Gute Welt, böse Welt?

Beim Anblick der Nachrichten könnte man meinen, es gäbe nur noch Schlechtes in der Welt. Jeden Tag lesen wir von Naturkatastrophen, Kriege, Missachtung von Menschenrechten, Ausnutzung von Macht. Lichtblicke gibt es aber auch und ich finde, wir sollten uns daran festhalten und die Welt nicht immer nur schwarz sehen.

  • Politisch: Deutschland ist auf einem ernsthaften Weg zum Atomausstieg. Ein Problem, für das nie eine Lösung gefunden wurde, als solches zu erkennen und Konsequenzen zu ziehen - das hätte manch einer der Regierung nie zugetraut.
  • Ebenso politisch, aber schon älter: Wer erinnert sich noch an Zensursula? Nach einer erfolgreichen Petition hat der Bundestag eingesehen, dass es besser ist, Websites mit illegalen Inhalten löschen zu lassen statt sie nur zu verstecken.
  • Thema Verbraucherverarsche: So schlimm ist es gar nicht. Akkulaufzeiten bei Notebooks (Lenovo), Spritverbrauch bei Autos (VW) - dort wird gar nicht immer übertrieben. Die Sache mit den Chipstüten und der Luft ist sowieso Blödsinn, wer sich von der großen Verpackung täuschen lässt, hat selber Schuld, und die Luft schützt obendrein die Chips vor dem Zerbrechen. Und mein Waschmittel schafft sogar deutlich mehr Waschladungen als angegeben.
  • Service über die Pflicht hinaus: Bilora tauscht Fotozubehör aus Kulanz (zumindest gelegentlich) sogar nach Ablauf der Garantiezeit und ohne Rechnung, und für meine defekten Lautsprecher erhalte ich gerade anstandslos Ersatz - ohne Rücksendung der defekten Ware.
  • Und auch bei den ach so verhassten Managern gibt es Lichtblicke. In der Finanzkrise haben mehrfach Top-Manager auf ihre Bonuszahlungen verzichtet und bei Lenovo ließ der Vorstandschef seinen Bonus an die Mitarbeiter auszahlen.


Das Strickzeug da? Müll!

Wenn man in öffentlichen Verkehrsmitteln etwas verliert, ist die Chance, es zurück zu bekommen, ziemlich gering. Meistens schiebt man das dann auf die böse, böse Gesellschaft und manche Leute gehen schon gar nicht mehr zum Fundbüro - was übrigens ein Fehler ist, denn es werden sehr wohl gefundene Gegenstände abgegeben, manchmal nach langer Zeit noch. Ich werde nie das Gesicht des Polizisten vergessen, der mir freudig mein Portemonnaie präsentierte, woraufhin ich total baff erzählte, wie ich es vor einem Jahr verlor...

Oft genug jedoch tauchen Sachen nicht wieder auf, selbst dann, wenn sie für niemand anderes als den Besitzer von Wert sind. Dafür muss nicht unbedingt die böse Gesellschaft die Schuld tragen. Im Zug zum Beispiel gibt es viele Wege, den so ein vergessener Gegenstand nehmen kann.

Zugtickets zum Beispiel wurden schonmal vom Putzteam in den Müll geräumt. So geschehen auf unserer Kursfahrt nach München... sehr spaßige (und glücklicherweise ziemlich folgenlose) Sache.

Toll war auch der Schaffner, den ich auf einen vergessenen Strickschal hinwies, damit er den mit ins Fundbüro nimmt. Die beiden wesentlichen Kommentare dazu waren "sowas schafft mehr Aufwand als es Wert hat" und "sowas gibt doch keiner ab". Letzteres hatte ich gerade widerlegt und zu ersterem fällt mir schon kaum noch was ein. Es ist schließlich nicht die Schuld der Fahrgäste, dass das Fundsystem bei der Bahn so komplex ist.

Außerdem war der Fundbüro-Mensch, den ich zuletzt kontaktierte, ausgesprochen gelangweilt und geradezu genervt, dass ich ihn gleich zwei Mal gestört habe (bei was auch immer). Da ging es darum, dass ich meine Sonnenbrille im IC-Reisebus vergessen hatte. Für das Umsteigen in den Zug hatte ich ziemlich genau eine Stunde Zeit und der Bus hatte an meinem Ausstiegsbahnhof Endstelle, trotzdem kam die Sonnenbrille nicht rechtzeitig an. Und bei 25€ Versandkosten für's Nachsenden und teilweise mehrstündigen Fahrten zum nächsten Bahnhof mit Fundbüro verstehe ich auch, warum so wenig Leute ihre Sachen abholen...



308 Tage

Das Projekt 55 in 777, angelehnt an das Day Zero Project, soll über einen großen Zeitraum kleine und große Erfolge sichtbar machen. Dafür habe ich eine Liste mit 55 großen und kleinen messbaren Dingen erstellt und verfolge diese nun 777 Tage lang. So sah diese Liste am Anfang aus.

Gesamtstand: 6/52
Letzter Tag: 20. Februar 2015

Sport / Ernährung

  1. 100 Liegestützen schaffen (?/100)
  2. 200 Sit-Ups schaffen (?/200)
  3. 500 Kilometer mit dem Fahrrad zurück legen (389/500)
    Zur Show von TEN SING Hennen bin ich mit dem Fahrrad gefahren und nun in Chemnitz fahre ich regelmäßig zur Uni und zum Probenraum mit dem Rad. Die 500 sind also plötzlich sehr greifbar.
  4. Mindestens jede zweite Woche zum Badminton (16/55)
    Badminton hingegen hat sich durch den Umzug erledigt.
  5. 2 Wochen vegan leben (0/2)
  6. 10 Gerichte aus 10 verschiedenen Ländern kochen (2/10)
    Pizza nach italienischer Art (die tatsächlich anders ist als die deutsche); Tofu wie er im Vietnam gebraten wird.
  7. Zu Weihnachten mindestens 10x backen (0/10)
  8. Marmelade selber machen
  9. Pudding selber machen

Digital

  1. Alle 77 Tage ein Update dieser Liste posten (4/10)
  2. 100 Artikel schreiben, die nicht Teil einer Serie sind (62/100)
  3. Mein gesammeltes Videomaterial von TEN SING zusammenschneiden (0/3)
  4. 15 Beiträge zu Habari leisten (veröffentlichte Plugins oder Themes oder Core-Bugfixes) (12/15)
    googleauth, githubauth, socialadmin, Fix für #353, #488, #494, #565, #560, #570, #526, #558, #563
  5. Eine Woche offline gehen (0/7)
  6. 1000 Posts erreichen (933/1000)

Foto / Musik

  1. Portfolio mit min. 20 Fotos pro Kategorie füllen (24/60)
  2. 100 Songs am Schlagzeug vollständig spielen können (23/100)
    Immerhin am Schlagzeug geht es ein bisschen voran.
  3. 50 Songs am Bass spielen können (7/50)
  4. 10 Songs an der Gitarre spielen können (0/10)
  5. Jeden der 101 Stadtteile von Dortmund fotografisch darstellen (0/101)
    Auch das hat sich durch den Umzug erledigt, noch bevor ich es angefangen habe. :-\
  6. Weiterhin min. 1x im Jahr auf ein Konzert im Ausland gehen (1/2)
    Dieses Jahr waren es Yeah Yeah Yeahs in Amsterdam. Fantastisch! hahahah
  7. Einen Film selber entwickeln
  8. Einen "Lost Place" besuchen
  9. Beide CD-Regale füllen (115/174)

Reisen

  1. :check: Beim Kirchentag in Hamburg dabei sein
  2. Beim Rothaarigentag in Breda dabei sein
  3. :check: Beim YMCA-Festival in Prag als Volunteer dabei sein
  4. Eine Interrail-Reise machen
  5. :check: In einem Nachtzug schlafen
  6. Eine Reise nur mit Couchsurfing bestreiten
  7. Eine Reise nur mit dem Fahrrad bestreiten
    Die nach Hennen zählt schon so halb, ich konkretisiere daher mal: Eine Reise mit mindestens einer Übernachtung nur mit dem Fahrrad bestreiten.
  8. Eine Deutschland-Rundreise machen
  9. Nochmal nach Brighton reisen
  10. Beim Kirchentag in Stuttgart dabei sein

Freizeit allgemein

  1. :check: Erdbeeren pflücken gehen - war ich nicht mehr seit ich Kind war!
  2. 10 Dortmunder Clubs / Kneipen besuchen (1/10)
    Und noch ein Punkt, der sich auflöst, weil er an meinen Wohnort gebunden ist...
  3. :check: Geocachen gehen
  4. Die Herr der Ringe-Trilogie lesen (0/3)
  5. 5 Bildungslücken bei Filmen schließen (2/5)
    Gesehen: Die fabelhafte Welt der Amélie, Pulp Fiction
  6. 5 Träume aufschreiben (1/5)
  7. An einer Demo teilnehmen

Bildung

  1. Jede Woche einen zufälligen Wikipedia-Artikel lesen (0/111)
  2. Jeden Monat einen zufälligen englischen Wikipedia-Artikel lesen (0/26)
  3. Grundkenntnisse in einer vierten Sprache erwerben (0/3 - A1, A2, B1)
  4. Begrüßung und Verabschiedung in 10 Fremdsprachen lernen (4/10)

Organisation

  1. Regelmäßig (wöchentlich) den Finanzplaner in Ordnung bringen (44/111)
  2. Weihnachtsgeschenke spätestens Nikolaus zusammen haben (0/2)
  3. Jahresrückblick spätestens am 28.12. fertig haben (0/2)
  4. :check: Keller aufräumen

Menschen

  1. Nachbarn ansprechen (1/7)
    Eine Menge Punkte drehten sich um das Thema "Meinen Wohnort besser kenenn lernen".
  2. Alle TEN SING-Gruppen im Westbund besuchen (12/34)

Aber das Leben ist nicht komplett messbar... in den letzten 77 Tagen

  • ...fuhr ich mit dem Fahrrad zu einem TEN SING-Konzert,
  • ...zog ich ans komplett andere Ende von Deutschland,
  • ...schloss ich den Auftrag mit dem bisher mit Abstand größten finanziellen Volumen ab,
  • ...löschte ich unnütze Punkte aus dieser Liste,
  • fing ich wieder an, ernsthaft zu studieren.


Ewiges Eis?

Gefunden bei Eva, die kürzlich in Finnland war und auch am Polarkreis. Gönnt euch auch ihren Artikel dazu.



Mehr RAM nutzen

Eine der Stärken von Linux gegenüber Windows ist die effizientere RAM-Nutzung. Das System selbst benötigt schon nicht so viel, dadurch bleibt mehr für Programme und Dateien, und auch die Verteilung von Prozessen und Dateien auf echten (physikalischen) RAM und die Auslagerungspartition (Swap) funktioniert besser. Trotzdem kommt es vor, dass aktive Prozesse ausgelagert werden, obwohl noch genug physikalischer RAM zur Verfügung stehen würde. Dann wird z.B. das Browsen im Internet unglaublich langsam, weil die Tabs des Browsers nicht aus dem schnellen RAM, sondern von der Festplatte gelesen werden müssen. Bei mir unter Xubuntu passierte das besonders häufig nach dem Standby.

In dem Fall habe ich das System dann radikal angewiesen, den gesamten Swap in den physikalischen RAM zu räumen:

swapoff -a

Wenn man nicht sehr großzügig aufgestellt ist, sollte man direkt danach das Auslagern wieder erlauben:

swapon -a

Und damit in Zukunft generell nicht so schnell ausgelagert wird, kann man auch die Swappiness, die Tendenz des Systems, Daten auszulagern, einstellen. Auf den meisten Systemen kann man die getrost deutlich reduzieren, ausprobieren ist aber angesagt. Dazu editiert man die Datei /etc/sysctl.conf und setzt den Wert vm.swappiness auf irgendwas zwischen 0 und 100.

Alle diese Informationen stammen von help.ubuntu.com und können dort (in englischer Sprache) wesentlich detaillierter nachgelesen werden.



Musik-Neuentdeckungen 10/2013

Wie jeden Monat stelle ich hier die Lieder vor, die ich neu entdeckt habe - weil ich sie zu schätzen gelernt habe, weil sie nach langer Zeit wieder aufgetaucht sind oder weil sie einfach neu sind. Radio, Konzerte, Festivals und Empfehlungen von Freunden und Bloggern bringen immer wieder frischen Wind in meine Sammlung und die hier ausgewählten Titel, oft auch andere Titel der Band, möchte ich als Empfehlung an euch weitergeben. Aufgrund der schwierigen Lage in Deutschland gibt es meistens keine Links, aber über Google, Spotify & Co findet sich alles.

Durch den Umzug im Oktober habe ich zwar viel Musik gehört, aber wenig Musik entdeckt. Immerhin zwei Wiederentdeckungen sind dabei.

  • C2C - The Cell
    Vor etwa einem Jahr entdeckte ich C2C und stellte damals auch Down The Road vor. Gerade erinnerte mich ein Beat an eine ganz andere Melodie, die ich mit einem Zustand innerer Glückseligkeit verband. Einige Hirnanstrengungen später fiel es mir ein: Die Melodie ist das Hauptthema von The Cell, einem Stück, das sich zwar auf dem gleichen Album findet (dem bisher einzigen von C2C), aber trotzdem eine ganz andere Stimmung verbreitet.
  • Revolverheld - Freunde bleiben
    Die in Chemnitz ansässige TEN SING-Gruppe hat im Januar ihre erste Show seit etlichen Jahren und Freunde bleiben steht auf dem Plan. Als zuständiger Schlagzeuger war ich von der poplastigen Playlist zunächst etwas enttäuscht, aber zumindest der Drummer von Revolverheld haut komplexere Rhythmen raus als man erwarten würde.


Gruß aus Sachsen

straße1.jpgGerade habe ich meine ersten Hausaufgaben seit ungefähr viereinhalb Jahren gemacht, das erste Übungsblatt für Höhere Mathematik. Seit drei Wochen studiere ich wieder - Sensorik und kognitive Psychologie an der TU in Chemnitz, wo ich seit zwei Tage vor Semesterbeginn auch wohne.

Das Aufgabenblatt hat die erste wirklich erschreckende Erkenntnis gebracht. Im Osten sprechen nicht alle fürchterliches Sächsisch, der Bäcker hat mehr Brotsorten als "Brot", die Straßen und Häuser sind nicht mehr kaputt und überhaupt ist es hier eigentlich sehr schön und die Menschen sind ausgesprochen nett. Nein, viel schlimmer ist: Meine Mathefähigkeiten sind ungefähr auf das Niveau der 10. Klasse gesunken. Winkelfunktionen gehen so gerade noch, Polynomdivision auf keinen Fall, und egal welche Art von Aufgabe es ist, sie zu lösen dauert ewig und ist unglaublich anstrengend.

Möglicherweise werde ich während des Studiums sogar lernen, wieso das so ist. Die einfache Erklärung ist natürlich, weil es lange her ist, aber das ist ja sehr unwissenschaftlich. Die genauere Funktionsweise des Gedächtnisses ist Teil der Forschung in der kognitiven Psychologie, genau dem Bereich, der zu meinem Studium gehört. Außerdem geht's um Wahrnehmung, um Verarbeitung von Sinnesreizen und darum, wie das Gehirn unser Verhalten steuert. Mit der Frage, ob der Baum da draußen wirklich ein Baum ist, wie einer der Makler bei der Wohnungssuche fragte, beschäftigen wir uns nicht; wohl aber damit, wieso wir erkennen, dass es ein Baum ist.

Im physikalischen Bereich behandeln wir zurzeit nur Grundlagen, aber im Kognitionsseminar merkt man schon, worauf das Ganze abzielt: Das erste Referatsthema ist Psychophysik und bildgebende Verfahren - was tut unser Gehirn aus physikalischer Perspektive und wie können wir das sichtbar machen? Überhaupt haben wir hier sehr viele Seminare, Übungen, Sprechstunden, Tutorien, bei denen es niemanden interessiert, ob wir daran teilnehmen oder auf Costa Rica in der Hängematte liegen, die aber ausgesprochen nützlich sind, weil sie dem Studium Sinn geben und Schwierigkeiten nehmen. Vielleicht ist das der Grund, warum die TU Chemnitz hier einen sehr guten Ruf hat.

Überhaupt sollte man sich nicht davon abschrecken lassen, in den Osten zu ziehen. Ich wohne in einem 70er-Jahre-Haus im Erdgeschoss. Es ist kein Plattenbau, aber auch die sind nicht so schlimm, sagen einige, die in einem wohnen. Mein Bad hat Klarsichtglas (wtf?), dafür hat das Haus sowohl Kellerparzellen als auch Bodenkammern (nochmal das gleiche auf dem ausgebauten Dachboden) für jeden Mieter - 20m² Lagerfläche geschenkt. Von den Nachbarn hört man recht viel, von draußen dafür gar nichts. Die Busse fahren langsam, dafür aber oft und auch werktags die ganze Nacht durch. Außerdem kosten sie viel weniger als im Ruhrgebiet.

Während einige Studenten fluchen, dass sie auf jeden Fall wieder weg ziehen, wenn sie fertig sind, habe ich auch schon Leute getroffen, die zum Studieren her kamen und danach geblieben sind. Mir ist das momentan ziemlich egal - ich möchte vor allem mal längere Zeit im Ausland verbringen und werde mich nun erstmal auf die anstehenden Vorträge zum Thema Auslandssemester stürzen. Und meine Matheskills aufarbeiten. Alles weitere wird sich dann schon ergeben.



Nightly Playlist

Gruß aus Chemnitz an alle, die mitlesen. hahahah

Das Album Nocturnes von Little Boots ist nun schon eine Weile draußen und ich bin gespannt auf die dazugehörige Tour im Dezember. Auch hörenswert ist eine Reihe von Playlists (bzw. eine lange Spotify-Playlist), die im Vorfeld erschienen ist. Little Boots ist auch als DJ aktiv, so gab es vor Album-Release wöchentlich eine neue Zusammenstellung von Songs zum Thema "Nacht". Erinnert mich ein bisschen an das Projekt Hörsturz, das auch immer wieder Themenrunden hatte.

Manches lässt sich nachts besonders gut hören, manches bezieht sich ganz explizit auf den Rhythm of the Night und manches trägt einfach nur einen passenden Titel: Gimme Gimme Gimme (A Man After Midnight). Eine bunte Mischung guter Musik für Freunde von elektronischer, tanzbarer und Popmusik. Zu finden als "Nocturnal Weekly Playlists" im Profil von Little Boots auf Spotify.