Genius? Keine Genies am Werk.

Kürzlich erlitt mein Speedlink Gravity 2.1-System einen Kabelbruch und wurde fortan bei jeder Berührung geerdet. Das traf meinen Glauben an "billig kann doch gut sein" schwer, also legte ich diesmal für ein vergleichbares System 30% mehr Moneten auf den Tisch. Auf geht's, die Sandwich-Methode, Feedback immer mit etwas Gutem beginnen.

Die Genius SW-G2.1 sehen in schwarz-orange futuristisch, aber noch vertretbar aus, lediglich die goldenen Elemente wirken etwas zu abgehoben. Das Kabelsystem ist vorbildlich - die Kabel werden nicht unter dem Tisch beim Subwoofer, sondern auf dem Tisch im Verstärker zusammengeführt, so dass auch die Kabellängen ausreichen. Leider staubte der Klavierlack schon während des Verkabelns ein.

Dann Musik an, erstmal irgendwas zum Einstellen, "Power of Love" lief gerade. Ihr kennt das, dieser typische Keyboard-Sound. Der klang leider, als würde jemand in eine Blechdose pusten. Die Satelliten klingen wie 5€-Plastikschrott. Total blechern in den Höhen, die Mitten kaum da und wenn, dann sehr unnatürlich. Ein echtes Schlagzeug soll klingen wie ein echtes Schlagzeug, nicht wie ein Haufen Ölfässer, alte Töpfe und Kehrbesen.

Dabei habe ich mich über den Subwoofer noch gefreut. Schön punchig, ein typischer Hornbass, mit Druck und trotzdem nicht verwaschen. Dachte ich. Dann habe ich die Satelliten rausgezogen, um die vom Gravity anzuschließen (die dann auch besser klangen) - und bekam in dem Moment den reinen Subwoofer-Brei zu hören. Ein ekelhaftes Gewaber aus Bass mit matschigem Restsound dabei. Als ich den Kopf unter den Tisch steckte, traf mich der Schlag. 70% des Sounds gehen schon auf dem Weg nach oben über den Tisch verloren. Wenn das nach unten geht, dürfte in ner halben Stunde der erste Nachbar vor der Tür stehen und sich zu Recht aufregen.

Bei Konzertaufbauten habe ich erlebt, wie sich Boxen anhören, wenn man eine vernünftige Weiche vorschaltet. Dann geben die Bässe den Bass wieder und die Topteile mit separaten Lautsprechern vernünftige Mitten und Höhen. Ich bezweifle, dass es immer eine 2000€-Weiche sein muss, um angemessenen Klang zu bekommen. Hier klingt es jedenfalls eher, als wäre schlicht gar keine verbaut.

Das Beste an dem System ist echt noch das Kabelkonzept. Auch der Bassregler an der Tischeinheit ist praktisch. Nachdem ich die Satelliten nun gehört habe, verstehe ich allerdings auch, wieso keine Regler für Mitten und Höhen dabei sind - da ist ohnehin nichts mehr zu retten. Und nun bin ich auf das Gesicht des Postmenschen gespannt, wenn ich mit dem gleichen Paket wieder zurück komme.



Wenn die Schwarm-Intelligenz versagt

Produktrezensionen direkt auf der Verkaufsplattform sind etwas feines. Gerade bei beliebten Produkten kann man sich damit ein Bild davon machen, was die Ware taugt. Oder eben auch nicht. Denn bei Amazon scheint das Prinzip, dass verärgerte Menschen eher ihre Meinung sagen, nicht zu greifen - sondern eher das trnd-Prinzip: Wenn du das Produkt magst, sag es allen. Wenn nicht, erzähle niemandem davon. Das ist ein schönes Konzept für neue Produkte, aber wenn etwas längst auf dem Markt ist, ist das Mist.

Dann nämlich scheint alles toll zu sein, weil wenige negative Meinungen schnell untergehen. Ich weiß nicht, wieso so viele Menschen Amazon-Rezensionen schreiben. Man gibt damit sogar die Rechte an seinem Text ab und normalerweise zieht man daraus keinen persönlichen Vorteil. Ein Grund aber scheint zu sein, dass man anderen zustimmen möchte - und nun der zweite Punkt, warum das mit den negativen Rezensionen nicht funktioniert: Die Leute schreiben alle das gleiche.

Im Fall meiner Boxen (Speedlink Gravity X-XE) nämlich, dass die in den Höhen bei größeren Lautstärken schnell zerren würden. Mir fiel das auch auf, allerdings nur bei MP3s, die nicht direkt von der CD kamen, also schob ich es auf lausige Kompression. Bis das Phänomen vorhin auch bei digitalen Downloads auftrat - und mir auffiel, dass mir die ganze Zeit etwas anderes aufgefallen war: Ich hatte bloß zuviel Vorverstärkung in meinem Medienplayer eingestellt. Also Pre-Gain rausgenommen und schon hörte sich alles wunderbar an. (Ok, so wunderbar, wie lausig komprimierte MP3s eben klingen.)

Menschen sind also manchmal einfach Idioten, besonders dann, wenn sie gerne etwas zu sagen haben möchten. Sogar Menschen, die eigentlich keine Idioten sind, werden dann zu Nervensägen. Zum Beispiel bei Kameraobjektiven, die prinzipiell immer von irgendwem für schlecht erklärt werden, der glaubt, irgendwelche Unregelmäßigkeiten an seinen Fotos entdeckt zu haben. Selbst falls das stimmt, wird es kaum jemandem auffallen. Aber das ist schon wieder ein anderes Thema.



Drømme og erindinger

Jeder muss doch Träume haben, und dazu gehören doch auch Erinnerungen, die man nicht zurück holen kann. So wie bei J., die ich nie traf und von der ich bis heute nicht verstehe, wieso sie den Kontakt abbrach. Was bleibt, ist Enttäuschung, aber auch Erinnerungen an gute Zeiten, viele tiefgründige Gespräche und eine gute Freundschaft. K. sagte mal sinngemäß, eine gute Zeit gehabt zu haben ist besser als keine gute Zeit gehabt zu haben, also wäre es Blödsinn, niemanden mehr kennen lernen zu wollen, nur weil es manchmal nicht lange hält oder auch zu Enttäuschungen führt. Was wird dann daraus? E. habe ich später nochmal getroffen, als wir schon eine Weile nichts voneinander gehört hatten, das war dann kurz mal sehr nett, aber weiterer Kontakt hat sich nicht ergeben. Den Erinnerungen hinterher zu laufen ist also vermutlich nicht so wichtig und sinnvoll wie sie zu bewahren.



Valess fleischfreie Cordon Bleus

Das Kühlregal mit dem Tofu bietet außer dem Tofu noch eine Reihe anderer vegetarischer Produkte, darunter eine Auswahl von Valess-Produkten. Nachdem die "Frikadellen" letztens recht gut waren, wollte ich diesmal die "Filets" kosten. Alle Packungen sind Zweierpacks und kosten 1,99€.

Auspacken & Zubereiten

Nachdem die Schachtel unterwegs schon halb auseinander gefallen war, ließ sie sich anschließend immerhin leicht öffnen. Öl erhitzt und die Bratlinge vorsichtig reingelegt - wie alle Fleischersatzprodukte auf Milchbasis spritzt es schnell und heftig, auch beim Wenden. Das Braten gestaltet sich unkompliziert, ein einziges Mal wenden genügt, beide Seiten werden gleichmäßig braun. Der ausgelaufene Käse schmeckt sehr käsig, aber auch künstlich. Ein Blick auf die Verpackung bestätigt Zusatz von Konservierungsmitteln.

Geschmack & Konsistenz

Auf den ersten Biss glaubt man noch, tatsächlich in ein Cordon Bleu zu beißen - die Konsistenz ist der von zartem Filet ähnlich und die Panade schmackhaft. Allerdings vermisst man den Käse. Erwischt man dann mal ein Stück ohne Panade, zeigt sich: Der eigentliche Milchbratling hat nahezu keinen Eigengeschmack. Das führt dann dazu, dass die geringe Menge Käse sich gegen das nach nichts schmeckende "Fleisch" kaum durchsetzen kann, schon gar nicht gegen die Panade. Den intensivsten Geschmack hatte noch das ausgelaufene Käsestück.

Auch der zweite Bratling schlägt sich nicht besser. Wie bei so vielen vegetarischen und veganen Produkten, die man statt Fleisch konsumieren kann, ist auch hier zutreffend: Konsistenz und Verarbeitungsmöglichkeiten sind praktisch, aber ohne starke Würzung erhält man kaum Geschmack. Wer also sein "Filet" ohnehin in Ketchup ersäuft, kann das mit Valess auch fleischfrei tun.



Sammlungsauflösung

...aber nicht ohne wenigstens ein Foto rauszuholen.

Zerlegter DVD-Rekorder

Zerlegtes DVD-Laufwerk



Musik-Story 8/2013

Weil heute Musikvorstellungs-Tag ist und ich im August nix nennenswertes kennen gelernt habe (außer vielleicht Ratatat) und die wiederentdeckten 90er schon in einem anderen Post sind, hier noch eine kleine Geschichte um Paris.

Als ich noch öfter als Stagehand gearbeitet habe, gab es dort öfter die Gelegenheit, neue Musik zu entdecken. Wir haben mit Firmen aus verschiedenen Ländern zusammen gearbeitet - Holland, Belgien, Sachsen Frankreich, England, USA. Entsprechend haben die Techniker immer ganz anderes Zeug zum Soundcheck mitgebracht. Irgendwann fragte ich also mal wieder nach, was denn da gerade läuft, der Mensch wusste aber nichts über den Song, außer dass er Paris heißt.

Das Internet kennt aber ja zum Glück alles und so wühlte ich mich durch ca. 100 Titel namens "Paris" auf Spotify, nur um dann festzustellen, dass es sich um den "Aeroplane Remix" eines Songs von den Friendly Fires handelt. So landeten gleich drei Titel in meiner Sammlung - der Remix vom Soundcheck, das Original und ein weiteres Lied namens "Paris" von Geographer, das ebenfalls allseits bekannt ist. Witzigerweise gab's den Remix dann später bei Amazon als Free Download.

Das Internet wusste übrigens auch, welchen Song ich heute fünf Sekunden lang hörte, als ein Auto unter meinem Fenster vorbei fuhr. Irgendwas französisches aus den 90ern, mein Französisch ist nach wie vor lausig und irgendwelches Kauderwelsch eingeben brachte nichts, aber in einer der unzähligen "The 10 XYZ songs of the 1990s" wurde ich dann fündig und erkannte den Namen sofort wieder: Désenchantée von Mylène Farmer, in den Neunzigern bekannt geworden durch Kate Ryan (die auch sonst ungefähr alles gecovert und auf Vier-Viertel-Basstakte gemünzt hat). Désenchantée ist bei Spotify sogar ihr meistgehörter Titel - auf dem Weg hätte man das also auch herausfinden können...

Und wo wir schon bei den 90ern sind - wer erkennt den 90er-Verweis in Aber sicher von Sondaschule (Schnipsel reicht)? ;)



Mixtape aus meiner Kindheit

Vor dem Umzug digitalisiere ich alte Kassetten. Richtige alte 90er-Jahre-Audiokassetten, die ständig Bandsalat bekommen und nach zehn Mal abspielen eiern. Manche werden überspielt, andere einfach durch MP3s ersetzt. Die hier zum Beispiel ist durch den aktuellen 90s-Trend ja wohl wieder total in:

  1. Lou Bega - Mambo No. 5 (A little bit of)
  2. Liquido - Narcotic
  3. Eiffel 65 - Blue (Da Ba De)
  4. Britney Spears - Hit Me (Baby One More Time)
  5. Backstreet Boys - I Want It That Way
  6. Ann Lee - Two Times
  7. Vengaboys - We're going to Ibiza
  8. Modern Talking - You are not alone
  9. Touche - This Goodbye is not forever
  10. Jennifer Lopez - Waiting for tonight
  11. Eiffel 65 - Blue (Da Ba De)
  12. Journey - Wheel in the Sky
  13. Tina Turner - When the Heartache is over
  14. Sasha - I feel lonely
  15. Joe Cocker - Little Bit of Love
  16. No Mercy - Where do you go (my Lovely)
  17. Lou Bega - I Got A Girl
  18. La Bouche - Sweet Dreams
  19. Cher - Believe
  20. Die Ärzte - Männer sind Schweine
  21. Ace of Base - All That She Wants
  22. Celine Dion - My Heart will go on
  23. Shania Twain - That don't impress me much
  24. Titiyo - Come Along

Gitarren wurden überbewertet, Synthesizer waren viel toller. Man beachte auch die Untertitel - was heutzutage "feat. XYZ" ist, war damals eben "(markante Textzeile)". Wobei "markante Textzeile" manchmal gefühlt tausend Mal wiederholt wurde. Der Autotune-Effekt war noch gesellschaftsfähig und man reimte ohne Scham "forever" auf "forever and forever".

Oh, und "Mixtape" haben wir das früher natürlich auch nicht genannt. Auf der Kassette steht "Vermischtes".



231 Tage

Das Projekt 55 in 777, angelehnt an das Day Zero Project, soll über einen großen Zeitraum kleine und große Erfolge sichtbar machen. Dafür habe ich eine Liste mit 55 großen und kleinen messbaren Dingen erstellt und verfolge diese nun 777 Tage lang. So sah diese Liste am Anfang aus.

Gesamtstand: 6/52
Letzter Tag: 20. Februar 2015

Sport / Ernährung

  1. 100 Liegestützen schaffen (?/100)
  2. 200 Sit-Ups schaffen (?/200)
  3. 500 Kilometer mit dem Fahrrad zurück legen (243/500)
    Auch bei der zweiten Ostfrieslandtour kamen wieder 100 Kilometer zusammen. Außerdem fahre ich nun öfter innerhalb der Stadt, dabei haben sich immerhin 33 weitere Kilometer zusammengekleckert.
  4. Mindestens jede zweite Woche zum Badminton (16/55)
  5. 2 Wochen vegan leben (0/2)
  6. 10 Gerichte aus 10 verschiedenen Ländern kochen (2/10)
    Pizza nach italienischer Art (die tatsächlich anders ist als die deutsche); Tofu wie er im Vietnam gebraten wird.
  7. Zu Weihnachten mindestens 10x backen (0/10)
  8. Marmelade selber machen
  9. Pudding selber machen

Digital

  1. Alle 77 Tage ein Update dieser Liste posten (3/10)
    Okay, diesmal bin ich einen Tag zu spät, gestern musste ich länger arbeiten!
  2. 100 Artikel schreiben, die nicht Teil einer Serie sind (55/100)
  3. Portfolio-Website fertig designen
    Das ist eigentlich auch ein blöder Punkt, weil er nicht messbar ist. Was ist "fertig"? Was soll überhaupt rein ins Portfolio?
  4. Mein gesammeltes Videomaterial von TEN SING zusammenschneiden (0/3)
  5. 15 Beiträge zu Habari leisten (veröffentlichte Plugins oder Themes oder Core-Bugfixes) (6/15)
    googleauth, githubauth, socialadmin, Fix für #353, #488, #494
  6. Eine Woche offline gehen (0/7)
  7. 1000 Posts erreichen (915/1000)

Foto / Musik

  1. Portfolio mit min. 20 Fotos pro Kategorie füllen (0/60)
  2. 100 Songs am Schlagzeug vollständig spielen können (18/100)
  3. 50 Songs am Bass spielen können (7/50)
  4. 10 Songs an der Gitarre spielen können (0/10)
  5. Jeden der 101 Stadtteile von Dortmund fotografisch darstellen (0/101)
  6. Weiterhin min. 1x im Jahr auf ein Konzert im Ausland gehen (1/2)
    Dieses Jahr waren es Yeah Yeah Yeahs in Amsterdam. Fantastisch! hahahah
  7. Einen Film selber entwickeln
  8. Einen "Lost Place" besuchen
  9. Beide CD-Regale füllen (115/174)

Reisen

  1. :check: Beim Kirchentag in Hamburg dabei sein
  2. Beim Rothaarigentag in Breda dabei sein
  3. :check: Beim YMCA-Festival in Prag als Volunteer dabei sein
  4. Eine Interrail-Reise machen
  5. :check: In einem Nachtzug schlafen
  6. Eine Reise nur mit Couchsurfing bestreiten
  7. Eine Reise nur mit dem Fahrrad bestreiten
  8. Eine Deutschland-Rundreise machen
  9. Nochmal nach Brighton reisen
  10. Beim Kirchentag in Stuttgart dabei sein

Freizeit allgemein

  1. :check: Erdbeeren pflücken gehen - war ich nicht mehr seit ich Kind war!
  2. 10 Dortmunder Clubs / Kneipen besuchen (1/10)
  3. :check: Geocachen gehen
  4. Die Herr der Ringe-Trilogie lesen (0/3)
  5. 5 Bildungslücken bei Filmen schließen (1/5)
    Gesehen: Die fabelhafte Welt der Amélie
  6. 5 Träume aufschreiben (0/5)
  7. An einer Demo teilnehmen

Bildung

  1. Jede Woche einen zufälligen Wikipedia-Artikel lesen (0/111)
    Hust... sehr konsequent durchgezogen...
  2. Jeden Monat einen zufälligen englischen Wikipedia-Artikel lesen (0/26)
  3. Grundkenntnisse in einer vierten Sprache erwerben (0/3 - A1, A2, B1)
  4. Begrüßung und Verabschiedung in 10 Fremdsprachen lernen (4/10)

Organisation

  1. Regelmäßig (wöchentlich) den Finanzplaner in Ordnung bringen (33/111)
  2. Weihnachtsgeschenke spätestens Nikolaus zusammen haben (0/2)
  3. Jahresrückblick spätestens am 28.12. fertig haben (0/2)
  4. :check: Keller aufräumen

Menschen

  1. Nachbarn ansprechen (1/7)
  2. Alle TEN SING-Gruppen im Westbund besuchen (11/34)

Aber das Leben ist nicht komplett messbar... in den letzten 77 Tagen

  • habe ich schon mehr Leute vom Atelier kennen gelernt als von den Nachbarn aus meinem Haus (alles echte Berufskünstler, und alle total nett!),
  • schrieb ich mich an einer Uni ein, die über 500 Kilometer von meinem aktuellen Wohnsitz entfernt liegt,
  • lernte ich viele wunderbare Menschen kennen und
  • fügte ich einen zweiten Auftraggeber zu meinen Selbstständigkeits-Kontakten hinzu.