Vielen Dank, Mfg, Dr. Laszlo Szandor!

Vor mittlerweile schon einigen Wochen bin ich wohl das erste Mal an einen waschechten Internetbetrüger geraten. Mein altes Netbook stand bei Ebay Kleinanzeigen zum Verkauf und einige Tage nachdem ich es eingestellt hatte kam eine E-Mail von jemandem, der sich Laszlo nannte, er hätte Interesse und ob die Anzeige noch aktuell.

Auf meine Antwort(en) kam dann erstmal nichts, was drei Tage später mit Spamproblemen erklärt wurde:

Hallo,
Tut mir leid für meine späte Antwort, aber ich habe gerade Ihre Antwort durch ebay in meinem Spam-Ordner gesehen und dort finde ich ihre email nicht...
Bitte schreiben Sie mir von Ihre E-Mail an meine persönliche E-Mail: drls9991@gmail.com
Ich bin immer noch sehr interessiert, und wenn du sie noch kann ich sofort bezahlen.
Vielen Dank!

Inzwischen stand das Westbundseminar vor der Tür, also informierte ich ihn darüber und bat um Anruf, um Versand und Zahlung zu klären. Daraufhin offenbarte er mir mit folgender schon ziemlich seltsamer Mail, dass er in London sitzt:

Ich werde es kaufen, Preis wäre kein Problem , aber ich lebe in London , und Sie müssen es mit DHL oder Fedex schicken,(EXPRESS wenn möglich) ich würde natürlich im Voraus zahlen,(auch für die lieferung).
Es gibt viele Betrüger und Ich möchte die sicherste Zahlungsmethode benutzen: PayPal. Millionen benutzen es jeden Tag online, und solange Sie es senden und eine Tracking-Nummer haben sind wir beide sicher: Ich erhalte mein Paket, und Sie haben Ihr Geld.
Wenn Sie es zu verkaufen möchten bitte schicken Sie mir ihre Paypal email und ihren Preis inkl. Lieferung nach London und PayPal-Gebühren: 4% .
Vielen Dank,

Mfg,
DR.LASZLO SZANDOR !

PS: Ein PayPal-Konto können Sie in 5 min. eröffnen Wenn Sie keinen haben, kostenlos. Und übrigens, da dies ein Privatverkauf ist, brauche ich keine Gewährleistung oder Garantie und keine Rücklauf.

Man beachte, wie sehr er betont, dass für mich alles ganz einfach und toll und ohne Umstände und Risiken ablaufen wird und dass er inzwischen einen Doktortitel hat... aber man ist ja merkwürdige Käufer gewohnt und außerdem hatte ich den Preis erstmal recht hoch angesetzt, also bitte, warum nicht. Ich mailte ihm die Kosten und meinen Paypal-Account. Daraufhin fraß mein Google Mail eine offensichtlich gefälschte, angeblich von Paypal, aber tatsächlich von private-zahlung@mail.com kommende Mail, in der es hieß, ich hätte eine private Zahlung erhalten und würde das Geld gutgeschrieben bekommen sobald die Ware beim Käufer ist. "Dr. Laszlo Szandor" mailte mir ebenfalls nochmal diese Mail mit einigem Blabla drumherum. Auf Paypal nachgesehen: Natürlich keine Zahlung angekommen, eine Funktion "private Zahlung" gibt es nicht und überhaupt, über die Funktion "Zahlung anfordern" erhielt ich die Info, dass der angebliche Käufer überhaupt kein Paypal-Konto hat.

Danach endete die Aktion sehr plötzlich. Ich schrieb noch eine Mail, dass kein Geld angekommen sei, um zu sehen, wie er reagiert; darauf mailte Google mir zurück, dass die Zustellung nicht möglich sei - "account disabled". Nachfolgende Recherchen ergaben dann, dass auch andere nicht auf diese Masche reingefallen waren. Merkwürdige Sache... aber damit ist es vermutlich wie mit Phishing-Mails, bei denen ich mich auch immer frage, wie man auf sowas hereinfallen kann.



Administrative Freigaben und die UAC

Wie oft habe ich seit Windows Vista über die neue Benutzerkontensteuerung geflucht und wie oft habe ich sie deaktiviert, um die dämlichen Nachfragen und merkwürdigen Einschränkungen zu umgehen... von letzteren habe ich gerade wieder eine entdeckt.

Als lokaler Administrator, der man auf seinem heimischen PC ja meistens ist, kann man über das lokale Netzwerk sehr bequem auf Dateien zugreifen, indem man administrative Freigaben verwendet. Das sind die Laufwerksbuchstaben mit einem $ hintendran. So erspare ich mir seit weigen Zeiten, alle Ordner, die ich synchronisiere, einzeln freizugeben.

Seit einiger Zeit hat das nicht mehr funktioniert. Beim Zugriff auf administrative Freigaben wurde plötzlich nach einem Passwort gefragt und selbst bei Eingabe wurde mir der Zugriff verweigert. Den Rechnernamen als Domäne verwenden half auch nix. Was war - ich hatte an dem Rechner, auf den ich zugreifen wollte, mal wieder die UAC an, was dafür sorgt, dass lokalen Administratoren die Rechte an den administrativen Freigaben verweigert werden. Erklär mir da mal jemand den Sinn...

Jedenfalls gibt es einen kleinen Registryhack, der Abhilfe schafft. regedit.exe öffnen und in

HKEY_LOCAL_MACHINE\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Policies\System

einen neuen DWORD-Wert namens LocalAccountTokenFilterPolicy anlegen und diesem den Wert 1 verpassen. Rechner neustarten, danach geht's. Man muss sich allerdings (bei mir) immer noch explizit anmelden, auch wenn Benutzername und Kennwort auf beiden Rechnern identisch sind. Das kann allerdings auch an meinen sonstigen Einstellungen liegen.



Wirres Zeug

Die Tatsache, dass einem merkwürdige Dinge begegnen, wenn man sich viel mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder im Straßenverkehr bewegt, ist nicht neu...

Zum Beispiel der Eurozug aus irgendeinem EU-Ausland am Duisburger Hauptbahnhof, der reichlich Verspätung hatte, was aber für die Reisenden wohl nicht so relevant war - aus dem Zug kam laute Musik und buntes Licht, offensichtlich wurde darin wild gefeiert.

Oder der Rentner, der mit ca. 5 km/h und ohne Blinker in die Einfahrt des Supermarkts einbog - und da dann vollkommen stehen blieb.

Nachts besonders beliebt: Einfach mitten auf der Straße stehen. Da biegt man irgendwo in eine Wohnstraße ein, steht da ein Auto mit laufendem Motor, wahlweise mit oder ohne Licht, mitten auf der Straße. Aber wen stört's, die Polizei tut das ja ab und an auch...

Und dann waren da noch die, die meinem Fahrlehrer als Musterbeispiel dienen könnten. Der hat sich in der Einheit zum Absichern von Unfallstellen ausführlich darüber aufgeregt, dass niemand sein Warndreieck hundert Meter weit trägt, manche Leute ihr Exemplar sogar nur oben auf das Dach stellen. Aber in die falsche Richtung zu laufen, sprich in Fahrtrichtung, muss man erstmal bringen...



Amsterdam

Es ist der 25. Dezember und man sollte meinen es weihnachtet sehr, aber die Feiern sind für mich bereits abgeschlossen und es schneit nicht nur nicht, es ist auch noch herbstlich grau draußen. Eine wunderbare Gelegenheit sich drinnen zu verkriechen und Dinge zu erledigen, die eigentlich Spaß machen, aber auch Zeit kosten.

Reiseberichte zum Beispiel. Anfang April war ich für drei Tage in Amsterdam. Das ist hier vom Ruhrgebiet aus in zwei Stunden zu erreichen und wenn man zeitig bucht, kostet die Zugfahrt nur 19€. Lykke Li trat im Paradiso auf, wo ich immer mal hin wollte, und so hängte ich wie schon letztes Jahr in London noch einen Tag vorne und hinten dran. Der Plan war also: Mit minimalem Budget entspannte drei Tage abseits meines Alltags verbringen, ein tolles Konzert sehen und eine vielversprechende Stadt besuchen.

Das Hostel StayOkay Stadsdoelen (danke an's Hurra-Blog für den Tipp) war dabei eine große Hilfe. Es liegt auf halbem Weg zwischen Bahnhof und Paradiso, so dass ich die beiden Orte schonmal zu Fuß erreichen konnte. Da das Paradiso außerdem in der Nähe des ebenfalls recht bekannten Melkwegs und damit mitten in der Stadt liegt, hieß das, dass ich eine Menge sehen konnte ohne ein Verkehrsmittel zu benutzen.

Sightseeing stand ohnehin nicht auf dem Plan und für die effektiven zweieinhalb Tage hat es auch vollkommen gereicht, einfach die Straßen und Grachten entlang zu laufen und die Stadt, die Menschen und die Häuser anzusehen (und zu fotografieren). Eine Hochschule ist ebenfalls in der Innenstadt gelegen und so hat sich dort auch die Künstlerszene breit gemacht. Außerdem gab es natürlich, wie erwartet, hunderte Geschäfte zu bestaunen - ich habe wohl noch nie eine so umfangreiche Shoppingmeile gesehen. Mal ganz davon abgesehen, dass es in Amsterdam mehr "Diamond Factory"s als Fast Food-Filialen gibt...

Die Entscheidung, sich zu Fuß durch die Stadt zu bewegen, war definitiv eine gute. Von der Anreise mit dem Auto wurde mir ganz abgeraten - ich wüsste auch nicht, wo ich da hätte parken sollen. Straßenbahnen fuhren zwar oft und sogar meist abgetrennt vom normalen Verkehr, aber dennoch nicht schnell und außerdem war es schlichtweg unnötig. Und auch das hier selbst im Vergleich zu Münster viel genutzte Fahrrad hätte mich nicht glücklich gemacht - Fahrradparkplätze1 gab es zwar reichlich, die waren aber genauso voll wie die für Autos. :D

Aber wie gesagt, Sightseeing war nicht angesagt und damit entfiel auch das von-A-nach-B-Gehetze. Im Madame Tussaud's war ich also nicht, dafür konnte ich auf dem Platz davor an einem Straßenkonzert teilnehmen. Sehr sympathisch: Es scheint dort völlig normal zu sein, sich einfach auf den Boden zu setzen und zuzuhören. Bei uns wird man dafür leider merkwürdig angeguckt und bleibt damit meist alleine. In Amsterdam war ordentlich was los. Ebenso auf dem Weg zum Paradiso, wo vorm Burger King gerade ein Gitarrenlehrer seine Künste zum Besten gab und Bob Marley-Songs coverte. Für mich das perfekte Urlaubsfeeling - in der schon warmen Frühlingssonne sitzen, umgeben vom Trubel der Stadt, und Livemusik lauschen. hahahah

Auf großen Plätzen war überhaupt immer was los. Musiker, Künstler, Schauspieler, einmal ist eine ganze Kapoeira-Gruppe aufgetreten und hat sich dort viele Fans gemacht. Und wenn ich von dem Trubel mal genug hatte (oder vom ständigen Verlaufen in den vielen Straßen), konnte ich mich ins Hostel zurück ziehen und dort in Ruhe lesen.

Das Hostel war übrigens recht angenehm und dank nicht-Saisonpreis definitiv angemessen. Das Personal war ausgesprochen freundlich, es gab Schließfächer und Internet (welches ich allerdings nicht benutzt habe), die Betten waren beqeuem, sauber und groß genug, Duschen waren ausreichend vorhanden und in einem vernünftigen Zustand und das Frühstück war sparsam, aber anständig - wurde allerdings trotz der moderaten Zeiten nur von wenigen Besuchern genutzt.

Über das Konzert habe ich ja bereits früher berichtet. Die Location war übrigens genauso wundervoll wie ich mir das vorgestellt hatte und die Mitgliedschaft, die man dort braucht, hat auch keine Probleme verursacht, die gibt es in einer unkomplizierten Ein-Tages-Variante. Also nur unwesentlich verwirrender als unser merkwürdiges Raucherclubsystem. Fotografieren durfte ich dort allerdings leider nicht.

So ist aus diesem Kurztrip letztlich genau das geworden, was ich mir vorgestellt hatte: Eine entspannte Reise in eine wundervolle Stadt, vollkommen frei und stressfrei spontan gestaltet mit einem richtig guten Konzert als Höhepunkt. Sicher nicht mein letzter Besuch dort.

  1. Kein Witz, ich meine damit keine Ansammlung von fünf Fahrradständern, sondern richtige größere Flächen für Fahrräder. Es gab auch massig eigene baulich getrennte Fahrradstraßen!


Ärger mit Amazon

Als Käufer lobe ich Amazon ja immer wieder mal in den Himmel. Aber von Zeit zu Zeit bin ich dort auch Verkäufer, und meistens klappt auch das ziemlich gut. Die Gebühren sind zwar hoch, dafür ist der Einstellaufwand aber quasi null. Es gibt da aber zwei Vorfälle, die mich ziemlich verärgert haben in letzter Zeit.

Da wäre einmal dieses Feld, wo man eine Beschreibung eingeben kann. Das ist für den Kauf prinzipiell nicht relevant - Beispiel: Software X wird in Version 2010 angeboten, ich biete 2009 mit Upgrade auf 2010 an. Der Käufer war damit unzufrieden (ich hatte es wirklich klar angegeben!) und bekam Recht, denn nur die Artikelbeschreibung auf der Hauptseite zählt. Das Bemerkungen-Feld ist also nur für so Dinge wie "Verpackung fehlt" gedacht - soweit okay, muss man wissen und beachten.

Den zweiten Fall finde ich absolut nicht gerechtfertigt. Ein Buch ist auf dem Weg zum Verkäufer verloren gegangen. Meine Erklärung, dass die Sendung nicht versichert oder nachverfolgbar war (von welchem Geld auch), hat ihm nicht gepasst, dass ich eine Sendungsrecherche in Auftrag gegeben habe nicht gereicht - also beantragte er, wie schon der oben beschriebene Käufer, die Amazon A-Z-Garantie. Die ist für den Verkäufer der Horror - meistens läuft es auf Kosten und Ärger hinaus. In diesem Fall urteilte Amazon: Der Käufer hat die Ware nicht erhalten, also Geld zurück. Dass ich daran nicht Schuld bin, ist irrelevant. Schlussfolgerung: Jede Sendung muss versichert/nachverfolgbar verschickt werden. Meine anschließende Beschwerde an Amazon blieb unbeachtet.

Ich frage mich nun: Was hindert also nun einen Käufer daran, eine niedrigpreisige (und daher unversichert versendete) Sendung einfach als nicht erhalten zu deklarieren und sein Geld zurück zu erhalten? Der Verkäufer ist da machtlos. Und: Wieso gewährt Amazon mir einen Vertrauensvorschuss, indem sie mein Geld auszahlen, sobald ich anklicke, dass ich die Ware versandt habe, wenn sie mir im Endeffekt doch nicht glauben, dass ich das getan habe? Für Artikel, wo sich versicherter Paketversand (5,90€ statt z.B. Büchersendung 85 Cent!) nicht lohnt, ist Amazon Marketplace für mich als Verkäufer gestorben. Schade.



52 Songs: Weihnachten

Es geht schwer auf Weihnachten zu, man kann es nicht abstreiten. Hier in meiner Wohnung kriege ich davon aber nix mit - bei den Nachbarn läuft wie immer Hardrock und Metal und Weihnachtsdeko habe ich für mich alleine nicht angeschafft. Der Blick aus dem Fenster verrät, dass es den anderen in der Straße auch nicht wesentlich anders geht. Und wenn ich mir die Innenstädte angucke, ist da auch nichts ruhig und besinnlich.

Keine rechte Weihnachtsstimmung also. Die kommt auch nicht durch die 99te Version von Last Christmas, aber dieses Video und alle anderen aus der Reihe sind eine schöne Sache für einen der ruhigen Abende, die ich momentan öfter habe. Songcover von Little Boots, ganz echt in ihrem Schlafzimmer aufgenommen, als sie noch Zeit dafür hatte. Normalerweise hört sich ihre Musik so an...

Last Christmas - Little Boots Funtimes Video



52 Songs: Parental Advisory

Die heute auslaufende Runde im {52s}-Projekt behandelt das Thema "Parental Advisory" und hat einen meiner Ansicht nach widersprüchlichen Untertitel: "Was Eltern auf die Palme bringt".

Wie auch immer. Da ich mich mit Musik, die elterlicher Aufsicht bedarf (sprich erst ab 18 verkauft werden darf), kaum kenne und nicht höre, kralle ich mir mal den Untertitel. Das ist schon schwer genug, denn ernsthaft aufregen kann man meine Eltern nicht mit Musik, auch wenn sie natürlich meinen Geschmack nicht immer teilen. Im elektronischen Bereich dürften da noch die besten Chancen bestehen, und kombiniert mit jugendlichen Texten zu aus elterlicher Sicht kritisch zu betrachtenden Themen... also nutze ich die Gelegenheit direkt mal, euch einen meiner aktuellen Lieblinge unterzujubeln. Und überhaupt... so eine Palme ist ja auch ganz schön steil.

Deine Jugend - Mama geht jetzt steil



Take some time. II

Einige Dinge, die ein bisschen Zeit kosten, aber es wert sind, gelesen oder angesehen zu werden. Es geht wieder hauptsächlich um Musik, aber gerade Interviews gehören zu den Dingen, für die ich mir selten Zeit nehme (und vor denen ich immer etwas zurück schrecke, weil sie meist englisch und ohne Untertitel sind).