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Vor einer Weile schrieb ich, es wäre ganz wunderbar, Fahrradrouten mit OpenRouteService zu erstellen und dann offline auf dem Tablet zu nutzen. Damals verwendete ich Google Maps dafür, da es die bessere Navigation bot.

Nun, inzwischen bietet die Google Maps-App nicht nur keine Offline-Navigation, sondern auch keine Offline-Kartenansicht mehr an, sodass eine Neuerung fällig war. Die Methode ist weder neu noch spektakulär, dafür aber simpel und effektiv: Wir benutzen einfach eine andere App.

OsmAnd ist für Autofahrer zwar eher eine Plage, weil es gerne mal hektisch Routen umbastelt und dabei mit der Fahrgeschwindigkeit nicht mithalten kann, für Fahrradfahrer und Fußgänger aber recht praktisch. 10 Offline-Karten kann man standardmäßig verwenden - blöderweise zählt aber in Deutschland jedes Bundesland einzeln. Benutzt man die Beta-Version, entfällt dieses Limit aber. Stabilitätsprobleme hatte ich bisher keine.

Nun aber zum Punkt. Was ich damals beim Schreiben des ersten Artikels nicht wusste, ist dass auch OsmAnd GPX-Routen benutzen kann. Die ganze Magie besteht also in

  1. Route bei OpenRouteService erstellen
  2. Route als GPX exportieren und sinnvoll benennen
  3. Die GPX-Datei auf dem Tablet nach osmand/tracks verschieben
  4. In OsmAnd vom Kartenansichts-Menü "Navigation" wählen
  5. "GPX-Route wählen" verwenden, um die vorbereitete Route zu laden
  6. Eine der Optionen wählen oder sofort losfahren!

So kann man sich nun zuverlässig auch viele Kilometer führen lassen, ohne dabei auf gefährlichen Bundesstraßen zu landen oder in die falsche Richtung zu fahren. Man muss zwar zuhause etwas Zeit investieren, um die passenden Karten herunterzuladen und die Route zu erstellen, aber oft ist schon der erste Vorschlag von OpenRouteService brauchbar. Es lohnt sich auch, die Option "Prefered Cycleway" auszuprobieren. Oft ergibt das einen guten Kompromiss aus schnell und sicher.

Dieser Artikel ist veraltet. Ein neuerer Artikel beschreibt, wie man für die Offline-Navigation statt Google Maps OsmAnd benutzen kann.

Digitale Navigation mit dem Fahrrad ist gar nicht so einfach. Das musste ich ja letztens in Ostfriesland schmerzlich feststellen, als diverse Geräte und Programme versagten und mich auf Bundesstraßen schickten. Selbst die, die auf OpenStreetMap1 basieren - was mich sehr gefrustet hat, denn eigentlich weist OSM gerade bei Fahrradwegen eine hohe Qualität auf. So kann man auch mit OpenRouteService recht gute Fahrradrouten erstellen - es gibt sogar eine Option "sicherste Route", die dann tatsächlich auch größere Umwege in Kauf nimmt, um nicht über Hauptstraßen zu führen. Leider beschränken sich die Anweisungen dort fast immer auf "links fahren" und "rechts fahren", nichtmal Straßennamen gibt es.

Umgehen kann man das, indem man die berechnete Route exportiert und in ein vernünftiges Kartenprogramm lädt. Google Maps zum Beispiel - wo die Wege ja durchaus eingezeichnet sind, aber einfach nicht verwendet werden. Für mein Android-Tablet waren dafür folgende Schritte notwendig:

  1. Route bei OpenRouteService erstellen
  2. Route als GPX exportieren
  3. Die MyTracks-App installieren
  4. Den Ordner /MyTracks/gpx anlegen und die exportiere Route dorthin kopieren
  5. Die Route mit der Externer-Speicher-Import-Funktion von MyTracks importieren
  6. Die Route mit MyTracks nach Google Maps exportieren
  7. In Google Maps unter "Ebenen" die Route einblenden

Nun kann auch die Datenverbindung getrennt werden. Navigationsansagen bekommt man so zwar nicht, aber immerhin eine vernünftige Karte mit einer vernünftigen Route und den jeweils aktuellen Standort. Ob sich das dann als wirklich hilfreich erweist und ob die Kartenebene irgendwann verschwindet, weil Google gerne eine Datenverbindung hätte, teste ich dann, wenn es wieder ein bisschen wärmer ist...
ors.png
ors-maps.png

Nachtrag: Tja, die tollen Ebenen werden nur geladen, solange eine Datenverbindung besteht. Zumindest mehrere Routen kann man so also nicht mitnehmen auf eine Offlinereise.

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  1. OpenStreetMap, freies Kartenmaterial, an dem jeder Änderungen und Ergänzungen vornehmen kann

Für meinen bevorstehenden Umzug nach Dortmund habe ich mir in Google Earth eine Reihe von interessanten Punkten rund um Dortmund Hauptbahnhof markiert, um schnell sehen zu können, ob eine Wohnung an Adresse X nah genug an einem Rewe oder einer Sparkasse ist. Für die Nextbike-Radstationen gab es bereits eine KML-Datei, sodass ich sowieso alle Radstationen in Google Earth habe. Für Packstationen gibt es das bei OpenStreetMap - kann ja nicht so schwer sein, das zu konvertieren, dachte ich.

Ist es auch nicht. Aber bis man dazu mal ein Tool findet... daher hier ganz kurz der Hinweis auf das folgende Tool, dass unglaublich viele Formate untereinander konvertieren kann, darunter auch das OSM-XML-Format, KML und das GPS-Format GPX: GPSBabel. Natürlich kostenlos und für alle Betriebssysteme verfügbar.

Und weil's so schön ist, nochmal auf englisch, damit möglichst viele Suchende fündig werden.

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Since I am moving to Dortmund in a few months I marked some important points in Google Earth. So now I can see if there is a supermarket or a bank near a flat's address. For Nextbike cycle hire stations I already had a KML file so all the stations are in Google Earth. For parcel pickup there is a list in OpenStreetMap.

It turned out conversion from OSM to Google KML is not hard but it is hard to find a tool that does it. So take this as a hint. GPSBabel converts between a lot of formats, including OSM, KML and GPX. It is free and available for all OS.

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