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Menschen neigen dazu, geschockt zu reagieren, wenn sie unwissend sind. Nachdem hoffentlich keiner meiner Leser zu Neujahr eine Hand verloren hat, hier ein paar Informationen zu einem weniger spektakulären, aber lebenswichtigen Thema: Wie funktionieren eigentlich diese ominösen Notfall-Sets für Allergiker?

Ich habe seit ungefähr immer schon eine Erdnussallergie. Eine schwere Erdnussallergie. Wenn jemand neben mir Erdnussflips isst, muss ich mich wegsetzen, weil es mir unangenehm ist. Wenn ich einen einzelnen Keks esse, der Spuren von Erdnüssen1 enthält, wird mir übel, und ein Löffel Erdnussbutter nimmt mir die Luft. Das fand meine Ärztin bedenklich und verpasste mir ein Notfallset, das mich retten soll, falls ich mal versehentlich eine zu große Menge Erdnüsse esse. Da:

allergienotfallset.jpg

Die beiden appetitlichen Flüssigkeiten sollen Schlimmeres verhindern, wenn sie rechtzeitig eingenommen werden. (Der vorgesehene Gebrauch ist der Konsum in Tropfen, im Notfall einfach auf Ex). Das dritte lustige Utensil ist das, was in Film und Fernsehen typischerweise Epi-Pen heißt und in unglaublich dramatischen Situationen auftritt. Es handelt sich dabei um eine idiotensicher anzuwendende Spritze, die Adrenalin enthält. Im Fall einer Atemnotreaktion kann Adrenalin verhindern, dass ich ersticke, bevor der Notarzt kommt, weil es Atem- und Blutgefäße weitet.

Das funktioniert dann auch tatsächlich wie im Film: Auspacken, Sicherungskappe abziehen und schwungvoll in den Oberschenkelmuskel stechen. Was man dann im Fernsehen nicht sieht, aber auch wichtig ist: Drauf drücken, mindestens zehn Sekunden, damit auch alles rausgeht. Dann Notarzt rufen und die Spritze nicht wegwerfen, sondern sicher verpacken und dem Arzt mitgeben.

Die Sache mit dem Oberschenkel hat dabei eine wichtige Bedeutung. Adrenalin darf nämlich nicht direkt in den Blutkreislauf gespritzt werden. Daher muss die Injektion unbedingt in den Oberschenkel erfolgen, wo die Chancen gut sind, dass man den Muskel trifft, von wo das Adrenalin dann zügig, aber nicht direkt aufgenommen wird. Auch wenn man weiß, wo das Herz liegt, also keineswegs ins Herz oder auch nur eine Arterie stechen! Ebenso natürlich nicht, wenn der Kandidat noch fröhlich bei Bewusstsein ist und sich klar verständigen kann... ihr führt ja hoffentlich auch keine Herzmassage bei vorhandenem Puls durch.

Falls euch Personen bekannt sind, die Lebensmittel- oder ähnliche Allergien haben (Allergien gegen Insektengifte z.B. sind recht verbreitet), sprecht sie ruhig darauf an, wie man sich im Notfall verhalten soll. Die richtige Anwendung von Notfallmaßnahmen bei Allergikern ist ebenso wichtig und wirksam wie die richtigen Maßnahmen bei Diabetikern oder Epileptikern.

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  1. Tatsächlich sind diese Hinweise auf Spuren von Erdnüssen in vielen Produkten nämlich sehr ernst zu nehmen, auch wenn oftmals keine Spuren von Erdnüssen enthalten sind.

In meinem Haushalt und generell in meinem Leben läuft einiges anders als beim Durchschnittsbürger und gelegentlich werde ich dafür als Hippie oder Öko oder Freak bezeichnet. Abwertend gemeint ist es selten, aber auch mit der bloßen Sonderstellung möchte ich gerne aufräumen. Denn gerade wenn es um Ernährung oder bewussteren Konsum geht, denken viele, ein besserer Lebensstil sei mit viel Aufwand verbunden - dabei ist das oft gar nicht. Auch werden viele Lebensstile und Bewegungen als lächerlich und sinnlos angesehen, weil sie zu extrem sind - dabei soll vieles vor allem wachrütteln und aufklären, meine vegetarische Ernährung ebenso wie "Zero Waste", eine aktuelle Bewegung und der Versuch, jeglichen Müll zu vermeiden.

Ich würde nie von jemandem verlangen, so extrem zu werden. Es ist allerdings nicht schwer, mal kurz nachzudenken was man wirklich braucht, und man muss auch kein Idealist sein dafür. Isst man weniger Fleisch, kann man dafür besseres kaufen und es mehr genießen. Kauft man nur soviele Lebensmittel, wie man verbrauchen kann, bevor sie verderben, muss man weniger wegwerfen. Kleidung kann man lange tragen ohne neue kaufen zu müssen und wenn man ein Kleidungsstück nicht mehr sehen kann, findet es sicher einen Käufer, der es noch tragen würde - Müll vermieden. Die im Klinikum obligatorischen Papiertücher braucht man Zuhause definitiv nicht, in nahezu allen Fällen sind waschbare Stoffhandtücher und Putzlappen ausreichend. Ein Paar Gummihandschuhe hilft beim Spülen denen, die sich normalerweise davor ekeln, in stehendem Wasser statt unter fließendem Wasserstrahl abzuwaschen.

Bei der konkreten Produktauswahl gibt es tausend Dinge, die man beachten kann, und man muss sie nicht alle auf einmal lernen. Ich möchte aber ein paar Beispiele dafür geben, wie ich nach und nach Produkte, die ich immer wieder kaufe, aus Nachhaltigkeitsgründen ausgetauscht habe.

  • Papier-Wischtücher: Oben schon erwähnt, verwende ich gar nicht mehr. Es erscheint mir sinnvoller, ein paar mehr einfache Putzlappen zu haben und zu waschen (und notfalls auch mal auszutauschen), als für jedes Mal Kleckern ein Einmal-Wischtuch zu verwenden. Da habe ich auch gleich viel weniger Müll.
  • Margarine: Palmöl und Palmfett stammen oft aus Monokulturen und werden nicht selten in Ländern gewonnen, in denen die Arbeitsbedingungen verwerflich sind. Die Kaufland-Eigenmarken-Margarine besteht zu 100% aus Sonnenblumenöl - und kostet auch noch deutlich weniger als die beliebte Rama, auf die das nicht zutrifft. In anderen Lebensmitteln Palmöl und -fett zu vermeiden ist schwieriger, aber zumindest teilweise möglich.
  • Waschmittel: Das Eigenmarken-Waschmittel von dm ist Stiftung Warentest-Sieger, die ganze Marke "denkmit" wird außerdem tierversuchsfrei produziert. Schon das erste Semester im psychologisch-medizinischen Bereich an der Uni hat gereicht, um mir klar zu machen, dass Tierversuche keineswegs brauchbare Rückschlüsse auf den Menschen zulassen. Natürlich lassen sich viele Ergebnisse übertragen - ebenso viele allerdings eben nicht. Das Testen von Produkten an Tieren ist also nicht nur moralisch bedenklich, sondern nichtmal zwingend nützlich. Daher versuche ich, möglichst alle Kosmetika und Putzmittel von Herstellern zu beziehen, die keine Tierversuche durchführen oder durchführen lassen. Spülmittel beispielsweise von Frosch, Shampoo von lavera (beides im gut sortierten Supermarkt / Drogeriemarkt erhältlich). Oft sind die Preise auf dem gleichen Niveau wie die der Konkurrenz.

Neben solchen Kleinigkeiten ist Second Hand extrem wichtig. Schon aus finanziellen Gründen hilft es mir, auch aus ethischen Gründen werbe ich aber immer wieder dafür. Mit etwas zeitlicher Flexibilität und notfalls einem Freund mit Auto bekommt man nahezu jedes elektrische Gerät und zahlreiche Möbelstücke und Wohnungseinrichtung gebraucht im Internet, teilweise sogar geschenkt. Auch Medien sind leicht gebraucht zu beschaffen. Für Kleidung gibt es sogar Second Hand-Geschäfte. In der Regel ist der Zustand der Waren sehr gut und das Gekaufte kann noch lange weiter genutzt werden. Auf meinem Schreibtisch befinden sich zahlreiche Geräte und mehrere DVDs und Bücher und bis auf wenige Ausnahmen habe ich alles gebraucht erworben.

Es ist nicht notwendig, enormen Aufwand zu betreiben, um weniger verschwenderisch zu leben. Man muss nur erkennen, wie viel man schon einfach so erreichen kann. Spätestens der oft damit verbundene finanzielle Anreiz sollte zum Ausprobieren verleiten. Und wenn ein Shampoo mal vier Euro kostet statt zwei, darf man auch ruhig mal davon ausgehen, dass es nicht nur ökologischer, sondern auch verträglicher ist als die altbekannte Marke - denn oft ist das der Fall. Vieles, was Tiere und Ökosystem schont, nutzt auch dem Menschen.

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Weiterführender Linktipp: Ärzte gegen Tierversuche

Patientenzimmer wie im Text beschriebenSeit zwei Monaten arbeite ich im Schlaflabor. In der Zeit habe ich sicher mehr als ein Dutzend Mal zu hören bekommen: "Und, was machste da, schlafen, hahaha". Einige meinten das sogar ernst und dachten, ich wäre Proband und würde dafür bezahlt werden. Das ist natürlich Quatsch. Offenbar ist den wenigsten Menschen klar, was ein Schlaflabor ist - ich hatte ja selbst eine ganz andere Vorstellung davon.

Das Schlaflabor in Chemnitz sieht keineswegs aus wie ein Labor, eher wie ein Büro (es ist ja gleichzeitig auch eins). Hinter den meisten Türen verstecken sich allerdings Betten - in Zimmern wie in einem günstigen Hotel, ergänzt um einen fahrbaren Ständer mit einem Tablet-großen Gerät mit ein paar Dutzend Anschlüssen. Außerdem gibt es eine Videokamera mit Infrarotscheinwerfer, die auf das Bett gerichtet ist. Solange kein Patient angeschlossen ist, sieht das alles völlig unspektakulär aus, und auch der Kontrollraum besteht lediglich aus einer Menge Computer. Das Ganze befindet sich in einem Gebäude des Klinikums - es handelt sich um eine medizinische Einrichtung.

Natürlich verdiene ich mein Geld nicht im Schlaf, auch wenn meine Arbeit dort meistens ziemlich entspannt ist. Im Schlaflabor wird in drei Schichten gearbeitet: Tagsüber werden Geräte gewartet und Sensoren geprüft, was zu meinen Aufgaben gehört, Messungen ausgewertet und allerlei Bürotätigkeiten erledigt. Abends werden Patienten empfangen und untersucht und anschließend an besagtes tabletgroße Gerät angeschlossen - mit über 20 Sensoren und entsprechend vielen Kabeln, was dann schon etwas abenteuerlich aussieht, von den meisten der typischerweise sehr alten Patienten aber erstaunlich gelassen hingenommen wird. Computergestützt werden dann EKG, EEG und verschiedene Atmungs- und Bewegungsparameter aufgezeichnet. Der Nachtdienst überwacht den Schlaf der Patienten - vor allem auf korrekte Funktion (natürlich lösen sich auch mal ein paar Elektroden). Außerdem werden nachts Therapiegeräte eingestellt.

Patient im Schlaflabor wird, wer ernste Probleme mit Schnarchen oder Atemaussetzer hat, aber auch, wer Sekundenschlaf erlebt oder ohne diagnostizierte Ursache (z.B. Schilddrüsenfehlfunktion, Depressionen) ständig müde ist oder oft aufwacht. Manchmal hilft es, eine bestimmte Lage im Schlaf zu erzwingen (kaum jemand schläft immer so, wie er eingeschlafen ist), oft werden Beatmungsgeräte mit Maske eingesetzt.

Ins Schlaflabor geht man also indirekt doch, um zu schlafen - oder besser gesagt, um wieder schlafen zu können.

Die bisher sinnvollste Kettenmail, die ich bekommen habe...

Ein wahres Ereignis:

Während gegrillt wurde, stolperte Ingrid und fiel hin. Man bot ihr an, einen Krankenwagen zu rufen, doch sie versicherte allen, dass sie OK war und nur wegen ihrer neuen Schuhe über einen Stein gestolpert war.

Weil sie ein wenig blass und zittrig wirkte, half man ihr, sich zu säubern und brachte ihr einen neuen Teller mit Essen. Ingrid verbrachte den Rest des Abends heiter und fröhlich. Ingrid's Ehemann rief später an und ließ alle wissen, dass seine Frau ins Krankenhaus gebracht worden war. Um 23.00 Uhr verstarb Ingrid. Sie hatte beim Grillen einen Schlaganfall erlitten. Hätten ihre Freunde gewusst, wie man die Zeichen eines Schlaganfalls deuten kann, könnte Ingrid heute noch leben.

Manche Menschen sterben nicht sofort. Sie bleiben oft lange in einer auf Hilfe angewiesenen, hoffnungslosen Situation.

Es dauert nur 1 Minute, das Folgende zu lesen...

Ein Neurologe sagte, dass, wenn er innerhalb von 3 Stunden zu einem Schlaganfallopfer kommen kann, er die Auswirkung eines Schlaganfalls aufheben könne. Er sagte, der Trick wäre, einen Schlaganfall zu erkennen, zu diagnostizieren und den Patienten innerhalb von 3 Stunden zu behandeln, was allerdings nicht leicht ist.

Erkenne einen Schlaganfall: Es gibt 4 Schritte, an die man sich halten sollte, um einen Schlaganfall zu erkennen.

Nun sagen Ärzte, dass Umstehende einen Schlaganfall erkennen können, wenn sie 4 einfache Fragen stellen:

  • Bitte die Person, zu lächeln (sie wird es nicht schaffen).
  • Bitte die Person, einen ganz einfachen Satz zu sprechen (zum Beispiel: "Es ist heute sehr schön.").
  • Bitte die Person, beide Arme zu heben (sie wird es nicht oder nur teilweise können).
  • Bitte die Person, ihre Zunge heraus zu strecken (Wenn die Zunge gekrümmt ist, sich von einer Seite zur anderen windet, ist das ebenfalls ein Zeichen eines Schlaganfalls.)

Falls er oder sie Probleme mit einem dieser Schritte hat, rufe sofort den Notarzt und beschreibe die Symptome der Person am Telefon.

Ein Kardiologe hat gesagt, wenn man diese Mail an mindestens 10 Leute schickt, kann man sicher sein, dass irgendein Leben / event. auch unseres / dadurch gerettet werden kann.Wir senden täglich so viel "Schrott" durch die Gegend, da können wir doch auch die Leitungen mal mit etwas Sinnvollem verstopfen, findet Ihr nicht?

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