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Bismarcker Rocktage: Tauchsport

Ja, der Artikel war schonmal da, aber irgendwie hat der sich gar nicht so angehört wie's gemeint war, daher hier nochmal neu.

Bismarcker Rocktage - eins der wenigen Festivals in Gelsenkirchen. Darauf gekommen bin ich über Tauchsport, die im April den Battle of Bands im C@fe42 gewonnen haben und z.B. auch in Bochum, ihrer Heimatstadt, beim Newcomer Festival dabei waren.

Als ich ankam, waren Kryptonite gerade am abbauen und auf der zweiten Bühne war ein etwas merkwürdiger Mensch zugange, der seinen Auftritt mit einem "dänischen Kinderlied" (Highway to Hell) beendet hat. Naja. Zeit sich n Getränk zu holen, die anderen zu suchen und über die unentspannte Security abzulästern.

Tauchsport haben dann auch nicht lange auf sich warten lassen und etwa 45 Minuten gut gerockt. Trotz des dürftigen Publikums waren die sechs Jungs super drauf - hat mich ein bisschen an Nachlader bei der Popmeisterschaft erinnert, wo auch nur wenig Menschen da waren, aber trotzdem alle Spass hatten. Das Konzert war jedenfalls gut - wer gerne deutschen Rock hört, sollte sich mal die MySpace-Seite ansehen oder Youtube oder einfach mal hingehen, bei den meisten Gigs ist der Eintritt frei.

Sehr cool war, wie locker und normal die Band drauf war. Während dem Konzert Gratis-CDs abholen und uncoole Zuschauer verarschen inklusive hahahah Bin nach dem Konzert einfach mal hin, weil ich keine CD mehr abgekriegt hatte, bekomme jetzt grad während ich das hier schreibe die Songs per ICQ geschickt :D

Nach Tauchsport bin ich dann wieder abgehauen, hat sich aber alleine dafür schon gelohnt. Beim Beckhausen Open Air bin ich wieder dabei hahahah



5.1 effektiver nutzen

Vor inzwischen schon etwas längerer Zeit habe ich mir ein einfaches 5.1-Soundsystem von Logitech angeschafft, um besser Musik hören zu können. Normalerweise ist 5.1 ja für Filme gedacht, mit Filmen habe ich aber quasi nix am Hut, mir ging es nur darum, meine Musik aus mehr Boxen zu hören. Mein damaliges Board hat auch eine Möglichkeit angeboten, Stereosound auf alle Boxen zu verteilen und, das ist bei mir sehr wichtig, die Boxen einzeln in der Lautstärke zu regeln - die hinteren Boxen sind bei mir viel weiter entfernt als die vorderen.1

Der PC mit dem erwähnten Board hatte einige Zeit später ausgedient und ein neues Board kam zum Einsatz. Der dort verbaute Onboardsound war zwar okay, aber der Treiber dafür nicht zufriedenstellend. In meinem Hardwarearchiv habe ich noch eine original Soundblaster-Karte gefunden - so ne richtig alte SB0060, wahrscheinlich aus den Anfängen der Soundblaster-Zeit... für die hat Windows 7 natürlich keinen Treiber gehabt, also habe ich mal gegooglet und bin dabei auf das kX Project gestoßen. Die bieten einen Soundtreiber an, der zu vielen Creative- und damit auch Soundblaster-Karten kompatibel ist. Eine Upmix-Funktion sollte auch enthalten sein, also habe ich den Treiber mal ausprobiert.

Ich hatte nicht mit dem gerechnet, was ich bekommen habe. Der Treiber ist irrsinnig umfangreich, bietet neben umfangreichen Mixing- und Equalizing-Funktionen noch einen Haufen Dinge, von denen ich nix verstehe, und funktioniert natürlich auch absolut einwandfrei. Obendrein erstellt er nicht nur ein Soundgerät, sondern gleich für jeden Kanal noch ein zusätzliches. Ich kann meinen Sound jetzt also abgemischt auf beliebig vielen Kanälen, digital, auf Center und Subwoofer, auf den Front-Boxen oder auf den Rear-Boxen ausgeben lassen.

Und genau das ist das Feature, von dem die Überschrift kommt. Ich habe mir jetzt ein Signal gemischt, was die vier Satelliten und den Subwoofer nutzt, den Center aber stumm lässt. Das ist bei mir der Hauptkanal - darauf lasse ich meine Video- und vor allem Musikplayer ihren Ton ausgeben. Das Standardgerät ist aber der Center/Sub-Kanal. Ich bekomme also meine Windows-Töne, ICQ-Benachrichtigungen usw. auf dem Center und die Musik auf den übrigen Boxen. Richtig konfiguriert ist das ne fantastische Sache, zumal ich auch z.B. Skype jetzt auf den Center legen kann, so dass endlich nicht mehr aus 5 Richtungen Stimmen zu mir sprechen.

Einziger Haken ist, dass auch der Flashplayer das Standardgerät verwendet. Youtube plärrt also, wenn ich dafür nicht das Standardgerät ändere, aus der Center-Box. Falls jemand eine Lösung dafür kennt (für Windows), möge er sie mir mitteilen, ich habe leider noch keine gefunden.

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1 Jetzt in der neuen Wohnung nicht mehr so sehr, aber damals war es vor allem so und jetzt hängen die gerade eh nicht optimal.



Kirchentag als Party

Wenn man mich fragt, was Kirchentag ausmacht, nenne ich immer zuerst die unbeschreiblich gute Stimmung unter den anwesenden Menschen, die einfach alle gut drauf und zu jedem nett sind. Da das etwas schwer fassbar ist, kommen danach dann: Ten Sing, Pfadfinder, Kirchentagsschals und Papphocker. Alle vier sind wesentlich für den Kirchentag, aber natürlich auf unterschiedliche Art und Weise.

Pfadfinder findet man vor allem als Helfer, zum Beispiel an den Stellen wo Kirchentagszeitungen verteilt werden oder als Verkäufer der Schals, die dafür sorgen, dass man jeden Besucher sofort als solchen erkennt. Es ist einfach genial, wenn man irgendwo mitten in der großen Veranstaltungsstadt ist und irgendwo Leute mit bunten Schals entdeckt. Außerdem wird damit das gut funktionierende Prinzip "im Zweifel folge der Masse" unterstützt.

Ten Sing sind wesentlich für meine persönliche Schwerpunktbildung auf den bisherigen Kirchentagen. Ich schrieb im einleitenden Artikel, man könne jeden Aspekt, dem ich einen eigenen Artikel widme, zum Schwerpunkt des eigenen Kirchentagsbesuches machen - bei diesem Artikel geht es darum, auf dem Kirchentag möglichst viel Spaß zu haben. Sehr einfach geht das, wenn man sich von einer der zahlreichen Ten Sing-Gruppen anstecken lässt - ich habe noch nie zuvor und nie wieder danach so begeisterte Jugendliche gesehen wie bei Ten Sing.

Aus den über Deutschland verstreuten Gruppen werden für jeden Kirchentag mehrere Streetteams zusammengestellt, die aus größeren Regionen die besten Leute sammeln, um ein spezielles Kirchentagsprogramm zu proben. Diese Streetteams ziehen dann über den Kirchentag und treten zum Beispiel in U-Bahn-Stationen oder auf der Messe auf (ich berichtete bereits letztes Jahr). Außerdem gibt es von jedem Streetteam1 ein eigenes Konzert und eine geniale Abschlussveranstaltung im Treffpunkt Ten Sing (in München war das das Backstage), bei der alle Streetteams auftreten. Das Programm dieses Jahr sah ungefähr so aus:

Ten Sing Sleeping in my car, Freak out, Von hier an blind, "nicht mehr / stillstehn / ich muss weitergehn", In the name of..., Ich komm an dir nicht weiter, Amazing Grace + ? + HP Puppet Pals Cover
Ausdruckstanz (!!! ewig in ToDo jetzt auf ÖKT)
Ups. Da hab ich wohl den Artikel nicht ordentlich fertig geschrieben... egal, es gibt das Abschlusskonzert auf DVD, via Youtube bestellbar.

Ein Highlight, womit auch der Kirchentag selber wirbt, sind die großen Open-Air-Konzerte, von denen jeden Abend mindestens eins stattfindet. Dieses Jahr waren das natürlich wie immer die Wise Guys, außerdem Christina Stürmer und Nena. Außerdem waren z.B. Fools Garden und Eileen Q mit eigenen Konzerten da sowie als Vorbands u.a. Just Gospel, Class P. Jambor und Jasper. Sehr cool fand ich auch die BR3-Moderatorenband, die vor Christina Stürmer aufgetreten ist und etliche Dauerhits gespielt hat (z.B. Highway to Hell, Narcotic).

Alleine mit Konzerten kann man sich schon die ganzen fünf Tage verbreiten, zumindest dann, wenn man entweder das Programm gründlich durchsucht oder sich auch eher alternative Musikrichtungen wie schwedische Musik anhören möchte. Die Bandbreite ist da wirklich sehr groß, verschiedene Länder sind mit einheimischer Musik vertreten, Gospel ist da, Mitsingkonzerte werden angeboten und eben auch Popkonzerte wie oben beschrieben - und mit den verschiedenen Ten Sing- und anderen Gruppen meistens auch alle anderen Musikrichtungen. Rock, Metal, HipHop und Jumpstyle sind mir jedenfalls schon begegnet.

Abseits der Musik lohnt es sich, die Augen offen zu halten nach wandernden Aktionen. Im Zentrum Jugend (Olympiapark) war diesmal recht viel los. In der Arena gab es ein riesiges Angebot an klassischen (Brett-)Spielen und draußen waren immer wieder Gruppen unterwegs, die Theaterkurzstücke aufführten, um für Brot für die Welt zu werben. Ich habe verschiedene Aktionen mit Rollstühlen gesichtet (für Leute, die sonst nicht im Rollstuhl sitzen), darunter ein großer Parcours und eine Geisterbahn. Für Freunde alternativer Fortbewegungsmittel gab's einen Bockerl-WOrkshop.

Free Hugs waren diesmal weiter verbreitet, aber (so kam es mir jedenfalls vor) weniger beliebt. Free Hugs ist eine Aktion, deren Ursprung ich nicht kenne, die aber ein ganz simples Konzept hat: Bei Großveranstaltungen laufen (junge) Menschen mit Schildern durch die Gegend und bieten freie Umarmungen an - also tatsächlich eben Free Hugs, spontan und einfach so. Meiner Meinung nach eine coole Aktion. Möchte man also mal in den Arm genommen werden, sollte das kein Problem sein. Ein schönes Beispiel übrigens für die Offenheit der allermeisten Kirchentagsbesucher - es ist absolut kein Problem, wenn man alleine unterwegs ist, denn wenn man selbst offen auf die Menschen zugeht, wird man sehr schnell welche finden, mit denen man sich versteht und vielleicht die nächste Bahnfahrt, den Rest des Tages oder den gesamten Kirchentag verbringt. Handynummern austauschen dabei nicht vergessen - ich habe die Kürtener Ten Singer, die erst im Treff und später bei Christina Stürmer gerockt haben, am nächsten Tag leider doch nicht mehr getroffen.2

Anhand dieser Auswahl sollte klar werden, dass man auch zum Kirchentag fahren kann, wenn man fünf Tage Spaß haben möchte. Man kann sogar größtenteils ethischen, politischen und religiösen Themen aus dem Weg gehen - allerdings wird man merken, dass das nicht das Ziel des Kirchentag ist, und man sollte sich nicht wundern, wenn Nena während ihrem Konzert spontan verkündet dass sie es total super findet, dass Gott gerade da ist und dafür sorgt dass es ein geiles Konzert ist. hahahah

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  1. Einfach bei Youtube nach "Ten Sing Streetteam" oder "Ten Sing ÖKT 2010" oder "Ten Sing München" suchen. Sehr geil.
  2. Nachtrag 1.6.2011: Dafür war ich dann ja später bei deren Show... hahahah


Bochum Total: Der Sonntag

Okay, der Samstag bzw. das eine Konzert was ich mir am Samstag angesehen habe war eher enttäuschend, als Ausgleich standen heute direkt zwei auf dem Plan. Boppin'B wollte ich mir ansehen, weil ich sie mit Dick Brave and the Backbeats, einem Projekt von Sasha, verwechselte. Außerdem stand abends Madsen auf dem Programm, die ja sehr gut sein sollen und die ich immer mal sehen wollte.

Es kam dann natürlich erstmal alles anders. Gelandet bin ich bei Daniel Wirtz, was ich erst nicht wusste, weil ich die Bühne auf der er auftrat (Ringbühne) für die Bühne wo Boppin'B auftraten (WAZ-Bühne) verwechselt hatte. Zwei rumstehende Rocker haben mich dann aufgeklärt dass Wirtz wohl ein Kumpel von nem jetzt solo auftretenden Ex-Mitglied von den Onkelz ist und dass es wohl rocken würde. Im Hintergrund fing das Konzert grad an und weil sich das gut anhörte was da rockte bin ich dann da so lange geblieben, bis meine Nerven meinten: Das hört sich so langsam alles gleich an und du verstehst den Text nicht, also geh dahin wo du eigentlich hin wolltest.

Wirtz hat dann noch ein bisschen weiter gerockt und eine Menge Leute bespaßt (war gut voll da), ich hab mich zur WAZ-Bühne durchgeschlagen, das heißt, eigentlich habe ich mich bis zu dieser chaotischen Ansammlung von Sonnenschirmen, Bierzeltgarnituren und Verkaufsständen durchgeschlagen, die von einer irren Menschenmenge verstopft war und hinter der irgendwo die Bühne war. Na gut. Schon auf dem Weg wurde mir klar dass ich da was verwechselt habe1, von irgendwo hinter vielen Menschen habe ich dann einen Blick auf die Bühne erhaschen können und mir zwei Lieder angehört, bevor ich beschloss, dass Madsen sicherlich interessanter werden würden.

Also von der WAZ-Bühne zur 1live-Bühne durchgeschlagen und erstmal ein paar Freunde getroffen, zwar nicht die, die ich ursprünglich treffen wollte (das ist wieder ne andere Geschichte), aber auch gut. Wir stürzten uns dann gegen die Menschenmassen, die da irgendwie schon waren (das war doch die letzten beiden Abende nicht so voll?!), stellten fest, dass da kein Durchkommen ist, schoben ein bisschen Frust und lachten dann über die, die genauso naiv waren wie wir. Es wurde brechend voll und plötzlich waren Madsen auf der Bühne und ja, sie waren gut.

Ich kannte bisher nur "Du schreibst Geschichte" und das auch nur, naja, andere würden es wohl zufällig nennen :D .Aber man hört ja vieles und ich würde mich nicht Konzertheld schimpfen, würde ich mir so eine Chance entgehen lassen und mir die nicht ansehen. Und auch wenn ich den Eindruck hatte, dass die Stimmung im Publikum eher mäßig war (habe ich meistens und man berichtete mir hinterher anderes), war kräftig was los. Auf jeden Fall sind ständig Leute gecrowdsurft, die Securities haben einen nach dem anderen vorne rausgezogen2 und zwischendurch kam auf meiner Seite einer mit Blut im Gesicht raus und auf der anderen Seite kam später ein Krankenwagen an. Hinter uns bzw. hinter mir (alle meine Begleiter sind zwischendrin abgehauen, pf, Banausen) waren ein paar besoffene Mädels, die zum Glück irgendwann verschwanden, und um mich herum eine kleine feiernde Gruppe, die aber entweder keine Ausdauer hatte oder sich davon demotivieren ließ dass ansonsten im Bereich schräg rechts vor der Bühne keiner so richtig feiern mochte.

Madsen waren zumindest mäßig angetan von ihrem Publikum und hatten selbst eine Menge Spaß, ließen es sich nicht nehmen immer wieder ein bisschen zu moderieren und das Publkum mit Wasser und Bier zu beschütten und schmissen ein Lied nach dem anderen. Am Ende wurde die zur Verfügung stehende Zeit bestmöglich ausgenutzt (22:00 muss Ende sein), blöderweise habe ich wieder vergessen, wie das letzte Lied hieß, vielleicht kann mir mal jemand aushelfen. Mangels Kenntnissen kann ich auch ansonsten zur Setlist nicht viel sagen - ich fand eigentlich alles ziemlich gut und "Du schreibst Geschichte" war natürlich auch dabei.

Definitiv das beste der fünf Konzerte, die ich von BoTo mitbekommen habe. Und eine klare Entscheidung für's Open Flair: Auletta werden auch dieses Jahr auftreten ohne dass ich dabei bin, Madsen sind definitiv besser.

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1 Mir fällt grad auch ein, wieso. Boppin'B haben mal ein ganzes Album mit Sasha-Coverversionen rausgebracht. Ich habe irgendwo deren Version von "If you believe" liegen, was ich dann wohl im Kopf mit Sasha verbunden habe bzw. mit eben dessen anderem Projekt Dick Brave and the Backbeats (dazu siehe Wikipedia wie oben verlinkt). Und Sasha fand ich live ganz gut.

2 Im Gegensatz zu vielen Festivals und manchen Konzerten, wo die Security sehr hart eingreift und Crowdsurfer sofort rauszieht und teilweise sogar rauswirft, wurde hier nur dafür gesorgt dass sich niemand verletzt indem die Leute an der Absperrung hinter eben diese gezogen, auf den Boden gestellt und wieder nach draußen an den Rand der Masse geschickt wurden.



Bochum Total: Luxuslärm

Warum geht man auf ein Konzert einer Band, von der man nur ein Lied kennt, wenn man das eine Lied obendrein nicht mag? Weil's kostenlos und in der nähe ist und gut werden könnte. So schmiss ich mich also in die angenehm leere U35 und fuhr am Freitag nach Bochum, um mir Luxuslärm anzusehen.

Ich landete im hinteren Drittel des Bereichs, der wohl hauptsächlich als Zuschauerbereich gedacht war; hinter den Ständen die Straße lang waren noch jede Menge mehr Menschen zu sehen, das Gedränge dort dürfte aber nicht zu den brauchbaren Plätzen zählen. Direkt vor mir ein paar, die wohl auch nur aus Spass anner Freude da waren und nicht, weil es Fans waren - die waren weiter vorne aber reichlich vorhanden. Das Publikum war dabei altersmäßig durchaus gemischt und insgesamt ziemlich gut drauf.

Gut drauf war auch die Band selbst, und nicht nur gut drauf, sondern richtig gut drauf und total begeistert von der Menschenmenge, die sich da angesammelt hatte. Der Auftritt war dann, soweit ich das beurteilen kann, auch richtig gut, Band und Zuschauer hatten eine Menge Spaß, als letztes Lied gab's "Bis zum Meer" und danach noch zwei Zugaben, die ich mir dann auch noch angeschaut habe, allerdings vom Rand aus, da ich eigentlich gehen wollte.

Wenn's meine Musik gewesen wäre, hätte ich sicher mehr Spaß gehabt (nicht, dass es schlecht gewesen wäre!), aber irgendwie ist es bei mir mit Rock wie mit Wodka... gemischt mit allem okay, aber pur schmeckt's mir einfach nicht. Indie-Rock, Pop-Rock, Elektro-Rock, Alternativ-Rock... aber Rock-Rock? Ist einfach nicht meins. Und genau das haben Luxuslärm da geboten. War gut! Den Fans nach zu urteilen sogar sehr gut. Ich persönlich werd sie mir aber zumindest für Geld nicht nochmal anschauen.



Entrückte Klänge

Ich habe Musikvideos irgendwie nie gemocht. MTV, Viva und wie sie alle heißen habe ich nie gesehen und das nicht nur, weil ich allgemein extrem wenig fernsehe. Auch bei Youtube läuft Musik fast immer im Hintergrund, vor allem dann, wenn der Sänger im Video auftritt. Mir kommt das immer total befremdlich vor - der läuft da lang und bewegt die Lippen, aber ich habe nicht das Gefühl, dass er singt. Da fehlt eine Assoziation, und es ist nicht der Effekt von schlechter Synchronisation wie bei billigen Filmen. Liegt das daran, dass die eingespielte Musik aus dem Studio kommt und nicht aus der Szene, die im Video gezeigt wird? Ist unser Gehirn so gut? Und: Geht euch das auch so?

Angefangen hat das bei "Nur ein Wort" von Wir sind Helden1. Das Video könnte dem ein oder anderen bekannt sein, es besteht im Wesentlichen daraus, dass einige der Helden Pappschilder zeigen und auf den Boden fallen lassen, die Stücke des Liedtextes zeigen. Ist die Sängerin dabei, bewegt sie auch den Mund, aber schon aufgrund der Kompression wirkt das völlig zusammenhanglos und der Klang hört sich definitiv nicht wie aus irgendeiner Gasse an.

Youtube schlägt mir "Perfekte Welle" von Juli vor, das Video ist völlig anders, aber auch hier taucht die Sängerin auf, in verschiedenen Szenen und singend. Passt absolut nicht, finde ich.

Wenn man schon das Lied mehr mit dem Video verbinden möchte als eben dadurch dass es abgespielt wird, kann man doch eine Methode wählen, bei der gar kein Zusammenhang zwischen dem Klang und dem, was man sieht, fehlen kann. Beispiel: "We are alive" von Paul van Dyk2. Menschen sitzen auf einem riesigen Sofa und hören Musik. Paul van Dyk sitzt auch dort, tut aber nicht wirklich was, und die Sängerin kommt nicht vor (denke ich mal, ich weiß nämlich nicht wer's ist). Eine andere Möglichkeit sind Zusammenschnitte z.B. von Liveauftritten der Band. Sehr cool finde ich auch "Beatbox" von The Sounds3; hier merkt man, dass das Lied für das Video verändert wurde. Das Video startet mit einem etwa eine Minute langen Intro, in dem die Sängerin von ihren Bandmitgliedern verfolgt wird; das Lied setzt ein als sie einen Abzweig nimmt und wird direkt wieder auf stumm gesetzt (nicht unterbrochen!), als sie von einer Klippe springt. Mit dem Eintauchen ins Wasser geht das Lied weiter, zunächst mit einem Effekt, der den Ton dumpf werden lässt, dann normal. Später wird dann die Sängerin singend unter Wasser gezeigt, der Ton aber ohne Veränderung eingespielt, was wieder den von mir kritisierten Effekt erzeugt und eigentlich unnötig wäre.

Die dritte Variante sind dann Videos, die mit dem Lied gar nichts mehr zu tun haben. Hierzu möge sich bitte jeder, der es noch nicht kennt, das alternative Pretty Monkey Studio-Video zu "Fireflies" von Owl City ansehen4. Das Video ist komplett eigenständig und stellt den Zusammenhang zum Lied über den Text her. Meine absolute Lieblingsvariante, aber sehr selten zu finden. Versteht einer das Ende?

Oh, und es gibt noch Variante vier. Ich denke, über die müssen wir nicht streiten, da sie niemand mögen wird: Videos, die "in deinem Land" nicht verfügbar sind. -.-

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Youtube-Videos:
1 Wir sind Helden - Nur ein Wort
2 Paul van Dyk - We are alive
3 The Sounds - Beatbox
3 Owl City - Fireflies



iTS - Ten Sing Hagen in Concert

Ten Sing war immer wieder mal ein Thema hier im Blog, auf Kirchentagen sind sie omnipräsent, ansonsten aber eher schwer zu entdecken. Die in Bremen angefangene und in München fortgeführte Begeisterung ist noch nicht zu Ende, also versuche ich momentan mir einige Ten Sing-Gruppen anzusehen und die erste war Hagen - deren Show passte gut in meinen Terminkalender.

Da der übliche Rahmen mit viel Blabla zu Anreise usw. bei den ganzen Konzertberichten langweilig wird, heute mal ein kleines Wunder. Bin von Herne (also von meiner neuen Wohnung) aus losgefahren Richtung Hagen, was fällt mir auf als ich in einer von Hagens chaotischen Kreuzungen stecke? Portmonnaie in der Wohnung liegen gelassen, ich bin ohne Führerschein, Fahrzeugpapiere unterwegs - und ohne Geld! Also am Rande des Wahnsinns (war obendrein spät dran1) dreimal wieder rein ins Auto und gesucht und überlegt - dann dran erinnert, dass ich ja mittags beim Einkaufen und alles-auf-den-Kopf-stellen Geld im Auto gefunden hatte... whey, die im Auto rumfliegenden Münzen machten genau den Eintritt zum Konzert aus (1,50€). Abend gerettet!

Das einzige Mal, dass ich mit dem CVJM direkt zu tun hatte, war auf unserer München-Kursfahrt (ausgerechnet, größtes Besäufnis, dass ich je erlebt hab), da haben wir in einer CVJM-Jugendherberge gewohnt. Ehrlich gesagt weiß ich auch gar nicht genau, was das jetzt für ein Ding war, tippe mal auf einen allgemeinen CVJM-Treff. Jedenfalls gab's dort einen technisch recht gut ausgestatteten Raum mit Bühne, Mischpultblock und ein paar Stühlen (wer braucht Stühle?), der im leeren Zustand unter Mitbenutzung der Bühne wohl irgendwas zwischen 100 und 150 Leuten fasst, durch Besuch von Ten Sing Bochum, Duisburg und Duisburg-Süd (Schnitzel! I said: Wo is my Bein?) war der auch gescheit gefüllt.

Die Show selbst war dann so wie ich sie typischerweise vom Kirchentag kannte: Ein Mix aus Liedern (Chor+Solo+Band) und Szenen eines kleinen Theaterstücks, plus ein Tanzpart und eine Präsentation zu den letzten Ereignissen dieser Ten Sing-Gruppe. Bei den ersten Liedern waren die Solos leider sehr leise, nach der Pause2 war das besser. Der Chor war cool, aber als Chor eher mäßig, war aber egal, da die Stimmung insgesamt super war. Die Solisten waren teilweise echt gut hahahah

Lieder... ich weiß noch, dass bei der Tanzsache allerlei verrückte Sachen dabei waren, Jumpstyle gab's auch... das Lied nach dem Theaterstück war "Hallelujah", sehr passend, da die beiden Protagonisten im Stück grad über Ten Sing Musterhausen :D zusammen gefunden hatten. Sweet Home Alabama war dabei und Smells like Teen Spirit hat so gerockt dass es das als zweite Zugabe nochmal gab. Die erste Zugabe war das Ten Sing Hagen-Lied... hilf mir mal jemand bitte, ich hab's im Ohr, aber ohne Titel. Vielleicht kann ja mal jemand mitlesendes aushelfen.

Insgesamt war's echt cool. Stimmung war super, verdursten oder verhungern musste man auch nicht (sogar faire Preise!) und ich kam mir nicht alt vor :D Glaube, teilweise hat das Publikum mehr Aufmerksamkeit als die Menschen auf der Bühne. Wenn die Duisburger ja mal ihre Website pflegen würden, könnte man sich ja da auch mal informieren. Naja, jedenfalls hat sich die Fahrt nach Hagen gelohnt, und ich würde das auch schreiben, wenn ich 1,5h Zug gefahren wäre3 hahahah

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1 Einlass 19:00, Beginn 19:30, das ging aber aus der Website nicht so klar hervor, also mal abgehetzt um möglichst vor 19:00 da zu sein - ich hatte ja keine Ahnung was für eine Location mich erwartet!

2 Es muss auf der Bühne irre heiß gewesen sein, der Raum an sich war schon irre warm und aus eigener Erfahrung weiß ich dass Scheinwerfer echt ätzend sind für die, die angeleuchtet werden. Pause nach etwa ner halben Stunde schon also gerechtfertigt.

3 Wenn man nach 22:04 ja noch aus Hagen ins Ruhrgebiet kommen würde, wäre ich ja auch mitm Zug gekommen! Aber was soll's, im Zug hätte ich kein Geld gefunden und so war's eigentlich auch ganz entspannt.



[reisen::ökt2010] Kirchentag als Party

Wenn man mich fragt, was Kirchentag ausmacht, nenne ich immer zuerst die unbeschreiblich gute Stimmung unter den anwesenden Menschen, die einfach alle gut drauf und zu jedem nett sind. Da das etwas schwer fassbar ist, kommen danach dann: Ten Sing, Pfadfinder, Kirchentagsschals und Papphocker. Alle vier sind wesentlich für den Kirchentag, aber natürlich auf unterschiedliche Art und Weise.

Pfadfinder findet man vor allem als Helfer, zum Beispiel an den Stellen wo Kirchentagszeitungen verteilt werden oder als Verkäufer der Schals, die dafür sorgen, dass man jeden Besucher sofort als solchen erkennt. Es ist einfach genial, wenn man irgendwo mitten in der großen Veranstaltungsstadt ist und irgendwo Leute mit bunten Schals entdeckt. Außerdem wird damit das gut funktionierende Prinzip "im Zweifel folge der Masse" unterstützt.

Ten Sing sind wesentlich für meine persönliche Schwerpunktbildung auf den bisherigen Kirchentagen. Ich schrieb im einleitenden Artikel, man könne jeden Aspekt, dem ich einen eigenen Artikel widme, zum Schwerpunkt des eigenen Kirchentagsbesuches machen - bei diesem Artikel geht es darum, auf dem Kirchentag möglichst viel Spaß zu haben. Sehr einfach geht das, wenn man sich von einer der zahlreichen Ten Sing-Gruppen anstecken lässt - ich habe noch nie zuvor und nie wieder danach so begeisterte Jugendliche gesehen wie bei Ten Sing.

Aus den über Deutschland verstreuten Gruppen werden für jeden Kirchentag mehrere Streetteams zusammengestellt, die aus größeren Regionen die besten Leute sammeln, um ein spezielles Kirchentagsprogramm zu proben. Diese Streetteams ziehen dann über den Kirchentag und treten zum Beispiel in U-Bahn-Stationen oder auf der Messe auf (ich berichtete bereits letztes Jahr). Außerdem gibt es von jedem Streetteam1 ein eigenes Konzert und eine geniale Abschlussveranstaltung im Treffpunkt Ten Sing (in München war das das Backstage), bei der alle Streetteams auftreten. Das Programm dieses Jahr sah ungefähr so aus:

Ten Sing Sleeping in my car, Freak out, Von hier an blind, "nicht mehr / stillstehn / ich muss weitergehn", In the name of..., Ich komm an dir nicht weiter, Amazing Grace + ? + HP Puppet Pals Cover
Ausdruckstanz (!!! ewig in ToDo jetzt auf ÖKT)

Ein Highlight, womit auch der Kirchentag selber wirbt, sind die großen Open-Air-Konzerte, von denen jeden Abend mindestens eins stattfindet. Dieses Jahr waren das natürlich wie immer die Wise Guys, außerdem Christina Stürmer und Nena. Außerdem waren z.B. Fools Garden und Eileen Q mit eigenen Konzerten da sowie als Vorbands u.a. Just Gospel, Class P. Jambor und Jasper. Sehr cool fand ich auch die BR3-Moderatorenband, die vor Christina Stürmer aufgetreten ist und etliche Dauerhits gespielt hat (z.B. Highway to Hell, Narcotic).

Alleine mit Konzerten kann man sich schon die ganzen fünf Tage verbreiten, zumindest dann, wenn man entweder das Programm gründlich durchsucht oder sich auch eher alternative Musikrichtungen wie schwedische Musik anhören möchte. Die Bandbreite ist da wirklich sehr groß, verschiedene Länder sind mit einheimischer Musik vertreten, Gospel ist da, Mitsingkonzerte werden angeboten und eben auch Popkonzerte wie oben beschrieben - und mit den verschiedenen Ten Sing- und anderen Gruppen meistens auch alle anderen Musikrichtungen. Rock, Metal, HipHop und Jumpstyle sind mir jedenfalls schon begegnet.

Abseits der Musik lohnt es sich, die Augen offen zu halten nach wandernden Aktionen. Im Zentrum Jugend (Olympiapark) war diesmal recht viel los. In der Arena gab es ein riesiges Angebot an klassischen (Brett-)Spielen und draußen waren immer wieder Gruppen unterwegs, die Theaterkurzstücke aufführten, um für Brot für die Welt zu werben. Ich habe verschiedene Aktionen mit Rollstühlen gesichtet (für Leute, die sonst nicht im ROllstuhl sitzen), darunter ein großer Parcours und eine Geisterbahn. Für Freunde alternativer Fortbewegungsmittel gab's einen Bockerl²-WOrkshop. (hier ggf. ergänzen)

Free Hugs waren diesmal weiter verbreitet, aber (so kam es mir jedenfalls vor) weniger beliebt. Free Hugs ist eine Aktion, deren Ursprung ich nicht kenne, die aber ein ganz simples Konzept hat: Bei Großveranstaltungen laufen (junge) Menschen mit Schildern durch die Gegend und bieten freie Umarmungen an - also tatsächlich eben Free Hugs, spontan und einfach so. Meiner Meinung nach eine coole Aktion. Möchte man also mal in den Arm genommen werden, sollte das kein Problem sein. Ein schönes Beispiel übrigens für die Offenheit der allermeisten Kirchentagsbesucher - es ist absolut kein Problem, wenn man alleine unterwegs ist, denn wenn man selbst offen auf die Menschen zugeht, wird man sehr schnell welche finden, mit denen man sich versteht und vielleicht die nächste Bahnfahrt, den Rest des Tages oder den gesamten Kirchentag verbringt. Handynummern austauschen dabei nicht vergessen - ich habe die Kölner Ten Singer, die erst im Treff und später bei Christina Stürmer gerockt haben, am nächsten Tag leider doch nicht mehr getroffen.

Anhand dieser Auswahl sollte klar werden, dass man auch zum Kirchentag fahren kann, wenn man fünf Tage Spaß haben möchte. Man kann sogar größtenteils ethischen, politischen und religiösen Themen aus dem Weg gehen - allerdings wird man merken, dass das nicht das Ziel des Kirchentag ist, und man sollte sich nicht wundern, wenn Nena während ihrem Konzert spontan verkündet dass sie es total super findet, dass Gott gerade da ist und dafür sorgt dass es ein geiles Konzert ist. hahahah

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1 Einfach bei Youtube nach "Ten Sing Streetteam" oder "Ten Sing ÖKT 2010" oder "Ten Sing München" suchen. Sehr geil.