Musik-Neuentdeckungen 3/2014

Wie jeden Monat stelle ich hier die Lieder vor, die ich neu entdeckt habe - weil ich sie zu schätzen gelernt habe, weil sie nach langer Zeit wieder aufgetaucht sind oder weil sie einfach neu sind. Radio, Konzerte, Festivals und Empfehlungen von Freunden und Bloggern bringen immer wieder frischen Wind in meine Sammlung und die hier ausgewählten Titel, oft auch andere Titel der Band, möchte ich als Empfehlung an euch weitergeben. Aufgrund der schwierigen Lage in Deutschland gibt es meistens keine Links, aber über Google, Spotify & Co findet sich alles.

Lykke Li - Love Me Like I'm Not Made Of Stone
Wow. Lykke Li meldet sich mit ihrem dritten Album zurück und nach dem verstörenden Erstling und dem leicht poppigen Indie-Nachfolger ist die erste Single aus "I Never Learn" eine extrem zerbrechliche Ballade. Nicht nebenbei anhören!
Emma Bunton - What I Am
"I'm not aware of too many things but I know what I know if you know what I mean" - errrm. Den Titel darf man getrost als die Trashnummer des Monats betrachten. Eigentlich war ich auch bloß amüsiert, dass die Spice Girls vollständig aus später als Solokünstlerinnen bekannten Sängerinnen bestanden, und im Wiki-Artikel über Emma Bunton stolperte ich dann über "What I Am", was schon seit Ewigkeiten in meiner Musiksammlung rumlungert. Kaum zu glauben, dass der Song schon aus den 80ern ist.
Culcha Candela - Von allein
Alles dreht sich von allein... die eine Zeile, die von diesem Sommerpopsong immer hängen bleibt. Gut, dass es das Internet gibt und man auch anhand weniger Worte meistens herausfindet, was man da gehört hat.
Faithless - Insomnia (Tatort)
In jedem Club und auf jeder Party mit Techno- oder House-Dancefloor wird wohl irgendwann im Laufe der Nacht auch dieser Song laufen, ein Klassiker aus den 90ern. Dass ich ausgerechnet in einem Tatort in einer auf einer Ü40-Party spielenden Szene mal eine Textzeile aufschnappe und so den Titel identifizieren konnte, ist dabei eher ein schräger Zufall...
Linkin Park - Rnw@y
Green Day - Warning
Kann Ihre Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen. Ein uralter Green Day-Song, der schon lange in meiner Sammlung liegt und dem jetzt neue Bedeutung zukommt, weil er sich wunderbar zum Üben eignet, wenn man gerade seine ersten Gitarren-Akkorde lernt. Außerdem war mir nie aufgefallen, wie genial der Text ist - offensichtlich aus der punkigeren Green Day-Zeit stammend, aber ohne nervigen Lärm dabei.
Carmen Cox - Kinda like
Eine neue Künstlerin bei dem von Little Boots gegründeten Label On Repeat und wie zu erwarten bei einem von einer jungen Künstlerin geführten Label kann man sich als ihr Fan ebenfalls den Labelkolleginnen anschließen. Feiner, durchdachter Pop der heutigen Zeit - ein hoher Synthetik-Anteil, ein einzelner Beat, aber ein guter, eine angenehme Stimme darüber.


30 Day Photography Challenge - Low Angle

Personen auf einem mit Mull ausgestreuten Festivalgelände, vom Boden aus fotografiert

Das Thema Perspektivenveränderung hatten wir ja kürzlich schon, diesmal betrachten wir die Welt von weit unten. Die Gedanken sind dabei so ziemlich die gleichen, daher werde ich nicht viele Worte dazu verlieren. Während Josh die Perspektive von unten besonders für Architektur verwendet, finde ich diesen Blickwinkel auch für Personen und in der Natur sehr interessant. Gerade bei Konzerten kommt es immer wieder mal vor, dass ich die Band bewusst von unten fotografiere - was sich praktisch auch anbietet, da der Fotograben direkt vor der hohen Bühne ist und ein ähnlicher Effekt wie im Kino in der ersten Reihe auftritt.

Blick vom Gras nach oben gerichtet auf die im Winter kahlen Bäume in einem Wald



Konzertreise West-Ost

Nach meinem Umzug im Oktober war ich im November das erste Mal wieder im Westen, natürlich auf Konzertreise. Samstags ging es rüber und dann direkt zu TEN SING Kürten. Sonntag die Familie besuchen, Montag dann zu C. in Aachen und A. in Köln und abends zu The Naked And Famous ebenda. Dienstag früh wieder los, von Köln nach Berlin, um dort D. zu besuchen und Claire endlich mal bei einer richtigen Clubshow zu erleben.

TEN SING Kürten waren diesmal besonders großartig. Als die Gruppe, die mich motiviert hat, mit TEN SING selber anzufangen, bin ich seit Anfang an jedes Jahr dort und es ist schön zu sehen, dass auch viele meiner alten Bekanntschaften dort noch aktiv sind. Beginnend mit einer längeren Erklärung könnt ihr euch durch mehrere Artikel lesen, um mehr darüber zu erfahren. Ein wunderbares Warm-Up für mehrere Tage Konzerte und Freunde treffen.

The Naked And Famous - Live Music Hall Köln

Bei The Naked And Famous war ich sehr skeptisch und ungewiss, wie das Konzert wohl werden würde. Das zweite Album ist mindestens so großartig wie das erste, aber das Konzert war damals etwas enttäuschend. Da es schwierig ist, zu der Mischung aus Synth-Pop und Indietronic einen passenden Tanzstil zu finden, ließ die Stimmung in Dortmund zu wünschen übrig, wobei das Konzert trotzdem sehr gut war.

In Köln spielten TNAF in der Live Music Hall, die mehr als doppelt so groß ist wie das FZW in Dortmund und zu Konzertbeginn dann auch gut gefüllt war. Mit "A Stillness" als Opener wurden wir direkt in die passende Stimmung versetzt - bombastische Synthesizer, glasklare Akustikgitarren, der veränderte Sound klar erkennbar, fesselnde, sich in der Lautstärke ständig steigernde Klangteppiche. Genauso beeindruckend ging es auch weiter, auch gesanglich hat die Band sich deutlich verbessert, und auch wenn nicht viel mehr Bewegung in der Zuschauermenge war als damals in Dortmund, merkte man doch deutlich, dass sowohl Band als auch Publikum mehr Spaß hatten. Und so lassen sich The Naked And Famous-Konzerte vielleicht einfach als eine großartige Gelegenheit betrachten, zu fantastischer Musik vollkommen aus dem Alltag zu verschwinden.

Claire - bi nuu Berlin

Eine stressige und vor allem laaange Reise später war ich in Berlin. Kaum meinen Krempel bei D. abgeladen, ging es schon wieder los zum bi nuu, einem Club in einer S-Bahn-Station. Endlich einmal ein echter Erste-Reihe-Platz! Dadurch war leider die PA hinter mir, - wer platziert die Boxen für das Publikum nicht vor, sondern im Publikum?! - aber durch die Nähe zur Band und den Sound von der Bühne wurde das wieder wett gemacht.

Als Vorband bekamen wir MNRS (sprich "Manors") präsentiert, ein vor einigen Monaten erst gegründetes britisches Duo. Ziemlich ausgefallene, aber auch beeindruckende Musik war das. Sehr laut, teilweise sehr elektronisch und mit vielen Trommeln - den lautesten Sound haben MNRS wohl erzeugt, als sie in einem ausufernden Stück zwei große Floortoms gleichzeitig spielten. Übrigens ein gemeinsames Element mit Claire - auch die arbeiten zusätzlich zum Schlagzeug viel mit Drumpads, Percussion und synthetischen Drumsounds.

Während Claire dann ihre Instrumente aufbauten, versuchte ein Typ hinter mir, mich oder einen der Russen neben mir zu bestechen, um einen Platz in der ersten Reihe zu bekommen. Keine Chance - mit 20€ war da nix zu holen. ;) Wir hoffen, er hatte trotzdem seinen Spaß! Die Halle war inzwischen jedenfalls ziemlich voll - was Josie dann später auch entsprechend kommentierte... da das erste Konzert in Berlin ja sehr schnell ausverkauft war, war der Termin im bi nuu quasi nur ein Nachholtermin: "Wir dachten da kommt eh keine Sau, und jetzt seid ihr SO VIELE!". hahahah

Konzerte, bei denen die Band so viel Spaß hat wie Claire in Berlin, sind ja sowieso die besseren Konzerte. Der Coolibri schreibt, die Frontfrau darf auch mal draufhauen - ich sage, die Frontfrau rastet sowieso am meisten aus und singt jeden Song mit so viel Hingabe, wie man es sich nur wünschen kann. Außer den 13 Songs des Albums "The Great Escape" gab's auch noch vier weitere, die wohl von der inzwischen vergriffenen EP stammen. In der Atmosphäre des kleinen Clubs fiel es nicht schwer, sich mit der Band zusammen auf jeden einzelnen davon einzulassen - sei er nachdenklich wie "In Two Minds" oder laut und heftig wie "Resurrection".

Claire sind definitiv meine Entdeckung des Jahres 2013 und wenn man sie sich in Interviews anschaut, wirken sie gleich noch viel sympathischer. Es ist schön zu sehen, dass die Band einfach selbst total begeistert ist von ihrem schnellen Erfolg und dabei so gar nicht in Richtung nerviger Star-Allüren abdriftet. Heute startet der zweite Teil der Deutschlandtour zu ihrem Album "The Great Escape" und man darf hoffen, dass es genauso großartig weitergeht. hahahah



Perspektivenwechsel (30 Day Photography Challenge)

Dachbodenfotos - 0004.jpg In dem Haus, in dem ich wohne, gibt es zwar keine Milchglasfenster in den Badezimmern, dafür gehören aber zu jeder Wohnung sowohl ein Kellerraum als auch eine Bodenkammer. Oben bei den Bodenkammern gibt es auch einen Trockenraum und darüber einen klassischen Dachboden mit einer klapprigen Leiter, die nach oben führt, und ein paar Balken, auf denen man laufen kann. Und von den Balken führt eine weitere klapprige Leiter zum Dachbodenfenster, über das bei Bedarf ein Dachdecker hinausklettern kann. Das ist der Ort, den ich mir für die Lektion "High Angle" der Fotochallenge ausgeguckt hatte.

Die Tage 5 und 6 ("Low Angle") widmen sich also dem Perspektivenwechsel, im Wesentlichen, um die Teilnehmer dazu zu bewegen, die Kamera nicht immer nur vor's Gesicht zu halten. Ich denke, aus dem Fenster lehnend, die eine Hand am Dachdeckergitter, die andere hinter mir die Kamera gegen den Wind haltend, um den Garten hinter mir über den Dachgiebel hinweg zu fotografieren, habe ich diese Herausforderung gemeistert. hahahah


Dachbodenfotos - 0007.jpgDachbodenfotos - 0008.jpgDachbodenfotos - 0009.jpgDachbodenfotos - 0010.jpgDachbodenfotos - 0011.jpg



Planungsabsichten

Logistisch gesehen war die Idee, zum Studieren nach Chemnitz zu ziehen, extrem schlecht. Von Deutschlands 76 Großstädten ist Chemnitz vermutlich mit am Schlechtesten an den Rest der Welt angebunden. Auf der nach Einwohnerzahl sortierten Liste ist Chemnitz auf Platz 28 die zweite Stadt ohne Fernbahnhof (nach Mönchengladbach). In die nächsten Städte mit besserer Zuganbindung Leipzig und Dresden fährt einmal bzw. zweimal die Stunde ein Dieselzug (abends nicht mehr so oft). Mitfahrgelegenheiten werden meist von und nach Leipzig angeboten, auf Fernbuskarten sieht Chemnitz ungefähr so aus:

Deutschlandkarte mit Busverbindungen, zahlreich im Westen, leer im Osten, außer von Süden Prag(Bild ursprünglich von deinbus.de)

Wenn das ja wenigstens alles wäre. Zu allem Überfluss gibt es ja aber generell schon keine gescheite West-Ost-Verbindung in Deutschland (danke Nachkriegszeit). Die A4 hat in Hessen ein Loch. Fernzüge von Nordrhein-Westfalen aus fahren entweder über Hannover, Frankfurt oder Nürnberg, aber nie direkt nach Osten; bei den Regionalzügen sind die Umsteigezeiten so schlecht, dass sich ein Durchschlagen quer durch Deutschland nicht lohnt. Und fährt man nach Leipzig um von dort den Fernbus zu nehmen, fährt der entweder auch einen ähnlichen Umweg oder aber aufgrund der Geschwindigkeitslimits für Busse nicht so schnell, dass es sich zeitlich lohnen würde.

Beim Buchen werden die Anforderungen auch immer absurder. Musste man früher nur für Eintrittskarten zu begehrten Fußballspielen und Rockkonzerten früh aufstehen, muss man sich nun um Mitternacht um Bahntickets prügeln. Kürzlich versuchte ich für einen Sonntag von Siegburg/Bonn nach Chemnitz zu buchen - und beging den Fehler, erst um 00:07 die Website der Bahn aufzurufen. Die Sparpreisstufen 29, 39 und 49 Euro waren bereits ausgebucht. Grund: Die Teilstrecke Siegburg-Frankfurt ist extrem begehrt (und vermutlich wurde das Sparpreiskontingent auch mal wieder gekürzt).

Auch bei den Fernbussen kann man mittlerweile recht weit im Voraus buchen, so dass begehrte Termine früh ausgebucht sind. Zudem machen die Fernbusanbieter im Gegensatz zur Bahn keine klaren Aussagen, ab wann man sich denn um die Tickets prügeln darf. Ganz abgesehen davon, dass DeinBus die Verbindungen im Osten "aus operativen Gründen vorerst" wieder eingestampft hat und MeinFernBus von Bonn nur nach Berlin fährt. Leipzig erreicht man nur vom Ruhrgebiet und Chemnitz sowieso nur von Berlin und Dresden (bald immerhin auch aus Baden-Württemberg und Bayern). Über den ADAC Postbus reden wir besser gar nicht erst, deren Streckennetz ist nach wie vor dünn und trotzdem unfassbar undurchsichtig. Immerhin sind beim Bus, egal welcher Anbieter, auch die Normalpreise nie absurd hoch.

Man könnte meinen, das Fernbusangebot wächst sehr schnell, seit die gesetzlichen Vorgaben es zulassen. Man könnte auch sagen, es geht noch viel zu langsam. Auf jeden Fall braucht es aber mehr Anbieter wie DeinBus, die gezielt auch kleinere Orte anfahren, die von der Bahn vernachlässigt werden. Auch sollten die Taktungen weiter überarbeitet werden - an Tagen wie Ostern kann man sicher mehr Busse als üblich füllen und während die Bahn mit ihren langen Zügen es sich nicht leisten kann, auf wenig gefragten Strecken überhaupt zu fahren, können Busse sehr gut "dosiert" werden.

Die Bahn investiert jedenfalls nach wie vor. Zurzeit wird das Fernzugangebot in Leipzig ausgebaut, für Chemnitz gibt es immerhin Pläne, ab 2015 mit der Elektrifizierung zu beginnen. Vielleicht müssen wir also in zehn Jahren immerhin nicht mehr mit einem langsamen, lärmenden Dieselzug nach Leipzig gurken. Eine Erklärung, warum winzige Orte wie Augustfehn und zahlreiche andere weit im Norden von Deutschland Intercity-Anbindung genießen, während es in Chemnitz, einer Stadt mit 240.000 Einwohnern und 10.000 Studenten, nicht einmal Strom für die Züge gibt, steht noch aus.



30 Day Photography Challenge - Texture

Ein Salzstreuer in Tortilla-Chips

Mit der "Lektion" im Hinterkopf habe ich mir tagelang den Kopf zerbrochen, welches Motiv sich wohl eignen würde: bei schlechtem Wetter eine Person oder ein Objekt vor einem texturreichen Hintergrund. Die Idee zu dem Foto oben (großklickbar) kam mir, als ich von den Chips gerade gedankenverloren ein paar in mich reinstopfte und mich fragte, ob deren eigenwillige Struktur wohl nur vom Mais kommt.

Beim nochmaligen Lesen des Artikels stellte ich dann fest, dass gar kein Motiv vor der Textur gefordert war. Egal, die Serie ist alt und ich mache das hier, um wieder mehr zu fotografieren und ein paar neue Ideen zu bekommen. Und in diesem Foto gibt es immerhin:

  • Verwendung von Texturen als bildfüllendes Element,
  • Kontraste und Schatten durch gezielten Einsatz von Kunstlicht,
  • Mischung von flachem Hintergrund und Hintergrund aus Objekten (Tisch und Chips)
  • und yaay, es ist ein Food Photo.


30 Day Photography Challenge - Black and White

TS Rheda-Wiedenbrück 2014TS Rheda-Wiedenbrück 2014 GescheSchwarz-weiß-Fotografie war nie mein Steckenpferd. Insofern war die dritte Lektion die zweite für mich, die mich dazu zwang, etwas auszuprobieren. Was dabei oft als verpönt gilt, wird hier unverblümt - und zu Recht - als Vorteil angepriesen: Das Entfernen der Farben macht ISO-Rauschen weniger schlimm und ermöglicht daher helle Belichtung auch in schwierigen Situationen. Auch wenn man erstmal in Farbe und mit entsprechendem ISO fotografiert (was sich empfiehlt), kann man nachträglich ruhigen Gewissens die Helligkeit korrigieren.

Konzertfotografie ist damit sowohl gut als auch schlecht als Beispiel geeignet. Helligkeit ist dort immer ein kritisches Thema - aber meistens sind Farben sehr wichtig. Die diesjährige Show von TEN SING Rheda-Wiedenbrück hatte "Black and White" zum Thema, was mir nun sehr entgegen kam. Die T-Shirts waren in schwarz und weiß gehalten und boten so einen schönen Kontrast zum von farbigen Scheinwerfern beleuchteten Hintergrund, der sich bei der Nachbearbeitung wunderbar nutzen ließ.

Das Thema hat mich außerdem ermutigt, auch mal drastischer an den Reglern für Farben und Kontraste zu schrauben. Gerade der Schwarzpunkt lässt sich viel weiter verschieben, wenn ohnehin nur noch Graustufen zur Verfügung stehen. So lassen sich Motive leichter vom Hintergrund abheben.

Wie immer sollte man es dabei nicht übertreiben. Ebenso wie man mit der Drittelregel Fotos langweilig werden lassen kann, sollte man nicht auf alles blind schwarz/weiß-Einstellungen anwenden. Ich habe das gesamte Set der Show monochrom gehalten, da es thematisch passte und sich bei vielen Bildern auch anbot, aber bei dem rechten Foto wäre es einfach schade um die wunderbaren Farben gewesen. Außerdem wäre auch der Kontrast gesunken - denn obwohl wir 500 Helligkeitsstufen, aber nur 200 Farbtöne unterscheiden können, heben sich die Haare der Sängerin in Farbe deutlicher vom Hintergrund ab.



30 Day Photography Challenge - Rule of Thirds

Zwei Mädchen machen Seifenblasen in der ersten Reihe bei einem Konzert

Gitarristin der Band The Subways beim Headbanging

Die Drittelregel ist so bekannt, dass man ihr kaum aus dem Weg gehen kann, wenn man fotografiert. Da ich lange kwerfeldein gelesen habe und dort immer wieder propagiert wurde, man solle doch ruhig auch die Regeln brechen, habe ich mich trotzdem nie damit beschäftigt, was man denn beim Bearbeiten von Fotos so beachten könnte. Nun stellt sich heraus: Ich habe unbewusst trotzdem immer wieder auf die "Rule of Thirds" zurück gegriffen.

Eigentlich besagt sie auch nur, dass man ein Foto vertikal und horizontal in Drittel teilen kann und dann eine schönere Komposition erreicht, wenn man wichtige Punkte und Linien auf den gedachten teilenden Gitterlinien platziert. Das funktioniert vor allem dann, wenn das Motiv etwas mehr als ein Drittel des Fotos einnimmt; dann lässt sich z.B. ein Auge oder eine markante Linie auf der äußeren einer der Gitterlinien bzw. einem der äußeren Knotenpunkte platzieren, was dem Bild eine Menge Tiefe gibt.

Macht man das mit einer ganzen Reihe von Bildern, sehen die aber schnell alle gleich aus. Außerdem funktioniert es mit manchen Motiven einfach nicht, beim spontanen Wühlen in Konzertfotos von Bochum Total (daher stammt auch das Foto links) habe ich kaum etwas gefunden, wo sich die Regel wirklich gut drauf anwenden lässt. Es ist aber ja auch nur eine Richtlinie - und nun kann ich zumindest benennen, was ich tue, wenn ich mal wieder das Motiv an den Rand schiebe bzw. bewusst nicht, weil ich das im jeweiligen Set schon zu oft getan habe.

Nachtrag: Hier noch der Link zum Artikel.