Open Street Map (OSM) -> Google Earth (KML)

Für meinen bevorstehenden Umzug nach Dortmund habe ich mir in Google Earth eine Reihe von interessanten Punkten rund um Dortmund Hauptbahnhof markiert, um schnell sehen zu können, ob eine Wohnung an Adresse X nah genug an einem Rewe oder einer Sparkasse ist. Für die Nextbike-Radstationen gab es bereits eine KML-Datei, sodass ich sowieso alle Radstationen in Google Earth habe. Für Packstationen gibt es das bei OpenStreetMap - kann ja nicht so schwer sein, das zu konvertieren, dachte ich.

Ist es auch nicht. Aber bis man dazu mal ein Tool findet... daher hier ganz kurz der Hinweis auf das folgende Tool, dass unglaublich viele Formate untereinander konvertieren kann, darunter auch das OSM-XML-Format, KML und das GPS-Format GPX: GPSBabel. Natürlich kostenlos und für alle Betriebssysteme verfügbar.

Und weil's so schön ist, nochmal auf englisch, damit möglichst viele Suchende fündig werden.

---

Since I am moving to Dortmund in a few months I marked some important points in Google Earth. So now I can see if there is a supermarket or a bank near a flat's address. For Nextbike cycle hire stations I already had a KML file so all the stations are in Google Earth. For parcel pickup there is a list in OpenStreetMap.

It turned out conversion from OSM to Google KML is not hard but it is hard to find a tool that does it. So take this as a hint. GPSBabel converts between a lot of formats, including OSM, KML and GPX. It is free and available for all OS.



Und plötzlich ist man VIP.

Eva vom hurra-blog schrieb letztens einen schönen Artikel darüber, wie sie zum Fernsehen kam und wieso es stimmt, wenn Leute mit Erfolg sagen: "Ich hatte einfach Glück". Ich fand es irgendwie beruhigend zu lesen, dass man Glück haben kann, wenn man etwas mit Leidenschaft tut, aber auch etwas frustrierend, dass Glück so wichtig ist. Aber zumindest bei den etwas kleineren Dingen geht es auch ohne (oder weniger).

So schreibe ich ja schon länger für venue.de, ein allgemeines Musikmagazin. Eigentlich immer dann, wenn ich auf einem Konzert bin, über das ich für meinen eigenen Blog Konzertheld.de sowieso schreiben würde, und zusätzlich noch ab und an mal eine CD-Rezension und ein paar Ankündigungen. Das macht Spaß, es ist nicht viel Arbeit und ab und zu springt mal freier Eintritt oder eine kostenlose CD im Gegenzug für einen Artikel und Fotos dabei raus.

Konzertberichte mit Fotos habe ich bei TEN SING angefangen, letztes Jahr dann erstmals auch mit normalen Bands bei Open Air-Veranstaltungen, bei denen Fotografieren erlaubt war. Damit und mit den Artikeln bei Venue habe ich dann die Festivalhopper angeschrieben, als die mal in einem Artikel kurz erwähnten, dass sie noch Leute brauchen. Meine Fotos und Artikel gefielen, ich kam ins Team, fuhr zum Ruhr-Uni-Sommerfest und fragte hoffnungsvoll Bochum Total und das Open Source an - und dann wurde der fürs Hurricane vorgesehen Reporter krank und ich wurde dort akkreditiert.

Und eh ich mich versah, hatte ich mein Notebook im Gepäck, meine Karte verkauft und fuhr zum Hurricane, um mich dort am Presse- und VIP-Stand anzumelden. Statt dem ohnehin schon nicht so schicken orangenen bekam ich ein rosa Bändchen und am nächsten Tag saß ich im Pressebereich des VIP-Zeltes zwischen einem Mitarbeiter von FKP Scorpio, der mir seinen Laptop lieh, weil bei mir das WLAN nicht ging, und einem Fotografen von DAPD, der pro Jahr eine Canon 5D verschleißt, weil er die 200.000 Fotos erreicht, die die Kamera verkraftet.

Das WLAN war schlecht und der Pressebereich klein, aber die Pressemenschen waren alle sehr nett und wenn es draußen regnete, konnte ich rein. Am dritten Tag wusste ich, dass auch die Profis manchmal auf kleine Kameras bauen, weil die beste Kamera die ist, die man dabei hat, und irgendwie war es schon fast normal, zwischen rauchenden Agenturmitarbeitern und 50cm langen Objektiven zu sitzen und Artikel zu schreiben, während draußen das Festival tobte.

Beim Open Source war ich auch zum Fotografieren, aber dank des besseren Wetters und der Tatsache, dass das Festival nur einen Tag und eine Nacht geht, war die Aktion wesentlich entspannter. Ein großartiges Festival übrigens, das ich vermutlich ohne die Festivalhopper gar nicht kennen gelernt hätte. Sort sah ich auch Sizarr zum ersten Mal, und mit denen saß ich heute in der VIP-Kirche (kein Witz) von Bochum Total zum Interview. Trotz Gratisfestival gibt's da sogar ein kostenloses Büffet und Freigetränke. Sehr sehr coole Sache, mit Managern zu telefonieren und Bands zu treffen - und letztlich viel unspektakulärer, als man sich das vorstellt, weil die meisten auch nur mit Wasser kochen.

Am Sonntag geht es mit Fiva & Das Phantom Orchester weiter. In ein paar Stunden geht es aber erstmal wieder zu einer TEN SING-Show - diesmal ohne Kamera, denn die übernimmt Marina, die mit mir von Bochum Total berichtet und den Samstag sicher alleine schmeißen wird.

Albenrezensionen
Artikel bei den Festivalhoppern



Rückblick auf Rock am Ring - 1. Teil

Größen wie Metallica, Die Toten Hosen und Linkin Park sorgten dafür, dass Rock am Ring schon im Januar ausverkauft war und auch Rock im Park folgte etwas später mit der Meldung: Keine Karten mehr zu haben. Doch neben den begeisterten Massen - jeder tausendste Deutsche fährt zu Rock am Ring - wurden auch die kritischen Stimmen wieder laut: Rock am Ring ist dem Kommerz verfallen, hat außer Headlinern nichts zu bieten.

Nach der Fahrt nach Koblenz, vom Ruhrgebiet aus der nächste Bahnhof, von dem Shuttlebusse fahren, hat uns jedenfalls erstmal die erste Enttäuschung getroffen: Der Shuttlebus war gerade weg, 30 bis 45 Minuten bis der nächste kommt, außerdem sind viele Zeltplätze schon voll. Der Shuttlebus ist nicht im Ticketpreis enthalten, sondern kostet acht Euro pro Strecke, und er fährt über eine Stunde. Als dann der nächste Bus kam und wir nicht mehr reinpassten, war klar, der angenehme Teil der Anreise ist in Koblenz zu Ende.

Irgendwann, als es schon lange dunkel war und wir unterwegs noch ein paar Leute aufgegabelt hatten, die sechs Kilometer vom Campingplatz entfernt parken mussten, kamen wir dann auch mal an. Mit Hilfe der anderen Camper auf unserem Wunschzeltplatz schafften wir es sogar, uns dort zu platzieren, wo Plan B es vorgesehen hatte. Alles außer Essen wurde auf den Freitag verschoben, es war inzwischen nach Mitternacht und wir mit den Nerven am Ende.

Freitag war dann erstmal alles entspannter. Wir holten unsere Bändchen, ließen uns von den Zeltnachbarn verarschen, weil zehn von uns zwölf Vegetarier sind, brachten den Gaskocher zum Laufen (sogar ohne Panzertape) und richteten uns erstmal ein. Mein Konzertplan für Freitag war sowieso entspannt, nur drei Bands, die ich ernsthaft sehen wollte. Aber eigentlich war der Konzertplan für das ganze Festival entspannt, denn von den drei großen Headlinern interessierte mich nur einer wirklich und auch sonst war das Line-Up im Vergleich zu Hurricane und Deichbrand für mich eher uninteressant, obwohl Rock am Ring fast so teuer ist wie die beiden anderen zusammen.

Meine erste Band spielte dann auch direkt auf der Center Stage, der sagenumwobenen, der mit dem neuen Einlasssystem und den drei Zonen, von denen die vorderen zwei beschränkt sind. Es war erst Nachmittag, aber die erste Zone war schon dicht, und während des Festivals würde sich das auch nicht ändern. Wer einmal drin war im vordersten Wellenbrecher, ging nicht mehr freiwillig raus. Ich begnügte mich also mit Zone B und genoss The Subways, die ein bisschen klein wirkten auf der riesigen Bühne, ihren Auftritt aber sichtlich genossen. Party ist bei denen sowieso immer - die Musik ist unglaublich mitreißend, die Band ist live einfach richtig gut und außerdem streuen sie ständig ins Deutsche übersetzte Strophen ihrer Songs ein, zum Beispiel bei "Rock&Roll Queen" und "We Don't Need Money To Have A Good Time".

Ganz im Festivalsinne blieb ich danach zu Cypress Hill, die mit Hiphop ungefähr gar keine Übereinstimmung mit meinem Musikgeschmack haben, aber wo ich eh mal da war, konnte ich auch mal über den Tellerrand schauen. Ganz klischeehaft war ungefähr jedes dritte Wort "fucking" und jeder zweite Satz Eigenlob, aber die Jungs verstehen es das Publikum anzuheizen und am Ende gab es Soli für den Percussionisten und den DJ, was echt cool war. Im Gegensatz zu den darauf folgenden Kasabian, von denen ich nur "Underdog" kannte und die eine lahme Enttäuschung waren. Der Sänger sah aus wie Liam Gallagher, war aber offensichtlich weniger auf Drogen.

Also Gelegenheit etwas eher abzuhauen und einen guten Platz an der Alterna Stage zu ergattern. Zone B war, als ich rauskam, inzwischen auch geschlossen, und überhaupt waren an der Center Stage unheimlich viele Menschen, die unheimlich wenig Spaß hatten. Ganz im Gegensatz zu denen bei Guano Apes, wo es kein Problem war, im zweiten Wellenbrecher nach ganz vorne zu kommen - nach den ersten Songs hörte ich irgendwo neben mir "hier sind wir richtig". Und als "Open Your Eyes" als vierter Song kam, erreichte die Stimmung den Höhepunkt und es gab bis zum Ende des Konzertes ständig Moshpits. So muss das!

Aufgrund einer Zeitplanänderung verpasste ich leider den Anfang von Fiva & Das Phantom Orchester, aber die Stadt gehört trotzdem denen, die da waren. Eins meiner persönlichen Highlights - das Konzert an der Clubstage war mit wenigen tausend Zuschauern vergleichsweise winzig, aber Fiva ist so süß wenn sie sich ständig bedankt weil alle, die da sind, sie einfach nur feiern, und das Publikum war so begeistert, dass schon nach zwei Dritteln des Konzertes Zugaben gefordert wurden, obwohl noch reguläre Spielzeit war. Wunderbar angenehmer, klischeefreier Hiphop beim Ring mit Fiva MC, dem DJ und dem Kontrabassisten.

Planlos was ich bis Evanescence tun sollte ließ ich von den anwesenden Mädels beraten, hörte mir Musik vom Handy an und blieb zu The Koletzkis. Die warteten nicht mit großer Show oder vielen Klängen auf, sondern mit minimalem, tanzbaren Elektro. Das aber in einer Qualität, die das Publikum auch durchweg zum Tanzen brachten. So blieb ich bis zum Schluss - verlasse nie ein gutes Konzert! - und bestaunte Evanescence von weiter hinten, wie sie stimmliche und instrumentale Leistungen brachten, die nur möglich sind, wenn man voll hinter seiner Sache steht. Ein Ohrgasmus quasi, und die Technik tat ihr übriges und ließ den Platz vor der Alterna in Licht förmlich explodieren.

Auf dem Weg zur Center, wo gerade Linkin Park auf die Bühne kamen, verweilte ich noch kurz erneut an der Club Stage, wo gerade Moonbotica auflegten, die mir von diversen Remixes ein Begriff waren. Auch dort großartige Stimmung und ich gewann zunehmend mehr den Eindruck, dass die kleinsten Konzerte hier die besten sind. An der Clubstage ist einfach alles nicht so Overkill wie an den beiden großen Bühnen.

Linkin Park allerdings waren auch nochmal ein Highlight. Leider sah ich quasi gar nichts von ganz weit hinten, da die Videoleinwände ständig ausfielen (was sich im Verlauf des Festivals auch nicht besserte), aber spätestens ab Bleed It Out, wo ich einen Ultrafan in der Menge entdeckte, war Party angesagt, und wen stört es schon, wenn um einen herum eher mäßiges Mitnicken als wildes Springen angesagt ist?!

Als Absacker gab's dann noch Marilyn Manson. Der war, wie man es erwartet - laut, grell, aggressiv und ein bisschen krank. Man kann nicht sagen, dass er nicht feiert, aber es strömten ständig Menschen weg. Auch schien die Technik schlecht zu sein, denn es gab ständig Rückkopplungen. Trotzdem waren Massen vor der Alterna und ich war froh, mit einigen anderen seitlich hinter dem Absperrzaun auf dem erstaunlich weichen Asphalt zu sitzen und das Konzert aus der Ferne zu beobachten, bis ich keine Lust mehr hatte.

Aber apropos Sound. Als ich Richtung Campingplatz lief, platzte mir fast der Schädel, als ich am Zelt der Independent Party Station vorbeikam. Unglaublich dröhnende Bässe und ein irrsinnig lauter Sound drangen heraus - alle drei Bühnen waren ein Witz dagegen. Überhaupt empfand ich den Sound bei Rock am Ring als sehr leise und auch immer wieder als schlecht abgemischt. Bei Cro am Sonntag gab es auch Hinweise darauf, wieso - die Techniker hatten ihre interne Kommunikation auf die PA geschaltet und so konnte jeder Anwesende mithören, dass sie total unter Zeitdruck stehen und nicht fertig wurden bis das Konzert anfing. Zeitplan vor Qualität also. An den Videos der übertragenden Sender habe ich nach dem Festival erstmal gemerkt, wieviel ich tatsächlich aufgrund der schlechten Mischung einfach nicht gehört habe.



Musik-Neuentdeckungen 6/2012

Trotz Rock am Ring ging der Monat eher langweilig los, was neue Musik angeht.

  • Garbage - I'm only happy when it rains (Hurricane)
    Ist das eigentlich wirklich so bekannt wie ich denke? Ich kannte genau diesen Song und stellte dann fest, dass die Band noch mehr drauf hat.
  • Jennifer Rostock - Mikrofon (Hurricane)
    Jennifer Rostock konkurriert beim Hurricane mit Royal Republic... nachdem ich mehrfach gesagt bekam, dass Jennifer Rostock live genial ist/sind, war ich da - sechs Lieder, dann bin ich rüber zu RR. War gut - aber nicht gut genug, um die schwedischen Punker zu schlagen.
  • Bonaparte - Shenanigan (Hurricane)
    Wer hingegen genial war, waren Bonaparte. Super Konzert, interessante Show und absolut geniale Fans. So friedlich und doch so heftig Party hat man selten. Keine Ahnung, ob es einen Song gibt, der so heißt, bzw. ob der Song so heißt, aber das Wort kommt darin häufig vor...
  • The Hundred In The Hands - Pigeons (Open Source)
    Und endlich mal wieder eine Band mit "Wow! Die muss ich unbedingt nochmal sehen!"-Effekt! Das Open Source ist ein kleines Festival in Düsseldorf, das sich der alternativen und elektronischen Musik verschrieben hat. The Hundred In The Hands passen da gleich doppelt rein und für deren Musik gibt es sogar eine Genrebezeichnung, die ich noch nicht kannte: Indietronica - die Indie-Szene der elektronischen Musik. Live sind sie übrigens deutlich besser als aus der Konserve!


Serverumzug

Wegen eines Serverumzugs war Konzertheld.de heute tagsüber nicht erreichbar. Das liegt daran, dass sowohl mein alter Hoster Webhoster als auch mein neuer Hoster 1&1 schneller gearbeitet haben, als ich es erwartet hatte. Das ist positiv, hat aber dafür gesorgt, dass ich mit dem Umzug der Domain nicht hinterher kam bzw. die Daten nicht schnell genug rüberschaufeln konnte.

Nachdem Webhoster mal wieder irgendeine PHP-Konfiguration kommentarlos verändert hatte, habe ich mal meine Kündigungsfrist nachgeschaut und siehe da, die ist bald. Und siehe da, 1&1 hat gerade mal wieder ein Angebot für ein paar Gratismonate in deren gehobenen Paketen. So habe ich nun nicht nur etwas mehr Speicher und unbegrenzt Traffic, sondern vor allem auch mehr Inklusivdomains (mehr zu deren Nutzung später), Git-Versionsverwaltung und SSH-Zugriff auf meinen Webspace. Alles Dinge, die mir das Leben einfacher machen.

Erstmal ändert sich dadurch nix. Dadurch, dass ich jetzt Git habe, werde ich aber beim Programmieren in Zukunft ordentlicher arbeiten können. Und dadurch, dass ich jetzt unbegrenzt Traffic habe, kann ich endlich bedenkenlos meine Fotos selber hosten statt immer wieder mit einem externen Dienstleister zu frickeln. Und dann funktionieren diese wunderbaren Foto-Seitenleisten vielleicht auch mal durchgehend und nicht nur ein paar Stunden am Tag.

Am Schönsten lief übrigens der Umzug der Domains innerhalb von 1&1. Ich habe eine vom Vertrag meiner Mutter übernommen und eine aus einem anderen meiner Pakete. Beides ging innerhalb weniger Minuten. Und auch den Authcode für den Umzug von Webhoster1 zu 1&1 bekam ich direkt am nächsten Morgen - und mit dem Code war dann auch Konzertheld.de innerhalb von Minuten bei 1&1 eingetragen und nach wenigen Stunden online.

---

  1. Wie kann man sein Unternehmen genau so wie die Dienstleistung nennen?!


Hurricane-Liveberichte

Zur Zeit versinkt das schöne Scheeßel im Matsch, der Regen hat eingesetzt - aber wir lassen uns nicht vom Feiern abhalten. Seit Donnerstag bin ich beim Hurricane-Festival und inzwischen gibt es im Pressezelt auch WLAN. Dankenswerterweise haben mich die Festivalhopper akkreditiert, so dass ich jeden Tag von hier berichten kann. Dafür nehme ich auch in Kauf, dass das Presseband pink ist. ;-)

Im Gegensatz zu den Kollegen von den Agenturen, die quasi immer die Headliner fotografieren müssen, kann ich mich hier ganz normal als Besucher bewegen, daher sind die Berichte entsprechend meinem Musikgeschmack gefärbt. Aber für Fotos ist dieses Mal ohnehin ein anderer Festivalhopper unterwegs, von mir sind die Texte. Schaut einfach rein: Hurricane-Artikel bei den Festivalhoppern.



Die ultimative Packliste

Nach der ultimativen LAN-Checkliste für Lanpartys, die nach und nach gewachsen und inzwischen wirklich vollständig ist, war es lange überfällig, eine Liste für normale Reisen zu erstellen. Jedes Mal vergesse ich irgendwas. Damit ist jetzt Schluss. Alles, was man eventuell braucht, kommt jetzt hier rein.

Vor Ort

  • Kleidung: An das Wetter des Zielortes angepasst und mengenmäßig abhängig von Hygienebedürfnissen und Waschgelegenheiten. Wechselsocken sind wichtiger als Wechselhosen und bei schlechtem Wetter sind Regenhose und Friesennerz nicht schick, aber nützlich. Auch an bequeme Kleidung für drinnen denken (Jogginghosen sind super)!
  • Passendes Schuhwerk (Wanderschuhe / Flipflops / Badelatschen / Gummistiefel...)
  • ggf. Ski- / Fahrrad- / Winterhandschuhe
  • Kopfbedeckung, Sonnencreme, Sonnenbrille
  • Medikamente / Reiseapotheke
  • Kulturbeutel (aka Waschzeug), Fön, Rasierer, Kontaktlinsenmittel
  • Stadtführer / Infomaterial / Festival-Timeline...

Reise & Papiere

  • Ausweispapiere: Personalausweis, Reisepass, Visum...
  • Reisepapiere: Bahncard, Zugtickets, Flugtickets...
  • Barmittel: Geld in entsprechender Währung, Kreditkarte, Reiseschecks, EC-Karte...
  • Versicherungen: Krankenkassenkarte, Sozialversicherungsausweis, private Zusatzpolicen...
  • Kontaktdaten: In Papierform, falls der Akku leer ist! Unterkunft, Ansprechpersonen, Botschaft...
  • Kartenmaterial und Navigationsgerät, Kompass
  • Verkehrsmittel: Fahrzeugpapiere, Führerschein, ADAC-Karte, Türschlossenteiser, Warnweste, Helm...
  • Eintrittskarten
  • Proviant (Flugbestimmungen bzw. Festivalregeln beachten!)

Bei Unterkunft nicht im Hotel

  • Zelt, Heringe, Campingstuhl, Kühltasche...
  • Grill, Grillanzünder, Grillkohle...
  • Gas- oder Esbitkocher
  • Isomatte / Schlafsack oder Bettwäsche, Kopfkissen
  • Handtücher
  • Schloss (Schließfächer in Hostels!)
  • Desinfektionsspray
  • Moskitospray
  • Klopapier
  • Schlafmaske
  • Müllbeutel

Technik

  • Handy, Ladekabel fürs Handy und Steckdosenadapter für's Ausland
  • Mehrfachsteckdose
  • Notebook mit Akku, Ladekabel, Maus
  • Kamera mit Objektiven, Akkus, Ladegerät, Speicherkarten, Blitze, Stativ(e), Tasche(n), ggf. Kartenleser
  • MP3-Player (ggf. mit USB-Kabel), Kopfhörer, Y-Adapter für zwei Kopfhörer
  • Instrumente (Akustikgitarre, Cajon bzw. Instrumente für Auftritt), Stimmgerät / Stimmschlüssel
  • Werkzeug für's Auto, Verbandskasten, Autostarterkabel - kann man sich nicht nur mit helfen lassen, sondern auch anderen helfen
  • Werkzeug für's Fahrrad (Inbusschlüssel, Reifenheber, Luftpumpe, Flickzeug, evtl. Rohrzange/Engländer - schwer, aber praktisch)

Immer dabei

  • Taschenlampe mit Ersatzakkus
  • Panzertape (Gaffa)
  • Ohrstöpsel
  • Schreibzeug
  • Feuerzeug

Sonstiges

  • T-Shirt-Marker

Für Städte- und Konzertreisen bzw. Festivals sollte inzwischen so ziemlich alles dabei sein. Wenn ich von meiner Interrailtour zurück bin, wird sich zeigen, was dort noch nützlich ist.



Ladyhawke: Anxiety

Diese Rezension schrieb ich ursprünglich für venue.de.

Das zweite Album ist das Schwierigste, sagen viele Künstler und Kritiker. Man war mit dem ersten erfolgreich und will daran jetzt anknüpfen, ohne aber genau das Gleiche nochmal zu machen und ohne seinen Stil zu verleugnen. Nach dem ersten, selbstbetitelten Album von Ladyhawke hatte ich jedenfalls einiges erwartet - aber nicht das, was sie mit "Anxiety" präsentiert.

Im Vorfeld wurden bereits die Singles "Black White & Blue" und "Sunday Drive" ausgekoppelt, das 10 Tracks umfassende Album startet allerdings erstmal mit "Girl Like Me". Ein knackiges verzerrtes Gitarrenriff und Percussions tönen aus den Boxen und sorgen sofort für Begeisterung, geht der Sound doch schon fast Richtung Rock - aber die softe Ladyhawke, die auf ihrer letzten Scheibe vor allem mit Synthesizern glänzte, ist das nicht. Oder doch?

Sunday Drive folgt dann als zweiter Track. Die Gitarren sind nicht mehr durchgehend präsent, dafür aber teilweise zum Stimmungsaufbau fast bis ins psychotische verzerrt. Insgesamt dennoch ein Track, der an früher erinnert - wäre da nicht das Gitarrensolo, mit dem sich ganz neue Welten öffnen. Synthpop geht also noch, jetzt aber passend zum Stil des Albums mit harten Riffs dazwischen. Doch die Frau, die dort singt, ist unverkennbar Pip Brown, die, die alle Instrumentenstimmen selber geschrieben und größtenteils sogar selber eingespielt hat, noch häufiger als schon beim letzten Album.

Auch der dritte Titel "Black White & Blue" spielt wieder deutlicher mit den Synthesizern, Gitarrenklänge hört man nun nur noch im Hintergrund - bis gegen Ende wieder ein Solo kommt, diesmal bis zur Unkenntlichkeit verzerrt. Auf einem ähnlichen Niveau bewegt sich auch "Vaccine", nun aber mit einer deutlichen Verschiebung zum Bass. "Blue Eyes" hingegen haut uns wieder verzerrte Riffs um die Ohren und auch die Drums sind ziemlich präsent. An die Soli hat man sich inzwischen schon fast gewöhnt.

Mit diesen Songs im Ohr überrascht es auch nicht mehr, dass Pip eigentlich aus der Rockecke kommt - Vor ihrer Zeit mit Ladyhawke war sie als Gitarristin unterwegs. Sie selber dazu: "Ich war immer diejenige, die so Heavy-Zeug auf der Gitarre spielte und die zwischendurch Solos machte". So hat sie nun das Meisterstück vollbracht, ihr Projekt Ladyhawke neu zu erfinden und sich selbst dabei trotzdem treu zu bleiben, indem sie ihren eigenen, früheren Stil in eine Band einbringt, die bisher nicht viel mit Gitarrenmusik zu tun hatte.

Das zweite Album der Neuseeländerin weist also klar einen anderen, gitarrenorientierteren Stil auf. In der zweiten Hälfte des Albums gibt's dann aber dennoch mehr Abwechslung. In "Vanity" ist es der Synthesizer, der das Solo bekommt. Und "The Quick & The Dead" wartet mit einer hörbaren Beständigkeit auf, ein an sich sehr langsamer Song, der aber doch irgendwie treibend und fortlaufend ist. "The quick and the dead will find you", singt Pip Brown, und "this thing is never ending". Zwischendurch hört man sie nach Atem ringen und das Stück weist gleich zwei Soli auf, diesmal extrem schräger Natur.

Der Titelsong "Anxiety" schließlich kommt nochmal mit einem eigenen Sound um die Ecke, ein eher treibender Beat, aber sanfte, etwas verunsicherte Vocals. Die perfekte Kombination für den Klang eines Albums, in dem die Künstlerin verarbeitet hat, dass sie ziemlich schnell ins Rampenlicht geschubst wurde, wo sie sich erstmal gar nicht so wohl fühlte.

Mit Hoffnung und dem Vertrauen darauf, dass alles so gedacht war wie es ist, beschäftigt sich das langsame, wuchtige "Cellophane". Damit bleibt die ruhige Stimmung noch ein bisschen erhalten, bevor wir uns mit reichlich Lärm und mehr Tempo in "Gone Gone Gone" verabschieden.

Ladyhawke hat ihren Sound kräftig aufgemotzt und mit "Anxiety" ein neues Werk geschaffen, was nicht nur eine Fortführung, sondern eine Weiterentwicklung ihres Erstlings "Ladyhawke" ist. Ein Werk, was für überraschte Blicke bei den Fans sorgen dürfte, danach aber ebenso für Begeisterung sorgen wird wie bei denen, die Ladyhawke erst jetzt kennen lernen. Und das sei jedem empfohlen, der dem Pop nicht prinzipiell abgeneigt ist!