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Tastaturlayouts für eigene Zwecke anpassen unter Linux

Einer der Gründe, warum ich inzwischen seit mehreren Jahren nur noch Linux verwende, ist die gute Anpassbarkeit in jedem Detail. Nichts, was jeder braucht oder auch nur jeder nützlich finden würde, aber mir gefällt es. Vielleicht eine typische Eigenart von Programmierern - alles, was durch Anpassungen effizienter oder nützlicher werden könnte, soll es auch werden.

tastatur_kyrillisch.jpgZurzeit schreibe ich zum Beispiel oft Leadsheets für meine Band, dafür brauche ich immer wieder die Vorzeichen-Symbole ♭ und ♯. Natürlich kann man auch einfach b und # schreiben, das sieht dann aber doof aus: A♭ oder A♯ vs Ab oder A#. Vor allem wenn es As-Moll ist: Abm. Und man kann die Spezialsymbole zwar einfügen, obwohl sie auf der Tastatur fehlen, aber nur per Unicode-Spezialbefehl, in meinem Fall Strg + Shift + U, dann die Unicode-Folge (U266D bzw. U266F) und dann Leerzeichen. Dann hat man zwar A♭m, aber auf Dauer auch eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme.

Aber genug des Vorgeplänkels. Unter Linux kann man, sofern die verwendete Linux-Variante den X-Server verwendet (und das tun zumindest die gängigen alle), sein Tastaturlayout einfach anpassen. Ich habe das bereits früher mal gemacht, um die Belegung der internen Funktionstasten meines Notebooks zu ändern, aber dazu später. Ich wollte also gerne das ♭ erzeugen, indem ich die B-Taste mit Alt Gr zusammen verwende, und das ♯ entsprechend bei Alt Gr und #. Die Standard-Tastaturlayouts von Linux Mint haben auf der Alt Gr-Ebene schon irgendwelche anderen Sonderzeichen, auf die ich aber gut verzichten kann.

Die Tastaturlayouts sind unter /usr/share/X11/xkb/symbols gespeichert. Nicht jede mögliche Variante hat eine eigene Datei, nur die grundlegenden Layouts. Ich verwende zum Beispiel das Layout de in der Variante deadgraveacute - also die deutsche Belegung, bei der nur die Akzente Grave und Acute standardmäßig einen Buchstaben erwarten é è, das Circumflex ^ bekomme ich direkt. Die dafür zuständige Datei ist de.

In dieser Datei gibt es drei wesentliche Bestandteile:

xkb_symbols "deadgraveacute"
Dadurch wird die Variante gekennzeichnet. Es gibt immer eine Variante "basic" und dann abgewandelte Varianten. Tastenbelegungen können in mehreren Varianten vorkommen, es gilt, die richtige(n) zu ändern.
include "latin(type4)"
Damit nicht so viele Dopplungen auftauchen, können Layouts und Varianten eingebunden werden. Diese Zeile bindet das Layout latin ein, das sich in einer anderen Datei befindet, und zwar in der dort notierten Variante type4. Die Variante ist beim Einbinden optional. In meinem Fall befand sich die Tastenbelegung, die ich ändern wollte, gar nicht in der Datei de, sondern bereits in der Datei latin.
key { [ b, B, U266D, leftsinglequotemark ] };
In diesen Zeilen wird die tatsächliche Belegung der Tasten definiert. Der Name der Taste steht am Anfang in spitzen Klammern, die Namen richten sich dabei typischerweise nach der Standardbelegung im US-Layout. Hier bezeichnet AB05 die fünfte Taste1 auf der zweiten alphanumerischen Tastenreihe von unten. Es folgt dann wie oben zu sehen die Angabe der Belegung in der Reihenfolge Taste, Taste mit Umschalt, Taste mit Alt Gr und Taste mit Modifikatortaste für Ebene 4. Letztere kann unter Linux frei gewählt werden, bei mir ist es die Feststelltaste, die ich sonst nicht benutzen würde, bei manchen muss man dafür sowohl Umschalt als auch Alt Gr drücken. U266D steht für das Unicode-Zeichen 266D - das ist ♭.

Wenn alle beteiligten Layouts und Varianten nach Belieben angepasst wurden, muss das geänderte Layout noch übernommen werden. Dazu löscht man die Caches:
sudo rm /var/lib/xkb/*.xkm

Anschließend entweder einmal das Layout wechseln und zurückwechseln oder neu anmelden. Die neue Tastenbelegung sollte nun funktionieren. Per Skript aktiviert man mein Beispiel dann so:
setxkbmap de -variant deadgraveacute

Nun noch zu dem eingangs erwähnten Sonderfall mit der Notebooktastatur und der externen Tastatur. Bei meiner Notebooktastatur sind die Tasten Pos1 und Ende nur in Kombination mit der typischen Fn-Taste erreichbar. Das hat mich genervt. Praktischerweise ist das aber eine Hardware-Funktion, die Tastatur sendet in Kombination mit der Fn-Taste einen anderen Tastencode, so dass ich die Belegung mit der gleichen Methode wie oben einfach tauschen konnte.

Dadurch habe ich allerdings auch die normalen Tasten meiner externen Tastatur umbelegt. setxkbmap akzeptiert zwar die Angabe eines Gerätes, auf dass sich die Belegung beziehen soll (mit ID von xinput):
setxkbmap -device 3 de

aber in meinem Fall werden die Tastaturen zu merkwürdigen Virtual Keyboards zusammengefasst, da habe ich noch nicht raus, wie ich es schaffe, beide Tastaturen gleichzeitig mit dem korrekten Layout zu belegen. Bis ich das herausfinde, begnüge ich mich damit, die Belegung zusammen mit dem Monitor zu wechseln, dafür habe ich eh ein Skript auf eine Tastenkombination gelegt.
xrandr --output HDMI-0 --auto && xrandr --output LVDS-0 --off && xrandr --output VGA-0 --off setxkbmap -device 3 de -variant deadgraveacute

Damit habe ich immerhin an der Tastatur, die ich typischerweise zusammen mit dem entsprechenden Monitor verwende, die dafür passende Belegung. Und nun auch mit den Sonderzeichen, die ich gerne einfach eingeben können möchte.

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Foto von Kecko auf Flickr, lizensiert unter CC-BY-ND 2.0

  1. Auf der amerikanischen Tastatur gibt es die Taste mit den größer- und kleiner-Zeichen nicht.


Überzeugt auch Smartphone-Feinde: Das Motorola Moto E

Mein neues Handy mit grüner Sturzschutzhülle, fotografiert mit der Spiegelreflex

Manchmal kommt einfach alles zusammen und dann ist die Zeit reif. Mein Tablet ist durch einen Sturz zerstört worden, ich brauchte ein Android-Gerät um meine Karteikarten mit Anki weiter zu lernen, an meinem Nokia-Handy war schon wieder der Akku durch und das mit dem T9 hatte auch schonmal besser funktioniert. Und da war doch letztens dieser Artikel über das bald erscheinende vielversprechende Billig-Smartphone von Motorola...

Lange zögern ist nicht meins und so stand zwei Tage später der Paketbote mit einem Moto E1 vor meiner Tür. Pappschachtel auf, USB-Kabel (kein Ladegerät) beiseite, Schnellanleitung nach SIM-Kartensteckplatz befragen - und erstmal fluchen, weil ich gar keine MicroSIM habe. Zum Test musste also die kurzerhand auf MicroSIM verkleinerte Nova-SIM aus Island herhalten. Eine halbe Stunde später hatte ich dann auch raus, dass man der Rückschale eine Menge Gewalt antun muss, damit sie sich vom Rest des Gerätes löst, und konnte meine SIM und auch gleich eine MicroSD-Karte einlegen.

Motorola hat erfreulich wenig unnütze Apps vorinstalliert, so musste ich nicht lange deinstallieren. Der automatische Download meiner alten Apps aus dem Play Store ist irgendwann abgebrochen, aber wonach die ausgewählt werden, weiß ich sowieso nicht. Zwar waren alle automatisch installierten Apps auf dem Tablet, aber im Store sind noch viele weitere als "installiert" markiert, wer weiß, was da noch gekommen wäre. Zu den essentiellen, die ich direkt haben wollte, gehören ohnehin nur wenige - AnkiDroid für die Karteikarten natürlich, ColorNote und RepliGo Reader mit den Uni-Unterlagen, FolderSync um die Dropbox automatisch offline bereit zu stellen und OsmAnd, meine bevorzugte Navigationssoftware.

Alle genannten laufen flüssig und auch alle weiteren Apps, die inzwischen dazu gekommen sind, machen keine Probleme. Warum ein Smartphone einen Quadcore haben muss, habe ich nie verstanden. Nichtmal mein Standrechner hat einen. Ich bin sicher kein Hardcore-User, aber an solche richtet sich das Moto E mit einer UVP von 119€ auch definitiv nicht. Mangels Hardcore-Anwendungen hält mein Akku denn auch vier bis fünf Tage im Standby durch, bei eingeschaltetem WLAN etwas, bei eingeschaltetem mobilen Datenzugang deutlich weniger. Bei gelegentlichem WLAN-Zugriff, normaler SMS-Nutzung und der intensiven Nutzung der Karteikarten-App in der Prüfungsphase schafft der Akku immer noch mehr als 48 Stunden, ich behaupte daher mal, dass es sich um eine überdurchschnittliche Laufzeit handelt.

Meine Spiegelreflex, mit dem Handy fotografiertNun wäre ich ja kein Geek, wenn ich das Ding nur zum Telefonieren nutzen würde. Mal ganz davon abgesehen, dass ich eine Weile gebraucht habe, um herauszufinden, wie man denn eigentlich Telefonnummern wählt (auf einem mobilen Computer wie diesem natürlich mit einer App und nicht mit Tasten). Die Lautsprecherqualität sowohl des größeren als auch des kleineren zum-ans-Ohr-halten-Lautsprechers ist lausig, Prollfaktor bei auf laut geschalteter Musik also hoch. Mit vernünftigen Boxen am Klinkenausgang (3,5mm) kann man aber anständig Musik hören, ein kleiner Equalizer ist vorinstalliert. Das erspart mir, beim Spülen immer das Notebook in die Küche zu tragen. Die Kamera erfüllt ihren Zweck - immer dabei, kein zusätzliches Gerät und Gewicht, für schnelle Schnappschüsse absolut geeignet, im Dunkeln nicht zu gebrauchen und hohe Schärfe oder gutes Rauschverhalten darf auch nicht erwartet werden. Es gibt bessere in anderen Smartphones, aber wenn ich gute Fotos will, nehme ich meine Spiegelreflex mit. Besser als nix und auch besser als die im sechs Jahre alten Nokia-Handy ist die hier allemal.

Eine sturzhemmende Hülle2 habe ich bereits besorgt, nun muss definitiv noch eine größere SD-Karte her. Die internen 4GB sind lausig und sollten durch 32 weitere externe erweitert werden. Ein bisschen albern komme ich mir ja vor, wenn ich mich wie ein kleines Kind freue, dass meine Kontakte nun mit Foto angezeigt werden (dank Facebook-Abgleich) und SMS-Konversationen nach Kontakt gruppiert werden. Bis die Garantie abgelaufen ist, ist der Spielbedarf sicher gewachsen und das Telefon wird gerootet - bis dahin reicht mir Llama, mit dem man gefühlt alles steuern kann, je nachdem, wo man sich gerade aufhält. Aber die Güte der Apps hat ja mit der Hardware nichts zu tun, daher werde ich das hier nicht weiter ausführen.

  1. Affliate-Link
  2. Noch ein Affliate-Link


Schlagzeugproben zur Aufnahme

Ich spiele fast ausschließlich Schlagzeug zu Aufnahmen von Liedern, die ich gerne spielen können möchte. Mit Covermusik habe ich angefangen zu spielen und bisher bin ich auch nicht davon weg gekommen (und habe das auch gar nicht vor). Im Gegensatz zu Proben mit einer echten Band bringt diese Methode ein Soundproblem mit sich: Man muss die Aufnahme hören, aber auch sich selbst.

Bisher habe ich dafür normale, einfache Kopfhörer benutzt, die recht stark gegen die Umgebung abschirmen und auch recht laut eingestellt werden können. Das ging gut, aber wenn die Probe mal zwei Stunden dauerte, hatte ich danach klingelnde Ohren. Es wurde also höchste Zeit für eine Lösung, die meine Ohren schont.

Bei sticktricks.de wurde ich dann fündig. Keine Ahnung, wieso es bisher keine Option war, Lärmschutz und Wiedergabe zu trennen, aber es funktioniert wunderbar. Ein billiger Gehörschutz und die dort empfohlenen In-Ear-Kopfhörer ergeben eine Kombination, die mir eine wahre Erleuchtung beschert hat beim Sound.

Die In-Ear-Kopfhörer nutze ich nun sogar für meinen MP3-Player, denn sie passen erstaunlich gut in meine Ohren und richtig ausgerichtet ist der Klang wirklich beeindruckend (natürlich nur gemessen daran, dass es eben mobile, kleine Kopfhörer sind und kein ganzes Soundsystem). Außerdem sind sie grün. :D Das Schlagzeugspielen fühlt sich nun ganz anders an, der Lärmpegel ist viel geringer - für mich, für Außenstehende ist es vermutlich noch lauter geworden. Aber das stört im Probenraum ja niemanden.



Sharkoon Fireglider: Schlichte Luxusmaus

Nachdem mich Logitech enttäuscht hatte, probierte ich die Sharkoon Fireglider aus, ebenfalls eine Lasermaus mit Kabel und sieben Tasten, allerdings ein paar Euro günstiger. Sharkoon war mir bisher eher als Hersteller von Casemodding-Zubehör bekannt, eine Gamingmaus, die aussieht wie eine Büromaus und auch als solche genutzt werden kann, machte mich neugierig.

Die (der?) Fireglider kommt in einer für Gamingzubehör üblichen schicken Verpackung, die sich leicht öffnen lässt. Zum Lieferumfang gehören außer der Maus auch sieben kleine Gewichte, mit denen sich das Gewicht der Maus anpassen lässt. Ebenfalls anpassen lässt sich die Empfindlichkeit in DPI (bis zu 3600). Eine farbige Anzeige auf der Maus signalisiert den eingestellten Wert. 3600 ist so unfassbar schnell, dass ich die Maus nicht mehr kontrollieren kann. Ich entscheide mich für den Wert, bei dem die Anzeige grün leuchtet, es ist einer der niedrigsten und zum normalen Arbeiten völlig ausreichend. Zusammen mit den Gewichten rechtfertigt sich so jedenfalls der Begriff Gamer-Maus. Der DPI-Wert wird übrigens intern gespeichert, bleibt also auch erhalten, wenn man die Maus an einen anderen Rechner mitnimmt oder zwischendurch aussteckt oder den Rechner neustartet.

Außerdem dabei sind zwei Sets Ersatzfüße, falls die mal abnutzen. Sehr löblich, da mir sowas bei anderen Mäusen schon öfter gefehlt hat. Die Tasche wirkt ziemlich klein und nicht besonders hochwertig, aber bei einem Preis von kaum über 20€ kann man da gut drüber weg sehen.

Ein Kaufgrund war das "fein justierbare" Mausrad. Das hört sich für mich an, als könnte man daran irgendwas verstellen. Dem ist nicht so, es handelt sich um ein normales Mausrad mit feiner Rasterung, sehr angenehmem Drehverhalten und sehr leisem Drehgeräusch. Letzteres tröstete mich dann auch, denn der Hauptgrund, warum ich mich bisher gegen gerasterte Mausräder entschied, war das laute Klicken beim Drehen. Das Mausrad bleibt beim Klicken sehr stabil, das genaue Gegenteil der Logitech M500. Seitliches Scrollen gibt es nicht.

Die Maus liegt nicht unglaublich gut, aber schon sehr angenehm in der Hand. Von der Größe her würde ich sie zwischen der VX und MX von Logitech anordnen. Mir ist sie groß genug, etwas kleiner wäre auch ok gewesen. Nutzern der MX ist sie möglicherweise auch wegen der vergleichsweise geringen Höhe zu klein. Die Oberfläche fühlt sich aufgrund der Beschichtung sehr angenehm an. Auf meinem Kunststoff-Mauspad gleitet sie leise und leicht.

Das Klicken der Maustasten ist deutlich hörbar, die Tasten sind aber angemessen leichtgängig. Kein labberiges Zeug, aber Kraft aufwenden muss man auch nicht. Mehr kann man bei normalen Tasten nicht reißen. Die sechste Taste ist ganz am Kabelende zwischen linker Maustaste und Rad positioniert. Durch zweistufige Erhöhung und geriffelte Oberfläche hebt sie sich deutlich ab und auch durch die Position ist es schwer, sie versehentlich zu treffen, und doch leicht genug erreichbar um sie im Alltag zu nutzen. Die siebte Taste ist unter dem Rad und schaltet den DPI-Wert um. Die Software zur Tastenprogrammierung nutze ich nicht, da ich unter Linux arbeite. Dort sind die beiden seitlichen Tasten (vor und zurück) standardmäßig vertauscht. Das lässt sich anpassen, ich finde es aber angenehm, da aufgrund der etwas anderen Position der Tasten die Zurück-Taste dort ist, wo sie immer ist, die Vor-Taste aber nicht dahinter, sondern davor. Für meinen Daumen ist diese Lage angenehmer. Auch hier wurde übrigens eine Riffelung verwendet, um die Tasten unterscheiden zu können.

Die Fireglider fällt kaum auf, wenn sie auf dem Schreibtisch liegt. In der niedrigsten DPI-Stufe leuchtet gar die LED nicht. Trotzdem punktet sie durch gute Verarbeitung, angenehmes Handling und viele Kleinigkeiten. Die Gewichte habe ich nicht ausprobiert, aber beim Herausnehmen zeigt sich schon, dass man das Gewicht der Maus damit fühlbar verändern kann. Die Sharkoon Fireglider wird mich nun jedenfalls länger begleiten.



Kein würdiger Nachfolger

Viele Jahre lang nutzte ich eine Logitech VX Revolution als die Computermaus meiner Wahl. Sie war nicht so groß wie die MX, aber auch nicht so winzig wie die VX Nano. Sie hatte einen ausgesprochen präzisen Laser, mit dem auch Egoshooter Spaß machten. Man konnte den Funkempfänger in der Maus verstauen und vor allem konnte man das Mausrad umschalten zwischen Klickrasterung und freiem Drehen. Das ist großartig, wenn man wie ich oft durch lange Texte oder Programmquelltexte scrollen muss. Ihr einziges Manko war die kurze Distanz, die sie per Funk überwinden konnte.

Nun ist das Batteriefach kaputt. Schon vorher passte nicht mehr jeder Akku, nun war sie mit gar keinem mehr zufrieden. Also nach sechs Jahren erneut die quälende Frage: Welche Maus soll es denn sein? Das Angebot ist gigantisch, von den ganz schlichten Drei-Tasten-Mäusen bis zur Mad Catz R.A.T.-Serie, die vom Aussehen einer Maus schon sehr weit entfernt ist, gibt es quasi alles. Ich halte meine Ansprüche eigentlich für gering: Laser, wahlweise freidrehendes Mausrad und entweder gute Funkleistung oder Kabel.

Aber am Mausrad scheitert es - anscheinend verwendet niemand außer Logitech diese Technik. Möglicherweise ist sie patentiert. Jedenfalls kaufte ich nun die Logitech M500 - ein indirekter Nachfolger der VX mit etwas anderer Form und Kabel, da Berichten zufolge die Funkleistung noch schlechter geworden sein soll.

Die M500 ist unter den gehobenen Mäusen bei Logitech das Billigmodell. Mit nur etwa 24€ kostet sie kaum mehr als die Durchschnittslasermaus, verfügt dafür aber eben über das umschaltbare Mausrad und zwei weitere Tasten an der Daumenseite. Die Form wird als ergonomisch angepriesen - aber bei dem Ausmaß des ergonomischen Designs heutzutage halte ich das kaum für gerechtfertigt. Es beschränkt sich im Wesentlichen darauf, dass der Daumen nicht komplett neben der Maus liegt, sondern sich ein bisschen in das Gehäuse einfügt. Ansonsten fühlt sich die M500 trotzdem an wie die ganzen ovalen Standardmodelle.

Die Tasten sind allesamt ok. Es sind halt Tasten, man kann damit klicken, sie tun was man erwartet und machen dabei ein mittellautes Klickgeräusch. Deutlich lauter ist die Umschalttaste für das Mausrad. Während man bei der VX einen Pin zur Seite schob, gibt es nun eine Taste, die man drücken muss. Das funktioniert zuverlässig und Position und Widerstand sind so gewählt, dass man sie nicht versehentlich betätigen wird.

Ganz anders das Mausrad. Während es im freidrehenden Modus gewohnt praktisch ist, weist es im Klickrastermodus schon wesentlich weniger Widerstand auf als die meisten anderen gerasterten Mausräder. Vor allem aber kann man mit dem Mausrad auch seitlich scrollen - und da zeigt sich die größte Schwäche der M500. Das Rad ist dermaßen wabbelig in seiner Halterung, dass man zum einen jederzeit versehentlich seitlich scrollen kann, weil das Rad einfach seitlich wegrutscht - zum anderen bekommt man beim absichtlichen seitlichen Scrollen überhaupt kein Feedback. Am Deutlichsten zeigt sich das, wenn man im freidrehenden Modus (den ich meistens nutze) versucht, mit dem Mausrad zu klicken: Denn auch der Klickwiderstand des Rades ist lausig, es fühlt sich einfach wabbelig an, und durch den geringen Halt bin ich dabei schon mehr als einmal seitlich abgerutscht und habe so das Scrollen ausgelöst. Mal ganz davon abgesehen, dass das Klicken auch nicht immer funktioniert...

Die M500 mag ja als Gesamtprodukt recht solide sein, aber für mich ist das Mausrad nunmal der wichtigste Bestandteil der Maus nach der linken Maustaste. Mit so einem wabbeligen Ding kann ich nicht arbeiten. Daher werde ich nun erneut den Amazon-Katalog wälzen...



Fünf kabellose Headsets unter 50€ im Vergleich

Im Testbericht zu meinem neuen Notebook Thinkpad Edge E325 erwähnte ich unter anderem den Kombiport, in dem die beiden dreipoligen Stecker für Mikron und Kopfhörer zu einem vierpoligen Anschluss zusammengefasst wurden. Nachdem ich nun Wochen damit verbracht habe, einen Adapter dafür zu suchen, und nicht fündig geworden bin, gab obendrein auch noch mein bisheriges Headset den Geist auf.

Als Ausweg blieb, auf ein kabelloses Headset umzusteigen. Daher habe ich fünf Modelle unter 50€ getestet. Kritierien für die Entscheidung, welches ich zukünftig benutzen möchte, waren vor allem der Tragekomfort und die Soundqualität; die Reichweite ist ebenfalls ein relevanter Faktor. Den Komfort stufe ich im Folgenden in etwa in "drückt sofort", "wird nach kurzer Zeit unbequem" und "ist auch noch vielen Stunden noch angenehm zu tragen" ein. Die Soundqualität richtet sich nach drei Kritierien: Sprache (Skype), Video/Gaming und Musik (von CD). Um die Reichweite zu testen, bin ich von meiner Wohnung (2. Stock) in den Keller gegangen. Außerdem wurde getestet, ob ich das Headset mit meinem Festnetztelefon, was Bluetooth-Headsets unterstützt, benutzen kann.

Alle Headsets habe ich auf dem Titel verlinkt, wer darüber etwas kauft, zahlt keinen Cent mehr als sonst, dafür bekomme ich aber eine kleine Provision.

Sharon Méq PC 31

{rating0} Erstverbindung etwas merkwürdig hakelig und vor allem: es funktioniert nicht mit dem eingebauten Bluetooth, der Stick ist erforderlich.
{rating4} Reichweite bis Flur mitte der ersten Treppe (ca 10m Luft durch zwei Wände) - für Bluetooth anständig
{rating25} undefinierter, leicht dumpfer Sound bei den Kopfhörern, oft scannerartig fiepende Störgeräusche im Hintergrund
{rating2} Mikrofonqualität für Sprache brauchbar, aber auch hier ist das Störgeräusch
{rating25} Die stark abschirmenden Kunststoff-Ohrpolster sitzen etwas zu fest, nicht für stundenlanges Tragen geeignet

+ lädt schnell auf
+ Mikro komplett weg drehbar
+ gut verarbeitet
+ Bluetooth-Stick mitgeliefert
- funktioniert nicht mit internem Notebook-Bluetooth und auch nicht mit dem Telefon
- fiepen bei schwachem Akku - bei geladenem danach auch (geht in Sound unter). Wann das Fiepen auftritt, habe ich nicht richtig herausfinden können, aber es ist zu oft.
- fiepen auch beim Gesprächspartner, aber unabhängig vom Fiepen in den Kopfhörern
- laden und benutzen nicht gleichzeitig möglich

Mit diesem Headset kann man gut eine Stunde telefonieren oder eine Folge House gucken - bei Musik stößt es an Grenzen und für längere Aktivitäten ist es nicht bequem genug. Es verdient allerdings eine Aufwertung für die beeindruckend reelle Simulation eines Scannergeräusches wenn der Akku seinem Ende entgegen geht (und auch ansonsten immer wieder nach einer Art Zufallsprinzip).

Asus Travelite HS-1000W

{rating5} Verbindung funktioniert sofort. Endlich mal Plug & Play.
{rating2} Reichweite bis 1. Stock (zwei Wände, ein Boden, 13-15m, danach hakend), zu wenig für eine proprietäre Funkverbindung
{rating35} Die Soundqualität der Kopfhörer ist, wenn sie korrekt sitzen, gut. Mein altes hatte aber bessere Bässe.
{rating0} Sprachqualität des Mikros: "Du müsstest das nochmal in Jabber1 schreiben, damit ich weiß was du sagst". Das Mikro hat immer wieder Totalausfälle, siehe Hörprobe.
{rating3} Stoffohrpolster sitzen ziemlich bequem, bieten dabei aber einen etwas schlechteren Halt als das MAQ. Das Headset fällt relativ schnell runter (z.B. wenn man Wäsche aus dem Wäschekorb nimmt).

+ beste Verpackung
+ Zusammenklappbar
+ keine unangenehmen Geräusche der Mechanik beim Verstellen während man es trägt
+ Tasche mitgeliefert

Das Asus-Headset hätte der Gewinner werden können - wäre da nicht das bockige Mikro. So ist es komplett unbrauchbar.

Bazoo Merlin Bluetooth Headset

{rating1} Verbindung funktioniert nicht immer, Bedienung der Haupttaste erschließt sich nicht von selbst - drei verschieden lange Druckzeiten, Verbindung herstellen ist der Diskomodus (rot-blau blinkend)
{rating05} Die Kopfhörer klingen fürchterlich. Wenn ich Coldplay von CD laufen lasse, hört es sich an, als würde Chris Martin durch ein Billigstmikro über Teamspeak 2 singen.
{rating1} Das Mikron sorgt dafür, dass sich die eigene Stimme beim Gesprächspartner genauso anhört.
{rating1} Das Headset sitzt dank randloser eckiger Ohrpolster ziemlich bequem, fällt aber bei jeder Gelegenheit runter. Und damit meine ich wirklich fallen, innerhalb von ein paar Sekunden ist es so runtergerutscht, dass es auf den Boden fällt. Ist auch kein wunder, da an dem Designerstück nichts ist, was für Halt sorgen könnte.

+ kann Anrufe vom Festnetztelefon annehmen
+ kann mit zwei Geräten verbunden sein
- kann aber nur von einem Gerät gleichzeitig wiedergeben und wechselt nach einem etwas unklaren System automatisch
- proprietäres Ladekabel
- LED blinkt auch im verbundenen Zustand
- Kopfhörer sind lose montiert und sehen aus als würden sie bei erster Gelegenheit abbrechen
- Unklare Bedienung

Das Bazoo Merlin ist ein unbrauchbares Stück Designerplastikbügel.

Trust Freewave

{rating2} Verbindung funktionierte irgendwann, hat aber relativ lange gedauert.
{rating0} In den Kopfhörern ist ein so lautes Brummen zu hören, dass sie quasi unbenutzbar sind. Außerdem sind keine Tiefen vorhanden.
{rating15} Die Mikrofonqualität war eher schlecht als recht.
{rating25} Das Trust-Headset hat den wohl besten Halt und ist dank Stoffpolstern auch erträglich zu tragen. Wenn es verrutscht, drückt es allerdings sehr schnell, außerdem hört man jede Berührung am Gehäuse.

- nervende Bestätigungstöne sogar bei Lautstärkeänderung
- Blisterverpackung

Das Trust-Headset bietet den niedrigsten Preis im Test und eine entsprechende Leistung.

Creative WP-300 Pure Wireless

{rating0} Verbindung schlägt ständig fehl, bricht spontan ab oder der Ton fällt selbst in direkter Nähe zum Notebook aus.
{rating05} Bei Verbindung per USB-Kabel konnte ich zumindest den Sound testen. Keine Störgeräusche, aber kaum Tiefen, noch weniger Mitten und die Höhen hören sich übersteuert an. Bin mir nicht sicher ob ich dieses hier oder das, was sich wie Teamspeak anhört, schlimmer finden soll.
{rating25} Das Headset sitzt einigermaßen bequem, ist für meine Ohren aber viel zu klein.

+ Sehr gut verarbeitet, sogar echte Schrauben
+ Großzügig verstellbar
- Bedienung nicht schlüssig
- nervende Bestätigungstöne
- Verbindung lässt sich quasi nie herstellen

Das einzige, was hier Creative-Qualität aufweist, ist das Gehäuse. Alles andere ist schlicht "pure" unbrauchbar.

Fazit

Einige Headsets waren so schlecht, dass ich nicht mal alle Punkte getestet habe. Beim Creative-Headset war es aufgrund der ständigen Ausfälle, die teilweise eine Sekunde nachdem die Wiedergabe der Musik übertragen wurde für einen Abbruch der Verbindung sorgten, anfangs gar nicht möglich irgendwas zu testen.

Allen Headsets gemein waren die kleinen Kopfhörer. Keines der Ohrpolster war so groß wie meine Ohren oder gar größer, einige deutlich kleiner. Gut genug für einen Langzeittest, bei dem ich dann auch ernsthaft beurteilen könnte, wie bequem es ist, war keins. Eine weitere gemeinsame Eigenart sind die merkwürdigen LEDs, die ständig in irgendeiner Farb-Rhythmus-Kombination blinken und den User selbst während der normalen Benutzung aussehen lassen wie ein Flugzeugtower.

Protzige Verpackungen und preisende Beschreibungen ließen mich hoffen, unter fünf Headsets wenigstens ein gutes zu finden. Ein Ranking kann sich jeder selbst erstellen - für mich reicht das ernüchternde Ergebnis: Alle fünf sind so schlecht, dass ich sie nicht behalten möchte. Die Krönung war das Mikro des Asus-Headsets. Als Lacher zum Abschluss empfehle ich die dazugehörige Hörprobe.

  1. Ein Messenger ähnlich ICQ



Im Test: Lenovo ThinkPad Edge E325

Seit kurzer Zeit bin ich stolzer Besitzer eines neuen Netbooks. Das alte ideapad S12 wurde von einem ThinkPad Edge E325 abgelöst. Entdeckt hatte ich es bei Notebooksbilliger.de und dort beschlossen, dass es sich dabei um mein Traumnotebook handelt.

Sowas wie das pefekte Netbook existiert natürlich nicht, aber dieses hier kommt dem wirklich sehr nahe (ich spreche natürlich für mich, jeder hat ja so seine anderen Ansprüche). Technische Eckdaten: Integrierte AMD-APU mit Doppelkernprozessor auf 1,6GHz (E350) und HD 6300, 4GB RAM, 320GB Festplatte, Bildschirmdiagonale 13,1", 1,9kg. Kaufgründe: Die hohe Bildschirmdiagonale bei trotzdem recht niedrigem Gewicht, die Tatsache dass es sich um einen matten Bildschirm handelt und tatsächlich mal die Marke.

Erster Eindruck: Hochwertig. Das einzige, was nicht so wirkt, als würde es auch hohe Belastungen verkraften, ist das Touchpad, das klappert beim Berühren. Aber dafür gibt es ja den Trackpin, der auch ausgesprochen gut funktioniert. Das Notebook ist komplett in mattem schwarz gehalten, lediglich der Untergrund, in den die Tastatur eingelassen ist, ist glänzend, was wirklich gut aussieht.

Die Tastatur ist sogar so gut, dass ich fast lieber darauf tippe als auf meiner normalen. Ich vermisse allerdings die Kontextmenü-Taste, statt derer man eine zweite Strg-Taste verbaut hat (die allerdings auch sehr nützlich ist). Die bei den Pfeiltasten befindlichen Bild Ab- und Bild Auf-Tasten sind leicht abgesenkt und kleiner, so dass man sie nicht versehentlich trifft. Ebenfalls schmaler sind die Funktionstasten. Standardmäßig sind F1 bis F12 mit den Sonderfunktionen vertauscht, das lässt sich aber im BIOS abschalten. Ebenso kann man die Fn- und die Strg-Taste vertauschen - diese Einstellung geht aber nach dem Aufwachen aus dem Standby verloren. Und apropos BIOS: Für ein Notebook ist das erstaunlich umfangreich. Und noch was: Die Funktionstasten für die Helligkeit sind hardwareseitig. Theoretisch braucht man also keine Treiber und kann sogar schon beim Booten die Helligkeit einstellen.

Da kein Betriebssystem dabei war, habe ich erstmal ewig Treiber suchen müssen. An der Website könnte Lenovo wirklich mal arbeiten. Danach funktionierte aber alles problemlos. Das Display reguliert sich in der Helligkeit teilautomatisch (z.B. wenn man von einer sehr hellen zu einer sehr dunklen Website wechselt), das Prinzip dahinter habe ich aber noch nicht ganz durchschaut. Insgesamt ist der Bildschirm hell, aber etwas kontrastarm. ABER: Er ist matt. Und ich saß im Zug und die Sonne knallte und ich konnte nicht aus dem Fenster gucken, weil es so hell war - und es hat wirklich gar nicht gestört. Ein Traum.

Im Betrieb macht sich das starke System deutlich bemerkbar. Fotos sichten in Bridge und bearbeiten in Photoshop im Zug sind jetzt möglich. Auch der Akku macht das mit, versprochen werden einem bis zu sieben Stunden, im ganz normalen Betrieb mit Photoshop und Tatort gucken habe ich bei eingeschaltetem WLAN und Bildschirm auf voller Helligkeit sechs erreicht, die sieben kann man also sicher erreichen. Im durchgehenden Videobetrieb (kein HD, ohne externen Monitor) hält der Akku gut fünf Stunden. Der Lüfter springt immer wieder an, ist aber recht unaufdringlich.

Erwähnenswert ist sicher noch, welche Anschlüsse das Notebook bietet. Beworben wird es nämlich mit drei USB-Ports und eSATA, allerdings ist einer der USB-Ports ein Kombiport für USB und eSATA, man kann also maximal drei Geräte gleichzeitig betreiben. Außerdem erfordert es die ersten zwanzig Male viel Mut und Kraft, einen USB-Stecker in den Port zu rammen. Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine Fehlfunktion, sondern um einen normalen Effekt, der durch die Mechanik verursacht wird, die den eSATA-Stecker hält. Funktionieren tut der Port wunderbar und im Gegensatz zu den nachgerüsteten Ports in meinem Stand-PC ist dieser eSATA-Port hier Plug&Play-fähig. Ansonsten gibt es HDMI, VGA/D-SUB, Gigabit-LAN, einen Kartenleser und einen Kensington-Lock-Anschluss sowie einen weiteren Kombiport - den für Audiogeräte. Und im Gegensatz zu dem anderen Kombiport sehe ich diesen als wirklichen Nachteil an - man kann nämlich ohne Adapter keine handelsüblichen Mikrofone / Headsets anschließen, da es sich um einen vierpoligen Klinkenstecker-Anschluss handelt. Einen passenden Adapter habe ich nur bei Notebooksbilliger gefunden, wo er unverschämte acht Euro kostet (siehe auch vorheriger Blogpost).

Bei einem Preis von 379 Euro sehe ich über die kleinen Schwachstellen aber gerne hinweg. Insgesamt leistet das Thinkpad nämlich wirklich gute Arbeit. Es sieht unglaublich gut aus, es ist trotz schneller Festplatte leise und trotz starkem Akku leicht und es ist für alles zu gebrauchen. Ich kann damit Filme ansehen, Fotos bearbeiten und im Zug bei Sonnenschein Call Of Duty 4 zocken. Der Trackpin ist gut, auf Lanpartys würde ich aber trotzdem besser an die Maus denken. ;) Zur Perfektion hätte Lenovo noch die Kombiports separieren und das Touchpad verbessern müssen.

Nachtrag, 4.12.2011: Der Akku hält noch länger als beschrieben und sogar deutlich länger als vom Hersteller angegeben. Nach viereinhalb Stunden Autofahrt mit laufender Musik war der Akku noch mehr als halbvoll (WLAN aus, Lautstärkepegel auf 100%, Windows 7).



Test: Sennheiser Sport-Ohrhörer MX 70 VC

Zwei Jahre und vier Monate ist mein Vergleichstest zu Ohrhörern jetzt her und ach, was für ein Wunder, seit einigen Monaten ist der Klang meiner heißgeliebten MX360 nicht mehr schön. Das Doofe ist nur, dass die Dinger nicht mehr mit asymmetrischen Kabeln bzw. dann nur noch mit 2,5mm-Stecker produziert werden. Also mussten neue her.

Nachdem ich ein Paar falsche MX360 zurück geschickt habe und ein zweites geschenkt bekam, weil der Händler im Ausland sitzt und den Rückversand nicht bezahlen wollte, war klar, dass ein neues Modell eine Chance bekommen würde. Asymmetrische Kabel sind selten und die meisten sind wegen massenhaften Negativbewertungen direkt aussortiert worden. Als ich mich schon fast mit den symmetrischen Gratis-Ohrhörern angefreundet hatte, stolperte ich bei Amazon über die Sport-Ohrhörer MX 70 VC. Nicht nur asymmetrisch - auch noch grün! Ein Traum. Das ließ mich auch darüber hinweg sehen, dass nicht ein einziger Kunde 5 Sterne gegeben hatte.

Die Lieferung kam mal wieder aus England und dauerte gefühlt ewig. Verpackt waren die MX 70 ausnahmsweise mal nicht in Zerstör-Blister, sondern in einer Verpackung, die ich ohne mich zu verletzen auseinander friemeln konnte. Mir kamen nach und nach Ohrhörer, Kabel, Lautstärkeregler, eine Transporttasche, Ohrpolster und Papierkram entgegen. Erster Eindruck: Schick sind sie ja - zweiter Eindruck, nach dem Reinstecken: Die Kunden hatten Recht - die Dinger halten nicht.

Die Austausch-Ohrpolster verbesserten den Halt auch nicht wirklich und schon auf dem Weg zum Spiegel ist mir der linke fast raus gefallen. Abhilfe schaffte dann das zusätzliche Überziehen normaler Ohrpolster. Das sieht jetzt zwar erstmal bescheiden aus, bis ich grüne Ohrpolster gekauft habe, hält dafür aber und der Klang wirkte auch erstmal vertretbar.

Nun also der Soundvergleich zu den MX360 (den neuen, nicht den zwei Jahre alten), den Testsiegern des letzten Tests. Und wo ich schonmal dabei bin, auch noch die Ohrhörer, die bei meinem Player Sandisk Sansa Clip+ dabei waren, und mein aktuelles Headset.

Dave Darell - Freeloader Original Mix

  • MX 70: Bass vs synthetische Höhen. Letztere sind genau so kristallklar da wie sie sollten bei so kleinen Kopfhörern.Der Bass klingt nicht wie Bass, ist aber immerhin deutlich hörbar und als solcher zu erkennen. Wichtig, wenn ich als Schlagzeuger irgendwo was raushören möchte.
  • MX 360: Schon fast etwas unangenehme Höhen, aber auf jeden Fall deutlich druckvollerer Bass. Jetzt ist auch das hörbar, was nicht die Base ist.
  • Sandisk: Der Bass ist geblieben, aber das gesamte Klangbild ist jetzt dumpf. Passt zu dem billigen Kabel, von dem ich mich gerade mal wieder frage, wann es wohl reißt.
  • Creative FATAL1TY: Mit den großen Kopfhörern ergibt sich natürlich ein völlig anderer Klang. Einer, der ausgewogener klingt, die Höhen aber etwas im Gesamtsound untergehen lässt.

Red Hot Chili Peppers - By the Way

  • MX 70: Okay, jetzt bin ich schon enttäuscht. Die Base klingt schon wieder, als würde das Pedal ein Kissen treten, und der geniale Bassist ist gar nicht hörbar. Da nützen auch die sauberen Höhen nix.
  • MX 360: Wie zu erwarten war, wieder deutlich besserer Klang. Hier fällt mir jetzt auch auf, was für eine lausige Komprimierung ich da benutzt habe.
  • Sandisk: Vertretbar für gratis mitgelieferte Kopfhörer, aber mehr auch nicht.
  • Creative FATAL1TY: Und wie gehabt liefern die großen Kopfhörer den ausgewogensten Klang, der wie die MX 360 auch wieder die Kompression aufzeigt.

The Naked and Famous - Young Blood

  • Creative FATAL1TY: Dann mache ich mit den großen mal weiter, um zu wissen, was an Klang da ist. Beschreiben muss ich diesen Song ja wohl nicht. hahahah Und wenn ich schreibe, dass die Höhen immer noch etwas leiden, aber insgesamt alles da ist, wundert das auch keinen mehr.
  • MX 70: Der Klang ändert sich dramatisch, je nachdem, wie die Ohrhörer sitzen. Bei diesem Song klingt es aber irgendwie immer scheiße. Der Gesang ist dumpf, der Synthesizer irgendwie da und vom Schlagzeug nur der übliche Matsch zu hören.
  • MX 360: Scheint ein schwieriger Song zu sein, bei meinen bisherigen Favoriten ist zu wenig von der Gitarre zu hören. Trotzdem der beste Klang diesmal.
  • Die Ohrhörer von Sandisk: ... habe ich zur Vermeidung von Kabelchaos schonmal weg gepackt.

The Naked and Famous - Spank

Den Abschluss macht ein Song, der eine Stelle enthält, die ich unterwegs nie höre, weil sie in der Umgebung untergeht. Break, dann Synthi-Beat, der immer höher und irgendwann auch doppelt so schnell wird, in einem Pling-Sound endet und danach ein sehr lauter Gitarrenpart. Interessanterweise können aber sowohl die MX 360 als auch die MX 70 diesen Teil gut wiedergeben. Das Headset schneidet aber diesmal am besten ab, weil da im Gitarrenteil auch das Schlagzeug und der Gesang noch gut hörbar sind.

Ehrlich gesagt, hatte ich nicht erwartet, dass der Test so schlecht für die MX 70 ausfällt. Die Kundenbewertungen sprachen nämlich nicht nur vom schlechten Halt der Ohrhörer, sondern auch vom Sennheiser-typischen guten bassreichen Sound. Davon habe ich aber gerade nicht viel gehört. Jetzt sag mir mal jemand, was ich mit den Teilen mache... es mangelt doch so sehr an Alternativen.