Musik-Neuentdeckungen 06/2010

Gut dass ich grad noch was entdeckt habe - sonst hätte ich das hier fast vergessen. Eine Runde Ladies und ein Weltstar.

  • Barenaked Ladies - Pinch Me (Charmed)
  • Ladytron - International Dateline (Youtube)
    Auf Ladytron bin ich gestoßen, als ich bei Youtube Lieder von La Roux anhören wollte, weil ich meine Musiksammlung grad nicht zur Hand hatte. Die erste Playlist bei den Suchergebnissen war ein Mix aus La Roux, Ladytron, Lykke Li und Ladyhawke. Ladytron werde ich sicher mal im Kopf behalten, zumal die auch mal mehrere Alben haben, meist stolpere ich ja über Neulinge... die anderen drei kann ich übrigens auch empfehlen.
  • Lykke Li - Everybody but me (Youtube)
    Wo wir schon bei Lykke Li sind - dieses Lied kannte ich noch nicht, es ist auf dem Album "Youth Novels" nicht drauf. Angenehmer zu hören als manch anderes Lied von ihr, aber nicht weniger gut.
  • Little Boots - New in Town (last.fm)
    Hab grad mal spontan das Album gekauft. Das Lied lief als ich grad am Tapezieren war, ich hatte nix außer last.fm, da lief Ting Tings Radio. Erster Gedanke: Wow! Was ist DAS?!
  • Paul van Dyk - We are alive
    Ja, diesen Monat geht es mal wieder rech elektronisch zu. Paul van Dyk war mir vorher nur vom Hörensagen als großartiger DJ bekannt, seine Musik begeistert mich jetzt auch.
  • Paul van Dyk (mit Orchester) - For an Angel
    Normalerweise gibt's ja nur ein stellvertretendes Lied, wenn ich einen neuen Interpreten entdeckt habe (wie oben bei Ladytron), aber dieses Werk verdient eine zusätzliche Nennung, finde ich. Zieht euch mal bei Youtube die Live-Aufnahme der Orchesterversion rein. Alleine schon wie der Typ zwischen seinen Mischpulten rumrennt...


Ich fahr dann mal nach hause.

Mein Schreibtisch nach dem Umzug

Da sitze ich nun, in meiner neuen, ersten eigenen Wohnung. Sagenhafte 15 Autominuten oder 35 ÖPNV-Minuten von der alten entfernt und doch 60% näher an der Uni. Ein Freund hat mich gerade angeschrieben und wollte mit mir wetten, dass die erste Nacht in der eigenen Wohnung ungewohnt sein wird. Ich halte dagegen.

Ungewohnt ist nicht die Wohnung. Ich habe hier fast zwei Monate renoviert und gearbeitet, Kartons angeschleppt und Boxen und Möbel und Lampen und Kram. Nein, die Wohnung ist mir nicht mehr fremd.

Ungewohnt ist auch nicht, dass ich auf einer Isomatte übernachte, an einem Ort, an dem ich vorher noch nie übernachtet habe. Das mache ich ständig, ich liebe es zu verreisen, wohin auch immer, das ist absolut nicht ungewohnt.

Dass hier noch nicht viel Platz ist zum Schlafen und um mich herum Kartons stehen, kenne ich aus der alten Wohnung aus den Zeiten, wo ich die Allergiebezüge vom Bett gewaschen und auf der Isomatte geschlafen habe. Ein bisschen neu ist vielleicht, dass ich meinen ganzen Technikkram anders angeordnet habe und dass ich noch nicht so gescheit Musik hören kann wie sonst, da mein eigener PC mal wieder in Reparatur ist.

Das eigentlich Neue ist, dass ich hier alleine bin. Ich habe inzwischen meine Nachbarn von untendrunter und von nebenan kennen gelernt, aber trotzdem weiß ich nicht was die gerade tun, nicht mal, ob sie da sind. Wenn ich aufstehe, werde ich weder Familie noch Freunden noch Bekannten noch dem Hotelportier begegnen, sondern vermutlich niemandem.

Ist aber eigentlich gar nicht schlimm.



iTS - Ten Sing Hagen in Concert

Ten Sing war immer wieder mal ein Thema hier im Blog, auf Kirchentagen sind sie omnipräsent, ansonsten aber eher schwer zu entdecken. Die in Bremen angefangene und in München fortgeführte Begeisterung ist noch nicht zu Ende, also versuche ich momentan mir einige Ten Sing-Gruppen anzusehen und die erste war Hagen - deren Show passte gut in meinen Terminkalender.

Da der übliche Rahmen mit viel Blabla zu Anreise usw. bei den ganzen Konzertberichten langweilig wird, heute mal ein kleines Wunder. Bin von Herne (also von meiner neuen Wohnung) aus losgefahren Richtung Hagen, was fällt mir auf als ich in einer von Hagens chaotischen Kreuzungen stecke? Portmonnaie in der Wohnung liegen gelassen, ich bin ohne Führerschein, Fahrzeugpapiere unterwegs - und ohne Geld! Also am Rande des Wahnsinns (war obendrein spät dran1) dreimal wieder rein ins Auto und gesucht und überlegt - dann dran erinnert, dass ich ja mittags beim Einkaufen und alles-auf-den-Kopf-stellen Geld im Auto gefunden hatte... whey, die im Auto rumfliegenden Münzen machten genau den Eintritt zum Konzert aus (1,50€). Abend gerettet!

Das einzige Mal, dass ich mit dem CVJM direkt zu tun hatte, war auf unserer München-Kursfahrt (ausgerechnet, größtes Besäufnis, dass ich je erlebt hab), da haben wir in einer CVJM-Jugendherberge gewohnt. Ehrlich gesagt weiß ich auch gar nicht genau, was das jetzt für ein Ding war, tippe mal auf einen allgemeinen CVJM-Treff. Jedenfalls gab's dort einen technisch recht gut ausgestatteten Raum mit Bühne, Mischpultblock und ein paar Stühlen (wer braucht Stühle?), der im leeren Zustand unter Mitbenutzung der Bühne wohl irgendwas zwischen 100 und 150 Leuten fasst, durch Besuch von Ten Sing Bochum, Duisburg und Duisburg-Süd (Schnitzel! I said: Wo is my Bein?) war der auch gescheit gefüllt.

Die Show selbst war dann so wie ich sie typischerweise vom Kirchentag kannte: Ein Mix aus Liedern (Chor+Solo+Band) und Szenen eines kleinen Theaterstücks, plus ein Tanzpart und eine Präsentation zu den letzten Ereignissen dieser Ten Sing-Gruppe. Bei den ersten Liedern waren die Solos leider sehr leise, nach der Pause2 war das besser. Der Chor war cool, aber als Chor eher mäßig, war aber egal, da die Stimmung insgesamt super war. Die Solisten waren teilweise echt gut hahahah

Lieder... ich weiß noch, dass bei der Tanzsache allerlei verrückte Sachen dabei waren, Jumpstyle gab's auch... das Lied nach dem Theaterstück war "Hallelujah", sehr passend, da die beiden Protagonisten im Stück grad über Ten Sing Musterhausen :D zusammen gefunden hatten. Sweet Home Alabama war dabei und Smells like Teen Spirit hat so gerockt dass es das als zweite Zugabe nochmal gab. Die erste Zugabe war das Ten Sing Hagen-Lied... hilf mir mal jemand bitte, ich hab's im Ohr, aber ohne Titel. Vielleicht kann ja mal jemand mitlesendes aushelfen.

Insgesamt war's echt cool. Stimmung war super, verdursten oder verhungern musste man auch nicht (sogar faire Preise!) und ich kam mir nicht alt vor :D Glaube, teilweise hat das Publikum mehr Aufmerksamkeit als die Menschen auf der Bühne. Wenn die Duisburger ja mal ihre Website pflegen würden, könnte man sich ja da auch mal informieren. Naja, jedenfalls hat sich die Fahrt nach Hagen gelohnt, und ich würde das auch schreiben, wenn ich 1,5h Zug gefahren wäre3 hahahah

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1 Einlass 19:00, Beginn 19:30, das ging aber aus der Website nicht so klar hervor, also mal abgehetzt um möglichst vor 19:00 da zu sein - ich hatte ja keine Ahnung was für eine Location mich erwartet!

2 Es muss auf der Bühne irre heiß gewesen sein, der Raum an sich war schon irre warm und aus eigener Erfahrung weiß ich dass Scheinwerfer echt ätzend sind für die, die angeleuchtet werden. Pause nach etwa ner halben Stunde schon also gerechtfertigt.

3 Wenn man nach 22:04 ja noch aus Hagen ins Ruhrgebiet kommen würde, wäre ich ja auch mitm Zug gekommen! Aber was soll's, im Zug hätte ich kein Geld gefunden und so war's eigentlich auch ganz entspannt.



Pause / Play

Da bin ich wieder. Meine Wohnung ist in einem Zustand, in dem ich dort schlafen, kochen und im Internet surfen kann, jetzt werden die Prioritäten wieder verlagert und Konzertheld.de kommt wieder zum Zug. Sorry dass es hier immer wieder leere Versprechen gegeben hat, mich wurmt das auch, aber 24 Stunden sind echt manchmal zu wenig. 48 Entwürfe warten auf ihre Bearbeitung und es wird mit Sicherheit Berichte geben zu allem was passiert ist - beginnend beim schon angefangenen Kirchentagsbericht, London steht auch noch an (hey, ist erst drei Monate her!) und der Umzug selbst. Der nächste Bericht, den ich jetzt fix schreiben werde, ist dafür brandaktuell - das Konzert ist grad mal drei Stunden her.



Über Konzertheld.de gestolpert (2)

Neue Kuriositäten...

Es wäre sicher sinnvoll, wenn Google nur die einzelnen Artikel indizieren würde, alleine schon weil sich Tag- und andere Übersichtsseiten ändern. Aber dann gäb's auch weniger Treffer und das will man ja auch nicht... spannend ist ja, welche Artikel da gefunden werden. Und die Leute klicken den Scheiß dann auch noch an! Man nehme als Beispiel das mit der Rally... Oo



[reisen::ökt2010] Kirchentag als Party

Wenn man mich fragt, was Kirchentag ausmacht, nenne ich immer zuerst die unbeschreiblich gute Stimmung unter den anwesenden Menschen, die einfach alle gut drauf und zu jedem nett sind. Da das etwas schwer fassbar ist, kommen danach dann: Ten Sing, Pfadfinder, Kirchentagsschals und Papphocker. Alle vier sind wesentlich für den Kirchentag, aber natürlich auf unterschiedliche Art und Weise.

Pfadfinder findet man vor allem als Helfer, zum Beispiel an den Stellen wo Kirchentagszeitungen verteilt werden oder als Verkäufer der Schals, die dafür sorgen, dass man jeden Besucher sofort als solchen erkennt. Es ist einfach genial, wenn man irgendwo mitten in der großen Veranstaltungsstadt ist und irgendwo Leute mit bunten Schals entdeckt. Außerdem wird damit das gut funktionierende Prinzip "im Zweifel folge der Masse" unterstützt.

Ten Sing sind wesentlich für meine persönliche Schwerpunktbildung auf den bisherigen Kirchentagen. Ich schrieb im einleitenden Artikel, man könne jeden Aspekt, dem ich einen eigenen Artikel widme, zum Schwerpunkt des eigenen Kirchentagsbesuches machen - bei diesem Artikel geht es darum, auf dem Kirchentag möglichst viel Spaß zu haben. Sehr einfach geht das, wenn man sich von einer der zahlreichen Ten Sing-Gruppen anstecken lässt - ich habe noch nie zuvor und nie wieder danach so begeisterte Jugendliche gesehen wie bei Ten Sing.

Aus den über Deutschland verstreuten Gruppen werden für jeden Kirchentag mehrere Streetteams zusammengestellt, die aus größeren Regionen die besten Leute sammeln, um ein spezielles Kirchentagsprogramm zu proben. Diese Streetteams ziehen dann über den Kirchentag und treten zum Beispiel in U-Bahn-Stationen oder auf der Messe auf (ich berichtete bereits letztes Jahr). Außerdem gibt es von jedem Streetteam1 ein eigenes Konzert und eine geniale Abschlussveranstaltung im Treffpunkt Ten Sing (in München war das das Backstage), bei der alle Streetteams auftreten. Das Programm dieses Jahr sah ungefähr so aus:

Ten Sing Sleeping in my car, Freak out, Von hier an blind, "nicht mehr / stillstehn / ich muss weitergehn", In the name of..., Ich komm an dir nicht weiter, Amazing Grace + ? + HP Puppet Pals Cover
Ausdruckstanz (!!! ewig in ToDo jetzt auf ÖKT)

Ein Highlight, womit auch der Kirchentag selber wirbt, sind die großen Open-Air-Konzerte, von denen jeden Abend mindestens eins stattfindet. Dieses Jahr waren das natürlich wie immer die Wise Guys, außerdem Christina Stürmer und Nena. Außerdem waren z.B. Fools Garden und Eileen Q mit eigenen Konzerten da sowie als Vorbands u.a. Just Gospel, Class P. Jambor und Jasper. Sehr cool fand ich auch die BR3-Moderatorenband, die vor Christina Stürmer aufgetreten ist und etliche Dauerhits gespielt hat (z.B. Highway to Hell, Narcotic).

Alleine mit Konzerten kann man sich schon die ganzen fünf Tage verbreiten, zumindest dann, wenn man entweder das Programm gründlich durchsucht oder sich auch eher alternative Musikrichtungen wie schwedische Musik anhören möchte. Die Bandbreite ist da wirklich sehr groß, verschiedene Länder sind mit einheimischer Musik vertreten, Gospel ist da, Mitsingkonzerte werden angeboten und eben auch Popkonzerte wie oben beschrieben - und mit den verschiedenen Ten Sing- und anderen Gruppen meistens auch alle anderen Musikrichtungen. Rock, Metal, HipHop und Jumpstyle sind mir jedenfalls schon begegnet.

Abseits der Musik lohnt es sich, die Augen offen zu halten nach wandernden Aktionen. Im Zentrum Jugend (Olympiapark) war diesmal recht viel los. In der Arena gab es ein riesiges Angebot an klassischen (Brett-)Spielen und draußen waren immer wieder Gruppen unterwegs, die Theaterkurzstücke aufführten, um für Brot für die Welt zu werben. Ich habe verschiedene Aktionen mit Rollstühlen gesichtet (für Leute, die sonst nicht im ROllstuhl sitzen), darunter ein großer Parcours und eine Geisterbahn. Für Freunde alternativer Fortbewegungsmittel gab's einen Bockerl²-WOrkshop. (hier ggf. ergänzen)

Free Hugs waren diesmal weiter verbreitet, aber (so kam es mir jedenfalls vor) weniger beliebt. Free Hugs ist eine Aktion, deren Ursprung ich nicht kenne, die aber ein ganz simples Konzept hat: Bei Großveranstaltungen laufen (junge) Menschen mit Schildern durch die Gegend und bieten freie Umarmungen an - also tatsächlich eben Free Hugs, spontan und einfach so. Meiner Meinung nach eine coole Aktion. Möchte man also mal in den Arm genommen werden, sollte das kein Problem sein. Ein schönes Beispiel übrigens für die Offenheit der allermeisten Kirchentagsbesucher - es ist absolut kein Problem, wenn man alleine unterwegs ist, denn wenn man selbst offen auf die Menschen zugeht, wird man sehr schnell welche finden, mit denen man sich versteht und vielleicht die nächste Bahnfahrt, den Rest des Tages oder den gesamten Kirchentag verbringt. Handynummern austauschen dabei nicht vergessen - ich habe die Kölner Ten Singer, die erst im Treff und später bei Christina Stürmer gerockt haben, am nächsten Tag leider doch nicht mehr getroffen.

Anhand dieser Auswahl sollte klar werden, dass man auch zum Kirchentag fahren kann, wenn man fünf Tage Spaß haben möchte. Man kann sogar größtenteils ethischen, politischen und religiösen Themen aus dem Weg gehen - allerdings wird man merken, dass das nicht das Ziel des Kirchentag ist, und man sollte sich nicht wundern, wenn Nena während ihrem Konzert spontan verkündet dass sie es total super findet, dass Gott gerade da ist und dafür sorgt dass es ein geiles Konzert ist. hahahah

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1 Einfach bei Youtube nach "Ten Sing Streetteam" oder "Ten Sing ÖKT 2010" oder "Ten Sing München" suchen. Sehr geil.



[reisen::ökt2010] Mitgebracht vom Kirchentag

Es geht los. Jetzt gibt's die Berichte vom Kirchentag :D Hat mal wieder ewig gedauert, aber naja, von London hab ich auch noch nicht gebloggt, das ist bald drei Monate her. Ändert nichts daran, wie toll es war. Jeden Tag diese Woche ein Bericht, beginnend heute, und wenn alles klappt, schließt direkt daran der Bericht zum Umzug an.

Auch wer nichts mit Kirche zu tun hat, sollte mal lesen, wie es auf dem Kirchentag so zugeht. Klar gibt es religiöse Themen und einen Eröffnungs- und Abschlussgottesdienst usw., aber letztlich kommt es doch darauf an, was man selbst unternimmt - und bei einem mehrere hundert Seiten langen Programmheft geht das Spektrum über Ethik, Politik, Gesellschaft, Kultur und eben Religion. Musik gibt es reichlich und in aller Form, Gruppenerleben ohne Grenzen, einzigartige gut gelaunte Menschenmassen und eine wahnsinnig gute Organisation.

An allen Ecken kann man Spaß haben, diskutieren, sich informieren und am Ende sieht das vielleicht so aus:

Mitbringsel vom Kirchentag

Schande über mein Haupt, der Schal ist nicht drauf.



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