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Roots to grow and wings to fly

So einige haben mich schon gefragt, was es mit diesem ominösen Westbundseminar auf sich hat, auf dem ich eine Woche lang war und von dem ich so unglaublich motiviert zurück gekommen bin. Ich bin keiner Sekte beigetreten, die Veranstaltung war vom CVJM, alles ganz harmlos, bloß tolle Menschen und ganz viel Endorphine. ;) Mal schauen, ob ich mit einem Blogartikel etwas Licht in die von außen manchmal etwas schwer zu verstehende Welt von TEN SING bringen kann.

Ich werde zunächst mal das Seminar in seine Bestandteile (sprich Programmpunkte) zerpflücken, um zu zeigen, was wir eigentlich gemacht haben - danach gibt's dann noch eine Ansammlung von Dingen, die vermutlich mehr als der Rest die wahnsinnige Stimmung auf diesem Seminar und bei TEN SING an sich vermitteln können.

Sing&Fun / Warmup

2010-10-09 21-35Bei chronologisch korrekter Reihenfolge müsste hier Frühstück bzw. Essen stehen - aber was für einen Eindruck macht das denn, das Essen zuerst zu nennen. ;) Sing&Fun ist ein wesentlicher Bestandteil von TEN SING... im Prinzip bedeutet das: Eine Liveband spielt irgendwelche coolen Lieder, Leute, die grad Bock haben und das Lied kennen kommen auf die Bühne und singen und der Rest hat Spaß, in welcher Form auch immer. Wahnsinnig gut um richtig wach zu werden, wenn man nach dem Frühstück und ggf. der Morgenandacht immerhin die Augen ganz auf bekommt. Die Lieder weisen dabei übrigens eine abgedrehte Vielfalt auf... repräsentativ seien mal Remmidemmi von Deichkind, das Fliegerlied von Tim Toupet und der Pokemon-Theme-Song genannt. :D

Ergänzt wurde das Sing&Fun meist um irgendeine Warm-up-Aktion. Ich erinnere mich noch daran, wie wir in drei Gruppen als Reihe im Raum standen und "Störfaktor" gespielt haben... dabei kriegt Gruppe 1 irgendein (total bescheuertes) Wort zugeteilt, soll es auf die andere Seite zu Gruppe 3 rüber brüllen, wobei Gruppe 2 irgendeinen Mist dazwischen brüllt um die Übermittlung zu verhindern. Zwischendurch werden die Positionen gewechselt und am Ende sind alle wach und haben keine Stimme mehr... :D Eine andere Aktion war der Luftgitarrenbattle... sehr episch und mit Worten schwer zu beschreiben. 170 Luftgitarre spielende Jugendliche, von denen sich am Ende drei auf der Bühne messen. Wir hatten Spaß. :D

Workshops

StromversorgungDen größten Anteil am gesamten Programm hatten mit Sicherheit die Workshops. In meinem Fall war das Lichttechnik - alleine daran dass es eigene Workshops für Ton und Licht gab sieht man schon wie groß die Auswahl war. Alles, was TEN SING sein kann, war vertreten. Den Chor haben wir alle zusammen gebildet - geleitet wurde der aber (ab dem dritten oder vierten Tag) von Leuten aus dem Chorleiter-Workshop. Theater gab es für Anfänger und Fortgeschrittene, Tanz war auch doppelt vertreten. Im Band-Workshop gab es Gruppen für jedes Instrument. Es gab einen Innovations-Workshop für die, die alles normale schon kennen. Design&PR waren vertreten und Worttransport für den geistlichen Teil. Vermutlich habe ich jetzt immer noch was vergessen.

Die Workshops hatten zehn planmäßige Einheiten von einer oder eineinhalb Stunden. Zumindest bei den Lichttechnikern und ich denke auch bei den Tontechnikern war es so, dass wir teilweise auch die Mittagspause über gearbeitet haben während der Chorproben. Es gab einfach viel zu tun um die Show am Ende vorzubereiten und was soll ich sagen, es hat wahnsinnig Spaß gemacht. Wir hatten reichlich Technik zur Verfügung und nachdem wir theoretisch wie praktisch gelernt hatten, wie man Licht aufbaut, bedient und programmiert, waren wir völlig frei darin uns zu überlegen, wie wir die Show schmeißen und das dann vorzubereiten. Hier alles wiederzugeben was ich dabei gelernt habe würde den Rahmen eines einzelnen Artikels definitiv sprengen, gelohnt hat es sich aber auf jeden Fall und ich habe sowohl für unseren kleinen Partyraum in Gelsenkirchen als auch für den Raum im CVJM Hagen, wo meine TEN SING-Gruppe ihre Auftritte hat, und für größere Veranstaltungen wie Open Air-Konzerte etwas mitnehmen können. Außerdem sind durch den Workshop auch Kontakte zu anderen Gruppen entstanden, und gerade bei Lichttechnik ist es extrem wertvoll, sich Geräte bei Bekannten leihen zu können, denn sonst lässt man viel Geld beim Kauf oder auch nur beim gewerblichen Verleih.

Lightshow-TestVorhin habe ich von der Show geredet. Das Seminar geht sieben Tage und am sechsten Tag gibt es abends eine große Show, bei der alle Ergebnisse der Workshops und der Chorproben zusammen kommen. Das heißt, nach nur sechs Tagen sind alle Teilnehmer in der Lage, ihre jeweiligen Bereiche bei einem Auftritt vor Publikum zu präsentieren. Die Mitarbeiter und Workshopleiter sind an der Show dann nicht mehr beteiligt. Insofern ist der große Erfolg der Abschlussshow immer auch ein Zeichen dafür, dass sich das Seminar gelohnt hat. hahahah

Chor

Den Chor habe ich schon bei den Workshops erwähnt und es fällt mir schwer, dazu noch mehr zu sagen. Wenn ich die Zahlen richtig im Kopf habe, waren wir 170 Teilnehmer (ich hörte auch von 200), und wie auch in den örtlichen TEN SING-Gruppen sind alle Teilnehmer nicht nur in ihren Workshops, sondern auch im Chor. Wir haben also aus 170 Leuten einen vierstimmigen Chor gebildet. Wie sich das anhört, muss man mal erlebt haben, und am besten sowohl im Chor stehend als auch als Zuhörer.

Generalprobe Time is running outDie Chorproben waren auch tatsächlich hauptsächlich deshalb spektakulär, weil sie trotz der großen Anzahl Sänger so gut geklappt haben. Interessant ist dabei vielleicht auch, dass wir keine Noten verwendet haben, ein Teil kann nichtmal Noten lesen. Nun singt der Chor zwar selten komplette Lieder, sondern meistens den Refrain, aber die jeweils eigene Stimme durch hören und vom Chorleiter angezeigte Noten zu lernen ist auch schon 'ne Leistung.

Besonders in Erinnerung geblieben sind mir übrigens einige der Einsingübungen, die sich nicht auf Training von Atem, Höhen und Tiefen beschränkt haben. Am genialsten fand ich dabei die Nachtigall... der Chor wird dabei in Männer und Frauen geteilt. Der Text ist: "Auf einem Baum in Kalifornien, da saß ne kleine Nachtigall, die sang Fiderallala" plus eine Anzahl "Hey!" dahinter. Die eine Gruppe beginnt mit einem "Hey!" und nimmt bei jedem Durchgang eins dazu, die andere beginnt mit fünf und nimmt bei jedem Durchgang eins weniger und wenn beide Gruppen synchron sind, kommt das letzte Hey im fünften Durchgang wieder von allen zusammen. Ziemlich cool wenn's klappt.

Geistliches Programm

Das Seminar stand unter dem Motto "Roots to grow and wings to fly" und in Zusammenhang damit tauchten immer wieder die vier Elemente Erde, Feuer, Wasser und Luft auf. So standen auch die vier Haupttage, sprich die zwischen Anreisetag und Showtag, jeweils unter der Themengebung eines Elementes. Besonders gemerkt hat man das bei den geistlichen Programmpunkten. Nun darf man sich nicht vorstellen, dass es großartige Predigten oder klassische Gottesdienste gegeben hätte. Zum einen gab es die Andachten morgens und abends, auf die ich gleich nochmal eingehe, zum anderen als Teil des verpflichtenden Programms an den vier eben genannten Tagen jeweils einen Block um ans Nachdenken zu kommen.

Zur Erde gehörten Fragen zur Herkunft. Wo komme ich her? Wo würde ich gerne herkommen? Und wo kommt mein T-Shirt her? Gelegenheit, einmal zu reflektieren was an der eigenen Heimat eigentlich gut oder schlecht ist. Durch die diversen Spiele, die dazu gehörten, gab es nebenbei auch Gelegenheit, neue Leute zu treffen, denen man bis dahin noch nicht begegnet war - in erster Linie ging es hier aber um das Nachdenken über sich selbst. Wer bin ich? Ich war übrigens Stefan Raab - drauf gekommen bin ich leider nicht, Wer bin ich ist ein fieses Spiel.1 :D Was gibt mir Halt? Wir haben 7 Menschen auf Luftballons gelegt, ohne dass die Ballons geplatzt sind.

Nicht immer so spiellastig, aber vom Prinzip her ähnlich waren auch die anderen drei Einheiten. Ein thematisch passender Denkanstop, Gelegenheit, darüber nachzudenken, etwas aufzuschreiben, und Gelegenheit, das symbolisch oder spielerisch umzusetzen. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir unter anderem die Aktion zum Thema Luft, wo wir Gelegenheit hatten, uns rückwärts von einem Tisch fallen zu lassen und dann aufgefangen zu werden. Solche Aktionen sind toll, wenn man sie mit Menschen macht, denen man vertrauen kann, und die passende Atmosphäre dafür wurde auf dem Seminar definitiv geschaffen.

LuftgitarrenbattleAbendliches Sing&Fun2010-10-11 13-15_02

Talkteams

Ein ebenfalls eher ruhiger fester Programmpunkt waren die Talkteams, die Gelegenheit geben sollten, im kleinen Kreis über den Tag zu reflektieren und Fragen oder Probleme an Mitarbeiter weiterzugeben. Wir waren glaube ich acht Leute und zwei Mitarbeiter, wobei man dazu sagen muss, dass die Mitarbeiter alle auch nicht oder nicht wesentlich älter waren als die Teilnehmer...

Ich habe von Talkteams gehört, die sich an kreativen Visualisierungen des Tages versuchten, von solchen, die genau das getan haben was ich oben genannt habe, und von solchen, die die Zeit zum Entspannen genutzt haben, wenn keine Fragen aufkamen. Wir hatten immer eine sehr nette Zeit miteinander und haben teilweise sogar den Zeitpunkt verpasst, an dem es eigentlich weitergehen sollte (was nicht schlimm war, dazu gleich). Nach den immer ziemlich vollen Tagen war es gut, einfach mal in Ruhe zusammen zu sitzen und sich darüber zu unterhalten, wie das Seminar bisher gelaufen ist. Für Getränke, Knabbereien und Massagen war bei uns gesorgt, vielen Dank an dieser Stelle an meine beiden Talkteamleiter! hahahah

Bistrozeit

Direkt im Anschluss an die Talkteams gab's vor dem Abendabschluss immer noch ne Stunde Zeit sich mit anderen auszutauschen, zu entspannen, Getränke und Essen zum quasi-Selbstkostenpreis zu erwerben, Leute kennenzulernen und Spaß zu haben. Die Gesamtschule, in der wir untergebracht haben, ist ungelogen die schönste Schule, die ich je gesehen habe. Diese freie Stunde haben wir in der Pausenhalle verbracht - und Pausenhalle bedeutet dort heller, großer Raum mit als Kiosk genutzter Holzhütte, grüner Bepflanzung und einem kleinen Wasserlauf. Ich weiß nicht, wieviel von der Deko von den Organisatoren des Seminars mitgebracht wurde, aber zumindest die drei genannten Punkte gehören wohl zur Schule...

Spontane Akustik-SessionÜberhaupt war das der Bereich, indem man am meisten mit der Gesamtmenge der anderen Teilnehmern zu tun hatte. Zwischen den Mahlzeiten und dem nächsten Programmpunkt, in der Mittagspause und eben während der Bistrozeit. Am ersten Abend hatte jemand Singstar organisiert, an einem Morgen nach dem Frühstück haben sich ein paar Leute mit Cajon und Gitarre zusammengetan und gesungen. Das Gruppenfoto ist glaube ich hier entstanden. Am bunten Abend waren hier die Teamsammelpunkte unseres Capture the Light-Spiels und wenn mal nichts los war, konnte man hier immer jemanden finden, bei dem auch gerade nichts los war, und so wieder jemanden kennenlernen.

Andachten

Für diejenigen, die gerne etwas mehr geistlichen Input haben wollten, gab es morgens zwischen Frühstück und Warm-up und abends während der Bistrozeit jeweils eine kurze Andacht, manch einer würde es vielleicht auch Impuls nennen. Ein paar gemeinsam gesungene Lieder, ein Denkanstoß, einige Gedanken der Person, die die Andacht gerade gehalten hat. Einfach auch eine weitere Gelegenheit, zur Ruhe zu kommen.

Übrigens wurden die letzten beiden Andachten von Teilnehmern des Worttransport-Workshops gestaltet. Leider war ich da gerade woanders eingebunden, so dass ich genau die beiden nicht mitbekommen habe, aber so haben auch hier letztlich die Teilnehmer einen Bestandteil des Seminars übernommen.

Essen

Essen! Etwas unpassend in der Reihenfolge, aber vom Gemeinschaftstanz, der den letzten mehrfach auftretenden Programmpunkt ausmacht, habe ich wenig mitbekommen, da ich mehrfach in der Technik war und Lightshows programmiert habe. Aber genau genommen war das Essen der häufigste Programmpunkt, schließlich haben wir jeden (vollständigen) Tag drei Mahlzeiten bekommen... ;)

Essen gab's im schuleigenen Speisesaal, den wir ziemlich vollständig gefüllt haben. Ich glaube, ich lüge nicht, wenn ich behaupte, dass ich selten in einer Jugendherberge bei irgendeiner anderen Art von Tagung, Seminar oder Ausflug so gut gegessen habe. Einer meiner Zimmermitbewohner hat das sehr treffend beschrieben: "Es gab Essen aus der Suppe von gestern und der Soße von heute, das war soo lecker, fast wie zuhause." Klingt ziemlich nach Uni-Mensa oder Billigkantine - letztlich weiß ich natürlich nicht, ob das Essen an dem Tag so entstanden ist, aber selbst wenn, es war wirklich gut. Typisch TEN SING gab's jedes Mal ein riesiges Getöse und Beifall für die Küche - die war davon so begeistert, dass wir uns für einen der Tage aussuchen durften, was gekocht wird (also, natürlich per Mehrheitsvoting, nicht jeder einzeln).

2010-10-11 18-42Generalprobe FlashmobdanceAngebissener vs ganzer Apfel

Gemeinschaftstanz

Die einzige Aktion, die schon vor dem Seminar vorbereitet wurde, war der sogenannte "Flashmobdance". Mit Flashmob hatte das zwar nicht viel zu tun, ziemlich cool war's aber trotzdem. Ich verweise da einfach mal auf Youtube (Videos sind unten verlinkt), denn von oben sah's immer am beeindruckendsten aus. Die allgemeine Choreografie dazu sollten möglichst alle Teilnehmer schon vor dem Seminar aus dem dazugehörigen Video lernen - der Programmpunkt während dem Seminar diente dann dazu, zu jedem Bestandteil noch eine zweite Version zu erfinden. Dazu muss man erklären, dass auch dieser Tanz an die vier Elemente angelehnt war und jeder Teilnehmer ein Element zugewiesen bekam. Planmäßig sollte dann bei der Aufführung des Tanzes bei der Abschlussshow jede Gruppe während ihres Parts nach vorne und ihren eigenen neu kreierten Teil tanzen, während die jeweils anderen drei quasi im Hintergrund den allgemeinen Teil haben. Geklappt hat das allerdings nicht, der Raum war dafür viel zu klein und es war so schon ziemlich eng mit den Zuschauern zusammen da drin...

Einzelne Programmpunkte

Während einige Programmpunkte immer oder ab dem dritten Tag oft gleich verlaufen sind (Chor, Essen, Workshops, Tanz, Talkteams), waren einige immer wieder neu (Bistrozeit, geistliche Aktionen). Einige weitere sehr coole Aktionen waren kein widerkehrender Bestandteil des Programms, sondern eine einmalige Sache. Das "Going on" zum Beispiel diente der Reflektion des Seminars über die eigene Ortsgruppe, um nicht "nur" persönlich was mitzunehmen, sondern auch in den Gruppen weiter zu kommen. Die restlichen Aktionen fallen unter puren Spaß - so wie die Aktion "Wenn ihr es schafft, 30 Mitarbeiter zu fangen und in den Saal zu tragen, servieren wir euch das Mittagessen". Wie naiv. 170 hochmotivierte und zusammenhaltende TEN SINGer hatten damit mal so überhaupt kein Problem. :D

Für den "bunten Abend" lasse ich mal ein paar Fotos sprechen. Wir haben eine Abwandlung von Capture the Flag gespielt ("Capture the Light"). Kämpfe wurden dabei mit Quartettkarten ausgetragen - was in eine regelrechte Schlacht ausgeartet ist und einfach mal irre Spaß gemacht hat.

Capture The LightCapture The LightPromo-Aktion

Leider keine gescheiten Fotos habe ich von der Promo-Aktion und vom Modulabend. Promoaktion stelle man sich so vor: 200 TEN SINGer (Zahlen variieren ständig, ich gehe mal von 170 Teilis und 30 Mitarbeitern aus, was nicht stimmen kann, aber egal) teilen sich in... ich glaube fünf Gruppen und ziehen singend in die Gelsenkirchener Außenwelt, Richtung Hauptstraße, zum Kaufland, stationieren sich dabei zwischendurch an mehr oder weniger markanten Punkten und drücken irritiert anhaltenden Menschen Flyer für die Show in die Hand. Am Ende sammeln sich alle bei Kaufland auf dem Parkplatz und singen als vereinter Chor und performen den Flashmobdance und spielen Pony (siehe letzter Punkt). Ich glaube, "irritiert" ist tatsächlich das beste Wort für den Zustand der vorbeikommenden Menschen. :D Möglicherweise sind aber tatsächlich Menschen dadurch zur Show gekommen und Spaß gemacht hat es allemal, auch wenn wir am Ende vor drohendem Regen geflüchtet sind.

Der "Modulabend" ist noch so'n Ding worunter sich kein Mensch was vorstellen kann. Eigentlich hieß das: Zwei wählbare Programmpunkte, einer für Spaß und einer für... Sinn. Bei mir waren das Kommunikationstheorie und Jam. Beides war total lustig, in Kommunikationstheorie haben wir uns mit dem 4-Ohren-Modell befasst (nach Schulz von Thun) - war ein bisschen wie Unterricht, aber die Schüler kannten das und haben das mal alles übernommen. Und weil's TEN SING und nicht Schule ist, haben wir das mit zwei kurzen Spielen mal ausprobiert, was dann wiederum für ne Menge Spaß gesorgt hat, aber durchaus zum Nachdenken über Kommunikation anregt. Malt mal ein beliebiges Gebilde aus gleichartigen Rechtecken (beliebig gedreht und positioniert, aber alle zusammenhängend) auf ein Blatt und versucht, eine Gruppe Menschen dieses Gebilde nachzeichnen zu lassen - nur mit Worten, also ohne mit den Händen oder so etwas zu zeigen und natürlich ohne das Original zu zeigen.

Die Show

Nun ja, am Donnerstag Abend (Tag 6) gipfelte das Seminar dann in einer genialen Show. So ziemlich alles, was die Workshops und der Chor vorher gelernt und geübt hatten, kam zum Einsatz. Insgesamt sieben Lieder gab es, sechs gespielt von den Leuten aus dem Band-Workshop, gesungen vom Chor und von Solisten, und eins vom Arrangier-Workshop. Zwei Theater-Workshops und der TEN SING Innovations-Workshop führten ihre Stücke auf. Zwei Tanz-Workshops zeigten ihre Künste. Der Design&PR-Workshop freute sich über die hoffentlich anwesenden, von Flyern angelockten Zuschauer. Und die Techniker sorgten dafür, dass jeder alles hören konnte, niemand im Dunkeln stand und nicht alles langweilig weiß beleuchtet war. (Schwarzlichttanz! Yeah! :D )

Es ist glaube ich unnötig zu erwähnen dass wir alle verboten viel Spaß hatten. Innerhalb von knapp sechs Tagen ein abendfüllendes Programm auf die Beine zu stellen macht nicht nur ein bisschen stolz, sondern auch einfach richtig Spaß. Sechs Tage lang hat jeder das gemacht, was er am besten kann oder am liebsten macht, und das Ergebnis konnte sich definitiv sehen lassen.

Nach der Show gab es übrigens erst eine öffentliche Aftershowparty, bei der das gesammelte Sing&Fun-Programm nochmal rausgeholt wurde, und dann eine große Abschlussparty ohne Gäste. Als Lichttechniker war das nochmal ne geniale Gelegenheit, nicht nur feiernd Spaß zu haben, sondern dank mobiler Laptoplichtsteuerung bzw. schnellem Umbau zwischen den Partys (wir sind von der Aula ins trockengelegte Schwimmbad umgezogen, haben aber einiges an Technik mitgenommen) nochmal mit Effekten zu spielen. Leider habe ich kein Foto von der Aula, in der man die Luft dank Nebelmaschinenexzess bei der Aftershowparty schneiden konnte. :D

Lichttechniker arbeiten an der TraverseGeneralprobe ChorGeneralprobe Tanz

Und was ist jetzt so toll daran?

Möglicherweise hört sich das alles nach einem ganz gewöhnlichen Seminar an. Ich will auch gar nicht abstreiten, dass auch andere Seminare sehr viel Spaß machen können, aber ich werde versuchen, ein bisschen darzustellen, wieso mir diese Woche so unglaublich viel Spaß gemacht hat - mehr, als man bei dem oben beschriebenen Programm ohnehin schon erwarten kann. Eines meiner Ziele für dieses Seminar war, zu verstehen, warum diese ganzen Menschen, die TEN SING machen, so gut drauf und motiviert sind - ich denke, jetzt verstehe ich es.

Jede Menge Kleinigkeiten sind es, die in der Summe für das unglaublich geile Gefühl sorgen, was während der Seminarwoche und noch danach da war - aber ein Punkt, der mir ziemlich am Anfang aufgefallen ist, ist mir ganz besonders wichtig. Alle oben beschriebenen Einheiten haben ihre Vorzüge und alle haben Spaß gemacht, aber das genialste daran war für mich die Tatsache, dass es so viele verschiedene Gruppen gab - verschieden groß und verschieden zusammengesetzt. Da waren die Workshops, die Chorstimmen, die Talkteams, temporäre Gruppen wie die während der geistlichen Einheiten, die eigene TEN SING-Ortsgruppe, die Leute, mit denen man auf einem Zimmer war, beim Essen an einem Tisch gesessen hat... ständig war man mit anderen Leuten zusammen und trotzdem immer wieder auch mit den gleichen. Eine äußerst geniale Art, viele neue Menschen kennenzulernen und sich trotzdem mehr auszutauschen als "Woher kommst du, wie alt bist du, zu welchem TEN SING gehörst du". Das hat wirklich gut geklappt und das war der Aspekt an diesem Seminar, den ich nennen würde, wenn mich jemand fragen würde, was ich am besten fand.

Mitarbeiter jagen2010-10-11 13-152010-10-11 15-50

  • Unser erstes Chorlied war "Here we go" von N'SYNC - darin heißt es im Refrain "Yes yes yes here we go, N'SYNC has got the flow". Fand der Chor doof. Haben dann schnell rumgesprochen dass wir einfach mal TEN SING statt N'SYNC singen, nachdem das alle durchgezogen haben, hat der Mensch an der Beamerpräsentation den Text geändert - durchgesetzt! :D
  • TEN SINGer sind einfach total (musik)verrückt. Kommste nachm Essen ins Männerklo, sitzt da einer aufm Boden und spielt auf ner Dockingstation Musik ab für den der aufm Pott hockt.
  • Ohne Stimmung geht gar nix. Das auf-dem-Tisch-Geklatsche vor den Mahlzeiten kann ich mit Worten nicht wiedergeben, versucht einfach, euch vorzustellen, ihr seid relativ spät angekommen, kommt in das Hauptgebäude und dort in den Speisesaal und alle Menschen sind aufgekratzt und reden und machen Lärm und klatschen und... ach, ich kann es in Worten nicht wiedergeben. :D
  • Story of my Pony. Oder einfach Pony. Bringt einen völlig aus dem Konzept, wenn man es nicht kennt, ist eine wahnsinnige Spaßquelle, wenn man mitmacht. Man nehme eine große Menschengruppe, formiere diese zu einem Kreis und fange klatschen an zu singen "This (is) the story of my pony, story of my big fat pony, this (is) the story of my pony, this is what they told me". Einer läuft/hüpft los in den Kreis rein an den Leuten entlang, wenn der Text zu Ende ist bleibt er/sie stehen und es kommt "front front front, my baby side side side, my baby back back back, my baby this is what they told me" plus entsprechendes Gehüpfe vor einer Person, die dann auch in den Kreis geht und mitläuft. Geht dann so weiter bis alle im Kreis sind. Spaaaaß. :D
  • Chor-Choreografie. Zwei der Mitarbeiter haben zu Time is running out spontan was zum Text passendes ausgedacht und das dann einfach mal verbreitet, ansonsten gibt's jede Art von mehr oder weniger bekloppten Hand- und Armbewegungen zur Musik, ganz typisch ist dabei das Hinbewegen zum gerade Solo spielenden Gitarristen auf irgendeine Art und Weise. Kommt besonders cool, wenn...
  • ...TEN SINGer im Publikum sind. Dann wird nämlich grundsätzlich alles mitgemacht. Auf TEN SING-Shows wird zwar meist nicht so viel gesprungen und gepogt wie auf manchen Konzerten von normalen Bands, aber in Sachen Vielfalt der Publikumsaktionen kann so manche TEN SING-Gruppe jedem normalen Publikum was vormachen.
  • Schlachtrufe und anderer Kram. Mir fallen gerade nicht viele Beispiele ein, aber ich denke da an sowas wie: Publikum ruft während des Konzertes immer wieder "Ihr seid spitze, hey!" zur Bühne, die die gerade auftreten erwidern dass dann mit "Ihr aber auch!". Endet immer in jeder Menge Lärm. Ersetzt übrigens teilweise die Zugabe-Rufe. ;)
  • Die Freiheit, zu tun, was man möchte. Es gab Veranstaltungen mit Anwesenheitspflicht, die man aber sehr kreativ gestalten konnte. Für uns im Lichttechnik-Workshop hieß das, auch während einiger anderer Module oben auf der Empore an der Technik sein zu können (bzw. vor dem Umzug nach oben auch unten schon, da eigentlich sogar einfacher). So entstanden dann so Dinge wie bei der Kurzfeedbackrunde, bei der jeder eine grüne oder eine rote Karte hochhalten konnte, um mitzuteilen, ob er die gerade genannte Aussage gut oder schlecht findet bzw. zustimmt oder nicht: Die Lichttechniker waren zwar oben nicht sichtbar, haben dann aber einfach mal die Effektscheinwerfer dafür benutzt. :D

Es sind so viele Dinge, die jeder bei TEN SING kennt und womit man Spaß haben kann. Es ist immer schwierig zu verstehen, was dahinter steckt, wenn man nicht selbst dabei ist - daher kam mir TEN SING auf dem Kirchentag 2009 auch noch ein bisschen insidermäßig vor, weil man als Außenstehender teilweise echt verwirrt wird davon. Insidermäßig stimmt aber nicht, denn wenn man auf irgendjemanden zugeht, wird man mit Sicherheit sofort mit integriert... probiert es aus. Fahrt zum Kirchentag, geht auf eine TEN SING-Show (Termine auf tensingland.de), besucht die TEN SING-Gruppe bei euch in der Nähe... erlebt selbst was daran so genial ist. Und schaut euch Videos an. Hier die gesammelten Videos von der Show. Danke an C.K. für's Bereitstellen der Aufnahmen und viel Spaß!

-> Playlist bei Youtube

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1 Wer bin ich: Jeder Spieler erhält einen Zettel mit dem Namen einer bekannten Person (es muss nicht unbedingt eine Person sein...) und klebt diesen seinem linken/rechten Nachbarn auf die Stirn, so dass alle sehen können, welche Person ihm zugeteilt wurde, außer ihm selbst. Jeder versucht daraufhin zu erraten wer er ist - dabei dürfen nur Fragen gestellt werden, die mit ja oder nein beantwortet werden können.

PS: In diesem Text kommt 18x das Wort "Spaß" vor - sagt alles, oder? hahahah



Projektseite: Projekt Hörsturz

Das Projekt Hörsturz, angeboten auf freeQnet, ist eine Aktion, bei der Blogger neue Musik entdecken, ihre eigene Musik vorstellen und anderer Leute Musik bewerten können. Alle zwei Wochen endet eine Runde und startet eine neue - dann können jeweils für die gerade gestartete Runde Bewertungsbeiträge geschrieben und Vorschläge für die neue Runde abgegeben werden. Jeweils 10 ausgeloste Songs sind verpflichtend für jeden, der an der Runde teilnimmt, alle weiteren vorgeschlagenen können optional bewertet werden. Aus den 10 werden am Rundenende Rundencharts erstellt und außerdem gibt es über das gesamte Projekt die Top 50 und die Bottom 10.

Die Projektdauer ist nicht befristet, Interessenten können jederzeit einsteigen, indem sie mit einem Kommentar auf freeQnet.de verkünden, dass sie nun teilnehmen möchten. Am sinnvollsten ist das natürlich unter dem Projektbeitrag zur aktuellen Runde - dabei kann auch direkt ein Vorschlag für die nächste abgegeben werden. Aktuell steht jede dritte Runde unter einem bestimmten Thema.

Auf Konzertheld.de werden Beiträge zum Projekthörsturz mit "projekthörsturz" getaggt und außer in der Einzelansicht nur durch ein grau-oranges Logo dargestellt. Je nach Laune bewerte ich mal alle Vorschläge auf einmal und mal Pflicht und Bonus getrennt.

Alle Einträge zum Projekt Hörsturz anzeigen



Projektseite: Musik-Neuentdeckungen

Die Beitragsserie "Musik-Neuentdeckungen" erscheint an jedem Monatsersten und stellt die Lieder vor, die ich während des vergangenen Monats für mich entdeckt habe. Das können neue Lieder sein oder alte, bekannte oder unbekannte. Die Serie dient vorwiegend als Gedächtnisstütze und Recherchehilfe für mich selbst, darf aber natürlich gerne auch als Inspiration für meine Leser dienen neue Musik zu entdecken.

Die Serie ist erkennbar am Tag "musikneuentdeckungen" und am grünen Logo auf Übersichtsseiten. Wie die anderen Serien wird auch diese außer in der Einzelansicht nur mit einem Logo dargestellt, um weniger Platz zu verbrauchen.

Alle Einträge dieser Serie anzeigen



Irgendwie anders?

Irgendwie anders war die Casting-Show, die ich mir vorhin reingezogen habe. Oma sucht Frau für Matti. Die asoziale fette, die hoffnungslos romantische, die zickige eingebildete, die englische mit dem Personal Assistent und die saufende Russin battlen in harten Disziplinen wie Baumstammwerfen und Daumencatchen um den Schlüssel zu Mattis Herz.

Sehr coole Sache, was TEN SING Mülheim als abendfüllendes Programm auf die Beine gestellt hat. Die Übertragung von "Oma sucht Frau für Matti" wurde immer wieder von Musikwerbespots unterbrochen, damit keine Langeweile aufkam. Der fliegende Wechsel zwischen Instrument und Chor klappte dabei durchweg gut und wenn die Solisten nicht so dermaßen abgegangen wären, dass sie ihr Mikro sonstwo hingehalten haben, hätte man auch weiter hinten verstanden was vorne gerade rockt. Aber wer will schon hinten sein...

Knapp zwei Stunden Programm wurden geboten (inkl. Pause), die Lieder wechselten zwischen Rock und Pop und einige coole kleine Ideen wie der mit Taschenlampen ausgestattete Chor bei "Glücklich" von Farin Urlaub sorgten für zusätzliche Auflockerung. Mich haben Liedauswahl, Tanzperformance, Theaterstück und Gesamtkonzept jedenfalls total überzeugt. Die Location ist angenehm groß und das Licht war gut, der Chor hätte lauter sein sollen und die Solisten sollten trotz Party nicht vergessen dass das Mikro nicht überall aufnimmt. ;-)

Interessieren würde mich mal, welche TEN SING-Gruppen alle da waren. Ich selbst war leider zu spät, daher hab ich die Vorstellung der Gästeliste nicht mitbekommen... gesichtet habe ich Burgaltendorf, Freisenbruch, Bochum und eine Gruppe mit Westbundseminar-T-Shirts. Mülheim liegt sehr angenehm mitten im Ruhrgebiet, daher wohl die relativ vielen Gruppen, die als Gäste da waren. Hat auf jeden Fall ziemlich Bock gemacht - nächstes Jahr bin ich wieder dabei!



Geflüster in Oberhausen

Der Artikel für das Seminar braucht noch n bisschen, das ging schließlich ne Woche und nicht zwei Stunden. Direkt nach dem Seminar, sprich Freitag Abend, war aber noch Grossstadtgeflüster in Oberhausen. Völlig fertig wie ich war bin ich zwar nachmittags ungeplant eingepennt und erst aufgewacht, als eigentlich Konzertbeginn war, aber aus irgendwelchen Gründen hatte sich alles nach hinten verschoben und so war ich zwar fast 1,5h zu spät, hab aber dennoch nur die Vorband verpasst. Dennoch schade, schließlich war es Nachlader.

Naja passend zur Location (300 Leute) waren GSGF dann auch ziemlich entspannt, haben erstmal Stimmung gemacht mit ihrem coolen Intro (bei Youtube mal nachm Deichbrand-Festival suchen) und dann n bisschen rumgeblödelt, Oberhausen zu Überhausen erklärt weil schon wieder so viele Menschen da waren (Olgas Rock war auch dort) und ihre Keyboards festgegaffert. In der Setlist waren diesmal viele "ältere" Lieder, bei denen ich weder text- noch titelsicher bin, daher kann ich gar nicht so genau sagen was sie gespielt haben... ich erinnere mich an Käthe baut sich ne Rakete, Lebenslauf, Ich muss gar nix, Kann ich auch, Haufenweise Scheiße und Weil das morgen noch so ist. Waren ne ganze Menge Lieder anscheinend oO

Zwischendurch gab's dann so Aktionen wie "Mir ist mein Wodka hier ausgekippt, auf den ich mich den ganzen Abend gefreut hab. Wenn ihr es schafft, nen doppelten so nach vorne zu reichen, dass hier n einfacher ankommt, wär das echt geil" - was übrigens gleich zweimal geklappt hat :D . Auch cool: Irgendwer hat "Ohne dich" reingebrüllt (das Publikum hat sich immer wieder Lieder gewünscht), da es aber kein GSGF-Lied mit dem Namen gibt, gab's dann halt n fix improvisiertes Cover von Münchener Freiheit... :D

Insgesamt ein sehr entspanntes und trotzdem cooles Konzert. Nicht ausverkauft und entsprechend nicht so eng, soll heißen mehr als so gerade eben ausreichender Platz um auf der Stelle zu hüpfen, und das Publikum (zumindest bei mir in der Ecke) ziemlich cool drauf. Irgendwo sollen ein paar nervige besoffene rumgehangen haben, aber naja... die kann man ja in ne Ecke schieben und dort abstellen. Hat Spaß gemacht - gerne wieder hahahah



Spätsommerabend-Mixtape: Aktiv

Oh nein, schon wieder Samstag Freitag. Ich wollte doch heute den Artikel rausbringen, der mein Mixtape vorstellt und damit auch die Titelliste bekannt gibt.

Spätsommerabend war das Thema... spontanes Bild dazu im Kopf waren Menschen auf ner Wiese, es ist schon dunkel, Lagerfeuer oder ein etwas zweckentfremdeter Grill, ein Cajon, eine Akustikgitarre... spätere Gedanken haben mich ans Open Flair erinnert, klar, im Spätsommer gibt's auch die letzten Open Air-Festivals. Daraus entstanden zwei oder drei Teile, die ich dann zu einem Mixtape verbastelt habe.

Die zweite Hälfte besteht aus festivaltauglichen Songs. Eine ganze Menge Altrocker und bekannte Bands sind da zusammen gekommen - die größeren Stars sind vielleicht das letzte Mal im Lande, nach der Festivalsaison verschwinden sie wieder in die USA oder nach sonst wo. Die erste Hälfte kann man nochmal teilen, dann wäre der erste Teil für die Menschen am Lagerfeuer und der zweite für die, bei denen es regnet und die deshalb lieber feiern gegangen sind.

Insgesamt ist doch recht viel bekannte Musik zusammen gekommen, die weniger bekannten Lieder sind alle im ersten Teil. Das Problem war, dass ich die Vorstellung, welche Art Musik da drauf soll, relativ fest im Kopf hatte, die meisten Sachen die ich höre1 passten da dann absolut nicht rein. Ich hab auch bis jetzt noch keine Idee, wie man so elektronische Sachen wie La Roux auf ein Spätsommerabend-Mixtape kriegen soll... würde mich daher freuen, wenn die Empfängerin Feedback geben würde wie's gefallen hat.

  1. Dido - Sand in my Shoes
    Ein ganz ruhiger Einstieg. Erst einmal ankommen, vielleicht hat man vom Urlaub wirklich noch Sand in den Schuhen.
  2. Jack Johnson - Upside Down
    Angekommen - aber die gute Stimmung ist noch da. Stellt die Welt auf den Kopf!
  3. A Fine Frenzy - What I Wouldn't Do
  4. Juli - Regen und Meer
  5. Oasis - Wonderwall
    Ohne viele Worte - Lieder, die ein gutes Gefühl und eine entspannte Atmosphäre vermitteln.
  6. Alizée - Moi... Lolita
    Wer nicht am Lagerfeuer sitzt und vom Urlaub erzählt, geht lieber tanzen...
  7. Jonathan Coulton - I feel fantastic
  8. Wir sind Helden - Echolot
    ...denn es darf auch lauter und schneller sein, wenn's um gute Laune geht.
  9. Tauchsport - Die Welt gehört dir
    Der Titel, bei dem ich mir am sichersten bin, dass ihn kaum jemand kennt, schon gar nicht die Empfängerin des Mixtapes. Tauchsport sind eine sympathische Bochumer Band mit viiiiel Potenzial. Es gibt kein Album, aber viel Musik auf MySpace und sie treten hier im Ruhrgebiet immer wieder irgendwo auf - oft gratis.
  10. Billy Joel - We didn't start the fire
    Okay, auf zu den (angehenden) Klassikern. Wenn die Zusammenstellung an Bands und Liedern so auftreten würde wie ich mir das beim mixen vorgestellt habe, wäre es vielleicht die genialste halbe Stunde, die es auf nem Festival geben könnte. Okay, das war anmaßend.
  11. Simple Minds - Alive and kicking
  12. Don Henley - The Boys of Summer
  13. The Gaslight Anthem - The '59 Sound
  14. Nickelback - How you remind me
    Mein bester Übergang *g*
  15. Bryan Adams - Summer of '69
  16. Deep Purple - Smoke on the Water
  17. Joan Jett & The Blackhearts - I love Rock&Roll
  18. Genesis - The Brazilian

Ich hoffe, die Empfängerin kann mit der Musik etwas anfangen - ich habe versucht, bekannte und weniger bekannte Musik zu mischen, sowie Musik die ich öfter höre mit Musik die vermutlich jeder mag. Wer auf ein Against Me-Konzert geht, wird jedenfalls nicht durch und durch Hopper sein hahahah Ich fürchte ja, die poppigeren Stücke werden eher auf Kritik stoßen, aber nun gut, die Aktion sollte ja hauptsächlich Spaß machen und nicht unbedingt eine CD voll perfekt abgestimmter Lieder hervor bringen. Daher: Viel Spaß!

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1 Meine Musiksammlung ist zwar recht groß, besteht aber eben ausschließlich aus Musik die ich auch selbst höre. Eigentlich logisch, finde ich, aber anscheinend denken etliche Menschen anders und bunkern alles was sie kriegen können Oo



Spätsommerabend-Mixtape: Passiv

Vor vier Wochen startete Sascha von endgueltig.com das Mixtape-Wichteln. Es ging darum, die Idee der Mixtapes ein bisschen aufleben zu lassen und zu einem vorgegebenen Thema ein Mixtape bzw. eine MixCD zu erstellen und an einen ausgelosten Partner zu verschicken. Eine Aktion, die interessant zu werden versprach und bei der ich daher mitgemacht habe.

Das von mir erstellte Mixtape ist inzwischen endlich unterwegs, ich bin mal wieder spät dran. Viel früher traf das für mich bestimmte Mixtape ein (welches nicht von der Person stammt, für dich ich gemixt habe). Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an den Burgherrn, der meinen Musikgeschmack insgesamt doch recht gut getroffen hat!

Ich liste jetzt einfach mal den gesamten Mix und kommentiere nur einzelne Lieder, mit kommentierten Songlisten habe ich euch in letzter Zeit genug gequält. Die Ideen des Erstellers gibt es übrigens hier.

  1. Big Light - Indian Summer
  2. Anna Ternheim - Feels like Sand
    Definitiv einer der Songs, die mir am Besten gefallen. Ich hab erst an "Halo" gedacht, weil das Wort immer wieder auftaucht, aber es ist ein völlig anderer Song. Viel besser!
  3. The Decemberists - Summersong
  4. Manic Street Preachers - Indian Summer
  5. Anajo - Spätsommersonne
  6. Tomte - Was den Himmel erhellt
    Eine der drei Bands, die ich immerhin dem Namen nach kannte, aber eins der Lieder, die mir eher weniger gefallen. Tomte sind nicht so meins.
  7. Nationalgalerie - Himmelhochjauchzendzutodebetrübt
    War das mal beim Projekt Hörsturz? So im Nachhinein kommt es mir doch so vor als hätte ich das schon gehört. Kann es aber grad nicht finden.
  8. Eels - Flyswatter
  9. Feeder - Summer's gone
  10. Hello Saferide - I thought you said the summer is going to take the pain away
  11. The Cure - The last day of the summer
  12. Tonic - If you could only see
  13. Cake - I will survive
    Es ist doch DAS I will survive! Kam mir so bekannt vor.
  14. Terry Hoax - Hot heyday
    Ich mag Folk hahahah
  15. Malcom Middleton - A brighter beat
  16. Anne Clark - Elegy for a lost summer
  17. The sparrows and the nightingale
  18. Queens Of The Stone Age - Feel good hit of the summer
  19. Lost Prophets - Ode to summer
  20. Jack's Mannequin - The mixed tape

Gegen Ende hat's etwas nachgelassen, was aber auch Zufall sein kann und obendrein von meiner Laune abhängig ist. Viele Lieder, die ich recht gut finde, zwei, drei Stücke die mich wirklich begeistern und auch zwei, drei die ich mir eher nicht so bald wieder anhören werde. Gute Mischung dafür dass es von jemandem gemacht wurde, mit dem ich noch nie zu tun hatte. Spaß gemacht hat's auf jeden Fall und neue Musik ist immer gut hahahah Und nun bin ich gespannt wie mein Mix ankommt.



[stöckchen] Musik ist überall

Ich schaute gerade bei Beam vorbei um nach dem Projekt Hörsturz zu schauen, da sah ich, dass auch sie die 16 musikalischen Fragen beantwortet hat, und das auf eine Art, die dem Stöckchen den Beigeschmack des "wenn Bloggern langweilig ist" genommen hat. Mein Leben ist momentan so voll mit Musik, ich mach's jetzt auch mal hahahah

1. Ein Lied aus deiner frühesten Kindheit
Als Kind habe ich Musik nahezu nur per Radio konsumiert. Ich hörte Lilipuz und votete für die dortigen Charts. Da hier von frühester Kindheit die Rede ist, hab ich mal ein bisschen in meinem Gedächtnis gekramt, was da so lief, bevor die Popmusik hereingebrochen ist, bin allerdings nicht mehr so recht fündig geworden. Ich habe noch Kassetten aus der Zeit - so mit das älteste, was ich auch mit einer Klassenfahrt der Grundschulzeit verbinde, ist wohl "Du und ich" von Blümchen :D

2. Ein Lied, das dich an einen Urlaub erinnert
Hmhm, kommt jetzt auf die Art von Urlaub an. Spontan kommt mir da "Crazy" von Gnarls Barkley in den Sinn. Das gehört zu einem Familienurlaub an der Nordsee, da lief den ganzen Tag Hitradio Antenne und der Sender spielt noch mehr als die Lokalradios immer die gleichen Lieder... übrigens ist das auch eins von denen, die ich am Anfang nervig fand und hinterher mochte.

3. Ein Lied, von dem du in der Öffentlichkeit nicht so gerne zugeben möchtest, dass du es eigentlich ganz gerne magst
Das ist einfach. Ich finde z.B. die Killerpilze gar nicht schlecht. "Springt hoch" ist ganz cool.

4. Ein Lied, das du in deinem Leben vermutlich am häufigsten gehört hast
Ich hab grad bei der Suche nach nem Lied für Frage 1 gesehen, dass es sogar schon auf den Anfang-90er-Mixtapes drauf ist, den Titel "häufigstes Lied meines Lebens" verdient definitiv Narcotic von Liquido, was ich vermutlich schon mehrere hundert mal gehört habe und immer noch saugeil finde.

5. Ein Lied, das eine deiner liebsten Bands repräsentiert
"Shut up and let me go" von The Ting Tings hahahah Die passen in die anderen Fragen nicht so recht, sind aber ne tolle Band. Ich bin gespannt auf das zweite Album. (Und ich habe jetzt "Du und ich" im Ohr.)

6. Ein Lied, in dem du dich selbst wiederfindest
Haha, ich wollte vorhin eigentlich "The Geek" von Wir sind Helden nennen, aber eigentlich passt das hier auch sehr gut. Ich mag das Lied. Und den Text. Und überhaupt. Unterstütze das voll hahahah

7. Ein Lied, das dich an eine spezielle Begebenheit erinnert
Die Frage hat Beam ausgelassen, ich nehme sie trotzdem mal auf. Eine gute Gelegenheit ist grad für Nummer 9 draufgegangen. (Ich habe immer noch "Du und ich" im Kopf. Verdammt, ich hätte es nicht nochmal hören sollen.)
Eine besondere Begebenheit... ich denke, etwas besonderes war wie ich 2007 zum Kirchentag gekommen bin. Eine Bekannte hatte mich gefragt ob ich mitfahren möchte, die Wise Guys würden abends auftreten. Wir haben uns Tageskarten besorgt, der Kirchentag war damals in Köln, hatten einen genialen Tag und das Konzert abends war der absolute Wahnsinn, ich weiß nicht, ob es inzwischen im Guiness-Buch steht, aber es muss das europa- oder weltgrößte a-capella-open-air-Konzert gewesen sein, ich habe 80.000 Menschen im Kopf und wahnsinnige Bilder. Ein Lied, zu dem ich noch Bilder vom Konzert im Kopf habe, ist "Ruf doch mal an (Live-Version 2006)" von eben den Wise Guys.

8. Ein Lied, bei dem du am besten entspannen kannst
Zum Entspannen finde ich Dido super. Wunderbare ruhige Popsongs. Eines meiner liebsten ist "Sand in my shoes".

9. Ein Lied, das für eine richtig gute Zeit in deinem Leben steht
Hmm... gemeint (wenn man davon reden kann, das irgendwas irgendwie gemeint ist) ist vermutlich eine längere Zeit, mit "gute Zeit" verbinde ich aber eher einige wenige Erlebnisse, Reisen oder sowas. Zu Beginn der Oberstufe waren wir auf einer Stufenfahrt, die sich "Tage religiöser Besinnung" nannte. Die war zwar nicht sehr religiös, aber dafür sehr gruppendynamisch und ein unglaublich geiles Erlebnis. Den Abschluss hat ein gemeinsamer Liederabend am Kaminfeuer gemacht und ich erinnere mich immer noch an "Moonlight Shadow" von Mike Oldfield und Maggie Reilly.

10. Ein Lied, das momentan ein Lieblingssong ist
Momentan ist einfach, irgendein Lied, was ich in jede Playlist schmeiße und morgens zum wach werden höre, habe ich immer. Momentan ist das "Hallelujah" von The Helio Sequence, die ich über das Projekt Hörsturz kennen gelernt habe.

11. Ein Lied, das du deiner besten Freundin widmen würdest
Uuuff. Dazu müsste ich erstmal jemanden zu besten Freundin oder alternativ zum besten Freund bestimmen. Dann ist es sauschwer, für jemand anderes Musik zu wählen... und jemandem etwas widmen ist eine Sache, die ich eigentlich nicht mit anderer Leute Werken tun würde. Nachdenken... Situationen von Freunden... mein Verhältnis zu verschiedenen Leuten... hmm... ein wunderbares Lied, in dem es, wenn ich es nicht völlig falsch deute, um Freundschaft geht, ist "Bohemian like you" von den Dandy Warhols.

12. Ein Lied, bei dem du das Gefühl hast, dass es außer dir niemand gerne hört
Hmm. Ich könnte jetzt aus meinem Musikpool was rausgreifen, was die meisten Leute, die ich so kenne, nicht hören würden, aber hier geht es quasi die ganze Zeit auch um Lieder, die mir persönlich sehr wichtig sind. Ein Lied, von dem glaube ich niemand, den ich kenne, so begeistert ist wie ich, ist vielleicht "Moi... Lolita" von Alizée. Das hätte übrigens auch woanders gepasst... in der Anfangszeit am Gymnasium, als Alkohol noch nicht so interessant war, haben wir mit der Klasse Abschlussfeiern gemacht. Dieses Lied habe ich entweder dort erst kennen gelernt oder aber es ist mir seit dem im Kopf geblieben. Auf jeden Fall verbinde ich es heute noch mit dieser Feier damals und dem Kicker an dem ich grad war :D

13. Ein Lied, das du vor allem aufgrund seiner Lyrics magst
Uuuuff. Zugegeben: Ich bin ein Mensch, der relativ selten über die Liedtexte nachdenkt, weil ich zu faul bin, sie nachzusehen wenn ich sie nicht verstehe. Von daher beschäftige ich mich eigentlich nur dann mit den Texten, wenn ich sie durch zuhören erkenne (sooo gut ist mein Englisch dann auch nicht dass ich das bei dem Genuschel was manche Bands produzieren könnte). Um mal noch eine weitere Band vorzustellen, die ich sehr liebe, soll hier mal "Underground" von The Sounds als Antwort dienen. The Sounds sind die einzige mir bekannte Band mit mehr als einem Album (inzwischen drei), von der ich wirklich ALLE Lieder mag. Meine Lieblingsstelle aus dem Lied ist übrigens auch in der Datenbank der Zitate, die neben dem Header erscheinen: "The past is a place where you can never return to / even though people say: This is where you belong."

14. Ein Lied, bei dem du dich bestens abreagieren kannst
Das ist wieder einfach. Abreagieren kann ich mich am Besten wild durch die Wohnung springend zu lauter Rockmusik. Einer meiner Lieblingssongs dafür ist "Misery Business" von Paramore.

15. Ein Lied, das auf deiner Beerdigung gespielt werden sollte
Obiges wäre sehr cool wenn das laufen würde. Wünschen würde ich mir auch "Viva la Vida" von Coldplay.

16. Ein Lied, das du zu den besten aller Zeiten rechnen würdest
Als ob ich mit 20 schon Aussagen über sowas machen könnte... Viva la Vida und Narcotic habe ich bereits angeführt, gerade letzteres hätte diesen Titel definitiv verdient. Eines der besten Lieder aller Zeiten muss ewig lange bekannt bleiben, muss mir nach langer Zeit noch gut gefallen und sollte, obwohl nicht besonders simpel, eine möglichst große Menge Menschen ansprechen. Ich denke, "Wonderwall" von Oasis erfüllt das mit Leichtigkeit.

Sehr cooles Stöckchen. Musik ist das Beste, was es auf dieser Erde gibt. Mir ist beim Schreiben bewusst geworden, wie viel großartige Musik ich eigentlich kenne. Hört euch das ein oder andere was ihr noch nicht kennt mal an, es könnte sich lohnen.

Soo... fangt, Leute, fangt. Ich kann nicht ordentlich werfen. Würde mich freuen, wenn Hannah, das rebhuhn und Jan die Fragen auch beantworten würden. Wer ansonsten noch Bock drauf hat, kann natürlich auch drüber schreiben. hahahah