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Deuter Aircontact und DSLR-Ausrüstung

Ergänzend zum Testbericht, der im Kauf eines Deuter Aircontact 65+10 endete, möchte ich noch zeigen, wie ich an eben dem Rucksack mein Kamera-Equipment angebracht habe. Leider gibt es nahezu keine Trekkingrucksäcke, die eine Unterbringungsmöglichkeit für eine professionelle Fotoausrüstung bieten, und schon gar keine, bei denen man auch noch schnell auf die Kamera zugreifen kann, wenn man sie mal braucht. Und wer nicht gerade explizit reist, um zu fotografieren, will nicht bei jedem Motiv anhalten, den Rucksack abnehmen, die Kamera rauskramen und danach alles wieder einpacken, vom Stativ mal ganz zu schweigen.

Während das Stativ nach einigen Versuchen gleich auf mehrere Arten montiert werden kann, lässt sich die Kamera-Problematik leider nur durch eine separate Tasche realisieren. Ich habe dafür meine Mantona Premium verwendet, die mir schon länger gute Dienste leistet und durch den abnehmbaren Schultergurt auch recht gut mit Karabinerhaken verwendet werden kann.

Die naheliegendste Variante ist, die Tasche an den Hüftgurt zu hängen. Dafür habe ich zwei alte Schnürsenkel seitlich an den Gurt geknotet und mir so ein paar Ösen geschaffen, in die die Tasche mit Karabinern eingehängt werden kann. (Nebenbei lernte ich, was ein doppelter Achter ist und dass er mir für dieses Vorhaben nichts nützt.) Dadurch habe ich quasi kein zusätzliches Gewicht und die Tasche hängt in einer angenehmen Position vor der Hüfte.

Nachteilig ist dabei natürlich, dass der Deckel bei dieser Montage zum Körper hin öffnet, andersherum wäre aber auch nicht besser. Eine Alternative wäre zum Beispiel, die Tasche an den Ösen an der Brustgurtverstellung einzuhängen, was auch den Rucksack schonen würde. Damit hinge die Tasche höhenverstellbar vor dem Bauch.

Bild des PrusikknotensUmsetzen lässt sich das besonders komfortabel, wenn man gleich vier Schnüre verbastelt, nämlich auf jeder Seite eine lange Schnur, die an besagter Öse befestigt wird und nach unten hängt, und eine zweite, die quer dazu geklemmt wird. Die zweite Schnur kann dabei ruhig kurz sein - sie dient nur dazu, anschließend den Karabiner mit der Tasche einzuhängen, der dann in der Höhe verstellt werden kann. Das funktioniert natürlich nur, wenn man einen geeigneten Knoten verwendet - die Knotenkunde bei WikiBooks hilft weiter. Das Bild zeigt den Prusikknoten, mit dem ich meine Schnürsenkel verbunden habe.

Bei der Reise hat sich dann allerdings herausgestellt, dass (mich) das Geschaukel der Tasche in beiden Fällen schnell nervt. Daher habe ich die ganzen Ideen wieder verworfen und einen ganz anderen Ansatz gewählt und die Tasche einfach zusätzlich zum Rucksack umgehängt. Das hätte ich die ganze Zeit schon tun können, mit dem normalen Gurt rutscht die Tasche aber immer herunter. Das Schulterpolster soll normalerweise das Tragen der Fototasche angenehmer machen, liegt nun aber auf dem Trekkingrucksack auf und rutscht daher. Abhilfe schaffte dann ein vor Ort improvisierter alternativer Schulter"gurt" aus den schon vielfach genannten Schnürsenkeln. Dadurch konnte ich die Länge selbst wählen und es gab genug Reibung, um ein Rutschen der Tasche vom Rucksack effektiv zu verhindern. Um die Kameratasche einzeln zu tragen, ist das natürlich total unbequem.

Fehlt noch das Stativ. Die Basis des eben erklärten Prusikknotens ist der Ankerstich, den viele sicher schon kennen und nur nicht benennen können - es ist der Knoten, mit dem man beispielsweise ein Schlüsselband an einer Gürtelschlaufe befestigen kann. Man führt dabei eine Schlinge um einen zu klemmenden Gegenstand oder wie beim Prusikknoten um ein Seil und dann wieder durch die Schlinge selbst. Damit habe ich versuchsweise mal das Stativ auf den Rucksackdeckel geschnallt.

Dort sind vier Ösen angebracht, an denen man auch Gepäckspanner einhaken könnte. Für vergleichsweise dünne Gegenstände wie das Stativ wären diese Spanner aber total überdimensioniert. So habe ich einfach zwei weitere Schnüre zu Schlingen verknotet (was dann Sackstich heißt - danke WikiBooks), durch jeweils zwei gegenüberliegende Ösen geführt und mit dem oben beschriebenen Ankerstich zugezogen. Das Stativ wird so wunderbar zwischen den Schnüren und dem Rucksackdeckel festgeklemmt. Der Knoten zieht sich fest, wenn man ihn gleichmäßig belastet - so wie es passiert, wenn das Stativ beim Transport gegen die Schnüre drückt. Zieht man von Hand nur an einem Ende der Schlinge, löst sich der Knoten sofort und man hat mit einem Handgriff das Stativ komplett gelöst. Das geht sogar schneller als früher bei meinem Fotorucksack, der eine Stativhalterung mit Gummis hatte.

Mit ausreichend langen Schnüren lässt sich die gleiche Methode auch auf der Längsseite des Rucksacks verwenden; das Stativ wird dann so montiert wie bei manchen Fotorucksäcken. Um ein Rutschen nach unten zu verhindern, kann man dann z.B. eine dritte Schnur als Sicherung direkt an das Stativ knoten und nach oben spannen. Allerdings erreicht man mit der Knotentechnik eine so hohe Festigkeit, dass das Stativ bei mir schon mit nur einer Schnur nicht mehr rutscht - mit zwei sollte es dann auch unterwegs halten. Rückenschonender ist allerdings die Position auf dem Deckel. Der Deuter Aircontact bietet außerdem seitlich Fächer für Wasserflaschen, die auch über Kompressionsriemen verfügen, so dass man das Stativ auch dort verstauen kann, wenn man nur eine Flasche dabei hat. Das war letztlich die Variante, für die ich mich entschieden habe, als der Rucksack im Flugzeug nach Island transportiert wurde.

Man sieht nun vermutlich schon, wieviele Möglichkeiten man hat, auch sperriges Gepäck auf praktische Weise zu verstauen, wenn man etwas Kreativität mitbringt. Die Knotenkunde hat mir dabei sehr geholfen; auf die Idee, Kletterknoten zu verwenden, wäre ich nie gekommen, wenn ich nicht letztes Jahr gesehen hätte, wie ganze Baumhäuser gebaut und befestigt werden nur unter Verwendung von Seilen und entsprechenden Knoten. Aber das ist wieder ein anderes Thema.



Kamera & Mensch

So alt wie bezahlbare Digitalfotografie sind Diskussionen darüber, wer sich Fotograf nennen darf, wie schlimm es ist, dass jeder Fotos machen kann, und darüber, was ein gutes Foto ist. Vorweg sei gesagt: Das alles ist total subjektiv und niemand sollte sich anmaßen, ein Urteil zu fällen und für allgemeingültig zu erklären.

Manches ist aber ein paar Gedanken wert. Seit auch digitale Spiegelreflexkameras (DSLRs) erschwinglich sind, werden sie auch gekauft, weil viele Menschen sich davon eine bessere Fotoqualität erhoffen. Damit erntet man schließlich schnell Kommentare wie "gute Quali!". Manchen mag das schon reichen - andere weinen ein bisschen, weil viele Amateurfotografen aus ihrer DSLR nicht das heraus holen, was drin steckt. Und es steckt eine ganze Menge drin - teures Objektiv oder nicht.

Ich fotografiere überwiegend Konzerte und bin daher auf alles angewiesen, was mir mehr Licht auf den Sensor bringt. Entsprechend habe ich auf eine Kamera aufgerüstet, die ein besseres Rauschverhalten hat als Einsteigermodelle, um mit höherer Lichtempfindlichkeit arbeiten zu können. Ich habe Objektive mit großen Maximalblenden gekauft und bin nun sogar auf Canons Profiklasse umgestiegen, um noch etwas mehr Schärfe, etwas bessere Farben und etwas besseres Rauschverhalten bei Dunkelheit auch beim Objektiv zu bekommen.

Trotzdem sind meine Fotos längst nicht die besten. Vermutlich bin ich recht gut, sonst würde ich nicht seit mehreren Jahren für Deutschlands zurzeit zweitgrößtes Festivalportal fotografieren, aber ich bin keineswegs überdurchschnittlich talentiert oder gar in der Lage, mein Geld mit Fotografie zu verdienen.

Menschen zu fotografieren liegt mir beispielsweise nicht. Dazu gehört, das Geschehen vor der Kamera zu kontrollieren - dafür fehlt mir das Gefühl. Deshalb sind mir Konzerte lieber, wo ich das vorhandene Geschehen nur dokumentiere. Andere Fotografen haben dafür Talent, sie können gut mit Menschen umgehen, Situationen auflockern, wunderbare natürlich wirkende Bilder schießen.

Wieder andere haben sich der Landschaftsfotografie verschrieben und stehen früh auf, harren lange bei schlechtem Wetter aus und lassen sich nicht abschrecken, wenn sie nach stundenlanger Fototour mal nur ein einziges gutes Bild mitbringen. Ich liebe Landschaften und ich reise gerne, aber die Jagd nach den besten Plätzen ist mir zu einsam und zeitintensiv.

Tingvellir - 0012.jpgJeder, der fotografiert, sollte sich im Klaren darüber sein, warum er das tut und wofür oder für wen. Jeder, der Fotos veröffentlicht, sollte ebenfalls darüber nachdenken. Entsprechend sollten die Mittel gewählt werden. Nicht jeder braucht eine Spiegelreflexkamera, aber wer das Geld dafür hat, kann es investieren - vielleicht auch in eine Systemkamera, die sicher oft sogar die bessere Wahl ist, oder in eine gute Bridgekamera. Objektive wechseln können muss nur, wer sowohl von Kamera als auch Objektiv Höchstleistung benötigt.

Und nicht jeder sollte auf Facebook oder ähnlich kommentarreichen Plattformen veröffentlichen, denn manchmal lässt man sich zu sehr von den zwangsweise kundgetanen Meinungen beeinflussen und vergisst, warum man eigentlich fotografiert. High-End-Kameras wurden nicht für Leute geschaffen, die Katzen und ihr Mittagessen fotografieren, denn die Zielgruppe für diese Art von Fotos interessiert sich nicht für die Schärfe und die Echtheit der Farben. Ist aber die Pizza hochauflösend und detailreich, wird an den nächsten Urlaubsfotos vielleicht herumgenörgelt, weil die gar nicht so beeindruckend aussehen.

Vorsicht ist also geboten - vor den Tücken der Technik und den Banausen im sozialen Umfeld. Und vor der vermeintlichen "Konkurrenz" - der Durchschnittsfotograf sollte sich nicht mit Profis messen, die außer viel Zeit in der Kälte (um mal bei der Landschaftsfotografie zu bleiben) auch viel Zeit in die Nachbearbeitung investiert haben und bei alledem vermutlich noch etwas Glück hatten. Fotos von Pasta sehen immer aus wie Fotos von Pasta, bei den Wäldern Ecuadors gibt es eben mehr Gestaltungsspielraum und entsprechend groß kann der Neid - oder der Frust - werden, wenn man immer nur zu den Legenden aufblickt.

Was zählt, ist am Ende, ob man das erreicht hat, was man wollte. Auch Urlaubsfotos ohne aufwändige HDR-Effekte bringen Erinnerungen hervor. Eine interessante Straßenszene sollte man auch festhalten, wenn man gerade keine Auswahl aus sechs Objektiven und drei Blitzen zur Hand hat, sondern nur das Smartphone. Und ein gutes Auge für Motive ist mehr wert als die Ausrüstung eines Agenturfotografen. Zu der gehört übrigens auch gerne mal eine wasserfeste Kompaktkamera - denn die beste Kamera ist die, die man dabei hat und auf die man sich verlassen kann.



Wenn man Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten

Spiegelreflexkameras sind zu billig und zu populär geworden. Das ist eine mögliche Begründung dafür, warum alle sozialen Netzwerke von Fotos überschwemmt werden, die von den meisten nicht für gut gehalten werden.

Den meisten? Die Blitzlichtfotos meiner Freunde von der letzten Party erhalten auf Facebook eine Menge positives Feedback. Und auch die arrogante erwachsene Fotografin, die letztens bei einem Konzert mit externem Blitz und Vollautomatikmodus rumrannte und mich nicht nur einmal blendete, hat sicherlich Lob erhalten für ihre Publikumsaufnahmen mit weißen Gesichtern vor im Schwarzen abgesoffenem Hintergrund.

"Die meisten" sind wohl eher diejenigen, die nicht nur für sich selbst fotografieren. Die mehr können als den Automatikmodus, wissen, was der Unterschied zwischen Tiefenschärfe und Schärfentiefe ist und was man mit Blende und Belichtungszeit anstellen kann. Die, die sich darüber aufregen, dass jeder zum Saturn rennen und sich irgendein Spiegelreflexkit kaufen kann. Auch ich gehöre dazu. Ich hasse Blitzlichtfotos.

Aber warum regen wir uns eigentlich auf? Die Berufsfotografen sagen, die Amateure nehmen ihnen die Aufträge weg und sorgen für Dumpingpreise. Ich wage zu behaupten, dass das nur die Berufsfotografen trifft, die sowieso nicht so richtig von ihrem Beruf leben können. Die kleine Konzerte oder private Veranstaltungen fotografieren, wo es dem Auftraggeber nicht so wichtig ist, dass die Fotos sowohl knackscharf als auch farblich originalgetreu und obendrein druckbar sind. Denn die eingangs erwähnten Greenhorns nimmt eh niemand ernst, der für Fotos Geld bezahlt (und alles andere ist egal, denn einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul). Und wer für eine relevante Summe Geld einen Auftragsfotografen bucht, wird erwarten, dass dieser Fotograf auf jeden Fall zum vereinbarten Termin vereinbartes Material liefert. Deshalb würde auch ich solche Aufträge nicht bekommen, obwohl ich - soviel Selbstbewusstsein muss sein - durchaus anständige Fotos mache, weil ich gar keine Lust habe, unter Druck zu fotografieren.

Aber auch die ernsthaften Hobbyfotografen jammern rum. Die Masse an Fotos zerstöre den Wert des einzelnen. Außerdem sei irgendwann alles fotografiert worden. Ganz ehrlich? Räumt halt mal eure Streams auf. Wenn ihr die amateurhaften Fotos nicht sehen wollt, filtert sie aus. Gebt euch halt nicht mit denen ab. Blockiert Leute auf Facebook, folgt weniger Leuten in Fotocommunitys.

Oder respektiert, dass eine Menge Leute gar nicht fotografieren, um Fotos zu produzieren, die druckbar und Geld wert sind. Man kann nämlich auch fotografieren einfach nur um etwas für sich persönlich und vielleicht noch ein paar Freunde festzuhalten. Deshalb darf man sich auch auf Facebook feiern lassen, wenn man ein Foto mit dem Lieblingskünstler ergattert hat, auch wenn es fehlfokussiert ist oder aufgrund des Blitzes die Farben nicht schön sind - denn es hilft, sich an einen schönen Abend zu erinnern.

Und die meisten dieser Leute behaupten auch gar nicht von sich, gute Fotografen zu sein. Viele bezeichnen sich gar nicht erst als solche. Unter Druck gesetzt werden sie erst, wenn die, die sich für gute Fotografen halten, anfangen, rumzumotzen. Dabei macht sich dann aber nur eine Seite lächerlich - und die fotografiert nicht mit Blitz.



Konzertheld rockt den Fotograben

Das Konzert von den Sounds, von dem ich gestern berichtete, war nicht nur besonders gut, sondern auch in anderer Hinsicht interessant - es war mein erstes, bei dem ich als offiziell akkreditierter Fotograf im Fotograben war. Die vorgegebene Regelung für The Sounds war, bei den ersten drei Songs zu fotografieren und danach die Kamera wegzubringen. Vor Ort war aber alles etwas anders...

Das fing schon damit an, dass ich die ganze Zeit dachte, mit "Fotopass" sei "Lichtbildausweis" gemeint. Hielt also immer schön meinen Perso bereit, um mich auszuweisen. Das hat aber niemanden interessiert, da hätte jeder hingehen und sich für mich ausgeben können... abgesehen davon war das Reinkommen über die Gästeliste aber kein Problem, nebenbei gab's noch die Info, dass für die Vorbands keine besondere Regelung besteht was das Fotografieren angeht und dann rein.

Drinnen haben wir dann erstmal unseren Krempel zur Garderobe gebracht und irgendwann gemerkt, dass unten plötzlich nicht mehr einfach Musik lief, sondern zwei auf der Bühne standen. Es dauerte bis fast zum Schluss, bis wir merkten, wer - der einzige Name auf der Bühne war "Kids At The Bar" auf einem Laptopdeckel, aber die beiden Typen, die gerade spielten, waren The Limousines - Kids At The Bar war der DJ, der anschließend in der Umbaupause auflegte. Wäre ja nicht schlecht, wenn man als Band zwischendurch mal darauf hinweisen würde, wer man eigentlich ist... jedenfalls hat es da noch niemanden interessiert, dass ich fröhlich aus dem Publikum fotografierte, und so entstanden einige der besseren Fotos schon bei der Vorband The Limousines.

Danach bin ich dann nach vorne, wo mir der Security-Mensch am Fotograben erstmal das Prinzip mit dem Fotopass erklärte... in der Dunkelheit hatte ich den für eines der üblichen Merchandise-Giveaways gehalten und in die Jacke gesteckt, die ich dann direkt mal holen ging. Ab da lief's entspannt, außer mir war niemand im Fotograben, dafür einige im Publikum, und der Security-Typ meinte auch noch, es sei kein Problem wenn ich danach weiter fotografieren würde. Da war mir dann aber doch mehr nach selber feiern.

Insgesamt eine sehr merkwürdige Sache... und alles viel einfacher und entspannter als ich erwartet hatte. Waren eben doch The Sounds im Skaters Palace und nicht Rock am Ring... bleibt als offene Frage, ob ich das bei Konzerten, die ich mir sonst sowieso ansehen würde, nochmal machen würde, denn die ersten drei Songs quasi zu verpassen war schon ziemlich ärgerlich. Einerseits ist es natürlich cool, die feiernde Menge mal komplett hinter sich zu haben und von vorne fotografieren zu können und zudem ganz nah an der Band zu sein, andererseits ist es eben nur das und jede Stimmung fällt zwangsweise weg, weil gleichzeitige fotografieren und pogen nunmal nicht geht. Mal schauen wie das weitergeht.



Auf der Suche nach dem Negativscanner

Da ich nicht wegen des nostalgischen Gefühls ein Anhänger der Analogfotografie geworden bin, hat mein Plan von Anfang an beinhaltet, die Negative einzuscannen. Negativscanner gibt es in allen Arten genug, leider musste ich mal wieder feststellen, dass weder billig noch teuer pauschal gut ist. Ich habe mal ein paar ausprobiert; nicht sehr gründlich, die Automatikeinstellung musste erstmal reichen. Um sich einen Überblick zu verschaffen, reichte das aber. Die Überschriften sind verlinkt und führen auf Amazon; wer über einen solchen Link kauft, zahlt den gleichen Preis, aber Amazon schreibt mir eine kleine Provision gut.

Rollei

Rollei ist unter den Billigherstellern wohl einer der bekannteren. Von denen gibt es eine Reihe Modelle, die knapp über oder unter hundert Euro kosten und eigentlich keine Scanner sind, sondern die Negative abfotografieren. Mein Modell kam mit Speicherkartenleser und wurde ohne PC betrieben. Die Geräte sind alle recht kompakt. Vom Kauf würde ich definitiv abraten.

  • Die mitgelieferte CD funktionierte nicht, das Handbuch war online nicht verfügbar. Ich durfte also erstmal raten, was die Symbole auf dem Display bedeuten, und mir die Steuerung selbst erarbeiten. Text gab es nicht und selbsterklärend war nicht alles.
  • Negative oder Dias werden in einen Halter gesteckt und durch das Gerät gezogen. Das funktioniert recht gut. Für Dias gibt es ein cooles Magazin, mit dem man vermutlich recht zügig viele Dias abfotografieren kann.
  • Die Dateien werden nach einem nicht nachvollziehbaren System auf der Speicherkarte gespeichert und benannt. Einstellmöglichkeiten gibt es nicht. Als ich meine Kameraspeicherkarte verwendete, landeten die Scans in dem Ordner, in dem auch die Kamera ihre Fotos speichert. Komm da mal jemand drauf... immerhin wurde die Karte nicht formatiert.
  • Außerdem werden die Dateien automatisch mit Tags versehen, die jedoch keinen Sinn ergeben.
  • Die erzeugten Bilder weisen sehr starkes Bildrauschen auf. Außerdem sind die Farben blass und die Schärfe lässt sehr zu wünschen übrig.

Plustek

Von Plustek hatte ich ein höherpreisiges Modell hier, gut 250 Euro kostet der Optiscan 7600i SE. Er kommt mit Silverlight SE, einer abgespeckten Version eines verbreiteten Scanprogramms. Im Gegensatz zum Rollei wird hier echt gescannt. Das Gerät ist entsprechend schwer und wirkt wuchtig. Von der Größe her ist es etwa doppelt so groß wie der Rollei, kann aber keine Dias scannen. Verwendet wird der Scanner über den PC mit der mitgelieferten Software.

  • Ich zweifele schon an meinem DVD-Laufwerk, auch hier funktionierte die Treiber-CD nicht. Diesmal gab es die erforderlichen Daten aber im Internet.
  • Die Halterung für die Negative ist klapprig und wird dem Preis des Gesamtgerätes nicht gerecht. Es gibt keine vernünftigen Halterungen, die Negativstreifen verrutschen ständig.
  • Silverfast SE hat eine meiner Meinung nach sehr hässliche Oberfläche mit lose herumfliegenden Fenstern. Erinnert mich an Gimp. Der Automatikmodus belichtet viel zu stark. Außerdem wird teilweise sehr rigoros zugeschnitten. Das Programm ist keinesfalls selbsterklärend und man müsste etwas Zeit investieren, um sich einzuarbeiten.

Wie vom Preis her schon vermutet, handelt es sich hier nicht um ein Einsteigergerät. Die Qualität überzeugt mich aber nicht und über die Software habe ich viel schlechtes gelesen.

Epson

Epson vertreibt einige Flachbettscanner mit Durchlichteinheit. Auf Empfehlung eines Forums hin bestellte ich mir den Perfection V330 Photo. Von den drei getesteten Geräten war das mit etwa 80 Euro das billigste. Als vollständiger Flachbettscanner nimmt der Perfection natürlich am meisten Platz weg und wird ausschließlich über den PC betrieben.

  • Der Scanner kommt mit gewinkeltem Netzteilstecker, aber geradem USB-Stecker. Immerhin ist überhaupt ein USB-Kabel dabei. Das Netzteil befindet sich direkt am Netzstecker und riesengroß, das passt definitiv in keine Mehrfachsteckdose, ohne andere Plätze zu belegen, und sei sie noch so intelligent gebaut.
  • Da sich Treiber und Handbuch ohne großes Suchen herunterladen ließen, habe ich diesmal direkt am Netbook getestet. Die mitgelieferte Scansoftware ist simpel gehalten, erfüllt aber ihren Zweck und ist einfach zu bedienen. Die Funktionstasten des Scanners können Aktionen am PC auslösen, dafür ist aber die zusätzliche Installation des "Epson Event Manager" erforderlich. Verzichtbar.
  • Das Einlegen der Negative muss auch hier in eine bestimmte Richtung erfolgen, ist aber im Gegensatz zu den anderen anhand einer klaren Grafik beschrieben. Die Abdeckung der Durchlichteinheit lässt sich leicht entfernen und wieder einsetzen und die Negativ-/Diahalterung hat Haken, damit man sie leicht an die richtige Position auf der Auflagefläche legen kann. Die Negative liegen fest in der Halterung, sobald man sie geschlossen hat, so dass die Handhabung einfacher ist als beim Rollei und der Halt trotzdem besser ist als beim Plustek.
  • "Epson Scan" erkennt im Vollautomatikmodus das eingelegte Bildmaterial korrekt und scannt alle eingelegten Negative vollautomatisch ein. Dabei verwendete Einstellungen wie die Auflösung und Speicherort lassen sich vorgeben. Für ein schnelles Einscannen reicht das schon.
  • Ansonsten gibt es auch noch andere Modi, bei denen sich mehr konfigurieren lässt. Die Qualität der dortigen Funktionen habe ich nicht getestet, da ich die Nachbearbeitung mit einem anderen Programm mache. Der Standardmodus verlangt bei Eingabe einer Auflösung (dpi) auch immer eine Ausgabegröße, was zu merkwürdigen Zielabmessungen führen kann und schnell eine Warnmeldung wegen großer Dateigröße verursacht. Was die Funktion eigentlich tut, weiß ich nicht - gebe ich statt "Original" zum Beispiel "10x15cm" als Zielgröße an, wird das Zielbild total aufgebläht und hat statt 5 plötzlich 150 Megapixel - gescannt wird aber immer noch mit 2400dpi. Da wäre es doch sinnvoller, nur die Zielgröße abzufragen und die Scanauflösung entsprechend zu wählen.

Behalten habe ich dann den Epson Perfection. Er war nicht nur am günstigsten, sondern bietet auch schon von Werk ab die beste Qualität und obendrein habe ich damit einen recht hochwertigen Flachbettscanner erworben. Eine Nachbearbeitung der gescannten Negative mit einem Programm wie Adobe Photoshop Camera Raw empfiehlt sich trotzdem. Als Abschluss daher noch ein paar Vergleichsreihen; von links nach rechts erst die Automatikscans in der Reihenfolge der Produktvorstellung und als viertes der nachbearbeitete Epson-Scan. Ich denke man sieht sehr gut, dass man aus dem Plustek auch noch mehr hätte rausholen können (vor allem unter Berücksichtigung der Funktionen des Scanprogramms), wogegen der Rollei einfach nur Schrott ist.

Vergleichsreihe 1

Vergleichsreihe 2

Vergleichsreihe 3



Rückblick auf drei Jahre Spiegelreflex

Wenn ich heute vor der Entscheidung stehen würde, wer der Nachfolger meiner Maginon wird - ich würde mir nicht direkt wieder eine DSLR kaufen, sondern erstmal eine Bridgekamera oder sogar eine kompakte. Vielleicht würde ich sie unzufrieden zurück schicken, vielleicht aber sogar nicht.

Wenn ich heute vor der Entscheidung stehen würde, wer der Nachfolger meiner Maginon wird, hätte ich mir von dem Geld, das vor drei Jahren für die Spiegelreflex drauf ging, vielleicht sogar ein Smartphone gekauft. Das hätte vielleicht sogar eine so gute Kamera, dass ich mir gar keine separate Kamera kaufen würde. Als ich letztens, das erste Mal in meinem Leben übrigens, in einem Media Markt war, konnte ich einige dieser mit Megapixeln protzenden handyähnlichen Geräte testen. Einige haben mich echt beeindruckt, was die Fotoqualität angeht.

Gute Kameras in Handys sind aber doch selten und die, die eine so gute Kamera haben, kosten dann auch so viel wie eine Spiegelreflex. Da bevorzuge ich dann doch ein normales Handy und eine separate Kamera. Nur eine Spiegelreflex müsste es nicht unbedingt sein.

Ich bereue nicht, damals eine gekauft zu haben. Aber die aktuelle Entwicklung der Fototechnik beeindruckt mich sehr, gibt es doch mittlerweile Bridgekameras mit Zoombereichen jenseits von Gut und Böse zu Kampfpreisen - und das mit optischem Zoom, nicht mehr wie bei mir damals mit 2x optischem und 3x digitalem. Meine Schwester hat so eine Bridgekamera - klar, die macht nicht so gute Fotos wie meine EOS, aber die hat ja auch nur ein Fünftel des EOS-Preises gekostet. Ein Bekannter hat eine kleine HD-Videokamera, die echt gute Videos macht und einen Zoombereich hat, der ungefähr so groß ist wie der aller meiner Objektive zusammen.

Die Spiegelreflex habe ich damals aus zwei Gründen gekauft: Ich wollte, wenn schon Neuware, dann was richtiges kaufen, was länger als vier Jahre hält. Und ich wollte unbedingt Objektive wechseln können. Dass die Dinger verdammt teuer sind, habe ich mir schön geredet, aber inzwischen habe ich immerhin vier Stück und bin damit auch echt gut aufgestellt.

Und letztlich ist es einfach Qualität. Die Bridgekamera meiner Schwester deckt zwar einen riesigen Brennweitenbereich ab, aber die Fotos sind doch etwas blass. Für sie reicht es aber. Die Videokamera ist eben eine Videokamera - ordentlich fotografieren könnte man damit nicht. Will der Besitzer aber auch gar nicht. Und die Kamera im Smartphone ist schnell da und macht mal fix einen guten Schnappschuss - dafür ist sie da. Aber wenn es dunkel wird, versagt sie genauso wie die Kompaktkamera eines Freundes - die kann zwar Filmempfindlichkeiten bis ISO 25600 (was einem Nachtsichtgerät verdammt nahe kommt), aber wenn man damit nachts eine Person fotografiert, hat die statt Augen, Nase und Mund nur Matsch im Gesicht.

Wenn ich heute vor der Entscheidung stehen würde, wer der Nachfolger meiner Maginon wird, und dabei das Wissen hätte, was ich inzwischen habe, würde ich nochmal darüber nachdenken, ob ich eine Spiegelreflex kaufen möchte. Das Teleobjektiv, auf das ich damals so heiß war, nutze ich nur selten (dann allerdings sehr gerne). Vermutlich würde ich wegen der ganzen Konzerte, die ich fotografiere, wieder eine Spiegelreflex kaufen - aber vielleicht ein günstigeres Modell. Darüber, dass ich damals das teurere genommen habe, bin ich aber froh - den Liveview1 der 450D, den die 400D nicht hat, möchte ich nämlich auf keinen Fall missen. Dabei war Liveview vermutlich der letzte Schritt, der gefehlt hat, um jedem Anfängerfotografen die digitale Spiegelreflex schmackhaft zu machen - aber dass ich finde, dass viele Käufer einer Einsteiger-DSLR damit einen Fehler machen, ist ein anderes Thema.

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  1. Bei Spiegelreflexkameras neu, bei kompakten immer schon da gewesen: Den zu fotografierenden Bildausschnitt auf dem Display anzeigen und nicht (nur) im Sucher.


Dokumentation ist langweilig, Show ist gefragt

Die obige Aussage stammt aus einem Kommentar zu diesem Artikel. Es geht dort darum, dass man im Internet immer mehr krass bearbeitete Fotos findet und immer weniger pure Aufnahmen, an denen nicht viel geschraubt wurde. Das sehe ich soweit erstmal auch so, aber die obige Aussage hat mich nachdenken lassen.

Als erstes ist mir eine Parallele aufgefallen: Das Fernsehen. Wie sehr schlagen sich die Privatsender um die beste Unterhaltung, während ich immer wieder höre, dass Dokumentationen nicht gerne gesehen werden. Ich habe selbst keinen Fernseher, denke aber, dass das durchaus ein Trend ist. Bei der Fotografie ist das mit der Motivauswahl nicht ganz so einfach, dafür kann man dort aber z.B. mit HDR-Aufnahmen beeindrucken.

Der "Gigantismus", wie der Autor des Artikels es nennt, findet sich auch in anderen Bereichen. Jahrelang habe ich mich intensiv mit technischen Dingen beschäftigt, besonders mit PC-Hardware, konnte jeden beraten und für jeden Wunsch einen PC zusammenstellen. Inzwischen bin ich da ausgestiegen, weil die Entwicklung in manchen Bereichen stagniert und in anderen dafür rasend weitergeht, es muss immer schneller gehen und wenn nicht schneller, dann wenigstens mehr, bunter oder "echter".

Bei der Fotografie merkt man, dass der Drang nach Perfektion ein allgemeiner Trend ist, wenn man selbst unbearbeitete Fotos macht und die herumzeigt. Ich treibe mich gar nicht viel in irgendwelchen Communitys herum, aber auch von Bekannten kriege ich immer wieder mal zu hören, was ich eigentlich für schlechte Aufnahmen machen würde. In Bearbeitung war ich nie gut und ich weiß auch gar nichts über Photoshop, es hat also schon ganz pragmatische Gründe, dass ich meine Fotos quasi gar nicht bearbeite. Außerdem fotografiere ich überwiegend Konzerte, bei der Fotomasse, die dabei entsteht, ist eh kein Platz für mehr Bearbeitung als automatische Helligkeit und zuschneiden.

Bei der Hardware muss man gar zu den anderen gehen. Das Konkurrenzdenken, wer den fettesten PC hat, hat inzwischen selbst in meiner Lanpartytruppe weitgehend aufgehört. Aber es gibt ja Microsoft und andere Softwarehersteller, die meinen, wo ja jeder einen modernen PC hat, kann man sich ja bei den Ressourcen bedienen. Ich erinnere mich noch daran, wie ich Windows ME benutzte, was vom Betätigen des Einschalters bis zum nutzbaren Desktop 8 Sekunden brauchte. Windows 7 braucht heute mehr als eine Minute, bis ich mich überhaupt anmelden kann, obwohl der Rechner in allen Bereichen mehr als doppelt so gut ausgestattet ist wie der damals.

Da mich das ähnlich nervt wie den Autor des eingangs verlinkten Artikels, gehe ich bei der Fotografie gerade zwei Wege, um davon Abstand zu gewinnen. Erstens fotografiere ich analog. Das verhindert Bearbeitung (für mich), produziert Fotos, bei denen niemand erwartet, dass ich sie bearbeite, und hilft mir gleichzeitig noch, außerhalb von Konzerten nicht auch ständig den Auslöser gedrückt zu halten und jedes Motiv zehnmal zu fotografieren.

Zweitens sichte ich alte Fotos nochmal. Ich fotografiere seit sieben Jahren, seit drei mit einer Spiegelreflex, und anfangs habe ich wirklich gar nichts gemacht mit den Fotos. Beim nochmaligen Sichten fliegen erstens nochmal viele dieser Mehrfachaufnahmen des gleichen Motivs raus, das stellt schonmal die guten Fotos besser dar. Dann werden die, die über bleiben, teilweise zugeschnitten - dafür habe ich schließlich ein Dutzend Megapixel. Und während ich das mache, merke ich erstmal, wie viele gute Fotos ich eigentlich schon gemacht habe. Und daran sehe ich: Es ist gar nicht so ein Wunderwerk, beeindruckende Fotos zu machen, wie man sie auf diversen Websites findet. Man findet sie bloß immer direkt zu Hunderten - dass man das alleine nicht in ein paar Jahren anhäuft, ist doch vollkommen normal. Das muss einem nur erstmal bewusst werden.

Bei Konzerten werde ich weiterhin 300 Fotos machen, 250 löschen und 50 so behalten wie sie sind. Das ist der Dokumentationsteil. Wenn da etwas nicht schön ausgeleuchtet oder nicht ganz scharf ist, ist das halt so, das Wichtige sind eh die Erinnerungen, die an dem Foto hängen. Und für Fotos, die wirklich gut aussehen, muss ich mal wieder mehr unterwegs und draußen fotografieren. Dann ergibt sich das schon. hahahah



Analogfotos.

Sorry, die Eventwoche hat ein Loch, weil mir gestern für einen Bericht Informationen fehlten bzw. ich für einen anderen mangels Zeit die Fotos noch nicht gesichtet habe. Dafür hatte ich Gelegenheit meine Negative von der Analogkamera mal fix zu "scannen"1, hier schonmal ein paar Ergebnisse. Ich bastle noch daran, wie gut man die Qualität hinkriegen kann - die Aufnahmen, die ich mit nem Makroobjektiv von den Negativen gemacht habe, gefallen mir eigentlich besser als die Scans, aber ich habe noch nicht raus, wie ich die dann bearbeiten muss, um die Farben ordentlich hinzukriegen. Unten mal ein Beispiel.

Und zum Thema abfotografieren mit extrem primitivem Durchlichtapparat und Makroobjektiv vs Billignegativscanner: Das Foto ist rechts.

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  1. Ist ja eigentlich abfotografieren, bei dem Billigding, was ich hier habe...