Keine Musik-Neuentdeckungen

Kein Aprilscherz: Kein einziger entdeckter Song im März war es mir wert, ihn in meine Entdeckungsliste aufzunehmen. Ganz schön mager. Auch das Projekt Hörsturz pausiert vorerst. Dafür hagelte es Konzertkartenkäufe, siehe dazu der vorherige Post. Und heute besuchte ich TEN SING Anrath, bekam "When we stand together" von Nickelback beigebracht (auch ein klasse Song) und lernte außerdem, wie dieser Song heißt. Den hatte ich ja mal ewig nicht gehört, dabei war das mal ein großer Hit.

Pop ist ne gute Sache, wenn er gut ist. In dem Sinne lasse ich euch mit einer Leseempfehlung alleine und wünsche einen schönen April. Math Pop - Anspruch ohne Anstrengung



Auf in die Konzertsaison!

Der Frühling ist immer für Überraschungen gut. Schon im letzten Jahr kamen die Konzerte/ankündigungen gehäuft am Jahresanfang, nachdem ich mich auf eine Flaute eingestellt hatte. Auch dieses Jahr knallte es: Letztens in der Matrix war ein Dreifachkonzert angesagt, was dann leider krankheitsbedingt auf zwei Bands reduziert wurde - trotzdem reichlich blaue Flecken und Spaß, ich berichtete ja bereits über Itchy Poopzkid und Zebrahead.

Auletta fielen ebenfalls krankheitsbedingt (also, von Seiten der Band) leider aus und werden nachgeholt. Die Happy liegen auch schon hier, ebenfalls Blood Red Shoes für Hamburg (die sehe ich ja sogar vorher schon in Brighton) und im Sommer kommen dann außer meinem eigenen Auftritt und jeder Menge TEN SING-Shows auch die Festivals - dieses Jahr die beiden ganz großen, Rock am Ring und Hurricane.

Und während der Artikel noch im Dashboard lag, habe ich spontan beschlossen, auch noch zum Deichbrand zu fahren. Da wollte ich auch immer schonmal hin und das Line-Up kann bei meinem Geschmack total mit den anderen mithalten: Beatsteaks, Subways, Grossstadtgeflüster, The Sounds, Supershirt, Deichkind, Irie Révoltes, Monsters of Liedermaching, Fritz Kalkbrenner und etliche Bands, die auch nicht schlecht, wenn auch nicht mein Fall sind - das stellt bandmäßig sogar RaR in den Schatten, denn da sind es nach wie vor die Größe des Festivals und die großen Bands, die mich ziehen, dafür sind eben auch viele dabei, die ich so gar nicht mag. Wenn ich mir das so angucke und bedenke, dass die Anreise dank NRW-Ticket auch noch billig ist und Fritz Kalkbrenner und Supershirt Clubnights spielen... Ticket gekauft.

Viele Tickets auf einem Schreibtisch



52 Songs: Heimat / Sport / Toilette

Auf geht's, viel Spaß beim Zusammenhang zwischen den Runden herstellen... ich war faul bei den {52s} und hatte obendrein wenig Zeit. Zeit, wieder ein paar Songs in den Raum zu werfen, zumal der März bisher eher mager war und die Musik-Neuentdeckungen daher sparsam ausfallen werden.

Heimat: Da wollte ich eigentlich was von Tauchsport nehmen, die kommen aus Bochum, was hier um die Ecke ist und eine Stadt, die ich irgendwie sehr mag. Aber dooferweise gibt's die nicht so recht im Internet (dafür geben sie immer wieder Gratiskonzerte im Ruhrgebiet und verteilen dort Gratisalben!). Also hm, Heimat. Aus Gelsenkirchen, was meine Heimatstadt ist, kenne ich keine ernst zu nehmende Band. Fußballer, Politiker und Schauspieler wohl, aber was Musik angeht... Wikipedia hilft weiter: Jazzy von Tic Tac Toe ist in Gelsenkirchen geboren. "Musikalische Heimat" würde ich das nun nicht nennen, aber als Kind habe ich die tatsächlich gehört und "Ich find dich scheiße" kennt wohl jeder irgendwie. Und scheiße find ich auch die Kommentare darunter. Man kann auch aus allem Rassismus machen. Womit wir dann auch beim Thema Heimat Deutschland wären. Oo

Sport: Das zweite Thema ist weniger tiefsinnig und mit Sport verbinde ich keine besonderen Musikstücke. Eigentlich ist mir beim Sport sogar ziemlich egal welche Musik dazu läuft, da fehlt mir die Konzentrationsfähigkeit um über die Musik nachzudenken. Hauptsache da läuft was. Gerne elektronisch und da momentan gerne Dubstep. In dem Bereich läuft hier momentan außer Skrillex auch oft Example und von dem dann meistens Stay Awake.

Toiletta: Und weiter abwärts im Niveau und das Abwasserrohr runter. Manchmal höre ich sogar auf dem Klo Musik, das kommt aber dann doch eher selten vor... von daher... seriously? Und wieso fällt jedem dazu irgendein niveauloser Scheiß ein? Was soll's, bring ich ein bisschen Niveau rein - und Wut. Und hey, in dem Song geht es im Refrain nicht nur metaphorisch um Scheiße. Haufenweise Scheiße von Grossstadtgeflüster
Ich frag mich übrigens, was Käufer des Samplers, von dem da gesprochen wird ("Extreme Sündenfall 7"), sich wohl fragen, was sie da gekauft haben, wenn der Track der erste darauf ist... :D



Ein Jahr Schlagzeug

Vor ziemlich genau einem Jahr kaufte ich mir ein eigenes Schlagzeug, nachdem ich zuvor ein halbes Jahr wöchentlich bei TEN SING im CVJM proben konnte. Seitdem hat sich einiges getan.

  • Die ersten beiden Lieder, die ich lernte, waren Seven Nation Army und The Reason von Hoobastank. Ersteres direkt in einer anspruchsvolleren Version, wie ich später merkte, das Original ist ja nun wirklich langweilig-primitiv.
  • Während Seven Nation Army nur eine Spielerei war, war The Reason eines unserer Showlieder und ich übte bis ins kleinste Detail, bis ich schließlich das Original zu 100% erreichte. Ein tolles Gefühl, und ein toller Song mit überraschend vielen Feinheiten trotz extrem simpler Grundstruktur.
  • Schon im Oktober zuvor war ich auf meinem ersten Seminar und war hin und weg, dass wir dort Misery Business von Paramore aufführten. Natürlich waren meine Schlagzeugkenntnisse nach drei oder vier Proben, die im wesentlichen aus Taktübungen bestanden, nicht brauchbar für irgendwas, aber mein Ziel stand fest: Der Song ist genial, ich muss den lernen!
  • Erstmal lernte ich aber The Reason, später dann noch Leb deine Träume von Luxuslärm, Halt dich an mir fest von Revolverheld, Knocking on Heavens Door von Guns'n'Roses und, ganz wichtig, Tommy-Gun von Royal Republic. Da hab ich die Hi-Hat noch mit dem Fuß gespielt...
  • Vor der Show beschloss ich dann spontan noch Bass zu lernen. Somma im Kiez von Culcha Candela, bestehend aus genau einem Riff, klappte auf der Show dann sogar.
  • Nach dem Auftritt in Hagen wechselte ich, vor allem wegen der näheren Lage, nach Bochum. Dort wurde ohnehin noch ein Schlagzeuger für das ETS-Festival gesucht und hey, auch Bochum hatte Tommy-Gun im Programm.
  • Das ETS-Festival war großartig. Wir traten einmal ca. 45 Minuten auf, als normale Show vor etwa 150 Leuten; da spielte ich Tommy-Gun und außerdem Du bist wie du bist von Madsen und - vorher tausend Mal geübt und gespielt - Smells Like Teen Spirit von Nirvana. Bei unserem kurzen für Deutschland repräsentativen Auftritt saß ich zwar nicht am Schlagzeug, dafür war der aber auf einer riesigen Bühne vor 2000 Menschen und wow, das werde ich so schnell nicht vergessen.
  • Auftritte gab es danach leider keine mehr, irgendwie war ich immer unterwegs und auch am 29.4. bin ich wieder nicht dabei. Dafür habe ich privat etliche Lieder gelernt, inzwischen gehören etwa 50 zum "Repertoire", darunter auch Narcotic von Liquido und How You Remind Me von Nickelback, entstanden aus einer spontanen Jamsession mit M., C. und S.
  • Und was soll ich sagen - in zahlreichen Stufen meisterte ich Tempo und Koordination und inzwischen spiele ich auch Misery Business fehlerfrei! hahahah

Damit habe ich also mein erstes großes Ziel erreicht. Momentan stehen auf der Zieleliste Resistance von Muse, Ignorance von Paramore und I Wish I Was Someone Better von Blood Red Shoes - und Misery Business zusammen mit By The Way von den Red Hot Chili Peppers auf der Zieleliste für den Bass. Das Schlagzeug steht endlich in einem vernünftigen Probenraum und nicht mehr im Keller, meine Nachbarn danken es mir hoffentlich.

Die Frage ist jetzt - was wird das Ziel für 2013? Übliche Rock- und Popmusik geht kaum über das Maß an Koordination hinaus, was Paramore-Songs erfordern, und wenn ich das Tempo von Steven (Blood Red Shoes) erreicht habe, bin ich glücklich und zufrieden. Danach wird es wohl Zeit für normale Drumübungen - vielleicht kann ich mir dann ja auch mal ein paar Schlagzeugstunden leisten...



Poopzkid, Motherfucker! Mit Zebrahead!

Das Plakat mit den Kindern in idyllischer Nachbarschaft und den Sternchen in den Namen der Bands lässt nicht gerade auf harte Musik schließen, aber wenn ich mit den Kindern eines gemeinsam habe, dann die Tatsache, dass ich da unbedingt hinrennen musste, denn für Mittwoch waren in der Matrix 5 Bugs, Itchy Poopzkid und Zebrahead angekündigt - eine verdammt explosive Kombination.

Krankheitsbedingt sind 5 Bugs leider ausgefallen, aber Itchy Poopzkid verkündeten gleich zu Beginn, dass sie ja dann etwas mehr Zeit hätten. So kannte ich das noch von Bochum Total - die Band ist einfach von der ersten Minute an der Publikumsliebling. Das hat sich auch während der folgenden knapp 1,5 Stunden nicht geändert. Reihenweise coole Songs in einer unheimlich entspannten Partyatmosphäre, in der man einfach die Seele baumeln lassen und genießen konnte.

Zu Hits wie "Why Still Bother" und "Down Down Down" wurde gepogt, was das Zeug hält. In der zu drei Vierteln gefüllten Matrix Bochum hatte jeder seinen Spaß - es gab härtere und softere Moshpits, es gab die auf der Stelle hüpfende Fraktion, die Tanzenden und die, die einfach am Rand stehen und genießen. Menschen surften auf der Crowd, Sibbi spielte auf seinem von der Crowd getragenen Gitarrenkoffer und in der Menge war eine Menge Bewegung - wobei man sich blind darauf verlassen konnte, wieder aufgehoben zu werden, wenn man mal auf dem vom Schweiß rutschigen Boden ausrutschte. Die Band ließ ihren Roady auf Zeit Mikros wechseln und wechselte selbst ständig zwischen den Instrumenten.

Nach kurzer Erholungs- und Umbaupause ging es dann bei Zebrahead eine Nummer härter zu. Während der ersten beiden Songs bin ich teilweise zwei Meter weit geflogen, wenn ich im Sprung einen Treffer kassierte. Aber auch hier wieder: Ein wildes, aber friedliches Chaos im Publikum. Wie auch schon bei Itchy Poopzkid vorher gab es Sitzpogo und Circle Pits und später sogar die Wall Of Death. Besonders bemerkenswert, dass die beiden Rollstuhlfahrer in der ersten Reihe dabei ebenfalls ihren Spaß hatten und vor der wild feiernden Menge geschützt wurden - dafür hatten Itchy Poopzkid ganz am Anfang hingewiesen und dafür gesorgt, dass die beiden aus der Gefahrenzone rauskommen.

Während des Zebrahead-Konzertes gab es auf der Bühne frische Drinks direkt von der auf der Bühne aufgebauten Tiki-Bar - leider nur für die Band und zwei ausgewählte Zuschauer, von denen einer dann wagemutig über den Fotograben sprang und erfolgreich stagedivte. Respekt an dieser Stelle auch vor der Security, die die ganze Veranstaltung über äußerst entspannt Leute annahm, wenn sie beim Surfen vorne ankamen, und ansonsten recht wenig zu tun hatte.

Zebrahead verpassten der Matrix gut eine Stunde lang nicht nur ein musikalisch etwas härteres, sondern auch ein textlich deutlich direkteres Programm. "Shisha Party" oder "Nudist Priest" sprechen ein eindeutige Sprache und das T-Shirt des Gitarristen sagt: "Ich bin eine Sexmaschine". Später im Programm darf das Publikum laut "Muschi" gröhlen - keine Herausforderung für die nach wie vor kräftig feiernden Fans und Neu-Fans. Vor sechs Jahren waren die fünf Amerikaner schonmal in Bochum - und spielten vor gefühlt zwanzig Zuschauern. Inzwischen stehen sie als Headliner auf großen Festivalbühnen, zeigten sich aber trotzdem ehrlich begeistert davon, wieder in Bochum spielen zu können und auch hier nun vor vielen Fans zu stehen.

Nach vier Zugaben hatte ich zwar mehr Körperteile mit blauen Flecken als ohne, war dafür aber auch restlos glücklich. Auch die Bands waren überaus angetan von der laut mitsingenden und -pfeifenden Zuschauermenge und kürten Bochum zum besten Konzert der Tour - womit Bochum eindeutig einen besonderen Status der Tour einnimmt, denn das Konzert am Mittwoch war das letzte gemeinsame Konzert der Tour und auch das erste war schon dort. Zu Recht, eine so ausgelassene und trotzdem stimmungsmäßig heiße Atmosphäre ist selten. Das Ganze für 16 Euro - falls es ein perfektes Konzert gibt, war es das.



Windows 8, Erlebnisprotokoll III

  • Ich installiere Windows 8 neu, diesmal ohne Windows 7 auf dem gleichen Rechner.
  • Nach dem Umschalten auf ein Microsoft Live-Konto kann ich mich nicht anmelden, weil ich die dafür zuständige App versehentlich gecrasht habe und nun das Passwort nicht korrekt gespeichert wurde.
  • Das Problem lässt sich durch Zurücksetzen des Passwortes auf einem anderen PC beheben.
  • H. und ich haben sehr viel Spaß mit der Sprachausgabe, die echt brauchbar ist. Wenn man Geschwindigkeit und Tonhöhe ganz runter stellt, klingt die Stimme wie ein Demenzkranker.
  • Die mit Windows mitgelieferten Apps stürzen nach wie vor manchmal ab, funktionieren aber prinzipiell.
  • Winamp kann meine exportierte Medienbibliothek nicht lesen bzw. stürzt bei dem Versuch ab. Das hat mit Windows vermutlich nichts zu tun, ist aber trotzdem ätzend.
  • Ich bin hochmotiviert mit Windows 8 produktiv zu arbeiten. Meine Basis-Arbeitsumgebung ist schon installiert, ich mache mir etwas zu Essen und installiere im Hintergrund Visual Studio 11 Beta, um Metro-Apps entwickeln zu können.
  • Setup erfolgreich. Ich bin bis zum 14.4. lizenziert. Feierabend für heute.
  • Meine Arbeitsplatz-VPN-Verbindung ist eingerichtet. Hat am Anfang nicht funktioniert, weiß der Geier warum. Jetzt geht's, Lotus auch und die Vollbild-Remotedesktop-App ist auch ganz brauchbar.
  • Es nervt ein bisschen, dass Programme sich jetzt gar keine Dateitypen mehr selbstständig aneignen können. Alles wird erstmal mit der Windows-App geöffnet und nachdem die dann das erste Mal gestartet ist, kann man bei Bedarf auswählen was man stattdessen möchte. Da die Foto-App nichtmal drucken kann, habe ich bisher immer eine andere App gewählt...


The Ting Tings: Sounds From Nowheresville

"Sounds From Nowheresville", das neue Album des britischen Duos "The Ting Tings", beginnt mit einem Track namens "Silence". Zu den anfänglichen sanften Synthi-Klängen mischt sich schnell ein klarer Drumbeat, und Katies Gesang übernimmt die Leadstimme. Alle sollen ruhig sein und der Stille zuhören, singt sie. Danach ergießt sich der Track erstmal in bombastischen Synthesizierklängen, bevor es mit dem Text weitergeht. Keine Notwendigkeit, sich selbst oder anderen zu zuhören, heißt es. Und damit ist der Kern des Albums getroffen.

Vier Jahre nach ihrem electropoplastigen Debütalbum haben sich The Ting Tings um 360 Grad gedreht, eine Menge mitgenommen und blicken nun wieder gerade nach vorne. Das 10 Tracks (19 in der Bonusversion) umfassende "Sounds From Nowheresville" übertrifft sich mit jedem Track aufs Neue selbst. Da ist das sphärische und wortkarge "Silence", was das perfekte Intro abgibt. Die Synthesizer müssen dann erst einmal ruhen, in "Hit Me Down Sonny" kriegt man harte Beats und ein Gitarrensolo zusammen mit Katies aggressivem Gesang um die Ohren gehauen. Ein Song, den Ting Tings-Fans der ersten Stunde mögen werden. Ebenso "Hang It Up", eine der ausgekoppelten Singles. Hier zeigt sich nicht nur, dass Katie an der Gitarre besser geworden ist, sondern auch, dass Jules hart an seinem Gesang gearbeitet hat.

Der zickige und aggressive Klang geht bei "Give It Back" deutlich zurück und den Leadgesang teilen sich die beiden nun. Es ist nach "Silence" der nächste Track, der sich nach und nach aufbaut - nach und nach werden weitere Instrumentenspuren dazu gemischt und nach dem zweiten ausschweifenden Refrain kriegt man dann erneut die volle Dröhnung Wut um die Ohren. The Ting Tings sagen über das Album und die lange Entstehungszeit, dass sie etwas zu sagen haben. Sie haben definitiv etwas zu sagen, und sie schleudern es dem Hörer gnadenlos entgegen.

Mit "Guggenheim" kommt der nächste Bruch ins Spiel - alle Instrumente spielen nun in den Strophen eine völlig untergeordnete Rolle, während Katie erzählt - ganz klassisch eine Liebesgeschichte. Im Refrain ist die Wut dann wieder da und gegen Ende des Stücks übertrifft sie alles, was bisher da war. Die Wut ist vielleicht das tragende Element des Albums und natürlich ist, Ting Tings-typisch, jeder Track von einem prägnanten Loop geprägt. Aber durch die vielen verschiedenen Stimmungen und Stile habe ich bei jedem Track wieder einen überraschten Gesichtsausdruck und frage mich, was wohl noch alles kommt, bevor mich auch dieser Track wieder mitreißt und völlig begeistert.

Nachdem man die mitreißende Geschichte von Guggenheim gerade erst verpackt hat, kriegt man schon die Soul-Nummer "Soul Killing" verpasst. Bläser und Klavier werfen jeden bisherigen Stil über den Haufen. Als treibendes Element dient diesmal das Quietschen eines Bettes und ich stelle mir die Hitze Spaniens vor, in der ein Teil des Albums produziert wurde. Dagegen habe ich bei "One By One" das Gefühl, alle bei der Produktion in Berlin ausgekramten alten Synthesizer gleichzeitig zu hören. Ab "Day To Day" ist dann allerdings zumindest gitarrentechnisch Schluss mit elektronisch und die Akustikgitarre kommt als Leadinstrument raus (nicht ohne bei "Help" nocheinmal von einem Synthi-Solo unterbrochen zu werden). Drei Tracks, die alle die erfreuen werden, die die Akustikversionen der Songs des ersten Albums besonders schön fanden. Und in der Tat kommt Katies schöne Stimme hier besonders zur Geltung. Der reguläre Teil endet schließlich mit dem ruhigsten und schon melancholischen Song "In Your Life", bei dem dann sogar Streicher ins Spiel kommen.

Die Besitzer der Bonusversion kommen nicht nur in den Genuss eines Doppelcovers (das Album befindet sich bei der signierten Deluxe-Version in einer Pappschachtel, die mit der invertierten Version des Covers und einer umgestalteten Trackliste bedruckt ist), sondern auch in den Genuss neun weiterer Tracks. Sechs Remixes, darunter die bereits früh veröffentlichte Bag Raiders-Version von Silence und der nach Dubstep klingende Inertia-Remix von Hang It Up, dazu die Demo von "Give It Back" und zwei im regulären Teil nicht enthaltene Songs. Da ist dann auch "Hands" dabei, der erste Track, den The Ting Tings nach ihrem ersten Album veröffentlicht hatten, und dazu "Ain't got Shit", ein bisher gar nicht veröffentlichter Titel.

"Sounds From Nowheresville" umfasst 10 bzw. 19 Tracks und kommt in einer knallbunten Verpackung mit Textheft. An vielen Stellen finden sich Ergebnisse des "Show Us Yours"-Projektes, auch das Cover ist von einem Fan gestaltet worden. The Ting Tings stehen kurz vor ihrer USA-Tour und sind im Sommer z.B. bei Rock am Ring zu sehen. Bis dahin kann ich jedem empfehlen, mal in das Album reinzuhören - Fans werden mit Sicherheit auf ihre Kosten kommen und auch alle anderen sollten der Musik eine Chance geben.



52 Songs: Lebensfreude / Fahrstuhl

Wöchentliche Beiträge können ganz schön schnell hintereinander kommen und so kommt es, dass ich letzte Woche mal wieder das Projekt {52s} verpennt habe. Dabei ging es um Lebensfreude, ein Thema, was mir sehr sympathisch ist und zu dem ich sogar seit einiger ein Mixtape bastle. Einen der Songs daraus möchte ich euch hier ans Herz legen. Der Song vermittelt für mich textlich und musikalisch eine positive Stimmung und wirkt für mich als ein Aufruf zu einem glücklichen Leben. Außerdem ist es einer der Songs gewesen, die ich auf meinem ersten Auftritt als Schlagzeuger gespielt habe - und da das Schlagzeug spielen einen großen Teil meiner Lebensfreude ausmacht, passt das Lied auch in der Hinsicht. Es handelt sich dabei um Leb deine Träume von Luxuslärm.

Zur Fahrstuhlmusik fällt mir auch spontan was ein. Zum Great London Traffic Warden Massacre von Morcheeba gibt es keine Geschichte, der Song ist Teil eines Soundtracks, der mir gefallen hat, und man kann ihn ganz hervorragend zu einem Endlosloop umbasteln. In der Form habe ich den glaube ich mal eine halbe bis ganze Stunde am Stück gehört, geht super. ;)