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Einer der Gründe, warum ich inzwischen seit mehreren Jahren nur noch Linux verwende, ist die gute Anpassbarkeit in jedem Detail. Nichts, was jeder braucht oder auch nur jeder nützlich finden würde, aber mir gefällt es. Vielleicht eine typische Eigenart von Programmierern - alles, was durch Anpassungen effizienter oder nützlicher werden könnte, soll es auch werden.

tastatur_kyrillisch.jpgZurzeit schreibe ich zum Beispiel oft Leadsheets für meine Band, dafür brauche ich immer wieder die Vorzeichen-Symbole ♭ und ♯. Natürlich kann man auch einfach b und # schreiben, das sieht dann aber doof aus: A♭ oder A♯ vs Ab oder A#. Vor allem wenn es As-Moll ist: Abm. Und man kann die Spezialsymbole zwar einfügen, obwohl sie auf der Tastatur fehlen, aber nur per Unicode-Spezialbefehl, in meinem Fall Strg + Shift + U, dann die Unicode-Folge (U266D bzw. U266F) und dann Leerzeichen. Dann hat man zwar A♭m, aber auf Dauer auch eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme.

Aber genug des Vorgeplänkels. Unter Linux kann man, sofern die verwendete Linux-Variante den X-Server verwendet (und das tun zumindest die gängigen alle), sein Tastaturlayout einfach anpassen. Ich habe das bereits früher mal gemacht, um die Belegung der internen Funktionstasten meines Notebooks zu ändern, aber dazu später. Ich wollte also gerne das ♭ erzeugen, indem ich die B-Taste mit Alt Gr zusammen verwende, und das ♯ entsprechend bei Alt Gr und #. Die Standard-Tastaturlayouts von Linux Mint haben auf der Alt Gr-Ebene schon irgendwelche anderen Sonderzeichen, auf die ich aber gut verzichten kann.

Die Tastaturlayouts sind unter /usr/share/X11/xkb/symbols gespeichert. Nicht jede mögliche Variante hat eine eigene Datei, nur die grundlegenden Layouts. Ich verwende zum Beispiel das Layout de in der Variante deadgraveacute - also die deutsche Belegung, bei der nur die Akzente Grave und Acute standardmäßig einen Buchstaben erwarten é è, das Circumflex ^ bekomme ich direkt. Die dafür zuständige Datei ist de.

In dieser Datei gibt es drei wesentliche Bestandteile:

xkb_symbols "deadgraveacute"
Dadurch wird die Variante gekennzeichnet. Es gibt immer eine Variante "basic" und dann abgewandelte Varianten. Tastenbelegungen können in mehreren Varianten vorkommen, es gilt, die richtige(n) zu ändern.
include "latin(type4)"
Damit nicht so viele Dopplungen auftauchen, können Layouts und Varianten eingebunden werden. Diese Zeile bindet das Layout latin ein, das sich in einer anderen Datei befindet, und zwar in der dort notierten Variante type4. Die Variante ist beim Einbinden optional. In meinem Fall befand sich die Tastenbelegung, die ich ändern wollte, gar nicht in der Datei de, sondern bereits in der Datei latin.
key <AB05> { [ b, B, U266D, leftsinglequotemark ] };
In diesen Zeilen wird die tatsächliche Belegung der Tasten definiert. Der Name der Taste steht am Anfang in spitzen Klammern, die Namen richten sich dabei typischerweise nach der Standardbelegung im US-Layout. Hier bezeichnet AB05 die fünfte Taste1 auf der zweiten alphanumerischen Tastenreihe von unten. Es folgt dann wie oben zu sehen die Angabe der Belegung in der Reihenfolge Taste, Taste mit Umschalt, Taste mit Alt Gr und Taste mit Modifikatortaste für Ebene 4. Letztere kann unter Linux frei gewählt werden, bei mir ist es die Feststelltaste, die ich sonst nicht benutzen würde, bei manchen muss man dafür sowohl Umschalt als auch Alt Gr drücken. U266D steht für das Unicode-Zeichen 266D - das ist ♭.

Wenn alle beteiligten Layouts und Varianten nach Belieben angepasst wurden, muss das geänderte Layout noch übernommen werden. Dazu löscht man die Caches:

sudo rm /var/lib/xkb/*.xkm

Anschließend entweder einmal das Layout wechseln und zurückwechseln oder neu anmelden. Die neue Tastenbelegung sollte nun funktionieren. Per Skript aktiviert man mein Beispiel dann so:

setxkbmap de -variant deadgraveacute

Nun noch zu dem eingangs erwähnten Sonderfall mit der Notebooktastatur und der externen Tastatur. Bei meiner Notebooktastatur sind die Tasten Pos1 und Ende nur in Kombination mit der typischen Fn-Taste erreichbar. Das hat mich genervt. Praktischerweise ist das aber eine Hardware-Funktion, die Tastatur sendet in Kombination mit der Fn-Taste einen anderen Tastencode, so dass ich die Belegung mit der gleichen Methode wie oben einfach tauschen konnte.

Dadurch habe ich allerdings auch die normalen Tasten meiner externen Tastatur umbelegt. setxkbmap akzeptiert zwar die Angabe eines Gerätes, auf dass sich die Belegung beziehen soll (mit ID von xinput):

setxkbmap -device 3 de

aber in meinem Fall werden die Tastaturen zu merkwürdigen Virtual Keyboards zusammengefasst, da habe ich noch nicht raus, wie ich es schaffe, beide Tastaturen gleichzeitig mit dem korrekten Layout zu belegen. Bis ich das herausfinde, begnüge ich mich damit, die Belegung zusammen mit dem Monitor zu wechseln, dafür habe ich eh ein Skript auf eine Tastenkombination gelegt.

  1. xrandr --output HDMI-0 --auto && xrandr --output LVDS-0 --off && xrandr --output VGA-0 --off
  2. setxkbmap -device 3 de -variant deadgraveacute

Damit habe ich immerhin an der Tastatur, die ich typischerweise zusammen mit dem entsprechenden Monitor verwende, die dafür passende Belegung. Und nun auch mit den Sonderzeichen, die ich gerne einfach eingeben können möchte.

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Foto von Kecko auf Flickr, lizensiert unter CC-BY-ND 2.0

  1. Auf der amerikanischen Tastatur gibt es die Taste mit den größer- und kleiner-Zeichen nicht.

Mein neues Handy mit grüner Sturzschutzhülle, fotografiert mit der Spiegelreflex

Manchmal kommt einfach alles zusammen und dann ist die Zeit reif. Mein Tablet ist durch einen Sturz zerstört worden, ich brauchte ein Android-Gerät um meine Karteikarten mit Anki weiter zu lernen, an meinem Nokia-Handy war schon wieder der Akku durch und das mit dem T9 hatte auch schonmal besser funktioniert. Und da war doch letztens dieser Artikel über das bald erscheinende vielversprechende Billig-Smartphone von Motorola...

Lange zögern ist nicht meins und so stand zwei Tage später der Paketbote mit einem Moto E1 vor meiner Tür. Pappschachtel auf, USB-Kabel (kein Ladegerät) beiseite, Schnellanleitung nach SIM-Kartensteckplatz befragen - und erstmal fluchen, weil ich gar keine MicroSIM habe. Zum Test musste also die kurzerhand auf MicroSIM verkleinerte Nova-SIM aus Island herhalten. Eine halbe Stunde später hatte ich dann auch raus, dass man der Rückschale eine Menge Gewalt antun muss, damit sie sich vom Rest des Gerätes löst, und konnte meine SIM und auch gleich eine MicroSD-Karte einlegen.

Motorola hat erfreulich wenig unnütze Apps vorinstalliert, so musste ich nicht lange deinstallieren. Der automatische Download meiner alten Apps aus dem Play Store ist irgendwann abgebrochen, aber wonach die ausgewählt werden, weiß ich sowieso nicht. Zwar waren alle automatisch installierten Apps auf dem Tablet, aber im Store sind noch viele weitere als "installiert" markiert, wer weiß, was da noch gekommen wäre. Zu den essentiellen, die ich direkt haben wollte, gehören ohnehin nur wenige - AnkiDroid für die Karteikarten natürlich, ColorNote und RepliGo Reader mit den Uni-Unterlagen, FolderSync um die Dropbox automatisch offline bereit zu stellen und OsmAnd, meine bevorzugte Navigationssoftware.

Alle genannten laufen flüssig und auch alle weiteren Apps, die inzwischen dazu gekommen sind, machen keine Probleme. Warum ein Smartphone einen Quadcore haben muss, habe ich nie verstanden. Nichtmal mein Standrechner hat einen. Ich bin sicher kein Hardcore-User, aber an solche richtet sich das Moto E mit einer UVP von 119€ auch definitiv nicht. Mangels Hardcore-Anwendungen hält mein Akku denn auch vier bis fünf Tage im Standby durch, bei eingeschaltetem WLAN etwas, bei eingeschaltetem mobilen Datenzugang deutlich weniger. Bei gelegentlichem WLAN-Zugriff, normaler SMS-Nutzung und der intensiven Nutzung der Karteikarten-App in der Prüfungsphase schafft der Akku immer noch mehr als 48 Stunden, ich behaupte daher mal, dass es sich um eine überdurchschnittliche Laufzeit handelt.

Meine Spiegelreflex, mit dem Handy fotografiertNun wäre ich ja kein Geek, wenn ich das Ding nur zum Telefonieren nutzen würde. Mal ganz davon abgesehen, dass ich eine Weile gebraucht habe, um herauszufinden, wie man denn eigentlich Telefonnummern wählt (auf einem mobilen Computer wie diesem natürlich mit einer App und nicht mit Tasten). Die Lautsprecherqualität sowohl des größeren als auch des kleineren zum-ans-Ohr-halten-Lautsprechers ist lausig, Prollfaktor bei auf laut geschalteter Musik also hoch. Mit vernünftigen Boxen am Klinkenausgang (3,5mm) kann man aber anständig Musik hören, ein kleiner Equalizer ist vorinstalliert. Das erspart mir, beim Spülen immer das Notebook in die Küche zu tragen. Die Kamera erfüllt ihren Zweck - immer dabei, kein zusätzliches Gerät und Gewicht, für schnelle Schnappschüsse absolut geeignet, im Dunkeln nicht zu gebrauchen und hohe Schärfe oder gutes Rauschverhalten darf auch nicht erwartet werden. Es gibt bessere in anderen Smartphones, aber wenn ich gute Fotos will, nehme ich meine Spiegelreflex mit. Besser als nix und auch besser als die im sechs Jahre alten Nokia-Handy ist die hier allemal.

Eine sturzhemmende Hülle2 habe ich bereits besorgt, nun muss definitiv noch eine größere SD-Karte her. Die internen 4GB sind lausig und sollten durch 32 weitere externe erweitert werden. Ein bisschen albern komme ich mir ja vor, wenn ich mich wie ein kleines Kind freue, dass meine Kontakte nun mit Foto angezeigt werden (dank Facebook-Abgleich) und SMS-Konversationen nach Kontakt gruppiert werden. Bis die Garantie abgelaufen ist, ist der Spielbedarf sicher gewachsen und das Telefon wird gerootet - bis dahin reicht mir Llama, mit dem man gefühlt alles steuern kann, je nachdem, wo man sich gerade aufhält. Aber die Güte der Apps hat ja mit der Hardware nichts zu tun, daher werde ich das hier nicht weiter ausführen.

  1. Affliate-Link
  2. Noch ein Affliate-Link

Ich spiele fast ausschließlich Schlagzeug zu Aufnahmen von Liedern, die ich gerne spielen können möchte. Mit Covermusik habe ich angefangen zu spielen und bisher bin ich auch nicht davon weg gekommen (und habe das auch gar nicht vor). Im Gegensatz zu Proben mit einer echten Band bringt diese Methode ein Soundproblem mit sich: Man muss die Aufnahme hören, aber auch sich selbst.

Bisher habe ich dafür normale, einfache Kopfhörer benutzt, die recht stark gegen die Umgebung abschirmen und auch recht laut eingestellt werden können. Das ging gut, aber wenn die Probe mal zwei Stunden dauerte, hatte ich danach klingelnde Ohren. Es wurde also höchste Zeit für eine Lösung, die meine Ohren schont.

Bei sticktricks.de wurde ich dann fündig. Keine Ahnung, wieso es bisher keine Option war, Lärmschutz und Wiedergabe zu trennen, aber es funktioniert wunderbar. Ein billiger Gehörschutz und die dort empfohlenen In-Ear-Kopfhörer ergeben eine Kombination, die mir eine wahre Erleuchtung beschert hat beim Sound.

Die In-Ear-Kopfhörer nutze ich nun sogar für meinen MP3-Player, denn sie passen erstaunlich gut in meine Ohren und richtig ausgerichtet ist der Klang wirklich beeindruckend (natürlich nur gemessen daran, dass es eben mobile, kleine Kopfhörer sind und kein ganzes Soundsystem). Außerdem sind sie grün. :D Das Schlagzeugspielen fühlt sich nun ganz anders an, der Lärmpegel ist viel geringer - für mich, für Außenstehende ist es vermutlich noch lauter geworden. Aber das stört im Probenraum ja niemanden.

Nachdem mich Logitech enttäuscht hatte, probierte ich die Sharkoon Fireglider aus, ebenfalls eine Lasermaus mit Kabel und sieben Tasten, allerdings ein paar Euro günstiger. Sharkoon war mir bisher eher als Hersteller von Casemodding-Zubehör bekannt, eine Gamingmaus, die aussieht wie eine Büromaus und auch als solche genutzt werden kann, machte mich neugierig.

Die (der?) Fireglider kommt in einer für Gamingzubehör üblichen schicken Verpackung, die sich leicht öffnen lässt. Zum Lieferumfang gehören außer der Maus auch sieben kleine Gewichte, mit denen sich das Gewicht der Maus anpassen lässt. Ebenfalls anpassen lässt sich die Empfindlichkeit in DPI (bis zu 3600). Eine farbige Anzeige auf der Maus signalisiert den eingestellten Wert. 3600 ist so unfassbar schnell, dass ich die Maus nicht mehr kontrollieren kann. Ich entscheide mich für den Wert, bei dem die Anzeige grün leuchtet, es ist einer der niedrigsten und zum normalen Arbeiten völlig ausreichend. Zusammen mit den Gewichten rechtfertigt sich so jedenfalls der Begriff Gamer-Maus. Der DPI-Wert wird übrigens intern gespeichert, bleibt also auch erhalten, wenn man die Maus an einen anderen Rechner mitnimmt oder zwischendurch aussteckt oder den Rechner neustartet.

Außerdem dabei sind zwei Sets Ersatzfüße, falls die mal abnutzen. Sehr löblich, da mir sowas bei anderen Mäusen schon öfter gefehlt hat. Die Tasche wirkt ziemlich klein und nicht besonders hochwertig, aber bei einem Preis von kaum über 20€ kann man da gut drüber weg sehen.

Ein Kaufgrund war das "fein justierbare" Mausrad. Das hört sich für mich an, als könnte man daran irgendwas verstellen. Dem ist nicht so, es handelt sich um ein normales Mausrad mit feiner Rasterung, sehr angenehmem Drehverhalten und sehr leisem Drehgeräusch. Letzteres tröstete mich dann auch, denn der Hauptgrund, warum ich mich bisher gegen gerasterte Mausräder entschied, war das laute Klicken beim Drehen. Das Mausrad bleibt beim Klicken sehr stabil, das genaue Gegenteil der Logitech M500. Seitliches Scrollen gibt es nicht.

Die Maus liegt nicht unglaublich gut, aber schon sehr angenehm in der Hand. Von der Größe her würde ich sie zwischen der VX und MX von Logitech anordnen. Mir ist sie groß genug, etwas kleiner wäre auch ok gewesen. Nutzern der MX ist sie möglicherweise auch wegen der vergleichsweise geringen Höhe zu klein. Die Oberfläche fühlt sich aufgrund der Beschichtung sehr angenehm an. Auf meinem Kunststoff-Mauspad gleitet sie leise und leicht.

Das Klicken der Maustasten ist deutlich hörbar, die Tasten sind aber angemessen leichtgängig. Kein labberiges Zeug, aber Kraft aufwenden muss man auch nicht. Mehr kann man bei normalen Tasten nicht reißen. Die sechste Taste ist ganz am Kabelende zwischen linker Maustaste und Rad positioniert. Durch zweistufige Erhöhung und geriffelte Oberfläche hebt sie sich deutlich ab und auch durch die Position ist es schwer, sie versehentlich zu treffen, und doch leicht genug erreichbar um sie im Alltag zu nutzen. Die siebte Taste ist unter dem Rad und schaltet den DPI-Wert um. Die Software zur Tastenprogrammierung nutze ich nicht, da ich unter Linux arbeite. Dort sind die beiden seitlichen Tasten (vor und zurück) standardmäßig vertauscht. Das lässt sich anpassen, ich finde es aber angenehm, da aufgrund der etwas anderen Position der Tasten die Zurück-Taste dort ist, wo sie immer ist, die Vor-Taste aber nicht dahinter, sondern davor. Für meinen Daumen ist diese Lage angenehmer. Auch hier wurde übrigens eine Riffelung verwendet, um die Tasten unterscheiden zu können.

Die Fireglider fällt kaum auf, wenn sie auf dem Schreibtisch liegt. In der niedrigsten DPI-Stufe leuchtet gar die LED nicht. Trotzdem punktet sie durch gute Verarbeitung, angenehmes Handling und viele Kleinigkeiten. Die Gewichte habe ich nicht ausprobiert, aber beim Herausnehmen zeigt sich schon, dass man das Gewicht der Maus damit fühlbar verändern kann. Die Sharkoon Fireglider wird mich nun jedenfalls länger begleiten.

Viele Jahre lang nutzte ich eine Logitech VX Revolution als die Computermaus meiner Wahl. Sie war nicht so groß wie die MX, aber auch nicht so winzig wie die VX Nano. Sie hatte einen ausgesprochen präzisen Laser, mit dem auch Egoshooter Spaß machten. Man konnte den Funkempfänger in der Maus verstauen und vor allem konnte man das Mausrad umschalten zwischen Klickrasterung und freiem Drehen. Das ist großartig, wenn man wie ich oft durch lange Texte oder Programmquelltexte scrollen muss. Ihr einziges Manko war die kurze Distanz, die sie per Funk überwinden konnte.

Nun ist das Batteriefach kaputt. Schon vorher passte nicht mehr jeder Akku, nun war sie mit gar keinem mehr zufrieden. Also nach sechs Jahren erneut die quälende Frage: Welche Maus soll es denn sein? Das Angebot ist gigantisch, von den ganz schlichten Drei-Tasten-Mäusen bis zur Mad Catz R.A.T.-Serie, die vom Aussehen einer Maus schon sehr weit entfernt ist, gibt es quasi alles. Ich halte meine Ansprüche eigentlich für gering: Laser, wahlweise freidrehendes Mausrad und entweder gute Funkleistung oder Kabel.

Aber am Mausrad scheitert es - anscheinend verwendet niemand außer Logitech diese Technik. Möglicherweise ist sie patentiert. Jedenfalls kaufte ich nun die Logitech M500 - ein indirekter Nachfolger der VX mit etwas anderer Form und Kabel, da Berichten zufolge die Funkleistung noch schlechter geworden sein soll.

Die M500 ist unter den gehobenen Mäusen bei Logitech das Billigmodell. Mit nur etwa 24€ kostet sie kaum mehr als die Durchschnittslasermaus, verfügt dafür aber eben über das umschaltbare Mausrad und zwei weitere Tasten an der Daumenseite. Die Form wird als ergonomisch angepriesen - aber bei dem Ausmaß des ergonomischen Designs heutzutage halte ich das kaum für gerechtfertigt. Es beschränkt sich im Wesentlichen darauf, dass der Daumen nicht komplett neben der Maus liegt, sondern sich ein bisschen in das Gehäuse einfügt. Ansonsten fühlt sich die M500 trotzdem an wie die ganzen ovalen Standardmodelle.

Die Tasten sind allesamt ok. Es sind halt Tasten, man kann damit klicken, sie tun was man erwartet und machen dabei ein mittellautes Klickgeräusch. Deutlich lauter ist die Umschalttaste für das Mausrad. Während man bei der VX einen Pin zur Seite schob, gibt es nun eine Taste, die man drücken muss. Das funktioniert zuverlässig und Position und Widerstand sind so gewählt, dass man sie nicht versehentlich betätigen wird.

Ganz anders das Mausrad. Während es im freidrehenden Modus gewohnt praktisch ist, weist es im Klickrastermodus schon wesentlich weniger Widerstand auf als die meisten anderen gerasterten Mausräder. Vor allem aber kann man mit dem Mausrad auch seitlich scrollen - und da zeigt sich die größte Schwäche der M500. Das Rad ist dermaßen wabbelig in seiner Halterung, dass man zum einen jederzeit versehentlich seitlich scrollen kann, weil das Rad einfach seitlich wegrutscht - zum anderen bekommt man beim absichtlichen seitlichen Scrollen überhaupt kein Feedback. Am Deutlichsten zeigt sich das, wenn man im freidrehenden Modus (den ich meistens nutze) versucht, mit dem Mausrad zu klicken: Denn auch der Klickwiderstand des Rades ist lausig, es fühlt sich einfach wabbelig an, und durch den geringen Halt bin ich dabei schon mehr als einmal seitlich abgerutscht und habe so das Scrollen ausgelöst. Mal ganz davon abgesehen, dass das Klicken auch nicht immer funktioniert...

Die M500 mag ja als Gesamtprodukt recht solide sein, aber für mich ist das Mausrad nunmal der wichtigste Bestandteil der Maus nach der linken Maustaste. Mit so einem wabbeligen Ding kann ich nicht arbeiten. Daher werde ich nun erneut den Amazon-Katalog wälzen...

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