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Wie angekündigt hier also die Liste mit den 40 Zielen, die ich in den nächsten 80 Wochen erreichen möchte. Ich denke, alle sind realistisch und sinnvoll. Ein paar sind messbar - viele aber nicht. Daher habe ich auch die Darstellung verändert und werde nun mehr auf die Details eingehen. Das Projekt läuft bis 4. September 2016 und ich bin gespannt, was in der Zeit bis dahin alles passieren wird.

Sport & Ernährung

250km Fahrrad in einer Woche fahren
Chemnitz - Berlin wäre eine Option.
10 verschiedene (ernstzunehmende) Teesorten nennen und zubereiten können
(0/10)
2 Wochen vegan leben
10 Gerichte aus 10 verschiedenen Ländern kochen
  1. Pizza nach italienischer Art (die tatsächlich anders ist als die deutsche)
  2. Tofu nach vietnamesischem Rezept
  3. Persische Eierkuchen mit Lauch und Walnüssen
Ein Chinatown in Deutschland finden und leerkaufen
Gewürze! Kräuter! Sojasaucen! Verrückte Dinge, von denen man gar nicht weiß, was es ist!
Pilze im Wald pflücken gehen
Achterbahn fahren
Ängste überwinden!
Ein Fahrrad bauen
Bronze in vier Disziplinen des deutschen Sportabzeichens erreichen
 

Reisen

Einen One-Way-Flug buchen
Mit dem Rad oder zu Fuß an der britischen Südostküste entlang
Alle Nachbarländer von Deutschland bereisen
(3/9)
Nach Malaysia reisen
Am Rothaarigentag in Breda teilnehmen
Alle TEN SING-Gruppen in Sachsen besuchen
 

Medien online

1 Monat lang Tagebuch über meinen Medienkonsum führen
An einem Bloggertreffen teilnehmen
Alle 20 Wochen ein Update dieser Liste posten
(0/4)
Die Hälfte meiner (neuen) Blogposts mit Bildern versehen
Den DSL-Anbieter wechseln
 

Medien offline

Ein TEN SING-Video schneiden
Einen Film selber entwickeln
Einen "Lost Place" besuchen
5 Songs am Synthesizer spielen können
(0/5)
Ein Werk bei Soundcloud veröffentlichen
Weiterhin jedes Jahr auf ein Konzert im Ausland gehen
Die Probenraum-Akustik verbessern
 

Haushalt

Nähen lernen und
Moltontücher zu Bettwäsche vernähen
Dachboden aufräumen
Bücher einlagern
Den Schreibtisch-Anbau vernünftig zusammenbauen
Die Küche fertigstellen
Dem Probenraum zu einer gescheiten Akustik verhelfen
 

Bildung

5 Bücher-Bildungslücken schließen
(0/5)
100 Leistungspunkte im Studium erreichen
(32/100)
Grundkenntnisse in einer vierten Sprache erwerben
Angepeilt ist mindestens B1, ich lasse aber mal offen, ob das über einen Sprachkurs passiert oder durch einen Auslandsaufenthalt.
An einer Gerichtsverhandlung teilnehmen
An einer Parteisitzung teilnehmen
Erste Hilfe für Autofahrer auffrischen

Als eine Variante von vielen hatte mein "55 in 777"-Projekt zum Ziel, kleine alltägliche Erfolge sichtbar zu machen, indem sie bewusst gemessen werden, und den Erfolg verschiedener Aufgaben über einen längeren Zeitraum zu verfolgen. Schon beim Jahresrückblick vor einigen Wochen erwähnte ich, dass Jahreswechsel schlechte Deadlines abgeben. Daher entschied ich mich einfach für die Schnapszahl von 111 Wochen.

Es sollten realistische Ziele sein, und die meisten waren es auch, und dennoch sind von den 55 nicht nur mehr als die Hälfte nicht erreicht worden, sondern ganze 10 auch komplett verworfen worden. Auf die Gründe dafür möchte ich zuerst eingehen.

Monatlich Habari aktualisieren (0/26)
Da die Entwicklung von Habari, meiner Blogsoftware, viel zu langsam voranschreitet, ist dieses Ziel nicht erreichbar gewesen. Dennoch habe ich alle bekannt gewordenen Sicherheitslücken und Fehler umgehend geschlossen, sofern Patches verfügbar waren.
An 5 Tagen die Woche die Zeitung zumindest grob lesen (0/555)
Das Nachhalten dieser Häufigkeit wäre viel zu viel Aufwand gewesen, daher habe ich das Ziel sehr früh schon wieder verworfen. Spätestens seit meinem Umzug nach Chemnitz habe ich aber auch kaum noch Zeitung gelesen - die Gedanken dazu wären einen eigenen Blogpost wert.
Beim Kirchentag in Stuttgart dabei sein
Ich ließ außer Acht, dass der Kirchentag in Stuttgart nach Ende des Projektes stattfindet. Dennoch ist meine Teilnahme bereits gebucht.
Eine Interrail-Reise machen
Aus verschiedenen privaten Gründen ist daraus nichts geworden, obwohl ich kurz davor stand, und es wird wohl auch nichts mehr draus werden.
Beim Rothaarigentag in Breda dabei sein
Auch das habe ich leider nicht geschafft, wird aber hoffentlich irgendwann mal klappen.

Drei weitere Aufgaben sind aufgrund meines Umzugs hinfällig geworden, zwei weitere habe ich anscheinend stillschweigend unter den Tisch fallen lassen. Hm.

Als nächstes sei nun als eigentliche Auswertung und Feedback an mich selbst die Liste mit den verbliebenen Aufgaben inklusive aller alten und abschließenden Kommentare dargestellt:

Sport / Ernährung

  1. 100 Liegestützen schaffen (13/100)
    An den Sit-Ups sieht man, dass die Online-Trainingsprogramme "100 Liegestütz", "200 Sit-Ups" usw. durchaus Wirkung zeigen, aber mein Durchhaltevermögen war zu gering.
  2. 200 Sit-Ups schaffen (89/200)
    89 Sit-Ups sind allerdings durchaus etwas, auf das ich stolz bin.
  3. :check: 500 Kilometer mit dem Fahrrad zurück legen
  4. 2 Wochen vegan leben (0/2)
    Ein paar Mal angedacht, aber immer wieder verworfen.
  5. 10 Gerichte aus 10 verschiedenen Ländern kochen (3/10)
    Pizza nach italienischer Art (die tatsächlich anders ist als die deutsche); Tofu nach vietnamesischem Rezept; Persische Eierkuchen mit Lauch und Walnüssen. Schwierig, da viele Nationalgerichte Fleisch enthalten.
  6. :check: Zu Weihnachten mindestens 10x backen
  7. :check: Marmelade selber machen
  8. :check: Pudding selber machen

Digital

  1. :check: Alle 77 Tage ein Update dieser Liste posten (9.5/10)
    Close enough.
  2. :check: 100 Artikel schreiben, die nicht Teil einer Serie sind (100+/100)
  3. Mein gesammeltes Videomaterial von TEN SING zusammenschneiden (0/3)
    Videoschnitt erfordert intensive Einarbeitung, und während ich dafür zwar immer wieder mal Motivation habe, fehlt mir die Zeit. Immerhin ist inzwischen genug Rechenleistung vorhanden und die Dateien sind vorsortiert.
  4. :check: 15 Beiträge zu Habari leisten (veröffentlichte Plugins oder Themes oder Core-Bugfixes)
  5. Eine Woche offline gehen (3/7)
    Ein gewagtes Ziel in der heutigen Zeit und auch eins, was mir inzwischen nicht mehr erstrebenswert erscheint, da ich meinen Medienkonsum nicht als exzessiv betrachte und daher auch keine drastischen Gegenmaßnahmen brauche.
  6. :check: 1000 Posts erreichen (1010+/1000)

Foto / Musik

  1. Portfolio mit min. 20 Fotos pro Kategorie füllen (24/60)
    Was ich mir darunter anfangs vorgestellt hatte, weiß ich schon gar nicht mehr, da ich aber inzwischen sicher bin, dass ich auf keinen Fall selbstständig werden möchte, verfolge ich auch alles, was daran hängt, nicht mehr intensiv.
  2. 100 Songs am Schlagzeug vollständig spielen können (43/100)
    Songs abzählen, die ich kann, ist einfach Unfug. Aber...
  3. 50 Songs am Bass spielen können (22/50)
  4. 10 Songs an der Gitarre spielen können (7/10)
    ...es hat mich dazu gebracht, mich ernsthaft mit meinen Instrumenten auseinander zu setzen. Also ein positiver Effekt, der jedoch nicht gemessen werden sollte. Dass ich allerdings am Ende des Projektes nicht nur eine Gitarre besitzen, sondern sogar so gut spielen können würde, dass ich damit auftreten werde, war mehr ein Traum als ein Plan.
  5. :check: Weiterhin min. 1x im Jahr auf ein Konzert im Ausland gehen
  6. Einen Film selber entwickeln
    Technik ist da, eine Dunkelkammer fehlt.
  7. Einen "Lost Place" besuchen
    Ein schwierig zu erreichendes Ziel.
  8. :check: Beide CD-Regale füllen
    Ich werde auf jeden Fall in sehr naher Zukunft ein drittes brauchen...

Reisen

  1. :check: Beim Kirchentag in Hamburg dabei sein
  2. :check: Beim YMCA-Festival in Prag als Volunteer dabei sein
  3. :check: In einem Nachtzug schlafen
  4. Eine Reise nur mit Couchsurfing bestreiten
    Couchsurfing ist kein Wunschkonzert, daher hat das bisher nicht geklappt.
  5. Eine Reise mit mindestens einer Übernachtung nur mit dem Fahrrad bestreiten
    Und dieses Ziel ist in Sachsen einfach sehr schwer, da hier kaum Ziele in Fahrradnähe liegen und ich auch kein Interesse an wirklich langne Radtouren habe.
  6. :check: Eine Deutschland-Rundreise machen
  7. :check: Nochmal nach Brighton reisen

Freizeit allgemein

  1. :check: Erdbeeren pflücken gehen - war ich nicht mehr seit ich Kind war!
  2. :check: Geocachen gehen
  3. Die Herr der Ringe-Trilogie lesen (0/3)
    Auch dieses Ziel ist aus schlichtem Desinteresse nichtmal angefasst worden. Sowas passiert, wenn man glaubt, etwas tun zu müssen, aber gar keinen persönlichen Sinn darin sieht.
  4. :check: 5 Bildungslücken bei Filmen schließen (5/5)
    Gesehen: Die fabelhafte Welt der Amélie, Pulp Fiction, Täglich grüßt das Murmeltier, Juno, Die zwölf Geschworenen
  5. 5 Träume aufschreiben (4/5)
  6. :check: An einer Demo teilnehmen

Bildung

  1. Jede Woche einen zufälligen Wikipedia-Artikel lesen (0/111)
  2. Jeden Monat einen zufälligen englischen Wikipedia-Artikel lesen (0/26)
    Naja, und dafür fehlt mir einfach die Muße im Alltag, und neben dem Uniwissen noch zufälliges Wissen in mich reinquetschen... vielleicht nebenbei mal, aber sicher nicht regelmäßig, denn wofür?
  3. Grundkenntnisse in einer vierten Sprache erwerben (0/3 - A1, A2, B1)
    Das wiederum war vielleicht einfach ein zu hohes Ziel für den Zeitraum...
  4. Begrüßung und Verabschiedung in 10 Fremdsprachen lernen (4/10)
    ...und das ein zu sinnloses.

Organisation

  1. :check: Regelmäßig (wöchentlich) den Finanzplaner in Ordnung bringen
  2. Weihnachtsgeschenke spätestens Nikolaus zusammen haben (0/2)
  3. Jahresrückblick spätestens am 28.12. fertig haben (1/2)
  4. :check: Keller aufräumen

Menschen

  1. :check: Nachbarn ansprechen
  2. Alle TEN SING-Gruppen im Westbund besuchen (12/34)
    Und dieses Ziel hätte ich getrost auch streichen können, denn von Sachsen aus wäre das einfach viel zu teuer. Durch TEN SING RheinRuhr habe ich die meisten allerdings kennen gelernt.

Gut funktioniert hat an diesem Projekt, ein paar Ziele im Auge zu behalten, um Dinge, die ich immer schonmal erledigen wollte, die aber längere Zeit benötigen, endlich zu schaffen. Weniger gut funktioniert haben die messbaren Dinge, einfach, weil es bei den meisten gar nicht sinnvoll war, sie zu zählen oder zu messen.

Niemanden interessiert, wieviele Songs der Schlagzeuger von Dream Theater spielen kann (oder der von Tool). Ich hätte locker 100 Songs lernen können - aber warum sollte ich meine Zeit damit verschwenden, 50 Songs zu lernen, für die ich gut genug bin, nur um eine Zahl voll zu kriegen? Da arbeite ich lieber an meinen Fähigkeiten, um mehr Songs spielen zu können - und in der Tat muss ich mich inzwischen für die Bandproben nicht mehr vorbereiten, da ich quasi jeden Song, den wir covern, nach einmaligem Anhören sofort spielen kann. Dafür habe ich Zeit in die Gitarre investiert und kann nun in der Tat einige Songs spielen und bin hochmotiviert, mehr Akkorde zu lernen, besser mit Barré-Griffen umgehen zu können und irgendwann weitere Techniken zu lernen.

Außerdem habe ich gelernt, dass Ziele, für die ich vielleicht Respekt bekomme oder online bejubelt werde, mir nur deshalb nicht unbedingt auch selbst etwas bedeuten. Es ist sicher eine coole symbolische Aktion, mal eine Woche offline zu gehen, aber es würde mein Leben einfach sehr beeinträchtigen und ich hätte nichts davon. Und auch wenn J. mich bearbeitet hat, mir endlich die Harry Potter-Filme anzusehen (und ich deswegen erstmal die letzten beiden Bücher nachgeholt habe), interessiert mich Herr der Ringe nach wie vor nicht, und sei es noch so bekannt und erfolgreich.

Ein weiterer Nebeneffekt waren die Absätze "Nicht alle Dinge sind messbar". Schon länger als das Projekt schreibe ich privat gelegentlich positive Ereignisse meines Lebens auf. Das ist etwas, was mir nach wie vor Spaß macht und auch rückblickend immer wieder hilft, zu sehen, dass keineswegs "nichts" oder "nichts Gutes" passiert ist, sondern eine ganze Menge erfreuliche Dinge passiert sind.

Daher möchte ich mit einem sehr ähnlichen Projekt weitermachen. Für die nächsten 80 Wochen werde ich mir 40 Dinge vornehmen, die mir helfen sollen, langfristig etwas zu erreichen. Erneut sind die Zahlen willkürlich gewählt und sicherlich wird erneut einiges davon anders laufen als geplant. Ein paar der alten Aufgaben werde ich übernehmen, andere sind neu. Die Liste wird in den nächsten Tagen online gehen und dann ähnlich dem alten Projekt regelmäßig aktualisiert erneut veröffentlicht. Sollte sich jemand zu einem ähnlichen Projekt entschließen, würde ich mich über einen Hinweis freuen!

Dieser Beitrag ist Teil einer Reihe, mit der ich meinen Lesern TEN SING näher bringen möchte. Dabei handelt es sich nämlich weder um Kampfsport noch um Tee, sondern um ein Jugendprojekt des CVJM, von dem ich, seit ich es kennen gelernt habe, wirklich begeistert bin. Und weil die Begeisterung, mit der die meisten Teilnehmer von TEN SING dabei sind, nicht für jeden nachzuvollziehen ist, werde ich in mehreren Artikeln auf verschiedene Aspekte eingehen. In vier Artikeln habe ich nun das Konzept, den Inhalt und die Auswirkungen und Möglichkeiten erläutert - abschließend soll es nun darum gehen, wie die Mitarbeit bei TEN SING auf regionaler Ebene aussehen kann.

Mit Fotos von Marco, Jessi, Adrian und TENSINGLAND. Die größte Präsenz außerhalb des CVJMs erreicht TEN SING auf dem evangelischen Kirchentag, der alle zwei Jahre in einer anderen Metropole stattfindet. Dort gibt es neben Straßenkonzerten auch einen eigenen Treffpunkt, wo im Idealfall den ganzen Kirchentag lang Konzerte von TEN SING-Gruppen stattfinden. Aber nicht in jeder Gruppe finden sich genug Leute, um mit einer showfähigen Besetzung teilzunehmen. Aus dieser Situation ist, angelehnt an ähnliche Projekte in anderen Regionen, in diesem Jahr das Projekt TEN SING RheinRuhr entstanden.

Der Gedanke dahinter war, möglichst vielen TEN SINGern, die sonst nicht die Möglichkeit dazu hätten, die Chance zu geben, zum Kirchentag zu fahren und dort aufzutreten. Nach Gesprächen mit ein paar Leuten stieß die Idee bereits auf Begeisterung und auch die Leitung der Region Ruhrgebiet wurde darauf aufmerksam. Erfreulicherweise ergab es sich dann sehr schnell, dass die Regionen Ruhrgebiet/Bergisch Land und Niederrhein sich als Träger für die Aktion anboten, denn der Name TEN SING ist geschützt und darf daher nicht ohne anerkannten Träger verwendet werden.

Nachdem das Konzept grob erarbeitet war - ein Probenwochenende, die klassischen drei Workshops Band, Tanz, Theater, einige Fristen, Gedanken zur Organisation über die teilnehmenden Gruppen - ging es in die konkrete Vorbereitung. Wir machten Werbung, suchten ein Haus für das Prowo und überlegten, welche Mitarbeiter die Leitung der Workshops übernehmen konnten. Manche TEN SINGer würden bei regionalen Aktionen wie den Seminaren gerne mitarbeiten und fragen sich wie man da rein kommt. Die Antwort ist ganz einfach: Unter TEN SINGern gibt es viele, denen man eine Leitungsfunktion zutrauen könnte. Sie müssen nur entdeckt werden.

Während das alles zumindest mäßig voran kam, fehlten noch die Anmeldungen - aber wir vertrauten darauf, dass TEN SINGer immer trödeln und formellen Kram auf letzten Drücker erledigen. Am Wochenende des Anmeldeschlusses war ich gerade in Hamburg beim Vorbereitungstreffen des Kirchentages. Als ich am Abend wieder online ging, hatte sich die Anmeldeliste gefüllt und man konnte fast zusehen, wie es mehr wurden. Am Ende mussten wir gerade eben so niemandem absagen, 58 Teilnehmer und 11 Mitarbeiter aus 9 Gruppen waren zusammen gekommen. Das Ziel, viele TEN SINGer zu erreichen, hatten wir damit definitiv erreicht.

Bis zum Probenwochenende ging es nun vor allem um die Vorbereitung der Workshops, Anmeldeformalitäten beim Kirchentag und finanzielle Regelungen. Außerdem ließen wir die Teilnehmer Lieder wählen. Da wir im 21. Jahrhundert leben, konnten wir sehr viel über das Internet regeln, was die großen Distanzen zwischen den Gruppen fast irrelevant erscheinen ließ. Einige Nächte wurden geopfert, um aus dem Urlaub noch fix die Liederwahl auszuwerten, den Technikplan für unseren Hauptauftritt zu erstellen oder immer wieder Mails mit der zuständigen Kirchentagsmitarbeitern auszutauschen. Können wir drei Schlagzeuger gleichzeitig spielen lassen? Zwei Keyboarder? Wie transportieren wir den ganzen Kram, und wo lassen wir die Instrumente dann? Wie funktioniert so ein Open Air-Auftritt? Können wir noch fix jemanden ummelden? Und was hat es eigentlich mit diesem Abend auf der Reeperbahn auf sich?

Am 19. April war es dann soweit, das Probenwochenende startete in einem Gemeindehaus in Gahlen. Die dortige TEN SING-Gruppe ist die größte Deutschlands und verfügt daher über geeignete Räumlichkeiten. Außerdem stellten sie knapp die Hälfte der Teilnehmer. Damit hatten wir schon vor dem Kirchentag etwas bewirkt - Gahlen hatte sich bei Regio-Aktionen lange Zeit enthalten und entdeckte nun wieder, was TEN SING eigentlich ausmacht.

Ganz typisch lief dann das meiste nicht so, wie wir es erwartet hatten; manches funktionierte gar nicht, anderes sogar wesentlich besser. So mussten wir die Bandbelegung mehrfach ändern, weil nicht alle ausreichend vorbereitet waren. Dafür schaffte der Chor es tatsächlich, alle sieben Lieder zu lernen. Und auch, wenn wir manchmal Feedback bekamen, das Wochenende sei sehr anstrengend, war es immer damit verbunden, dass die Teilnehmer auch von der Produktivität begeistert waren. Sogar manche "alten Hasen" sprachen davon, noch nie so produktiv gewesen zu sein. Das zeigte sich auch, als wir eine der geplanten Spielaktionen zugunsten von mehr Proben absagten: Es gab nicht nur keinen Widerstand, sondern sogar Zustimmung!

In 48 Stunden eine komplette Show quasi aus dem Boden zu stampfen kann man nicht komplett durchplanen. Wir haben vorbereitet, soviel wir konnten. Wir haben Fehler gemacht und Kritik einstecken müssen, aber auch viel Lob bekommen. Was nicht geplant war, ergab sich vor Ort, und am Ende waren 69 Menschen völlig begeistert vom Ergebnis und voller Vorfreude auf den Kirchentag. hahahah

Auf dem Kirchentag war dann vor allem der Donnerstag (2. Tag) sehr voll. Vormittags eine öffentliche Chorprobe auf einem großen Platz, nachmittags unser großer Auftritt im Treffpunkt, der ausgesprochen gut ankam. Anfang und Ende bildete "Some Nights", was wohl unumstritten unser Highlight war. Ein für TEN SING sehr anspruchsvoller Chorsatz als bombastischer Einstieg und bei der Zugabe der Abgang in mehreren Stufen - nachdem der Chor von der Bühne war, löste sich die Band nach und nach auf, bis am Ende nur noch der Schlagzeuger mit der Marching Snare blieb, der dann weiter spielend von der Bühne ging.

Als Krönung traten wir dann abends nochmal auf der Reeperbahn auf, wo sich alle am Kirchentag teilnehmenden Gruppen mit ihren besten Stücken präsentieren sollten. Als Imke, die Koordinatorin des Reeperbahn-Events, hinterher auf uns zukam und fragte, ob wir nicht als Zugabe nochmal auftreten wollten, war klar: TEN SING RheinRuhr war ein voller Erfolg, und wir konnten die in den Monaten der Vorbereitung und am Probenwochenende entstandene Begeisterung weiter tragen. hahahah

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Vor einiger Zeit habe ich mal an einer (übrigens immer noch kursierenden) Challenge teilgenommen, bei der zu 30 paarweise auftretenden sehr verschiedenen Themen Songs vorgestellt werden sollten. Das hat viel Spaß gemacht und mich motiviert, ein bisschen in meiner Sammlung zu wühlen und über themenbezogene Musik nachzudenken.

Bei Jakub, den ich beim Bloggertreffen ansprach, weil er mit einer Holga1 herumlief, entdeckte ich nun etwas ähnliches für Fotos. Es geht wieder darum, 30 Tage lang etwas vorzustellen - diesmal eben Fotos. Paarweise sind die Themen nicht, dafür beginnt und endet die Reihe mit einem Selbstportrait. Ich werde mich dafür nachher nach dem Frühstück mal kreativ betätigen.

Die Themen sind nicht ganz so kreativ wie bei den 30 Songs, aber ich denke, Spaß machen wird es trotzdem und so kommen wenigstens mal wieder ein paar Fotos zustande, die nicht auf einem Konzert entstanden.

Alle Beiträge wird es fortlaufend unter dem Tag 30photos geben.

  1. Unglaublich billige, unzuverlässige Kamera mit Objektiv aus Plastik

Es begann als Experiment... unter meinen Freunden und Bekannten gibt es viele Vegetarier und Veganer, so dass ich schon seit einer ganzen Weile ständig mit dem Thema Vegetarismus konfrontiert werde. Anfang Dezember war ich dann ein Wochenende lang bei einem Seminar in einem Kloster, wo es abgesehen von Wurstaufschnitt zum Frühstück nur vegetarisches Essen gab - wohlgemerkt das beste vegetarische Essen, was ich je aß. Dadurch motiviert, beschloss ich, mich die verbleibenden zwei Wochen bis Weihnachten vegetarisch zu ernähren. Konkret also: Kein Fleisch, keinen Fisch und keine aus toten Tieren produzierten Lebensmittel zu verzehren.1

Dann kam Heiligabend, ich war bei meiner Familie und es gab Fleisch zum Essen, aber plötzlich fühlte es sich falsch an, es zu essen. Vermisst hatte ich es zu dem Zeitpunkt nicht und so wurde das aus einer Laune heraus entstandene Experiment zur Anregung für weitere Überlegungen. Die wurden nochmal gefördert, als ich zwischen Weihnachten und Silvester das erste Mal bei Kentucky Fried Chicken war, dem ekligsten Fastfood-Lokal, in dem ich je war. Wenn es einen Ort gibt, an dem man dem Fleisch ansieht, dass es aus geshredderten und danach in Form gepressten, frittierten Küken besteht, ist es KFC.

Seit Silvester bin ich also nun dauerhaft Vegetarier. Ich habe eine Phase hinter mir, in der ich die Seiten mit den Fleischangeboten im Prospekt schnell wegblättern musste, eine Phase, in der mir Fleisch egal war, und jetzt bin ich seit längerem in dem Stadium, in dem ich gerne mal wieder Fleisch essen würde, es aber nicht tue, weil ich es nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren kann. Und bis ich mir im Klaren darüber in, was mein Gewissen mir eigentlich sagt, und welche Art von fleischhaltiger Ernährung ich vertreten könnte, werde ich das auch durchziehen.

Es gibt da ja durchaus einige gute Argumente. Das größte ist wohl, dass Massentierhaltung niemals artgerecht sein kann und man daher kein Fleisch aus Massentierhaltung essen sollte. Da gibt es dann Menschen, die nur Wild essen, also in freier Natur geschossene Tiere. Eine Überlegung, die ich nachvollziehen kann, auch wenn ich über die Jagd sehr wenig weiß, zu wenig, um mich dem ohne weiteres anzuschließen.

Anfangs wollte ich auf Biofleisch umsteigen, was aus Kostengründen eine deutliche Reduzierung meines Fleischkonsums bedeutet hätte. Aber auch Biofleisch ist nicht immer das Beste, und es gibt durchaus Aussagen, die z.B. das komplette Verbot von Antibiotika für Biotierhaltung für schlecht halten, weil die Tiere dann mehr leiden, wenn sie krank sind. Auch nachvollziehbar für mich.

Ein weiterer Gedankengang ist, dass Vegetarismus eigentlich inkonsequent ist. Möchte man z.B. Massentierhaltung boykottieren, dürfte man auch keine Eier und keine Milchprodukte konsumieren, die stammen ja schließlich auch nicht von glücklichen Hühnern / Kühen.

Viele offene Fragen also. Ich werde mich wohl als erstes damit beschäftigen, ob vegetarische / vegane Ernährung gesund sein kann bzw. welcher Aufwand dafür betrieben werden muss. Die Sojamilch, die ich hier bekomme, bietet mir jedenfalls geschmacklich einen brauchbaren Ersatz für normale Milch und ist mit einer zu Kuhmlich äquivalenten Menge Calcium angereichert, um Mangelerscheinungen vorzubeugen. Und was das Bedürfnis nach Fleisch angeht... da hat sich mein werter Freund Benedikt XVI. (der aus verschiedenen Gründen auf eine Nennung seines echten Namens verzichtet) inspirieren lassen und diverse Fleischersatzprodukte getestet, die er hier in der nächsten Zeit vorstellen wird.

  1. Es gibt ja durchaus Menschen, die sich als Vegetarier bezeichnen, obwohl sie Fisch essen. Die Bezeichnung Vegetarier ist in dem Fall falsch, der korrekte Begriff wäre Pescetarier.
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