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Was ich an moderner Kommunikation mag und was nicht

sonnenuntergang_3freunde.jpgModerne Medien sind inzwischen gar nicht mehr so modern und verändern den Alltag nicht nur von jungen Menschen, sondern zunehmend auch den der älteren Generation. Vor allem die erweiterten Möglichkeiten der Kommunikation sind durch günstige DSL-Flatrates und bezahlbare Tarife für mobiles Internet bei nahezu jedem angekommen.

Das ist zunächst einmal eine wunderbare Sache. Ich lerne viele Menschen kennen und habe inzwischen Kontakte, die mir wichtig sind, in Ungarn, Tschechien, Schweden, England, Island und den USA. Könnte ich diese Menschen nur per Post oder Telefonferngespräch erreichen, wäre es sehr kostspielig, den Kontakt zu halten. Mit E-Mails ist schon vieles einfacher, aber dank Facebook und WhatsApp bekomme ich sehr schnell sehr viel aus dem Leben meiner Freunde mit und kann sie noch schneller erreichen, auch wenn ich unterwegs bin - und unterwegs habe ich tendenziell am meisten Zeit dafür.

Einige Aspekte sind allerdings sehr nervig. So ermöglichen die großen sozialen Netzwerke nicht nur den Spionagebehörden, sondern auch den Nutzern allerlei Kontrolle. Ich weiß stets, wer meine Facebook-Nachrichten wann gelesen hat (außer wenn die Funktion mal wieder nicht korrekt funktioniert, was ich aber dann nicht weiß). Auch meine Freunde sehen immer, wann ich ihre Nachrichten gelesen habe und wieviel später ich dann geantwortet habe. Letzteres lässt sich bei WhatsApp abschalten, man verzichtet dann aber auch automatisch auf die entsprechende Information über die Gegenseite. Nicht wenige mit angekratztem Ego oder wenig Vertrauen werden da paranoid und machen sich schnell Gedanken, wieso denn nun gerade mal keine Antwort kommt. Das ist schade, denn meistens gibt es gar keinen relevanten Grund.

Außerdem ist es auch absolut ok, mal ein paar Tage Schweigen stehen zu lassen. Online-Kommunikation ist immer kontinuierlich, es gibt kein Ende, Begrüßung und Verabschiedung werden nur noch selten verwendet. Da wirkt es merkwürdig, nicht zu kommunizieren - aber im Offline-Leben wäre das völlig normal. Nicht ok ist es hingegen, nur sehr unregelmäßig überhaupt zu antworten und immer darauf zu warten, dass sich der Gesprächspartner wieder meldet. Das ist wie angerufen werden, aber oft nicht dran gehen und nie zurück rufen - einfach unhöflich.

Manchmal ist auch einfach alles gesagt. Die schönste Form der Kommunikation ist immer noch das persönliche Treffen. Und manchmal gibt es diesen Moment, in dem man einfach nur noch da sitzt und schweigt und alles ist gut. Dann kann Stille sogar sehr schön sein. Voraussetzung ist, keiner der Anwesenden leidet unter dem Phänomen des "Ruhe nicht ertragen können" - denn ein stiller Moment der Freundschaft (oder auch einfach nur ein gutes persönliches Gespräch) wird durch das Zücken des Smartphones effektiv zerstört.

Am Besten gefällt mir digitale Kommunikation, wenn sie so genutzt wird wie "analoge", direkte Kommunikation. Wenn ich mit Freunden auf Facebook mal kurzen, schnellen Austausch habe und mal lange Nachrichten mit tiefgründigem Inhalt schreibe. Wenn Telefonieren immer noch eine Option ist und das Handy bei persönlichen Treffen stumm bleibt. Soziale Medien können Menschen näher zusammen bringen. Sorgt dafür, dass sie uns nicht weiter auseinander drängen.

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Foto von rabiem22 auf Flickr unter CC BY 2.0



Irre Windungen

Eine Diskussion im Chat rund um Sprache führte auf die Website wiederwider.de und von dort als Idee auf alswie.de, die inzwischen offline ist und deren Betreiber das Helden-Forum designt haben, das inzwischen wieder online ist, um den ganzen Wir Sind Helden-Fans Gelegenheit zu geben, die dritte Laufbahn von Judith Holofernes zu diskutieren.

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Der Kyffhäuserkreis ist ein Landkreis in Thüringen. Das Kennzeichen KYF war mir kurz nach meinem Einzug hier auf der Straße aufgefallen. Nun war gerade HOME-Seminar und wir fuhren auf dem Weg dorthin durch diesen Landkreis. Kurz darauf zitiert die Kampagne Alkohol - Kenn dein Limit auf Facebook aus den dortigen Nachrichten...

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Am meisten vermisse ich in Sachsen die Anhäufung von Großstädten, die das Ruhrgebiet einzigartig macht. Die nächste Großstadt von Chemnitz aus ist Leipzig - eine Stunde entfernt. Im dortigen Tatort spielt Simone Thomalla (noch) eine Hauptrolle. Die war mal mit Rudi Assauer zusammen, der mal Manager des FC Schalke 04 war, dem Fußballverein meiner Heimatstadt Gelsenkirchen. Rudi Assauer wiederum hat mal da gewohnt, wo ich früher aus der Bahn ausgestiegen bin, um zur Schule zu gehen.



Musik-Story 8/2013

Weil heute Musikvorstellungs-Tag ist und ich im August nix nennenswertes kennen gelernt habe (außer vielleicht Ratatat) und die wiederentdeckten 90er schon in einem anderen Post sind, hier noch eine kleine Geschichte um Paris.

Als ich noch öfter als Stagehand gearbeitet habe, gab es dort öfter die Gelegenheit, neue Musik zu entdecken. Wir haben mit Firmen aus verschiedenen Ländern zusammen gearbeitet - Holland, Belgien, Sachsen Frankreich, England, USA. Entsprechend haben die Techniker immer ganz anderes Zeug zum Soundcheck mitgebracht. Irgendwann fragte ich also mal wieder nach, was denn da gerade läuft, der Mensch wusste aber nichts über den Song, außer dass er Paris heißt.

Das Internet kennt aber ja zum Glück alles und so wühlte ich mich durch ca. 100 Titel namens "Paris" auf Spotify, nur um dann festzustellen, dass es sich um den "Aeroplane Remix" eines Songs von den Friendly Fires handelt. So landeten gleich drei Titel in meiner Sammlung - der Remix vom Soundcheck, das Original und ein weiteres Lied namens "Paris" von Geographer, das ebenfalls allseits bekannt ist. Witzigerweise gab's den Remix dann später bei Amazon als Free Download.

Das Internet wusste übrigens auch, welchen Song ich heute fünf Sekunden lang hörte, als ein Auto unter meinem Fenster vorbei fuhr. Irgendwas französisches aus den 90ern, mein Französisch ist nach wie vor lausig und irgendwelches Kauderwelsch eingeben brachte nichts, aber in einer der unzähligen "The 10 XYZ songs of the 1990s" wurde ich dann fündig und erkannte den Namen sofort wieder: Désenchantée von Mylène Farmer, in den Neunzigern bekannt geworden durch Kate Ryan (die auch sonst ungefähr alles gecovert und auf Vier-Viertel-Basstakte gemünzt hat). Désenchantée ist bei Spotify sogar ihr meistgehörter Titel - auf dem Weg hätte man das also auch herausfinden können...

Und wo wir schon bei den 90ern sind - wer erkennt den 90er-Verweis in Aber sicher von Sondaschule (Schnipsel reicht)? ;)



Tschüss, Google!

Von den vielen aktuellen Änderungen bei Google dürfte die Abschaltung von Reader zum 1.7. wohl für das meiste Aufsehen gesorgt haben. Es ist nur konsequent, dass ein kapitalistisch orientiertes Unternehmen wie Google einen Dienst abschaltet, der ihnen nichts als Arbeit einbringt. Aber da Google sich durch das stets kostenlose Anbieten aller seiner Dienste und vergleichsweise akzeptable Datenschutzbedingungen normalerweise nicht besonders kapitalistisch darstellt, kommt das Einstampfen eines so populären Dienstes dennoch überraschend.

Dass man mit Google nun keine RSS- und Atomfeeds mehr lesen kann, ist aber ja nicht die einzige Neuerung. Auch die Unterstützung für iCal zum Abruf der Google-Kalender wurde abgeschafft, zusammen mit weiteren Protokollen zur Synchronisation von Terminen und Kontakten. Und mit den neuen Hangouts wird auch die Unterstützung für XMPP entfernt, so dass Jabber1-Nutzer bald nicht mehr mit GTalk-Nutzern kommunizieren können.

Das moderne, offene Standards fördernde Google fördert offene Standards also gar nicht mehr so gerne, wenn es nichts davon hat. Auch das sollte uns nicht überraschen, aber es sollte uns Konsequenzen ziehen lassen. Ich fordere nicht, dass wir uns nun von allen Google-Diensten abkehren - das habe ich kurz in Erwägung gezogen, aber wieder verworfen. Es wäre zum Beispiel albern, meinen Youtube-Account zu löschen - es schadet nicht, einen zu haben, und sollte Google Youtube abstoßen (was extrem unwahrscheinlich ist), würde ich auch nicht weinen.

Ein Plan B muss aber her. Als erstes für Reader, denn die Abschaltung dieses Dienstes erfolgt in greifbar naher Zukunft und auf das automatische Abrufen tausender Feeds kann ich nicht verzichten, denn es bringt mir eine massive Zeitersparnis. Und da ich eh nie so besonders glücklich mit dem Design war, bastle ich nun ein Habari-Plugin, mit dem ich meine Feeds mit meiner bevorzugten Blogging-Engine lesen kann.

Und wo wir gerade beim Design sind... auch das neue Google-Design passt mir nicht. GMail ist nun besonders spartanisch, alle anderen muss man erstmal bändigen, damit sie nicht unfassbar viel Platz verschwenden. Große Symbole, wenig Text und viel Whitespace scheint eh ein aktueller Trend zu sein, der mir gar nicht gefällt - deshalb nutze ich auch Outlook.com nicht.

Abgesehen vom Design war GMail ausgesprochen praktisch, doch irgendwann erreichte ich das Limit an Fremdmail-Accounts, die man abrufen konnte. Etwa zeitgleich zog ich meine Websites auf einen eigenen Server um und so nahm ich die Mails gleich mit.

Doof ist nur, dass man an Google-Kontakte nur über GMail kommt. Folgerichtig müssten die also auch woanders hin - nun arbeite ich also gerade daran, OwnCloud auf meinem Server einzurichten. So richtig läuft das aber noch nicht... es wird sich zeigen, was daraus noch wird. Jedenfalls habe ich nun für die wichtigsten Dinge, die ich im täglichen Internetgebrauch so nutze, die Sicherheit, dass sie nicht plötzlich verschwinden - und obendrein habe ich auch wieder mehr Kontrolle über und Einblick in die Verwendung meiner Daten.

Fehlt noch die Befreiung von Facebook - während Google+ wegen nach wie vor mäßig überzeugender Funktionalität ja eher vor sich hin dümpelt, sind dem Zuckerberg-Clan ja blöderweise schon fast alle beigetreten...

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  1. Eine Alternative zu ICQ, die im Gegensatz zu diesem quelloffen ist


Einfach wie E-Mail, so sicher wie Papierpost

Eines dieser Projekte, die ich wirklich nicht ernst nehmen kann: De-Mail. E-Mails, über eine gesicherte Verbindung (nicht Ende-zu-Ende) verschlüsselt übertragen werden. Da stellen sich mir zwei grundlegende Fragen.

Was ist daran neu?

Anmeldeverfahren über gesicherte Verbindungen gibt es schon lange und verschlüsseln kann auch jeder. Jetzt ist es (vielleicht) ein bisschen bequemer geworden, kostet dafür aber teilweise Geld. Auch dieses Konzept ist nicht neu. Behördengänge und anderen wichtigen Kram online erledigen: Das ist keine Erfindung der De-Mail, sondern die lange überfällig Feststellung, dass auch die deutschen Behörden dieses "Internet" kennen lernen sollten. Rechnungen von Firmen werden schon lange online zugestellt, bei vielen Firmen automatisch oder auf Wunsch mit Signatur.

Was ist an der bisherigen E-Mail anders als an Papierpost?

Ganz im Ernst: Mein E-Mail-Postfach hat ein unglaublich sicheres Passwort, mein Briefkasten gar keins. Da ist 'ne Klappe dran, die kann man hochmachen und meine Post rausklauen. Das würde ich nichtmal merken. Geht sogar schon bevor der Postbote die Post aus dem Kasten holt. An meine Mailadresse kann man mir Spam schicken - per Post in den Briefkasten ist das sogar legal (nur nicht so umweltfreundlich). Und Phishing - schonmal jemanden beerdigt? Na? Gesehen, was da für Post kommt und wer plötzlich Geld will? Da ist die Erfolgschance ja sogar viel höher, denn die Aufklärungsrate für Online-Betrug ist hoch, aber was "schwarz auf weiß" kommt, gilt immer noch als seriös.

Und Verschlüsselung gegen Manipulation - was, nur weil die meisten Postbeamten vertrauenswürdig sind, ist das Papiermedium sicherer? Ich habe kürzlich ein amtliches Schreiben bekommen, indem mit Kuli korrigiert wurde, die Stadt muss wirklich arm sein, wenn sie das Dokument nichtmal neu ausdruckt, wenn es Fehler enthält. Das war von Hand verklebt, überhaupt kein Problem, das zu öffnen und zu manipulieren und wieder zu verschließen. Was, ich spinne, das macht doch keiner? Und, wurde schonmal eine deiner Mails manipuliert?

Ich sehe so schon keinen Bedarf für ein solches Produkt. Und dann kommt noch die Deutsche Post mit ihrem Konkurrenten E-Postbrief. Das sind E-Mails, die wie Briefe sind, nur teurer. Eine normale E-Mail (Maximalgröße 20MB) kostet soviel wie ein Standardbrief. Empfangsbestätigung (Einschreiben) kostet 1,60€ extra. Ein absolut irrsinniger Preis, wenn man die FAQ gelesen hat und daher weiß, dass diese Funktion nichts weiter bewirkt, als dass der Empfänger einen weiteren Klick ausführen muss, um die Nachricht zu lesen. Er bestätigt damit die Kenntnisnahme der Nachricht. Die Preise der De-Mail stehen leider immer noch nicht fest, aber der E-Postbrief ist schonmal keinen Cent billiger als die klassische Post.

Ehrlich gesagt fühle ich mich ziemlich verarscht von diesem Konzept. Bei der Telekom, die Anbieter der De-Mail ist, heißt es im Werbe-Flash: "Meine Freunde vertrauen mir per E-Mail. Warum meine Versicherung nicht?" Das ist genau die richtige Frage. Warum nicht? Beziehungsweise: Warum nicht alle? Meine Fotoversicherung zum Beispiel vertraut mir per Mail. Alle Dokumente habe ich online eingereicht. Die Versicherungspapiere habe ich allerdings trotzdem per Post erhalten. Aber wie eingangs erwähnt, sind andere Firmen da schon vollständig digital.

Die einzigen, die noch fehlen, sind die staatlichen Behörden. Und ganz im Ernst: Dass die immer am langsamsten sind und eine Extrawurst brauchen, ist auch nicht neu.



Vielen Dank, Mfg, Dr. Laszlo Szandor!

Vor mittlerweile schon einigen Wochen bin ich wohl das erste Mal an einen waschechten Internetbetrüger geraten. Mein altes Netbook stand bei Ebay Kleinanzeigen zum Verkauf und einige Tage nachdem ich es eingestellt hatte kam eine E-Mail von jemandem, der sich Laszlo nannte, er hätte Interesse und ob die Anzeige noch aktuell.

Auf meine Antwort(en) kam dann erstmal nichts, was drei Tage später mit Spamproblemen erklärt wurde:

Hallo,
Tut mir leid für meine späte Antwort, aber ich habe gerade Ihre Antwort durch ebay in meinem Spam-Ordner gesehen und dort finde ich ihre email nicht...
Bitte schreiben Sie mir von Ihre E-Mail an meine persönliche E-Mail: drls9991@gmail.com
Ich bin immer noch sehr interessiert, und wenn du sie noch kann ich sofort bezahlen.
Vielen Dank!

Inzwischen stand das Westbundseminar vor der Tür, also informierte ich ihn darüber und bat um Anruf, um Versand und Zahlung zu klären. Daraufhin offenbarte er mir mit folgender schon ziemlich seltsamer Mail, dass er in London sitzt:

Ich werde es kaufen, Preis wäre kein Problem , aber ich lebe in London , und Sie müssen es mit DHL oder Fedex schicken,(EXPRESS wenn möglich) ich würde natürlich im Voraus zahlen,(auch für die lieferung).
Es gibt viele Betrüger und Ich möchte die sicherste Zahlungsmethode benutzen: PayPal. Millionen benutzen es jeden Tag online, und solange Sie es senden und eine Tracking-Nummer haben sind wir beide sicher: Ich erhalte mein Paket, und Sie haben Ihr Geld.
Wenn Sie es zu verkaufen möchten bitte schicken Sie mir ihre Paypal email und ihren Preis inkl. Lieferung nach London und PayPal-Gebühren: 4% .
Vielen Dank,

Mfg,
DR.LASZLO SZANDOR !

PS: Ein PayPal-Konto können Sie in 5 min. eröffnen Wenn Sie keinen haben, kostenlos. Und übrigens, da dies ein Privatverkauf ist, brauche ich keine Gewährleistung oder Garantie und keine Rücklauf.

Man beachte, wie sehr er betont, dass für mich alles ganz einfach und toll und ohne Umstände und Risiken ablaufen wird und dass er inzwischen einen Doktortitel hat... aber man ist ja merkwürdige Käufer gewohnt und außerdem hatte ich den Preis erstmal recht hoch angesetzt, also bitte, warum nicht. Ich mailte ihm die Kosten und meinen Paypal-Account. Daraufhin fraß mein Google Mail eine offensichtlich gefälschte, angeblich von Paypal, aber tatsächlich von private-zahlung@mail.com kommende Mail, in der es hieß, ich hätte eine private Zahlung erhalten und würde das Geld gutgeschrieben bekommen sobald die Ware beim Käufer ist. "Dr. Laszlo Szandor" mailte mir ebenfalls nochmal diese Mail mit einigem Blabla drumherum. Auf Paypal nachgesehen: Natürlich keine Zahlung angekommen, eine Funktion "private Zahlung" gibt es nicht und überhaupt, über die Funktion "Zahlung anfordern" erhielt ich die Info, dass der angebliche Käufer überhaupt kein Paypal-Konto hat.

Danach endete die Aktion sehr plötzlich. Ich schrieb noch eine Mail, dass kein Geld angekommen sei, um zu sehen, wie er reagiert; darauf mailte Google mir zurück, dass die Zustellung nicht möglich sei - "account disabled". Nachfolgende Recherchen ergaben dann, dass auch andere nicht auf diese Masche reingefallen waren. Merkwürdige Sache... aber damit ist es vermutlich wie mit Phishing-Mails, bei denen ich mich auch immer frage, wie man auf sowas hereinfallen kann.



VPN einrichten unter Windows 7

Aufgrund der Beliebtheit hier meine Schnellanleitung auch nochmal speziell für Windows 7 Professional. Bei der Home-Version weichen eventuell Bezeichnungen ab. Beim Server hat sich nichts geändert im Vergleich zu Vista.

Einrichten eines VPN unter Windows 7 - Server

  1. Systemsteuerung -> Netzwerk- und Freigabecenter -> Netzwerkverbindungen verwalten
  2. Menü "Datei" -> Neue eingehende Verbindung (ggf. mit Alt einblenden)
  3. Benutzerkonten einrichten oder auswählen, die das VPN nutzen dürfen sollen -> Weiter
  4. Wie stellen die Benutzer eine Verbindung her? Über das Internet. -> Weiter
  5. Wichtig: TCP/IP Version 4 auswählen -> Eigenschaften -> Haken setzen bei "Anrufern den Zugriff auf das lokale Netzwerk gestatten" -> "IP-Adressen angeben" auswählen -> Einen IP-Bereich angeben (bei einem Netzwerk mit DHCP in einem nicht genutzen Bereich des DHCP1) -> OK -> Zugriff zulassen
  6. Warten -> Schließen -> Fertig

Einrichten eines VPN unter Windows 7 - Client

  1. Systemsteuerung -> Netzwerk- und Freigabecenter -> Neue Verbindung oder neues Netzwerk einrichten
  2. Verbindung mit dem Arbeitsplatz herstellen -> Nein, eine neue Verbindung erstellen (Schritt entfällt manchmal) -> Die Internetverbindung (VPN) verwenden
  3. Adresse eingeben, einen Namen ausdenken, Haken setzen bei "Jetzt nicht verbinden, nur für spätere Verwendung einrichten" -> Weiter
  4. Zugangsdaten eingeben -> Erstellen -> Warten -> Schließen
  5. Systemsteuerung -> Netzwerk- und Freigabecenter -> Netzwerkverbindungen verwalten
  6. Eigenschaften der VPN-Verbindung öffnen (evtl. F5 drücken, damit die Verbindung erscheint)
  7. Tab "Netzwerk" -> Eigenschaften von TCP/IP 4 -> Erweitert -> Tab "IP-Einstellungen" -> Haken entfernen bei "Standardgateway für das Remotenetzwerk verwenden" -> Alle Fenster mit OK schließen -> fertig. (Doppelklick auf die Verbindung öffnet das Verbindungsfenster, evtl. muss das Kennwort erneut eingegeben werden.)

Wichtig ist dabei, dass beim Server Schritt 5 UND beim Client Schritt 7 ausgeführt wird, sonst kommt es zu Problemen mit dem Zugriff auf die anderen Rechner im Netzwerk des VPN-Servers oder zu Problemen mit dem Internet des Clients und/oder des Servers!

Wenn die Verbindung sehr langsam aufgebaut wird, deutet das darauf hin, dass der Schritt mit dem Gateway ausgelassen wurde. Generell gilt aber: Warten, bis eine Fehlermeldung erscheint, manchmal dauert es einfach lange, also nicht ungeduldig abbrechen und anfangen nach Fehlern zu suchen bevor einer gemeldet wurde.

Das Fenster, was nach der Einstufung des Netzwerkes fragt, erscheint in Windows 7 nach einem mir nicht ersichtlichen Muster. Da sollte aber sowieso jeder wissen, was er für sein VPN will.

Bei Fragen einfach einen Kommentar schreiben.

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  1. Wenn die IP-Adresse eures Computers z.B. 192.168.178.21 ist wie bei der fritz.box, nehmt hier als Bereich z.B. 192.168.178.200 - 192.168.178.210.


Warum Google+ kein Facebook-Klon ist

Im letzten Beitrag bin ich ja schon darauf eingegangen, dass bei Google+ einiges anders ist als bei Facebook. DIe auffälligste Änderung sind wohl die Circles / Kreise, die nur wenig mit dem bekannten Freundesystem zu tun haben. Dazu kommt, dass Google für verschiedene Dinge auf eigene Dienste zurückgreifen kann, vor allem Picasa für Fotos, Youtube für Videos und Google Mail für Mails.

Eine weitere Änderung ist, dass es keine Pinnwände gibt. Die Pinnwand ist von der Privatsphäre her etwas seltsam - man adressiert etwas direkt an eine Person, aber trotzdem können es viele Personen sehen. Bei Facebook zum Beispiel sehen alle meine Freunde, was ich an Pinnwände anderer Leute schreibe. Außerdem sehen deren Freunde, was ich dort geschrieben habe, auch wenn es gar nicht meine Freunde sind. Bei Google+ ist das durchsichtiger: Man kann Inhalte mit einzelnen Personen teilen - dann ist es auch an diese Person adressiert, aber niemand anders sieht das. Ist es erwünscht, dass auch andere Personen das sehen, kann man diese hinzufügen. Ein eigener Kreis muss dafür nicht erstellt werden.

Google verfolgt ein anderes Konzept als Facebook, wenn es um das Bewerten von Inhalten geht. Bei Facebook klickt man "gefällt mir". Das ist mittlerweile so verbreitet, dass ich schon in Schuhhandlungen Schuhe mit riesigem Daumen gesehen habe, die deshalb im Laden sind, weil sie auf Facebook vielen Leuten gefallen. Bei Google hingegen gibt man +1. Das gebraucht sich nicht halb so massiv wie "gefällt mir", finde ich jedenfalls. Liegt vielleicht auch daran, dass es noch nicht so verbreitet ist wie Facebooks Variante. Was mir fehlt, ist ein Verb dafür. "Pluseinsen" ist irgendwie nicht so meins. Dafür zeichnet Google (wahlweise öffentlich) auf, was ich gepluseinst habe - schreit Datenkrake1, aber ich finde das praktisch. Außerdem beeinflusst es meine Suchergebnisse bei der Google-Suche. Hätte ich eine solche Sammlung meiner "Likes" bei Facebook, wäre ich wohl schockiert, was mir schon alles gefallen hat.

Nochmal zum System der Kreise: Bei Facebook muss man immer wieder Freundschaftsanfragen beantworten. Bei Google+ kann jeder jeden in Kreise aufnehmen, ohne dass dieser Jemand etwas tut - so hat man nur mit den Personen zu tun, die man selbst ausgewählt hat. Privatsphäretechnisch ist das unproblematisch - Personen, die mich in irgendeinen Kreis aufgenommen haben, haben nicht mehr Rechte als jede beliebige Person, es sei denn, ich will das. Es ist ein bisschen wie Twitter: Wenn eine Person dir folgt, sieht sie genau das, was sie vorher auch gesehen hat, nur automatisch.

Was auch ganz anders abläuft, sind Interessen. Bei Facebook stellt man sich ein recht umfangreiches Profil zusammen, indem man verschiedenen Dingen "gefällt mir" verpasst - die werden dann kategorisiert und so ergibt sich ein Profil mit Musikgeschmack (Red Hot Chili Peppers gefallen mir), Fernsehsendungen die ich mag (Dr. House gefällt mir) und ähnlichen, ergänzt um Dinge die man konkret angegeben hat. Das meiste davon fehlt dem Google Plus-Profil völlig. Interessen sind viel privater - es gibt sogenannte "Sparks", mit denen man sich über seine Interessen auf dem Laufenden halten kann. Im Moment ist das vor allem eine automatische Nachrichtensuche. Da lässt sich noch viel mehr draus machen - und da sollte auch mehr draus werden, denn mit sozialem Netzwerk hat das bisher noch nichts zu tun.

Ein wesentlicher Punkt, wieso Google+ kein Facebook-Klon ist, ist auch das Fehlen von Funktionen. Es gibt bei Google+ keine Gruppen - die bieten bei Facebook die Möglichkeit, mit einer bestimmten Personengruppe Inhalte zu teilen und Dinge zu besprechen und das abseits vom Hauptstream. Eine Möglichkeit, das bei Google+ zu realisieren, wäre das Teilen mit einem bestimmten Kreis. Allerdings funktioniert das nicht so gut - denn die mit diesem Kreis geteilten Inhalte können eben nicht gruppiert werden. Man kann sich zwar alle Inhalte aus einem bestimmten Kreis anzeigen lassen, dann bekommt man aber auch Inhalte, die aus einer einzelnen Person in diesem Kreis stammen und nicht nur für den Kreis bestimmt waren. So fehlt eine weitere Möglichkeit zum Interessenaustausch. Google Wave wäre hier eine schöne Sache - vielleicht kommt das ja wieder.

Was mir am meisten fehlt, ist die Möglichkeit, in Google+ Veranstaltungen zu erstellen. Ich weiß nicht, ob Google der Meinung ist, Veranstaltungen seien nichts soziales - aber obwohl man in Google Calendar Veranstaltungen erstellen und Personen dazu einladen kann, fehlt eine solche Funktion in Google+ bisher völlig. Auch aus Google Calendar heraus kann man nichts in Google+ tun. Das gilt auch für Google Reader - dort kann man immer noch auf "gefällt mir" klicken und noch nicht pluseinsen. Dafür kann ich jedes Suchergebnis pluseinsen - was irgendwie nur mäßig sinnvoll ist, da ich die Seite ja noch nicht kenne, wenn ich sie gerade gefunden habe.

Außerdem gibt es keine speziellen Seiten. Ich las schon Bemerkungen wie "wer braucht schon eine Möglichkeit, Firmenwerbemüll in seinen Stream zu bekommen" - aber ich nutze das bei Facebook auch, um über meine Bands informiert zu bleiben. Google zielt darauf wohl eher mit den Sparks - aber die sind, wie gesagt, noch ausbaufähig.

Ich bin gespannt, was aus Google+ wird. Es bietet eine Menge tolle Funktionen und ist mir definitiv sympathischer als Facebook. Meldet euch an, ich verteile Einladungen, falls nötig. Es lohnt sich mal reinzuschauen.

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  1. Google sammelt Daten. Google zeigt passende Werbung an und wird dafür gut bezahlt. Google muss deine Daten nicht weiterverkaufen. Okay?