Kirchentag diskutiert

Im letzten Beitrag zum Kirchentag hatte ich schon die vielen Podiumsdiskussionen und ähnliche Veranstaltungen angesprochen. Tatsächlich gibt es auf jedem Kirchentag ein breites Themenspektrum mit Diskussionspotenzial. Auf dem Messegelände der Veranstaltungsstadt und überall verteilt in Kirchen und anderen öffentlichen Gebäuden finden sich Politiker, Wissenschaftler, Forscher, Wirtschaftler und andere Meinungsvertreter zusammen, um die verschiedensten Themen zu diskutieren.

Ein großes Thema war die Verlässlichkeit der Kirche - die Missbrauchsskandale waren gerade brandaktuell und Margot Käßmann wurde mit Alkohol am Steuer erwischt. Ich hörte von einer öffentlichen Entschuldigung und von Stimmen, die sie ins Amt zurück fordern. Selber war ich aber eher im Bereich Technik & Umwelt unterwegs.

Eine interessante kleine Veranstaltung zum Thema Virtualität ist eine von denen, die ich mir vollständig angesehen habe. Es ging dort darum, was Virtualität überhaupt bedeutet und welche Konsequenzen das hat - Potenzial, z.B. wieder mal auf "Killerspielen" rumzuhacken, dem war aber gar nicht so. Beispiel für virtuelle Handlungen war unter anderen das ganz reale Militär - schließlich werden dort Drohnen eingesetzt, die irgendwo im Kriegsgebiet sind und von weit weg über einen PC gesteuert werden. Hier fehlt der direkte Kontakt zum Geschehen. Das war aber vor der Zeit der PCs nicht anders - Artillerieschützen sehen ihr Ziel auch nicht, auch hier waren und sind Außenposten erforderlich um Erfolg oder Nichterfolg zu vermelden.

Bei Mitmenschen gehen wir davon aus, dass sie wirklich empfinden, bei Computerfiguren nicht - ein wesentliches Merkmal von virtuellen Dingen, das nicht so weit als normal gelten darf, dass man es in den Alltag überträgt und reale Menschen wie virtuelle behandelt. Virtuelle Dinge sind reversibel - reale nicht immer.

Jeden Gedanken und jedes Thema hier auszuführen würde den Rahmen eines Blogbeitrags mit Sicherheit sprengen, daher an dieser Stelle mal ein Sprung und ein kurzer Anriss zu einer weiteren Veranstaltung zum Thema alternative Energieversorgungen - diesmal in einer Messehalle, sehr gut besucht, Vertreter waren u.a. ein Sprecher der RWE und ein energiepolitischer Sprecher des Bundestags.

Es drehte sich immer wieder um Solarenergie. Solarkraftwerke in der Wüste wurden diskutiert und im Endeffekt als übertrieben gewertet, da zu weit weg, zu aufwändig und schlicht nicht nötig, da wir hier über genug Solarenergie verfügen. Ein großes Problem ist wohl die Speicherung - klassische Kraftwerke laufen ständig und versorgen das Netz mit dem benötigten Strom. Solarkraftwerke können nachts nicht laufen und müssen daher die tagsüber gewonnene Energie speichern - das ist aber bisher nur in kleinen Maßstäben möglich. Eine sehr dezentrale Energieversorgung wäre eine Möglichkeit - das würde aber 1. bedeuten, dass die großen Konzerne nicht mehr so leicht ein Atomkraftwerk mit Lizenz zum Gelddrucken bauen können, 2. bedeuten, dass man in viel mehr Gegenden mal eben ein kleines Solarkraftwerk rumstehen hat, oder 3. bedeuten dass viel mehr Gebäude Solartechnik installieren müssen. Interessant beim Thema Solarkraft: Die Zuschüsse zum Bau von Solaranlagen wurden gekürzt, weil die Anlagen inzwischen einen ausreichend hohen Gewinn erzielen. Die taz berichtete im Mai außerdem, dass zwar die Fördermittel zur Vergütung von über Solartechnik eingespeistem Strom gekürzt werden, aber dennoch bereits so viele Anlagen installiert sind, dass die an einem sonnigen Sommertag erzeugbare Leistung (8000MW) mehr als 10% des Bundesbedarfs decken könnte.

Bei den Podien ist es, gerade bei den gut besuchten, recht schwierig selbst mitzudiskutieren. Bei kleineren Veranstaltungen geht das noch, da moderieren die Vortragenden teilweise selbst, aber zumindest in der Messe wird das Publikum immer durch sogenannte "Anwälte des Publikums" vertreten, das heißt, die Zuschauer können ihre Fragen und Gedanken auf Zetteln notieren und nach vorne geben, die "Anwälte" versuchen dann, möglichst viele Fragen an die diskutierenden Gäste zu stellen. Leider ist immer sehr wenig Zeit für eine solche Veranstaltung vorhanden, so dass oft weder die von selbst laufende Diskussionsrunde noch die Fragen des Publikums vollständig abgearbeitet werden können. Es wäre sicher auch möglich, durch Ausweitung der Zeiten solcher Veranstaltungen zwei Wochen Kirchentag anzubieten...

Gelegenheit sich selbst zu informieren, zu unterhalten und zu diskutieren gibt es oft an den einzelnen Messeständen. Ich bin auf dem Kirchentag zum Organspendeausweis gekommen, außerdem sind immer zahlreiche Vertreter ethischer und religiöser Gruppierungen und Verbände sowie sozialer Einrichtungen vertreten, die gerne über ihre Arbeit informieren und Fragen beantworten. Meine Behauptung, zu jedem Aspekt des Kirchentages sei genug vorhanden, sich alleine damit fünf Tage zu beschäftigen, mag gewagt sein - es stimmt aber definitiv, dass man sich alleine auf der Messe die ganze Zeit aufhalten kann.



Blogroll erweitert.



Blog-Update: Andere Statistikmethode

Seit einiger Zeit läuft hier Piwik im Hintergrund, um Statistiken aufzuzeichnen. Irgendwann bei den letzten Updates wurde wohl auch eine Möglichkeit eingeführt, ohne JavaScript zu tracken (oder ich hab's vorher nicht gesehen), diese habe ich soeben umgesetzt. Die Website enthält jetzt keinerlei Zusätze wie JavaScript oder Blindbilder mehr, nur noch PHP-Code. Falls jemandem auffällt, dass die Seite jetzt schneller lädt, würde ich mich über einen entsprechenden Kommentar freuen.



Lanparty im Doppelpack

Hu, kleine Verzögerungen im Blog, diese Woche hatte es in sich, in vielerlei Hinsicht, bei mir wurden vor allem meine Gesundheit und meine Energiereserven gefragt, denn diese Woche hieß es gleich zweimal: PCs aufgebaut, Zocken bis zum Umfallen!

Bei den Leuten, mit denen ich so zocke, ist es irgendwie nicht besonders verbreitet, mehr als zwei Tage zu lanen, aber das hindert niemanden daran, mangels besseren Terminen beide anstehende LANs in eine Woche zu packen. So gab es Dienstag/Mittwoch die obligatorische Party in Beckhausen, wo wir jede Ferien sind, und Freitag/Samstag die erste bei mir zuhause in meiner eigenen Wohnung.

Im Vorfeld gab es eine Diskussion, weil die Lanpartys immer schlechter wurden, wir haben dann gegooglewavet und 100 Kommentare und Ideen gesammelt was verbessert werden müsste, und tada, natürlich wurde davon erstmal quasi nix umgesetzt. Die Stimmung am Dienstag war teilweise echt beschissen, wieder haben diverse Leute ihre Monitorplärrboxen angehabt und/oder Filme geguckt und die Tische standen in der selben sinnlosen Anordnung wie sonst. Immerhin haben wir es aber geschafft, nicht die ganze Zeit Call of Duty 4 zu zocken, es gab sogar eine Runde Empire Earth mit mehr als vier Mitspielern...

Im Endeffekt war es in Beckhausen trotzdem ganz lustig, zumal sich so langsam eine neue Stammrunde bildet, denn auch an der Besetzung der LANs müssen wir arbeiten. D. aka P. war neu dabei und C. haben wir für Freitag direkt mal ausgeladen, um den Anteil an Filmen und Egoshootern zu senken, denn die eindeutige Mehrheit sagte: Filme gehören nicht auf Lanpartys. Ursprünglich wollte ich komplett durchmachen und mich zwischendurch nach hause fahren lassen, bin dann aber doch eingepennt, habe länger geschlafen als geplant und den Rest des Tages gammelnd verbracht.

Freitag war alles etwas anders. Irgendwie habe ich es geschafft in meiner Wohnung mehr als ausreichend Platz zu schaffen und mit den ersten, die kamen, auch die Tische gescheit hinzustellen. Es wurde noch eingekauft, aufgebaut und ein paar Spiele installiert, gegen 15:00 (geplanter Beginn 13:00) haben wir dann glaube ich sogar schon das erste Spiel gezockt - und es war nicht Call of Duty 4. Überhaupt hatte CoD einen noch geringeren Anteil als in Beckhausen, wobei der Anteil in Beckhausen auch deshalb so gering war, weil teilweise einfach gar nicht gespielt wurde. Gestern und heute kamen dann außerdem noch Empire Earth, Command & Conquer Generals Zero Hour und Warcraft 3 in 197 Variationen zum Einsatz. Herr der Ringe Schlacht um Mittelerde 2 hat leider wie üblich nicht funktioniert1.

Sehr gut gelaufen ist bei beiden LANs die Versorgung mit Lebensmitteln. Wir haben in Beckhausen Pizza bestellt, bei mir haben teilweise Leute sich was vom Imbiss geholt, teilweise haben wir Tiefkühlzeug im Ofen gemacht, Getränke wurden beide Male selbst mitgebracht, das war gut so. Vereinfachend wirkte dabei, dass bei mir drei Supermärkte, vier Schnellimbisse und zwei Bäcker im Umkreis von fünf Fußminuten sind.

Sehr gut waren auch die beiden großen Empire Earth-Spiele. Das Spiel ist zwar schon neun Jahre alt, aber nach wie vor faszinierend. Meiner Meinung nach das beste lanpartytaugliche Spiel was wir kennen. Läuft selbst bei voller Spielerzahl noch flüssig selbst auf sehr alten PCs und langsamem Netzwerk, hat ein irres Spektrum von Zeitaltern, so dass viele Spielarten möglich sind, und ist bei Bedarf noch erweiterbar durch den mitgelieferten Karteneditor. Man kann sogar speichern... doof ist nur, dass Windows Vista anscheinend Probleme damit hat, bei den beiden Vista-Nutzern auf unseren LANs funktioniert es nicht richtig (Grafikfehler).

Gut war die Stimmung am Freitag/Samstag. Es war deutlich ruhiger als Dienstag und irgendwie entspannter, auch wenn ich anfangs teilweise die Krise gekriegt habe, als sechs Leute meine Wohnung stürmten. Hat aber dann doch alles gut geklappt. Am Anfang flog einmal der FI-Schalter raus, aber mit ein paar lustigen Konstruktionen mit hängenden Steckdosen über dem Herd und Kühlschrankstromabzweigungen haben wir die PCs dann erfolgreich auf meine vier zur Verfügung stehenden Sicherungen verteilt2.

Zocken war dann bis heute morgen um 9, außer D., der fahren musste, hat vor 11 keiner geschlafen. Dann war Feierabend - 22 Stunden am Stück haben auch wirklich gereicht. Ein Lob an alle, die da waren: Ich habe vorhin kaum aufräumen müssen, die Müllmenge hält sich in sehr engen Grenzen und befindet sich größtenteils im Mülleimer. Danke!

Mir hat's Spaß gemacht - kann man in dieser Form wiederholen. Es ist gut, mal wieder zu den Strategiespielen zurück zu gehen, wie es vor einigen Jahren noch üblich war. Vieles hat sich geändert, viele Leute, mit denen ich damals gezockt habe, sind nun nicht mehr dabei, zu einigen habe ich sogar keinen Kontakt mehr, dafür weiß ich bei manchen "neuen" schon nicht mehr wo oder wie ich sie kennen gelernt habe - alles ändert sich, und wir machen kräftig mit.

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1 Total logisch, da es die gleiche Engine hat wie C&C, was funktioniert hat. EA Games halt. Bekannte Bugs inzwischen (Auftreten zufällig nach Laune der Engine): Spiel verliert einfach die Synchronisation, beim Bau des dritten Bauarbeiters explodieren alle Gebäude und man hat verloren, beim ersten Angriff auf die eigenen Einheiten verliert man sofort.

2 Eigentlich sind es fünf, aber eine ist für die Heizung. Memo: Nächstes Mal mehr Steckdosen und Verlängerungskabel da haben.



Kirchentag macht nachdenklich

Nochmal für's Gedächtnis: Kirchentag war dieses Jahr vom 12.-16. Mai in München. Zuletzt hatte ich berichtet, wieviel Spaß man dort haben kann - man kann aber natürlich auch eine Menge nachdenken und diskutieren. Mein Schwerpunkt lag beim Spaß - aber ein paar Beispiele möchte ich dennoch nennen.

Sehr im Kopf geblieben ist mir zum Beispiel die Erzählung eines KZ-Überlebenden. An einem der Messestände waren einige Papphocker aufgebaut, ein ehemaliger Gefangener von Dachau erzählte dort mehrere Stunden von seiner Gefangenschaft, wie er dort rausgeholt wurde von einer Kinderhilfsorganisation und wie sein Leben danach weiterging. Total spannend, auch, wenn ich (wie die meisten anderen) nicht die ganze Zeit dort war. Auch, wenn man dem Herrn nicht ansehen würde, dass er mal in einem Konzentrationslager gefangen war, hat er dort Dinge erlebt, die man sich nicht vorstellen kann, wenn man nur hört, dass da mal ein paar Menschen gefangen genommen und viele umgebracht wurden.

Der Kirchentag dieses Jahr war ein ökumenischer, der zweite erst, wenn ich mich richtig erinnere, war der erste 2005 in Berlin. Entsprechend gab es mehr Veranstaltungen als sonst zum Thema Ökumene - die größte davon dürfte die orthodoxe Brotvesper gewesen sein. Überhaupt wurde über die fünf Tage sehr klar, dass das Abendmahl einer der größten - und einer der wenigen überhaupt interessanten - Punkte ist, warum es bei den großen Kirchen noch evangelisch und katholisch gibt. Bei den beiden großen Gottesdiensten an Anfang und Ende des Kirchentages wurde auch kein Abendmahl ausgeteilt - die Katholiken hatten aber wohl vorher eine eigene Eucharistiefeier.

Der dritte Punkt, den ich hier mal beispielhaft nennen möchte, weil ich auch selbst dabei war, ist nicht ganz so tiefgründig, aber nicht weniger interessant. Im Zentrum Jugend gab es einen Stand der Aktion "wis(c)hMUT gegen Bildungsarmut, unfaire Arbeit, Jugendarmut"1 - der ist mir gerade wieder in Erinnerung gerufen worden, als ich Farbreste entfernt habe, denn von diesem Stand habe ich einen Putzlappen mitgebracht. Putzlappen? Hier ging es um Dinge, die einen erwarten, wenn man nicht mehr zur Schule geht und evtl. arbeitslos ist - mit etlichen Möglichkeiten zum Ausprobieren und Üben. Bügeln war unter anderem angesagt, Geschicklichkeitstests wie sie in Bewerbungstests2 vorkommen könnten und Formulare vom Arbeitsamt. Kann man sich drauf einlassen oder nicht, das Positive an diesem Stand war, dass eben genau das möglich war - einfach hingehen und ausprobieren und dann bleiben oder wieder gehen.

Wer auf den Kirchentag fahren möchte, um zum Nachdenken angeregt zu werden, sollte sich auf jeden Fall die verschiedenen Zentren ansehen (so wie hier eben das Zentrum Jugend) und im Programmheft die Podien studieren, die Auswahl ist groß und das Themenspektrum breit.

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1 Eine Aktion von: Kolpingjugend, Christliche Arbeiterjugend e.V. und arbeit-für-alle e.V.

2 Wie war noch gleich dieses tolle neue englische Wort? Assessment Center? Scheint so, die Rechtschreibprüfung akzeptiert es.



Kirchentag als Party

Wenn man mich fragt, was Kirchentag ausmacht, nenne ich immer zuerst die unbeschreiblich gute Stimmung unter den anwesenden Menschen, die einfach alle gut drauf und zu jedem nett sind. Da das etwas schwer fassbar ist, kommen danach dann: Ten Sing, Pfadfinder, Kirchentagsschals und Papphocker. Alle vier sind wesentlich für den Kirchentag, aber natürlich auf unterschiedliche Art und Weise.

Pfadfinder findet man vor allem als Helfer, zum Beispiel an den Stellen wo Kirchentagszeitungen verteilt werden oder als Verkäufer der Schals, die dafür sorgen, dass man jeden Besucher sofort als solchen erkennt. Es ist einfach genial, wenn man irgendwo mitten in der großen Veranstaltungsstadt ist und irgendwo Leute mit bunten Schals entdeckt. Außerdem wird damit das gut funktionierende Prinzip "im Zweifel folge der Masse" unterstützt.

Ten Sing sind wesentlich für meine persönliche Schwerpunktbildung auf den bisherigen Kirchentagen. Ich schrieb im einleitenden Artikel, man könne jeden Aspekt, dem ich einen eigenen Artikel widme, zum Schwerpunkt des eigenen Kirchentagsbesuches machen - bei diesem Artikel geht es darum, auf dem Kirchentag möglichst viel Spaß zu haben. Sehr einfach geht das, wenn man sich von einer der zahlreichen Ten Sing-Gruppen anstecken lässt - ich habe noch nie zuvor und nie wieder danach so begeisterte Jugendliche gesehen wie bei Ten Sing.

Aus den über Deutschland verstreuten Gruppen werden für jeden Kirchentag mehrere Streetteams zusammengestellt, die aus größeren Regionen die besten Leute sammeln, um ein spezielles Kirchentagsprogramm zu proben. Diese Streetteams ziehen dann über den Kirchentag und treten zum Beispiel in U-Bahn-Stationen oder auf der Messe auf (ich berichtete bereits letztes Jahr). Außerdem gibt es von jedem Streetteam1 ein eigenes Konzert und eine geniale Abschlussveranstaltung im Treffpunkt Ten Sing (in München war das das Backstage), bei der alle Streetteams auftreten. Das Programm dieses Jahr sah ungefähr so aus:

Ten Sing Sleeping in my car, Freak out, Von hier an blind, "nicht mehr / stillstehn / ich muss weitergehn", In the name of..., Ich komm an dir nicht weiter, Amazing Grace + ? + HP Puppet Pals Cover
Ausdruckstanz (!!! ewig in ToDo jetzt auf ÖKT)
Ups. Da hab ich wohl den Artikel nicht ordentlich fertig geschrieben... egal, es gibt das Abschlusskonzert auf DVD, via Youtube bestellbar.

Ein Highlight, womit auch der Kirchentag selber wirbt, sind die großen Open-Air-Konzerte, von denen jeden Abend mindestens eins stattfindet. Dieses Jahr waren das natürlich wie immer die Wise Guys, außerdem Christina Stürmer und Nena. Außerdem waren z.B. Fools Garden und Eileen Q mit eigenen Konzerten da sowie als Vorbands u.a. Just Gospel, Class P. Jambor und Jasper. Sehr cool fand ich auch die BR3-Moderatorenband, die vor Christina Stürmer aufgetreten ist und etliche Dauerhits gespielt hat (z.B. Highway to Hell, Narcotic).

Alleine mit Konzerten kann man sich schon die ganzen fünf Tage verbreiten, zumindest dann, wenn man entweder das Programm gründlich durchsucht oder sich auch eher alternative Musikrichtungen wie schwedische Musik anhören möchte. Die Bandbreite ist da wirklich sehr groß, verschiedene Länder sind mit einheimischer Musik vertreten, Gospel ist da, Mitsingkonzerte werden angeboten und eben auch Popkonzerte wie oben beschrieben - und mit den verschiedenen Ten Sing- und anderen Gruppen meistens auch alle anderen Musikrichtungen. Rock, Metal, HipHop und Jumpstyle sind mir jedenfalls schon begegnet.

Abseits der Musik lohnt es sich, die Augen offen zu halten nach wandernden Aktionen. Im Zentrum Jugend (Olympiapark) war diesmal recht viel los. In der Arena gab es ein riesiges Angebot an klassischen (Brett-)Spielen und draußen waren immer wieder Gruppen unterwegs, die Theaterkurzstücke aufführten, um für Brot für die Welt zu werben. Ich habe verschiedene Aktionen mit Rollstühlen gesichtet (für Leute, die sonst nicht im Rollstuhl sitzen), darunter ein großer Parcours und eine Geisterbahn. Für Freunde alternativer Fortbewegungsmittel gab's einen Bockerl-WOrkshop.

Free Hugs waren diesmal weiter verbreitet, aber (so kam es mir jedenfalls vor) weniger beliebt. Free Hugs ist eine Aktion, deren Ursprung ich nicht kenne, die aber ein ganz simples Konzept hat: Bei Großveranstaltungen laufen (junge) Menschen mit Schildern durch die Gegend und bieten freie Umarmungen an - also tatsächlich eben Free Hugs, spontan und einfach so. Meiner Meinung nach eine coole Aktion. Möchte man also mal in den Arm genommen werden, sollte das kein Problem sein. Ein schönes Beispiel übrigens für die Offenheit der allermeisten Kirchentagsbesucher - es ist absolut kein Problem, wenn man alleine unterwegs ist, denn wenn man selbst offen auf die Menschen zugeht, wird man sehr schnell welche finden, mit denen man sich versteht und vielleicht die nächste Bahnfahrt, den Rest des Tages oder den gesamten Kirchentag verbringt. Handynummern austauschen dabei nicht vergessen - ich habe die Kürtener Ten Singer, die erst im Treff und später bei Christina Stürmer gerockt haben, am nächsten Tag leider doch nicht mehr getroffen.2

Anhand dieser Auswahl sollte klar werden, dass man auch zum Kirchentag fahren kann, wenn man fünf Tage Spaß haben möchte. Man kann sogar größtenteils ethischen, politischen und religiösen Themen aus dem Weg gehen - allerdings wird man merken, dass das nicht das Ziel des Kirchentag ist, und man sollte sich nicht wundern, wenn Nena während ihrem Konzert spontan verkündet dass sie es total super findet, dass Gott gerade da ist und dafür sorgt dass es ein geiles Konzert ist. hahahah

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  1. Einfach bei Youtube nach "Ten Sing Streetteam" oder "Ten Sing ÖKT 2010" oder "Ten Sing München" suchen. Sehr geil.
  2. Nachtrag 1.6.2011: Dafür war ich dann ja später bei deren Show... hahahah


Bismarcker Rocktage [Ankündigung]

Na super, ein Terminkonflikt, sogar ein dreifacher. Am 6.8. wollte ich nämlich eigentlich, wie angekündigt, zu Liquid Lightning nach Düsseldorf. Jetzt sah ich gerade, dass Tauchsport bei den Bismarcker Rocktagen vorverlegt wurden und jetzt auch am 6.8. auftreten. Ganz abgesehen mal davon, dass Wo sind Helmet in Köln sind an dem Abend, aber die seh ich dieses Jahr eh noch zweimal, da kann ich drauf verzichten. Falls die Daten stimmen, die ich zu den Rocktagen habe, fällt meine Entscheidung wohl zu deren Gunsten, ist nämlich einfacher als Düsseldorf und kostenlos obendrein - außerdem sehe ich Liquid Lightning auch noch beim Open Flair. Trotzdem ärgerlich.

Die Bismarcker Rocktage sind ein kostenloses dreitägiges Festival in Gelsenkirchen mit thematisch ausgerichteten Tagen. Habe gehört, die sollen gut geeignet sein Geheimtipps zu entdecken. Mal schauen, werde mir dann wohl den ganzen Donnerstag reinziehen, Tauchsport will ich auf jeden Fall noch mal sehen.

Wer kleinere Bands kennt oder sich mal anhören möchte: Hier das Lineup.



Mitgebracht vom Kirchentag (reloaded)

Okay, es hat nicht alles geklappt, daher gibt es jetzt alle Berichte zum Kirchentag am Stück in der neuen Form als Event. Tut mir leid dass es so lange gedauert hat, manches hat doch mehr Arbeit erfordert und teilweise hatte ich nicht die Nerven oder die Zeit. Ist ja nicht so dass ich nicht gerne blogge - aber es kostet eben auch Zeit und erfordert Motivation. Letztere war jetzt da und ist hoffentlich noch da, wenn dieser Post veröffentlicht wird, also geht es hier weiter.

Auch wer nichts mit Kirche zu tun hat, sollte mal lesen, wie es auf dem Kirchentag so zugeht. Klar gibt es religiöse Themen und einen Eröffnungs- und Abschlussgottesdienst usw., aber letztlich kommt es doch darauf an, was man selbst unternimmt - und bei einem mehrere hundert Seiten langen Programmheft geht das Spektrum über Ethik, Politik, Gesellschaft, Kultur und eben Religion. Musik gibt es reichlich und in aller Form, Gruppenerleben ohne Grenzen, einzigartige gut gelaunte Menschenmassen und eine wahnsinnig gute Organisation.

An allen Ecken kann man Spaß haben, diskutieren, sich informieren und am Ende sieht das vielleicht so aus:

Mitbringsel vom Kirchentag

Schande über mein Haupt, der Schal ist nicht drauf.