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Viele Fahrradfahrer auf einer StraßeDas Fahrrad ist wohl das Verkehrsmittel, das am Wenigsten ernst genommen wird, vorgesehen für Leute ohne Geld und mit zu großem Umweltbewusstsein. Das ist natürlich Quatsch, alleine schon weil niemand etwas dagegen haben wird, Geld zu sparen und die Umwelt zu schonen. Aber auch ganz praktisch hat das Fahrrad in der Stadt gravierende Vorteile.

Wer ein vernünftiges Fahrrad fährt und keinen klapprigen Drahtesel, kann durchaus auch Zeit sparen. Dabei rede ich nicht von Fahrrädern für mehrere tausend Euro. Anständige Fahrräder von der Stange bekommt man schon für wenige hundert Euro, auch selber bauen ist eine Option (dazu später mehr in anderen Artikeln).

Hier ein paar Beispiele:

  • Zu Kaufland benötigt man von meiner Wohnung 7 Minuten mit dem Auto, 9 mit dem Rad. Mit dem Bus braucht man deutlich länger.
  • Zum Probenraum sind es 12 mit dem Auto, unter 20 mit dem Rad, je nachdem wie schnell man auf der freien Strecke fährt - denn als Radfahrer kann man den ampel- und kreuzungsfreien Chemnitztalradweg nutzen. Der Bus braucht auch hier länger als beide Varianten.
  • Auch auf dem Weg zum CVJM, der auf einem der höchsten Punkte der Stadt liegt, bin ich mit dem Fahrrad schneller als der Bus.

Mein bisheriger Geschwindigkeitsrekord liegt bei 49,6km/h, 30km/h auf ebener Strecke sind realistisch. Da wird man in Wohngebieten sogar von Autos nicht mehr überholt.

Die BikeCitizens, die auch die Fahrradhalterung Finn vertreiben, haben ihrem Kartendienst eine Funktion hinzugefügt, die sehr schön darstellt, wie weit man in seiner Stadt in einer bestimmten Zeit bei einem bestimmten Fahrstil mit dem Fahrrad kommt. Ich schaffe es in 30 Minuten bis an den äußersten Stadtrand. BikeCitizens Maps

An dem Argument des Geldsparens ist natürlich auch was dran. In der Anschaffung liegt ein Fahrrad mehrere Größenordnungen unter Gebrauchtwagen. Werkstattbesuche sind auch 2015 noch überflüssig, alle Teile kann man mit einer anständigen Werkzeugkiste selber warten und austauschen. Ersatzteile kosten größtenteils unter 50€, auf jeden Fall aber unter 100€. Steuern fallen keine an, lediglich die Versicherung fällt relativ zum Kaufpreis meistens recht teuer aus. Und das Konzept der effektiven Geschwindigkeit finde ich auch interessant.

Am meisten freue ich mich über das Fahrrad im Berufsverkehr. Zwar muss man dann mit aggressiven Autofahrern kämpfen (wer die Nerven schonen will, fährt dann lieber Bus). Aber ein Fahrrad passt an jeder langen Autoschlange vorbei - der Zeitvorteil in der Stadt wird also immer größer, je dichter der Verkehr ist. Auch Parkplatzsorgen gehören der Vergangenheit an (auch wenn man an belebten Orten wie der Uni durchaus auch mit dem Fahrrad mal etwas suchen muss).

Ein beliebtes Argument für Autos ist nach wie vor die Möglichkeit, mehr zu transportieren. Wer es ernst meint mit dem Radfahren, verwendet ein Lastenrad und kauft auch für eine ganze Familie ein, aber auch mit einem Rucksack und einem normalen Fahrrad mit Fahrradtaschen oder einem großen Gepäckträgerkorb kann man den Wocheneinkauf für zwei Personen erledigen. Für ein paar Euro bekommt man außerdem Spanngurte, mit denen sich auch Reisegepäck bei Fahrradtouren oder Wasserkästen beim Einkauf transportieren lassen. In den paar Minuten, die die Montage benötigt, kreisen Autofahrer noch um den Block auf der Suche nach einem Parkplatz.

Auf dem Land oder in Kleinstädten mögen die Verhältnisse anders sein - ein Auto ist dort vielleicht in mehr Fällen notwendig. Aber gerade der Vergleich zum öffentlichen Nahverkehr wird dort erst recht stimmen, und letztlich ist es auch oft eine Frage der Bequemlichkeit. Wer Regen scheut oder es nur ein paar Minuten auf dem Fahrrad aushält, ist damit nicht gut beraten. Aber vernünftige Kleidung, etwas Training und im Winter Spikereifen (für Autos verboten, für Fahrräder erlaubt) schaffen meistens Abhilfe.

Fotoquelle: Frerk Meyer auf Flickr, lizensiert unter CC-BY-SA 2.0

Meine Mutter hat immer sehr viel Wert darauf gelegt, mich umweltbewusst zu erziehen. Dazu gehörten auch Versuche, Verpackungen einzusparen - wie zum Beispiel Brötchentüten vom Bäcker wieder mitzubringen. Dank zahlreicher Hygienevorschriften wird aber jeder Bäcker darauf bestehen (müssen), eine frische Tüte zu verschwenden, und an keiner Wurst- oder Käsetheke wird man die Ware anders als in den typischen Folien bekommen.

Trotzdem kann man Verpackungen einsparen. Obst und Gemüse gibt es oft lose und verpackt - dann zur losen Ware zu greifen, lohnt sich auch, weil man die Menge dann besser auf den eigenen Bedarf abstimmen kann und nicht riskiert, dass etwas verschimmelt. Außerdem ist die Qualität oft besser. Die losen Kartoffeln in meinem örtlichen Kaufland zum Beispiel sind zwar vom Kilopreis deutlich teurer, aber definitiv von höherer Qualität.

Manche Dinge müssen aber verpackt werden, und es gibt durchaus immer wieder Ideen, wie zum Beispiel essbare Verpackungen. Besonders realistisch erscheinen mir die Ideen eines amerikanischen Produktdesign-Studenten, die ich auf trnd entdeckte. Dabei geht es um Verpackungen, die sich auflösen wie bei der verlinkten Seife, oder selbst nutzbar sind, wie die im Müllbeutel verpackten Müllbeutel. Ich bin gespannt, wo wir in zehn Jahren stehen - Veränderungen bei Verpackungen gibt es immer wieder. Über nervtötende Blisterverpackungen habe ich mich zum Beispiel schon lange nicht mehr aufregen müssen. hahahah

Eigentlich war der Samstag ein schönes Beispiel dafür, wie man mehrere Termine unter einen Hut bringen kann. B. hatte mich motiviert zur Veganermesse nach Essen zu fahren, abends stand die Fahrt mit TEN SING Hennen nach Ehringen zu deren Jubiläumsshow an. Wir entschlossen uns kurzerhand, schon früh zur Messe zu fahren, um dann nachmittags nach Hennen weiter zu reisen und von dort mit dem Bus nach Ehringen mitzufahren.

Der Tag fing dann allerdings schon damit an, dass ich meine Speicherkarte nicht finden konnte und mich so seelisch schonmal auf weniger Fotos einstellen musste. Der Geldautomat mochte meine EC-Karte nicht auf Anhieb, nachdem es dann doch klappte, hetzte ich zum Bahnhof, um dort festzustellen, dass die S-Bahn samstags zehn Minuten später fährt.

Am Bahnhof Zollverein angekommen stellte sich bald heraus, dass B. am Bahnhof falsch informiert wurde und daher in die falsche Straßenbahn stieg. Und weil die EVAG in Essen sich so gut um ihre Tunnel- und Straßenbahntechnik kümmert, gab es mal wieder technische Probleme. Die Verzögerungen dadurch sorgten dann in Kombination mit der falschen Strecke dafür, dass wir uns 1,5 Stunden später trafen als geplant.

Die Messe sollte im Sanaa-Gebäude stattfinden. Die Beschreibung auf der Website las sich so, als sei das Ding total bekannt und leicht zu finden, tatsächlich aber gab es nicht ein einziges Schild. Also riefen wir H. an, der uns dann den Weg ungefähr beschrieb, und mit Hilfe eines Passanten fanden wir es dann auch irgendwann... da standen die Leute schon bis draußen.

Drinnen wurde es dann tatsächlich ganz interessant. Einen großen Teil der Stände machten die aus, die vegane Lebensmittel anboten, teilweise zum Erwerb, teilweise zum Probieren (oder beides). Wir testeten Tofu-Waffeln (geschmacklos), Tofu-Käseersatz (variierte je nach Würzung und Zubereitungsart), einen Fleischersatz auf Lupinen-Basis (umwerfend gut) und veganes Eis (grandios). Neben dem Eisstand wurde vegane Farbe angeboten - Farbe, die nicht mit Eiweiß, sondern mit Lupinenextrakten gebunden wird. Angeblich sogar billiger als klassische Wandfarbe, da zum selber Anrühren.

Außerdem quatschten wir uns eine Weile am "Ärzte gegen Tierversuche"-Stand fest. Im Gegensatz zu den Menschen auf so mancher großen Messe wirkten die hier nicht nur überzeugt von dem, was sie tun, sondern auch glaubwürdig. Wir lernten unter anderem, dass immer weniger Tierversuche gesetzlich vorgeschrieben sind und diese bei Produkttests auch tatsächlich abnehmen, dafür aber in der Grundlagenforschung drastisch steigen. Zahlreiche Beispiele zeigten, dass es sich um ein Thema handelt, über das man mal nachdenken sollte.

Von den Inhalten her also ein durchaus positives Erlebnis. Ich kann allerdings die Beschwerden über den Eintrittspreis verstehen. Die Tickets kosteten im Normalpreis 12 Euro, ermäßigt 8. Dafür war die Messe doch nicht allzu groß, der Anteil an kostenlos probierbaren Lebensmitteln auch recht gering. Und organisatorisch gab es ein paar Macken. Kein einziges Hinweisschild auf die Messe oder auch nur das Gebäude vom Bahnhof aus? Geht gar nicht. Außerdem war der Aufzug zwar benutzbar, er fuhr aber nur nach oben, wenn jemand von außen drückte. Kein technischer Defekt, sondern eine Sperre, denn die Techniker konnten mit ihrer Karte fahren. Ausgesprochen doof, wenn man auf Krücken unterwegs ist, und auch die anderen Besucher waren nicht erfreut.

Letztlich konnten wir darüber hinterher aber lachen. Alleine schon das Gesicht des Fotografen, den wir baten, doch eben oben den Aufzug zu rufen, damit der losfährt, war gut. :D Und insgesamt war's definitiv ne Inspiration und unterhaltsam. Und damit dieser positive Eindruck nicht zerstört wird, verpacke ich den vor allem anschließend auftretenden Frust in einen separaten Artikel.

Wer sich viel bei Twitter oder auf Barcamps rumtreibt, hat vielleicht schonmal von Poken gehört. Poken sind die neuen Visitenkarten - also jedenfalls wollen sie das mal werden. Auf jeden Fall sind sie schon die Visitenkarten der digitalen Welt - für alle, die nicht mehr Postadressen, sondern Social Networking-Zugehörigkeiten austauschen. Twitter, *VZ, Facebook usw usw. Die Daten zu allen Profilen (bzw denen die man einträgt) und Messengern werden im Poken gespeichert - ein Poken ist nämlich erstmal ein USB-Stick mit RFID-Chip. Über letzteren werden dann auch Daten von anderen gesammelt, statt Visitenkarten auszutauschen... damit kommt die Aktion vom Poken-Shop ins Spiel: Dafür, dass ich einen Link zu ihrer Aktion setze und das Poken nutze, was ich dafür bekomme (und damit 1. Papier für Visitenkarten spare), spendet der Poken-Shop 2. einen Baumsetzling an die Tropenstiftung Oro Verde. Eine coole Aktion - sowohl für die Verbreitung von Poken als auch für die Rettung der Regenwälder.

Poken

Mitmachen können alle Blogger - man kann ein Banner einbinden oder einen Blogartikel über die Aktion schreiben (oder beides, wie ich), Voraussetzung ist, dass man mit mindestens 100 Seiten bei Google geindext wurde (site:domain.de) - ich hab über 500...

Übrigens danke an Mausz, bei der ich auf die Aktion gestoßen bin hahahah Wollte eigentlich was in den Text einbauen dazu, hat dann aber irgendwie nicht gepasst... was soll's.

Und jetzt bin ich gespannt welches es wird bzw. ob ich gefragt werde welches ich haben möchte hahahah Ich find ja das Elvis-Poken total cool... oder den Ninja... oder das Voodoo-Teil :D *Wink mit dem Zaunpfahl an den Poken-Shop*

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