat man es oft mit einem festen Monatsgehalt. Alternativ kann man vertraglich eine feste monatliche Stundenzahl vereinbaren und eine konstante Auszahlung des Lohns für eben diese Stundenzahl. Auf der Basis der monatlichen Stundenzahl werden dann wöchentliche Arbeitszeiten vereinbart und wenn dann mal ein Arbeitstag auf einen Feiertag fällt, wird das einfach nicht weiter beachtet. Das ist nicht sonderlich korrekt, aber einfach und für beide Seiten ein brauchbarer Kompromiss.

Es wird dringend Zeit, dass sich Studenten weniger bieten lassen. Aus Angst um den Job oder aus Harmoniebedürftigkeit oder durch Gedanken wie "ach, passt schon, ich komme ja zurecht" werden Ungerechtigkeiten oft hingenommen. Kein Student hat die Mittel, seinen Boss zu verklagen - aber zumindest mal bis zur Personalabteilung, Chefebene oder was es eben gibt zu gehen und einen ordentlichen, mit Gesetzen begründeten Aufstand zu machen sollte für jeden drin sein. Würden das alle machen, gäbe es nicht nur mehr Geld für den/die Einzelne/n, sondern vielleicht irgendwann auch Aufmerksamkeit bei den Arbeitgebern, dass man das so wie bisher offenbar nicht mehr machen kann.



Meine vier besten Lerntricks für die Uni

Bei meiner langen Studiendauer kann man ja durchaus der Meinung sein, dass ich nix kann oder nicht effizient lerne. Tatsächlich ist es aber so, dass ich in der Zeit einige für mich sehr gut funktionierende Methoden entdeckt habe, die mir das Lernen viel leichter machen.

Karteikarten
Zunächst mal eine Methode für das Lernen an sich. In meinem Studium muss man in der Psychologie viel auswendig lernen und auch in den physikalischen Fächern sollte man gewisse Sachen einfach wissen. Karteikarten funktionieren für mich am Besten, sogar extrem gut, in irrsinniger Geschwindigkeit stopfe ich mein Gehirn mit Wissen voll. Dafür nutze ich Anki, ein Programm, mit dem man Karteikarten erstellen und sich automatisch in psychologisch begründeten Intervallen wieder vorlegen lassen kann, abhängig davon, wie gut man den Inhalt schon konnte.
Mikropausen
Zu Lernmethoden gibt es Millionen Artikel im Internet. Wichtig ist aber auch: Wie bringe ich mich dazu, überhaupt zu lernen, und wie bleibe ich dabei? Was mir hilft, sind ganz viele kleine Pausen während dem Lernen. Es gibt sooo viel zu tun (deswegen ist Prokrastination ja auch so leicht), also gehe ich alle paar Matheaufgaben Wäsche aufhängen, Tee kochen, lüfte das Wohnzimmer durch, bringe den Müll raus oder schreibe eine Einkaufsliste. Wichtig: Keine kognitiv anspruchsvollen Dinge, damit man danach besser wieder in den Stoff kommt bzw. gar nicht erst den Anschluss verliert. Du wirst in der Prüfungsphase immer zum Putzteufel? Super, wie wäre es, wenn du dir nach jeder halben Stunde Lernen erlaubst, ein bisschen was zu putzen? Am Ende des Tages sind Bad und Küche sauber, ein paar Übungsblätter abgearbeitet und deine Selbstdisziplin ist auch noch gestiegen.
Absichtlich etwas übrig lassen
Eine Methode von Reinhard Remfort, Physiker, Autor und Podcaster, der gerade an seiner Doktorarbeit schreibt: Anfangen ist leichter, wenn man mit einer einfachen Kleinigkeit beginnen kann. Also ruhig mal absichtlich etwas übrig lassen am Ende eines Tages, womit man am nächsten Tag anfangen kann. Formelsammlung weiterschreiben, stumpf Folien in Karteikarten abtippen, Formatierung bei der Bachelorarbeit anpassen, nicht verstandene Vokabeln raussuchen. Hat man einmal angefangen, ist das Gehirn bereit, auch richtige Aufgaben zu bewältigen.
Umgebung
Und noch ein Klassiker: Ablenkungen entfernen, Umgebungen separat halten. So wie man zwecks besserem Schlaf das Bett nur zum Schlafen benutzen soll, hilft auch beim Lernen z.B. ein anderer Schreibtisch. Nicht ohne Grund gehen viele zum Lernen in die Bibliothek. In der Prüfungsphase esse ich am Schreibtisch und benutze den Esstisch nur noch zum Lernen. Dort liegen dann zum einen meine Unterlagen immer schon parat, zum anderen hilft es mir auch mich zu fokussieren.

Natürlich ist Anfangen immer noch schwer und nach wie vor verzweifle ich gelegentlich über dem Stoff - aber zumindest methodisch gibt es einfach keine Ausreden mehr, dafür aber ein paar Erfolgserlebnisse. Und mehr habe ich nie verlangt.



Mein Leben 2018

Da mir in letzter Zeit die zum Schreiben nötige innere Ruhe noch mehr fehlt als die Zeit dafür, ist es hier sehr still. Das heißt keineswegs, dass mir das Schreiben keinen Spaß mehr macht, es ist nur einfach nicht immer so wichtig. Schreiben war immer auch ein Teilen von Dingen, für die ich niemand Passendes hatte, dem ich das hätte so erzählen wollen - erfreulicherweise ist das so nicht mehr notwendig. Irgendwann im letzten Jahr beschloss ich, bewusster meine Kontakte und Freundschaften zu pflegen, und es funktioniert sehr gut, das heißt, sich lohnende Freundschaften wurden intensiviert, auf überflüssige Kontakte wird keine Zeit mehr verschwendet. Das ist sehr schön.

Was auch ein Experiment war und erstaunlich gut funktioniert, ist, dass ich nahezu komplett aufgehört habe fernzusehen. Ironischerweise besitze ich ungefähr genauso lange wie ich nicht mehr ferngesehen habe einen Fernseher. Das ist aber eine andere Geschichte. Ich war noch nie ein Filmmensch, aber ich liebe Serien, ich stellte bloß irgendwann fest, dass ich viele Serien bloß aus Gewohnheit schaue und weder ein gutes Gefühl dadurch bekomme noch irgendwas anderes positives daraus ziehe. Es war bloß Zeitverschwendung, und mit der Erkenntnis hörte ich von heute auf morgen auf damit. Von jetzt auf gleich mit etwas aufzuhören ist sowieso die beste Methode.

Es wäre eigentlich mal noch ein Artikel dazu fällig, wie ich mit TEN SING aufgehört habe. Das war schon 2016; 2017 fuhren wir nochmal mit TEN SING RheinRuhr zum Kirchentag und vermutlich tun wir das auch 2019 nochmal, aber im Wesentlichen bin ich raus. Letzte Woche war ich seit langem mal wieder bei einer Show zu Besuch, denn in Sachsen war Sachsenseminar und ich konnte dort viele liebe Menschen mal wieder treffen. An solchen Abenden fehlt mir die Gemeinschaft, fehlt mir das Erlebnis, das mir TEN SING geboten hat, und vor allem fehlen mir auch die Seminare. Ich frage mich: Gibt es etwas für Erwachsene, wo man sich eine bestimmte Zeit lang so sehr gemeinsam auf etwas fokussiert, dass eine irrsinnig enge Gemeinschaft entsteht, ein unvergleichliches Miteinander, und gleichzeitig ein über sich selbst hinaus wachsen? Ich habe so viel gelernt auf den Seminaren, bin so oft über meine eigenen Grenzen gegangen, und es erfüllt mich noch heute mit Stolz, die Erfolge von ebendem bei anderen zu sehen.

Immerhin der Lernaspekt kommt nach wie vor nicht zu kurz. Ich schreibe gerade an meiner Bachelorarbeit, was mir viel Spaß macht, und ich habe seit Herbst einen neuen Job. Die Welt des Programmierens und der Computer hat mich wieder. Erfreulicherweise bin ich diesmal in einer Firma gelandet, in der ich mich wirklich wohlfühle und eben auch eine Menge lerne, so dass ich darüber hinweg sehen kann, dass meine Arbeit im Kontext des gesamten Weltgeschehens völlig unbedeutend und obendrein für Nicht-ITler auch völlig langweilig ist. Praktisch, dass diese Branche vielleicht die einzige ist, in der ich meinen Traum vom Teilzeitjob mit paralleler sinnstiftender Tätigkeit erfüllen kann, ohne am Hungertuch zu nagen.

Überhaupt, Zukunftsgedanken. Ich denke zurzeit viel darüber nach, wie meine Zukunft mittelfristig aussieht, und gelegentlich sogar darüber, was langfristig passieren könnte. Gleichzeitig steht schon sehr bald wieder ein Umzug vor der Tür; meine aktuelle Wohnung lüftet sich selbsttätig, schimmelt trotzdem und meine Nachbarn und der Straßenlärm treiben mich in den Wahnsinn. Crazy Studentenlife ja, null ruhiger Rückzugsort nein danke. Im April ziehe ich in eine völlig dekadente 50m²-Wohnung in einer ruhigen Wohnsiedlung und mein Highlight sind die Außenrolläden. Ich werde alt - meine Steuererklärung habe ich auch schon gemacht.

Vielleicht ist alt werden aber auch ok. Ich baue mal darauf, dass mich weiterhin Menschen umgeben, die meine Leidenschaften teilen, dann kann das alles gar nicht so schlimm werden. Und eine schicke Küche und etwas Ruhe sind nichts verwerfliches - bei den anderen Studenten kommt die große Wohnung auch gut an, schließlich kann man dann bei mir gut feiern.