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Wie der Tofu versuchte, Curry zu sein

Im Test: Viana Tofu King / Currywurst-Imitat / 3,00€ - 3,50€

Tofuhaltiger Currywurst-Ersatz: die vegetarisch lebenden Berliner und Ruhrpottler werden's danken - vielleicht. Was man da auspackt, wenn man den authentisch eingeschweißten "Tofu King" aus dem Hause Viana öffnet (am Unterboden befindet sich sogar ein Piekser), sieht erst mal so aus, wie eine gemeine Supermarkt-Currywurst aussieht. Riecht vielleicht ein bisschen komisch.
Leider hält der erste Eindruck spätestens dann nicht mehr, wenn man die Gabel in den Mund steckt (mein Piekser fehlte...!) und auf dem Stück Currywurstimitat herumkaut. Zuerst einmal fällt auf, dass die Currysauce (die in Wirklichkeit allenfalls Tomatensauce ist) mit einem penetranten und abscheulichen Eigengeschmack glänzt. Offenbar wurde nicht nur jegliches Fleisch gegen Tofu, sondern auch der Curry- gegen Tofu-Geschmack getauscht. Im Biss ist die Tofu-Wurst dann auch höchstens mäßig: Auch Fleischprodukte können sich so fest und gummiartig anfühlen, wie die Kostprobe einer "Fleischwarenfabrik" mir vor einiger Zeit bewies. Jenes Meisterwerk der Metzgermeisterkunst war mir dann aber auch zu eklig, um es zu schlucken. Die Tofu-Wurst war zwar zu teuer, um sie auszuspucken - nochmal kaufen würde ich sie aber sicher nicht.

{rating4} Aussehen
Sieht halt aus, wie so eine Currywurst in einer Schale aus dem Supermarkt so aussieht. Nicht unbedingt lecker, aber authentisch.
{rating2} Konsistenz
Ziemlich fest und leicht gummiartig im Biss. Vielleicht am ehesten mit Schnittkäse zu vergleichen.
{rating1} Geschmack
Taumelt irgendwo zwischen "geschmacklos" und "fad" - da kommt der ekelhafte Geschmack der Sauce erst richtig zum Tragen. Ähnlichkeit mit dem Geschmack einer Currywurst besteht so oder so nicht, lecker ist es aber erst recht nicht.

Fazit: Selbst mit einer gehörigen Portion Curry nicht genießbar. :thumbsdown:



Fünf kabellose Headsets unter 50€ im Vergleich

Im Testbericht zu meinem neuen Notebook Thinkpad Edge E325 erwähnte ich unter anderem den Kombiport, in dem die beiden dreipoligen Stecker für Mikron und Kopfhörer zu einem vierpoligen Anschluss zusammengefasst wurden. Nachdem ich nun Wochen damit verbracht habe, einen Adapter dafür zu suchen, und nicht fündig geworden bin, gab obendrein auch noch mein bisheriges Headset den Geist auf.

Als Ausweg blieb, auf ein kabelloses Headset umzusteigen. Daher habe ich fünf Modelle unter 50€ getestet. Kritierien für die Entscheidung, welches ich zukünftig benutzen möchte, waren vor allem der Tragekomfort und die Soundqualität; die Reichweite ist ebenfalls ein relevanter Faktor. Den Komfort stufe ich im Folgenden in etwa in "drückt sofort", "wird nach kurzer Zeit unbequem" und "ist auch noch vielen Stunden noch angenehm zu tragen" ein. Die Soundqualität richtet sich nach drei Kritierien: Sprache (Skype), Video/Gaming und Musik (von CD). Um die Reichweite zu testen, bin ich von meiner Wohnung (2. Stock) in den Keller gegangen. Außerdem wurde getestet, ob ich das Headset mit meinem Festnetztelefon, was Bluetooth-Headsets unterstützt, benutzen kann.

Alle Headsets habe ich auf dem Titel verlinkt, wer darüber etwas kauft, zahlt keinen Cent mehr als sonst, dafür bekomme ich aber eine kleine Provision.

Sharon Méq PC 31

{rating0} Erstverbindung etwas merkwürdig hakelig und vor allem: es funktioniert nicht mit dem eingebauten Bluetooth, der Stick ist erforderlich.
{rating4} Reichweite bis Flur mitte der ersten Treppe (ca 10m Luft durch zwei Wände) - für Bluetooth anständig
{rating25} undefinierter, leicht dumpfer Sound bei den Kopfhörern, oft scannerartig fiepende Störgeräusche im Hintergrund
{rating2} Mikrofonqualität für Sprache brauchbar, aber auch hier ist das Störgeräusch
{rating25} Die stark abschirmenden Kunststoff-Ohrpolster sitzen etwas zu fest, nicht für stundenlanges Tragen geeignet

+ lädt schnell auf
+ Mikro komplett weg drehbar
+ gut verarbeitet
+ Bluetooth-Stick mitgeliefert
- funktioniert nicht mit internem Notebook-Bluetooth und auch nicht mit dem Telefon
- fiepen bei schwachem Akku - bei geladenem danach auch (geht in Sound unter). Wann das Fiepen auftritt, habe ich nicht richtig herausfinden können, aber es ist zu oft.
- fiepen auch beim Gesprächspartner, aber unabhängig vom Fiepen in den Kopfhörern
- laden und benutzen nicht gleichzeitig möglich

Mit diesem Headset kann man gut eine Stunde telefonieren oder eine Folge House gucken - bei Musik stößt es an Grenzen und für längere Aktivitäten ist es nicht bequem genug. Es verdient allerdings eine Aufwertung für die beeindruckend reelle Simulation eines Scannergeräusches wenn der Akku seinem Ende entgegen geht (und auch ansonsten immer wieder nach einer Art Zufallsprinzip).

Asus Travelite HS-1000W

{rating5} Verbindung funktioniert sofort. Endlich mal Plug & Play.
{rating2} Reichweite bis 1. Stock (zwei Wände, ein Boden, 13-15m, danach hakend), zu wenig für eine proprietäre Funkverbindung
{rating35} Die Soundqualität der Kopfhörer ist, wenn sie korrekt sitzen, gut. Mein altes hatte aber bessere Bässe.
{rating0} Sprachqualität des Mikros: "Du müsstest das nochmal in Jabber1 schreiben, damit ich weiß was du sagst". Das Mikro hat immer wieder Totalausfälle, siehe Hörprobe.
{rating3} Stoffohrpolster sitzen ziemlich bequem, bieten dabei aber einen etwas schlechteren Halt als das MAQ. Das Headset fällt relativ schnell runter (z.B. wenn man Wäsche aus dem Wäschekorb nimmt).

+ beste Verpackung
+ Zusammenklappbar
+ keine unangenehmen Geräusche der Mechanik beim Verstellen während man es trägt
+ Tasche mitgeliefert

Das Asus-Headset hätte der Gewinner werden können - wäre da nicht das bockige Mikro. So ist es komplett unbrauchbar.

Bazoo Merlin Bluetooth Headset

{rating1} Verbindung funktioniert nicht immer, Bedienung der Haupttaste erschließt sich nicht von selbst - drei verschieden lange Druckzeiten, Verbindung herstellen ist der Diskomodus (rot-blau blinkend)
{rating05} Die Kopfhörer klingen fürchterlich. Wenn ich Coldplay von CD laufen lasse, hört es sich an, als würde Chris Martin durch ein Billigstmikro über Teamspeak 2 singen.
{rating1} Das Mikron sorgt dafür, dass sich die eigene Stimme beim Gesprächspartner genauso anhört.
{rating1} Das Headset sitzt dank randloser eckiger Ohrpolster ziemlich bequem, fällt aber bei jeder Gelegenheit runter. Und damit meine ich wirklich fallen, innerhalb von ein paar Sekunden ist es so runtergerutscht, dass es auf den Boden fällt. Ist auch kein wunder, da an dem Designerstück nichts ist, was für Halt sorgen könnte.

+ kann Anrufe vom Festnetztelefon annehmen
+ kann mit zwei Geräten verbunden sein
- kann aber nur von einem Gerät gleichzeitig wiedergeben und wechselt nach einem etwas unklaren System automatisch
- proprietäres Ladekabel
- LED blinkt auch im verbundenen Zustand
- Kopfhörer sind lose montiert und sehen aus als würden sie bei erster Gelegenheit abbrechen
- Unklare Bedienung

Das Bazoo Merlin ist ein unbrauchbares Stück Designerplastikbügel.

Trust Freewave

{rating2} Verbindung funktionierte irgendwann, hat aber relativ lange gedauert.
{rating0} In den Kopfhörern ist ein so lautes Brummen zu hören, dass sie quasi unbenutzbar sind. Außerdem sind keine Tiefen vorhanden.
{rating15} Die Mikrofonqualität war eher schlecht als recht.
{rating25} Das Trust-Headset hat den wohl besten Halt und ist dank Stoffpolstern auch erträglich zu tragen. Wenn es verrutscht, drückt es allerdings sehr schnell, außerdem hört man jede Berührung am Gehäuse.

- nervende Bestätigungstöne sogar bei Lautstärkeänderung
- Blisterverpackung

Das Trust-Headset bietet den niedrigsten Preis im Test und eine entsprechende Leistung.

Creative WP-300 Pure Wireless

{rating0} Verbindung schlägt ständig fehl, bricht spontan ab oder der Ton fällt selbst in direkter Nähe zum Notebook aus.
{rating05} Bei Verbindung per USB-Kabel konnte ich zumindest den Sound testen. Keine Störgeräusche, aber kaum Tiefen, noch weniger Mitten und die Höhen hören sich übersteuert an. Bin mir nicht sicher ob ich dieses hier oder das, was sich wie Teamspeak anhört, schlimmer finden soll.
{rating25} Das Headset sitzt einigermaßen bequem, ist für meine Ohren aber viel zu klein.

+ Sehr gut verarbeitet, sogar echte Schrauben
+ Großzügig verstellbar
- Bedienung nicht schlüssig
- nervende Bestätigungstöne
- Verbindung lässt sich quasi nie herstellen

Das einzige, was hier Creative-Qualität aufweist, ist das Gehäuse. Alles andere ist schlicht "pure" unbrauchbar.

Fazit

Einige Headsets waren so schlecht, dass ich nicht mal alle Punkte getestet habe. Beim Creative-Headset war es aufgrund der ständigen Ausfälle, die teilweise eine Sekunde nachdem die Wiedergabe der Musik übertragen wurde für einen Abbruch der Verbindung sorgten, anfangs gar nicht möglich irgendwas zu testen.

Allen Headsets gemein waren die kleinen Kopfhörer. Keines der Ohrpolster war so groß wie meine Ohren oder gar größer, einige deutlich kleiner. Gut genug für einen Langzeittest, bei dem ich dann auch ernsthaft beurteilen könnte, wie bequem es ist, war keins. Eine weitere gemeinsame Eigenart sind die merkwürdigen LEDs, die ständig in irgendeiner Farb-Rhythmus-Kombination blinken und den User selbst während der normalen Benutzung aussehen lassen wie ein Flugzeugtower.

Protzige Verpackungen und preisende Beschreibungen ließen mich hoffen, unter fünf Headsets wenigstens ein gutes zu finden. Ein Ranking kann sich jeder selbst erstellen - für mich reicht das ernüchternde Ergebnis: Alle fünf sind so schlecht, dass ich sie nicht behalten möchte. Die Krönung war das Mikro des Asus-Headsets. Als Lacher zum Abschluss empfehle ich die dazugehörige Hörprobe.

  1. Ein Messenger ähnlich ICQ


Erste EP von NEOH: Auf Ewigkeit

Cover: NEOH - Auf Ewigkeit

Wenn man eine Band schon kennen gelernt hat, bevor sie ihre erste Veröffentlichung heraus gebracht haben, freut man sich direkt mit, wenn sie diesen Schritt dann geschafft hat. NEOH sind eine fünfköpfige Popformation aus Mittelhessen, die schon 2010, einige Monate nach ihrer Gründung, beim Open Flair Festival in Eschwege spielten und seitdem immer wieder ihre Fans entscheiden lassen wo sie auftreten - sei es ein zu gewinnendes Privatkonzert oder Aktionen in Schulen und Unis.

So wie man die Nähe zu den Fans bei den Musikern findet, findet man die Nähe zum Leben in ihren Texten. Jeder der fünf Songs wirkt ehrlich und echt. Es geht um Liebe, um Erinnerungen und auch mal ganz draufgängerisch um Träume und Verwirklichung von Zielen. Dabei sind alle Songs eingängig und leicht zu hören, seien es nun die poppigeren Stücke wie "König auf Lebenszeit" oder "Geh jetzt nicht" oder das verliebte nur mit einer Akustikgitarre begleitete "Ich liebe es".

Nach dem Gratisdownload "Weltensurfer" von Ende 2010 ist die fünf Tracks umfassende EP "Auf Ewigkeit" ab heute bei iTunes, Musicload und Amazon erhältlich. Sie hat eine Gesamtspieldauer von gut 15 Minuten und umfasst folgende Tracks:

  1. Geh jetzt nicht
  2. König auf Lebenszeit
  3. Ich liebe es
  4. Nicht echt
  5. Staub & Tränen

Die nächsten Konzerttermine:

  • 09.01.2012 Elisabethschule, Marburg
  • 11.01.2012 St. Lioba Schule, Bad Nauheim
  • 17.03.2012 Rock the Church, Gelsenkirchen

NEOH sind drauf und dran, ins volle Bandleben zu starten. Ihre erste EP macht bereits Lust auf mehr. Man darf also gespannt sein, wie sich die Band in diesem Jahr entwickelt!

Offizielle Website
Offizielle Facebook-Seite

Dieser Bericht erschien auch auf venue.de.



Im Test: Lenovo ThinkPad Edge E325

Seit kurzer Zeit bin ich stolzer Besitzer eines neuen Netbooks. Das alte ideapad S12 wurde von einem ThinkPad Edge E325 abgelöst. Entdeckt hatte ich es bei Notebooksbilliger.de und dort beschlossen, dass es sich dabei um mein Traumnotebook handelt.

Sowas wie das pefekte Netbook existiert natürlich nicht, aber dieses hier kommt dem wirklich sehr nahe (ich spreche natürlich für mich, jeder hat ja so seine anderen Ansprüche). Technische Eckdaten: Integrierte AMD-APU mit Doppelkernprozessor auf 1,6GHz (E350) und HD 6300, 4GB RAM, 320GB Festplatte, Bildschirmdiagonale 13,1", 1,9kg. Kaufgründe: Die hohe Bildschirmdiagonale bei trotzdem recht niedrigem Gewicht, die Tatsache dass es sich um einen matten Bildschirm handelt und tatsächlich mal die Marke.

Erster Eindruck: Hochwertig. Das einzige, was nicht so wirkt, als würde es auch hohe Belastungen verkraften, ist das Touchpad, das klappert beim Berühren. Aber dafür gibt es ja den Trackpin, der auch ausgesprochen gut funktioniert. Das Notebook ist komplett in mattem schwarz gehalten, lediglich der Untergrund, in den die Tastatur eingelassen ist, ist glänzend, was wirklich gut aussieht.

Die Tastatur ist sogar so gut, dass ich fast lieber darauf tippe als auf meiner normalen. Ich vermisse allerdings die Kontextmenü-Taste, statt derer man eine zweite Strg-Taste verbaut hat (die allerdings auch sehr nützlich ist). Die bei den Pfeiltasten befindlichen Bild Ab- und Bild Auf-Tasten sind leicht abgesenkt und kleiner, so dass man sie nicht versehentlich trifft. Ebenfalls schmaler sind die Funktionstasten. Standardmäßig sind F1 bis F12 mit den Sonderfunktionen vertauscht, das lässt sich aber im BIOS abschalten. Ebenso kann man die Fn- und die Strg-Taste vertauschen - diese Einstellung geht aber nach dem Aufwachen aus dem Standby verloren. Und apropos BIOS: Für ein Notebook ist das erstaunlich umfangreich. Und noch was: Die Funktionstasten für die Helligkeit sind hardwareseitig. Theoretisch braucht man also keine Treiber und kann sogar schon beim Booten die Helligkeit einstellen.

Da kein Betriebssystem dabei war, habe ich erstmal ewig Treiber suchen müssen. An der Website könnte Lenovo wirklich mal arbeiten. Danach funktionierte aber alles problemlos. Das Display reguliert sich in der Helligkeit teilautomatisch (z.B. wenn man von einer sehr hellen zu einer sehr dunklen Website wechselt), das Prinzip dahinter habe ich aber noch nicht ganz durchschaut. Insgesamt ist der Bildschirm hell, aber etwas kontrastarm. ABER: Er ist matt. Und ich saß im Zug und die Sonne knallte und ich konnte nicht aus dem Fenster gucken, weil es so hell war - und es hat wirklich gar nicht gestört. Ein Traum.

Im Betrieb macht sich das starke System deutlich bemerkbar. Fotos sichten in Bridge und bearbeiten in Photoshop im Zug sind jetzt möglich. Auch der Akku macht das mit, versprochen werden einem bis zu sieben Stunden, im ganz normalen Betrieb mit Photoshop und Tatort gucken habe ich bei eingeschaltetem WLAN und Bildschirm auf voller Helligkeit sechs erreicht, die sieben kann man also sicher erreichen. Im durchgehenden Videobetrieb (kein HD, ohne externen Monitor) hält der Akku gut fünf Stunden. Der Lüfter springt immer wieder an, ist aber recht unaufdringlich.

Erwähnenswert ist sicher noch, welche Anschlüsse das Notebook bietet. Beworben wird es nämlich mit drei USB-Ports und eSATA, allerdings ist einer der USB-Ports ein Kombiport für USB und eSATA, man kann also maximal drei Geräte gleichzeitig betreiben. Außerdem erfordert es die ersten zwanzig Male viel Mut und Kraft, einen USB-Stecker in den Port zu rammen. Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine Fehlfunktion, sondern um einen normalen Effekt, der durch die Mechanik verursacht wird, die den eSATA-Stecker hält. Funktionieren tut der Port wunderbar und im Gegensatz zu den nachgerüsteten Ports in meinem Stand-PC ist dieser eSATA-Port hier Plug&Play-fähig. Ansonsten gibt es HDMI, VGA/D-SUB, Gigabit-LAN, einen Kartenleser und einen Kensington-Lock-Anschluss sowie einen weiteren Kombiport - den für Audiogeräte. Und im Gegensatz zu dem anderen Kombiport sehe ich diesen als wirklichen Nachteil an - man kann nämlich ohne Adapter keine handelsüblichen Mikrofone / Headsets anschließen, da es sich um einen vierpoligen Klinkenstecker-Anschluss handelt. Einen passenden Adapter habe ich nur bei Notebooksbilliger gefunden, wo er unverschämte acht Euro kostet (siehe auch vorheriger Blogpost).

Bei einem Preis von 379 Euro sehe ich über die kleinen Schwachstellen aber gerne hinweg. Insgesamt leistet das Thinkpad nämlich wirklich gute Arbeit. Es sieht unglaublich gut aus, es ist trotz schneller Festplatte leise und trotz starkem Akku leicht und es ist für alles zu gebrauchen. Ich kann damit Filme ansehen, Fotos bearbeiten und im Zug bei Sonnenschein Call Of Duty 4 zocken. Der Trackpin ist gut, auf Lanpartys würde ich aber trotzdem besser an die Maus denken. ;) Zur Perfektion hätte Lenovo noch die Kombiports separieren und das Touchpad verbessern müssen.

Nachtrag, 4.12.2011: Der Akku hält noch länger als beschrieben und sogar deutlich länger als vom Hersteller angegeben. Nach viereinhalb Stunden Autofahrt mit laufender Musik war der Akku noch mehr als halbvoll (WLAN aus, Lautstärkepegel auf 100%, Windows 7).



Albumrezension: M83 - Hurry Up, We're Dreaming

Diesen Artikel habe ich ursprünglich für venue.de geschrieben.

M83, eine Dreampop-Band aus Frankreich, gehören wohl nicht zu den Bands, die mit jedem Album wieder etwas völlig neues erfunden haben. Das müssen sie aber auch gar nicht. Das kürzlich erschienene fünfte Album “Hurry Up, We’re Dreaming” klingt nach einem Widerspruch: Der Titel ist eine Aufforderung, sich zu beeilen, und redet gleichzeitig vom Träumen, was sonst Anlass für Langsamkeit ist. Betrachtet man die Worte des Bandleaders Anthony Gonzalez, der vor der Produktion des Albums nach L.A. umgezogen war, geht es eher um Erinnerungen, an denen man hängt, während das Leben einen auffordert schneller zu leben.

Umzüge in andere Städte bringen Aufregung und Abwechslung mit sich, und während “Hurry Up, We’re Dreaming” viel Bewährtes beibehält, ist es doch abwechslungsreich. Einige Tracks erinnern mit ihren verträumten Synthi-Klängen und dem weichen Gesang an den Vorgänger “Saturdays = Youth”, andere sind viel lauter und treibender. Dazwischen finden sich immer wieder kurze, ruhige, rein akustische Stücke wie “Where the Boats Go” oder “Trains to Pluton”. Auch hier wieder ein verspielter Widerspruch – die Titel wirken als Ruhepause zwischen den lebendigeren Stücken, tragen aber alle Namen, die mit Bewegung in Zusammenhang stehen.

Bis auf das von einer Akustikgitarre geprägte und mit Streichern untermalte “Soon, My Friend” sind dann allerdings doch alle Titel stilistisch unverkennbar M83-Songs – wenig Gitarren, dafür umso mehr Synthesizerklänge, Reverb-Effekte und elementare, aber nie hervortretende Schlagzeugpatterns. Neu ist der kräftigere Gesang. Frontmann Gonzalez begründet das mit der Tour von 2010, wo M83 mit Kings Of Leon, The Killers und Depeche Mode auf Tour waren: “Wenn man alle diese Frontmänner so selbstbewusst vor einem großen Publikum auf der Bühne sieht, gibt einem das auch Selbstvertrauen, das Gleiche zu versuchen”.

“Hurry Up, We’re Dreaming” kommt als Doppelalbum mit zweimal elf Tracks, die insgesamt 73 Minuten lang sind. Ich werde allerdings den Eindruck nicht los, dass Gonzalez bloß gerne ein Doppelalbum produzieren wollte – ein Konzept ist dahinter nicht erkennbar, nach den ersten elf Tracks geht es auf der zweiten CD genauso weiter. So bekommt man ein etwas überdurchschnittlich langes Album mit gewohnt solidem Indie- und Dreampop, bei dem sich die Band sicher nicht neu erfunden hat.



Test: Sennheiser Sport-Ohrhörer MX 70 VC

Zwei Jahre und vier Monate ist mein Vergleichstest zu Ohrhörern jetzt her und ach, was für ein Wunder, seit einigen Monaten ist der Klang meiner heißgeliebten MX360 nicht mehr schön. Das Doofe ist nur, dass die Dinger nicht mehr mit asymmetrischen Kabeln bzw. dann nur noch mit 2,5mm-Stecker produziert werden. Also mussten neue her.

Nachdem ich ein Paar falsche MX360 zurück geschickt habe und ein zweites geschenkt bekam, weil der Händler im Ausland sitzt und den Rückversand nicht bezahlen wollte, war klar, dass ein neues Modell eine Chance bekommen würde. Asymmetrische Kabel sind selten und die meisten sind wegen massenhaften Negativbewertungen direkt aussortiert worden. Als ich mich schon fast mit den symmetrischen Gratis-Ohrhörern angefreundet hatte, stolperte ich bei Amazon über die Sport-Ohrhörer MX 70 VC. Nicht nur asymmetrisch - auch noch grün! Ein Traum. Das ließ mich auch darüber hinweg sehen, dass nicht ein einziger Kunde 5 Sterne gegeben hatte.

Die Lieferung kam mal wieder aus England und dauerte gefühlt ewig. Verpackt waren die MX 70 ausnahmsweise mal nicht in Zerstör-Blister, sondern in einer Verpackung, die ich ohne mich zu verletzen auseinander friemeln konnte. Mir kamen nach und nach Ohrhörer, Kabel, Lautstärkeregler, eine Transporttasche, Ohrpolster und Papierkram entgegen. Erster Eindruck: Schick sind sie ja - zweiter Eindruck, nach dem Reinstecken: Die Kunden hatten Recht - die Dinger halten nicht.

Die Austausch-Ohrpolster verbesserten den Halt auch nicht wirklich und schon auf dem Weg zum Spiegel ist mir der linke fast raus gefallen. Abhilfe schaffte dann das zusätzliche Überziehen normaler Ohrpolster. Das sieht jetzt zwar erstmal bescheiden aus, bis ich grüne Ohrpolster gekauft habe, hält dafür aber und der Klang wirkte auch erstmal vertretbar.

Nun also der Soundvergleich zu den MX360 (den neuen, nicht den zwei Jahre alten), den Testsiegern des letzten Tests. Und wo ich schonmal dabei bin, auch noch die Ohrhörer, die bei meinem Player Sandisk Sansa Clip+ dabei waren, und mein aktuelles Headset.

Dave Darell - Freeloader Original Mix

  • MX 70: Bass vs synthetische Höhen. Letztere sind genau so kristallklar da wie sie sollten bei so kleinen Kopfhörern.Der Bass klingt nicht wie Bass, ist aber immerhin deutlich hörbar und als solcher zu erkennen. Wichtig, wenn ich als Schlagzeuger irgendwo was raushören möchte.
  • MX 360: Schon fast etwas unangenehme Höhen, aber auf jeden Fall deutlich druckvollerer Bass. Jetzt ist auch das hörbar, was nicht die Base ist.
  • Sandisk: Der Bass ist geblieben, aber das gesamte Klangbild ist jetzt dumpf. Passt zu dem billigen Kabel, von dem ich mich gerade mal wieder frage, wann es wohl reißt.
  • Creative FATAL1TY: Mit den großen Kopfhörern ergibt sich natürlich ein völlig anderer Klang. Einer, der ausgewogener klingt, die Höhen aber etwas im Gesamtsound untergehen lässt.

Red Hot Chili Peppers - By the Way

  • MX 70: Okay, jetzt bin ich schon enttäuscht. Die Base klingt schon wieder, als würde das Pedal ein Kissen treten, und der geniale Bassist ist gar nicht hörbar. Da nützen auch die sauberen Höhen nix.
  • MX 360: Wie zu erwarten war, wieder deutlich besserer Klang. Hier fällt mir jetzt auch auf, was für eine lausige Komprimierung ich da benutzt habe.
  • Sandisk: Vertretbar für gratis mitgelieferte Kopfhörer, aber mehr auch nicht.
  • Creative FATAL1TY: Und wie gehabt liefern die großen Kopfhörer den ausgewogensten Klang, der wie die MX 360 auch wieder die Kompression aufzeigt.

The Naked and Famous - Young Blood

  • Creative FATAL1TY: Dann mache ich mit den großen mal weiter, um zu wissen, was an Klang da ist. Beschreiben muss ich diesen Song ja wohl nicht. hahahah Und wenn ich schreibe, dass die Höhen immer noch etwas leiden, aber insgesamt alles da ist, wundert das auch keinen mehr.
  • MX 70: Der Klang ändert sich dramatisch, je nachdem, wie die Ohrhörer sitzen. Bei diesem Song klingt es aber irgendwie immer scheiße. Der Gesang ist dumpf, der Synthesizer irgendwie da und vom Schlagzeug nur der übliche Matsch zu hören.
  • MX 360: Scheint ein schwieriger Song zu sein, bei meinen bisherigen Favoriten ist zu wenig von der Gitarre zu hören. Trotzdem der beste Klang diesmal.
  • Die Ohrhörer von Sandisk: ... habe ich zur Vermeidung von Kabelchaos schonmal weg gepackt.

The Naked and Famous - Spank

Den Abschluss macht ein Song, der eine Stelle enthält, die ich unterwegs nie höre, weil sie in der Umgebung untergeht. Break, dann Synthi-Beat, der immer höher und irgendwann auch doppelt so schnell wird, in einem Pling-Sound endet und danach ein sehr lauter Gitarrenpart. Interessanterweise können aber sowohl die MX 360 als auch die MX 70 diesen Teil gut wiedergeben. Das Headset schneidet aber diesmal am besten ab, weil da im Gitarrenteil auch das Schlagzeug und der Gesang noch gut hörbar sind.

Ehrlich gesagt, hatte ich nicht erwartet, dass der Test so schlecht für die MX 70 ausfällt. Die Kundenbewertungen sprachen nämlich nicht nur vom schlechten Halt der Ohrhörer, sondern auch vom Sennheiser-typischen guten bassreichen Sound. Davon habe ich aber gerade nicht viel gehört. Jetzt sag mir mal jemand, was ich mit den Teilen mache... es mangelt doch so sehr an Alternativen.



Auf der Suche nach dem Negativscanner

Da ich nicht wegen des nostalgischen Gefühls ein Anhänger der Analogfotografie geworden bin, hat mein Plan von Anfang an beinhaltet, die Negative einzuscannen. Negativscanner gibt es in allen Arten genug, leider musste ich mal wieder feststellen, dass weder billig noch teuer pauschal gut ist. Ich habe mal ein paar ausprobiert; nicht sehr gründlich, die Automatikeinstellung musste erstmal reichen. Um sich einen Überblick zu verschaffen, reichte das aber. Die Überschriften sind verlinkt und führen auf Amazon; wer über einen solchen Link kauft, zahlt den gleichen Preis, aber Amazon schreibt mir eine kleine Provision gut.

Rollei

Rollei ist unter den Billigherstellern wohl einer der bekannteren. Von denen gibt es eine Reihe Modelle, die knapp über oder unter hundert Euro kosten und eigentlich keine Scanner sind, sondern die Negative abfotografieren. Mein Modell kam mit Speicherkartenleser und wurde ohne PC betrieben. Die Geräte sind alle recht kompakt. Vom Kauf würde ich definitiv abraten.

  • Die mitgelieferte CD funktionierte nicht, das Handbuch war online nicht verfügbar. Ich durfte also erstmal raten, was die Symbole auf dem Display bedeuten, und mir die Steuerung selbst erarbeiten. Text gab es nicht und selbsterklärend war nicht alles.
  • Negative oder Dias werden in einen Halter gesteckt und durch das Gerät gezogen. Das funktioniert recht gut. Für Dias gibt es ein cooles Magazin, mit dem man vermutlich recht zügig viele Dias abfotografieren kann.
  • Die Dateien werden nach einem nicht nachvollziehbaren System auf der Speicherkarte gespeichert und benannt. Einstellmöglichkeiten gibt es nicht. Als ich meine Kameraspeicherkarte verwendete, landeten die Scans in dem Ordner, in dem auch die Kamera ihre Fotos speichert. Komm da mal jemand drauf... immerhin wurde die Karte nicht formatiert.
  • Außerdem werden die Dateien automatisch mit Tags versehen, die jedoch keinen Sinn ergeben.
  • Die erzeugten Bilder weisen sehr starkes Bildrauschen auf. Außerdem sind die Farben blass und die Schärfe lässt sehr zu wünschen übrig.

Plustek

Von Plustek hatte ich ein höherpreisiges Modell hier, gut 250 Euro kostet der Optiscan 7600i SE. Er kommt mit Silverlight SE, einer abgespeckten Version eines verbreiteten Scanprogramms. Im Gegensatz zum Rollei wird hier echt gescannt. Das Gerät ist entsprechend schwer und wirkt wuchtig. Von der Größe her ist es etwa doppelt so groß wie der Rollei, kann aber keine Dias scannen. Verwendet wird der Scanner über den PC mit der mitgelieferten Software.

  • Ich zweifele schon an meinem DVD-Laufwerk, auch hier funktionierte die Treiber-CD nicht. Diesmal gab es die erforderlichen Daten aber im Internet.
  • Die Halterung für die Negative ist klapprig und wird dem Preis des Gesamtgerätes nicht gerecht. Es gibt keine vernünftigen Halterungen, die Negativstreifen verrutschen ständig.
  • Silverfast SE hat eine meiner Meinung nach sehr hässliche Oberfläche mit lose herumfliegenden Fenstern. Erinnert mich an Gimp. Der Automatikmodus belichtet viel zu stark. Außerdem wird teilweise sehr rigoros zugeschnitten. Das Programm ist keinesfalls selbsterklärend und man müsste etwas Zeit investieren, um sich einzuarbeiten.

Wie vom Preis her schon vermutet, handelt es sich hier nicht um ein Einsteigergerät. Die Qualität überzeugt mich aber nicht und über die Software habe ich viel schlechtes gelesen.

Epson

Epson vertreibt einige Flachbettscanner mit Durchlichteinheit. Auf Empfehlung eines Forums hin bestellte ich mir den Perfection V330 Photo. Von den drei getesteten Geräten war das mit etwa 80 Euro das billigste. Als vollständiger Flachbettscanner nimmt der Perfection natürlich am meisten Platz weg und wird ausschließlich über den PC betrieben.

  • Der Scanner kommt mit gewinkeltem Netzteilstecker, aber geradem USB-Stecker. Immerhin ist überhaupt ein USB-Kabel dabei. Das Netzteil befindet sich direkt am Netzstecker und riesengroß, das passt definitiv in keine Mehrfachsteckdose, ohne andere Plätze zu belegen, und sei sie noch so intelligent gebaut.
  • Da sich Treiber und Handbuch ohne großes Suchen herunterladen ließen, habe ich diesmal direkt am Netbook getestet. Die mitgelieferte Scansoftware ist simpel gehalten, erfüllt aber ihren Zweck und ist einfach zu bedienen. Die Funktionstasten des Scanners können Aktionen am PC auslösen, dafür ist aber die zusätzliche Installation des "Epson Event Manager" erforderlich. Verzichtbar.
  • Das Einlegen der Negative muss auch hier in eine bestimmte Richtung erfolgen, ist aber im Gegensatz zu den anderen anhand einer klaren Grafik beschrieben. Die Abdeckung der Durchlichteinheit lässt sich leicht entfernen und wieder einsetzen und die Negativ-/Diahalterung hat Haken, damit man sie leicht an die richtige Position auf der Auflagefläche legen kann. Die Negative liegen fest in der Halterung, sobald man sie geschlossen hat, so dass die Handhabung einfacher ist als beim Rollei und der Halt trotzdem besser ist als beim Plustek.
  • "Epson Scan" erkennt im Vollautomatikmodus das eingelegte Bildmaterial korrekt und scannt alle eingelegten Negative vollautomatisch ein. Dabei verwendete Einstellungen wie die Auflösung und Speicherort lassen sich vorgeben. Für ein schnelles Einscannen reicht das schon.
  • Ansonsten gibt es auch noch andere Modi, bei denen sich mehr konfigurieren lässt. Die Qualität der dortigen Funktionen habe ich nicht getestet, da ich die Nachbearbeitung mit einem anderen Programm mache. Der Standardmodus verlangt bei Eingabe einer Auflösung (dpi) auch immer eine Ausgabegröße, was zu merkwürdigen Zielabmessungen führen kann und schnell eine Warnmeldung wegen großer Dateigröße verursacht. Was die Funktion eigentlich tut, weiß ich nicht - gebe ich statt "Original" zum Beispiel "10x15cm" als Zielgröße an, wird das Zielbild total aufgebläht und hat statt 5 plötzlich 150 Megapixel - gescannt wird aber immer noch mit 2400dpi. Da wäre es doch sinnvoller, nur die Zielgröße abzufragen und die Scanauflösung entsprechend zu wählen.

Behalten habe ich dann den Epson Perfection. Er war nicht nur am günstigsten, sondern bietet auch schon von Werk ab die beste Qualität und obendrein habe ich damit einen recht hochwertigen Flachbettscanner erworben. Eine Nachbearbeitung der gescannten Negative mit einem Programm wie Adobe Photoshop Camera Raw empfiehlt sich trotzdem. Als Abschluss daher noch ein paar Vergleichsreihen; von links nach rechts erst die Automatikscans in der Reihenfolge der Produktvorstellung und als viertes der nachbearbeitete Epson-Scan. Ich denke man sieht sehr gut, dass man aus dem Plustek auch noch mehr hätte rausholen können (vor allem unter Berücksichtigung der Funktionen des Scanprogramms), wogegen der Rollei einfach nur Schrott ist.

Vergleichsreihe 1

Vergleichsreihe 2

Vergleichsreihe 3



Produkttest: Creative FATAL1TY Gaming-Headset

Da mein bisheriges USB-Headset (Typhoon, 50€, wird nicht mehr produziert) immer mehr den Geist aufgab, war jetzt ein neues fällig. Mit Creative hatte ich bereits gute Erfahrungen gemacht und für unter 30€ bekommt man dort selten etwas. Meine Neugier war geweckt. Das FATAL1TY Pro Series-Headset (30€) bedeutet zwar einen Rückschritt von 5.1 auf Stereo, aber 5.1 im Headset fand ich nie besonders wichtig. Aber fangen wir vorne an.

Das Headset kommt in einer schicken, großen und leicht zu öffnenden Verpackung. Ich habe nichtmal eine Schere gebraucht, sehr vorbildlich. Zum Lieferumfang gehört außer dem Kopfhörer und dem abnehmbaren Mikro noch eine Tasche, die in schwarzer Lederoptik gehalten ist, aber schon beim Transport etwas gelitten hat. Also eher zweckmäßig als schick. Dafür gibt es in der Tasche einen eigenen Bereich für das Mikro, der zwar ruhig noch einen Zentimeter länger sein dürfte, aber trotzdem dafür sorgt, dass man das Headset ohne Mikro aus der Tasche nehmen kann. Ein Kabelaufwickler wäre nett gewesen, ist aber leider nicht dabei.

Das Kabel ist nämlich sehr lang (über zwei Meter), aber etwas dünn. Sowohl die Stecker am Kabel als auch der am Mikro sind vergoldet. Das Mikro sitzt fest. Man könnte sowohl ein anderes Mikro an das Headset anstecken als auch das Mikro woanders anschließen (z.B. MP3-Player), die Anschlüsse sind geeignet gebaut und alles ist im Standard 3,5mm-Klinke gehalten. Die Stecker sitzen fest in den Anschlüssen, aber der sonst übliche Druckpunkt fehlt. Keine Ahnung, ob das etwas zu bedeuten hat. Am Kabel ist ein Lautstärkeregler mit An-Aus-Schalter für das Mikro angebracht.

Auf dem Kopf sitzt das Headset fest und bequem, nachdem ich es mir richtig eingestellt habe. Etwas weniger fest dürfte ruhig auch sein, es ist aber nicht unbequem und ich vermute, dass es dafür auch lange halten wird. Die nächste Lanparty wird zeigen, ob es auch im vielstündigen Einsatz noch bequem ist. Einen Film kann man jedenfalls am Stück gucken, ohne hinterher Druckstellen zu haben. Leider kann man die Ohrmuscheln nicht vollständig drehen; so kann man weder wie ein DJ eine Seite umklappen, um nur auf einem Ohr etwas zu hören, noch das Headset auf die Ohrmuscheln stellen.

Das Wichtigste ist aber wohl der Klang. Zunächst zum Mikro: Ich habe eine sehr leise Stimme und werde z.B. in Skype oft schlecht verstanden. Mit dem Mikro des Creative-Headsets konnte ich den Mikrofonverstärker bei gleicher Aufnahmelautstärke um zwei von drei Stufen herunterschrauben, was Störgeräusche vermindert. Für professionelle Aufnahmen ist das Mikro nicht unbedingt geeignet, das ist aber ja hier auch gar nicht das Ziel. Für Sprache ist es jedenfalls gut, besser als mein altes.

Die Wiedergabequalität habe ich in verschiedenen Situationen getestet. Das erste, was auffiel, war der satte Bass. Wo Tiefen sind, hört man sie auch. So wie mein Gesprächspartner in Skype mich gut verstehen konnte, konnte ich ihn auch gut verstehen. Auch den Tatort, bei dem die Stimmen mal wieder zu leise abgemischt waren, konnte ich angenehm verstehen. Bei unkomprimierter Musik von CD zeigte sich dann vollends, dass nicht nur die Tiefen satt sind, sondern auch alles andere. Der Sound ist zwar tatsächlich etwas bassbetont, es sind jedoch trotzdem immer alle Frequenzen sauber und angenehm zu hören. Meiner Meinung nach ein sehr schöner Klang zum Musikhören.

Die Kopfhörer schirmen übrigens nicht besonders ab. Bei normaler Lautstärke höre ich noch recht viel von meiner Umgebung und man hört auch, wenn man neben dem Träger der Kopfhörer steht, relativ früh, was derjenige hört. Während letzterer Aspekt vor allem stören dürfte, wenn man mit anderen Leuten zusammen ist (was allerdings hauptsächlich auf Lanpartys sein dürfte, wo es dann wiederum nicht stört, weil alle Kopfhörer tragen), ist ersteres für mich persönlich recht praktisch, da ich die Kopfhörer auch beim Schlagzeugspielen trage. Dafür sind sie zwar geeignet, aber nicht perfekt. Ich übe meist zu den Originalstücken, die Maximallautstärke der Kopfhörer lässt dabei teilweise etwas zu wünschen übrig. Man kann es zwar recht laut drehen, aber wenn die Originaldatei etwas leiser ist, geht doch manchmal etwas im Schlagzeugspiel unter. Auch ohne Schlagzeug tut die Maximallautstärke noch kein bisschen in den Ohren weh; im Gegenzug erhält man aber eine beeindruckend gute Qualität. Wer gerne gute Musik laut hört, kann also ruhig voll aufdrehen.

Der letztgenannte Aspekt ist aber tatsächlich der einzige, den ich wohl noch öfter bemerken werde. Da muss ich mir dann softwareseitig etwas einfallen lassen (oder meinem Notebook eine höhere Ausgangsleistung beibringen). Beim Zocken leistet das Headset jedenfalls wieder gute Dienste; der Klang ist nicht wahnsinnig gut und bietet nicht den "Wow, Wahnsinn, ich höre ja plötzlich schon 100 Meter vorher wenn sich ein Gegner nähert!"-Effekt, aber man hört mindestens genauso viel wie vorher mit dem anderen Headset und der Klang wirkt ausgewogen, obwohl das Spiel selbst recht basslastig ist.

Insgesamt ist das "Creative FATAL1TY Pro Series Gaming Headset" definitiv eine Empfehlung wert, besonders der klare Klang trotz sattem Bass beeindruckt mich. Da ich ohnehin nur eine Onboard-Soundkarte verwende, würde ich auch mit einem teureren Headset keine Wunder erzielen. Zu diesem Preis daher mit Sicherheit eine sehr gute Wahl. Wer nun ebenfalls einen Kauf erwägt, kann den folgenden Link benutzen, um mir ohne Aufpreis eine Provision zukommen zu lassen: Creative FATAL1TY Pro Series Gaming Headset

Nachtrag 9.1.2012: Bei Adaptare gibt es einen passenden Adapter für den Kombi-Headsetanschluss, er kostet etwa 6€ und trägt die Artikelnummer 14022 (keine Garantie darauf dass die in ein paar Monaten noch stimmt). Die Pinbelegung ist das Ausschlaggebende: L/R/GND/MIC.