Das geheime System

Die Deutsche Bahn hat ja bekanntlich eine Reihe von Regelungen, die regelmäßig zu Verärgerung bei den Fahrgästen führen. Dazu gehört auch, dass zuschlagspflichtige Fernzüge (ICE/IC/EC) bei Engpässen im Schienennetz Vorrang haben. Manchmal zweifle ich aber daran, ob diese Regelungen Sinn ergeben. Also, abgesehen davon, dass ich das Zweiklassensystem der Deutschen Bahn generell anzweifle.

Hat man dort zum Beispiel schon darüber nachgedacht, dass ein ICE möglicherweise einen Regionalzug aufhält, mit dem andere Reisende eben diesen ICE erreichen wollten? So stand ich heute in Kamen und wollte nach Dortmund und in einer Zeitspanne, während der drei Regionalzüge kommen sollten, fuhren drei Fernzüge ohne Halt durch. Was ist denn, wenn ich meinen ICE nicht erreiche, weil der Regionalzug, den ich als Zubringer benutzen wollte, Verspätung hat, weil ein ICE Vorrang bekommen hat? Oder gilt die Vorrangregelung nur für verspätete Fernzüge? Dann hätten allerdings ziemlich viele Fernzüge Verspätung. Zugegeben, das erscheint gar nicht so unwahrscheinlich...

Fassungslos war ich auch, als ich letztens mit einer Freundin unterwegs war, die gehbehindert ist. Wir wollten zur Veganermesse in Essen und danach mit einem Bus voller TEN SINGer nach Ehringen zur dortigen Show. Der Tag fing schon gut an, als sie falsch beraten wurde, mit welcher Straßenbahn man zum Bahnhof Zollverein kommt; da die alten Straßenbahnen mit Stufen nicht gut zu benutzen sind, wenn man auf Krücken unterwegs ist, trafen wir uns durch den Umweg über eine Stunde später. Im Gebäude der Messe war dann der Aufzug deaktiviert - bzw. man konnte nur zwischen Keller und Erdgeschoss fahren, in die anderen Stockwerke nur, wenn dort von außen jemand die Ruftaste drückte. Wer kommt auf so eine Idee?

Während das aber durchaus noch unterhaltsam war, weil wir uns manchmal einfach mit anderen Leuten in den Aufzug stellten und warteten, dass oben jemand drückte, habe ich mich hinterher einmal mehr über die Bauweise von Bahnhöfen aufgeregt. Wenn man mal darauf achtet, fällt einem erstmal auf, wie viele Bahnhöfe keinen Aufzug haben. Gerade an kleineren Bahnhöfen wie dem an der Zeche Zollverein gibt es meist nur eine normale Betontreppe. Aber selbst an großen Bahnhöfen wie dem Essener Hauptbahnhof - Kulturhauptstadt 2010 und achtgrößte Stadt Deutschlands - muss man teilweise Treppen überwinden, weil nur innerhalb der Gebäude Aufzüge vorhanden sind, draußen aber auch keine vollständige Barrierefreiheit gegeben ist. In Dortmund gibt es nur an einem Gleis überhaupt einen Aufzug, an den anderen teilweise Rolltreppen, die aber auch keine Hilfe sind. Und an beiden Bahnhöfen liegen teilweise Gleise hintereinander oder zumindest weit weg vom Aufzug - ein Konzept, das ich nie verstehen werde. Wieso baut man einen Bahnsteig mit zwei Gleisen und dahinter um eine Ecke rum nochmal vier Gleise? Da kommt doch kein Mensch drauf. Keine Chance dort einen knappen Anschluss zu bekommen.

Und dann erzählt die Bahn, wie sie mit dem Geld aus den Konjunkturpaketen Bahnhöfe saniert hat: Elektronische Anzeigen hat man dort installiert und Wetterschütze. Das sind dann diese Stellen, die offiziell nur "Haltepunkt" heißen - ein Stück Beton an ein Gleis dran gebaut, irgendwo im Nirgendwo, im Idealfall mit Aushang, wann dort ein Zug vorbei kommt. Und wird mal ein Aufzug gebaut, dauert es Jahre - so wie in Herne, wo die Bauarbeiten begannen, als ich einzog, und noch nicht beendet waren, als ich wieder weg zog.

Wir haben jedenfalls am Ende erst den Zug in Essen und dann den Zug in Dortmund verpasst und so auch den Bus, so dass wir das Konzert nicht mehr erreichen konnten. Und wir waren noch in der glücklichen Situation, Treppen überhaupt überwinden zu können - wie schwierig muss das Reisen mit dem Zug dann erst für Rollstuhlfahrer sein?



Ich mag Züge.

Heute war ich mal wieder in Wuppertal-Vohwinkel unterwegs auf einem Schleichweg von Essen-Burgaltendorf nach Köln. Die letzte Teilstrecke fuhr ich mit dem ältesten zur Zeit eingesetzten Zugmodell - dem letzten ohne vollautomatische Türen. Und nun frage ich mich mal wieder: wieso muss eigentlich immer alles geändert werden? Aber der Reihe nach.

Vor der Tür standen zwei junge Damen, die etwas unschlüssig berieten, wie die Tür wohl zu öffnen sei. Ein beherzter Griff zur Türklinke und wir konnten rein. Zugegeben, "Niederflur" ist ein Begriff, den man zur Bauzeit des Zuges noch nicht kannte, und mit Kinderwagen oder Rollstuhl wäre man hier etwas aufgeschmissen - aber wie ich schon damals in den Artikeln zur Vario-Bahn in Gelsenkirchen schrieb, zumindest beim Kinderwagen kann man einfach mal jemanden helfen lassen und schon ist das auch kein Problem mehr.

Und davon mal abgesehen, sind an diesen uralten Zügen einige Details ausgereifter... die Sitze sind bequem, da nicht nur 1cm "dick", seitlich der Kopfstütze gibt es einen "Anbau", an den man sich bei Schlafbedarf anlehnen kann. Tische und Mülleimer sind verteilt wie heute auch und die Türen sind ebenfalls Schiebetüren, allerdings von Hand zu bedienen (ich werde nie verstehen, was der Vorteil daran ist, wenn man auf einen Knopf drücken und 5 Sekunden warten muss, um eine Durchgangstür zu öffnen). Die Gepäckablagen verdienen den Namen noch - nicht so wie die ollen Hutablagen in den meisten aktuellen Regionalzügen der DB, auf die kein noch so flacher Koffer passt, geschweige denn eine große Reisetasche.

Klimaanlage gibt es keine - dafür kann man aber die Fenster öffnen. Sollte es im Sommer also mal heiß werden, wird weder der Zug stehen bleiben noch jemand ersticken. Außerdem kann man da lustig seinen Kopf rausstrecken und sich den Fahrtwind ins Gesicht peitschen lassen (oder andere Dinge tun, die noch mehr Spaß machen, aber sicher verboten sind).

Warum also unbedingt modernere Züge? Gut, in doppelstöckige Modelle passen natürlich mehr Menschen, gut konzipiert sind die aber auch nicht - an jedem Bahnhof entsteht ein großes Gedränge an den Türen, weil die Gänge und Treppen schmal und die Menschen nicht intelligent sind. Manch einer wird argumentieren, dass eine Klimaanlage besser wäre als ein offenes Fenster - aber da die Bahn dort gespart hat, werden zumindest die abwinken, die schonmal einen Zug mit defekter Klimaanlage erleben durften. Bleibt die Barrierefreiheit. Aber wirklich barrierefrei sind auch die neueren Züge nicht. Vor allem die auf den RB-Strecken gibt es oft große Spalte zwischen Tür und Bahnsteig, die schon für Personen mit Koffer eine Herausforderung darstellen - und im Doppeldecker muss man unabhängig von der gewählten Ebene eine Treppe überwinden.

Die Regionalbahn Wuppertal - Solingen - Leverkusen - Köln jedenfalls hat mich genauso gut ans Ziel gebracht wie jeder andere Zug. Bleibt zu hoffen, dass die letzten Modelle weiterhin eingesetzt werden und ich ab und zu was zu lachen habe, wenn Leute, die noch jünger sind als ich und keine manuellen Türen mehr kennen, davor stehen und verwirrt sind. hahahah



Reisegeschichten

Manchmal trifft man auch merkwürdige Menschen in der Bahn... so wie den angetrunkenen Mitarbeiter eines kommunalen Duisburger Rechenzentrums, der immer wieder darauf hinwies, dass er Ahnung von der IT-Materie hat, was aber gar nicht im Gesprächskontext stand. Im Wesentlichen redeten wir aneinander vorbei, ich verstand nicht, worauf seine Fragen abzielten und er verstand meine Antworten nicht, aber irgendwie war es sehr seltsam... zumal er außerdem immer wieder darauf hinwies, dass ich keine wichtigen Dokumente auf meinem Laptop öffnen solle, die könnte ja jeder sehen, und mich darauf hinwies, wenn jemand auf meinen Bildschirm sah. Nicht ohne (ohne dass ich etwas dazu sagte) zu betonen, dass ihn das ja alles nicht interessierte.

Andere Situationen wiederum erfordern gar keine Worte. Bei kurzen Fahrten mit der U-Bahn bietet es sich einfach nicht an, ein Gespräch anzufangen, aber man hört ja unweigerlich mit was die anderen so reden und manchmal bricht man dann eben gemeinsam in Gelächter aus, weil gerade eine unheimlich witzige Situation beschrieben wurde. Das lockert die möglicherweise angespannte Atmosphäre (bloß nicht gegenseitig anstarren, aber auch kein Gespräch anfangen!) sofort unglaublich auf und macht den Rest der Fahrt wesentlich erträglicher. :D

Und zu guter letzt kann man durch Zufall manchmal Menschen weiterhelfen, die sich dann riesig freuen. So wie der jungen Frau, die an der U-Bahn-Haltestelle gegenüber meiner Straße nach einer Straße suchte, die ich letztens selbst noch gesucht hatte. Oder den beiden Mädels aus Hörde, die mutmaßten, ob es sich wohl lohnen würde, den Zug nach Hörde zu nehmen, was ich verneinen konnte, da ich auf dem Weg nach Hennen selbst damit gefahren war und daher wusste, dass der kaum schneller ist als die U-Bahn, dafür aber nur stündlich fährt.

Aus Hörde, ganz in der Nähe meiner Berufsschule, kommt übrigens auch der Freund der Schwester einer guten Freundin von mir - die heute alle drei in Hessen wohnen. So klein ist die Welt.



Musik-Neuentdeckungen 10/2012

Schon nach den ersten fünf Tagen drei neue Songs - ein guter Monat!

  • Klangkarussel - Sonnentanz (Plan B)
    Die Sendung Plan B mit Klaus Fiehe auf 1LIVE habe ich wohl noch nie gehört, ohne einen genialen Song zu entdecken. Nirgendwo sonst ist die Quote an Musik, die mir gefällt, so hoch. Der Mainstream wird zurück geschraubt, die ganzen (Noch-)Geheimtipps werden rausgeholt. Songs von kleineren Bands, die ich bereits kenne, und (noch) unbekannte Bands laufen. Einschalten!
  • Beautiful Small Machines - Paper Planes (Plan B)
    Ebenfalls bei Plan B lief dieses schöne Cover von "Paper Planes", dessen bekanntere Version von M.I.A. (nicht zu verwechseln mit der deutschen Popband MIA.) stammt. Ein bisschen seltsam ohne die markanten Schüsse, aber ganz süß. Und bei der Wikipedia-Suche nach Beautiful Small Machines, zu denen es natürlich keinen Artikel gibt1, taucht ausgerechnet Uncle Ho auf, die ich zwar seit Bochum Total kenne, aber sicher auch keine soo große Bekanntheit haben...
  • Ed Sheeran - You Need Me I Don't Need You (Live Acoustic)
    Bei meinem Job habe ich viel mit Musik zu tun - da kommt auch die ein oder andere Entdeckung bei rum. Von Ed Sheeran hatte ich schon öfter gehört, ihn aber bisher nicht ernst genommen. Und dann lief auf einer unserer Soundcheck-CDs (die ich ja letzten Monat schon erwähnt habe) eine Akustik-Rap-Version von diesem Song, die es nur bei iTunes gibt. Aber auch die normale Version ist äußerst hörenswert!
  • Infected Mushroom - Herbert The Pervert
    Jeder hat so seine eigene Zusammenstellung für Soundchecks und manche stehen eben mehr auf Elektro. Die Version vom perversen Herbert, die wir für unsere Bass-System-Tests stundenlang benutzt haben, gibt es nirgendwo online, aber vielleicht ist das gut so, denn wir waren danach alle etwas geschädigt... die normale Version ist tatsächlich vertretbare Musik.
  • C2C - Down The Road
    Naja und welchem Subgenre der elektronischen Musik C2C zuzuordnen sind, weiß ich noch nicht so genau. Erinnern mich ein bisschen an Daft Punk. Lustig anzuhören auf jeden Fall, die Effekte sind teilweise echt cool und an Bass fehlt es auch nicht.
  • Deadmau5 - The Veldt
    Erwähnte ich schon, dass es ein großartiger Monat war? Alleine die Musik von unserer Ausprobier-Soundsystem-Schulung war extrem ergiebig. Deadmau5 ist ja nun kein Neuer mehr, aber ich hab seine Musik immer gemieden, wieso auch immer. Zugegeben, wenn man sich so ein ganzes Album von ihm reinzieht, ist das schon ziemlich eintönig. Aber ein paar Tracks sind echt gut, vor allem laut und auf guten Boxen.
  • Yacht - Psychic City (The Whip BruceVsFeeMixtape)
    Mixtapes sind auch ne großartige Sache. The Whip bringen gelegentlich welche raus und stellen sie frei zur Verfügung. Ein schon etwas älteres habe ich gerade wiederentdeckt, Psychic City macht darauf den Anfang. Großartiges Stück, unheimlich chillig, guter Text, führt bei mir zu Tiefenentspannung. (Die Version im Mixtape ist der Classixx Remix.)
  1. war den deutschen Wikipedianern bestimmt nicht relevant genug...


Wenn man Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten

Spiegelreflexkameras sind zu billig und zu populär geworden. Das ist eine mögliche Begründung dafür, warum alle sozialen Netzwerke von Fotos überschwemmt werden, die von den meisten nicht für gut gehalten werden.

Den meisten? Die Blitzlichtfotos meiner Freunde von der letzten Party erhalten auf Facebook eine Menge positives Feedback. Und auch die arrogante erwachsene Fotografin, die letztens bei einem Konzert mit externem Blitz und Vollautomatikmodus rumrannte und mich nicht nur einmal blendete, hat sicherlich Lob erhalten für ihre Publikumsaufnahmen mit weißen Gesichtern vor im Schwarzen abgesoffenem Hintergrund.

"Die meisten" sind wohl eher diejenigen, die nicht nur für sich selbst fotografieren. Die mehr können als den Automatikmodus, wissen, was der Unterschied zwischen Tiefenschärfe und Schärfentiefe ist und was man mit Blende und Belichtungszeit anstellen kann. Die, die sich darüber aufregen, dass jeder zum Saturn rennen und sich irgendein Spiegelreflexkit kaufen kann. Auch ich gehöre dazu. Ich hasse Blitzlichtfotos.

Aber warum regen wir uns eigentlich auf? Die Berufsfotografen sagen, die Amateure nehmen ihnen die Aufträge weg und sorgen für Dumpingpreise. Ich wage zu behaupten, dass das nur die Berufsfotografen trifft, die sowieso nicht so richtig von ihrem Beruf leben können. Die kleine Konzerte oder private Veranstaltungen fotografieren, wo es dem Auftraggeber nicht so wichtig ist, dass die Fotos sowohl knackscharf als auch farblich originalgetreu und obendrein druckbar sind. Denn die eingangs erwähnten Greenhorns nimmt eh niemand ernst, der für Fotos Geld bezahlt (und alles andere ist egal, denn einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul). Und wer für eine relevante Summe Geld einen Auftragsfotografen bucht, wird erwarten, dass dieser Fotograf auf jeden Fall zum vereinbarten Termin vereinbartes Material liefert. Deshalb würde auch ich solche Aufträge nicht bekommen, obwohl ich - soviel Selbstbewusstsein muss sein - durchaus anständige Fotos mache, weil ich gar keine Lust habe, unter Druck zu fotografieren.

Aber auch die ernsthaften Hobbyfotografen jammern rum. Die Masse an Fotos zerstöre den Wert des einzelnen. Außerdem sei irgendwann alles fotografiert worden. Ganz ehrlich? Räumt halt mal eure Streams auf. Wenn ihr die amateurhaften Fotos nicht sehen wollt, filtert sie aus. Gebt euch halt nicht mit denen ab. Blockiert Leute auf Facebook, folgt weniger Leuten in Fotocommunitys.

Oder respektiert, dass eine Menge Leute gar nicht fotografieren, um Fotos zu produzieren, die druckbar und Geld wert sind. Man kann nämlich auch fotografieren einfach nur um etwas für sich persönlich und vielleicht noch ein paar Freunde festzuhalten. Deshalb darf man sich auch auf Facebook feiern lassen, wenn man ein Foto mit dem Lieblingskünstler ergattert hat, auch wenn es fehlfokussiert ist oder aufgrund des Blitzes die Farben nicht schön sind - denn es hilft, sich an einen schönen Abend zu erinnern.

Und die meisten dieser Leute behaupten auch gar nicht von sich, gute Fotografen zu sein. Viele bezeichnen sich gar nicht erst als solche. Unter Druck gesetzt werden sie erst, wenn die, die sich für gute Fotografen halten, anfangen, rumzumotzen. Dabei macht sich dann aber nur eine Seite lächerlich - und die fotografiert nicht mit Blitz.



Dortmunder Gewinner & Verlierer (kein Fußball)

Wobei es heute erstaunlich ruhig war und ist überall on- und offline. War das Spiel so belanglos?

Egal. Mich verärgert jedenfalls gerade, dass die Westfalenhallen so schlecht an das U-Bahn-Netz angebunden sind. Also, schlecht ist relativ, zwei Linien halten dort relativ oft - bis ab Mitternacht nichts mehr fährt. Und in den Nächten auf Sonntag dauert es bis halb 8, bis die Hallen wieder angefahren werden. Nachtbusse fahren dort auch nicht vorbei. Ganz schön bitter für so eine Metropole wie Dortmund.

Noch bitterer ist, was auf meiner früher bevorzugten, nun fast-monopolistischen1 Online-Fahrplanauskunft vrr.de passiert, wenn man sich in Dortmund bewegen will. Seit dort auf ein neues System umgestellt wurde, bekommt man ja generell sehr schlechte Ergebnisse, auch, weil nun noch seltener kurze Strecken zu Fuß eingeplant werden und man stattdessen wilde Fahrten mit Bussen machen soll. Die aktuelle Krönung ist, dass für die Westfalenhallen nicht die Haltestelle Westfalenhallen, sondern die Haltestelle Stadion verwendet wird. Dabei ist die viel weiter weg!

Vielleicht wurde dabei an die Techniker gedacht. Wenn man nämlich hinten am Liefereingang rausgeht, ist es unter Umständen tatsächlich kürzer, zum Stadion zu laufen. Trotzdem bewegt man sich damit in die falsche Richtung, denn wenn man dann in die U-Bahn einsteigt, ist der nächste Halt auf jeden Fall "Westfalenhallen".

Besser funktioniert da das Fahrradleihsystem von Nextbike, das auch sämtliche Metropolrad Ruhr-Stationen einschließt. Einfach Karte dranhalten, PIN und Radnummer eingeben und losfahren - das ist nicht nur die Werbung, sondern die Realität. So bin ich dann Freitag Nacht mit dem Rad nach Hause gefahren - denn dankenswerterweise sind sowohl die B1 als auch die B54 mit brauchbaren Radwegen ausgestattet. Und so werde ich dann wohl zum Abbau morgen früh um sieben auch wieder hin fahren...

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Frage: Woran erkenne ich, dass auch die Auskunft auf dvg-duisburg.de von vrr.de stammt?
Antwort: Sie erkennt "dortmund hbf" als "Dortmund / metropolradruhr Station Hbf gegenüber Hauptausgang".

  1. Alle Fahrplanauskünfte der lokalen Verkehrsbetreiber wurden mit vrr.de zusammengelegt, so dass es für das Ruhrgebiet nur noch vrr.de und bahn.de gibt.


Ruhr.2010 - Was war das nochmal?

Haha, es ist 2012 und ich blicke schamlos zwei Jahre zurück. Da war ja Essen stellvertretend für das Ruhrgebiet Kulturhauptstadt und es gab zahlreiche Ausstellungen, Veranstaltungen und Aktionen im ganzen Ruhrgebiet. Das ganze Projekt schien sehr auf Touristen ausgerichtet zu sein, aber eigentlich habe ich auch einiges davon mitbekommen.

Da war als erstes die alternative Eröffnungsveranstaltung Anstoß in Gelsenkirchen. Dort sollte die offizielle Eröffnungsveranstaltung nämlich eigentlich stattfinden, aber dann kam ein armer Irrer genialer Mensch auf die Idee, die Veranstaltung zur Zeche Zollverein zu verlegen - Open Air also. (Im Januar!!) Naja, Gelsenkirchen hat dann selbst was auf die Beine gestellt, was sich sehen lassen konnte: Hagen Rether war da und Herbert Knebel, das Musiktheater-Ensemble und das Rockorchester Ruhrgebeat. Und ha - wir waren im Warmem drinnen. *g*

Eine der größten offiziellen Veranstaltungen fand dann allerdings auch in Gelsenkirchen statt, in der wesentlich größeren Veltins-Arena (noch bevor das Dach etwas später beschädigt wurde): Der Day of Song. Zehntausende Menschen füllten die Arena und neben Live-Auftritten u.a. vom belgischen Mädchenchor Scala und dem genialen Bobby McFerrin gab es auch mehrere Gelegenheiten für das gesamte Publikum als Chor zu singen. Ein grandioses Erlebnis.

Bleiben wir in Gelsenkirchen, denn über das Jahr verteilt wurde allen teilnehmenden Städten für je eine Woche das Programm Local Heroes zugesprochen, Gelegenheit, lokale Aktionen und Künstler bekannt zu machen. Viel mitbekommen habe ich davon zugegebenermaßen nicht, aber ein Highlight war definitiv der Auftritt von Manfred Mann mit der Earth Band in Gelsenkirchen-Buer am Busbahnhof (ok, das war nach den Local Heroes). Lustig, mal die Rockhelden seiner Elterngeneration live zu sehen. War gar nicht schlecht. hahahah

Ruhrgebiet bedeutet immer auch Kohle und Zechen (oder heute "Bergwerke"). Die meisten davon stehen nicht mehr, dennoch hat der Kohleabbau eine enorm wichtige Rolle in der Geschichte des Ruhrgebiets gespielt. Noch heute merkt man einiges davon, wenn man z.B. in einer Doppelhaushälfte wohnt, war das vielleicht früher mal ein Zechenhaus, sprich eine für Bergarbeiter gedachte Unterkunft. Außerdem gibt es an vielen Stellen Straßenschäden durch ehemaligen Bergbau. Manche Zechen sind heute als Kulturstätte erhalten, z.B. Consol in Gelsenkirchen-Bismarck, andere sind aber nicht mehr zu sehen. Die Schachtzeichen, riesige leuchtende gelbe Gasballons, haben an einigen Tagen markiert, wo früher Zechen standen.

Ich mag das Ruhrgebiet sehr und da ich inzwischen in der dritten Stadt wohne und auch in Bochum, wo ich noch nie gewohnt habe, viel Zeit verbringe, sage ich oft, dass ich aus dem Ruhrgebiet komme und nicht aus Dortmund, Herne oder Gelsenkirchen. Und wenn man mal darauf achtet, kann man hier eine Menge erleben, sogar kostenlos. Dafür muss es gar nicht Kulturhauptstadtjahr sein, aber wenn Ruhr.2010 den Ruf des Ruhrgebiets ein bisschen verbessert hat, dann völlig zu Recht.



30 Day Challenge für Fotos

Vor einiger Zeit habe ich mal an einer (übrigens immer noch kursierenden) Challenge teilgenommen, bei der zu 30 paarweise auftretenden sehr verschiedenen Themen Songs vorgestellt werden sollten. Das hat viel Spaß gemacht und mich motiviert, ein bisschen in meiner Sammlung zu wühlen und über themenbezogene Musik nachzudenken.

Bei Jakub, den ich beim Bloggertreffen ansprach, weil er mit einer Holga1 herumlief, entdeckte ich nun etwas ähnliches für Fotos. Es geht wieder darum, 30 Tage lang etwas vorzustellen - diesmal eben Fotos. Paarweise sind die Themen nicht, dafür beginnt und endet die Reihe mit einem Selbstportrait. Ich werde mich dafür nachher nach dem Frühstück mal kreativ betätigen.

Die Themen sind nicht ganz so kreativ wie bei den 30 Songs, aber ich denke, Spaß machen wird es trotzdem und so kommen wenigstens mal wieder ein paar Fotos zustande, die nicht auf einem Konzert entstanden.

Alle Beiträge wird es fortlaufend unter dem Tag 30photos geben.

  1. Unglaublich billige, unzuverlässige Kamera mit Objektiv aus Plastik