Alle Artikel zu #gesellschaft


Vermeintliche Kindergeld-Abzocke ist keine

Zahlreiche Artikel verschiedenster Medien befassten sich mit einer Zahl, die das Bundesfinanzministerium veröffentlichte: Es gibt 268.336 Kindergeldempfänger, die nicht in Deutschland leben. Das ist an sich schon unvollständig. Korrekterweise müsste es heißen: Im Juni 2018 zahlte der Bund Kindergeld für 268.336 Kinder, die in der EU oder im europäischen Wirtschaftsraum leben, jedoch außerhalb von Deutschland.

Interessant daran sind offenbar zwei Dinge. Erstens ist diese Zahl größer als Ende 2017, wo sie bereits größer war als 2016. Zweitens hat offenbar der Duisburger Oberbürgermeister die Theorie aufgestellt, dass es Menschen mit krimineller Energie gäbe, die nach Deutschland kämen, um hier das Kindergeld für ihre im Ausland gebliebenen Kinder zu erhalten.

So eine Theorie klingt natürlich dramatisch. Dabei wird zunächst einmal unterschlagen, dass auch die Menschen, auf die der Duisburger Oberbürgermeister sich bezieht, ein gesetzliches Recht auf dieses Kindergeld haben, da sie in Deutschland arbeiten. Das ist logisch, denn sie müssen ja auch eine Wohnung bezahlen - ohne Wohnsitz und Arbeitsplatz in Deutschland gibt es das Kindergeld gar nicht. Diese Menschen zahlen also auch Sozialabgaben und Steuern in Deutschland. Sie sind also schonmal keine Schmarotzer.

Außerdem ist es keineswegs so, dass es eine große Masse von Menschen wäre, die Kindergeld für Kinder im Ausland erhalten. 2016 waren es 2,6% der Gesamtheit der Kindergeldempfänger.

Diskutieren kann man bei dem Thema möglicherweise über die Höhe des Kindergeldes: Steuern und Sozialabgaben richten sich nach der Höhe des Lohns, dadurch ist beides auf deutschem Niveau. Wonach sollte sich die Höhe des Kindergeldes richten, wenn die Kinder sich nicht in Deutschland befinden? Es ist nicht abzustreiten, dass die Lebenshaltungskosten für Kinder in manchen europäischen Ländern niedriger sind als in Deutschland. Wer jedoch auf dieser Basis eine Kürzung des Kindergeldes in manchen Fällen fordert, muss sich auch die Gegenfrage gefallen lassen, wieso dann trotzdem der volle Steuersatz gezahlt werden sollte - denn schließlich wird vom Bund gezahltes Kindergeld von denjenigen finanziert, die in Deutschland Steuern zahlen. Also auch von EU-Bürgern mit Kindern im EU-Ausland.

Quellen: Spiegel, Statistisches Bundesamt


Du möchtest zu diesem Artikel etwas sagen? Gerne! Auf Twitter: reply auf Twitter oder per Mail an blogkommentare [ät] konzertheld.de!



Statement gegen Zweiklassengesellschaft... teilweise.

Statistischer Wohlstand hin oder her, gefühlt haben sich noch nie so viele Menschen über eine Zweiklassengesellschaft in Deutschland beschwert wie im Moment, zumindest nicht zu meinen Lebzeiten. Während größere Aspekte wie ungerechte Bezahlung mancher Berufsfelder oder Lücken im Sozialsystem große Probleme erfordern, für die mir definitiv Kompetenzen fehlen, ärgert mich gelegentlich auch etwas ganz anderes: Es scheint immer noch okay zu sein, sich besser zu fühlen, wenn man mehr Geld hat. Das ist ein Problem, welches durch Verhalten von Individuen ausgelöst wird und dazu kann man schon eher mal was sagen.

Ich schrieb letztens auf Twitter:

Ich diskutiere manchmal mit Menschen über 1. / 2. Klasse im Zug und über Privatpatienten-Privilegien. Werde dann gefragt warum ich gegen beides bin. Ganz einfach: Erkauf dir soviel Besitz wie du willst, aber bei allem, was du und ich teilen, sollte Gleichberechtigung herrschen.

Das fasst es schon sehr gut zusammen. Die meisten Menschen, die ich treffe, die offensichtlich wohlhabender sind als ich, können da vermutlich nicht direkt etwas für. Sie haben Karriere gemacht, sind besser ausgebildet, arbeiten in einem prinzipiell besser bezahlten Beruf oder vielleicht profitieren sie auch einfach von irgendeinem unfairen System. Nichts von alledem ist prinzipiell verwerflich, und dafür, dass es Studenten finanziell im Allgemeinen scheiße geht, können diese Menschen vermutlich auch nichts. Sollen sie also mit ihrem Geld machen, was sie für richtig halten.

Aber.

Ich erwarte keine Almosen von Menschen, die mehr Geld haben als ich, so schlecht geht es mir zum Glück nicht. Ich erwarte aber Respekt. Die ganze Geschichte funktioniert nämlich auch andersherum: Vielleicht hat mein Gegenüber gar nichts dafür tun müssen, mehr Geld zu haben. Vor allem aber ist es nicht meine Schuld, dass ich permanent pleite bin. Es ist großartig, dass Studieren in Deutschland kostenlos ist, trotzdem ist es eine enorme Herausforderung, die trotzdem anfallenden Ausgaben zu bewältigen. Chancen, Reichtum anzuhäufen, bestehen da nahezu nie, und auch alles an Sonderrechten für Studenten beschränkt sich, sofern überhaupt vorhanden, auf die Ermöglichung der reinen Existenz.

Trotzdem muss ich manchmal zum Arzt, und trotzdem will ich natürlich ab und zu meine Freunde sehen, auch wenn die weit weg wohnen. Dabei möchte ich gerne mit dem Zug reisen, damit es nicht absurd langsam oder absurd umweltschädigend ist, und ich würde dabei gerne keine Rückenschmerzen bekommen und auch nicht stehen müssen. Wer also über entsprechend Geld verfügt, darf sich gerne eine Villa bauen und mit einem dicken Auto durch die Gegend fahren, aber wenn wir beide Zug fahren, haben wir das gleiche im Sinn, nämlich bequem von A nach B kommen und uns dabei vielleicht etwas entspannen. Darauf hat keiner von uns beiden ein größeres Anrecht - nicht aufgrund des Geldes.

Ich räume gerne einen Platz nah am Eingang für jemanden, der schlecht laufen kann. Ich bin auch bereit, meinen Platz am Tisch jemandem zu überlassen, der unterwegs arbeiten muss, weil er einen stressigen Job hat. Ich werde allerdings sicher nicht einen beliebigen Platz räumen, weil die Bahn sich gedacht hat, sie müsse ein paar Sitzplätze für gut zahlende Kunden reservieren. Und vor allem finde ich es absurd, in rappelvollen Regionalzügen (und auch weniger vollen Fernzügen) einen Bereich für Erste-Klasse-Kunden freizuhalten, falls sich denn mal ein solcher dorthin verirrt. Das hiesige Zugsystem ist grundlegende Infrastruktur und sollte für jeden gut funktionieren - es ist keine luxuriöse Dienstleistung für Wohlhabende.

Aus ähnlichen Gründen stört mich auch das Privatpatienten-System in der medizinischen Versorgung. Darauf möchte ich nun nicht auch noch eingehen, da es sich doch deutlich komplexer verhält (andere Abrechnungsarten, Personen, die zwangsweise privatversichert sind usw.), jedoch sollte auch hier aus den gleichen Gründen wie oben gelten: Medizinische Versorgung steht jedem zu. Wenn ich das Pech habe, in einer Stadt mit schlechter Arztabdeckung zu leben, oder einen speziellen Facharzt benötige, ist es unfair, wenn meine finanzielle Situation meine Chancen auf eine gute Behandlung noch weiter verschlechtert.

Also... jedem seinen Wohlstand, aber nicht, wenn wir uns dabei in die Quere kommen.


Du möchtest zu diesem Artikel etwas sagen? Gerne! Auf Twitter: reply auf Twitter oder Facebook: kommentiere auf Facebook oder per Mail an blogkommentare [ät] konzertheld.de!



Ein 365 Tage großer Schritt

Ich fühle mich nicht danach, innezuhalten und zurück zu blicken. Jahreswechsel haben bei mir schon länger nur noch die Bedeutung eines weiteren Ereignisses, das mir klar macht, wie schnell alles geht. Ich feiere gerne mit Freunden, bin aber gar nicht erfreut über verbrannte Post wegen Böllern in Briefkästen, den Müll auf der Straße und die irre Umweltverschmutzung. Außerdem ändert sich sowieso nichts. Wer Vorsätze fasst, verwirft sie oft schon bald wieder, und für die meisten anderen ist der 1. Januar sowieso bloß ein Feiertag wie jeder andere.

Meinetwegen könnte das Jahr immer zur Wintersonnenwende enden. Das hätte eine gewisse Dramatik - die erste Jahreshälfte geht es stets bergauf, die Tage werden länger und heller, und dann geht es wieder abwärts, es wird düster und kalt und am Ende sind wir alle froh wenn es vorbei ist und wir die maximale Dunkelheit überstanden haben. Naja, vielleicht doch etwas überzogen.

Mir ist das jedenfalls gerade alles zu krass. Die Rechnungen aus dem Vorjahr sind noch gar nicht alle bezahlt, da kommen schon wieder neue herein. Meine Finanztabelle spiegelt in gewisser Weise auch wieder, was sich alles geändert hat: Die Posten Miete und Lebensmittel sind nahezu exakt gleich geblieben, alles andere ist wild gemischt. Und selbst das ist schon trügerisch, denn mein Probenraum-Mitmieter ist weg gezogen. Idealerweise kann der frei gewordene Platz aber schon bald von meiner sich gründenden Band genutzt werden.

In allen Bereichen ist gerade so viel los, dass ich kaum noch weiß, wo ich anfangen soll. Es ist wieder Zeit, Prioritätenlisten zu erstellen, Aufgaben wochenweise auf die Tage zu verteilen, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren, während man überlegt, was man eigentlich machen muss. Zeit ist das wertvollste Gut, dass wir haben - das hört man gelegentlich von Leuten, die zuviel Geld haben, aber es stimmt genauso, wenn man kein Geld hat.

Nach Zeit verlangen bei mir Vorträge, Protokolle, Klausurvorbereitungen, vier verschiedene Nebenjobs, zwei ehrenamtliche Tätigkeiten, meine Band, meine angefangenen Songtexte, das Schlagzeug, der Sport, dieses Blog, und: meine wunderbaren Freunde. Während sich einige dieser Aspekte gelegentlich unangenehm zu Wort melden und daran erinnern, dass ich ihnen zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt habe (Prüfungsamt, Chef) und andere es mich spüren lassen, wenn ich wieder daran denke (Muskelkater), sind andere geduldig oder gammeln vor sich hin. Das Prinzip "wer am lautesten schreit, ist am Wichtigsten" gilt hier aber nicht.

Meine Prioritätenliste enthält Dinge, bei denen mir eine Frist gesetzt ist, und Dinge, bei denen mir sicherlich bald eine Frist gesetzt wird, wenn ich mich nicht vorher darum kümmere. Was nicht draufsteht: Freunden in Problemsituationen beistehen. Neue Menschen kennen lernen und gute Gespräche haben. Gemeinsam kochen und chillen. Nachts zum Probenraum fahren und Schlagzeug spielen oder um 22 Uhr noch klettern gehen. So wie die Zeit wertvoller ist als Geld, sind diese Dinge wichtiger als bestandene Klausuren oder Erfolg im Job.

Für gute menschliche Kontakte und persönliche Entspannung sollte man sich immer Zeit nehmen. Wenn ich rückblickend auf das Jahr 2015 eines festlegen müsste, wäre es diese Aussage. Eine weitere Liste untermauert das: Meine persönliche Liste der Momente, die mich glücklich gemacht haben. An den allermeisten sind Menschen wesentlich beteiligt, die mir wichtig sind, seien es jene, die ich hier in Sachsen kennenlernte, oder jene, die schon lange mein Leben begleiten. Würden sie fehlen, wäre das durch nichts auszugleichen. Und auch wenn der Druck der anderen nach Aufmerksamkeit schreienden Dinge mich gelegentlich davon abhält, zu schreiben oder die Gitarre in die Hand zu nehmen, werde ich nie denen, die mir wichtig sind, den Rücken kehren, weil meine To Do-Liste überläuft. Das hat sich in der Vergangenheit ausgezahlt, und so wird es auch bleiben, was auch immer dieses Jahr mit sich bringen wird.



Gedanken zur Flüchtlingsthematik

Was heißt Angst um sein Leben haben? Eine der Fragen, die ich mir zurzeit am häufigsten stelle, und auch eine derjenigen, die mich am meisten bewegen, lautet: Wie schlimm muss es dort sein, wo viele Flüchtlinge herkommen, dass sie mit wenig Informationen und keiner Habe aufbrechen in ein Land, das sie nicht kennen, auf einem Weg, auf dem die Überlebenschance möglicherweise kleiner als 50% ist?

Einer der prägendsten Momente in diesem Jahr war für mich meine erste Fahrt von Jerusalem nach Palästina (genauer Ramallah) am dritten Tag meiner zweiwöchigen Israelreise. Es gab dort einen richtigen Grenzübergang - so einen, wie ihn hierzulande viele nicht kennen. Eine Mauer wie zu DDR-Zeiten trennt Palästina von Israel, am Grenzübergang gibt es Stacheldraht, Soldaten mit Maschinengewehren und strenge Kontrollen. Ich wusste, dass mir als Tourist nichts passieren wird, trotzdem war es ein schlimmes Gefühl, mit den Palästinensern in der Schlange vor dem Drehkreuz zu stehen und mich dann hastig dort durch zu quetschen.

Für mich als Deutschen war es vermutlich schon mutig und aus Sicht nicht weniger Menschen sogar lebensmüde, nach Israel zu fliegen. Dabei war die Lage zu der Zeit sehr friedlich - es fühlte sich eigentlich eher wie das sicherste Land der Welt an als wie ein Land im Krieg, nicht zuletzt durch die entspannte Mentalität der Israelis. Von aufheulendem Fliegeralarm lässt man sich dort nicht so leicht abschrecken. Ich habe mich schon nicht nach Hebron getraut, den wohl umkämpftesten konfliktreichsten Ort in Palästina. Andere Backpacker berichteten mir, man würde als Europäer dort hinfahren, weinen, weil es so schlimm ist, und zusehen dass man wieder weg kommt.

Einer meiner neuen Kommilitonen kommt aus Hebron. Er studiert mit mir Biomedizintechnik an der TU Chemnitz. Er lebt seit zwei Jahren in Deutschland, spricht beeindruckend gut unsere Sprache und abgesehen von eben der unterscheidet ihn nichts von den anderen. Fast jeder von uns hat eine interessante Hintergrundgeschichte. An der Uni hat niemand ein Problem mit Einwanderern. Wir haben gerade unsere Flyer für die nächste Mensa-Spielenacht auf Englisch und Arabisch übersetzt und wollen einige in der Uni-Sporthalle verteilen, die zurzeit ein Flüchtlingslager ist.

An anderen Stellen in der Stadt gibt es Widerstand. Bürger blockieren Straßen mit Autos. Eine Gruppe von 200 Flüchtlingen weigert sich, eine weitere Turnhalle zu beziehen, statt direkt auf Wohnungen zu verteilt werden. Kirchengemeinden bieten Hilfe an, nachts werden Scheiben eingeworfen. Chemnitz ist eine politisch recht neutrale Stadt, viele hier sind hilfsbereit, das Rote Kreuz kann sich erlauben, allzu lumpige Kleiderspenden abzulehnen. Einige jedoch sind feindselig und richten direkt großen Schaden an.

Pauschalisierungen helfen niemandem. Es gibt nicht die Deutschen, Sachsen, Chemnitzer, es gibt nicht die Flüchtlinge. Nicht alle fremdenfeindlichen bezeichnen sich als Nazis, aber viele sollten so behandelt werden. Nicht alle Flüchtlinge sind dankbar und brav, die meisten schon. Nicht alle Forderungen, die zurzeit die Runde machen, sind dumm, aber oft sind die Argumente falsch. Wir haben inzwischen alle gesehen, dass die Menge der Asylbewerber zu schnell ansteigt, um sie in einem vernünftigen Rahmen zu bearbeiten. Pauschal alles zu verurteilen, was nicht "wir nehmen sofort jeden auf, der vor der Grenze steht", bringt niemanden weiter, aber es mangelt an Lösungen, wie die Menschenmassen gehandhabt werden können.

Letzte Woche habe ich Imagine Dragons gesehen. Die kommen aus den USA, und sie haben nicht nur spontan einen Song zur Flüchtlingsthematik geschrieben und aufgeführt, sie haben auch ihren ehrlichen Respekt für Deutschland ausgesprochen. Der Einsatz, der hier gezeigt wird, um Menschen in Not zu helfen, sei vorbildlich für die ganze Welt, und die USA sollen sich daran ein Beispiel nehmen.

Das ist ein verdientes Lob. Auf Bundesebene glänzt die Politik nicht gerade mit tollen Ideen und die Frage, wie die Verteilung und Unterbringung von immer neuen Flüchtlingen gelöst werden soll, ist immer noch offen. Dort, wo die Unterkunftsfrage geklärt ist, zeigen sich aber Hilfsbereitschaft und Integrationswille: Sachspenden werden gesammelt und verteilt, Sprachkurse und Dolmetscher organisiert, Freizeitangebote geschaffen um die Menschen auch mal aus den Turnhallen heraus zu bekommen. In der Chemnitzer Studentenszene fallen viele von ihnen gar nicht auf - es sind Menschen, die in Supermärkten einkaufen, auf der Straße nach dem Weg fragen, sich für Fußball und Musik interessieren und Bier trinken. Flüchtlinge tragen kein Schild um den Hals, und wenn wir ihnen keinen Stempel aufdrücken, wird unsere Gesellschaft bloß ein bisschen bunter.



Von wegen genieß deine Jugend

Es ist kein Wunder, dass sich junge Menschen heute immer öfter Jobs verweigern, die Erreichbarkeit nach Feierabend fordern oder bei denen Überstunden normal sind. Wer schon zu Schulzeiten nicht vor 16 Uhr nach Hause kommt und später durch das Studium geprügelt wird mit acht Klausuren in zwei Wochen, hat keinen Unterschied mehr zwischen der "schönen Schulzeit" und dem "harten Arbeitsleben". Mir hat man noch erzählt, ich würde später wehmütig an die Schulzeit zurück denken - schon bei mir stimmt das nicht mehr, und damals gab es G8 noch nicht.

Und während ich damals fröhlich alles schwänzte, worauf ich keine Lust hatte, sobald ich mich selber krank schreiben durfte, stehen die Schüler heute spätestens in der verkürzten Oberstufe so unter Druck, dass sie schon fast freiwillig früh ins Bett gehen, weil einfach keine Energie mehr da ist. Wer es schafft, neben Unterricht und Hausaufgaben mehr als einer Freizeitaktivität nachzugehen, wird bestaunt. Das macht mich traurig - denn Geld verdienen, Familienleben pflegen und den Haushalt schmeißen müssen wir alle früh genug, da sollte zumindest Schülern viel Freiraum bleiben, um ihre Interessen auszuloten.

Bedarf dafür besteht auf jeden Fall - beispielsweise ist die durchschnittliche Zahl der Bundesfreiwilligendienstleistenden pro Monat von 2012 auf 2014 um 25% gestiegen1, was sicher auch auf einen höheren Anteil bei den Schulabsolventen zurückgeht, die vor dem Studium erstmal eine Zeit lang etwas anderes ausprobieren. Studiengänge wie Sensorik und kognitive Psychologie findet man nicht, wenn man unter Druck schnell eine Entscheidung trifft. Für viele in diesem Fach ging eine Bewerbung auf oder sogar ein Studium eines anderen Faches voraus. Erzähle ich, was ich studiere, werde ich oft ungläubig angesehen - die Kombination Physik und Psychologie erscheint kaum jemandem sofort logisch. Dabei ergibt sie sofort Sinn, wenn man mal darüber nachdenkt, auch in der Praxis treffen diese beiden Bereiche heutzutage oft aufeinander.

Aber zur Schulzeit bleibt ja schon nicht genug Zeit für den vorgesehenen Stoff, geschweige denn für interdisziplinäre Betrachtungen oder Praxisbeispiele. Ich hatte zwei Jahre lang Physik-Leistungskurs, fünf Schulstunden die Woche. Genau eine davon hatte Praxisbezug - als wir einen Vertretungslehrer hatten, der ganz entgeistert war, dass niemand im Kurs wusste, wofür wir den elektrischen Schwingkreis lernen. Kein Wunder, dass viele schimpfen, der Schulstoff sei unnötig - das ist er tatsächlich, solange niemand erklärt, was man damit anfangen kann, denn dann vergisst man die Inhalte sowieso wieder und entwickelt auch kein weiteres Interesse mehr daran.

Nicht nur die Hetzerei des Systems G8 ist kontraproduktiv für die Interessenentwicklung und die nachhaltige Vermittlung von Wissen, auch eine Ebene höher läuft einiges schief. Es ist ja prinzipiell niemand gezwungen, sein Abi auf einem Gymnasium zu machen, nichtmal das Abi an sich ist ja ein Muss. An einigen Gesamtschulen2 kann man immer noch oder wieder nach 13 Jahren Abitur machen. Einige Freunde haben ein Fachabi. Viele Realschulen haben einen ausgezeichneten Ruf und der Erfahrung von Schülern dort nach wird dort oft besserer Unterricht angeboten als an den selbst ernannten Elite-Gymnasien. Aber in meiner Elterngeneration und dadurch übertragen auch bei vielen Jugendlichen hat das Fachabi einen wesentlich schlechteren Ruf als das "richtige" Abi, ein Fachhochschulabschluss wird immer noch nicht als gleichwertig angesehen, obwohl drei Jahre Studium mittlerweile an jeder Hochschule zu einem Bachelor führen, und auch für Berufsausbildungen werden Abiturienten lieber genommen als Realschulabsolventen - völliger Blödsinn, denn in fast keiner Berufsausbildung wird auch nur ein Quäntchen Stoff aus der Oberstufe benötigt. Der Mathematikunterricht an der Berufsschule, die ich eine Zeit lang besuchte, befasste sich überwiegend mit Bruchrechnung (lernt man in der sechsten Klasse).

Eltern, Lehrer und die gesamte Gesellschaft müssen dringend aufhören, schon in der Mittelstufe Schüler unter Druck zu setzen. Niemand kann ernsthaft behaupten, ein wiederholtes Schuljahr, ein paar geschwänzte Unterrichtsstunden, ein Auslandsjahr oder ein Semester über der Regelstudienzeit würden irgendwas am Leben nach der Ausbildung ändern. Und die gesellschaftliche Abwertung von Bildungsabschlüssen unter Universitätsniveau führt nicht zu einer besser gebildeten Gesellschaft, sondern zu weniger Möglichkeiten für junge Menschen - ein völlig widersinniger Schritt in einer Zeit, in der kaum jemand noch begreifen kann, wie viele Möglichkeiten es gibt.

--

Foto: eigenes Werk

  1. Quelle: Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben
  2. Die gibt es nicht in allen Bundesländern, u.a. aber in NRW - eine Mischform aus den dortigen drei anderen weiterführenden Schulen, die es durch Kurse auf verschiedenen Niveaus ermöglichen soll, die Entscheidung Haupt-/Realschule oder Gymnasium nicht sofort nach der Grundschule, sondern später zu treffen



Reiferwachsen

Diese Woche erlebte ich einen interessanten Kontrast zwischen zwei verdrehten Welten. Bis Donnerstag war ich beim TEN SING-Sachsenseminar, um endlich mal wieder mehrere Tage am Stück von kreativen, begabten, liebenswerten Menschen umgeben zu sein und mich musikalisch auszutoben. Es war so toll, dass viele weinten, als es zu Ende war. Für diesen Text ist aber vor allem wichtig, dass ich viele Teilnehmer viel zu alt geschätzt habe, weil sie so viel Reife und Stärke zeigten. Weil 15-jährige sich vor einen Chor von 70 Leuten stellten und ein Lied dirigierten. Weil Menschen, die nie vorher einen Bass in der Hand hatten, in fünf Tagen so hart gearbeitet hatten, dass sie am Ende bei der Show die Menge zum Toben brachten.

Dann kam ich nach Hause und wusch meine Wäsche. Auf dem Weg zum Dachboden, wo der Trockenraum ist, traf ich eine Nachbarin, die mir mitteilte, dass ich mir eine eigene Wäscheleine mitnehmen könne, sie hätte alles abgehängt. Oben fand ich meine noch nasse Wäsche abgehängt und zusammengelegt auf einem Tisch vor und tatsächlich gab es die Wäscheleinen nicht mehr, auf denen meine Wäsche vorher gehangen hatte.

Der Hintergrund dazu ist, dass einer der Mieter ständig im Haus geraucht hatte und auch auf meine und die Bitte eines weiteren Nachbarn hin weder davon Abstand nahm noch sich überhaupt ernsthaft dazu äußerte. Wir schrieben also die Verwaltung an, denn das Haus stank, ich habe Asthma und Rauchen im Haus ist laut Hausordnung (aus eben diesen, wie ich finde recht nachvollziehbaren, Gründen) verboten. Die Hausverwaltung kam, verbot das Rauchen persönlich und beanstandete auch gleich einige andere Verstöße besagter Nachbarin. Damit habe ich mich offenbar so unbeliebt gemacht, dass ich nun ihre Wäscheleine nicht mehr benutzen darf.

Es ist nun nicht so, dass ich auf ihre Wäscheleinen angewiesen wäre, ich besitze einen eigenen Wäscheständer, den ich kurzerhand aus der Bodenkammer holte und aufstellte. Auch habe ich kein großes Interesse daran, mit meinen Nachbarn besser auszukommen als nötig. Aber wie kindisch und albern ist denn bitte diese Aktion? Eine erwachsene Frau mit Kindern teilt mir ernsthaft mit, wenn ich im Haus Unruhe stiften würde, müsste ich auch mit Gegenwehr rechnen, und hängt ihre Wäscheleinen ab, die bislang jeder mitnutzen durfte, dem danach war? Mir wird ins Gesicht gesagt, dass man sich von so einem Jungspund nichts sagen lässt? Kein Wunder, dass die Verwaltung unser Haus einen "Kindergarten" nennt.

Bei solchen Geschichten denke ich mir immer, dass das, was unsere Gesellschaft als Erwachsensein definiert, einfach nichts mit dem Alter zu tun hat. Teenagern, die in der Lage sind, Verantwortung für eine große Gruppe zu übernehmen, eine Band zu leiten, Chöre zu dirigieren und abendfüllendes Programm in Alleinregie zu erarbeiten, traut man nicht zu, alleine mit dem Zug quer durchs Land zu fahren oder einen anständigen Job anzunehmen - aber Menschen, die immer noch an Trotzreaktionen hängen und nicht zu normaler Kommunikation fähig sind, setzen Kinder in die Welt, dürfen Auto fahren und Unternehmen leiten?

Viele Altersgrenzen sind eine Mischung aus statistischem Richtwert und Willkür. Reife kommt mit der Zeit, aber sie steckt nicht in der Torte zum achtzehnten Geburtstag. Teenager sind keine unfähigen, verantwortungslosen Nervensägen, die man in möglichst enge Grenzen weisen muss. Schulabsolventen wissen nur selten sofort, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen. Studenten sind keine Sozialschmarotzer, die jeden Tag saufen und die man besser nicht anständig bezahlen sollte. Und unter denen, die all das hinter sich haben, sind immer noch genug, die man besser wie Kinder behandeln sollte. Die Merkwürdigkeit dieser ganzen Alterskiste ist so deutlich, dass es schon aufgeschrieben wie ein einziges Widerspruchsknäuel wirkt. Verrückte Welt, wann erkennst du wohl, wer hier wirklich Größe zeigt?



Müll

Deutschland muss ganz schön verwirrend sein, wenn man aus einem fernen oder auch gar nicht so fernen Land kommt. Schon wenn man vom Land in die Stadt zieht, kann das ein ziemlicher Schock sein; selbst Chemnitz mit seinen etwa 200.000 Einwohnern wirkt mit seinen Straßenschluchten und Plattenbauten einschüchternd auf manche Besucher. Auf meinen Reisen lerne ich viele Menschen kennen, einige davon kommen von anderen Kontinenten, um Europa zu erleben. Aber man muss gar nicht weit weg gehen, um Menschen zu treffen, die unser Land anders sehen.

In meiner Zeit in Dortmund habe ich in der Nordstadt gewohnt, also nördlich vom Bahnhof, einer Gegend, in der kaum jemand deutsche Wurzeln hat. In meinem Haus gab es immer wieder Probleme mit Mülltrennung. Es gab neun Wohnungen, acht bewohnt, eine leerstehend, letzter Mieter unbekannt verschwunden. Nur zwei Bewohner waren in Deutschland geboren, der Rest teilweise vor längerer Zeit, teilweise erst kürzlich zugezogen.

Mülltrennung also. In Dortmund gibt es zu jedem Haus eine Papiertonne, eine gelbe Tonne, in die nur Verpackungen mit grünem Punkt dürfen, eine Biotonne, in die rohe, aber keine gekochten Lebensmittel gehören, sowie Haare und Kehricht, aber keine Pflanzen, und eine Restmülltonne. Glas muss zu Sammelcontainern gebracht werden.

An besagten Sammelcontainern sammelt sich regelmäßig Sperrmüll, Restmüll, Verpackungen, Kartons, Kleidung, eigentlich alles, was man sich vorstellen kann, vielleicht mit Ausnahme von Elektrogeräten. Schon die Tatsache, dass Sammelcontainerplätze keine allgemeinen Müllsammelplätze sind, überfordert selbst einige unserer hier aufgewachsenen Mitbürger, von den oben genannten Feinheiten bei den Mülltonnen ganz zu schweigen. Man muss nicht von besonders weit gekommen sein, um eine Infrastruktur zu kennen, in der es nur "Müll" gibt. Kein Wunder also, dass in unseren vier Mülltonnen stets alles wild durcheinander war.

Woher aber soll man sowas als eingewanderter Deutscher auch wissen? Meine Mietunterlagen enthalten eine Broschüre zu korrektem Lüften zur Schimmelvermeidung, aber keine Informationen zu Mülltrennung. Jetzt in Chemnitz stehen in unserem Hof mehrere Mülltonnen und einige Container, ich habe eine Weile gebraucht, um mir zu merken, welche zu meinem Haus gehören (nicht, dass ich nachvollziehen könnte, warum das wichtig ist). Wenn dann etwas falsch sortiert ist, kommt vielleicht mal ein böser Brief vom Vermieter, der von der Entsorgungsfirma eins drauf gekriegt hat - nicht etwa eine aufklärende Information, dass man in Deutschland Müll sehr genau trennt, ganz zu schweigen von einer Erklärung warum wir das tun.

Deutschland ist in so vielen Punkten so anstrengend, kompliziert, spießig und schwer zu verstehen. Über viele weitere Dinge könnte man ganze Artikel verfassen: Warum regen sich die Menschen auf, wenn im Lidl mal wieder eine bulgarische Großfamilie mit Fünf-Cent-Stücken bezahlt? Warum ist der britische Tourist schockiert, dass eine Zugfahrt von Berlin nach München zum Normalpreis 130€ kostet? Wieso tut sich der Europareisende aus Qatar so schwer damit, ein EU-Rail-Ticket zu kaufen?

Letzterer hat mich besonders beeindruckt. In einem Land, in dem man sich im Sommer am meisten Sorgen darüber macht, ob das eigene Haus wohl hitzeabweisend genug ist, um nicht bei 50°C einfach zu sterben, ist es nicht möglich, verschiedene Transportsysteme mit einer irrsinnigen Anzahl verschiedener Fahrkarten zu verstehen - das gibt es dort einfach nicht. "We have the capital, Doha, that's it", war in etwa seine Aussage. Ich hoffe, er hat der französischen Eisenbahngesellschaft erklären können, was er vor hat, und viele europäische Städte gesehen. Und ich hoffe, dass wir den Menschen, die sich das harte Ziel gesetzt haben, ein deutsches Leben zu führen, mehr Respekt und Verständnis entgegen bringen können.



Bis die Wolken wieder lila sind

Dass wir irgendwann alt werden, dagegen können wir nichts tun. Wir können nur beeinflussen, was wir dann sehen, wenn wir uns umdrehen und zurück blicken. Aber ganz viele andere Menschen möchten auch gerne beeinflussen, womit wir die Zeit bis dahin verbringen. Sie glauben zu wissen, wie wir erfolgreich werden, was wir dafür tun müssen. Wie wir Karriere machen. Sie haben vielleicht selber nie Karriere machen können, aber wir müssen ja nicht auch so enden. Außerdem sind wir ja noch jung und junge Menschen können viel lernen und hart arbeiten. Bis sie kaputt sind. Oder bis sie vielleicht von einem Wagen voller Stahlteile erschlagen wurden, weil ein zugekokster Vorarbeiter die Bremse nicht angezogen hat.

Aber vielleicht möchten wir gar keine Karriere machen. Vielleicht haben wir gar keine Lust, der Vorarbeiter zu sein, dessen Job so stressig ist, dass er mit dem Koksen schon lange nicht mehr aufhören will. Vielleicht sind wir auch viel zu jung, um über so etwas wie Rente nachzudenken oder darüber, wieviele Angestellte uns mit 28 unterstellt sind. Ein paar aus meiner Generation wissen vielleicht genau, was sie wollen, ziehen das straight durch und werden damit glücklich. Vielen geht es nicht so. Viele schmeißen ihr erstes Studium, manche scheitern danach wie ich auch noch mit einer Ausbildung. Überhaupt, scheitern. Was ist das schon? Drei Monate Ausbildung und neun weitere Monate in der Veranstaltungsbranche haben mir eine Menge Erfahrungen gebracht. Der Typ ist damals nicht von den Stahlteilen erschlagen worden, er ist rechtzeitig zur Seite gesprungen und blieb unverletzt, aber ich habe etwas später gekündigt und weiter gesucht.

Hier in Chemnitz an der Uni denken die Studenten nicht, sie müssten Karriere machen oder in 6 Semestern mit dem Studium fertig sein. Einige wollen das, klar, aber die Hörsääle bei den Vorträgen zu Auslandssemestern sind auch rappelvoll. Was wird man damit, fragen mich die Leute, wenn ich sage, dass ich Sensorik und kognitive Psychologie studiere. Wissen wir alle nicht so genau, sage ich dann manchmal. Irgendwas cooles hochbezahltes oder arbeitslos.

Überhaupt ist es nicht so schlimm, mit extrem wenig Geld zu leben. Statt mit dem Auto kann man hier wunderbar Fahrrad fahren - da braucht man auch nur zwei Winterreifen und nicht vier. Und zu den Verwandten in den Westen geht es dann eben mit dem Fernbus. Da trifft man dann vielleicht noch wunderbare Leute, die an der gleichen Uni studieren und ursprünglich aus der gleichen Gegend kommen, aber bisher in den 10.000 anderen untergegangen sind.

Überhaupt sind Menschen doch viel mehr wert als Geld. Letzten Sommer habe ich beim YMCA-Festival in Prag am Backstage-Einlass gearbeitet. Statt dafür bezahlt zu werden, bekam ich Rabatt auf den Teilnahmepreis. Finanziell war es das bisher teuerste Festival, an dem ich teilnahm. Dafür bin ich aber auf dem Hinweg mit einem Nachtzug gefahren, der fast überfallen worden wäre, was ich mit meinem Sitznachbarn verhinderte. Und vor Ort lernte ich viele viele weitere Menschen aus der ganzen Welt kennen - so habe ich nun Kontakte nach Island, Dänemark, Ungarn, in die Niederlande und in die USA. Wofür brauche ich eine große Wohnung, Luxusgüter, einen vollen Kühlschrank? Ich bin sowieso kaum zuhause.

Wenn wir Karriere machen und viel Geld anhäufen, schützt uns das nicht davor, unseren Job irgendwann zu verlieren und doch arbeitslos zu werden. Dann brauchen wir das Geld auf, bis nichts mehr da ist und der Staat uns unterstützt. Dann jammern wir, dass der Staat uns erst gezwungen hat, alles aufzubrauchen, und danach jammern wir darüber, dass er uns ja viel zu wenig gibt.

Hätten wir unsere Zeit statt in profitable Geschäftskontakte lieber in gute Freunde investiert, wären die jetzt für uns da. Unser Konto wäre nicht so voll, aber der Kühlschrank trotzdem nicht leer, und vom Staat würden wir gefühlt auch nicht so wenig bekommen. Wir würden uns vielleicht umorientieren und einen anderen Job finden, für den wir uns nicht überqualifiziert fühlen würden, und weiterleben. Am Wochenende frei haben und im Sommer draußen grillen, bis die Wolken wieder lila sind.

Wenn ich das nächste Mal jemanden jammern höre, der seinen Mercedes nicht volltanken kann, zeige ich ihm meine letzten Kontoauszüge. Er wird weinen. Ich werde glücklich sein.