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Ich habe zwar trotz großer Ankündigung meinen Facebook-Account nicht gelöscht, wohl aber neben etlichen flüchtigen Bekanntschaften auch alle meine Gruppen gelöscht. Ich möchte euch erläutern warum und auch dazu ermutigen, den selben Weg zu gehen.

Verbreitung von Informationen

Viele Gruppen existieren bloß, damit eine kleine Personengruppe eine große Personengruppe über Dinge informieren kann. Eine Gruppe ist dafür definitiv der sinnloseste Weg. Wenn man schon Facebook nutzen möchte, kann man einfach eine Gruppenunterhaltung erstellen. Wenn man es etwas klarer trennen möchte, wer informiert und wer informiert wird, ist ein Mailverteiler auch 2017 noch eine gute Lösung. Und für kurze Informationshappen könnte man auch eine WhatsApp-Gruppe oder eher einen WhatsApp-Broadcast verwenden. Alle diese Möglichkeiten bieten eine bessere Darstellung von mehreren aufeinander folgenden Informationen als Facebook-Gruppen.

Nun könnte man argumentieren, dass die Gruppen mit ihrer Kommentarfunktion aber doch praktisch seien, falls Rückfragen auftreten. Das ist aus zwei Gründen nicht so: Erstens, Rückfragen treten vor allem dann auf, wenn die Aussage von vornherein nicht informativ genug war. Gruppen bieten aber keine vernünftige Darstellung für lange Infotexte und stehen daher schon vom Konzept her einem vernünftigen Informationsfluss entgegen. Zweitens, erfahrungsgemäß sind Kommentare auf Facebook eher chaotisch, daher ist eine individuelle Rücksprache effizienter. Außerdem bringen Kommentare die Reihenfolge der Originalposts durcheinander, da Facebook alles nach letzter Änderung sortiert, was nicht hilfreich ist.

Organisation und Absprachen

Kaum eine Plattform ist für Absprachen so schlecht geeignet wie Facebook, Gruppen ganz besonders. Für kurzfristige Absprachen wie Termine sind Gruppen zu überdimensioniert, für mittlere Absprachen wie "wer bringt welchen Salat mit zur Party" schon zu chaotisch. Wird es noch etwas größer (es muss ja auch noch Musik her, und Getränke, und eine Location), verliert man sofort den Überblick, da es keinerlei Sortierungs- oder Markierungsfunktionen gibt. Für die Grillparty muss es vielleicht nicht gleich ein großes Organisationstool wie Trello sein, aber zumindest ein Kommunikationstool wie Slack mit der Möglichkeit, verschiedene Unterhaltungen zu verschiedenen Themen zu führen, sollte drin sein. Oder lieber ganz simpel - ein einfacher Chat in einem beliebigen Messenger und eine Person bestimmen, die alle wichtigen Dinge separat mitschreibt. Sobald es größer wird als die Grillparty, sollte definitiv ein dafür ausgelegtes Organisationstool genutzt werden, beispielsweise Trello, weil dann Themen klar strukturiert und einzelne Informationen und Diskussionen zu Themen zugeordnet werden können, ohne dass irgendwas untergeht.

Marktplatz, Mitfahrgelegenheiten & Co.

Handel ist die dritte Nutzungsart, die ich kennengelernt habe, und auch sie ergibt keinen Sinn. Absprachen zu Angeboten sollten individuell erfolgen, es hat keinen Nutzen für die anderen Gruppenmitglieder, verfolgen zu können, wie etwas an jemanden verkauft wird. Außerdem schieben Kommentare gerade die Angebote immer wieder nach oben, die vermutlich bereits für niemanden mehr zur Verfügung stehen. Zuletzt erreicht man mit einer Gruppe auch immer nur einen beschränkten Personenkreis, was sowohl beim Handel mit Waren als auch mit Mitfahrgelegenheiten und ähnlichem gilt. An den absurd langen Listen von Vorschriften für Gruppen wie "Verschenken und verkaufen in Chemnitz" sieht man, dass Gruppen eigentlich gar nicht geeignet sind. Handel sollte auf Plattformen ausgelagert werden, die darauf spezialisiert sind.

Zum Schluss ein Gedanke, der vielen gekommen sein wird: "Aber auf Facebook erreiche ich doch jeden!" Dazu nur: Wer auf Facebook als Kommunikationsplattform besteht, hat Pech gehabt. Facebook ist ein soziales Netzwerk, man kann sich dort mit anderen Menschen verknüpfen und mit diesen in Kontakt bleiben. Dafür ist es gut. Für alles andere nicht. Wer Informationen will, sollte seine E-Mails lesen. Wer etwas organisieren will, sollte sich überwinden, ein mächtiges Tool wie Trello auszuprobieren, er wird es nicht bereuen. Und ein Account bei BlaBlaCar oder Ebay Kleinanzeigen schadet auch niemandem - man erreicht dort eben nicht nur Freunde, Freunde von Freunden und Freunde von Freunden von Freunden, sondern auch Oma Schulze von 300 Kilometer weiter, die deine alten Gardinen kaufen möchte (die du deinen Facebook-Freunden niemals hättest andrehen können). Ihr müsst euch ja nicht gleich bei Facebook löschen - aber löst euch davon, dass es das Tool für alles ist.

Dachbodenfotos - 0010.jpgKürzlich hat jemand zu mir gesagt, mit Anfang 20 erlebt man nochmal eine Teenager-Phase. Man überdenkt seine Interessen, das soziale Umfeld ändert sich möglicherweise dramatisch, ganz viele neue Herausforderung stehen gleichzeitig an.1 Ich kann das so unterschreiben. Mit 20 bin ich von Zuhause ausgezogen und habe kurz darauf mein erstes Studium geschmissen. Stattdessen schloss ich mich TEN SING an, was mich nachhaltig geprägt hat, und sicherlich hat auch der dadurch bedingte ständige Umgang mit tatsächlichen Teenagern dazu geführt, immer ein bisschen in Umbruchstimmung zu bleiben.

Viele meiner Freunde, die ich hier in Chemnitz an der Uni kennen gelernt habe, scheinen sich nicht so recht darauf einlassen zu wollen. Der Plan, nach dem Studium zurück in die Heimat zu gehen, ist für sie in Stein gemeißelt, bei einigen scheint gar kein Interesse zu bestehen, nachhaltige Freundschaften aufzubauen. Es ist irgendwie alles ganz nett, aber diesmal im Sinne des verbreiteten Spruchs "Nett ist der kleine Bruder von Scheiße". Dabei steckt in der Zeit nach dem Abi soviel Potenzial! Für manch einen verändert ein Auslandsaufenthalt das Leben entscheidend, manche finden ihre Persönlichkeit in einer Freiwilligentätigkeit und manchmal wandelt sich das Leben eben wie bei mir während des Studiums.

Chemnitz ist die erste Stadt seit meiner Heimat Gelsenkirchen, in der ich mich richtig wohl fühle und wirklich eingelebt habe. Eine Wohnung, Supermärkte, Ärzte finden, Alltag leben, das bekomme ich überall in kurzer Zeit hin, ob nun Chemnitz, Berlin oder Tel Aviv. Aber in Chemnitz habe ich ein soziales Netz aufgebaut, Kontakte geknüpft, auch außerhalb der Stadt in Sachsen, ich verbringe meine Freizeit am liebsten hier, gehe hier meinen Hobbys nach statt dorthin zurück zu kehren wo ich früher war.2

Wer offen dafür ist, sich ein neues Leben aufzubauen, wird bald von Möglichkeiten erschlagen werden. Ich studiere neuerdings zwei Fächer gleichzeitig, weil es mir Spaß macht. Ich versuche, drei Jobs unter einen Hut zu bringen, weil ich gerne arbeite und das Gefühl bekomme, etwas zu bewirken. Man hat mir nahegelegt, mich für den Fachschaftsrat aufstellen zu lassen, und ich überlege, das zu tun, weil ich mich gerne für meinen Studiengang einsetzen möchte. Der Uni-Radiosender braucht neue Musikredakteure, auch das ist sicher eine spannende Sache. Sogar sportlich werde ich hier auf neue Ideen gebracht.

Wald - 0001.jpgDie Gewissheit, noch mindestens fünf weitere Jahre hier zu verbringen, und die Motivation, auch nach dem Studium in Sachsen zu bleiben, ermöglicht auch längerfristige Projekte. Außer TEN SING fange ich nun noch in einer professionellen Band an. Ich engagiere mich in einer studentischen Initiative, die jährlich eine große Spielenacht veranstaltet. Ich gehe sogar gelegentlich wieder aus. ;)

Zurzeit ist alles so voll gestopft mit Aktivitäten, dass ich durch den ganzen Druck leicht aus der Bahn zu werfen bin. Aber es ist absolut positiver Druck: Ein großer Teil meiner Zeit wird von Aktivitäten eingenommen, denen ich gerne nachgehe, an ganz vielen Ereignissen in meinem Alltag sind Menschen beteiligt, die mir wichtig sind. Ich kann mein Leben so aufbauen, wie ich es gerne möchte, dafür bin ich sehr dankbar. Platz für lose Unverbindlichkeiten ist da nicht - dafür aber Zeit, ernst gemeinte Kontakte zu pflegen und langfristige Projekte aufzubauen. Ich bin überzeugt davon, dass ich davon mehr habe, als von einem schneller durchgedrückten Studium und Hetzerei von Abi zu Bachelor zu Master zu Jobsuche.

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  1. Das ist mit ein Grund, warum ich es nicht gutheiße, dass man heutzutage teilweise schon mit 17 vom Abi an die Uni geschoben wird - aber darum soll es hier nicht gehen.
  2. Ich glaube, das funktioniert auch aufgrund der Entfernung besser, weshalb ich prinzipiell jeden ermutige, für das Studium weg zu ziehen, aber auch darum soll es hier nicht gehen.

Eine polnischstämmige Frau steigt in die Straßenbahn ein und ruft ihrer Freundin draußen im Einsteigen noch was hinterher. Ein Fahrgast holt einen Stock aus seiner Jacke und schlägt ein paar Mal gegen eine der Haltestangen in der Bahn. Als die Frau später aussteigen möchte und nicht sofort darauf kommt, dass sie noch den Türöffner betätigen muss, damit die Tür sich öffnet, beschimpft er sie und meint, sie soll ins Gefängnis. Wie tief muss die Fremdenfeindlichkeit verwurzelt sein, um sich in der Öffentlichkeit so seltsam zu verhalten?

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Als ich der Frau auf dem Platz gegenüber zulächle, fängt sie unvermittelt an von ihrem Arbeitstag zu erzählen. Es sei ja später geworden wegen der Kassendifferenz. Aber drei Euro, meine Güte, damit könne sie ja leben, sie sei ja auch nur ein Mensch und Menschen sind ja nicht perfekt, da passiert sowas schonmal. Ich nicke freundlich und denke mir: Wieviel Druck bekommt sie wohl zu spüren, um Wildfremden so eindrücklich und rechtfertigend davon zu erzählen?

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Eine Gruppe Jugendlicher, die man im Ruhrgebiet aufgrund ihres Äußeren gemeinhin "Türke" nennen würde, obwohl sie vermutlich (nur) einen deutschen Pass besitzen, unterhält sich über Reisen und andere Länder. Dabei kommt auch zur Sprache, dass Grönland zu Dänemark gehört, obwohl es sehr weit weg davon liegt. Eine andere Gruppe Jugendlicher, denen man aufgrund ihres Äußeren und ihrer Ausdrucksweise vermutlich die Bezeichnung "Bitch" und einen entsprechenden Bildungsstatus zuschreiben würde, wundert sich über den Halt in Herne - schließlich fährt die S-Bahn ja Richtung Essen. Dass der Zug die Fahrtrichtung dazu erst zwei Bahnhöfe später ändern muss - geschenkt. Haben "wir" Angst davor, dass "Ausländer" uns "die Arbeitsplätze wegnehmen", weil sie vielleicht einfach besser qualifiziert bzw. gebildeter sind?

So einige haben mich schon gefragt, was es mit diesem ominösen Westbundseminar auf sich hat, auf dem ich eine Woche lang war und von dem ich so unglaublich motiviert zurück gekommen bin. Ich bin keiner Sekte beigetreten, die Veranstaltung war vom CVJM, alles ganz harmlos, bloß tolle Menschen und ganz viel Endorphine. ;) Mal schauen, ob ich mit einem Blogartikel etwas Licht in die von außen manchmal etwas schwer zu verstehende Welt von TEN SING bringen kann.

Ich werde zunächst mal das Seminar in seine Bestandteile (sprich Programmpunkte) zerpflücken, um zu zeigen, was wir eigentlich gemacht haben - danach gibt's dann noch eine Ansammlung von Dingen, die vermutlich mehr als der Rest die wahnsinnige Stimmung auf diesem Seminar und bei TEN SING an sich vermitteln können.

Sing&Fun / Warmup

2010-10-09 21-35Bei chronologisch korrekter Reihenfolge müsste hier Frühstück bzw. Essen stehen - aber was für einen Eindruck macht das denn, das Essen zuerst zu nennen. ;) Sing&Fun ist ein wesentlicher Bestandteil von TEN SING... im Prinzip bedeutet das: Eine Liveband spielt irgendwelche coolen Lieder, Leute, die grad Bock haben und das Lied kennen kommen auf die Bühne und singen und der Rest hat Spaß, in welcher Form auch immer. Wahnsinnig gut um richtig wach zu werden, wenn man nach dem Frühstück und ggf. der Morgenandacht immerhin die Augen ganz auf bekommt. Die Lieder weisen dabei übrigens eine abgedrehte Vielfalt auf... repräsentativ seien mal Remmidemmi von Deichkind, das Fliegerlied von Tim Toupet und der Pokemon-Theme-Song genannt. :D

Ergänzt wurde das Sing&Fun meist um irgendeine Warm-up-Aktion. Ich erinnere mich noch daran, wie wir in drei Gruppen als Reihe im Raum standen und "Störfaktor" gespielt haben... dabei kriegt Gruppe 1 irgendein (total bescheuertes) Wort zugeteilt, soll es auf die andere Seite zu Gruppe 3 rüber brüllen, wobei Gruppe 2 irgendeinen Mist dazwischen brüllt um die Übermittlung zu verhindern. Zwischendurch werden die Positionen gewechselt und am Ende sind alle wach und haben keine Stimme mehr... :D Eine andere Aktion war der Luftgitarrenbattle... sehr episch und mit Worten schwer zu beschreiben. 170 Luftgitarre spielende Jugendliche, von denen sich am Ende drei auf der Bühne messen. Wir hatten Spaß. :D

Workshops

StromversorgungDen größten Anteil am gesamten Programm hatten mit Sicherheit die Workshops. In meinem Fall war das Lichttechnik - alleine daran dass es eigene Workshops für Ton und Licht gab sieht man schon wie groß die Auswahl war. Alles, was TEN SING sein kann, war vertreten. Den Chor haben wir alle zusammen gebildet - geleitet wurde der aber (ab dem dritten oder vierten Tag) von Leuten aus dem Chorleiter-Workshop. Theater gab es für Anfänger und Fortgeschrittene, Tanz war auch doppelt vertreten. Im Band-Workshop gab es Gruppen für jedes Instrument. Es gab einen Innovations-Workshop für die, die alles normale schon kennen. Design&PR waren vertreten und Worttransport für den geistlichen Teil. Vermutlich habe ich jetzt immer noch was vergessen.

Die Workshops hatten zehn planmäßige Einheiten von einer oder eineinhalb Stunden. Zumindest bei den Lichttechnikern und ich denke auch bei den Tontechnikern war es so, dass wir teilweise auch die Mittagspause über gearbeitet haben während der Chorproben. Es gab einfach viel zu tun um die Show am Ende vorzubereiten und was soll ich sagen, es hat wahnsinnig Spaß gemacht. Wir hatten reichlich Technik zur Verfügung und nachdem wir theoretisch wie praktisch gelernt hatten, wie man Licht aufbaut, bedient und programmiert, waren wir völlig frei darin uns zu überlegen, wie wir die Show schmeißen und das dann vorzubereiten. Hier alles wiederzugeben was ich dabei gelernt habe würde den Rahmen eines einzelnen Artikels definitiv sprengen, gelohnt hat es sich aber auf jeden Fall und ich habe sowohl für unseren kleinen Partyraum in Gelsenkirchen als auch für den Raum im CVJM Hagen, wo meine TEN SING-Gruppe ihre Auftritte hat, und für größere Veranstaltungen wie Open Air-Konzerte etwas mitnehmen können. Außerdem sind durch den Workshop auch Kontakte zu anderen Gruppen entstanden, und gerade bei Lichttechnik ist es extrem wertvoll, sich Geräte bei Bekannten leihen zu können, denn sonst lässt man viel Geld beim Kauf oder auch nur beim gewerblichen Verleih.

Lightshow-TestVorhin habe ich von der Show geredet. Das Seminar geht sieben Tage und am sechsten Tag gibt es abends eine große Show, bei der alle Ergebnisse der Workshops und der Chorproben zusammen kommen. Das heißt, nach nur sechs Tagen sind alle Teilnehmer in der Lage, ihre jeweiligen Bereiche bei einem Auftritt vor Publikum zu präsentieren. Die Mitarbeiter und Workshopleiter sind an der Show dann nicht mehr beteiligt. Insofern ist der große Erfolg der Abschlussshow immer auch ein Zeichen dafür, dass sich das Seminar gelohnt hat. hahahah

Chor

Den Chor habe ich schon bei den Workshops erwähnt und es fällt mir schwer, dazu noch mehr zu sagen. Wenn ich die Zahlen richtig im Kopf habe, waren wir 170 Teilnehmer (ich hörte auch von 200), und wie auch in den örtlichen TEN SING-Gruppen sind alle Teilnehmer nicht nur in ihren Workshops, sondern auch im Chor. Wir haben also aus 170 Leuten einen vierstimmigen Chor gebildet. Wie sich das anhört, muss man mal erlebt haben, und am besten sowohl im Chor stehend als auch als Zuhörer.

Generalprobe Time is running outDie Chorproben waren auch tatsächlich hauptsächlich deshalb spektakulär, weil sie trotz der großen Anzahl Sänger so gut geklappt haben. Interessant ist dabei vielleicht auch, dass wir keine Noten verwendet haben, ein Teil kann nichtmal Noten lesen. Nun singt der Chor zwar selten komplette Lieder, sondern meistens den Refrain, aber die jeweils eigene Stimme durch hören und vom Chorleiter angezeigte Noten zu lernen ist auch schon 'ne Leistung.

Besonders in Erinnerung geblieben sind mir übrigens einige der Einsingübungen, die sich nicht auf Training von Atem, Höhen und Tiefen beschränkt haben. Am genialsten fand ich dabei die Nachtigall... der Chor wird dabei in Männer und Frauen geteilt. Der Text ist: "Auf einem Baum in Kalifornien, da saß ne kleine Nachtigall, die sang Fiderallala" plus eine Anzahl "Hey!" dahinter. Die eine Gruppe beginnt mit einem "Hey!" und nimmt bei jedem Durchgang eins dazu, die andere beginnt mit fünf und nimmt bei jedem Durchgang eins weniger und wenn beide Gruppen synchron sind, kommt das letzte Hey im fünften Durchgang wieder von allen zusammen. Ziemlich cool wenn's klappt.

Geistliches Programm

Das Seminar stand unter dem Motto "Roots to grow and wings to fly" und in Zusammenhang damit tauchten immer wieder die vier Elemente Erde, Feuer, Wasser und Luft auf. So standen auch die vier Haupttage, sprich die zwischen Anreisetag und Showtag, jeweils unter der Themengebung eines Elementes. Besonders gemerkt hat man das bei den geistlichen Programmpunkten. Nun darf man sich nicht vorstellen, dass es großartige Predigten oder klassische Gottesdienste gegeben hätte. Zum einen gab es die Andachten morgens und abends, auf die ich gleich nochmal eingehe, zum anderen als Teil des verpflichtenden Programms an den vier eben genannten Tagen jeweils einen Block um ans Nachdenken zu kommen.

Zur Erde gehörten Fragen zur Herkunft. Wo komme ich her? Wo würde ich gerne herkommen? Und wo kommt mein T-Shirt her? Gelegenheit, einmal zu reflektieren was an der eigenen Heimat eigentlich gut oder schlecht ist. Durch die diversen Spiele, die dazu gehörten, gab es nebenbei auch Gelegenheit, neue Leute zu treffen, denen man bis dahin noch nicht begegnet war - in erster Linie ging es hier aber um das Nachdenken über sich selbst. Wer bin ich? Ich war übrigens Stefan Raab - drauf gekommen bin ich leider nicht, Wer bin ich ist ein fieses Spiel.1 :D Was gibt mir Halt? Wir haben 7 Menschen auf Luftballons gelegt, ohne dass die Ballons geplatzt sind.

Nicht immer so spiellastig, aber vom Prinzip her ähnlich waren auch die anderen drei Einheiten. Ein thematisch passender Denkanstop, Gelegenheit, darüber nachzudenken, etwas aufzuschreiben, und Gelegenheit, das symbolisch oder spielerisch umzusetzen. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir unter anderem die Aktion zum Thema Luft, wo wir Gelegenheit hatten, uns rückwärts von einem Tisch fallen zu lassen und dann aufgefangen zu werden. Solche Aktionen sind toll, wenn man sie mit Menschen macht, denen man vertrauen kann, und die passende Atmosphäre dafür wurde auf dem Seminar definitiv geschaffen.

LuftgitarrenbattleAbendliches Sing&Fun2010-10-11 13-15_02

Talkteams

Ein ebenfalls eher ruhiger fester Programmpunkt waren die Talkteams, die Gelegenheit geben sollten, im kleinen Kreis über den Tag zu reflektieren und Fragen oder Probleme an Mitarbeiter weiterzugeben. Wir waren glaube ich acht Leute und zwei Mitarbeiter, wobei man dazu sagen muss, dass die Mitarbeiter alle auch nicht oder nicht wesentlich älter waren als die Teilnehmer...

Ich habe von Talkteams gehört, die sich an kreativen Visualisierungen des Tages versuchten, von solchen, die genau das getan haben was ich oben genannt habe, und von solchen, die die Zeit zum Entspannen genutzt haben, wenn keine Fragen aufkamen. Wir hatten immer eine sehr nette Zeit miteinander und haben teilweise sogar den Zeitpunkt verpasst, an dem es eigentlich weitergehen sollte (was nicht schlimm war, dazu gleich). Nach den immer ziemlich vollen Tagen war es gut, einfach mal in Ruhe zusammen zu sitzen und sich darüber zu unterhalten, wie das Seminar bisher gelaufen ist. Für Getränke, Knabbereien und Massagen war bei uns gesorgt, vielen Dank an dieser Stelle an meine beiden Talkteamleiter! hahahah

Bistrozeit

Direkt im Anschluss an die Talkteams gab's vor dem Abendabschluss immer noch ne Stunde Zeit sich mit anderen auszutauschen, zu entspannen, Getränke und Essen zum quasi-Selbstkostenpreis zu erwerben, Leute kennenzulernen und Spaß zu haben. Die Gesamtschule, in der wir untergebracht haben, ist ungelogen die schönste Schule, die ich je gesehen habe. Diese freie Stunde haben wir in der Pausenhalle verbracht - und Pausenhalle bedeutet dort heller, großer Raum mit als Kiosk genutzter Holzhütte, grüner Bepflanzung und einem kleinen Wasserlauf. Ich weiß nicht, wieviel von der Deko von den Organisatoren des Seminars mitgebracht wurde, aber zumindest die drei genannten Punkte gehören wohl zur Schule...

Spontane Akustik-SessionÜberhaupt war das der Bereich, indem man am meisten mit der Gesamtmenge der anderen Teilnehmern zu tun hatte. Zwischen den Mahlzeiten und dem nächsten Programmpunkt, in der Mittagspause und eben während der Bistrozeit. Am ersten Abend hatte jemand Singstar organisiert, an einem Morgen nach dem Frühstück haben sich ein paar Leute mit Cajon und Gitarre zusammengetan und gesungen. Das Gruppenfoto ist glaube ich hier entstanden. Am bunten Abend waren hier die Teamsammelpunkte unseres Capture the Light-Spiels und wenn mal nichts los war, konnte man hier immer jemanden finden, bei dem auch gerade nichts los war, und so wieder jemanden kennenlernen.

Andachten

Für diejenigen, die gerne etwas mehr geistlichen Input haben wollten, gab es morgens zwischen Frühstück und Warm-up und abends während der Bistrozeit jeweils eine kurze Andacht, manch einer würde es vielleicht auch Impuls nennen. Ein paar gemeinsam gesungene Lieder, ein Denkanstoß, einige Gedanken der Person, die die Andacht gerade gehalten hat. Einfach auch eine weitere Gelegenheit, zur Ruhe zu kommen.

Übrigens wurden die letzten beiden Andachten von Teilnehmern des Worttransport-Workshops gestaltet. Leider war ich da gerade woanders eingebunden, so dass ich genau die beiden nicht mitbekommen habe, aber so haben auch hier letztlich die Teilnehmer einen Bestandteil des Seminars übernommen.

Essen

Essen! Etwas unpassend in der Reihenfolge, aber vom Gemeinschaftstanz, der den letzten mehrfach auftretenden Programmpunkt ausmacht, habe ich wenig mitbekommen, da ich mehrfach in der Technik war und Lightshows programmiert habe. Aber genau genommen war das Essen der häufigste Programmpunkt, schließlich haben wir jeden (vollständigen) Tag drei Mahlzeiten bekommen... ;)

Essen gab's im schuleigenen Speisesaal, den wir ziemlich vollständig gefüllt haben. Ich glaube, ich lüge nicht, wenn ich behaupte, dass ich selten in einer Jugendherberge bei irgendeiner anderen Art von Tagung, Seminar oder Ausflug so gut gegessen habe. Einer meiner Zimmermitbewohner hat das sehr treffend beschrieben: "Es gab Essen aus der Suppe von gestern und der Soße von heute, das war soo lecker, fast wie zuhause." Klingt ziemlich nach Uni-Mensa oder Billigkantine - letztlich weiß ich natürlich nicht, ob das Essen an dem Tag so entstanden ist, aber selbst wenn, es war wirklich gut. Typisch TEN SING gab's jedes Mal ein riesiges Getöse und Beifall für die Küche - die war davon so begeistert, dass wir uns für einen der Tage aussuchen durften, was gekocht wird (also, natürlich per Mehrheitsvoting, nicht jeder einzeln).

2010-10-11 18-42Generalprobe FlashmobdanceAngebissener vs ganzer Apfel

Gemeinschaftstanz

Die einzige Aktion, die schon vor dem Seminar vorbereitet wurde, war der sogenannte "Flashmobdance". Mit Flashmob hatte das zwar nicht viel zu tun, ziemlich cool war's aber trotzdem. Ich verweise da einfach mal auf Youtube (Videos sind unten verlinkt), denn von oben sah's immer am beeindruckendsten aus. Die allgemeine Choreografie dazu sollten möglichst alle Teilnehmer schon vor dem Seminar aus dem dazugehörigen Video lernen - der Programmpunkt während dem Seminar diente dann dazu, zu jedem Bestandteil noch eine zweite Version zu erfinden. Dazu muss man erklären, dass auch dieser Tanz an die vier Elemente angelehnt war und jeder Teilnehmer ein Element zugewiesen bekam. Planmäßig sollte dann bei der Aufführung des Tanzes bei der Abschlussshow jede Gruppe während ihres Parts nach vorne und ihren eigenen neu kreierten Teil tanzen, während die jeweils anderen drei quasi im Hintergrund den allgemeinen Teil haben. Geklappt hat das allerdings nicht, der Raum war dafür viel zu klein und es war so schon ziemlich eng mit den Zuschauern zusammen da drin...

Einzelne Programmpunkte

Während einige Programmpunkte immer oder ab dem dritten Tag oft gleich verlaufen sind (Chor, Essen, Workshops, Tanz, Talkteams), waren einige immer wieder neu (Bistrozeit, geistliche Aktionen). Einige weitere sehr coole Aktionen waren kein widerkehrender Bestandteil des Programms, sondern eine einmalige Sache. Das "Going on" zum Beispiel diente der Reflektion des Seminars über die eigene Ortsgruppe, um nicht "nur" persönlich was mitzunehmen, sondern auch in den Gruppen weiter zu kommen. Die restlichen Aktionen fallen unter puren Spaß - so wie die Aktion "Wenn ihr es schafft, 30 Mitarbeiter zu fangen und in den Saal zu tragen, servieren wir euch das Mittagessen". Wie naiv. 170 hochmotivierte und zusammenhaltende TEN SINGer hatten damit mal so überhaupt kein Problem. :D

Für den "bunten Abend" lasse ich mal ein paar Fotos sprechen. Wir haben eine Abwandlung von Capture the Flag gespielt ("Capture the Light"). Kämpfe wurden dabei mit Quartettkarten ausgetragen - was in eine regelrechte Schlacht ausgeartet ist und einfach mal irre Spaß gemacht hat.

Capture The LightCapture The LightPromo-Aktion

Leider keine gescheiten Fotos habe ich von der Promo-Aktion und vom Modulabend. Promoaktion stelle man sich so vor: 200 TEN SINGer (Zahlen variieren ständig, ich gehe mal von 170 Teilis und 30 Mitarbeitern aus, was nicht stimmen kann, aber egal) teilen sich in... ich glaube fünf Gruppen und ziehen singend in die Gelsenkirchener Außenwelt, Richtung Hauptstraße, zum Kaufland, stationieren sich dabei zwischendurch an mehr oder weniger markanten Punkten und drücken irritiert anhaltenden Menschen Flyer für die Show in die Hand. Am Ende sammeln sich alle bei Kaufland auf dem Parkplatz und singen als vereinter Chor und performen den Flashmobdance und spielen Pony (siehe letzter Punkt). Ich glaube, "irritiert" ist tatsächlich das beste Wort für den Zustand der vorbeikommenden Menschen. :D Möglicherweise sind aber tatsächlich Menschen dadurch zur Show gekommen und Spaß gemacht hat es allemal, auch wenn wir am Ende vor drohendem Regen geflüchtet sind.

Der "Modulabend" ist noch so'n Ding worunter sich kein Mensch was vorstellen kann. Eigentlich hieß das: Zwei wählbare Programmpunkte, einer für Spaß und einer für... Sinn. Bei mir waren das Kommunikationstheorie und Jam. Beides war total lustig, in Kommunikationstheorie haben wir uns mit dem 4-Ohren-Modell befasst (nach Schulz von Thun) - war ein bisschen wie Unterricht, aber die Schüler kannten das und haben das mal alles übernommen. Und weil's TEN SING und nicht Schule ist, haben wir das mit zwei kurzen Spielen mal ausprobiert, was dann wiederum für ne Menge Spaß gesorgt hat, aber durchaus zum Nachdenken über Kommunikation anregt. Malt mal ein beliebiges Gebilde aus gleichartigen Rechtecken (beliebig gedreht und positioniert, aber alle zusammenhängend) auf ein Blatt und versucht, eine Gruppe Menschen dieses Gebilde nachzeichnen zu lassen - nur mit Worten, also ohne mit den Händen oder so etwas zu zeigen und natürlich ohne das Original zu zeigen.

Die Show

Nun ja, am Donnerstag Abend (Tag 6) gipfelte das Seminar dann in einer genialen Show. So ziemlich alles, was die Workshops und der Chor vorher gelernt und geübt hatten, kam zum Einsatz. Insgesamt sieben Lieder gab es, sechs gespielt von den Leuten aus dem Band-Workshop, gesungen vom Chor und von Solisten, und eins vom Arrangier-Workshop. Zwei Theater-Workshops und der TEN SING Innovations-Workshop führten ihre Stücke auf. Zwei Tanz-Workshops zeigten ihre Künste. Der Design&PR-Workshop freute sich über die hoffentlich anwesenden, von Flyern angelockten Zuschauer. Und die Techniker sorgten dafür, dass jeder alles hören konnte, niemand im Dunkeln stand und nicht alles langweilig weiß beleuchtet war. (Schwarzlichttanz! Yeah! :D )

Es ist glaube ich unnötig zu erwähnen dass wir alle verboten viel Spaß hatten. Innerhalb von knapp sechs Tagen ein abendfüllendes Programm auf die Beine zu stellen macht nicht nur ein bisschen stolz, sondern auch einfach richtig Spaß. Sechs Tage lang hat jeder das gemacht, was er am besten kann oder am liebsten macht, und das Ergebnis konnte sich definitiv sehen lassen.

Nach der Show gab es übrigens erst eine öffentliche Aftershowparty, bei der das gesammelte Sing&Fun-Programm nochmal rausgeholt wurde, und dann eine große Abschlussparty ohne Gäste. Als Lichttechniker war das nochmal ne geniale Gelegenheit, nicht nur feiernd Spaß zu haben, sondern dank mobiler Laptoplichtsteuerung bzw. schnellem Umbau zwischen den Partys (wir sind von der Aula ins trockengelegte Schwimmbad umgezogen, haben aber einiges an Technik mitgenommen) nochmal mit Effekten zu spielen. Leider habe ich kein Foto von der Aula, in der man die Luft dank Nebelmaschinenexzess bei der Aftershowparty schneiden konnte. :D

Lichttechniker arbeiten an der TraverseGeneralprobe ChorGeneralprobe Tanz

Und was ist jetzt so toll daran?

Möglicherweise hört sich das alles nach einem ganz gewöhnlichen Seminar an. Ich will auch gar nicht abstreiten, dass auch andere Seminare sehr viel Spaß machen können, aber ich werde versuchen, ein bisschen darzustellen, wieso mir diese Woche so unglaublich viel Spaß gemacht hat - mehr, als man bei dem oben beschriebenen Programm ohnehin schon erwarten kann. Eines meiner Ziele für dieses Seminar war, zu verstehen, warum diese ganzen Menschen, die TEN SING machen, so gut drauf und motiviert sind - ich denke, jetzt verstehe ich es.

Jede Menge Kleinigkeiten sind es, die in der Summe für das unglaublich geile Gefühl sorgen, was während der Seminarwoche und noch danach da war - aber ein Punkt, der mir ziemlich am Anfang aufgefallen ist, ist mir ganz besonders wichtig. Alle oben beschriebenen Einheiten haben ihre Vorzüge und alle haben Spaß gemacht, aber das genialste daran war für mich die Tatsache, dass es so viele verschiedene Gruppen gab - verschieden groß und verschieden zusammengesetzt. Da waren die Workshops, die Chorstimmen, die Talkteams, temporäre Gruppen wie die während der geistlichen Einheiten, die eigene TEN SING-Ortsgruppe, die Leute, mit denen man auf einem Zimmer war, beim Essen an einem Tisch gesessen hat... ständig war man mit anderen Leuten zusammen und trotzdem immer wieder auch mit den gleichen. Eine äußerst geniale Art, viele neue Menschen kennenzulernen und sich trotzdem mehr auszutauschen als "Woher kommst du, wie alt bist du, zu welchem TEN SING gehörst du". Das hat wirklich gut geklappt und das war der Aspekt an diesem Seminar, den ich nennen würde, wenn mich jemand fragen würde, was ich am besten fand.

Mitarbeiter jagen2010-10-11 13-152010-10-11 15-50

  • Unser erstes Chorlied war "Here we go" von N'SYNC - darin heißt es im Refrain "Yes yes yes here we go, N'SYNC has got the flow". Fand der Chor doof. Haben dann schnell rumgesprochen dass wir einfach mal TEN SING statt N'SYNC singen, nachdem das alle durchgezogen haben, hat der Mensch an der Beamerpräsentation den Text geändert - durchgesetzt! :D
  • TEN SINGer sind einfach total (musik)verrückt. Kommste nachm Essen ins Männerklo, sitzt da einer aufm Boden und spielt auf ner Dockingstation Musik ab für den der aufm Pott hockt.
  • Ohne Stimmung geht gar nix. Das auf-dem-Tisch-Geklatsche vor den Mahlzeiten kann ich mit Worten nicht wiedergeben, versucht einfach, euch vorzustellen, ihr seid relativ spät angekommen, kommt in das Hauptgebäude und dort in den Speisesaal und alle Menschen sind aufgekratzt und reden und machen Lärm und klatschen und... ach, ich kann es in Worten nicht wiedergeben. :D
  • Story of my Pony. Oder einfach Pony. Bringt einen völlig aus dem Konzept, wenn man es nicht kennt, ist eine wahnsinnige Spaßquelle, wenn man mitmacht. Man nehme eine große Menschengruppe, formiere diese zu einem Kreis und fange klatschen an zu singen "This (is) the story of my pony, story of my big fat pony, this (is) the story of my pony, this is what they told me". Einer läuft/hüpft los in den Kreis rein an den Leuten entlang, wenn der Text zu Ende ist bleibt er/sie stehen und es kommt "front front front, my baby side side side, my baby back back back, my baby this is what they told me" plus entsprechendes Gehüpfe vor einer Person, die dann auch in den Kreis geht und mitläuft. Geht dann so weiter bis alle im Kreis sind. Spaaaaß. :D
  • Chor-Choreografie. Zwei der Mitarbeiter haben zu Time is running out spontan was zum Text passendes ausgedacht und das dann einfach mal verbreitet, ansonsten gibt's jede Art von mehr oder weniger bekloppten Hand- und Armbewegungen zur Musik, ganz typisch ist dabei das Hinbewegen zum gerade Solo spielenden Gitarristen auf irgendeine Art und Weise. Kommt besonders cool, wenn...
  • ...TEN SINGer im Publikum sind. Dann wird nämlich grundsätzlich alles mitgemacht. Auf TEN SING-Shows wird zwar meist nicht so viel gesprungen und gepogt wie auf manchen Konzerten von normalen Bands, aber in Sachen Vielfalt der Publikumsaktionen kann so manche TEN SING-Gruppe jedem normalen Publikum was vormachen.
  • Schlachtrufe und anderer Kram. Mir fallen gerade nicht viele Beispiele ein, aber ich denke da an sowas wie: Publikum ruft während des Konzertes immer wieder "Ihr seid spitze, hey!" zur Bühne, die die gerade auftreten erwidern dass dann mit "Ihr aber auch!". Endet immer in jeder Menge Lärm. Ersetzt übrigens teilweise die Zugabe-Rufe. ;)
  • Die Freiheit, zu tun, was man möchte. Es gab Veranstaltungen mit Anwesenheitspflicht, die man aber sehr kreativ gestalten konnte. Für uns im Lichttechnik-Workshop hieß das, auch während einiger anderer Module oben auf der Empore an der Technik sein zu können (bzw. vor dem Umzug nach oben auch unten schon, da eigentlich sogar einfacher). So entstanden dann so Dinge wie bei der Kurzfeedbackrunde, bei der jeder eine grüne oder eine rote Karte hochhalten konnte, um mitzuteilen, ob er die gerade genannte Aussage gut oder schlecht findet bzw. zustimmt oder nicht: Die Lichttechniker waren zwar oben nicht sichtbar, haben dann aber einfach mal die Effektscheinwerfer dafür benutzt. :D

Es sind so viele Dinge, die jeder bei TEN SING kennt und womit man Spaß haben kann. Es ist immer schwierig zu verstehen, was dahinter steckt, wenn man nicht selbst dabei ist - daher kam mir TEN SING auf dem Kirchentag 2009 auch noch ein bisschen insidermäßig vor, weil man als Außenstehender teilweise echt verwirrt wird davon. Insidermäßig stimmt aber nicht, denn wenn man auf irgendjemanden zugeht, wird man mit Sicherheit sofort mit integriert... probiert es aus. Fahrt zum Kirchentag, geht auf eine TEN SING-Show (Termine auf tensingland.de), besucht die TEN SING-Gruppe bei euch in der Nähe... erlebt selbst was daran so genial ist. Und schaut euch Videos an. Hier die gesammelten Videos von der Show. Danke an C.K. für's Bereitstellen der Aufnahmen und viel Spaß!

-> Playlist bei Youtube

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1 Wer bin ich: Jeder Spieler erhält einen Zettel mit dem Namen einer bekannten Person (es muss nicht unbedingt eine Person sein...) und klebt diesen seinem linken/rechten Nachbarn auf die Stirn, so dass alle sehen können, welche Person ihm zugeteilt wurde, außer ihm selbst. Jeder versucht daraufhin zu erraten wer er ist - dabei dürfen nur Fragen gestellt werden, die mit ja oder nein beantwortet werden können.

PS: In diesem Text kommt 18x das Wort "Spaß" vor - sagt alles, oder? hahahah

Vor mir die klassische Mutter mit Blag im Kinderwagen, dem Aussehen nach zu urteilen im Studentenalter (die Mutter), das Blag zum Glück ruhig. Die andere Dame vermutlich die junge Oma. So weit so unspektakulär.

Rechts von mir die beiden Jungs, die von der Musikschule kamen, der eine mit Gitarre auf dem Rücken, unterhalten sich über die Bandprobe und anderes Zeug. Der eine hat ne Klasse übersprungen, erklärt grad das Oberstufensystem und fragt den anderen, ob er Abi macht, denn dann wären sie gleichzeitig fertig mit der Schule. Er selbst hätte seins dann mit 17 3/4.

Links von mir "Haste gesehen wie die Olle grad rausgesprungen ist?!" wird noch kurz diskutiert wie merkwürdig der angetrunkene Haufen die Bahn verlassen hat, danach geht's ums Schwarzfahren. Einer droht ein Jahr Haft, weil sie die 40€ nicht bezahlt, auf die Arbeitsstunden hat sie keinen Bock. Sie hat ja noch bis dann und dann Zeit. Ein anderer rät ihr die Stunden zu machen, wieder ein anderer berichtet wie lange er gesessen hat und ein dritter meint, Schwarzfahren lohne sich...

Leider musste ich dann raus...


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