20/80 Wochen

Es ist der Wahnsinn, als ich mein aktuelles Projekt für längerfristige Pläne startete, schien der erste Termin anfangs irre weit weg zu sein. Nun ist er da. Der Sommer ist auch da und irgendwie ist auch schon wieder ein Semester um. Ich staune und nehme es hin, denn eigentlich ist das auch alles gut so. Mal schauen wie es mit den Plänen aussieht.

Sport & Ernährung

250km Fahrrad in einer Woche fahren
Chemnitz - Berlin ist nicht mehr nur eine Option, sondern ein konkretes Vorhaben.
10 verschiedene (ernstzunehmende) Teesorten nennen und zubereiten können
(0/10)
2 Wochen vegan leben
10 Gerichte aus 10 verschiedenen Ländern kochen
  1. Pizza nach italienischer Art (die tatsächlich anders ist als die deutsche)
  2. Tofu nach vietnamesischem Rezept
  3. Persische Eierkuchen mit Lauch und Walnüssen
  4. Falafel nach syrisch-israelischem Rezept
Ein Chinatown in Deutschland finden und leerkaufen
Ich kaufte ein riesiges Gewürzregal und bin nun vorbereitet.
Pilze im Wald pflücken gehen
Achterbahn fahren
Wird wegen Rückenproblemen wohl schwierig. Aber da findet sich was anderes.
Ein Fahrrad bauen
:check: Geschafft!
Bronze in vier Disziplinen des deutschen Sportabzeichens erreichen
 

Reisen

Einen One-Way-Flug buchen
Mit dem Rad oder zu Fuß an der britischen Südostküste entlang
Alle Nachbarländer von Deutschland bereisen
(3/9)
Nach Malaysia reisen
Klappt dieses Jahr leider nicht mehr.
Am Rothaarigentag in Breda teilnehmen
Alle TEN SING-Gruppen in Sachsen besuchen
 

Medien online

1 Monat lang Tagebuch über meinen Medienkonsum führen
An einem Bloggertreffen teilnehmen
Alle 20 Wochen ein Update dieser Liste posten
(1/4)
Die Hälfte meiner (neuen) Blogposts mit Bildern versehen
Uuuh, läuft gar nicht gut. Ich blogge immer noch meistens spontan und haue Artikel direkt am Stück raus, wenn dann nicht spontan irgendwo ein Foto verfügbar ist, gibt's eben keins.
Den DSL-Anbieter wechseln
Grr, ja, definitiv zum Laufzeitende im Herbst.

Medien offline

Ein TEN SING-Video schneiden
Einen Film selber entwickeln
Einen "Lost Place" besuchen
5 Songs am Synthesizer spielen können
(0/5)
Ein Werk bei Soundcloud veröffentlichen
Weiterhin jedes Jahr auf ein Konzert im Ausland gehen
Die Probenraum-Akustik verbessern
Hmm, Molton-Vorhänge sind schonmal nicht schlecht.

Haushalt

Nähen lernen und
Moltontücher zu Bettwäsche vernähen
Dachboden aufräumen
:check: Erledigt!
Bücher einlagern
Den Schreibtisch-Anbau vernünftig zusammenbauen
:check: Auch gemacht!
Die Küche fertigstellen
Dem Probenraum zu einer gescheiten Akustik verhelfen
Huch, das ist ja doppelt.

Bildung

5 Bücher-Bildungslücken schließen
(0/5)
100 Leistungspunkte im Studium erreichen
(32/100)
Grundkenntnisse in einer vierten Sprache erwerben
Angepeilt ist mindestens B1, ich lasse aber mal offen, ob das über einen Sprachkurs passiert oder durch einen Auslandsaufenthalt.
An einer Gerichtsverhandlung teilnehmen
An einer Parteisitzung teilnehmen
Erste Hilfe für Autofahrer auffrischen

Und wie das so ist, ist natürlich eine Menge passiert, was nicht geplant oder vorhersehbar war und nicht für alles lohnt sich ein eigener Blogeintrag.

  • In meinem Wohnzimmer wurde wegen undefinierbarer klebriger Substanzen des Vormieters endlich das Parkett abgeschliffen. Total irre wie gut das jetzt aussieht!
  • Ich war zwei Wochen in Israel und Palästina und weiß immer noch nicht so recht, wie ich das in Worte fassen soll.
  • Deutschlandweites TEN SING-Seminar war auch und ich kann nun Chorsätze schreiben und tue das auch mit großer Freude. hahahah
  • Außerdem hatten wir allerlei Auftritte, große und kleine, mit wenigen und vielen Zuschauern, insgesamt macht's immer wieder Spaß.
  • Ich hab Sachsen erkundet und ganz viele wunderbare Menschen besucht...
  • ...und beim Uni-Sommerfest endlich mal wieder auf einer Bühne gearbeitet.


Fahrrad-Neuaufbau - Teileliste & wie alles begann

Grünes Fahrrad Einzelteile.JPGNachdem ich 2012 das Fahrradfahren wieder für mich entdeckte, erstand ich ein nicht allzu klappriges gebrauchtes Trekkingrad und scheiterte direkt mal daran, damit von Hagen nach Dortmund zu fahren. Es war Winter, ich stürzte bei der ersten Schneematsch-am-Bordstein-Stelle. Dafür konnte das Rad natürlich nichts. Ich kaufte Spikereifen und trainierte, machte eine erste mehrtägige Fahrradtour im darauf folgenden Sommer und im nächsten Winter schockte mich nichts mehr.

Wofür das Rad aber was konnte, war das extrem hohe Gewicht des Rahmens. Dagegen half auch nicht, dass ich die nach und nach verschlissenen billigen Originalteile fast alle austauschte. Nach zwei Jahren hatte ich ein robustes, unverwüstliches und recht zuverlässiges, aber schwerfälliges Fahrrad und außerdem eine Menge Spaß an der Schrauberei entwickelt. Ich beschloss also, ein neues Fahrrad zu bauen - und zwar aus Einzelteilen und selbst.

Ist ja auch nicht so schwer, dachte ich. Hat ja nicht so viele Teile, so ein Fahrrad, und Trekkingräder sind populär, da gibt es reichlich Auswahl und Anleitungen. War auch nicht komplett falsch, der Gedanke. Drei grundlegende Entscheidungen waren schnell getroffen: Baugröße 28 Zoll, da am weitesten verbreitet und bisher passend für meine Körpergröße, V-Bremsen, da am billigsten, und 3x9 Gänge, da zukunftssicher (genug) und für Drehgriffschalter verfügbar, sollten es sein. Ich geb's zu: Ich hasse die Rapidfire-Daumenschalthebel. Und es sollte eine Kettenschaltung werden, also ein Fahrrad ohne Rücktrittbremse, da man dabei die Wartung leicht selber vornehmen kann (und dann allerdings auch regelmäßig muss).

  • Fahrradrahmen 28 Zoll mit Schaltauge und V-Bremsaufnahme (Cantilever-Sockel) für das Hinterrad, in zur Körpergröße passender Rahmenhöhe
  • Zwei Laufräder (Felge mit Speichen und Achse), 28 Zoll
  • Zwei zu den Felgen passende Mäntel (Schwalbe hat da eine gute Infoseite)
  • Zwei zu den Mänteln passende Schläuche
  • Federgabel für 28 Zoll, mit V-Bremsaufnahme (Cantilever-Sockel)
  • Zur Federgabel passender Steuersatz
  • Zur Federgabel passender Vorbau mit zur Körpergröße passenden Maßen (Ergotec hat da eine gute Infoseite)
  • Zum Vorbau passender Lenker in ausreichender Länge
  • Ein Paar Lenkergriffe - Durchmesser und Länge beachten, falls Drehgriffe zum Schalten verwendet werden!
  • Zum Rahmen passende Sattelstütze
  • Zur Sattelstütze passender Sattel
  • Ein Paar V-Bremsen
  • Ein Paar V-Brems-Bremshebel mit Bremszügen
  • Außenhülle für Bremszüge (2m) in passendem Durchmesser und Endkappen
  • Tretlager (Kurbel) für 3x9 Gänge (Tretlager haben meist 3 Kettenblätter, die aber je nach Anzahl der Gänge - hier 9 - unterschiedlich breit sind)
  • Zum Tretlager passendes Innenlager (Aufnahme und Länge müssen passen)
  • Zum Tretlager und Rahmen passender Umwerfer
  • Zur Hinterradachse passende Kassette für 3x9 Gänge
  • Zu beidem passende Kette für 3x9 Gänge
  • Schaltwerk für 3x9 Gänge
  • Zum Schaltwerk passender rechter Schaltgriff mit Schaltzug - Hier muss man sich auf einen Hersteller festlegen.
  • Zur Kurbel passender linker Schaltgriff mit Schaltzug - Beim Tretlager hingegen kann recht frei kombiniert werden, solange die Ganganzahl passt.
  • Außenhülle für Schaltzug (2m) in passendem Durchmesser und Endkappen
  • Vier Endhülsen für die Bowdenzüge (oder lieber ein paar mehr...)
  • Zwei Pedale
  • Klingel
  • Beleuchtung

Die meisten Kompatibilitäten kann man sich bei vernünftigen Onlineshops aus der Beschreibung erschließen. Beispiel Vorbau: Der Lenker hat einen bestimmten Klemmdurchmesser, die Gabel hat einen bestimmten Durchmesser, der Vorbau muss auf beides drauf passen.

Werden als Beleuchtung keine Akku-Steckleuchten verwendet, sollte man heutzutage ein Vorderrad mit Nabendynamo erwerben (kostet deutlich weniger als später einen Nabendynamo nachzukaufen) und entsprechende Leuchten. Dabei an den Überspannungsschutz denken, falls die Lampen keinen eingebaut haben (Datenblatt lesen)!

Folgende Komponenten habe ich vom alten Rad weiterverwendet:

  • Vorderrad
  • Zwei Mäntel und einen Schlauch
  • Bremshebel
  • Bremsen
  • Bremszugaußenhülle
  • Sattel
  • Klingel
  • Beleuchtung

Das Hinterrad hatte noch eine Schraubkassetten-Aufnahme, Schraubkassetten gibt es für 9 Gänge aber nicht, also musste ein neues Hinterrad her. Dadurch konnte ich immerhin auch wieder auf Autoventile umsteigen (französische Ventile gehen mir immer kaputt). Eine Sattelstütze, die zum alten Sattel und zum neuen Rahmen passte, konnte ich in der Uni-Werkstatt abstauben.

Von allen anderen Teilen habe ich meist einfach das billigste genommen, das mir von der Farbe gefiel und zu den anderen Komponenten passte. Nicht empfehlenswert ist das bei Bremsen. Die bremsen zwar auch, aber die Billigmodelle z.B. von Shimano haben eine ungünstige Klemmung, die den Bremszug schädigt, so dass man den nach Demontage z.B. beim Reifenwechsel nicht erneut verwenden kann. Insgesamt ist es eine bunte Mischung aus Shimano- und SRAM-Teilen sowie etlichen Komponenten weniger bekannter Hersteller.

Wer eine Selbsthilfewerkstatt in seiner Stadt hat, kann nun einkaufen und mit einem Bollerwagen voll Teile dort aufkreuzen. Oder im nächsten Artikel im Überblick lesen, was man vor der Montage wissen sollte und es dann vielleicht komplett selber bauen.



Nehmt das Fahrrad als Verkehrsmittel ernst!

Viele Fahrradfahrer auf einer StraßeDas Fahrrad ist wohl das Verkehrsmittel, das am Wenigsten ernst genommen wird, vorgesehen für Leute ohne Geld und mit zu großem Umweltbewusstsein. Das ist natürlich Quatsch, alleine schon weil niemand etwas dagegen haben wird, Geld zu sparen und die Umwelt zu schonen. Aber auch ganz praktisch hat das Fahrrad in der Stadt gravierende Vorteile.

Wer ein vernünftiges Fahrrad fährt und keinen klapprigen Drahtesel, kann durchaus auch Zeit sparen. Dabei rede ich nicht von Fahrrädern für mehrere tausend Euro. Anständige Fahrräder von der Stange bekommt man schon für wenige hundert Euro, auch selber bauen ist eine Option (dazu später mehr in anderen Artikeln).

Hier ein paar Beispiele:

  • Zu Kaufland benötigt man von meiner Wohnung 7 Minuten mit dem Auto, 9 mit dem Rad. Mit dem Bus braucht man deutlich länger.
  • Zum Probenraum sind es 12 mit dem Auto, unter 20 mit dem Rad, je nachdem wie schnell man auf der freien Strecke fährt - denn als Radfahrer kann man den ampel- und kreuzungsfreien Chemnitztalradweg nutzen. Der Bus braucht auch hier länger als beide Varianten.
  • Auch auf dem Weg zum CVJM, der auf einem der höchsten Punkte der Stadt liegt, bin ich mit dem Fahrrad schneller als der Bus.

Mein bisheriger Geschwindigkeitsrekord liegt bei 49,6km/h, 30km/h auf ebener Strecke sind realistisch. Da wird man in Wohngebieten sogar von Autos nicht mehr überholt.

Die BikeCitizens, die auch die Fahrradhalterung Finn vertreiben, haben ihrem Kartendienst eine Funktion hinzugefügt, die sehr schön darstellt, wie weit man in seiner Stadt in einer bestimmten Zeit bei einem bestimmten Fahrstil mit dem Fahrrad kommt. Ich schaffe es in 30 Minuten bis an den äußersten Stadtrand. BikeCitizens Maps

An dem Argument des Geldsparens ist natürlich auch was dran. In der Anschaffung liegt ein Fahrrad mehrere Größenordnungen unter Gebrauchtwagen. Werkstattbesuche sind auch 2015 noch überflüssig, alle Teile kann man mit einer anständigen Werkzeugkiste selber warten und austauschen. Ersatzteile kosten größtenteils unter 50€, auf jeden Fall aber unter 100€. Steuern fallen keine an, lediglich die Versicherung fällt relativ zum Kaufpreis meistens recht teuer aus. Und das Konzept der effektiven Geschwindigkeit finde ich auch interessant.

Am meisten freue ich mich über das Fahrrad im Berufsverkehr. Zwar muss man dann mit aggressiven Autofahrern kämpfen (wer die Nerven schonen will, fährt dann lieber Bus). Aber ein Fahrrad passt an jeder langen Autoschlange vorbei - der Zeitvorteil in der Stadt wird also immer größer, je dichter der Verkehr ist. Auch Parkplatzsorgen gehören der Vergangenheit an (auch wenn man an belebten Orten wie der Uni durchaus auch mit dem Fahrrad mal etwas suchen muss).

Ein beliebtes Argument für Autos ist nach wie vor die Möglichkeit, mehr zu transportieren. Wer es ernst meint mit dem Radfahren, verwendet ein Lastenrad und kauft auch für eine ganze Familie ein, aber auch mit einem Rucksack und einem normalen Fahrrad mit Fahrradtaschen oder einem großen Gepäckträgerkorb kann man den Wocheneinkauf für zwei Personen erledigen. Für ein paar Euro bekommt man außerdem Spanngurte, mit denen sich auch Reisegepäck bei Fahrradtouren oder Wasserkästen beim Einkauf transportieren lassen. In den paar Minuten, die die Montage benötigt, kreisen Autofahrer noch um den Block auf der Suche nach einem Parkplatz.

Auf dem Land oder in Kleinstädten mögen die Verhältnisse anders sein - ein Auto ist dort vielleicht in mehr Fällen notwendig. Aber gerade der Vergleich zum öffentlichen Nahverkehr wird dort erst recht stimmen, und letztlich ist es auch oft eine Frage der Bequemlichkeit. Wer Regen scheut oder es nur ein paar Minuten auf dem Fahrrad aushält, ist damit nicht gut beraten. Aber vernünftige Kleidung, etwas Training und im Winter Spikereifen (für Autos verboten, für Fahrräder erlaubt) schaffen meistens Abhilfe.

Fotoquelle: Frerk Meyer auf Flickr, lizensiert unter CC-BY-SA 2.0



Sundown in Sunset Valley bei Coswig

Ein einzelner Bassist auf der Bühne? Nein, da taucht aus dem Nebel noch ein Schlagzeuger auf. Und da kommt ein Gitarrist aus dem Backstage gerollt. Und ein feiernder Chor! Es ist eine TEN SING-Gruppe!

Man mag diskutieren, ob die Party, die vergangene Woche im Megadrome in Radebeul stieg, genauso heftig war wie die Partys früher, als das Gebäude noch als Großraumdisco genutzt wurde. Auf jeden Fall aber wurde hier alles gegeben - rockende Bassisten und Gitarristen, tanzbare Synthi-Sounds, jede Menge Stimmung im Chor und massig Platz vor der Bühne für das feierwütige Publikum (und Bestuhlung in sicherem Abstand für die, die in ihrem Leben genug getanzt haben). Tanzen, springen, Moshpit, rhythmisches Klatschen, Chorbewegungen oder Headbangen, Potenzial gab es für alles und wir haben es dankbar aufgenommen. So sieht es aus, wenn man nicht nur trotzdem klatscht, weil es TEN SING ist!

TEN SING Coswig präsentierte sich kurz hinter der Grenze der Nachbarstadt laut, gut gelaunt, stimmgewaltig und vielfältig. Wham, Cindy Lauper und Madonnas alte Songs wurden wieder ausgegraben (danke für Material statt Marteria Girl!). Die Backstreet Boys und Bon Jovi sind sowieso nie tot zu kriegen, Riptide brachte aktuelle Balladenmusik ins Programm und die Sängerin von Pinks "Fucking Perfect" bewies, dass Körpergröße / Alter und gesangliche Ausdrucksstärke nicht korreliert sind.

Was in Sunset Valley dieweil passierte, wünscht sich auch bei den aktuellen Temperaturen niemand: Die Sonne verschwand und mit ihr auch jegliche Stromversorgung und damit alle Energiequellen der Stadt (offenbar ist man dort sehr fortschrittlich, was regenerative Energien angeht). Es ist ja nicht so, dass die örtliche Wahrsagerin nicht davor gewarnt hätte - aber wer hat schon Zeit, sich dafür zu interessieren. Schließlich ist man viel zu sehr damit beschäftigt, sich auf Partys gegenseitig auszustechen oder verrückten Ticks zu fröhnen. Doch Notlagen bringen Menschen näher zusammen als alles andere und wir fordern abschließend, solange Strom verfügbar ist: Lass die Musik an!



Musik-Neuentdeckungen 5/2015 und 6/2015

Wie jeden Monat stelle ich hier die Lieder vor, die ich neu entdeckt habe - weil ich sie zu schätzen gelernt habe, weil sie nach langer Zeit wieder aufgetaucht sind oder weil sie einfach neu sind. Radio, Konzerte, Festivals und Empfehlungen von Freunden und Bloggern bringen immer wieder frischen Wind in meine Sammlung und die hier ausgewählten Titel, oft auch andere Titel der Band, möchte ich als Empfehlung an euch weitergeben. Aufgrund der schwierigen Lage in Deutschland gibt es meistens keine Links, aber über Google, Spotify & Co findet sich alles.

Jetta - I'd love to change the world
Nichts für den Alltag - aus einer dramatischen Szene in Person of Interest. Von dem Lied gibt es allerdings durchaus verschieden dramatische Versionen.
Purity Ring - Crawlersout
Talisco - Your Wish
Keine Ahnung mehr, wo ich das gefunden habe - Fantastischer Indiepop.
Birth of Joy - The Sound
Und das ist geil, wenn man auf Gitarrenmusik steht, die so richtig auf die Kacke haut.
Dotan - Home
Das Dassel-Seminar hatte diesmal ein Thema, dass viel mit Heimat und Wohnen zu tun hatte. Dieser Song hat eine schon fast mystische Stimmung, die sich großartig steigert.
James Bay - Hold Back The River
Und einfach ein schöner Popsong zum Abschluss.


Fugen und Fügungen

Manchmal fallen die Dinge so zusammen, wie es sich keiner ausdenken kann. So wie neulich, als ich vom Kirchentag zurückfahren wollte, meinen Bus verpasste und dafür in einer Mitfahrgelegenheit landete, deren Fahrer meinen letzten Auftritt gesehen hatte und mit einer weiteren Mitfahrerin, deren letzten Auftritt ich gesehen hatte. So auch heute wieder.

Nachdem ich mehrere Semester lang meine Fahrradschrauberkenntnisse in der Uni-Selbsthilfewerkstatt verbessert hatte, begann ich vor einigen Wochen, ein neues Fahrrad selbst zu bauen. Dafür war ich auch heute wieder in der Werkstatt, wo uns ein ehemaliger Mitarbeiter besuchte, der einem "Kunden" mit Fachwissen aushalf. Es stellte sich heraus, dass er inzwischen bei einer lokalen Fahrradwerkstatt arbeitet, bei der ich mich kürzlich beworben hatte. Auf meine Bewerbung bekam ich keine Antwort - aber anscheinend ist die Tätigkeit dort sowieso wesentlich weniger interessant, als ich es mir vorgestellt hatte. Und, umso besser, inzwischen hat sich ohnehin ergeben, dass ich lieber eine Stelle an der Uni annehmen möchte, von der ich zum Zeitpunkt meiner Bewerbung bei besagter Werkstatt noch nichts wusste. So fügt sich eins zum anderen...

Zu dem Fahrrad-Selbstbau-Projekt wird es hier sicher auch noch den ein oder anderen Artikel geben. Vorerst ein paar Bilder. Die Foto-Seitenleiste hat nun auch eine Galerie-Funktion, also einfach anklicken. hahahah



Kommunikation an der Supermarktkasse

Die besten Erlebnisse im Supermarkt hat man an der Kasse. Auf engem Raum kommen viele Menschen und noch mehr Produkte zusammen, doch die Aufmerksamkeit zieht vor allem eines auf sich: Das Kassenband.

Auf dem Kassenband werden auf verschiedenste Art Waren gesammelt - mit militärischer Genauigkeit angeordnet, vorsortiert in der Einpackreihenfolge, hoch aufgetürmt, um ja nicht warten zu müssen, bis das Band vorrückt oder mit riesigem Abstand zu den Waren des Vordermanns, um auch ja genug Diskretionsabstand zu wahren. Sofern vorhanden, werden die eigenen Waren mit eiserner Härte von denen der anderen Kunden abgetrennt - der Warentrenner wird auf das Band geschlagen wie ein Zaunpfahl in harten Boden.

Kommunikation unter den Wartenden ist streng verboten. Hat man etwas vergessen und wagt es, zurück zu laufen, während der restliche Einkauf bedrohlich nach vorne rückt, erntet man finstere Blicke der umstehenden Kunden. Mit der Flasche Ketchup in der Hand wird dann brav schweigend gewartet, bis der nächste Kunde jedes Teil nach reiflicher Überlegung an seinen Platz gelegt hat, um sich dann (schweigend) an ihm und seinem Einkaufswagen vorbei zu quetschen und den Ketchup dem eigenen Einkauf hinzuzufügen.

Die Kommunikation mit der kassierenden Person hingegen folgt einem strengen Protokoll. Hallo, waren Sie mit dem Einkauf zufrieden, wollen Sie die Treuepunkte, haben Sie vielleicht 3 Cent klein. Die letzte Frage rechtfertigt auch stundenlanges Wühlen im Portemonnaie und das Zusammenkratzen von 27 Cent in 1-Cent-Stücken. Rentner zählen dreifach beim Abzählen der Kunden zur Ermittlung der kürzesten Schlange.

Wollen Sie den Kassenzettel?



TEN SING Konzertnacht - in Sachsen, mit Tschechien

Tento text je čitelný v angličtině níže. This text is available in English below. :-)

Jedes Jahr vor den Sommerferien machen Dutzende TEN SING-Gruppen in Deutschland den großen Wochenendfestivals Konkurrenz, denn für viele endet dann das TEN SING-Jahr und die große Abschlussshow steht an. Für die einzelne Gruppe nur der Höhepunkt des Jahres, für alle anderen aber die Möglichkeit, neue und alte Freunde wieder zu sehen und noch mehr Menschen kennen zu lernen. Um die Vorfreude schonmal anzukurbeln, gibt es in Sachsen die Konzertnacht - ein Abend voller kurzer TEN SING-Auftritte mit Auszügen aus dem aktuellen Programm der Gruppen. Dieses Jahr fand die KonzertN8 in Annaberg statt - sieben sächsische und eine tschechische Gruppe präsentierten sich live, einige weitere reisten als Zuschauer an und auch Gäste aus Thüringen und Baden-Württemberg waren vor Ort.

Als Location stand uns das alte Stadtbad zur Verfügung, vom unteren Bahnhof zu Fuß zu erreichen, mit ausreichend Platz für eine große Bühne, alle Teilnehmer und Zuschauer und einer guten Akustik. Umkleidekabinen und Wasserstandsmarken erinnerten daran, dass der Bühnenbereich früher unter Wasser stand. Eine alte Leiter im Becken diente als Bühnenaufgang. Ein ungewöhnlicher Ort für einen ungewöhnlichen Konzertabend.

Während die meisten Gruppen Auszüge ihrer kommenden Show präsentierten, fiel Dresden als einzige aus dem Rahmen, da deren Show leider bereits vorbei ist. "Aus dem Rahmen fallen" ist bei TEN SING aber sehr relativ - so schaffte es Gastgeber Annaberg erst kurz vor der Konzertnacht, überhaupt genug Teilnehmer für eine Show anzuwerben, und auch die Auftritte unterschieden sich teilweise sehr. Es gab Lieder, die nur aus Chor bestanden, und Lieder, die auf Chor verzichteten. Balladen, Pop- und Rockmusik und HipHop waren vertreten. Auerbach präsentierte sich mit einem Video, Radeberg reiste ohne Schlagzeuger an und bekam bei "Seven Nation Army" spontan Unterstützung aus anderen Gruppen.

Besonderer Gast des Abends war eine eigens für die Konzertnacht gegründete Gruppe tschechischer TEN SINGer. Große Entfernungen (einige Teilnehmer kommen aus dem Osten Tschechiens) und Sprachbarrieren waren kein Hindernis - Moderationen und Andacht wurden auf tschechisch übersetzt. So kam es teilweise zu witzigen Szenen, wie beim Ende der Konzertnacht - großes "Ooooooh!" nach der Ankündigung, dass es vorbei ist, dann Übersetzung, großes "Ooooooh!" aus den Reihen der Tschechen - wobei in den meisten Fällen wohl vorher schon erahnt wurde, worum es geht... Darüber hinaus zeigte der Gastauftritt aber auch, dass alle TEN SINGer eine Einstellung teilen - es mag Unterschiede geben in der Art der Musik und der Proben, in der Zusammensetzung der Workshops, aber allen gemeinsam ist der Spaß an der Musik, die Lebensfreude und das Interesse am kulturellen Austausch mit anderen Jugendlichen. So wurde drei Stunden lang gemeinsam gefeiert - denn egal wie groß die Gruppe auf der Bühne gerade war oder welche Musikrichtung präsentiert wurde, gute Stimmung gab es allemal.

Wer wollte, konnte nach dem Konzertprogramm noch bei der Aftershowparty tanzen oder endlich wieder mit viel zu lange nicht gesehenen Leuten quatschen. Für die Übernachtungsgäste ging es anschließend einen kurzen Fußmarsch entfernt ins Pfarrhaus - wir hoffen, der dort wohnende Kirchenvorstand konnte trotz nächtlicher Gespräche und auf dem Kopfsteinpflaster trommelnder Rollkoffer schlafen. Beim Frühstück war das Schwimmbad schon wieder fast leer - danke an alle, die sich für den Abbau die Nacht um die Ohren geschlagen haben. Ich bin nun jedenfalls froh, dass Sachsen so ein kleines Bundesland ist, denn so sind die meisten Gruppen von überall gut erreichbar und uns steht eine großartige Konzertsaison bevor!

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Every year before the summer holidays dozens of TEN SING groups in Germany challenge the big weekend festivals - for most groups the TEN SING year ends and it is time for the final show. For a single group it is only the year's highlight but for all the others it is a possibility to meet old and new friends and make some new. To let anticipation grow, in Saxony we have concert night: an evening full of short TEN SING concerts presenting parts of the upcoming shows. This year concert night took place in Annaberg, seven German and one Czech group played, several more arrived as guests.

The old swimming pool served as location, offering much space for a big stage, all the participants and visitors, and a good sound. Changing rooms and water level marks reminded of the water that once allowed people to swim where our stage was build now. An unusual place for an unusual evening.

While most groups presented parts of their upcoming shows, Dresden made an exception as their show was already over. But exceptions are the rule for TEN SING. Host Annaberg just recently gathered enough participants to perform at all. Also the shows were very different. We had silent and loud music, Pop, Rock and Hip Hop, songs consisting of only choir and songs using no choir at all. Auerbach showed a self-presentation in a video, Radeberg had no drummer and was spontaneously supported by other groups.

The evening's special guest was a group consisting of TEN SINGers from Czech Republic. Long distances (some of them arrived from the East of the Czech Republic) and language differences were no actual barriers - moderation and devotion were translated to Czech. So sometimes we had a big "Oooooh!" when the speaker announced concert night was now over and then we had translation and another "Oooooh!" - but we guess in most cases it was propably already clear what the speaker said before the translation.

The guest appearance also showed that TEN SINGers share an attitude. Groups may differ in type of music, rehearsal structure, group size and age and workshops, but they all love and live for music and share love of life. So for three hours we partied together - no matter what size the group on stage or what kind of music was presented, there was always a great atmosphere.

Those who wanted to could dance and meet friends at the following after-show party. Overnight guests were afterwards accommodated in the nearby church house - we hope the church administration was able to sleep despite the nightly talks and the rolling suitcases on the cobblestone pavement. At breakfast the stage was already removed from the swimming pool - thanks to the technicians working all night. I am now very glad Saxony is quite small and most groups are easily reachable - we are heading towards a great concert season!