Projekt Hörsturz - Runde 29 (komplett)

Momentan erscheinen die Folgen des Projekt HörsturzWas? sehr regelmäßig und ich habe es doch glatt nicht geschafft, die Bonussongs der 28. Runde zu bewerten. Na gut, fallen die halt mal aus. Mit dem Pingback ist leider auch mein Vorschlag für die nächste Runde verreckt und Runde 30 wird Bad Taste... daher ist mein Vorschlag diesmal Aloha Hea von Achim Reichel. Mir graut vor der Runde. :D Der Herr war übrigens heute mit nem Rieseninterview in der Sonntagszeitung, daher die Idee.

Count Me Out von Blood Red Shoes, mein Vorschlag aus der letzten Runde, kam bei 13 Bewertungen auf einen Schnitt von 3,2. Sieger der Pflichtsongs war "This Will Destroy You – There Are Some Remedies Worse Than The Disease". Soviel zur Statistik und zum Projekt, nun zu den neuen Songs aus Runde 29.

{rating2} Herr von Grau feat Nihilists - Kalt (von Tenza)
Dass ich die Musikrichtung nicht mag, dürfte ja bekannt sein... die zwei Sterne gibts für den Text.

{rating1} Murder By Death - Sometimes the Line Walks You (von Kristin)
Anstrengend... mehr fällt mir dazu irgendwie nicht ein. Der Sänger hat irgendein Problem, oder?

{rating25} Zola Jesus - Night (von Robert)
Die Stimme der Sängerin gefällt mir, aber der Song kommt irgendwie nicht so recht aus den Puschen. Dennoch okay.

{rating2} Sterne - Fickt das System (von Postpunk)
Musik tolerierbar, Text komisch. Da werd ich auch nicht kreativer im Bewerten.

{rating4} A Fine Frenzy - Almost Lover (von Khitos)
Okay, das kannte ich schon, A Fine Frenzy ist eine meiner liebsten Bands was Pop angeht. Almost Lover ist eines der Lieder die ich seltener höre, weil es sehr emotional ist und daher nicht so richtig in den gut gelaunten Alltagspop passt. Verdient aber genau dafür die vier Sterne.

Enttäuschender Hauptteil. Schnitt von 2,3. Weil ich grad Bock drauf habe, hau ich diesmal die Bonussongs direkt hinterher. Dann geht auch nix schief mit Vergessen, zu spät sein oder so.

{rating3} Apocalyptica - 2010 (feat. Dave Lombardo) (von cimddwc)
Aaah, Stimmung. Das ist bestimmt super wenn man sich mal abreagieren muss. "Laut und instrumental" dürfte das Wesentliche beschreiben.

{rating2} Blitzen Trapper - Destroyer of the Void (von Dany)
wtf? Hab bei "Blitzen" zuerst an das Rentier gedacht was zu Rudolph gehört... ist vielleicht gar nicht so abwegig, die Sänger hören sich so als könnten sie das gemeint haben. Langes, komisches Lied was mir insgesamt nicht zusagt.

{rating2} DAAU & Donkey Diesel - Catfish Blues (von beam)
Oh, mal eins als Download direkt auf meinen Rechner. Dieses erinnert mich an Bugs Bunny. Also, an das Videospiel, mit den Fernsehsendungen hatte ich nie viel zu tun... macht aber erneut den Gesamteindruck nicht besser. Liegt das daran, dass ich müde bin, dass ich das alles irgendwie anstrengend finde?

{rating1} Flobots - Handlebars (von Dr. Borstel)
Seufz, Werbung. Nicht mal im Internet bleibt man davon noch verschont... ... ... ... oh, hat angefangen. Merkwürdiges Rap-Zeug. Ach Leute, ich steh doch nicht auf sprechende Menschen mit lahmer Musik.

{rating25} Frida Hyvönen - Enemy Within (von JuliaL49)
Live in Schweden. Verstehe leider kein Wort, die Abmischung ist irgendwie Mist. Interessanter Act aber, überlege grad ob mir noch ein anderes Frauen-Duo bekannt ist, glaube nicht. Die Pianistin hat meist die Augen zu und wenn sie sie aufmacht sieht sie aus als ob sie drei Tage nicht geschlafen hat. Nunja. Überzeugt nicht wirklich, hebt das Niveau aber trotzdem...

{rating35} Hurts - Wonderful Life (von endgueltig)
Das kenn ich doch. Eins von den "hey, kenn ich, ist gar nicht schlecht, was ist das eigentlich?". Ist relativ neu, oder? Ist das ein Cover? Ist mir im Radio mehrfach begegnet... das Video ist merkwürdig, passt aber irgendwie zum Song, dessen Musik ich für den Text relativ... düster finde. Immerhin geht es darum nicht aufzugeben, ermutigend ist anders... dennoch, nicht schlecht.

{rating3} Jace Everett - Bad Things (von Fini)
Hm ja. Ein Titelsoundtrack. Passt irgendwie auch nirgendwo anders hin als in den Film... ganz okay.

{rating4} Joe Hisaishi - Summer (von Graval)
Noch ein Soundtrack. Aber ein schöner. Auch nicht so alltagstauglich, würde (werde?) ich aber in meine Instrumental-Playlist aufnehmen. Nennt sich "Sommer" und klingt auch so. Oder Frühling. Würde auch passen. hahahah

{rating4} Koji Kondo - The Legend of Zelda Medley (von Onkelosi)
Meeeehr Soundtracks. Oh man, Zelda. Das ist so Kult, das muss ich irgendwann mal nachholen, von dem ganzen N64-Kram ist ja fast alles an mir vorbei gegangen... wie bewertet man sowas denn bitte ohne Bezug zum Spiel? Ich verpass dem jetzt mal intuitiv vier Sterne, weil's so wirkt, als ob ich es toll finden würde wenn ich das Spiel kennen würde.

{rating2} Leila - Time to Blow (von beetFreeQ)
Uff. DAS ist mal VÖLLIG anders. Ungewöhnliche Zusammenstellung von Instrumenten (oder Synthi-Samples)... lohnt sich mal reinzuhören, mein Fall ist es aber nicht. Ich hab fast den Eindruck, Youtube weiß auch nicht recht was es damit soll, die Vorschläge dazu (die nicht von der gleichen Band sind) sind ziemlich wild...

{rating25} Mad Sin - Cursed (von Sebastian)
Punk. Man hört's im Lied nicht so krass wie man es im Video sieht. Musik geht schon fast Richtung Ska. Naja, ein bisschen. Vom Text versteh ich kaum ein Wort. Was soll's, ich schreib eh nie was zum Text...

{rating3} Nouvelle Vague - Dancing with Myself (von DerGraf)
Oh cool, von denen kenn ich bisher nur das "Ever fallen in love"-Cover. Ist sogar vom gleichen Album. Irgendwie retro. Ganz nett.

{rating35} Röyksopp - The Fear (von David)
Röyksopp. Von denen hab ich irgendein Kooperationsprojektergebnis was ich verdammt gut finde. Das ist so elektronische Instrumentalmusik... passt zu gar nichts außer mehr Röyksopp. Sowas höre ich, wenn ich irgendwie Musik laufen haben möchte, aber nicht unbedingt den üblichen Kram, sondern was eher hintergrundmäßiges... kann mir jemand folgen? Ich mag es.

{rating0} Saul Williams - List Of Demands (von Kamil)
Huch. Da shreddert was vor sich hin und ein Typ brüllt was ins Mikro. Jetzt pfeift es noch. AAAAH! MACH DAS AUS! Danke. Schlagzeug. Nein. Nein...

{rating2} Shinedown - Diamond Eyes (Boom-Lay Boom-Lay Boom) (von Steve)
Und noch n Soundtrack. Also, ein für einen Soundtrack verwendetes Lied. The Expendables diesmal. Laut und relativ agressiv. Davon ab eher langweilig.

{rating35} Sieges Even - The Lonely Views of Condors (von Stefan)
Boah, Niveau, ich glaub's kaum. Ab und an höre ich ja gerne solche Lieder, die ein komplettes Werk sind (mir fällt grad der Begriff nicht ein, doof). Ziemlich lang und mit mehreren Abschnitten... ist jetzt musikalisches nicht so meins, aber irgendwie ist es Qualität.

{rating4} Sinergy - Gimme Gimme Gimme (von Sir Donnerbold)
Yehaaa! Ein elektronisches Abba-Cover! Sehr gut! :D Ist halt ein Cover, aber durchaus ein nettes, doch. Mag ich.

{rating45} Young@Heart - Fix You (von kasumi)
Wow. Was für ein krasses Projekt. Ein alter Mann mit einem Chor aus alten Menschen. Ein Cover einer Coldplay-Ballade. Das ist so besonders, dass ich es nicht nach meinen üblichen Maßstäben bewerten mag...

Wow, das war viel Musik, so 1,5h dürfte ich da jetzt dran gesessen haben. Vielleicht auch zwei. Der bleibende Eindruck der Runde ist allerdings recht enttäuschend. Keine richtige Perle, nur wenig gute Songs. Röyksopp werde ich mir jetzt öfter zu Gemüte führen und Young@Heart hab ich sicher nicht morgen schon wieder vergessen. Der Schnitt der Bonusrunde liegt bei akzeptablen 2,8.

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Projekt Hörsturz: Ein Haufen Menschen (meistens Blogger) schlägt Lieder vor, die dann von einem Haufen Blogger bewertet werden. 5 ausgeloste Songs mindestens, wahlweise auch die restlichen vorgeschlagenen ("Bonussongs").



Konzertheld.de und Trigami

Nachdem ich den vorhergehenden Post über die Swiss Post Box veröffentlicht und bei Trigami eingetragen hatte, bekam ich Post. Man bat mich, einige Mängel zu beseitigen... z.B. die [trigami]-Kennzeichnung im Titel und den Hinweis darauf, dass die Links und Bilder von Trigami vorgegeben wurden. Man würde die Vergütung kürzen oder streichen müssen, wenn der Artikel nicht angepasst würde.

Naja, da ich nicht vorhatte, im Auftrag Werbeartikel zu schreiben, habe ich denen mal zurück geschrieben warum ich das gemacht habe, das Ergebnis ist, dass ich gebeten wurde, mein Feedback zu Trigami in einen eigenen Artikel zu verpacken, natürlich dürfe ich sowohl Trigami als auch dem Produkt kritisch gegenüber stehen, aber bitte getrennt.

Na gut. Ich habe jetzt mal die Passagen, die auf Trigami verweisen, rausgenommen und stattdessen auf eine Fußnote verwiesen, in den ich wiederum auf diesen Artikel verweise. Daher also hier nochmal ein paar Worte zum Ablauf der Kampagne.

Im Prinzip funktioniert es wie folgt: Trigami informiert Blogger, dass Kampagne X vorliegt, gibt ein paar Informationen (Welches Produkt, wie hoch ist die Vergütung) und setzt eine Bewerbungsfrist. Blogger bewirbt sich. Firma hinter dem Produkt akzeptiert Bewerbung. Blogger erhält Produkt, testet und bloggt. Blogger meldet Artikel bei Trigami an, Trigami nickt ab und Blogger bekommt Geld. Die "Treuhandfunktion" die Trigami sich dabei zuschreibt beschränkt sich wohl darauf, dass Trigami das Geld von der Firma bereits erhalten hat und es den Bloggern auf jeden Fall weiterreichen kann.

Was ich vorher nicht wusste war in welchem Ausmaß Trigami bzw. der "Advertiser" (die Firma, die Trigami den Auftrag gegeben hat, Blogger zu finden - Trigami vermittelt ja nur) Inhalte vorgeben. Man ist zwar im Prinzip in seiner Meinung freigestellt - dennoch werden einige Links, Bilder und Stichworte vorgegeben, die man verbauen muss. Und wenn der Artikel mit "Jetzt zur Swiss Post Box" enden muss, kann man schonmal diskutieren in wie weit der Artikel meine Meinung widerspiegelt... das Logo und alle Links (außer denen, die zu Flickr oder zu diesem Artikel führen) stammen von Trigami.

Übrigens gibt's zum Artikel noch einen Nachtrag - die Swiss Post hat nämlich nochmal gefailt. Mein Scan ist durch, aber meine Kündigung zum Monatsende wurde sofort umgesetzt und der Account war schon dicht als ich mir den Scan ansehen wollte...



Swiss Post Box - Elektronischer Briefkasten scannt Papierpost

[Trigami-Review]1

So, in den letzten drei Wochen hatte ich also Gelegenheit mit einem Produkt der Schweizer Post Bekanntschaft zu machen. Die Swiss Post Box ist das Gegenstück zur aktuellen Aktion der Deutschen Post - statt Mails auszudrucken und auf Papier zu verschicken kann man hier Dokumente scannen lassen und diese dann per Mail erhalten. Ein elektronischer Briefkasten. Klingt nach einer interessanten Idee, leider hatte ich nur eben diese drei Wochen zum Testen, mehr Zeit gab man mir nicht.1

Post einscannen könnte eine simple Sache sein... bei der Post Schweiz hat man sich gut überlegt, wie simpel es wirklich ist, und wieviel Geld die ganzen Leistungen wert sind. Das Produktvideo zeigt das ein oder andere Feature... ich zeige mal die Praxis. Im Groben funktioniert es so, dass die Post an eine feste Adresse geschickt wird (was ja an sich ganz nett ist, zieht man um, ändert sich die Adresse nicht), dort wird der Umschlag gescannt und dann auf Wunsch geöffnet und der Inhalt gescannt, weggeworfen oder ungeöffnet an eine hinterlegte echte Adresse weitergeleitet. Das scheitert oft schon daran, dass man eine Postboxnummer angeben muss, so dass (wie leider auch bei der Packstation der Deutschen Post) der Dienst manchmal mangels Adressfeld gar nicht genutzt werden kann. Die Deutsche Post löst das so, dass sie erlauben, die Postnummer mit in eine andere Zeile zu schreiben, wie die Schweizer Post das handhabt, weiß ich nicht.

Logo der schweizer postAm 17.8. habe ich meine Bewerbung abgeschickt, am 18.8. wurde ich angenommen und am 21.8. fragte ich mich, wo eigentlich der Gutscheincode blieb, mit dem ich mich kostenlos registrieren können sollte. Schließlich kostet das Abo, was ich testen sollte, normalerweise 30CHF im Monat. Das kostenlose Abo beinhaltet kein Inklusivvolumen für Umschlagscans, jeder Scan kostet dann 1.15CHF. Außerdem sind die Gebühren für den Nachversand an eine echte Adresse höher.

Am 24.8. (inzwischen sind schon 5 der 21 Tage, die ich zum Test habe, vergangen) tauchte der Gutscheincode in den Kampagneninformationen auf und etwas später kam auch eine Mail die darauf hinwies. Ich registrierte mich also, der Code wurde akzeptiert, von dem in der Kampagne angekündigten Erlass der Setupgebühren (25CHF) war erstmal keine Rede. Das Sicherheitsverfahren meiner Kreditkarte (zur zusätzlichen Verifizierung des Inhabers) wird nicht unterstützt. Am 27.8. erhielt ich dann endlich das Willkommenspaket mit dem PostIdent-Formular, welches erforderlich ist, damit die Schweizer Post meine Post annehmen darf. Am 31.8. hatte ich dann auch mal Gelegenheit zur Post zu gehen und das Formular abzuschicken. Die Mitarbeiterin fand es noch merkwürdiger als, dass die Schweizer Post eine deutsche Identifikation haben möchte, und wusste auch nicht so recht was sie tun sollte, denn normalerweise gehört zum PostIdent-Verfahren ein vorfrankierter Umschlag, in dem das Formular zurückgeschickt wird. Wir haben uns dann dafür entschieden, das PostIdent-Dings mit in den Umschlag mit den allgemeinen Informationen, die ich noch unterschreiben musste, zu stecken, das kostete mich 3,40€ (Versand in Nicht-EU-Ausland). Nochmal Gebühren, die mir laut Kampagnenausschreibung erstattet werden sollen. Es sind 12 Tage vergangen und ich habe noch nicht einmal Gelegenheit gehabt das Produkt zu testen.

6.9., Christian Gredig bestellt noch mehr Gerümpel beim Bundestag, da bisher kein Lebenszeichen aus der Schweiz bzw. aus Bamberg, der Adresse meiner Wahl, kam. 10.9., der helle Wahnsinn, die am 8.9. abgeschickte Sendung ist angekommen. Man bekommt dann ne Mail mit Verweis auf die Loginseite, die Postübersicht sieht dann so aus (am besten großklicken, Picasa):

swisspostbox-screen2swisspostbox-screen1

Tja, einen Tag vor Ablauf der Frist hat's dann doch noch geklappt, dass ich eine Sendung erhalten habe. Vielen Dank für den großzügigen Zeitraum und die schnelle Abwicklung. -.- Jetzt sitze ich also hier und blogge und kann gar nicht viel zu den konkreten Leistungen sagen... aber2:

  • Dieser Dienst ist so teuer, dass ich ihn ohnehin nicht nutzen würde. Ich weiß ja nicht, welche ihrer Zielgruppen die ernsthaft erreichen wollen - aber ich würde jetzt normalerweise als Nicht-Tester 30CHF im Monat zahlen (z.Zt. gut 23€) und das einzige, was kostenlos wäre, wären die ersten 100 Umschlagscans ohne Öffnen und das Wegwerfen oder Shreddern der Post. Jedesmal, wenn ich meine Post sehen will, kostet mich das entweder 1,95CHF für das Scannen oder 3CHF PLUS Porto für's Nachsenden.
  • Es dauert einen Tag länger als normal, bis ich überhaupt erfahre, dass ich Post bekommen habe.
  • Der Knaller: Man wirbt mich damit, ich könne mobil z.B. meine Geschäftspost empfangen - und dann erlaubt sich der Dienstanbieter, bis zu drei Tage (!) für das Scannen zu brauchen.

Mag ja sein, dass das alles ganz gut funktioniert, der Scan des Umschlags sah ganz ordentlich aus, aber unter den Bedingungen wäre es ja billiger und schneller, wenn ich alle zwei Tage meine Geschäftsreise unterbreche, nach hause jette und die Post selbst öffne... so nicht, Leute. Das ist nicht innovativ, toll und eine Vereinfachung meines Lebens. DEN Aufwand ist es mir nicht wert, alle paar Jahre wenn ich mal umziehe niemandem meine neue Adresse mitteilen zu müssen. So reich bin ich nicht. So viel Geld möchte sicher auch nicht jeder Geschäftsmann zum Fenster rauswerfen. Und iPhone-App hin oder her, das macht auch nur den einen Klick "bitte scannen" oder "bitte wegwerfen" schneller, nicht das scannen. Ein Hohn:

Jetzt zur Swiss Post Box1

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1 Weitere Informationen zum Thema: Konzertheld.de und Trigami

2 Ich glaub, meine alte Biolehrerin hat mich beeinflusst, ich stelle ständig Dinge in Listen dar, die nur Sätze listen ohne sie aneinanderzureihen. Hieß damals "Flussdiagramm" und wurde beschrieben als "Eigentlich sind es Stichpunkte, aber man macht n Pfeil dran und dann sieht es besser aus." ^^

Nachtrag 13.09.2010 15:30: Ich hatte der Swiss Post eine Kündigung zum Monatsende geschickt. Heute erhielt ich gleich drei Nachrichten: Meine Sendung wurde gescannt, meine Kündigung ist eingegangen und mein Account wurde heute geschlossen. Was verstehen die bitte unter Monatsende? Jetzt kann ich nichtmal mehr den Scan der Sendung ansehen, die dort eingegangen ist...



Spätsommer-Stöckchen

Zum Wiederauftakt hier mal ein kleines Stöckchen, gefunden beim Rebhuhn, die sich die Fragen auch ausgedacht hat hahahah Die Kleinschreibung ist so'n Tick von ihr... -.-

1] was ist dein meist-angezogenes bekleidungsstück im sommer?
Wie konkret ist das denn gemeint? T-Shirts - von denen ich viel zu wenig helle habe, wie ich feststellen musste. Schwarz ist zwar cool, aber für Kleidung eigentlich ne Scheißfarbe - im Winter sieht dich keiner und im Sommer schwitzte.

2] sommer... und deine liebste tageszeit ist ...?
Zwischen morgens und vormittags so 7, 8 Uhr. Jetzt nicht weil ich da so gerne wach bin, sondern weil's da schon hell, aber noch nicht heiß ist.

3] ich besuche dich in deiner stadt. was unternehmen wir? hahahah
In Herne? Wir fahren aus meiner Stadt raus.

4] dieses jahr schon auf 'ner open air-fete oder 'nem festival bzw. 'nem konzert gewesen?
Klar!

5] was sind deine lieblingsfarben im sommer und welche magst du im winter am liebsten?
Rot und grün... und rot und grün :D Das ändert sich nicht. Bevorzugt grün. hahahah

6] mit wem hast du deinen letzten spaziergang verbracht?
Gute Frage, war ich seit Bonn schonmal wieder irgendwo spazieren? Ich glaube nicht. Dann mit einer Bloggerbekannten :D

7] was hast du diesen sommer nicht getan/geschafft und bereust es [ein bißchen]?
Hmm. Ich hätt gern öfter gegrillt. Aber so wirklich gefehlt hat dieses Jahr mal nix.

8] warum postest du dieses stöckchen? hahahah
Weil ich den Sommer dieses Jahr ausnahmsweise mochte und schon vermisse. hahahah

Hmm. Ich stieg heute in Bochum in die U-Bahn, verschwand im Tunnel, kam 20 Minuten später wieder raus und stand verwirrt im Regen. Meine Wäsche war wieder nasser auf dem Balkon und irgendwie sind hier die ganze Woche schon nur Wolken. Ich beende dieses Sommerstöckchen jetzt.



Open Flair Festival 2010

Übersicht über ein kleines Abenteuer hahahah Schon wieder etwas spät, aber auch was lange braucht, kann noch gut werden, z.B. bei Kleinodyssee, die jetzt noch ein paar wunderbare Fotos vom Hurricane veröffentlicht hat. Vorab möchte ich außerdem darauf hinweisen, dass ich die vielen Kleinkunst-Angebote auf dem Open Flair zugunsten der Bands komplett links liegen gelassen habe. Wer sich dafür interessiert, sei auf die Festivalhopper verwiesen.

Reise

Volksbank Eschwege FrontansichtDas Open Flair findet in Eschwege in Nordhessen statt, das ist 256 Kilometer von meiner alten Wohnung entfernt. Blöderweise hatte ich mein Navi bei einer Freundin vergessen, die ebenfalls in Hessen wohnt, so dass wir auf der Hinfahrt nur Google Maps zur Verfügung hatten und auch einen kleinen Stau abgekriegt haben. Das war aber nichts im Vergleich zu der Katastrophe die uns in Eschwege erwartete. Durch die gesamte Stadt stauten sich Autos, wir haben ewig lange dort rumgestanden, zwischendurch ging es so wenig voran, dass man den Motor abstellen konnte. Die Eschweger Autofahrer haben das leider gar nicht gelassen genommen, stand man in der Schlange mal mitten im Weg, war man direkt ein "blödes Arschloch". Super Anfang. Bei der Ankunft waren wir so froh endlich einem Ordner zu begegnen, dass wir ganz vergessen haben, dass wir ja mit Auto Zelten wollten, ergo sind wir auf nem Parkplatz gelandet. Sehr ärgerlich, denn das hätte sicher einen Teil des Erlebnisses ausgemacht, außerdem war der Parkplatz hinterher ein Schlammfeld und wir mussten das Auto von einem Bagger rausziehen lassen (da gab's dann wenigstens das neue Erlebnis). Allerdings war es auf dem Campingplatz schon sehr voll und der Boden war auch dort nicht gut, so dass der Kommentar des Ordners "da [Parkplatz] seid ihr auf der sicheren Seite" schon okay war...

Der Rückweg war eher unspektakulär, eine freundliche Tankstellenmitarbeiterin stellte uns mitten in der Nacht einen Hochdruckreiniger zur Verfügung, um die Reifen zu säubern (das Profil war quasi nicht mehr da durch den Schlamm), danach ging's durch die Nacht und über Berge, Landstraßen und Autobahnen wieder nach hause. Die Aussicht, wenn man gerade eine Teilstrecke mit Steigung hochgefahren ist und dann wieder runterfährt, ist echt beeindruckend hahahah Und, wichtig, merke: Serways ist völlig überteuert.

Das Foto zeigt die Volksbank Eschwege - die Figuren sind teils vollständige Figuren, teils halb und teils gar nicht. Sieht in echt noch viel beeindruckender aus als so, weil man sich wirklich erstmal nicht sicher ist, was davon Figuren sind und was Zeichnungen oder ob nicht doch einige davon leben.

Campen, Zelten, Überleben

Blick auf den ZeltplatzDas Auto stand auf nem Parkplatz, also haben wir uns das Zelt geschnappt und sind einfach mal drauf los gelatscht. "Folge der Masse" funktioniert immer wieder und nach weniogen Minuten wurde der noch freie Bereich des Zeltplatzes sichtbar. Wir wurden dann noch ein bisschen gescheucht um möglichst platzsparend zu zelten und haben dann relativ problemloss alles aufgebaut. Das platzsparende Zelten hat sich hinterher als nötig erwiesen, denn auch am Freitag reisten noch etliche Leute an und es wurde mächtig voll.

Bei den horrenden Preisen auf dem Festivalgelände war es schlau, sich selbst zu versorgen. Wir bauten also den Grill auf, der im Ackerboden praktischerweise festen Halt hatte, ernährten uns vier Tage von Fleisch, Brötchen und Fertigsalat von Edeka und bauten Tetrapaks mit Panzertape zusammen, um sie umgehängt mit auf das Konzertgelände nehmen zu können. Die Meinung über das Deckelverbot war dabei unterschiedlich... ich denke aber, das Festival- und das Zeltgelände waren so nah beieinander, dass man am Besten dran war, wenn man seinen Liter zügig leer getrunken hat und dann zum Nachfüllen kurz zum Zelt gegangen ist. Aufgrund des überwiegend angenehmen Wetters und der Mischung aus "geh ich mal hin"- und "will ich sehen"-Konzerten war es aber ohnehin recht entspannt, so dass man sich keine Sorgen machen musste zu verdursten.

Wir haben gelernt:

  • Tetrapaks kann man sich prima umhängen, wenn man ein langes Stück Panzertape zu einem Ring baut und zusammenklappt, so dass keine Klebeflächen mehr offen sind, und anschließend das Tetrapak quasi einhängt und quer zum Ring mit Panzertape festklebt. Am besten sind Tetrapaks, die NICHT in der Oberseitenmitte erhöht sind oder son komisches ... Dings haben. Die halt nicht eben sind. Ihr wisst was ich meine.
  • Ein Grill ist für alles gut. Ravioli z.B. kann man prima kochen indem man einfach die Dose in die Kohle stellt. Feuer wird mit Bier gelöscht oder alternativ mit Wasser, dann hat man direkt eine Ausrede, warum um alles in der Welt man Wasser gekauft hat (falls man Wasser gekauft hat). Asche wegräumen vorm nächsten Grillen wird überbewertet.
  • Wenn es schnell gehen muss, weil die Pause bis zum nächten Konzert kurz ist, funktioniert es absolut super, statt 100% Kohle/Briketts 10-20% festen Grillanzünder beizumischen und das dann mit reichlich flüssigem Grillanzünder anzuzünden. Kein Witz - dauert keine 10 Minuten bis man Fleisch drauf garen kann und ist nicht so gefährlich wie Spiritus. Allerdings muss man dabei ggf. hinnehmen, dass Etiketten und Sicherheitshinweise am Grill einfach verbrennen :D
  • Helga ist nur schwer tot zu kriegen. Gegenüber von unserem Zelt wurde sie beerdigt - Gerüchten zufolge spukt sie aber jetzt zwischen den Zelten umher, jedenfalls waren immer wieder Helga-Rufe zu hören...

Brötchen und Wurst auf einem GrillAm Samstag bzw. in der Nacht auf Sonntag waren wir irgendwie lange auf, es war plötzlich halb vier... aber Schlaf wird ja sowieso überbewertet und morgens kommt man irgendwann freiwillig aus dem Zelt gekrochen, weil es so warm wird da drin. Okay, Sonntag hat es geregnet, nachmittags und abends sogar ziemlich heftig, aber dennoch, es war warm. Ich hab mir dann die ersten beiden Bands geknickt und stattdessen die Packstation im Ort aufgesucht, in der mein bestelltes Handyautoladegerät und mein Navi bereit lagen (danke Isi für's Nachschicken!). Irgendwie war ich dann noch am Auto und habe dabei ein Päärchen getroffen, deren Autobatterie verreckt war, weil sie die Scheinwerfer angelassen hatten. Er wusste wie man ein Starterkabel anschließt und ich hatte ein funktionierendes Auto, fünf Minuten später waren drei Menschen glücklich. hahahah

Wir waren übrigens dreimal einkaufen während der vier Tage. Es gab mindestens drei Supermärkte, davon min. einer auch am Sonntag geöffnet, in der Nähe des Zeltplatzes, zu zwei davon (ein überraschend großer Edeka und ein von mir nicht getesteter Aldi direkt nebeneinander) fuhr ein kostenloser Shuttlebus, der ausgesprochen cool war. Ich habe noch vor Augen, wie der Bus sich nach einer Ampel um eine Kurve gequält hat, wo gerade mal wieder Anreise-Rückstau war (es müssen eine Menge Tageskarten verkauft worden sein, außerdem schrieb ich ja dass viele erst Freitag kamen). Der Busfahrer hatte da natürlich keinen Bock drauf - also kurzerhand beschlossen, dass wir im Bus das Vorrecht haben und einfach durch den Gegenverkehr gebrettert bis zum Zeltplatz :D Überhaupt waren die Busfahrer alle klasse, total entspannt und kannten jeden Schleichweg. DAS war wirklich mal gut organisiert. Außerdem sind im Bus mit die lustigsten Storys passiert. Genial war z.B. auch, als n Typ mit nem Kasten Bier n anderen mit Peter angelabert hat, der sich angesprochen gefühlt hat, worauf der Typ mit dem Bierkasten meinte, wenn du wirklich Peter heißt, trink ich eins auf Ex. Peter den Perso raus und der andere Typ am fluchen :D

SchaumpartyDie Autoschlange, die wir mit dem Bus überholt haben, war aber auch super... irgendwann hat sich einer einfach vor'n Auto gesetzt, "Hin-setz-en!" angefangen und Gesellschaft von bestimmt zehn Leuten bekommen, die dann alle mal ein Humba Humba Tätärä angestimmt haben... :D Bewegt hat sich da eh nix, so blieb wenigstens der Spaß...

Festival der Fail-Momente

Womit wir vor dem Highlight zum weniger erfreulichen Teil kommen, denn das Open Flair war unserer vier Meinungen nach echt schlecht organisiert. Pannen, wie wir sie erlebt haben, dürfen nach 25 Jahren nicht auftreten, auch nicht, wenn das Festival mit diesem Jahr wieder einmal größer geworden ist.

Ausgehend davon, dass nicht mindestens fünf Bands schlechte Tontechniker mitgebracht hatten, war entweder die Tontechnik schlecht oder die Open Flair-Tontechniker unfähig, jedenfalls haben auf einem Festival keine Rückkopplungen aufzutreten. Eine hab ich gehört als ich gerade an der Packstation war, 15 Gehminuten vom Konzertgelände entfernt. Arme Fans, arme Band. Ich weiß, dass Rückkopplungen nerven und schwer zu vermeiden sind, aber es gibt Technik dagegen und bei Konzerten dieser Dimension hat so etwas einfach nicht zu passieren.

Die JuryKleinere Pannen waren dann so Dinge wie der ausgefallene Strom am Eiswagen oder die ziemlich früh ausverkauften T-Shirts. Ärgerlich war auch, dass die Wasserschläuche, mit denen im Bereich direkt vor der Bühne der Staub gebunden und die Zuschauer abgekühlt werden sollten, ständig zu wenig Druck hatten. Zu den größeren, nicht verzeihbaren Pannen gehört der verbockte Einlass am Samstag und Sonntag. Grund war eine Getränkelieferung, die am Samstag dafür sorgte, dass erst eine halbe Stunde nach planmäßigem Beginn des ersten Konzertes der Einlass geöffnet wurde, absolut unmöglich, wie ich finde. Die wunderbaren NEOH mussten dafür mit ihrer Spielzeit büßen; immerhin hat man ihnen nicht die gesamte halbe Stunde abgezogen, sondern die Zeit verteilt auf die ersten Bands. Die für viele Besucher sicherlich die schlimmste Panne war vielleicht der Auslöser für die Getränkelieferung - mindestens zweimal war nämlich das Bier ausverkauft. Ich frage mich zwar, wie das bei 3€ pro Becher passiert ist, aber die Leute scheinen genug Geld zu haben, das Open Flair aber zu wenig Bier. Jedenfalls spricht das nicht gerade für die Organisationskünste beim Open Flair. Der eigentliche Wucher am Preis ist übrigens, dass man für die 3€ keine Coke bekommt, sondern Gut&Günstig-Limonade...

Eins ist mir dabei allerdings positiv aufgefallen: Die Videotechniker, die das Geschehen auf der gerade genutzten Bühne auf die Leinwand gebracht haben, hatten ne Menge drauf. Das, was da auf der Leinwand zu sehen war, hätte durchaus auch das Ergebnis des fernsehtauglichen Videoschnitts sein können. Nicht, dass das während dem Festival was bringen würde, aber beim Hurricane war das nicht so gut.

The Gaslight Anthem

Alles anders als man denkt

Okay, trotz aller Pannen und dem ganzen Spaß auf dem Zeltplatz bleiben natürlich die Bands das Wichtigste. Trotz Bands wie Papa Roach war das Open Flair doch sehr von Ska und Pop geprägt. Beides nicht gerade die bevorzugte Musikrichtung von uns vieren, die wir dort waren, dennoch sollte der Spaß bei keinem zu kurz kommen.

Bei mir war es vor allem dann der Fall, wenn wieder mal alles anders kam. So zum Beispiel ziemlich am Anfang, nachdem ich bei Sondaschule eine Million blaue Flecken bekommen hatte, bei Grossstadtgeflüster. Ich wusste nicht mal, dass die schon drei Alben rausgebracht haben, kannte nur "Ich muss gar nix" und fand das eigentlich eher nervig als gut. Live waren die aber dann so gut wie ich es im Leben nicht erwartet hätte. Laute, harte elektronische Sounds und jede Menge rotzige, freche Texte, einfach richtig gut. Anspieltipps für ein bisschen Kontrast "Weil das morgen noch so ist" und "Haufenweise Scheiße". Der Live-Mix war übrigens, wie ich im Nachhinein herausgefunden habe, ziemlich bunt aus alten und neuen Liedern und wenn ich mich richtig erinnere, haben sie sogar den bekanntesten Song "Ich muss gar nix" irgendwo mittendrin gespielt. Klasse Sache.

Typen in Chirurgen-OverallsAnders als von den letzten beiden Malen gewohnt waren dafür Blood Red Shoes. Nachdem das Konzert beim Hurricane so gut war, dass die Menge trotz strömendem Regen gerockt hat, und auch das Konzert in London richtig geil war, waren sie auf dem Open Flair vergleichsweise schlecht und haben sogar bei zwei Liedern gegen Ende total den Takt versaut. Könnte daran gelegen haben, dass sich vor dem Konzert eine Gruppe betrunkener Menschen gebildet hat, die die ganze Zeit "Anna" gebrüllt haben, ausgehend davon, dass irgendjemand irgendeine Anna gesucht hat, aber eher so, als würden sie euphorisch den Namen der Sängerin brüllen. Die war vermutlich etwas angepisst, schließlich heißt sie nicht Anna, sondern Laura-Mary... hat dann dazu geführt, dass sie, als am Ende noch eine Saite ihrer Gitarre gerissen ist, dieselbe hingeschmissen hat und von der Bühne gestürmt ist (und dabei noch einen Verstärker umgeworfen hat). Dass danach die Zugabe-Rufe nicht erhört wurden, war absehbar Oo

Anders als erwartet waren Liquid Lightning aus Düsseldorf. Ich kannte bisher nur das auf der Open Flair-Website verlinkte Lied ("Mary") und hatte mir danach viel versprochen, wollte ja sogar vorher schon nach Düsseldorf, hatte dann ja aber nicht geklappt. Traurig bin ich nicht drüber, denn das Konzert auf dem Open FLair war ziemlich enttäuschend. Das ganze Programm wirkte irgendwie abgespult und die Band hat sich ziemlich lächerlich damit gemacht als deutsche Band in Deutschland ihr Konzert auf englisch zu halten. So wirkte dann trotz der eigentlich nicht schlechten Lieder alles irgendwie öde.

3 Feet SmallerAbsolut nicht anders als erwartet, höchstens noch besser, waren Wir sind Helden, mein persönliches absolutes Highlight. Am Nachmittag hatten wir schon die beeindruckenden Papa Roach erlebt, deren Sänger es einfach absolut drauf hat, jeden zum Feiern zu bringen (kommt auf die Bühne, macht die Arme hoch und brüllt JUMP! und die vordere Hälfte des Publikums springt), deren abschließendes Lied natürlich Last Resort war. Meinen Gedanken, doch einfach mal ein Konzert mit so einem Hit zu eröffnen, haben die Helden dann umgesetzt - Bühne dunkel, ein paar streunende Scheinwerfer, knacksen, plötzlich tutet ein Telefon: "Sie haben eine SMS-Kurznachricht. Die Nachricht lautet:"... fantastisch. Genauso genial ging es dann auch weiter, die besten Hits der bisherigen drei Alben gemischt mit ich glaube fünf neuen Liedern vom da noch nicht erschienenen vierten Album "Bring mich nach Hause". Übrigens gab es am Ende trotz schon begonnener Spielzeit der Brote mit deren Erlaubnis noch zwei Zugaben (Judith dazu in etwa: Wir waren jetzt so lange nicht da, das muss jetzt. und: Das gibt wieder Ärger, aber Ärger ist doch gut!) hahahah

Sowieso nicht voraussehbar sind Klee, die dieses Mal einen nur akzeptablen Auftritt hingelegt haben und deren Sängerin (wie immer?) ganz offensichtlich ziemlich betrunken war. Die Technik war dabei auch extrem schlecht, die beiden Handscheinwerfer hatten schon nach ner Minute den Akku leer und der Sound war scheiße. Naja, es war das letzte Konzert am Samstag, war dann eben für "so, jezz is Schluss für heute". Übrigens haben wir davor, nach der Flucht vor Jan Delay mit LSD und Schnupfen, auch noch zwei Drittel von TOS gesehen, die aber eher den anderen als mir gefallen haben. ("Wir sind gleich am Infostand, wir haben T-Shirts und CDs, aber eigentlich geht es nur darum mit euch Bier zu saufen.")

Völlig ohne Erwartungen sind wir an einige andere Bands rangegangen, zum Beispiel Timid Tiger. Die wurden mir empfohlen, als ich grad vor Levellers vor der Bühne rumhing und von zwei Typen angesprochen wurde. Ob ich aus Gelsenkirchen sei und auf dem MPG war... super, 260km entfernt und man wird von Leuten von seiner alten Schule angelabert :D Jedenfalls meinten die, wenn ich Blood Red Shoes mag, würden mir auch Timid Tiger gefallen und tatsächlich ist der Vergleich nicht schlecht, die Musik ist zwar nicht ganz ähnlich, aber auch Timid Tiger haben einen Hang zum Ausgefallenen und waren ziemlich cool drauf.

Der Rest

Ansonsten gab es natürlich noch etliche andere Auftritte...

  • Bands, die live ziemlich öde sind (Bad Religion),
  • Bands, die auf Drogen sind (Jan Delay),
  • Bands, die ihr Publikum total mit einbeziehen und allgemein bekannte Hits kurz anspielen um das Publikum anzuheizen (3 Feet Smaller - lassen synchron Stroh werfen und steigern das Publikum zum Circle Pit),
  • Bands, die vom Festival profitieren, weil es dort mehr Effekttechnik gibt als bei den eigenen Auftritten (Madsen mit Feuerwerk),
  • Bands, die ihr Publikum ständig verarschen und dann doch heiraten (The Hives),
  • Bands, die einfach ihr Programm abspulen, so dass hinterher niemand Zugaben fordert (NoFX, Against Me - dafür ist danach irgendwoher eine alte Frau mit Rollator aufgetaucht oO ),
  • Bands, deren Publikum ziemlich rabiat wird, wenn es im Einlass warten muss, der eigentlich gar nicht so voll ist (SKA-P),
  • Bands, die eine geniale Show hinlegen und zum Glück auch
  • Bands, die sich von der schlechten Organisation nicht die Laune versauen lassen und mit Zuschauern Pleks tauschen (NEOH).

Bei den Levellers war ich anfangs ziemlich am Rand, wo der Sound und auch sonst alles scheiße war, hinterher in der Mitte war's dann richtig gut. Hatte wie erhofft ein bisschen was von Eileen Q beim Kirchentag 2009. Fehlen noch Fettes Brot, zu denen ich noch kein Wort verloren habe - dabei haben die doch so einen guten Abschluss gemacht. Das Highlight für mich war klar Wir sind Helden direkt davor, aber Fettes Brot haben dann nochmal richtig für ne Party gesorgt und vermutlich alle ihre Hits gespielt (von einigen wusste ich gar nicht dass die Lieder von Fettes Brot sind...), danach taten uns die Füße weh und wir hatten ein glückliches Ende des Festivals hahahah

Gesamte Konzertliste in der Reihenfolge der Auftritte (nur komplett gesehene Konzerte): Sondaschule, Grossstadtgeflüster, Liquid Lightning, 3 Feet Smaller, Levellers, Mad Caddies, NEOH, The Gaslight Anthem, Madsen, The Hives, Klee, Timid Tiger, Livingston, Papa Roach, Blood Red Shoes, Wir sind Helden, Fettes Brot.

Alle Fotos bei Flickr



Projekt Hörsturz - Runde 28

Zack, da ist schon die nächste Runde im Projekt Hörsturz. Da es diesmal noch mehr Bonussongs sind, behalte ich mein bisheriges Vorgehen bei und bewerte erstmal die fünf "Pflichtsongs", die anderen kommen dann später.

Der im Durchschnitt am besten bewertete Song der Runde 27 ist The Helio Sequence - Converter1. Mein Vorschlag für die nächste Runde ist Weltensurfer von NEOH.

{rating25} Biffy Clyro - Born On A Horse (von David)
2x gehört 0x ernsthaft überzeugt. Nix halbes und nix ganzes, irgendwie. Es fällt mir immer schwer was zum Text zu sagen, und musikalisch ist das hier nicht der Brüller.

{rating4} Elvis Costello - 45 (diner version) (von JuliaL49)
War das schonmal oder wieso kenn ich das? Hab doch mit Costello sonst so gar nix am Hut. Ach, das ist von JuliaL49, dann hab ich das schon vorher angehört, weil's ihr Vorschlag war. Ziemlich entspannter Song. Weiß gar nicht so recht welcher Musikrichtung man das zuordnet. Chill-Zeugs. hahahah

{rating4} The Amplifetes - Somebody New (von Kamil)
Oh, das ist meine Musik. Rockzeugs mit elektronischen Instrumenten und Effekten. Auch ansonsten ganz nett, wenngleich nicht besonders einfallsreich.

{rating0} Crystal Castles - Alice Practice (von Paula)
Mehr Elektrozeug. Diesmal aber quasi nur Elektro und so ne merkwürdig schreiende Frauenstimme dazwischen. Verstört mich grad irgendwie ziemlich. Nee...

{rating3} This Will Destroy You - There Are Some Remedies Worse Than The Disease (von Khitos)
Solche Songs schneiden immer schlechter ab, wenn ich alle auf einmal bewerte. Gegenüber Popmusik wie am Anfang oder so Elektrokram wie vorhin wirkt das nämlich total lahm. Deshalb packe ich jetzt einfach mal noch einen Stern drauf, denn der Song wirkt durchaus so als wäre er gut und käme nur grad bei mir nicht an.

So, und wer den nichtsaussagenden Schnitt haben möchte, kann sicher selbst fünf Zahlen addieren und dividieren.

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1 Dazu sei gesagt, dass die Top 5 immer nur aus den fünf ausgelosten Songs erstellt werden, da die anderen nicht von allen Teilnehmern bewertet werden.



Musik-Neuentdeckungen 08/2010

Viel los im August. Blogs, Projekte, Konzerte, Videos, Serien. Man, was gibt es geile Musik auf der Welt.

  • Dead Disco - Automatic (last.fm)
    Vom Little Boots-Radio. Bestimmt gut tanzbar, wenn man's kann. Macht gute Laune hahahah
  • Madsen - Du schreibst Geschichte (Ten Sing)
    Hatte ich im Juli vergessen, natürlich ist auch Madsen eine Entdeckung gewesen. Berichtet hatte ich ja schon, sowohl über den Song als auch über das Konzert bei BoTo.
  • Fenech-Soler - Stop and Stare (Mit den schönsten Songs der Welt)
    Ich habe mal den Beitrag verlinkt, denn eigentlich beschreibt Julia dort schon sehr passend, wie der Song wirkt... beim Wassermelone essen gehört, sofort gewusst in welchen Blogeintrag ich das stecke und jetzt mal das Video ansehen hahahah
  • The Pixies - Where is my mind (?)
    Ich bin mir nicht mehr sicher wer, aber irgendwer hat letztens bei einem Konzert Where is my mind von den Pixies gecovert, einen Song, von dem ich schon oft gehört habe, den ich aber nie gesehen oder gehört habe, obwohl die Pixies sogar 2009 beim Hurricane waren. Geiles Lied.
  • Lady Gaga - Fever (Projekt Hörsturz)
    Sagt was ihr wollt, ich mag das. Nichts besonderes, aber trotzdem. Ist mal nicht son Zeug, was man nur in der Disco hören kann...
  • Wir sind Helden - Alles (Wir sind Helden MySpace)
    Na, entdeckt ist jetzt übertrieben, ich hab ja ewig drauf gelauert, jedenfalls haben die Helden ja eine neue Single rausgebracht und sie ist fantastisch. Das Konzert beim Open Flair war so geil dass ich bald gestorben wäre. Sie können's immer noch.
  • The Ting Tings - Hands (Ting Tings Facebook)
    Auch das hier eine neue Single, von den fantastischen Ting Tings diesmal. Hörbar auf ihrer Facebook-Seite. Ich bin schon gespannt auf weitere Lieder, die Helden haben ja bei ihrem Konzert schon gespoilert...
  • The Helio Sequence - Converter (Projekt Hörsturz)
    Mal wieder ein bisschen gechillte Musik. Seit kurzem bin ich beim Projekt Hörsturz dabei, wo Blogger Lieder vorschlagen, die dann in einen Topf kommen, aus dem einige gezogen werden, die von den Teilnehmern bewertet werden sollen. Dieses Lied war einer der Vorschläge, die anderen von The Helio Sequence sind aber durchaus auch hörenswert.
  • Collective Soul - Shine (Charmed)
    Mittlerweile Staffel 7, die Produzenten haben gut was aufgefahren, Collective Soul sind in Amerika echt ne Nummer. Shine ist ihr größter Hit. Auf Youtube findet sich ein Video1 von einem Auftritt zusammen mit dem Atlanta Symphony Youth Orchestra - etwa so episch wie Paul van Dyks "For an Angel" mit Orchester.

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1 Falls das Video verschwindet, taucht es sicher woanders wieder auf...



Spanisch

So ätzend es sein kann, wenn man regelmäßig mittlere oder längere Strecken Zug fahren muss, so spannend ist es doch, wenn einem mal wieder was interessantes passiert. So geschehen gestern Abend1 in Dortmund.

Ich kam auf den Bahnsteig an dem mein Zug nach Herne fahren sollte als dort gerade jemand Hilfe suchte. Der Mann war offensichtlich nicht der deutschen Sprache mächtig und wollte wissen wie er nach Herne kommt. Am gegenüberliegenden Bahnsteig schickte ihn gerade jemand weg ("hier nicht"), also hab ich ihn erstmal rüber gewunken, denn ich wusste ja wie ich nach Herne komme. Mit Händen und Füßen habe ich ihm dann irgendwie klar gemacht dass er nach Herne kommt wenn er in den Zug einsteigt der da gerade kommt und dass ich auch dort hinfahre. Es stellte sich heraus, dass er weder deutsch noch englisch, nur spanisch, spricht. Mir kam dann irgendwann die Erleuchtung mit Hilfe moderner Technik ein paar Brocken spanisch zu produzieren und Google hat es immerhin geschafft, ihm klarzumachen, dass er immer noch im richtigen Zug sitzt und es etwa 30 Minuten dauert bis Herne.

Schwieriger war es, heraus zu bekommen, was er wollte, als er anfing von seiner Frau und seinen Kindern zu sprechen... mit Google konnte ich ihm zwar antworten, aber der Versuch, spanisch einzugeben, ist kläglich gescheitert, der Herr war offensichtlich nicht an PCs gewöhnt. Er verkaufte mir dann erstmal eine Obdachlosenzeitung und als er danach eine Handynummer rausholte, verstand ich auch, dass er nicht danach gefragt hatte, ob er bei mir übernachten kann, sondern bloß telefonieren wollte. Na, das war nun kein Problem, offensichtlich sollte ihn jemand am Bahnhof abholen.

Dreißig Nachfragen ob der Zug nach Herne fährt und zwanzig Erklärungen wo wir gerade sind später kamen wir dann sogar in Herne an und nach einem zweiten Telefonat ging's raus aus dem Bahnhof und ich glaube, er hat sogar gefunden, wo er hin musste, jedenfalls wirkte er ziemlich glücklich über meine Hilfe.

Und jetzt frage ich mich: Wenn in Dortmund sogar der offizielle Aushangfahrplan nur von Castrop und Wanne-Eickel redet und damit etwa zehn Stationen auslässt - wie soll man dann herausfinden wie man nach hause kommt? Wenn der Zug nicht beschriftet, die Bahnsteigsanzeige ausgefallen und die Durchsage undeutlich ist - wie soll man dann herausfinden, wo einen der Zug hinbringen wird? Wenn die Service-Säulen auf den Bahnsteigen schlecht funktionieren oder die Bahnbediensteten am anderen Ende undeutlich zu hören sind (so denn einer dran geht) - wie soll man dann Hilfe bekommen? Wenn die Anzeigen im Zug ausgefallen sind und die Durchsagen rauschen, so dass man sie nur versteht, wenn man fließend deutsch spricht - wie soll dann ein Nichtdeutscher wissen wo er gerade ist? Wenn Bahnhöfe keine Schilder haben - wie soll man dann aus dem Fenster gucken und im Dunkeln erkennen wo man ist? Und wenn man weder deutsch noch englisch spricht und alles vorhergehende zutrifft - ist man dann nicht völlig aufgeschmissen?

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1 Nach Hagener Verhältnissen: Nacht.