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Fahrrad-Neuaufbau - Teileliste & wie alles begann

Grünes Fahrrad Einzelteile.JPGNachdem ich 2012 das Fahrradfahren wieder für mich entdeckte, erstand ich ein nicht allzu klappriges gebrauchtes Trekkingrad und scheiterte direkt mal daran, damit von Hagen nach Dortmund zu fahren. Es war Winter, ich stürzte bei der ersten Schneematsch-am-Bordstein-Stelle. Dafür konnte das Rad natürlich nichts. Ich kaufte Spikereifen und trainierte, machte eine erste mehrtägige Fahrradtour im darauf folgenden Sommer und im nächsten Winter schockte mich nichts mehr.

Wofür das Rad aber was konnte, war das extrem hohe Gewicht des Rahmens. Dagegen half auch nicht, dass ich die nach und nach verschlissenen billigen Originalteile fast alle austauschte. Nach zwei Jahren hatte ich ein robustes, unverwüstliches und recht zuverlässiges, aber schwerfälliges Fahrrad und außerdem eine Menge Spaß an der Schrauberei entwickelt. Ich beschloss also, ein neues Fahrrad zu bauen - und zwar aus Einzelteilen und selbst.

Ist ja auch nicht so schwer, dachte ich. Hat ja nicht so viele Teile, so ein Fahrrad, und Trekkingräder sind populär, da gibt es reichlich Auswahl und Anleitungen. War auch nicht komplett falsch, der Gedanke. Drei grundlegende Entscheidungen waren schnell getroffen: Baugröße 28 Zoll, da am weitesten verbreitet und bisher passend für meine Körpergröße, V-Bremsen, da am billigsten, und 3x9 Gänge, da zukunftssicher (genug) und für Drehgriffschalter verfügbar, sollten es sein. Ich geb's zu: Ich hasse die Rapidfire-Daumenschalthebel. Und es sollte eine Kettenschaltung werden, also ein Fahrrad ohne Rücktrittbremse, da man dabei die Wartung leicht selber vornehmen kann (und dann allerdings auch regelmäßig muss).

  • Fahrradrahmen 28 Zoll mit Schaltauge und V-Bremsaufnahme (Cantilever-Sockel) für das Hinterrad, in zur Körpergröße passender Rahmenhöhe
  • Zwei Laufräder (Felge mit Speichen und Achse), 28 Zoll
  • Zwei zu den Felgen passende Mäntel (Schwalbe hat da eine gute Infoseite)
  • Zwei zu den Mänteln passende Schläuche
  • Federgabel für 28 Zoll, mit V-Bremsaufnahme (Cantilever-Sockel)
  • Zur Federgabel passender Steuersatz
  • Zur Federgabel passender Vorbau mit zur Körpergröße passenden Maßen (Ergotec hat da eine gute Infoseite)
  • Zum Vorbau passender Lenker in ausreichender Länge
  • Ein Paar Lenkergriffe - Durchmesser und Länge beachten, falls Drehgriffe zum Schalten verwendet werden!
  • Zum Rahmen passende Sattelstütze
  • Zur Sattelstütze passender Sattel
  • Ein Paar V-Bremsen
  • Ein Paar V-Brems-Bremshebel mit Bremszügen
  • Außenhülle für Bremszüge (2m) in passendem Durchmesser und Endkappen
  • Tretlager (Kurbel) für 3x9 Gänge (Tretlager haben meist 3 Kettenblätter, die aber je nach Anzahl der Gänge - hier 9 - unterschiedlich breit sind)
  • Zum Tretlager passendes Innenlager (Aufnahme und Länge müssen passen)
  • Zum Tretlager und Rahmen passender Umwerfer
  • Zur Hinterradachse passende Kassette für 3x9 Gänge
  • Zu beidem passende Kette für 3x9 Gänge
  • Schaltwerk für 3x9 Gänge
  • Zum Schaltwerk passender rechter Schaltgriff mit Schaltzug - Hier muss man sich auf einen Hersteller festlegen.
  • Zur Kurbel passender linker Schaltgriff mit Schaltzug - Beim Tretlager hingegen kann recht frei kombiniert werden, solange die Ganganzahl passt.
  • Außenhülle für Schaltzug (2m) in passendem Durchmesser und Endkappen
  • Vier Endhülsen für die Bowdenzüge (oder lieber ein paar mehr...)
  • Zwei Pedale
  • Klingel
  • Beleuchtung

Die meisten Kompatibilitäten kann man sich bei vernünftigen Onlineshops aus der Beschreibung erschließen. Beispiel Vorbau: Der Lenker hat einen bestimmten Klemmdurchmesser, die Gabel hat einen bestimmten Durchmesser, der Vorbau muss auf beides drauf passen.

Werden als Beleuchtung keine Akku-Steckleuchten verwendet, sollte man heutzutage ein Vorderrad mit Nabendynamo erwerben (kostet deutlich weniger als später einen Nabendynamo nachzukaufen) und entsprechende Leuchten. Dabei an den Überspannungsschutz denken, falls die Lampen keinen eingebaut haben (Datenblatt lesen)!

Folgende Komponenten habe ich vom alten Rad weiterverwendet:

  • Vorderrad
  • Zwei Mäntel und einen Schlauch
  • Bremshebel
  • Bremsen
  • Bremszugaußenhülle
  • Sattel
  • Klingel
  • Beleuchtung

Das Hinterrad hatte noch eine Schraubkassetten-Aufnahme, Schraubkassetten gibt es für 9 Gänge aber nicht, also musste ein neues Hinterrad her. Dadurch konnte ich immerhin auch wieder auf Autoventile umsteigen (französische Ventile gehen mir immer kaputt). Eine Sattelstütze, die zum alten Sattel und zum neuen Rahmen passte, konnte ich in der Uni-Werkstatt abstauben.

Von allen anderen Teilen habe ich meist einfach das billigste genommen, das mir von der Farbe gefiel und zu den anderen Komponenten passte. Nicht empfehlenswert ist das bei Bremsen. Die bremsen zwar auch, aber die Billigmodelle z.B. von Shimano haben eine ungünstige Klemmung, die den Bremszug schädigt, so dass man den nach Demontage z.B. beim Reifenwechsel nicht erneut verwenden kann. Insgesamt ist es eine bunte Mischung aus Shimano- und SRAM-Teilen sowie etlichen Komponenten weniger bekannter Hersteller.

Wer eine Selbsthilfewerkstatt in seiner Stadt hat, kann nun einkaufen und mit einem Bollerwagen voll Teile dort aufkreuzen. Oder im nächsten Artikel im Überblick lesen, was man vor der Montage wissen sollte und es dann vielleicht komplett selber bauen.



Und außerdem wäscht sie mit Leitungswasser!

Als das moderne Haushaltsgerät mechanisch nicht mehr zu verbessern war, hätte jeder Mensch es einmal und für immer kaufen sollten. Das war damals, als noch nicht jede Waschmaschine Features wie "varioPerfect", "touchControl" und "iQdrive" und noch nicht so putzige Namen wie "LiquidWash" hatte. Das brauchten sie auch nicht, denn damals konnte man noch sagen "Diese Waschmaschine hat jetzt auch ein optional wählbares Vorprogramm". Heute hat jede Spülmaschine drei Vorprogramme ("halb voll", "ganz voll", "weiß nicht, hab vor einer Woche das letzte mal reingeschaut") und jede Waschmaschine ein Spezialprogramm nur für rote Cordhosen und kurzärmelige Winterjacken. Stattdessen lässt man heute ein neues Produkt entstehen, indem man dem Motor einen halben Tropfen mehr Öl gönnt ("SmartSilence-Technologie") und ein Schleuderprogramm mit 3000 Umdrehungen pro Minute hinzufügt, falls der Kunde zufällig Altkleider reinigen und gleichzeitig zur weiteren Verwertung schreddern will.

Überhaupt: Dank der Digitalisierung kann man jetzt jedes beliebige Gerät mit Feature-Müll überhäufen. Der mechanische Programmwahlschalter und die drei Einrasttasten an der Waschmaschine sind der unglaublichen Welt des Touchens gewichen. Schlimm genug, dass man viele Drücker an Ampeln nicht mit Handschuhen bedienen kann - nein, jetzt muss ich mich auch jedes Mal erden, wenn ich die Vorwäsche an der Waschmaschine hinzuschalten will. Und der Herd quittiert jedes Objekt auf der Sensorfläche wahlweise mit "piep-piep-piep-piep" oder einfach dem Ausschalten aller Kochplatten. Im Handbuch steht dazu, man solle keine Sachen auf die Herdplatte stellen. Ach ja, danke für den Hinweis.
Zum Glück entsteht durch die Touchbedienung ein echter Mehrwert. Dadurch, dass man für jede Änderung der Kochstufe drei mal touchen muss (Kochfläche auswählen, Plus- bzw. Minus-Taste gedrückt halten, Auswahl bestätigen) ist man viel besser gegen unabsichtliche Bedienung abgesichert.

Ich bezweifle stark, dass all dieser Kram wirklich nötig ist. Mechanische Tasten gefallen mir besser als solche zum Touchen und die Abwägung, ob ich genug Jeans für das Jeans-Programm in meiner Wäsche habe, ist auch überflüssig. So stumpf, wie Modetechnologien von den konservativen Haushaltsgeräteherstellern eingebaut werden, kann das Ergebnis einfach nur unpraktisch und gruselig sein. Vermutlich lässt sich meine nächste Waschmaschine per App konfigurieren. Immerhin funktioniert der Touchscreen meines Smartphones von allen Geräten im Haushalt am besten...

Aber trotzdem: Danke, liebe Haushaltsgeräteindustrie, für diese technischen Innovationen!
Zum Abschluss empfehle ich einen Blick auf emotionLight. Ersetzt wahlweise das Gruselgefühl von einem Paranormal-Activity-Film oder das Fremdschämgefühl von zwei Twilight-Filmen (no offense intended).



Was aus dem Digimemo wurde...

...weiß ich eigentlich gar nicht so genau. Ich habe ihn verkauft. Die Idee des digitalen Notizblocks war cool, und wenn das Teil bei mir richtig funktioniert hätte, hätte ich es vielleicht auch mehr genutzt - vielleicht aber auch nicht. So habe ich es jedenfalls für den Kaufpreis viel zu wenig und viel zu ineffektiv genutzt, eigentlich nur gelegentlich als Spielzeug, z.B. als Stifteingabegerät für die neue Windows-Handschrifterkennung (die übrigens gar nicht schlecht ist). Haken wir das ab unter nette Ideen, die aber eigentlich übertrieben sind - ich freu mich dieweil, dass ich den Kaufpreis wieder rausgekriegt habe. hahahah



Test: aXbo Schlafphasenwecker

Wenn man ein Produkt einer Art getestet hat, ist es viel leichter, weitere zu testen. Nachdem ich mit dem Sleeptracker nicht ganz zufrieden war, habe ich jetzt hoffnungsvoll den teureren aXbo bestellt. Bei beiden handelt es sich um Schlafphasenwecker - kurz: Wecker, die einen genau dann wecken sollen, wenn man eh fast wach ist. Für Details bitte mal in den ersten Bericht schauen.

Der aXbo kommt in einer edlen Verpackung, einer Würfelbox, die in der Mitte geteilt ist, damit man sie aufklappen kann. Macht was her, nervt aber schon, weil der Würfel in ner Papphülle ist und wegen dem Schnitt in der Mitte nicht so leicht wieder rein zu bekommen ist. Naja.

Die Website wirbt damit, dass der aXbo diverse Designpreise gewonnen hat - da kann man sicher drüber streiten. Die Fotos auf der Website sind ganz gut, das Display ist transparent und leuchtet bei Betätigung einer Taste blau (etwas zu grell für den Betrieb in der Nacht). Ansonsten gibt es zwei Knöpfe und ein Rad (wie ein Mausrad). Die Bedienung ist recht intuitiv, es gibt nur wenige Funktionen, die sich alle selbst erklären und einfach erreichen lassen, für die Einstellung der Weckzeit lassen sich die beiden Knöpfe als Schnelltasten benutzen. Allerdings habe ich nach den wenigen Tagen der Testbenutzung schon gemerkt dass man die Funktion der Radtaste manchmal auch durch Antippen des Gehäuses auslösen kann. Die Verarbeitung wirkt also vermutlich besser als sie ist.

Im Gegensatz zum Sleeptracker, der im Prinzip eine gepimpte Armbanduhr ist, hat man es beim aXbo mit einem stationären Gerät zu tun, welches ans Stromnetz gehängt werden muss, um den Akku geladen zu halten. Der Akku soll aber etliche Tage halten, getestet habe ich das nicht. Der Sensor wird in ein Armband eingelegt, welches dann am Arm zu tragen ist. Mich erinnert das Teil an diese Schweißbänder - ob man das mag, muss jeder für sich entscheiden. Mich hat's nach der zweiten Nacht genervt. Die Übertragung der Bewegungsdaten erfolgt entsprechend per Funk, die Reichweite ist dabei sehr gering (weniger als ein Meter). Im Sensor ist ein schwer zu betätigender Druckknopf, mit dem man den Sensor am aXbo anmeldet und die Beleuchtung anschalten kann.

Das Wecken, die Hauptfunktion, funktioniert nicht ganz so gut wie beim Sleeptracker, der mich wirklich überrascht hat. Das Prinzip "Aufwachen wie selbst aufgewacht" funktionierte da besser. Möglicherweise hängt das mit der geringen Sendeleistung des Sensors zusammen. Während der Sleeptracker Vibrationsalarm und Piepton zum Wecken anbietet, gibt's beim aXbo nur Ton, dafür aber verschiedene... naja, der Hersteller nennt es Naturklänge. Sind ganz ok und die Lautstärke lässt sich einstellen. Wie es funktionieren soll, dass man zwei verschiedene Personen nicht gleichzeitig weckt, erschließt sich mir aber nicht - auch wenn der Hersteller groß damit wirbt, dass man zwei Sensoren anschließen kann und daher zwei Personen unabhängig wecken kann. Würden die Armbänder über Vibrationsalarm verfügen, würde ich das verstehen - aber genau die Funktion fehlt.

Außer der Weckfunktion gibt es noch eine Chillout-Funktion, mein persönliches Highlight. Drei verschiedene Naturklänge lassen sich einstellen (Lautstärke variabel), die einen in den Schlaf tragen sollen. Der Hersteller wirbt damit, dass die Klänge ausgeblendet werden, wenn man einschläft - ich hatte eher den Eindruck, dass es einfach nach einer bestimmten Zeit war, jedenfalls war ich meist noch wach, wenn mein Meeresrauschen ausging. Schaltet man die Töne manuell wieder ab, bevor man einschläft, reaktivieren sie sich manchmal von selbst.

Beim Blättern durch die Einstellungsmenüs ist mir außer den im Handbuch dokumentierten Funktionen noch eine namens Powernap aufgefallen. Das Prinzip Powernap kenne ich, jedoch konnte ich weder im Handbuch noch auf der Website Informationen finden, was der Wecker da tut. Sinnvoll wäre es ja, anhand des Sensors zu ermitteln, wann man fast eingeschlafen ist - faktisch hat mich das Ding immer nach maximal 10 Minuten wieder geweckt, danach ging's mir noch beschissener als vorher.

Insgesamt bin ich eher enttäuscht. Der Sleeptracker mit seinem Vibrationsalarm hat mir besser gefallen, allerdings konnte man da ja die Stärke der Vibration nicht einstellen, weshalb ich manchmal verschlafen habe. Bei keinem der beiden Produkte kann man eigene Töne aufspielen. Jeder popelige MP3- oder Radiowecker kann das - diese Geräte hier kosten 169 bzw. 189 Euro und bieten sowas nicht, das ist nicht vertretbar. An einigen Stellen muss nachgebessert werden und der Funktionsumfang ist zwar schon ganz nett, aber nicht ausreichend für ein solch hochpreisiges Produkt. Und komm mir jetzt niemand mit den Entwicklungskosten - natürlich ist es eine tolle Innovation, Schlafphasen auszunutzen, aber so neu ist die Technik jetzt nicht mehr, und die von mir gewünschten Features (verstellbare Vibrationsstärke, MP3-Sounds...) bieten auch Billiggeräte, können also nicht so teuer sein. Beim aktuellen Stand der Technik kommt mir jedenfalls kein Schlafphasenwecker ins Haus.



Super Shiny Glow vs Imba Shiny Glow

Eigentlich wollte ich ja bloß endlich mal eine LED-Taschenlampe, weil ich LED-Technik mag. Aber wie so vieles woraus hinterher ein Blogartikel entsteht wurde aus "eigentlich wollte ich ja bloß..." doch etwas mehr. Und so gibt's an dieser Stelle, soviel vorab, einen kleinen Testbericht zu den LED-Taschenlampen "LD20" von Fenix und "WORKX 203" von Litexpress.

Dem voraus ging eine kleine Recherche zu LED-Taschenlampen, ich hatte ja schließlich keine Ahnung wofür man da so sein Geld ausgeben kann - und vor allem keine Ahnung wie viel Geld man ausgeben kann. Das verrückteste Modell was ich gefunden habe ist eine für $300, mit der man Spiegeleier braten kann, wenn man ne Pfanne auf die Lampe stellt. Ich habe also ein bisschen gegooglet und bin dabei neben dem bekannten Hersteller MagLite als einen der ersten auf Peli gestoßen: "Wir bei Peli kümmern uns um die Details, damit Sie sich auf Ihre Mission konzentrieren können." Eh? Militärausrüstung? Okay, in diversen Foren übertreibt man es gerne. Fenix sollte auch sehr gut sein und so habe ich dann mal bei Amazon eine Suche durchgeführt zu LED-Taschenlampen und das preislich ein bisschen eingegrenzt, um nicht die hundert-und-mehr-Euro-Modelle zu bekommen.

MagLite kamen für mich nicht in Frage, da preislich etwas abgehoben und meist sehr schwer; Zweibrüder ebenfalls nicht, da bei der von mir gewünschten Funktionalität zu teuer. Inzwischen war ich anspruchsvoll geworden: Wegrollschutz sollte schon sein und wasserfest sowieso, möglichst robust, aber nicht groß und schwer. Zur Auswahl standen dann noch verstellbare Helligkeit und Verstellbarkeit des Lichtkegels auf weiteres oder fokussierteres Licht. Außerdem bin ich auf Unterschiede bei den Akkutypen aufmerksam geworden, manche Lampen verwenden Akkus wie sie auch in analoge Fotokameras kommen statt gewöhnlichen AA-Batterien.

Bestellt habe ich dann die oben genannten Modelle. Die Fenix ist in der Helligkeit verstellbar in 4 Stufen von 7 bis 180 Lumen und hat dabei Akkulaufzeiten von 72 bis 2,5h. Also 72h normale Taschenlampe oder 2,5h Autoscheinwerfer (unübertrieben, habs neben laufendem LKW getestet). Die Litexpress ist stufenlos verstellbar von sehr weitem Licht bis zu einem recht fokussierten Lichtkegel. Die Fenix ist allerdings in allen Modi stärker fokussiert als die Litexpress im fokussierten Modus - das kann gut oder schlecht sein, je nach Bedarf.

Beide Modelle waren ordentlich verpackt und wirkten sehr gut verarbeitet. Billigware hatte ich hier nicht in der Hand. Die Litexpress kam mit montierter Handschlaufe und Schutztasche; die Tasche fand ich allerdings recht ungeeignet, war eigentlich mehr ein zusammenziehbarer einfacher Flauschbeutel. Die Fenix kam mit montierbarer Handschlaufe, montiertem, angeblich abnehmbarem (hab's noch nicht geschafft) Gürtelhalter, Gürteltasche sowie Ersatzteilen für Verschleißteile. Überhaupt kann man bei der Fenix alles austauschen, sogar der Lampenkopf ist einzeln erhältlich. Das gibt bei mir, der immer auf die moderne Wegwerfgesellschaft schimpft, natürlich Pluspunkte. Beide Taschenlampen hatten einen ersten Satz Batterien dabei.

Mir war bei der Wahl einer hochwertigen Taschenlampe wichtig, dass diese nicht wegrollt. Beide haben daher einen Rollschutz, der bei der Fenix funktioniert aber besser, außerdem ist bei der Fenix ja noch die Gürtelhalterung, die auch ohne Rollschutz das Rollen verhindern würde. Die Fenix kann man hinstellen, was der Tatsache zu verdanken ist, dass der Einschaltknopf etwas tiefer liegt, so dass man diesen obendrein nicht versehentlich auslösen kann. Mit montierter Handschlaufe dürfte das allerdings nicht mehr funktionieren.

Beide Lampen sind irre hell. Ich hatte ja vorher schon etwas Bekanntschaft mit einfachen LED-Leuchten von Pearl gemacht und gestaunt welche Helligkeit diese erreichen, aber 90 Lumen (Litexpress) bzw. im hellsten Modus 180 (Fenix) sind einfach Wahnsinn. Ich hab beide getestet als ich nachts einen LKW beladen musste, die 180 Lumen entsprechen etwa einem normalen Autoscheinwerfer und ich hatte keine Probleme mit einer der beiden Lampen den ansonsten dunklen Aschenplatz an meiner Turnhalle zu beleuchten. Im Haus kann man die Fenix mit den 180 Lumen als Standlampe verwenden und ein 14m² großes Zimmer ausreichend ausleuchten um alles recht gut zu sehen. Die halbe Leistung reicht noch aus, um nicht hinzufallen. Für den Einsatz als Taschenlampe z.B. wenn die Sicherung rausgeflogen ist reicht der Survival-Modus mit 7 Lumen, in dem ein Satz Batterien 72 Stunden halten soll, völlig aus.

Die Entscheidung fiel bei mir recht schnell auf die Fenix. Der Hauptunterschied ist ja wie oben genannt, dass man bei der Litexpress die Leuchtweite verstellen kann, bei der Fenix dafür die Helligkeit. Die Fenix erreicht bei höherer Leuchtkraft aber ein nahezu ebenso weites Licht im Nahbereich wie die Litexpress. Daher war die Leistung letztlich vergleichbar. Entscheidend war daher die Art der Batterien - bei der Fenix normale AA, wie sie in jedem Haushalt rumfliegen, bei der Litexpress die eher als Fotobatterien bekannten CR123A. Ich betreibe grundsätzlich alles außer meinem Analogwecker mit Akkus - daher habe ich für AA bereits passende da und ebenso ein Ladegerät. Bei den CR123A müsste ich sowohl Akkus als auch Ladegerät neu anschaffen und wäre dann beim Preis der Fenix...

Zu erwähnen bleibt vielleicht noch, dass die Litexpress freie Morsezeichen ermöglicht - die Fenix hat hingegen einen automatischen Modus, bei dem SOS geblinkt wird. Ist die Frage was man sinnvoller findet. Das tollere Spielzeug ist jedenfalls die Stroboskopfunktion der Fenix, die man ggf. auch als Waffe verwenden kann. Die Fenix ist übrigens etwas größer, während ich die Litexpress in meiner Faust fast verbergen kann, ragt die Fenix etwa 5cm heraus. Leicht und damit angenehm zu transportieren sind beide.

Letztlich bin ich jetzt also mit einer für den Privatgebrauch eigentlich überdimensionierten, aber vermutlich für alle Ewigkeit ausreichenden LED-Taschenlampe ausgestattet. Fotos reiche ich eventuell nach, ansonsten sei auf die oben gesetzten Links verwiesen.



Schlafphasenwecker: Biorhythmus und Technik

Vor längerer Zeit habe ich mal davon gehört, dass es spezielle Wecker gibt, die mit Sensoren den Schlaf überwachen und dann in einer Phase wecken, in der man sowieso nahezu wach ist. Ich fand das Konzept faszinierend, aber irgendwie hab ich mich nie weiter damit beschäftigt. Mit den massiven Aufstehproblemen in letzter Zeit hat sich das geändert.

Die Idee ist simpel und die Umsetzung klingt nachvollziehbar: Wenn es nicht gerade ein irre teures Modell mit Hirnstrommessungen ist, wird auf irgendeine Art ein Beschleunigungssensor oder etwas ähnliches genutzt, um Schlafphasen zu erkennen. Das basiert darauf, dass man sich nicht in allen Schlafphasen gleich verhält - bei Wikipedia ist es recht gut erklärt, der Artikel über Schlafphasenwecker ist vielleicht für den Anfang verständlicher. Das Ziel ist, innerhalb eines einstellbaren Zeitfensters vor dem Zeitpunkt wo man spätestens aufstehen muss, eine Phase zu finden in der man ohnehin nur sehr leicht schläft, um möglichst angenehm aufzuwachen wenn man geweckt wird.

Es gibt im Wesentlichen zwei Modelle, den aXbo und den Sleeptracker. Der erste arbeitet mit einem Armband, was mit dem Wecker verbunden ist, also hab ich den zweiten getestet, der aussieht wie eine Armbanduhr und sich auch so trägt (und auch als solche verwendet werden kann). Da gibt's also schonmal Pluspunkte.

Beide Modelle bieten eine umfangreiche PC-Auswertungsfunktion (der aXbo nur für Windows), die ich aber nahezu nicht getestet habe. Die Software vom Sleeptracker bietet auf den ersten Blick eine Funktion um seine Schlafphasen anzusehen und ein Schlaftagebuch zu führen (auf Wunsch öffentlich). Dort lassen sich auch Faktoren eintragen, die das Einschlafen negativ beeinflussen. Ich habe das aber nur ganz kurz getestet, da ich die Daten nicht parat hatte um sie von Hand einzutragen und der Verbindungsstecker das schlecht haltendste und am merkwürdigsten konstruierteste ist was ich je gesehen habe. Für sämtliche Datenauswertungen ist es beim Sleeptracker erforderlich, eine To-Bed-Zeit anzugeben (kann auf einfache Art auf 30 Minuten nach dem aktuellen Zeitpunkt eingestellt werden). Ich werde die verbleibenden Tage dazu nutzen, 1. zu testen wie sich der Signalton anhört und 2. was der Sleeptracker tut, wenn man die To-Bed-Time einzustellen vergisst. Der aXbo ermittelt das laut Website übrigens selbstständig... vielleicht teste ich den auch nochmal.

Zum Weiteren dann einfach mal die Ergebnisse der bisher sieben Nächte, die ich den Sleeptracker bisher getestet habe.

  1. Bin zufällig ausnahmsweise selbst aufgewacht, der Wecker ist sofort angegangen - funktioniert also, denn ich hatte ja damit quasi eine Wachphase innerhalb des von mir gewählten Zeitraums vor meinem Ultimatum wann ich raus muss.
  2. Der Wecker weckt mich wie geplant zu einem Zeitpunkt, an dem ich nicht sehr tief schlafe, ich stehe aber aus irgendeinem Grund trotzdem nicht auf und schlafe wieder ein. Zum Ultimatum geht der Wecker nochmal, ich muss ja raus, werde auch wach, fühle mich aber jetzt wo ich wieder aus tieferem Schlaf geweckt wurde genauso beschissen wie sonst.
  3. Auch am dritten Tag war's nicht toll, es gab wohl keine passende Phase, ich hatte das Zeitfenster in dieser Nacht probehalber recht kurz gewählt (20 Minuten) und wurde so ganz normal aus dem Schlaf gerissen, nur durch Vibration statt mit nem Piepen.
  4. Der vierte Morgen war ein Fehlschlag. Ich bin nicht wach geworden, die Auswertung zeigt an, wann der Vibrationsalarm losging, aber es hat mich nicht wach gekriegt und ich habe verschlafen.
  5. Auch am fünften Morgen habe ich verschlafen, diesmal aber selbst verschuldet, ich hatte nur zwei Stunden Schlaf, also kein Wunder dass der Vibrationsalarm mich nicht wach bekommen hat.
  6. Nach den beiden totalen Fehlschlägen klappt's wie geplant. Ich werde wach und fühle mich ausgeschlafen. Toll! So hab ich mir das vorgestellt.
  7. Und nochmal, weil's so schön war. Bin aufgestanden, aber nicht zur Uni gefahren (Streik und kein Bock auf Parkplatzsuche). Also wieder ins Bett, ohne Schlafphasenwecker, war ein Fehler und mittags fühle ich mich schlechter als morgens.

Fazit: Das Konzept funktioniert prinzipiell - es erfordert aber dennoch, früh schlafen zu gehen, denn weniger Schlafen muss man damit nicht. Im Gegenteil, eigentlich muss man etwa eine halbe Stunde eher ins Bett, da man ja nicht weiß, wann man genau geweckt wird - dafür bleibt evtl. Zeit für Dinge, die sonst morgens ausfallen. Der Vibrationsalarm allein reicht nicht immer aus - schade. Wenn ein akustisches Signal dazu kommt, sollte es aber bei der Preiskategorie die Möglichkeit geben, Musik vom PC einzuspielen oder wenigstens Radio - bieten beide Modelle nicht. Der aXbo wirbt mit Naturklängen, beim Sleeptracker werde ich morgen erfahren was das Signal ist, ich tippe aber auf normalen Piepton - das wiederum hätte dann mal so gar keinen positiven Effekt. (Nachtrag:Es IST ein ekliger Piepton, der sich mit dem Vibrationsalarm in verkürzenden Abständen abwechselt. Nervtötend! Da ist jedes angenehme Gefühl weg.)

Wenn andere Dinge dazu führen, dass man morgens unmotiviert ist aufzustehen, ist ein Schlafphasenwecker keine ausreichende Lösung. Man fühlt sich nicht wie vom LKW überfahren, läuft aber dennoch Gefahr, im gemütlichen Bett liegen zu bleiben. Aufgrund des hohen Preises werde ich mir programmiertechnisch mit Notebook (oder evtl. mit einem MP3-Wecker) und meinem genialen Hubschrauberwecker* eine andere Lösung basteln: Die Musik-Variante wird leise eingestellt, so dass ich nur davon wach werde, wenn ich gerade eine fast-wach-Phase habe, und auf eine Zeit ca 30 Minuten vorm Ultimatum. Der * Hubschrauberwecker, der ein grausames Piepen verursacht, was nicht aufhört, bevor man den Hubschrauber (kleines Plastikmodell ca 10cm) der vom Bett wegfliegt eingefangen hat, wird dann auf die Zeit gestellt zu der ich spätestens aufstehen muss, falls mich die Musik mal nicht weckt. Falls das funktioniert, wäre das Ziel des Schlafphasenweckers erreicht, und das mit einer zusätzlichen Motivation zum Aufstehen - denn wenn mich eins wirklich aufputscht, dann Musik!



Nächster Gadgetabend am 12. August

Kurzer Hinweis für alle Interessierten: Am Mittwoch ist wieder Gadgetabend und ich fahre hin. Wer auf Technikspielzeug steht, selbst was cooles hat oder sich informieren möchte (iPhone-Kauf geplant oder was weiß ich), einfach hinfahren, Details auf unperfekthaus.de. Für jeden aus Essen und Umgebung leicht zu erreichen, sogar ich mit meinem nicht vorhandenen Orientierungssinn habe das Teil gefunden.



Gadgetabend im Unperfekthaus

Unendlich viele alkoholfreie Getränke kostenlos, jede Menge Technik und nette Menschen - das war das, was ich wusste, was mich erwartet, als ich mich am Mittwoch Abend auf den Weg zum Gadgetabend gemacht habe. Das Konzept des Unperfekthauses hatte mich schon vorher fasziniert, nun hatte ich also mal eine Gelegenheit mir das selbst anzuschauen. Perfektion wird hier tatsächlich nicht an den Tag gelegt, allerdings fällt das eher angenehm auf - man fühlt sich einfach eher zuhause und willkommen als in einem hochprofessionellen modernen Hotel oder Bürohaus. Passenderweise, ausgehend davon dass eine Menge Nerds an diesem Abend teilnehmen werden, findet der Gadgetabend in Raum 404 statt. Zufall, angeblich :D

Mein Zug hatte aufgrund von "kracks nuschel Wuppertal" "unbestimmte Verspätung", wie die stotternde Bahnsprecherin mitzuteilen wusste, die Anzeige nannte das 20 Minuten und auch wenn es letztendlich nur 15 waren, kam ich zu spät und doch früh genug für die spontane Vorstellungsrunde. Etwa 15-20 Teilnehmer hatten sich eingefunden, Studenten und Erwachsene, Männer und Frauen, mit oder ohne eigenes Gadget, Interessierte, Wiederkommer, Sponsoren, der Gründer des Unperfekthauses. Ein Brite mit starkem Akzent, aber fließendem Deutsch, war auch dabei - mit Hackintosh.

Der Gadgetabend soll also eine Möglichkeit für Technikbegeisterte sein, eigenes zu präsentieren, neues auszuprobieren, sich auszutauschen. Eine nette Idee, welcher Elektronikshop lässt einen schon nach Lust und Laune iPhone, Blackberry und G1 ausprobieren oder kann einem ernsthaft erklären, wie man Mac OS auf ein normales Netbook installiert. An diesem Mittwoch gab's außer dem genannten noch den "Arduido" zu bestaunen, eine vielfältig erweiterbare Platine mit Mikrocontroller mit Zielgruppe Einsteiger - verschiedenste Module von WLAN bis Audio sind fertig kaufbar und müssen dann nur noch mit der Basisplatine verbaut werden; außerdem ist der Mikrocontroller in Processing programmierbar, welches C oder Java ähnelt. Frisch vom Einsatz aus der Firma war außerdem ein akkubetriebener Miniprojektor dabei und eines der iPhones war mit einer schicken Kirschholzhülle versehen. Eine vollständige Liste findet sich bei Twitter unter dem Hashtag #gadgetabend.

Überhaupt ist das die größte Gemeinsamkeit der Besucher: Sie twittern. Einige haben auch schon ein Poken dabei, viele bloggen, der Autor vom Pottblog ist vielleicht der Bekannteste unter ihnen. Durchweg Nutzer der modernen Medien auf jeden Fall; wer nicht wenigstens ein bisschen technikverrückt ist, wird es hier entweder - oder flüchtet ganz schnell nach hause.

Bekannterweise gehöre ich ja zu denen, die schon technikverrückt sind ;) , von daher werde ich sicher nochmal wieder kommen. Diesmal habe ich jedenfalls gelernt: iPhones gibt es auch ohne Vertrag, sind dann aber nicht bezahlbar. Googles G1 ist eine echte Alternative, wenn man nicht 100 Apps braucht und eigentlich sein Handy nur um eine Tastatur, einen großen Bildschirm und einen Kalender erweitern möchte. Bis ich mir ein Smartphone anschaffe, muss mein Desktopkalender aber erstmal in beide Richtungen synchronisieren lernen und zu Windows 7 kompatibel werden. Windows ist übrigens Seltenheit beim Gadgetabend - mehrere Macbooks sind zu sehen, auch Netbooks mit Linux. Über Windows redet hier niemand. Wird Zeit, meinen Windows 7-Testbericht fertig zu schreiben ;)

Mehr Infos zum Gadgetabend gibt es auf gadgetabend.de, dort finden sich auch Links zu Berichten und Kontaktdaten der Teilnehmer.

[picasaView album="Gadgetabend Juli 2009"]