The Gaslight Anthem & Blood Red Shoes & Dave Hause

Was gibt es schöneres als ein Livekonzert einer Lieblingsband? Natürlich nichts, außer vielleicht zwei Livekonzerten von Lieblingsbands! Und da sich The Gaslight Anthem, die ich in meinem Festivalsommer dieses Jahr irgendwie verpasst hatte, Blood Red Shoes als Toursupport für Europa ausgesucht hatten, schlug ich mich um eine der Karten für eins der ausverkauften Konzerte. Und dann auf nach Köln ins E-Werk!

Durch die Empore ist das E-Werk auch bei ausverkauften Konzerten nicht ganz so brechend voll, obendrein spielte erstmal Dave Hause. Der war zwar nur Vor-Vorband, hatte aber unter den bereits Anwesenden dennoch eine Menge Fans vor Ort. Kein Wunder, mit seinem entspannten Countryrock passte er bestens zu The Gaslight Anthem. Jeder seiner Songs wäre ein gutes Intro für ein Album - jede Strophe der Songs ein gutes Intro für den Song an sich. Leider mangelte es an jeglichem Spannungsaufbau. Ein sympathischer Typ, den ich aber außer als Warm-Up nicht nochmal sehen wollen würde, dafür passiert mir bei seiner Musik zu wenig.

Macht aber nix. Schließlich war ich ja ursprünglich wegen Blood Red Shoes hier. Die ließen dann auch gar nicht lange auf sich warten und präsentierten sich gewohnt hart rockend, diesmal mit einer Mischung aus neuen Songs und alten Hits. Ungewohnt war hingegen das Publikum - stillstehend nämlich. Das Höchste der Gefühle war, wenn Steven ein weiteres Mal versuchte, die Leute zum Mitmachen zu animieren und ein paar Leute anfingen im Takt zu klatschen. Von Bewegung keine Spur, von Motivation auch nicht. Beim treibenden "Cold" holten die Leute ihre Handys raus und filmten, statt zu feiern. Als ich zum Schluss - als furioses Finale gab es "I Wish I Was Someone Better", "Don't Ask" und "Je Me Perds" in Folge - alleine ausrastete, wurde ich nur schräg angeguckt. Enttäuschend. Dafür war das Licht so grandios, dass ich fast die Techniker darauf angesprochen hätte.

Eigentlich hätte man damit aber rechnen können. Denn The Gaslight Anthem sind von allen Musikrichtungen so viel, dass sie von allen toleriert und gemocht werden. Wenn dann aber wie bei diesem Konzert vor allem Fans da sind, die genau diese Musikrichtung hören - man könnte sie auch böswillig als "nichts Halbes und nichts Ganzes" bezeichnen - will natürlich niemand was härteres hören. Sehr sehr schade.

The Gaslight Anthem schließlich waren ebenfalls wie immer - entspannt, gut gelaunt, aber nicht exzessiv feiernd, wie ihre Musik eben. Auf Festivals ist das großartig - wunderbare Stimmung und ein gutes Konzert, bei dem man vom ganzen Pogen mal wieder etwas, aber nicht zu viel, runter kommen kann. Sänger Brian Fallon ist ein großartiger Entertainer, die ausschweifenden Moderationen waren fast besser als die Musik. "Im amerikanischen Fernsehen zeigen sie Blut und sterbende Menschen, aber Titten [...] und Songtextpassagen über Sex werden zensiert. Nehmt ihnen die Waffen weg und gebt ihnen Titten!" Aussagen wie diese ernteten sowohl Gelächter als auch Applaus. Überhaupt verdient der Sänger (und vermutlich die ganze Band) Respekt - in Erinnerung geblieben ist mir auch, wie er einen Song nach ein paar Takten fluchend abbrach, weil er eine Stelle, bei der er sich oft verspielt, nicht sauber spielte. Einen Song deshalb nicht zu spielen, obwohl die Fans schon mitsangen und der nächste eine völlig andere Stimmung hat, sondern ihn erst später nochmal aufzugreifen, muss man auch erstmal bringen.

Im Endeffekt war es ein netter Abend, aber leider nicht mehr. Als die Band vor den Zugaben von der Bühne ging, machte ich mich auf den Weg zum Bahnhof, um den letzten Zug noch zu erwischen. Draußen pries ein dubioser Händler Band-T-Shirts für 5€€€€ Euro an, die er auf einer Plane auf dem Boden ausgebreitet hatte. Am Bahnhof traf ich dann noch ein paar andere Fans, die der Meinung waren, man hätte die Vorbands tauschen sollen. Stimmt - denn Dave Hause passte als Vorband, während Blood Red Shoes eine ganz andere Atmosphäre gebraucht hätten als die zwischen den beiden amerikanischen Acts. Auch bekam ich zu hören, dass The Gaslight Anthem eine Open Air-Band sind. Und das bleibt wohl als Fazit über - jede Band dahin, wo sie hingehört. Blood Red Shoes in kleine Clubs voller Fans, The Gaslight Anthem auf große Festival vor die breite Masse. Mit Dave Hause als Opening Act.



Musik-Neuentdeckungen 10/2012

Schon nach den ersten fünf Tagen drei neue Songs - ein guter Monat!

  • Klangkarussel - Sonnentanz (Plan B)
    Die Sendung Plan B mit Klaus Fiehe auf 1LIVE habe ich wohl noch nie gehört, ohne einen genialen Song zu entdecken. Nirgendwo sonst ist die Quote an Musik, die mir gefällt, so hoch. Der Mainstream wird zurück geschraubt, die ganzen (Noch-)Geheimtipps werden rausgeholt. Songs von kleineren Bands, die ich bereits kenne, und (noch) unbekannte Bands laufen. Einschalten!
  • Beautiful Small Machines - Paper Planes (Plan B)
    Ebenfalls bei Plan B lief dieses schöne Cover von "Paper Planes", dessen bekanntere Version von M.I.A. (nicht zu verwechseln mit der deutschen Popband MIA.) stammt. Ein bisschen seltsam ohne die markanten Schüsse, aber ganz süß. Und bei der Wikipedia-Suche nach Beautiful Small Machines, zu denen es natürlich keinen Artikel gibt1, taucht ausgerechnet Uncle Ho auf, die ich zwar seit Bochum Total kenne, aber sicher auch keine soo große Bekanntheit haben...
  • Ed Sheeran - You Need Me I Don't Need You (Live Acoustic)
    Bei meinem Job habe ich viel mit Musik zu tun - da kommt auch die ein oder andere Entdeckung bei rum. Von Ed Sheeran hatte ich schon öfter gehört, ihn aber bisher nicht ernst genommen. Und dann lief auf einer unserer Soundcheck-CDs (die ich ja letzten Monat schon erwähnt habe) eine Akustik-Rap-Version von diesem Song, die es nur bei iTunes gibt. Aber auch die normale Version ist äußerst hörenswert!
  • Infected Mushroom - Herbert The Pervert
    Jeder hat so seine eigene Zusammenstellung für Soundchecks und manche stehen eben mehr auf Elektro. Die Version vom perversen Herbert, die wir für unsere Bass-System-Tests stundenlang benutzt haben, gibt es nirgendwo online, aber vielleicht ist das gut so, denn wir waren danach alle etwas geschädigt... die normale Version ist tatsächlich vertretbare Musik.
  • C2C - Down The Road
    Naja und welchem Subgenre der elektronischen Musik C2C zuzuordnen sind, weiß ich noch nicht so genau. Erinnern mich ein bisschen an Daft Punk. Lustig anzuhören auf jeden Fall, die Effekte sind teilweise echt cool und an Bass fehlt es auch nicht.
  • Deadmau5 - The Veldt
    Erwähnte ich schon, dass es ein großartiger Monat war? Alleine die Musik von unserer Ausprobier-Soundsystem-Schulung war extrem ergiebig. Deadmau5 ist ja nun kein Neuer mehr, aber ich hab seine Musik immer gemieden, wieso auch immer. Zugegeben, wenn man sich so ein ganzes Album von ihm reinzieht, ist das schon ziemlich eintönig. Aber ein paar Tracks sind echt gut, vor allem laut und auf guten Boxen.
  • Yacht - Psychic City (The Whip BruceVsFeeMixtape)
    Mixtapes sind auch ne großartige Sache. The Whip bringen gelegentlich welche raus und stellen sie frei zur Verfügung. Ein schon etwas älteres habe ich gerade wiederentdeckt, Psychic City macht darauf den Anfang. Großartiges Stück, unheimlich chillig, guter Text, führt bei mir zu Tiefenentspannung. (Die Version im Mixtape ist der Classixx Remix.)
  1. war den deutschen Wikipedianern bestimmt nicht relevant genug...


The Hundred In The Hands / Köln, Gebäude 9

The Hundred In The Hands im Gebäude 9 (Köln-Deutz). Ein ranziger Club, hinten auf einem alten Industriegelände, das zum "Kunstwerk" umfunktioniert wurde. Graffitis an allen Hauswänden, innen sind die Wände so voller Sticker und Tourplakate, dass man die Klotür nicht von der Wand unterscheiden kann. Als Indie-Band scheint man an diesem Schuppen nicht vorbei zu kommen. Die Bar ist geöffnet, ein DJ-Duo legt etwas alternative Musik auf, ein paar Leute sind da. Irgendwann macht jemand die Tür zum Konzertraum auf, aber niemand geht rein, passiert ja auch noch nichts. Der Sänger der Vorband wuselt mit einem Bier durch die Gegend, aber keiner erkennt ihn. Die DJs sind cool, sie machen normalerweise die GetAddicted-Party. Einer von ihnen kommt aus Dortmund, auch im Bochumer Bermuda3Eck haben sie schonmal aufgelegt. Gutes Zeug ist das, was sie da auflegen, es passt zu The Hundred In The Hands, die zwar einen recht eigenen Stil haben, dabei aber verschiedene Elemente mischen, so dass sie kompatibel sowohl zur Indie- als auch zur gemäßigten Elektronik-Szene sind.

Die Vorband Swearing At Motorists hingegen gehört eindeutig zu den Rockern dieses Landes. Obwohl aus St. Pauli in Hamburg, sprechen sie größtenteils Englisch und auch alle ihre Songs sind in englischer Sprache geschrieben. Ein bisschen seltsam, aber wie der Typ mit der Gitarre abgeht, lässt darüber hinweg sehen. Ein bisschen Livesampling und Loops, kombiniert mit langen, ruhigen Intros, die dann schlagartig explodieren und die beiden Hamburger ausrasten lassen, das bekommen wir knapp eine Stunde geboten. Gute Riffs und mitreißende Rhythmen, gepaart mit witzigen Moderationen eines Sängers, der sich offensichtlich selbst nicht allzu ernst nimmt. Ernstzunehmender Rock von einer alles andere als auf Perfektion getrimmten Band. Dazu schummrige Beleuchtung ohne jegliche Effekte (bis auf die flackernden blauen Scheinwerfer, die möglicherweise einfach defekt sind), perfekt passend zum hier vorherrschenden Underground-Clubfeeling.

Nachdem die beiden Bands gemeinsam mit ein paar Technikern umgebaut haben, geht's auch zügig weiter. Wir bekommen "Dressed In Dresden" als ersten Song, direkt gefolgt von "Empty Stations", das ich wegen seiner atemberaubenden Spannungskurve eigentlich als Intro erwartet hätte. Beide Songs klingen live noch viel eindringlicher als schon auf den Alben. Überhaupt kommt der gegensätzliche Sound live unheimlich gut rüber - rockige Gitarrensounds und harte Drumbeats kombiniert mit einem sanften Synthesizer und Eleanores sphärischer Stimme. Viel Moderation oder Publikumsinteraktion wie bei der Vorband gibt es nicht - einfach nur pure Musik. Es ist eines dieser seltenen Konzerte, wo sich Zuschauer und Band einfach in die Musik fallen lassen und eine Stunde einfach treiben, tanzen, getrieben von den teils mitreißenden, teils einnehmenden und umhüllenden Klängen.

Auch eine Bühnenshow fehlt völlig - glasklarer, wuchtiger Sound, minimales Licht, nichts als die drei Musiker auf der Bühne, die mich jedes Mal, wenn ich hinschaue, aufs Neue faszinieren, wie sie so völlig in der Musik aufgehen. Die Sängerin hat quasi immer die Augen geschlossen, nur ganz selten kommt sie hinter ihrem Synthesizer hervor, noch seltener ein Blick ins Publikum, gelegentlich wie unbewusst sanft tanzend. Der Gitarrist wechselt immer wieder abrupt zwischen hochkonzentriert auf die Effektgeräte und vollkommen mitgerissen von den Riffs; teilweise scheint es, als würde er jeden Moment in einer ekstatischen Bewegung versehentlich einen Verstärker umwerfen. Und der Schlagzeuger schließlich spielt völlig mühelos komplexe Rhythmen und schnelle Fills, vollkommen im Einklang mit den anderen beiden Bandmitgliedern, als wäre er genau dafür geschaffen worden.

Wer sich in dieser Musik fallen lässt, bekommt die Chance, seinen Alltag vollständig auszublenden und einfach nur noch zu genießen. In diesem Zustand ist man der Band dann ganz nahe - nicht nur, weil die Location so klein und die Bühne direkt am Publikum ist, sondern noch viel mehr, weil man dann vorübergehend in der selben Welt lebt, jeder für sich, und alle gemeinsam. Wilde Feierorgien wie bei Rockkonzerten mit Moshpits und viel Chaos wären hier völlig fehl am Platze. Dass ich zwischendurch Nasenbluten bekomme - scheißegal, nur das Tanzen, das Fühlen der Musik zählt.

Und was wir da fühlen! Glück und Zerrissenheit, puren Genuss und Verlorensein. Wilde Leidenschaft, als die Band das alte "Tom Tom" auskramt, und sanfte Leidenschaft, als "Red Night" das Konzert als Zugabe beendet. Und vor allem Freude über die großartige Musik, die diese Band geschaffen hat. Freude, die weit länger anhält als eine gute Stunde.



Wenn man Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten

Spiegelreflexkameras sind zu billig und zu populär geworden. Das ist eine mögliche Begründung dafür, warum alle sozialen Netzwerke von Fotos überschwemmt werden, die von den meisten nicht für gut gehalten werden.

Den meisten? Die Blitzlichtfotos meiner Freunde von der letzten Party erhalten auf Facebook eine Menge positives Feedback. Und auch die arrogante erwachsene Fotografin, die letztens bei einem Konzert mit externem Blitz und Vollautomatikmodus rumrannte und mich nicht nur einmal blendete, hat sicherlich Lob erhalten für ihre Publikumsaufnahmen mit weißen Gesichtern vor im Schwarzen abgesoffenem Hintergrund.

"Die meisten" sind wohl eher diejenigen, die nicht nur für sich selbst fotografieren. Die mehr können als den Automatikmodus, wissen, was der Unterschied zwischen Tiefenschärfe und Schärfentiefe ist und was man mit Blende und Belichtungszeit anstellen kann. Die, die sich darüber aufregen, dass jeder zum Saturn rennen und sich irgendein Spiegelreflexkit kaufen kann. Auch ich gehöre dazu. Ich hasse Blitzlichtfotos.

Aber warum regen wir uns eigentlich auf? Die Berufsfotografen sagen, die Amateure nehmen ihnen die Aufträge weg und sorgen für Dumpingpreise. Ich wage zu behaupten, dass das nur die Berufsfotografen trifft, die sowieso nicht so richtig von ihrem Beruf leben können. Die kleine Konzerte oder private Veranstaltungen fotografieren, wo es dem Auftraggeber nicht so wichtig ist, dass die Fotos sowohl knackscharf als auch farblich originalgetreu und obendrein druckbar sind. Denn die eingangs erwähnten Greenhorns nimmt eh niemand ernst, der für Fotos Geld bezahlt (und alles andere ist egal, denn einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul). Und wer für eine relevante Summe Geld einen Auftragsfotografen bucht, wird erwarten, dass dieser Fotograf auf jeden Fall zum vereinbarten Termin vereinbartes Material liefert. Deshalb würde auch ich solche Aufträge nicht bekommen, obwohl ich - soviel Selbstbewusstsein muss sein - durchaus anständige Fotos mache, weil ich gar keine Lust habe, unter Druck zu fotografieren.

Aber auch die ernsthaften Hobbyfotografen jammern rum. Die Masse an Fotos zerstöre den Wert des einzelnen. Außerdem sei irgendwann alles fotografiert worden. Ganz ehrlich? Räumt halt mal eure Streams auf. Wenn ihr die amateurhaften Fotos nicht sehen wollt, filtert sie aus. Gebt euch halt nicht mit denen ab. Blockiert Leute auf Facebook, folgt weniger Leuten in Fotocommunitys.

Oder respektiert, dass eine Menge Leute gar nicht fotografieren, um Fotos zu produzieren, die druckbar und Geld wert sind. Man kann nämlich auch fotografieren einfach nur um etwas für sich persönlich und vielleicht noch ein paar Freunde festzuhalten. Deshalb darf man sich auch auf Facebook feiern lassen, wenn man ein Foto mit dem Lieblingskünstler ergattert hat, auch wenn es fehlfokussiert ist oder aufgrund des Blitzes die Farben nicht schön sind - denn es hilft, sich an einen schönen Abend zu erinnern.

Und die meisten dieser Leute behaupten auch gar nicht von sich, gute Fotografen zu sein. Viele bezeichnen sich gar nicht erst als solche. Unter Druck gesetzt werden sie erst, wenn die, die sich für gute Fotografen halten, anfangen, rumzumotzen. Dabei macht sich dann aber nur eine Seite lächerlich - und die fotografiert nicht mit Blitz.



Dortmunder Gewinner & Verlierer (kein Fußball)

Wobei es heute erstaunlich ruhig war und ist überall on- und offline. War das Spiel so belanglos?

Egal. Mich verärgert jedenfalls gerade, dass die Westfalenhallen so schlecht an das U-Bahn-Netz angebunden sind. Also, schlecht ist relativ, zwei Linien halten dort relativ oft - bis ab Mitternacht nichts mehr fährt. Und in den Nächten auf Sonntag dauert es bis halb 8, bis die Hallen wieder angefahren werden. Nachtbusse fahren dort auch nicht vorbei. Ganz schön bitter für so eine Metropole wie Dortmund.

Noch bitterer ist, was auf meiner früher bevorzugten, nun fast-monopolistischen1 Online-Fahrplanauskunft vrr.de passiert, wenn man sich in Dortmund bewegen will. Seit dort auf ein neues System umgestellt wurde, bekommt man ja generell sehr schlechte Ergebnisse, auch, weil nun noch seltener kurze Strecken zu Fuß eingeplant werden und man stattdessen wilde Fahrten mit Bussen machen soll. Die aktuelle Krönung ist, dass für die Westfalenhallen nicht die Haltestelle Westfalenhallen, sondern die Haltestelle Stadion verwendet wird. Dabei ist die viel weiter weg!

Vielleicht wurde dabei an die Techniker gedacht. Wenn man nämlich hinten am Liefereingang rausgeht, ist es unter Umständen tatsächlich kürzer, zum Stadion zu laufen. Trotzdem bewegt man sich damit in die falsche Richtung, denn wenn man dann in die U-Bahn einsteigt, ist der nächste Halt auf jeden Fall "Westfalenhallen".

Besser funktioniert da das Fahrradleihsystem von Nextbike, das auch sämtliche Metropolrad Ruhr-Stationen einschließt. Einfach Karte dranhalten, PIN und Radnummer eingeben und losfahren - das ist nicht nur die Werbung, sondern die Realität. So bin ich dann Freitag Nacht mit dem Rad nach Hause gefahren - denn dankenswerterweise sind sowohl die B1 als auch die B54 mit brauchbaren Radwegen ausgestattet. Und so werde ich dann wohl zum Abbau morgen früh um sieben auch wieder hin fahren...

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Frage: Woran erkenne ich, dass auch die Auskunft auf dvg-duisburg.de von vrr.de stammt?
Antwort: Sie erkennt "dortmund hbf" als "Dortmund / metropolradruhr Station Hbf gegenüber Hauptausgang".

  1. Alle Fahrplanauskünfte der lokalen Verkehrsbetreiber wurden mit vrr.de zusammengelegt, so dass es für das Ruhrgebiet nur noch vrr.de und bahn.de gibt.


Ruhr.2010 - Was war das nochmal?

Haha, es ist 2012 und ich blicke schamlos zwei Jahre zurück. Da war ja Essen stellvertretend für das Ruhrgebiet Kulturhauptstadt und es gab zahlreiche Ausstellungen, Veranstaltungen und Aktionen im ganzen Ruhrgebiet. Das ganze Projekt schien sehr auf Touristen ausgerichtet zu sein, aber eigentlich habe ich auch einiges davon mitbekommen.

Da war als erstes die alternative Eröffnungsveranstaltung Anstoß in Gelsenkirchen. Dort sollte die offizielle Eröffnungsveranstaltung nämlich eigentlich stattfinden, aber dann kam ein armer Irrer genialer Mensch auf die Idee, die Veranstaltung zur Zeche Zollverein zu verlegen - Open Air also. (Im Januar!!) Naja, Gelsenkirchen hat dann selbst was auf die Beine gestellt, was sich sehen lassen konnte: Hagen Rether war da und Herbert Knebel, das Musiktheater-Ensemble und das Rockorchester Ruhrgebeat. Und ha - wir waren im Warmem drinnen. *g*

Eine der größten offiziellen Veranstaltungen fand dann allerdings auch in Gelsenkirchen statt, in der wesentlich größeren Veltins-Arena (noch bevor das Dach etwas später beschädigt wurde): Der Day of Song. Zehntausende Menschen füllten die Arena und neben Live-Auftritten u.a. vom belgischen Mädchenchor Scala und dem genialen Bobby McFerrin gab es auch mehrere Gelegenheiten für das gesamte Publikum als Chor zu singen. Ein grandioses Erlebnis.

Bleiben wir in Gelsenkirchen, denn über das Jahr verteilt wurde allen teilnehmenden Städten für je eine Woche das Programm Local Heroes zugesprochen, Gelegenheit, lokale Aktionen und Künstler bekannt zu machen. Viel mitbekommen habe ich davon zugegebenermaßen nicht, aber ein Highlight war definitiv der Auftritt von Manfred Mann mit der Earth Band in Gelsenkirchen-Buer am Busbahnhof (ok, das war nach den Local Heroes). Lustig, mal die Rockhelden seiner Elterngeneration live zu sehen. War gar nicht schlecht. hahahah

Ruhrgebiet bedeutet immer auch Kohle und Zechen (oder heute "Bergwerke"). Die meisten davon stehen nicht mehr, dennoch hat der Kohleabbau eine enorm wichtige Rolle in der Geschichte des Ruhrgebiets gespielt. Noch heute merkt man einiges davon, wenn man z.B. in einer Doppelhaushälfte wohnt, war das vielleicht früher mal ein Zechenhaus, sprich eine für Bergarbeiter gedachte Unterkunft. Außerdem gibt es an vielen Stellen Straßenschäden durch ehemaligen Bergbau. Manche Zechen sind heute als Kulturstätte erhalten, z.B. Consol in Gelsenkirchen-Bismarck, andere sind aber nicht mehr zu sehen. Die Schachtzeichen, riesige leuchtende gelbe Gasballons, haben an einigen Tagen markiert, wo früher Zechen standen.

Ich mag das Ruhrgebiet sehr und da ich inzwischen in der dritten Stadt wohne und auch in Bochum, wo ich noch nie gewohnt habe, viel Zeit verbringe, sage ich oft, dass ich aus dem Ruhrgebiet komme und nicht aus Dortmund, Herne oder Gelsenkirchen. Und wenn man mal darauf achtet, kann man hier eine Menge erleben, sogar kostenlos. Dafür muss es gar nicht Kulturhauptstadtjahr sein, aber wenn Ruhr.2010 den Ruf des Ruhrgebiets ein bisschen verbessert hat, dann völlig zu Recht.



30 Day Challenge für Fotos

Vor einiger Zeit habe ich mal an einer (übrigens immer noch kursierenden) Challenge teilgenommen, bei der zu 30 paarweise auftretenden sehr verschiedenen Themen Songs vorgestellt werden sollten. Das hat viel Spaß gemacht und mich motiviert, ein bisschen in meiner Sammlung zu wühlen und über themenbezogene Musik nachzudenken.

Bei Jakub, den ich beim Bloggertreffen ansprach, weil er mit einer Holga1 herumlief, entdeckte ich nun etwas ähnliches für Fotos. Es geht wieder darum, 30 Tage lang etwas vorzustellen - diesmal eben Fotos. Paarweise sind die Themen nicht, dafür beginnt und endet die Reihe mit einem Selbstportrait. Ich werde mich dafür nachher nach dem Frühstück mal kreativ betätigen.

Die Themen sind nicht ganz so kreativ wie bei den 30 Songs, aber ich denke, Spaß machen wird es trotzdem und so kommen wenigstens mal wieder ein paar Fotos zustande, die nicht auf einem Konzert entstanden.

Alle Beiträge wird es fortlaufend unter dem Tag 30photos geben.

  1. Unglaublich billige, unzuverlässige Kamera mit Objektiv aus Plastik


Musik-Neuentdeckungen 9/2012

  • Ramona Falls - Sqworm (freeQnet)
    Der Name kam mir schon mehrfach unter, über Beety habe ich mich dann auch dazu verleiten lassen, mal reinzuhören. "Sqworm" würde ich nicht unbedingt als repräsentativ für die Band bezeichnen, wohl aber als äußerst hörenswert.
  • Little Boots - Headphones
    Little Boots arbeitet seit geraumer Zeit immer mal wieder ein bisschen an ihrem zweiten Album und ich bin sehr gespannt, denn die beiden bisher bekannten Tracks hören sich schon wieder echt gut an. Ich mag sie ja schon alleine deshalb, weil sie immer noch bei sich zuhause im Schlafzimmer Videos von sich aufnimmt wie sie eigene oder fremde Stücke singt, nur am Keyboard begleitet. Die Musik kann sich aber auch hören lassen!
  • DC Talk - What If I Stumble
    Auf einer CD in einem der DJ-Pulte bei mir in der Firma fand ich eine Rockversion von "What If I Stumble", einem ziemlich verbreiteten christlichen Lied, das im Original von DC Talk stammt. Leider habe ich die Rockversion bisher nirgendwo finden können, aber die wesentlich ruhigere Originalversion ist auch sehr schön.
  • Swedish House Mafia - Save The World (TEN SING)
    Noch gar nicht erwähnt - im Original nicht halb so grandios wie die Gänsehaut-Chorversion vom Dassel-Seminar, aber dennoch ein genialer Song. Ein Prachtexemplar aus Wechseln zwischen ruhigen Strophen und feiernden Refrains und wie geschaffen für TEN SING.
  • The Rolling Stones - You Can't Always Get What You Want (Soulwax Remix)
    Den Soundtrack zum Film "21" habe ich schon länger in meiner Sammlung - wird Zeit, mal darauf hinzuweisen, wie großartig der ist. Es ist kein extra für den Film produzierter Soundtrack, sondern eine Sammlung von verschiedenen mehr oder weniger bekannten Songs und Remixes, und gleich der erste Titel, ein Remix eines The Rolling Stones-Klassikers, ist einer meiner Favoriten. Auch "Big Ideas" von LCD Soundsystem und einige der unbekannten Titel sind sehr hörenswert, außerdem finden sich "Young Folks" und Rihannas "Shut Up And Drive" darauf.