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E wie E-Mail im Blogger-Alphabet

Irgendwie bin ich wohl mit den Terminen durcheinander gekommen, hab ich doch schon wieder eine Runde verpasst. Macht nix, E-Mail ist ein Thema, über das ich gerne rede, also darf dieser Eintrag getrost als normaler Eintrag und nicht so sehr als von einer Aktion provozierter Eintrag betrachtet werden.

Mit dem Blog haben E-Mails freilich nichts zu tun. Kein Mensch schreibt mir E-Mails über oder wegen meines Blogs. Ich habe keinen Newsletter und keine Kooperationen auszuhandeln. Keine Signatur für den Blog. Trotzdem schreibe ich eine Menge Mails, und ich erhalte auch einige, denn ich halte E-Mail als Kommunikationsmöglichkeit keineswegs für veraltet.

E-Mails haben einen entscheidenden Vorteil: Man kann über eine Methode seiner Wahl auf sie zugreifen. Auch ohne seinen eigenen Mailserver, wie ich einen habe, hat man sehr viel mehr Kontrolle über seine Mails als über seine Facebook- oder WhatsApp-Nachrichten. Vor nicht allzu langer Zeit wurde ich auf Facebook gesperrt - zack, Kontrollverlust, alle Nachrichten weg. Nach der Entsperrung waren die wieder da, aber für einen Monat konnte ich nichts nachlesen, was dort kommuniziert wurde. Auf WhatsApp hat man genauso wenig Kontrolle.

Nun sagen heutzutage viele, E-Mail sei langsam und unpraktisch. Für die schnelle Unterhaltung zwischendurch stimmt das sicher - die führe ich auch auf WhatsApp, wenngleich mir persönliche Gespräche lieber sind. Mit einigen Freunden unterhalte ich mich aber typischerweise in langsameren Rhythmen, dafür detailreicher und tiefgründig, dafür eignet sich E-Mail wunderbar. Früher hätte man Briefe geschrieben (und tatsächlich mache ich das auch heute noch manchmal). Viele kluge und ernste Gedanken werden auf diesem Wege ausgetauscht, und ich würde diese Gedanken nicht gerne einem undurchsichtigen Dienstleister wie Facebook anvertrauen, nicht, weil die mitlesen könnten, sondern weil sie auch meinen Zugriff darauf bestimmen.

Etwas unpraktisch finde ich E-Mail allerdings auch selbst. Und zwar vor allem, weil die Entwicklung von E-Mail-Software offenbar vor zehn Jahren stehen geblieben ist. Nahezu jedes Mailprogramm ist hässlich, viele sind unübersichtlich und alle sind unflexibel. Nur ein einziges (und ich habe wirklich lange gesucht und viele ausprobiert) bietet die Darstellung, die ich gerne hätte: Nämlich - ironischerweise - die, die Facebook verwendet, Nachrichten gruppiert nach der Person / den Personen, die an der Unterhaltung beteiligt sind.

Die Sortierung nach Datum ist schlicht unpraktisch, weil dann alte Nachrichten die Liste unnötig in die Länge ziehen (weil z.B. Ina mir schon dreimal wieder geschrieben hat, wodurch die letzte Nachricht meiner Mutter nach unten rutscht). Gruppierung nach Betreff funktioniert eher mäßig, manche Programme nutzen Konversations-IDs, das funktioniert recht gut, aber die Darstellung ist dann ausgesprochen hässlich oder erneut unpraktisch (weil z.B. bei Evolution plötzlich die Sortierung innerhalb einer Konversation kaputt geht). Und das einzige Mailprogramm, das eine Facebook-ähnliche Darstellung bietet, gibt es nur für Mac - obwohl das Feature offenbar gefragt ist, kümmert sich niemand darum. Aber genug davon, warum auch mich die Verwendung von E-Mails gelegentlich nervt.

Selbst mit der Position, dass E-Mail für den privaten Gebrauch unpraktisch ist, ist es schockierend, wie wenig Menschen in meiner Generation offenbar noch mit Mails vertraut sind. Schließlich öffnen sich da gerade, ganz langsam, aber endlich, immerhin, ganz wunderbare Wege, Kommunikation zu verbessern. 16 Jahre nach der Jahrtausendwende ist es tatsächlich so weit, dass ich nahezu jede Kommunikation digital abwickeln kann: Meine Krankenversicherung akzeptiert alles digital. Meine anderen Versicherungen zumindest dann, wenn ich Unterlagen ausdrucke, unterschreibe, einscanne und zurück e-maile. Die Uni ebenso, gelegentlich sogar ohne Ausdrucken und Unterschreiben rein digital, wenn ich die E-Mail signiere (die Uni bietet geprüfte Signaturen1 an, die tatsächlich eine Aussagekraft haben). Selbst die Stadtverwaltung akzeptiert meine Unterlagen per Mail, solange ich die Seite mit der Unterschrift ausdrucke und im Original einreiche.

Dennoch treffe ich manchmal Kommilitonen, die erstaunt sind, woher ich irgendwelche Informationen habe. Dabei lese ich bloß regelmäßig meine Mails... bin einigen Mailverteilern beigetreten und erhalte so viele wertvolle Informationen rund um mein Studium. Denn vieles wird immer noch per Mail verteilt, weil sich Facebook & Co dafür einfach nicht eignen. Soziale Medien sind zu kurzlebig für wichtige Informationen und sie erreichen auch nicht jeden - selbst wer angemeldet ist, bekommt dank undurchsichtiger Algorithmen nicht alles angezeigt, was er sehen möchte.

Ich kann mir vorstellen, dass Papierpost irgendwann ausstirbt, aber ich hoffe, dass die E-Mail nicht durch chatartige Kommunikationsformen ersetzt wird, wie sie im privaten Bereich gerade sehr dominant sind. Die Vorstellung, Nachrichten vom Prüfungsamt auf WhatsApp suchen zu müssen, finde ich nämlich ziemlich gruselig.

  1. Eine Signatur soll digital die Unterschrift ersetzen - nur ich, der eine bestimmte Datei und ein dazu passendes Passwort besitzt, kann eine gültige Signatur mit meinem Namen an eine E-Mail hängen.


Einfach wie E-Mail, so sicher wie Papierpost

Eines dieser Projekte, die ich wirklich nicht ernst nehmen kann: De-Mail. E-Mails, über eine gesicherte Verbindung (nicht Ende-zu-Ende) verschlüsselt übertragen werden. Da stellen sich mir zwei grundlegende Fragen.

Was ist daran neu?

Anmeldeverfahren über gesicherte Verbindungen gibt es schon lange und verschlüsseln kann auch jeder. Jetzt ist es (vielleicht) ein bisschen bequemer geworden, kostet dafür aber teilweise Geld. Auch dieses Konzept ist nicht neu. Behördengänge und anderen wichtigen Kram online erledigen: Das ist keine Erfindung der De-Mail, sondern die lange überfällig Feststellung, dass auch die deutschen Behörden dieses "Internet" kennen lernen sollten. Rechnungen von Firmen werden schon lange online zugestellt, bei vielen Firmen automatisch oder auf Wunsch mit Signatur.

Was ist an der bisherigen E-Mail anders als an Papierpost?

Ganz im Ernst: Mein E-Mail-Postfach hat ein unglaublich sicheres Passwort, mein Briefkasten gar keins. Da ist 'ne Klappe dran, die kann man hochmachen und meine Post rausklauen. Das würde ich nichtmal merken. Geht sogar schon bevor der Postbote die Post aus dem Kasten holt. An meine Mailadresse kann man mir Spam schicken - per Post in den Briefkasten ist das sogar legal (nur nicht so umweltfreundlich). Und Phishing - schonmal jemanden beerdigt? Na? Gesehen, was da für Post kommt und wer plötzlich Geld will? Da ist die Erfolgschance ja sogar viel höher, denn die Aufklärungsrate für Online-Betrug ist hoch, aber was "schwarz auf weiß" kommt, gilt immer noch als seriös.

Und Verschlüsselung gegen Manipulation - was, nur weil die meisten Postbeamten vertrauenswürdig sind, ist das Papiermedium sicherer? Ich habe kürzlich ein amtliches Schreiben bekommen, indem mit Kuli korrigiert wurde, die Stadt muss wirklich arm sein, wenn sie das Dokument nichtmal neu ausdruckt, wenn es Fehler enthält. Das war von Hand verklebt, überhaupt kein Problem, das zu öffnen und zu manipulieren und wieder zu verschließen. Was, ich spinne, das macht doch keiner? Und, wurde schonmal eine deiner Mails manipuliert?

Ich sehe so schon keinen Bedarf für ein solches Produkt. Und dann kommt noch die Deutsche Post mit ihrem Konkurrenten E-Postbrief. Das sind E-Mails, die wie Briefe sind, nur teurer. Eine normale E-Mail (Maximalgröße 20MB) kostet soviel wie ein Standardbrief. Empfangsbestätigung (Einschreiben) kostet 1,60€ extra. Ein absolut irrsinniger Preis, wenn man die FAQ gelesen hat und daher weiß, dass diese Funktion nichts weiter bewirkt, als dass der Empfänger einen weiteren Klick ausführen muss, um die Nachricht zu lesen. Er bestätigt damit die Kenntnisnahme der Nachricht. Die Preise der De-Mail stehen leider immer noch nicht fest, aber der E-Postbrief ist schonmal keinen Cent billiger als die klassische Post.

Ehrlich gesagt fühle ich mich ziemlich verarscht von diesem Konzept. Bei der Telekom, die Anbieter der De-Mail ist, heißt es im Werbe-Flash: "Meine Freunde vertrauen mir per E-Mail. Warum meine Versicherung nicht?" Das ist genau die richtige Frage. Warum nicht? Beziehungsweise: Warum nicht alle? Meine Fotoversicherung zum Beispiel vertraut mir per Mail. Alle Dokumente habe ich online eingereicht. Die Versicherungspapiere habe ich allerdings trotzdem per Post erhalten. Aber wie eingangs erwähnt, sind andere Firmen da schon vollständig digital.

Die einzigen, die noch fehlen, sind die staatlichen Behörden. Und ganz im Ernst: Dass die immer am langsamsten sind und eine Extrawurst brauchen, ist auch nicht neu.



Paket-Update

Inzwischen habe ich übrigens mal Meine Zustellung ausprobiert. Klappt gut, hab rechtzeitig ne SMS bekommen an welchem Tag mein Paket voraussichtlich ankommt. Aufgrund der Kosten (1,49€ pro Nutzung) werde ich aber wohl keine weiteren Services (Zustellung aufschieben) nutzen. Die nächste Postfiliale ist gut zehn Minuten zu Fuß von hier entfernt, die Packstation zwei Minuten und seit kurzem haben wir hier einen neuen Paketboten, der die Benachrichtigungskarten ordentlich ausfüllt, also alles bestens.

Apropos Packstation... ist inzwischen schon drei Wochen her, aber als ich das letzte Mal mehrere Pakete einliefern und abholen wollte, habe ich ein Fach geöffnet bekommen, wo schon ein fremdes Päckchen drin lag... merkwürdige Sache. Hab dann erstmal der Packstation klar gemacht, dass ich das Fach nicht will und mir die Postnummer der Empfängerin des gefundenen Paketes aufgeschrieben. Ein Anruf beim DHL-Kundendienst (kostenlose Nummer und gut funktionierender Rückrufservice statt Warteschleife) sorgte dann dafür, dass sich schleunigst jemand darum kümmert, dass die Empfängerin ihre Sendung abholen kann.

Mutmaßungen des Servicemenschen zufolge ist das Paket versehentlich nicht registriert worden, als der Paketbote es in die Packstation legte. Ich habe einmal gesehen wie das abläuft... da geht alle paar Sekunden ein Fach auf und der Paketbote rotiert davor und ordnet Pakete in Fächer ein und entnimmt Pakete und scannt Barcodes... ich kann mir gut vorstellen dass da mal versehentlich was nicht gescannt, aber trotzdem in ein Fach eingelegt wird.

Der DHL-Servicemensch hat sich jedenfalls über meinen Anruf gefreut. Bleibt zu hoffen, dass sich rechtzeitig jemand um das herrenlose Paket gekümmert hat. Bei der Menge an Sendungen, die ich schon per Packstation erhalten habe, mache ich mir jedenfalls keine Sorgen, dass sowas öfter vorkommt.



Ein Date mit dem Paket

DHL bietet seit dem 1. dieses Monats einen neuen Service namens MeineZustellung an. Damit kann man sich informieren lassen, wann ein per DHL zugestelltes Paket voraussichtlich an der Hausadresse ankommt und es auf Wunsch an einem anderen Tag zustellen lassen. In Zukunft soll es auch möglich sein, das Paket umzuleiten, z.B. an eine Packstation.

Nun nutze ich die Packstation schon seit über drei Jahren und auch wenn die meisten Versandhändler und auch Privatleute inzwischen darauf hinweisen, ob an Packstationen geliefert werden kann, kommt es doch vor, dass ich nicht weiß, womit geliefert wird, und daher darauf angewiesen bin an meine Hausadresse liefern zu lassen - denn UPS kann mit der Packstation nichts anfangen. Oder, anderes Beispiel, manche Shops erlauben bei Erstbestellung keine abweichende Lieferadresse, und meine Rechnungsanschrift soll ja nicht die Packstation sein.

Der neue Service käme mir also sehr gelegen, wegen der in Aussicht stehenden Umleitung und, wenn das Semester wieder anfängt, auch wegen der Möglichkeit an einem anderen Tag zustellen zu lassen, denn ich weiß zwar, wann der Paketbote immer hier ist, bin aber natürlich nicht immer da. So sitze ich nun hier und versuche mich für diesen Dienst freischalten zu lassen. Auf der Website ist die Rede von einer notwendigen Registrierung, einem Willkommenspaket und einer automatischen Freischaltung für bestehende Packstationskunden. Prima, dachte ich, registrierst du dich und kannst es dann sofort nutzen ohne warten zu müssen.

Bei der Registrierung wird dann erstmal darauf hingewiesen, dass man auch ja exakt die Daten angeben soll, die auf dem Perso stehen. Ich also schön str. zu straße gemacht.

Ihre Eingabe wurde automatisch korrigiert. Steinmetzstr.

Äh? Nochmal zu -straße geändert, diesmal akzeptiert das System die Adresse. Weiter mit den Kontaktdaten.

Diese E-Mail-Adresse ist bereits registriert.

Ach, heißt "automatisch freigeschaltet" also "automatisch registriert", na gut. Das Passwort für meinen Internetzugang habe ich natürlich vergessen, schließlich habe ich es nach dem letzten Zurücksetzen nicht geändert und an das letzte Zufallspasswort erinnere ich mich natürlich nicht. Die Zufallspasswörter sind jetzt auch viel länger, fällt mir auf. Ach, ich hatte es nicht geändert, weil es maximal 13 Zeichen haben darf, wie sinnvoll. Tja, muss ich es halt jedes Mal zurücksetzen, mein Passwort ist länger.

Auf den neuen Dienst MeineZustellung findet sich im Kundenbereich allerdings kein Hinweis. Na dann... dann werde ich bei der nächsten Sendung einfach mal meine Hausadresse plus meine Packstations-Kundennummer angeben und gucken was passiert. Bis dahin dämpfe ich mal meine Freude und lese die Internetseite genau - eben entdeckte ich, dass das Verschieben des Zustelltages ein "Zusatzservice" ist und 1,49€ pro Paket kostet. Da verlass ich mich dann doch lieber darauf, dass der Paketbote das Paket bei den Nachbarn abgibt...



Packstationen laufen mit Windows

Auf dass die Post diesen Bug fixt, bevor es zuviele Leute lesen...

Wie man eine Packstation zum Absturz bringt

  1. Login anwählen
  2. Ohne Karte anmelden
  3. Porto kaufen auswählen
  4. Portokauf sofort wieder abbrechen
  5. Portokauf erneut anwählen

Frohes neues Jahr!

packstation_phishing_mail_fail_mailadresse_falsch_und_auch_ansonsten_rofl.png

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Anmerkung: Die Adresse, an die diese recht plumpe Spam-Mail gesendet wurde, existierte damals schon nicht mehr. Hab ich beim Aufräumen des Catch-All gefunden. :D



Doppelt hält besser?!

Jetzt bin ich doch arg verwirrt. Vertrauen in die Deutsche Post bzw. DHL habe ich ja schon eine ganze Weile nicht mehr. Schon vor meinem Umzug sind Sendungen verloren gegangen oder wurden aus mysteriösen Gründen nicht zugestellt und landeten im Nachforschungszentrum. Hier in dem Haus, in dem ich jetzt wohne, werden Sendungen, die mit der Post zugestellt werden, ohnehin wild im Hausflur verteilt. Mal steht was im Erdgeschoss, mal steht was auf ner Treppe, mal wurde die Sendung wieder mitgenommen und ein Zettel in den Hausflur geworfen, vorzugsweise ohne Hinweis auf die Art der Sendung oder den Verbleib (Filiale - welche? oder Packstation).

Die Story von heute ist noch etwas besser. Ich hatte bei Amazon bestellt und wusste nicht, dass die Ware aus England kommt. Macht aber nix, denn normalerweise geht das ziemlich flott, ich habe schon oft bewusst in England bestellt bzw. auf Amazon Deutschland bei Händlern mit Sitz auf der Insel. Nach zwei Wochen war aber immer noch nichts gekommen und ich mutmaßte schon, dass es an der Packstation lag, und schrieb dem Verkäufer. Der schickte dann etwas später nochmal eine Sendung los, diesmal an meine Hausadresse.

Das erste Paket wurde vor drei Wochen losgeschickt, das zweite vor einer. Heute erhielt ich eine SMS von der Packstation, dass eine Sendung für mich da sei, und ich überlegte, ob es wohl das bestellte Buch sei oder doch noch die Sendung aus England. Auf dem Weg sah ich schon das Päckchen in meinem Briefkasten, die Sendung aus England war mit dem zweiten Versuch angekommen1, also müsste in der Packstation das Buch liegen. Dort angekommen die Überraschung: Die erste Sendung aus England!

Wie schafft es die Post / DHL bitte, zwei gleiche Sendungen, die mit einem Abstand von zwei Wochen verschickt werden, am selben Tag zuzustellen? Der wirtschaftliche Schaden hält sich stark in Grenzen, aber dennoch, ich find's merkwürdig... was passiert da im Hintergrund? Oo

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1 Falls sich jemand wundert: Ich konnte an der Form der Verpackung klar erkennen was es ist.



Swiss Post Box - Elektronischer Briefkasten scannt Papierpost

[Trigami-Review]1

So, in den letzten drei Wochen hatte ich also Gelegenheit mit einem Produkt der Schweizer Post Bekanntschaft zu machen. Die Swiss Post Box ist das Gegenstück zur aktuellen Aktion der Deutschen Post - statt Mails auszudrucken und auf Papier zu verschicken kann man hier Dokumente scannen lassen und diese dann per Mail erhalten. Ein elektronischer Briefkasten. Klingt nach einer interessanten Idee, leider hatte ich nur eben diese drei Wochen zum Testen, mehr Zeit gab man mir nicht.1

Post einscannen könnte eine simple Sache sein... bei der Post Schweiz hat man sich gut überlegt, wie simpel es wirklich ist, und wieviel Geld die ganzen Leistungen wert sind. Das Produktvideo zeigt das ein oder andere Feature... ich zeige mal die Praxis. Im Groben funktioniert es so, dass die Post an eine feste Adresse geschickt wird (was ja an sich ganz nett ist, zieht man um, ändert sich die Adresse nicht), dort wird der Umschlag gescannt und dann auf Wunsch geöffnet und der Inhalt gescannt, weggeworfen oder ungeöffnet an eine hinterlegte echte Adresse weitergeleitet. Das scheitert oft schon daran, dass man eine Postboxnummer angeben muss, so dass (wie leider auch bei der Packstation der Deutschen Post) der Dienst manchmal mangels Adressfeld gar nicht genutzt werden kann. Die Deutsche Post löst das so, dass sie erlauben, die Postnummer mit in eine andere Zeile zu schreiben, wie die Schweizer Post das handhabt, weiß ich nicht.

Logo der schweizer postAm 17.8. habe ich meine Bewerbung abgeschickt, am 18.8. wurde ich angenommen und am 21.8. fragte ich mich, wo eigentlich der Gutscheincode blieb, mit dem ich mich kostenlos registrieren können sollte. Schließlich kostet das Abo, was ich testen sollte, normalerweise 30CHF im Monat. Das kostenlose Abo beinhaltet kein Inklusivvolumen für Umschlagscans, jeder Scan kostet dann 1.15CHF. Außerdem sind die Gebühren für den Nachversand an eine echte Adresse höher.

Am 24.8. (inzwischen sind schon 5 der 21 Tage, die ich zum Test habe, vergangen) tauchte der Gutscheincode in den Kampagneninformationen auf und etwas später kam auch eine Mail die darauf hinwies. Ich registrierte mich also, der Code wurde akzeptiert, von dem in der Kampagne angekündigten Erlass der Setupgebühren (25CHF) war erstmal keine Rede. Das Sicherheitsverfahren meiner Kreditkarte (zur zusätzlichen Verifizierung des Inhabers) wird nicht unterstützt. Am 27.8. erhielt ich dann endlich das Willkommenspaket mit dem PostIdent-Formular, welches erforderlich ist, damit die Schweizer Post meine Post annehmen darf. Am 31.8. hatte ich dann auch mal Gelegenheit zur Post zu gehen und das Formular abzuschicken. Die Mitarbeiterin fand es noch merkwürdiger als, dass die Schweizer Post eine deutsche Identifikation haben möchte, und wusste auch nicht so recht was sie tun sollte, denn normalerweise gehört zum PostIdent-Verfahren ein vorfrankierter Umschlag, in dem das Formular zurückgeschickt wird. Wir haben uns dann dafür entschieden, das PostIdent-Dings mit in den Umschlag mit den allgemeinen Informationen, die ich noch unterschreiben musste, zu stecken, das kostete mich 3,40€ (Versand in Nicht-EU-Ausland). Nochmal Gebühren, die mir laut Kampagnenausschreibung erstattet werden sollen. Es sind 12 Tage vergangen und ich habe noch nicht einmal Gelegenheit gehabt das Produkt zu testen.

6.9., Christian Gredig bestellt noch mehr Gerümpel beim Bundestag, da bisher kein Lebenszeichen aus der Schweiz bzw. aus Bamberg, der Adresse meiner Wahl, kam. 10.9., der helle Wahnsinn, die am 8.9. abgeschickte Sendung ist angekommen. Man bekommt dann ne Mail mit Verweis auf die Loginseite, die Postübersicht sieht dann so aus (am besten großklicken, Picasa):

swisspostbox-screen2swisspostbox-screen1

Tja, einen Tag vor Ablauf der Frist hat's dann doch noch geklappt, dass ich eine Sendung erhalten habe. Vielen Dank für den großzügigen Zeitraum und die schnelle Abwicklung. -.- Jetzt sitze ich also hier und blogge und kann gar nicht viel zu den konkreten Leistungen sagen... aber2:

  • Dieser Dienst ist so teuer, dass ich ihn ohnehin nicht nutzen würde. Ich weiß ja nicht, welche ihrer Zielgruppen die ernsthaft erreichen wollen - aber ich würde jetzt normalerweise als Nicht-Tester 30CHF im Monat zahlen (z.Zt. gut 23€) und das einzige, was kostenlos wäre, wären die ersten 100 Umschlagscans ohne Öffnen und das Wegwerfen oder Shreddern der Post. Jedesmal, wenn ich meine Post sehen will, kostet mich das entweder 1,95CHF für das Scannen oder 3CHF PLUS Porto für's Nachsenden.
  • Es dauert einen Tag länger als normal, bis ich überhaupt erfahre, dass ich Post bekommen habe.
  • Der Knaller: Man wirbt mich damit, ich könne mobil z.B. meine Geschäftspost empfangen - und dann erlaubt sich der Dienstanbieter, bis zu drei Tage (!) für das Scannen zu brauchen.

Mag ja sein, dass das alles ganz gut funktioniert, der Scan des Umschlags sah ganz ordentlich aus, aber unter den Bedingungen wäre es ja billiger und schneller, wenn ich alle zwei Tage meine Geschäftsreise unterbreche, nach hause jette und die Post selbst öffne... so nicht, Leute. Das ist nicht innovativ, toll und eine Vereinfachung meines Lebens. DEN Aufwand ist es mir nicht wert, alle paar Jahre wenn ich mal umziehe niemandem meine neue Adresse mitteilen zu müssen. So reich bin ich nicht. So viel Geld möchte sicher auch nicht jeder Geschäftsmann zum Fenster rauswerfen. Und iPhone-App hin oder her, das macht auch nur den einen Klick "bitte scannen" oder "bitte wegwerfen" schneller, nicht das scannen. Ein Hohn:

Jetzt zur Swiss Post Box1

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1 Weitere Informationen zum Thema: Konzertheld.de und Trigami

2 Ich glaub, meine alte Biolehrerin hat mich beeinflusst, ich stelle ständig Dinge in Listen dar, die nur Sätze listen ohne sie aneinanderzureihen. Hieß damals "Flussdiagramm" und wurde beschrieben als "Eigentlich sind es Stichpunkte, aber man macht n Pfeil dran und dann sieht es besser aus." ^^

Nachtrag 13.09.2010 15:30: Ich hatte der Swiss Post eine Kündigung zum Monatsende geschickt. Heute erhielt ich gleich drei Nachrichten: Meine Sendung wurde gescannt, meine Kündigung ist eingegangen und mein Account wurde heute geschlossen. Was verstehen die bitte unter Monatsende? Jetzt kann ich nichtmal mehr den Scan der Sendung ansehen, die dort eingegangen ist...



Post von der Post V

Nachdem heute mal wieder ein Postoffice-Katalog kam, hab ich nochmal dort angerufen. Es verhält sich wohl tatsächlich wie folgt: Die Firma, die die Werbung für die Post verschickt, hat sich Ende letzten Jahres geändert (die alte war unzuverlässig und die neue wurde beauftragt). Mein Wunsch nach Werbestopp ist daher beim Wechsel untergegangen und wurde bei meinem letzten Anruf neu aufgenommen. Danach dauert es aber noch 3-4 Ausgaben des Katalogs, bis ich nichts mehr bekomme. Ich bin gespannt, spätestens im Mai dürfte ich dann nichts mehr bekommen.

Nachtrag: Das automatische Zitat auf meiner Startseite war nach Veröffentlichung dieses Artikels auch sehr passend...

Like almost everyone who uses e-mail, I receive a ton of spam every day. Much of it offers to help me get out of debt or get rich quick. It would be funny if it weren't so irritating.
Bill Gates 2003