Ohrhörer für tragbare Player von 10-30€

Im Laufe des letzten Jahres habe ich mindestens drei Paar Ohrhörer verschlissen, und da ich ja trotz allen Widrigkeiten immer noch hoffe, dass mein Player noch ne Weile hält, habe ich nun mal ein paar Testkäufe gemacht. Meine erste Wahl war Sennheiser, da die beim Player mitgelieferten mich total begeistert haben - und das sind Sennheiser. Also war meine erste Sammelbestellung ein Dreierpack von Sennheiser-Hörern.

Genauer habe ich die beiden "normalen" Ohrhörer MX260 und MX560 bestellt und ein richtiges in-ear-Paar, die CX300. Preise etwa 12, etwa 16 und etwa 32 Euro. Es ist faszinierend, wie ähnlich die Produktbeschreibungen auf der Sennheiser-Website sind, wenn man sich die MX-Reihe anguckt - unten das erste Bild zeigt den Produktvergleich, sogar dort sind die Unterschiede kaum sichtbar. Aber welche Unterschiede überhaupt?

Die MX260 und MX560 haben sich tatsächlich nur in der Farbe, dem sonstigen Design und dem mitgelieferten Zubehör unterschieden. Die billigeren MX260 kommen dabei besser weg, denn diese verfügen über ein äußerst praktisches asymmetrisches Kabel, d.h. man hat die Kabel nicht vorm Hals hängen, sondern nur das für das rechte Ohr im Nacken liegen. Zubehör gab's keins, bei den MX560 war ein Kabelaufwickler dabei, der eher an ein Fabrik-Abfallprodukt erinnert und den ich obendrein nicht verstanden habe - man kann die Ohrhörer reinstecken, aber nicht das Kabel aufwickeln. Anleitung gab's nicht. Die Tasche ist ganz nett, rechtfertigt für mich aber nicht den Preis.

Klanglich passt mein Testeindruck dann zur Produktbeschreibung, ich kann beim besten Willen keinen Unterschied feststellen. Beide Modelle geben alle Frequenzbereiche ausreichend wieder, die Bässe sind etwas laut, das Gesamtklangbild wirkt leicht dumpf. Die Hörer sind immerhin gut genug, schlechte Kompression hörbar zu machen (Kompressionsartefakte). Beide sitzen aber sehr unbequem, längere Zeit tragen mag ich die nicht, sie sind zu groß und verstopfen mein Ohr regelrecht.

Die CX300 habe ich nur mitbestellt, um mal in-ear-Hörer auszuprobieren. Für den Preis hatte ich da was wahnsinnig tolles erwartet... weit gefehlt. Nachdem ich es geschafft habe, mir die Dinger vollständig ins Ohr zu quetschen (nur die kleinste von drei Größen Ohrstecker passt, dabei bin ich ziemlich groß), habe ich zwar von der Außenwelt nur noch die Hälfte gehört, die Musik hat sich jedoch nicht so gut angehört wie auf den beiden normalen Modellen. Diesmal zu wenig Bass. Bei der Größe kein Wunder, die Membran misst vielleicht 6mm im Durchmesser, aber versprochen wurd's ja trotzdem. Beim Rausnehmen quietscht es, hurra, alles voller Ohrenschmalz, den ich beim Säubern nicht erwischt habe. Iiih.

Der Knaller war übrigens die Verpackung. Die MXe hatten eine mit Pappboden, den konnte man abreißen, nicht schön, aber einfach. Die Verpackung der CX musste ich regelrecht mit roher Gewalt zerstören. Scheiß Blister - siehe Fotos. Zurückgeschickt hab ich sie dann alle.

Lob an die AVIDES MEDIA AG: Alles reibungslos abgewickelt, Ware einwandfrei geliefert, Ware einwandfrei zurückgenommen. Ich habe keinen Cent bezahlt für die Testaktion. Sehr gut!

Nach diesem ernüchternden Ergebnis mussten andere her. Die Recherchen bei Amazon sagten leider vor allem eins aus: Die meisten Ohrhörer sind Schrott, ganz gleich wie teuer. Entweder hört man nix oder sie gehen schnell kaputt. Es ist erschreckend, was da teilweise geliefert wird, Ohrhörer die jedes Mal nach 2-3 Monaten defekt sind...

Jemand, der auch Sennheiser und Sony getestet hatte, schwärmte von AKG Acoustics, so wurde meine zweite Testrunde dann ein Viererpaket aus den AKG K 312P, den AKG K 315 Pebble, den Sony MDR-E 829V und, mehr zum Vergleich und um Sennheiser noch eine Chance zu geben, den Sennheiser MX 360. Alle Hörer kosteten zwischen 12 und 16€, bestellt habe ich diesmal direkt bei Amazon.

AKG machte direkt beim Auspacken einen guten Eindruck, die Verpackungen waren beide wiederverwendbar. Die 312P haben einen Steckverschluss, die Pebble muss man oben und unten aufreißen (Papplasche), danach kann man den Karton aufklappen (Magnetverschluss). Sony und Sennheiser hatten die bewährten Kaputtreiß-Pappkartons, Blister gab's diesmal keine.

Diesmal waren immerhin vier Modelle zu testen, bei denen deutliche Unterschiede zu erwarten waren, also hab ich ne Testliste angelegt und ein paar Lieder ausgesucht, mit denen Klangunterschiede hörbar sein sollten. Fünf Aspekte waren mir beim Test wichtig: Höhen / Mitten / Tiefen werden gut wiedergegeben, der Gesamtklang ist "schön", also nicht dumpf oder ähnliches, die Qualität des Klangs ist gut genug, um schlechte Komprimierungen raus zu hören, die Hörer sitzen bequem und fest im Ohr und verursachen auch bei längerem Tragen keine Schmerzen.

Im Klang sind eigentlich nur die sehr bassbetonten Pebble negativ aufgefallen. Der Gesamteindruck wirkte eher dumpf, Höhen wurden nicht gut hörbar wiedergegeben. Da ich keine Lust habe, mit dem Equalizer spielen zu müssen, hatte dieses Modell damit schon verloren. Das andere AKG-Modell hat dafür beim Bass geschwächelt, wohingegen die Höhen die besten von allen vier waren. Der Klang ist sehr klar und deutlich, aber es fehlt eben ein bisschen an Tiefe - nicht, dass keine da wäre, aber im Vergleich zu Sony und Sennheiser eben weniger. Sony und Sennheiser tun sich nicht viel im Klang, je nach Lied ist mal der eine, mal der andere leicht besser, beide schneiden insgesamt aber besser ab als die beiden AKG.

Alle vier Modelle sitzen sehr bequem im Ohr - was mich erstaunt hat, da die beiden anderen Sennheiser-Modelle aus der ersten Testreihe zur gleichen Produktreihe gehören wie die MX 360, dennoch sitzen letztere deutlich besser im Ohr. Länger getragen habe ich dann nur die Sony MDR-E 829 und die MX 360, da die beiden AKG schon aufgrund des Klangs verloren hatten - wenn auch nur knapp. Dabei zeigten sich allerdings auch keine Unterschiede.

Die weitere Ausstattung war bei allen vier unterschiedlich. Die MX 360 kommen mit drei Paar Ohrpolstern und asymmetrischem Kabel. Die von Sony und die Pebble von AKG haben einen Lautstärkeregler im Kabel integriert, der sehr klein, aber trotzdem leicht bedienbar ist. Beide Modelle von AKG und auch die Kopfhörer von Sony kommen mit Aufbewahrungsbox; die des Pebble ist aus festem Stoff und irgendwie nutzlos, da hohl. Die beiden anderen sind aus Plastik, schließen fest und bieten eine sehr komfortable Möglichkeit, die Kabel aufzurollen (ähnlich einer Kabeltrommel). Alle vier Modelle verwenden gummibeschichtete Kabel, was verhedderten Kabeln vorbeugt und ein Entwirren deutlich vereinfacht.

Letztlich musste ich eine Entscheidung treffen zwischen Sony und Sennheiser. Vom Klang her waren die beiden gleichauf, vom Sitz im Ohr auch, es galt also anhand der Ausstattung zu entscheiden. Preislich waren die MX 360 die billigsten mit knapp 12€, die Sony die teuersten mit knapp 16€, was aber für die Entscheidung nicht relevant war. Ich hätte gerne die Aufrollbox gehabt, aber zwei Aspekte sprachen für die Sennheiser-Ohrhörer: Zum Einen die asymmetrische Kabelführung und zum Anderen die wirklich vielen Erfahrungsberichte, nach denen Hörer von Sony andauernd kaputt gehen. Bei Amazon, bei Recherchen bei Google und sogar bei zufälligen Gesprächen unter Freunden hörte ich immer wieder "Sony kannste nach 2-3 Monaten wegschmeißen". Das asymmetrische Kabel ist für mich deshalb relevant, weil ich so den Player in die Hosentasche stecken kann und dann gar keine Kabel mehr vorm Körper hängen habe, nur noch seitlich. Fühlt sich freier an, finde ich, ist aber mein persönliches Empfinden. Außerdem kann man die Ohrhörer rausnehmen, ohne dass sie beim Loslassen herunterfallen, weil sie im Nacken Halt haben.

Amazon hat die drei anderen Modelle zurück genommen, mir fehlt noch ein Drittel Versandkostengutschrift, da muss ich mal nachhaken. Aus irgendwelchen Gründen haben die für ein Modell keine Versandkostengutschrift geleistet.* Die Sennheiser MX 360 trage ich jetzt schon eine Weile, ich bereue es nicht. hahahah

* Die zu erstattenden Versandkosten werden auf die zurückgesendeten Artikel gesplittet. Aus Versehen hatte wohl der zuständige Mitarbeiter nur zwei von drei Artikeln mit Versandkostengutschrift versehen. Auf meine Nachfrage vorhin kam innerhalb von fünf Minuten (!) eine Mail, dass es ihnen leid täte und ich selbstverständlich den vollen Betrag erstattet bekomme.
Signatur: "Unser Ziel: das kundenfreundlichste Unternehmen der Welt zu sein"... die sind auf gutem Weg.

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Tasks trotz Standby ausführen lassen (Vista / Windows 7)

Heute morgen habe ich mit jemandem geschrieben, der sein Notebook als Wecker benutzt. Klar, dachte ich, gute Idee, Zeitschaltuhr und automatische Anmeldung, ein kleines Programm, kein Thema. Sein Einwand: Ne, Zeitschaltuhr bringt nix, wie soll der Computer denn angehen? Und in der Tat können die meisten modernen Biose, besonders Notebookbiose, den Rechner nicht mehr automatisch einschalten, wenn er Strom bekommt. Aber da war doch was, womit man den Rechner aus dem Standby wecken konnte.

Eins vorweg: Der Standby-Modus hieß immer schon Standby-Modus. Seit Vista heißt er "Energie sparen". Die Begriffe "Standby" und "Energie sparen" sind in diesem Artikel gleichwertig zu verwenden. 8O

Es hat mich ein bisschen Sucherei gekostet, aber wenn man weiß, was man tun muss, ist es gar nicht so schwer, Windows mit der neuen Aufgabenplanung und den Energiesparplänen so einzurichten, dass es automatisch Programme startet, obwohl der PC zum gewünschten Zeitpunkt im Standby (und entsprechend leise und stromsparend) ist.

  1. Systemsteuerung -> Verwaltung -> Aufgabenplanung -> Einfache Aufgabe erstellen
  2. Den Assistenten durchlaufen. So schwer ist das nicht. Als Beispiel hatte ich die Verwendung des PCs als Wecker genannt, dafür nutze ich Winamp und übergebe als Parameter eine Playlist. Soll heißen, "Programm/Skript" ist der Pfad zur winamp.exe und bei "Argumente hinzufügen" kommt in Anführungszeichen der Pfad zur Playlist hin.
  3. Am Ende des Assistenten direkt die Checkbox aktivieren, dass man die Eigenschaften der Aufgabe öffnen möchte. Alternativ nach dem Speichern links in der Konsolenstruktur die Aufgabenplanungsbibliothek anwählen und im Kontextmenü der nun rechts gelisteten Aufgabe "Eigenschaften" aufrufen.
  4. In den Eigenschaften im Tab "Allgemein" die Option "Unabhängig von der Benutzeranmeldung ausführen" wählen.
  5. Im Tab "Bedingungen" die Option "Computer zum Ausführen der Aufgabe reaktivieren" anhaken.
  6. Mit OK speichern. Man wird nun nach seinen Anmeldedaten gefragt. Danach ist die Aufgabe fertig, die geöffneten Fenster können geschlossen werden.
  7. Systemsteuerung -> Energieoptionen -> Energiesparplaneinstellungen ändern -> Erweiterte Energieeinstellungen ändern -> oben in der Box den Energiesparplan auswählen, den man zum Zeitpunkt des Standbys aktiviert haben wird. Im Zweifel den folgenden Schritt für jeden Energiesparplan wiederholen.
  8. "Energie sparen" ausklappen -> "Zeitgeber zur Aktivierung zulassen" ausklappen -> die entsprechenden Optionen auf "aktiviert" stellen. Mit OK speichern, fertig.

Das war's, der geplante Task wird jetzt planmäßig ausgeführt, auch wenn sich der PC im Standby oder im hybriden Standby befindet. Viel bemerken wird man übrigens nicht, wenn der Rechner geweckt wird, der Bildschirm bleibt dunkel und Windows gesperrt, aber im Hintergrund wird die angeforderte Anwendung gestartet.

Die Anleitung wurde mit Windows 7 RC1 erstellt, manche Bezeichnungen sind ggf. abweichend (den von Microsoft bisher nicht korrigierten Rechtschreibfehler hab ich schon korrigiert...). Für entsprechende Kommentare wäre ich dankbar. Es kommt durchaus vor, dass jemand über ne Google-Suche auf diesen Blog stößt und dann wär's cool, wenn er auch ne Antwort findet...



Wählen Sie aus Liste und Button je 1 Element

Ich will doch bloß den Flash-Player haben... aber Adobe kennt Windows 7 noch nicht und will demnach, dass ich ein anderes Betriebssystem auswähle. Wähle ich eins aus, passiert gar nichts beim Klick auf den Button, wähle ich keins aus, heißt es, ich solle aus beiden Listen eins auswählen. Muss ich halt Portable Flash nehmen... gut dass es alles portable gibt...

Hier mal einfach ein Screenshot, erstellt mit Windows 7 Paint... ich war mal so frei, den in Paint eingefügten Screen der Flash-Seite nochmal zu kopieren, so gibt's direkt ein Bild mit neuem Paint, neuem Systray und neuer Taskleiste.

flash-win7-fail-small.png



Zwischenbilanz

So, alle Artikel wurden nochmals neu getaggt, die Tag-Wolke macht jetzt richtig Sinn. hahahah Der Blog wird jetzt neu aufgesetzt... zu diesem Zeitpunkt sind (exkl. diesem) 189 Artikel veröffentlicht, 70 Kommentare geschrieben und 177 weitere Kommentare abgeblockt worden.



Tagging-Probleme

Meine Wordpress-Installation scheint echt Probleme zu haben mit Tags. Nicht nur, dass ich alte Tags teilweise nicht löschen kann, wenn ich ein neues durch Benutzen anlegen möchte, muss ich immer erst speichern und dann nochmals editieren und das Tag dabei anlegen, bevor es akzeptiert wird - ansonsten ist es kommentarlos einfach nicht übernommen. Sehr nervig, wenn man 188 Artikel sichten und vernünftig taggen möchte.



E-Petition gegen die Zensur des Internets

Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten

Auch, wenn man die geplante Sperre bislang recht einfach umgehen kann, wird sicherlich keiner, der sich mit dem Thema befasst hat, ernsthaft daran interessiert sein so etwas durchzusetzen. Bitte macht alle bei dieser Petition mit. Wenn ich das richtig verstehe, handelt es sich um eine offizielle E-Petition beim Bundestag.

Falls doch jemand noch nichts mitbekommen hat: Ursula von der Leyen möchte Internetseiten mit pornografischem Inhalt sperren lassen. Die vorgesehene Art der Sperrung ist aber technisch leicht umgehbar. Sie bringt keinerlei Nutzen in der tatsächlichen Vermeidung des Missbrauchs von Kindern, das Problem wird nur gedeckelt. Außerdem öffnet sie Möglichkeiten, andere unerwünschte Websites zu sperren. Zwei Links stellvertretend für die Menge der Berichte:
taz: Von der Leyen gegen Kinderpornografie: Die Internet-Sperre kommt
lawblog: Internetsperre umgehen in 27 Sekunden

Die Seite / das Forum erfordert eine Registrierung mit Namen, aber das sollte es wert sein. Der Bundestag nutzt unsere Daten auch nicht zu Werbezwecken. Sollte jemand Probleme beim Mitzeichnen der Petition haben, einfach hier kommentieren, ich helfe gerne...

(via Shopblogger)

Nachtrag: Der Server scheint überlastet, sehr gut! Das zeugt vom Erfolg. Bitte versucht es später wieder, falls die Seite nicht lädt! Manchmal dauert es auch einfach nur lange, wenn es gar nicht geht, kommt recht zügig eine Fehlermeldung.



Es geht voran!

Mittlerweile habe ich ausreichend viele Bilder für den Header gefunden und hochgeladen, außerdem müsste die Einfärbung des Themes fertig sein. Die Tags&Themen gefallen mir noch nicht so, da wird sich noch was ändern. Der Kalender musste weichen, ich poste eh völlig unregelmäßig, außerdem nimmt der Platz weg und hätte designtechnisch angepasst werden müssen. Der Blogtitel wurde durch ein einfaches Logo ersetzt.

Die Links sind jetzt noch einfacher: Rote Links führen zu Artikeln, grüne woanders hin, wenn ein grüner Link zusätzlich unterstrichen ist, führt er auf eine andere Website. Ab März 2009 habe ich das auch bereits in den Artikeln nachträglich konsequent umgesetzt.

Die linke Sidebar enthält nur Inhalte, die den Blog direkt betreffen, die rechte ausschließlich Inhalte, die vom Blog wegführen. Zur besseren Lesbarkeit habe ich versuchsweise die rechte Sidebar bei der Ansicht einzelner Posts ausgeblendet, mal sehen, wie das so ist.

Wenn ich komplett fertig bin, werde ich Wordpress wohl auch mal neu aufsetzen und damit dann endlich auch die Tags entschlacken. Über 100 Tags (etwa ein Viertel) sind nicht genutzt, lassen sich aber aus irgendwelchen Gründen nicht löschen, das macht deren Verwaltung und sinnvolle Nutzung deutlich schwieriger. Hab grad mal n Test gemacht, geht richtig gut (also Wordpress neu aufsetzen), sogar inkl. Dateien.

Übrigens, absolute Empfehlung für richtig gute, frei verfügbare Fotos in hoher Auflösung: Interfacelift. Daher habe ich alle Fotos, die oben als Header zu sehen sind.



[gastbeitrag] Operation Walküre

"Nein, so kann es nicht weitergehen. Ich muss etwas tun. Ich werde *tür - pardon - zeltspaltöffnedich* Leutnant?" - "Der General ist da." - "Ich komme. Ah, Herr General. Wir müssen uns entscheiden. Lassen Sie sich zu einer heroischen Tat überreden, ziehen wir die Truppen aus diesem Loch ab! Blaaaa... Was? Grund? Ach, sagen wir, ich schreibe in meinen Bericht Trinkwasserknappheit. Okay? Okay."

So fängt's an, irgendwo in einer Geröllwüste, gelb getüncht das Bild, ernste Mienen, ein Bomberangriff! Mit Müh und Not versucht Cruise alias Stauffenberg in einem Auto zu fliehen. Eine zweite Staffel - bumm, peng, Ende. Stauffenberg liegt im Krankenhaus, eine Hand weniger und drei Finger an der anderen, dazu eine Piratenaugenklappe und ein künstliches Auge in einer kleinen Metalldose. Aber, Stauffenberg wäre nicht Stauffenberg, würde er in dieser Situation aufgeben. Nein, Stauffenberg ist schließlich Stauffenberg und verteilt jetzt erstmal Medaillen. Denn plötzlich darf er wieder in Deutschland seiner Tätigkeit nachgehen - wie, weiß keiner, vermutlich weil er so tapfer auf dem Boden der afrikanischen Wüste gelegen und auf Rettung gewartet hat.

Szenenwechsel. So'n Oberst und so'n anderer versuchen, das Regime mit einer alkoholisierten Bombe auszuschalten. Funktioniert aber leider nicht, fliegt fast auf, Pech gehabt. Tada, da kommt Stauffenberg! Schon drauf gewartet? Wunderbar. Kaugummi ist am zähesten, wenn man am Anfang kräftig draufrumkaut. Und den Punkt haben wir jetzt erreicht. Eine kleine Geheimgruppe ranghoher Militärangehöriger plant einen Putsch, einer ist dagegen, die Sache fliegt fast auf als die Mitglieder bei höchstrangigen Militärkollegen anklopfen und fragen, ob die nicht mitputschen wollen. Wollen die aber nicht. Wieder Pech gehabt. Tada, wer kommt da? Richtig, Stauffenberg! Vorher Außenseiter, jetzt Insider, der Muffel der Verschwörung wird gekickt, Stauffenberg legt los. Mit planen. Dabei schaut er die ganze Zeit wichtig drein. Damit's noch etwas dramatischer wird, kommt noch schnell seine Familie zu Wort, was passiert mit der, wenn er auffliegt? Könnte er es sich verzeihen, wenn seine Geliebten getötet und zurück zum eigentlichen Thema. Der Tag ist da, tara, vorher fragen wir noch schnell unseren neuen Adjutanten auf's gerade Wohl, ob der nicht mitputschen will. Altes Schema, neue Antwort, er will! Juhu! Da freut man sich fast mit Stauffenberg, auch wenn man weiß, wie's ausgeht.

Jetzt ist er aber wirklich da, der Tag. Kurze Einweisung in die neueste Sprengstofftechnologie, ab in die Aktentasche damit und rein ins Flugzeug, ins Auto, in den Bunker. Jetzt auf den Zünder und, he, wo ist der Typ? Abgehauen? Wie, was, wieso - naja, kommt Zeit, kommt die nächste Kriegsbesprechung. Jetzt aber: Vor dem Treffen Bombe scharf machen (Hm. Irgendwie haben wir das beim letzten Treffen auch vergessen. So konnte das ja auch nix werden!) und ab. Der Putschisten-Superplan: wir lassen die Ersatzwehr einfach im Glauben, sie würden die Regierung sichern, dabei stürzen sie die. Hinterhältig, oder? Ach ja, deswegen auch der Titel des Films: Die Ersatzwehr darf nämlich jetzt neuerdings bei sowas ran, hat Stauffenberg doch zum richtigen Zeitpunkt die geänderte "Operation Walküre" zur Unterschrift beim Kanzler vorgelegt - erfolgreich, weil er Wagner versteht. Da muss man die Änderungen an so einem wichtigen Plan gar nicht lesen, wir unterschreiben das einfach mal auf der letzten Seite des dokumentenecht mit Büroklammern zusammengepappten Loseblattsammlungsordnerpakets.

Und jetzt geht's so'n bisschen wie bei der Wahl: Gesicherte Gebäude ausstreichen und Wahl-, Verzeihung, Wehrkreise abhaken. Die Polizei Berlins auf der eigenen Seite, alles scheint so toll. Oh, Mist, Attentat misslungen? Feinde auf dem Vormarsch? Die Wehrmacht gegen uns? Ach verdammt, naja, Zeit für Tragik ist immer: Stauffenberg fragt verzweifelt nach seiner Familie und gibt im Wahn noch ein paar heroische Befehle. Showdown bei Goebbels - der riecht den Braten nämlich mit Cyankalikapsel im Mund noch aus Meilen Entfernung und da platzt dann endgültig alles. Vor irgendeinem 3D-gerenderten Gebäude (3D-gerendert ist in diesem Film eigentlich alles außer dem Wald und ein paar Barracken) mit geschätzen 101 Fahnen (viel mehr: 101 mal die gleiche Fahne, die weht, als würde ein gerader Wind genau im richtigen Winkel durch das Fahnenfeld streichen, so dass es optimal aussieht) wendet sich das Blatt; die Verschwörer werden gefasst, versuchen noch einen höchstrangigen General (man erinnert sich, da am Anfang war mal was mit denen) mit reinzuziehen, klappt nicht, alle werden erschossen, Abspann.

Zu Ende ist ein mittelmäßiger Film mit einer eher mittelmäßig gespielten Hauptrolle, der sich wie ein Kaugummi zieht und nur am Ende spannend wird - aber da weiß man ja eh schon, wie's endet. Getreu dem epischen Theater: Spannung auf den Gang, nicht auf's Ende, das kennt man schon. Zum Teil großartig inszeniert - vorrangig in den Szenen ohne Stauffenberg - macht der Film zumindest technisch keinen schlechten Eindruck, Tiefe kann man nicht erwarten. Die "Guten" handeln durchgängig vollverblödet, vorhersehbar und unlogisch, so dass man über den gesamten Inhalt besser nicht nachdenkt. Der pädagogische Lehrwert ist gleich Null, wenn man weiß, dass da mal so'n Stauffenberg und sein missglücktes Attentat waren. Denn vom Rest ist eh so gut wie alles falsch. Ein durchschnittlicher Tatort kann es vom Unterhaltungswert her mit diesem Film aufnehmen und pädaogischen Wert hat der Film, wie erwähnt, höchstens negativen.