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Es ist kein Wunder, dass sich junge Menschen heute immer öfter Jobs verweigern, die Erreichbarkeit nach Feierabend fordern oder bei denen Überstunden normal sind. Wer schon zu Schulzeiten nicht vor 16 Uhr nach Hause kommt und später durch das Studium geprügelt wird mit acht Klausuren in zwei Wochen, hat keinen Unterschied mehr zwischen der "schönen Schulzeit" und dem "harten Arbeitsleben". Mir hat man noch erzählt, ich würde später wehmütig an die Schulzeit zurück denken - schon bei mir stimmt das nicht mehr, und damals gab es G8 noch nicht.

Und während ich damals fröhlich alles schwänzte, worauf ich keine Lust hatte, sobald ich mich selber krank schreiben durfte, stehen die Schüler heute spätestens in der verkürzten Oberstufe so unter Druck, dass sie schon fast freiwillig früh ins Bett gehen, weil einfach keine Energie mehr da ist. Wer es schafft, neben Unterricht und Hausaufgaben mehr als einer Freizeitaktivität nachzugehen, wird bestaunt. Das macht mich traurig - denn Geld verdienen, Familienleben pflegen und den Haushalt schmeißen müssen wir alle früh genug, da sollte zumindest Schülern viel Freiraum bleiben, um ihre Interessen auszuloten.

Bedarf dafür besteht auf jeden Fall - beispielsweise ist die durchschnittliche Zahl der Bundesfreiwilligendienstleistenden pro Monat von 2012 auf 2014 um 25% gestiegen1, was sicher auch auf einen höheren Anteil bei den Schulabsolventen zurückgeht, die vor dem Studium erstmal eine Zeit lang etwas anderes ausprobieren. Studiengänge wie Sensorik und kognitive Psychologie findet man nicht, wenn man unter Druck schnell eine Entscheidung trifft. Für viele in diesem Fach ging eine Bewerbung auf oder sogar ein Studium eines anderen Faches voraus. Erzähle ich, was ich studiere, werde ich oft ungläubig angesehen - die Kombination Physik und Psychologie erscheint kaum jemandem sofort logisch. Dabei ergibt sie sofort Sinn, wenn man mal darüber nachdenkt, auch in der Praxis treffen diese beiden Bereiche heutzutage oft aufeinander.

Aber zur Schulzeit bleibt ja schon nicht genug Zeit für den vorgesehenen Stoff, geschweige denn für interdisziplinäre Betrachtungen oder Praxisbeispiele. Ich hatte zwei Jahre lang Physik-Leistungskurs, fünf Schulstunden die Woche. Genau eine davon hatte Praxisbezug - als wir einen Vertretungslehrer hatten, der ganz entgeistert war, dass niemand im Kurs wusste, wofür wir den elektrischen Schwingkreis lernen. Kein Wunder, dass viele schimpfen, der Schulstoff sei unnötig - das ist er tatsächlich, solange niemand erklärt, was man damit anfangen kann, denn dann vergisst man die Inhalte sowieso wieder und entwickelt auch kein weiteres Interesse mehr daran.

Nicht nur die Hetzerei des Systems G8 ist kontraproduktiv für die Interessenentwicklung und die nachhaltige Vermittlung von Wissen, auch eine Ebene höher läuft einiges schief. Es ist ja prinzipiell niemand gezwungen, sein Abi auf einem Gymnasium zu machen, nichtmal das Abi an sich ist ja ein Muss. An einigen Gesamtschulen2 kann man immer noch oder wieder nach 13 Jahren Abitur machen. Einige Freunde haben ein Fachabi. Viele Realschulen haben einen ausgezeichneten Ruf und der Erfahrung von Schülern dort nach wird dort oft besserer Unterricht angeboten als an den selbst ernannten Elite-Gymnasien. Aber in meiner Elterngeneration und dadurch übertragen auch bei vielen Jugendlichen hat das Fachabi einen wesentlich schlechteren Ruf als das "richtige" Abi, ein Fachhochschulabschluss wird immer noch nicht als gleichwertig angesehen, obwohl drei Jahre Studium mittlerweile an jeder Hochschule zu einem Bachelor führen, und auch für Berufsausbildungen werden Abiturienten lieber genommen als Realschulabsolventen - völliger Blödsinn, denn in fast keiner Berufsausbildung wird auch nur ein Quäntchen Stoff aus der Oberstufe benötigt. Der Mathematikunterricht an der Berufsschule, die ich eine Zeit lang besuchte, befasste sich überwiegend mit Bruchrechnung (lernt man in der sechsten Klasse).

Eltern, Lehrer und die gesamte Gesellschaft müssen dringend aufhören, schon in der Mittelstufe Schüler unter Druck zu setzen. Niemand kann ernsthaft behaupten, ein wiederholtes Schuljahr, ein paar geschwänzte Unterrichtsstunden, ein Auslandsjahr oder ein Semester über der Regelstudienzeit würden irgendwas am Leben nach der Ausbildung ändern. Und die gesellschaftliche Abwertung von Bildungsabschlüssen unter Universitätsniveau führt nicht zu einer besser gebildeten Gesellschaft, sondern zu weniger Möglichkeiten für junge Menschen - ein völlig widersinniger Schritt in einer Zeit, in der kaum jemand noch begreifen kann, wie viele Möglichkeiten es gibt.

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Foto: eigenes Werk

  1. Quelle: Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben
  2. Die gibt es nicht in allen Bundesländern, u.a. aber in NRW - eine Mischform aus den dortigen drei anderen weiterführenden Schulen, die es durch Kurse auf verschiedenen Niveaus ermöglichen soll, die Entscheidung Haupt-/Realschule oder Gymnasium nicht sofort nach der Grundschule, sondern später zu treffen

Fotos von den Versuchen und von den "Tafelbildern". Die mit den Interferenzen sind aus der Hand bei mehreren Sekunden Belichtung, dafür ist das recht scharf ;)

Klicken für mittelgroße Ansicht, dann nochmal klicken für große Ansicht. Originale in 12MP kann ich euch zukommen lassen, einfach n Kommentar da lassen.

(Fotos nicht mehr verfügbar)

In unserem Informatikunterricht verwenden wir momentan als Einstieg in maschinennahes Programmieren ein Flash-Tool namens LogiFlash. Damit lassen sich simple Schaltungen bauen, im einfachsten Fall auf der Basis von Schalter (Strom an oder aus), Anzeigen (Lampe an/aus) und logischen Gattern (And, Or, Xor, Not).

Da wir uns in der Einführungsstunde mit dem Binärsystem befasst haben, unter anderem mit dem schriftlichen Addieren von Binärzahlen, und ich gerade Langeweile hatte, habe ich eine Addierschaltung für Binärzahlen mit bis zu drei Stellen gebaut (im Fall des Entstehens einer vierstelligen Zahl wird links angezeigt, dass noch eine 1 im Übertrag steht). Hab's durchgetestet und funktioniert hahahah

Ich hab noch nicht ganz verstanden, warum, aber offensichtlich funktioniert die Schaltung auch, wenn man die von mir dafür gebaute Komponente gar nicht hat. Die Schaltung ist addierer-dreistellig, um sie zu laden, müsst ihr euch von dem Link oben die Flashdatei laden und zusammen mit einem Ordner "circuits" irgendwo speichern. nicht mehr verfügbar. In den Ordner "circuits" kommt dann der Addierer. Dann kann man in der Flashdatei oben den Button für XML öffnen benutzen und durch Eingabe des Dateinamens ohne Endung die Schaltung laden und benutzen.

Edit: UPS. Das Element, was ich zuerst nicht verstanden und daher als unbrauchbar verworfen habe, tut genau das was ich jetzt in zwei Stunden Arbeit gebaut habe... :mrgreen: Soll heißen: Ich habe den Va-Adder nachgebaut und dafür zwei Ha-Adder eingebaut. :D Dabei war ich so froh, dass ich den Ha-Adder gefunden habe, der mir das Ganze etwas vereinfacht hat... mal schaun, ob ich den auch nachgebaut kriege :D (und ja, ich weiß nicht, was die Buchstaben bedeuten) ;)

Edit 2: Okay, den Ha-Adder auch noch selber zu bauen aus Or, Xor, And und Not war jetzt auch nicht so schwierig... aber nett, da sieht man mal wie man alles zusammensetzen kann ^^ Ganz simpel der Ha-Adder, den ich so erweitert habe, dass bei Schaltung beider Eingänge auch beide Ausgänge geschaltet werden (sonst ist es S für einen Eingang und Cout für beide). Davon hab ich dann zwei kombiniert, um schließlich mit recht komplizierten Verbindungen dass zu bauen, was der Va-Adder tut... meine Güte... so im Nachhinein betrachtet, total umständlich, ich hab bestimmt zwischendurch was eingebaut was ich hinterher in der Schaltung wieder deaktiviert habe. :D

oder: Feddich. oder Vorbei. oder Bestanden. oder Geschafft. Viele Ausdrücke für ein und das Selbe. Positiv oder negativ. Na, jedenfalls hier die Kurzfassung des heutigen Morgens und Vormittags ^^

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Amazons neueste Masche, eigentlich ganz nett. Sehr genial finde ich ja die neueste Kreation für unseren Schulserver - für die Auswahl, auf welchem Drucker ein Schüler in einem Raum x denn gerne drucken möchte.

"Schüler, die in diesem Raum waren, druckten auch auf:" :D

Aber das System gibt's ja mittlerweile echt überall... MSDN: Leser, die diesen Artikel hilfreich fanden, lasen auch: usw. ^^

Edit mit Ergänzung:

"Schüler, die auf diesem Drucker Hausaufgaben druckten, druckten Hausaufgaben des gleichen Fachs auch auf:" ;D

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