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Nachdem das Claire-Konzert in Berlin letztes Jahr einfach nur großartig war, bedarf es keiner längeren Überlegung, um Karten für das Konzert in Leipzig zu kaufen. Die "The Great Escape-Tour Teil II" führt die junge Münchner Band in zahlreiche weitere Städte und sympathische kleine Clubs. Die Moritzbastei in Leipzig zum Beispiel liegt mitten auf - oder genauer gesagt unter - dem Campusgelände. Außer Konzerten gibt es dort auch Poetry Slam, Studentenpartys, Public Viewing und einiges mehr - zu Preisen, die Studenten guten Gewissens bezahlen können. Auch alkoholfreie Getränke unter 2€ sind gerne gesehen. Und auch wenn das Gemäuer nicht für jede Musikart die beste Akustik bietet, ist die alte Bastei einfach schick anzusehen, zumal die notwendige Technik mit Bedacht eingearbeitet wurde, um das Ambiente nicht zu zerstören.

Die Veranstaltungstonne, in der die Show statt fand, ist bis kurz vor Beginn fast leer, füllt sich dann aber zügig, als Venom Is Bliss auftreten und die Zuschauer von der Bar herüber kommen. Die sechs Kölner spielen erst seit sechs Monaten live und sind mit Claire nun erstmals auf Tour. Wenn sie ihren Stil als Electropop bezeichnen, vernachlässigt das in der landläufigen Vorstellung einige Elemente - der druckvolle Bass zum Beispiel ist deutlich imposanter als es die Generation "iih, Pop!" erwarten würde. Teilweise lassen sich die Songs eher in der klassischen Elektro-Szene verorten - was Venom Is Bliss auch mit Claire verbindet, die sich ebenfalls bei Tekkno und House bedienen.

Das zeigt sich bereits im neuen Intro, das gefühlt die Wände wackeln lässt und für großes Gejohle sorgt, als zu den Synthi-Teppichen die Bassdrum reinhaut und das Publikum passend dazu mit weißem Effektlicht geblendet wird. Überhaupt wird die Band diesmal gerne kontrastreich inszeniert - komplett schwarz gekleidet mit wohldosiertem Stroboskoplicht und weißen Lichtstrahlen erzeugt die großartige Technik einen düsteren Gegenpol zur doch eigentlich sehr positiven, aber eben auch sehr druckvollen und rhythmusbetonten Musik. Vergleiche mit Bands wie I Blame Coco oder gar Depeche Mode sind nicht an den Haaren herbei gezogen, verfehlen aber das Gesamtbild des Neon Pop.

Claire geizen auf der Bühne weder mit Songs noch mit Spaß. Bereits bei Pioneers kommt Bewegung in das in Leipzig extrem junge Publikum, das bei Venom Is Bliss noch eher schüchtern war. Einige Songs später sind Band und Zuschauer gleichberechtigte Teilnehmer des Konzertes - einen Bühnengraben gibt es eh schon nicht und vermutlich hätte man auf die Bühne auch verzichten können, so nah sind wir auch gefühlt an der Band dran. Die fünf sind selbst restlos begeistert und so feiern wir die Next Ones To Come alle zusammen.

Vom Album The Great Escape bekannte Songs werden mit anderen Effekten, neuen Synthi-Teppichen und heftigerem Sound neu erschaffen. Vor dem "offiziellen Ende" des Konzertes wird mit einer ausschweifenden Version von Resurrection noch einmal bis zum Bersten Spannung aufgebaut, die dann im vom Stimmverzerrer geprägten und live besonders beatbetonten Overdrive in den Zugaben gipfeln darf. Dazwischen eingestreut gibt es bereits die ersten neuen Songs - und erfreulicherweise entwickelt sich die Band sowohl in Richtung tanzbarem Pop als auch in Richtung melodischem Tekkno.

Wer dann nach dem Konzert noch nicht genug hat, bekommt die Chance, beide Bands persönlich zu treffen, da sowohl Venom Is Bliss als auch Claire ihre Merchandise-Stände selber betreuen (und nach der fetten Party noch erstaunlich fit sind). Ich ergattere eine der limitierten handmade-EPs von Venom Is Bliss, aber es kommt noch viel besser: Das nächste Konzert findet am nächsten Tag in Gießen statt, zwar 400km entfernt, aber ganz in der Nähe von I., die ich sowieso schon viel zu lange nicht gesehen habe. Mehr aus Jux frage ich nach einem Gästelistenplatz für den Zuschauer mit der längsten Anreise - und Kazimir holt ohne zu zögern sein Handy raus und schreibt mich mit auf die Liste! Vielen vielen Dank nochmal dafür an dieser Stelle! hahahah

Als Flo und Josie von Claire mich dann beim Rausgehen auch noch wieder erkennen, weil ich schon in Berlin in der ersten Reihe dabei war, ist klar: So verrückt das auch ist, ich muss in den nächsten Stunden irgendwie nach Hessen. Die Nacht bestand dann also aus Fernbus-Websites wälzen, Mitfahrgelegenheiten durchwühlen und Kontostand kritisch betrachten, I. anschreiben und The Great Escape in Dauerschleife hören. Morgens um 3 ist alles klar, schnell drei Stunden schlafen, ein paar Sachen in den Rucksack werfen und auf zum Bahnhof. Mit dem Zug wieder nach Leipzig, mit dem Bus weiter nach Frankfurt und von da per Mitfahrgelegenheit nach Wetzlar, von wo mich I. später zum MUK fährt (vielen lieben Dank auch dafür!).

Das Konzert im MUK ist nicht ausverkauft, trotzdem geht hier schon zu Beginn gut was ab. Der Sound ist wesentlich geiler als am Dienstag - wo kommt bloß der irrsinnige Bass her?! - und vermutlich trägt das auch dazu bei, dass Venom Is Bliss heute anständig gefeiert werden. Langsam aufbauende Songs wie Patience oder dem Titel widersprechende wie Silence heizen uns ein und auch die Band ist mit Hingabe dabei. Wirklich eine gute Wahl als Vorband und ich hoffe, die Jungs demnächst auch mal woanders live zu sehen. hahahah

Bei Aktionen wie dieser werde ich manchmal angesprochen, ob es nicht langweilig sei, das selbe Konzert immer wieder zu sehen. Das mag manchmal stimmen, selbst - oder gerade - von großen, bekannten Bands wird mir gelegentlich berichtet, dass auch Jahre später der Ablauf und der Sound noch exakt der selbe seien. Aber in der Regel ist doch jede Show eine einmalige Erfahrung - das Set ist vielleicht ein bisschen verändert, die Location ist eine andere, das Publikum kann ganz anders drauf sein. In Gießen ist der Sound ganz anders und auch die Zuschauer gehen viel mehr nach vorne.

Außerdem ist es auch schön, zu wissen, was kommt - so kann man sich vorher schon drauf freuen, denn man geht ja nicht mehrfach zu einer Tour, wenn einem die Konzerte nicht wirklich viel Spaß machen. Das großartige Intro, gefolgt von einem meiner Lieblingssongs, Pioneers, könnte ich mir zum Beispiel jeden Tag geben. Und auch die neuen Songs machen Spaß - mit jedem Refrain kann man wieder eine Zeile mehr mitsingen. Last.fm zählt 348 Wiedergaben von Claire-Songs, aber die Zahl ist locker untertrieben. Soll heißen: Wäre es nicht mit so hohem finanziellen und Zeitaufwand verbunden, wäre ich gerne noch länger "mitgetourt". hahahah

Und auch abgesehen von der großartigen Musik haben Claire und auch Venom Is Bliss ganz erheblich Sympathiepunkte gesammelt. Nicht nur wegen dem Gästelistenplatz und dem geschenkten T-Shirt hahahah , sondern auch, weil es ganz klar für die Band spricht, wenn sie Fans erkennt und sich nach dem Konzert noch so viel Zeit für das Publikum nimmt. Es mag teilweise daran liegen, dass das MUK keine 50.000 Zuschauer fasst (vermutlich nichtmal 500) oder daran, dass die Bandmitglieder ungefähr so alt sind wie ihre Fans, aber ich behaupte, es liegt auch einfach daran, dass es großartige Menschen sind, die nicht in ihrer eigenen Welt verschwinden, wenn sie von der Bühne gehen - oder anders ausgedrückt: die ihre Fans an ihrer Welt teilhaben lassen. Und genau dadurch wurden diese beiden Abende zu einem noch viel besseren Erlebnis als zwei einzelne Konzerte es sein könnten. Danke dafür!

Die Fotos wurden mir freundlicherweise von der großartigen Fotografin Franziska Lange zur Verfügung gestellt, die für das Leipziger Stadtmagazin Urbanite fotografiert. Dort gibt es auch eine Galerie mit noch mehr Fotos.

Unspektakulärer Titel, spektakulärer Tag: Anfang des Monats hat das zwischenzeitig finanziell bedrohte Rheinkultur-Festival in Bonn zum 29. Mal stattfinden können. Dabei handelt es sich um Deutschlands größtes Gratisfestival mit einer Rekordbesucherzahl von 200.000 (dieses Jahr immerhin beeindruckende 170.000). Soweit zu den Zahlen.

Eigentlich hat der Samstag drei Events mit sich gebracht: Die Hinfahrt, das Da-sein und die Rückfahrt. Ich werd's mal in der Reihenfolge beschreiben und vorweg sagen: Obwohl Hin- und Rückfahrt einfach ätzend waren, hat es sich wegen des Da-seins gelohnt. Definitiv.

Die Hinfahrt begann in Bochum, wir waren leider nur zu zweit, aber nett war's trotzdem. Von H. lernte ich unter anderem, passend zum Festival, dass Europäer mehr Alkohol vertragen als Asiaten - weil sie früher (Mittelalter?), statt ihr von Müll und Fäkalien verseuchtes Wasser abzukochen, Alkohol reingekippt bzw. Bier und Wein daraus gemacht haben... :D

In Düsseldorf sind wir dann erstmal gestrandet. Eigentlich sollte es eine schöne Abkürzung werden, weil der Zug von Bochum nach Köln so lange braucht. Stattdessen war der Zug von Düsseldorf nach Köln so überfüllt, dass wir nicht mehr reinkamen. Das typische "Menschen sind zu dumm zum Durchgehen und Einsteigen" hat sogar dazu geführt, dass der Fahrer rauskam und sich aufgeregt hat. Wir haben uns dann irgendwann dafür entschieden einen Umweg über Neuss zu fahren - der Tipp war das einzig gute an dem Gespräch mit dem Bahnangestellten, der Rest vermittelte in etwa "Nein, ihr dürft den ICE nicht benutzen, obwohl im Regionalexpress alle zerquetscht werden, Festivalgäste wollen wir da nicht". In Köln wurde der Zug dann schon als stark ausgelastet angekündigt und nach einigen Überlegungen sind wir nach Bonn-Beuel gefahren statt zum Hauptbahnhof (mit einem Zug, der nicht zum Bonner Hbf fährt und daher nicht so voll war) und haben uns dann von dort aus mit anderen Besuchern durchgeschlagen ("Ihr habt Bier, habt ihr n Plan?" - "Ne, aber hier sind so viele. [...] Verdammt, wir fahren in die falsche Richtung! Nein, doch nicht! Wir müssen hier raus! Wir müssen hier raus!!! Hey, hier ist Kotze, hier ist richtig!"). :D

Am Einlass "durfte" ich dann ausgerechnet das mitgebrachte Tetrapak abgeben... nur Wasser erlaubt, das dafür aber auch in Flaschen. Naja. Durch das ganze Chaos waren wir ewig spät dran und haben von Itchy Poopzkid gar nichts mehr und von Max Prosa noch das Ende gesehen (und das Ende der Schlangen vor dem Dixi-Klo den Dixi-Klos).

Irgendwie sind wir dann mit einem Durchhänger gestartet und haben uns erstmal orientiert. Von den fünf Bühnen waren drei für uns interessant (Charts, Rock und Singer-Songwriter). Gestartet sind wir dann bei Jupiter Jones, was ganz nett war, aber mehr auch nicht. Der Sänger selbst war gut drauf, aber mit seiner Gitarre ans Mikro gefesselt, der Schlagzeuger ist abgegangen wie sonstwas, aber der Rest stand eigentlich nur doof rum und hat Lieder runtergespielt. Leute waren aber reichlich da und die meisten waren auch gut drauf. Die Mutter neben uns nicht so, weil ihr grad eins der drei Blagen abgehauen war.

Naja. Den Rest des Abends ging es dann deutlich besser weiter. Royal Republic waren auf der Bühne nebenan als nächstes dran und als Sängerin bzw. Schlagzeuger bei Tommy-Gun bei der jeweils eigenen TEN SING-Gruppe mussten wir da natürlich hin. Es war fantastisch. Jedes Lied war geeignet, sich irgendwie zu bewegen, alle paar Minuten hat irgendwo eine Gruppe mit Pogen angefangen und die Band hat unglaublich Stimmung gemacht und uns ständig verarscht. "Do you like Punkrock music??" - "YEEEEAAH!!!" - "Good for you! We fuckin' hate it!!"
Irgendwann kam dann Tommy-Gun und es sind endgültig alle ausgerastet, danach gab's noch neue Songs und Cover. Richtig gut.

Einmal quer übers Festivalgelände zurück zur Singer-Songwriter-Bühne war der nächste Plan, The Inspector Cluzo aus Frankreich hatte man dort hingestellt, die von der Musikrichtung definitiv auf die Rockbühne gehört hätten, aber dafür wohl nicht bekannt genug waren. Es folgte ein Konzert, bei dem ungefähr dreimal so oft über englische Popmusik gelästert wurde wie diverse Schlagzeugteile umgeworfen wurden (also sehr oft). Damit, dass alles, was aus Amerika und England kommt, scheiße ist, kann ich mich definitiv nicht anfreunden, aber gerockt haben die beiden trotzdem, aber richtig. Der Gitarrist hat irgendwas mit seiner Gitarre gemacht, damit die zwischendurch einen ziemlich fetten Basssound hatte. Wenn die nochmal irgendwo sind, bin ich wieder dabei.

Als Headliner galt es sich dann zwischen den Monsters of Liedermaching und den Subways zu entscheiden. An der Monsters-Bühne waren wir eh und außerdem fingen die deutlich eher an, also haben wir uns Essen organisiert und sind erstmal da geblieben. Gute Entscheidung, denn der lahme Eindruck, den ich von Youtube her hatte, hat sich mal so gar nicht bestätigt. Es ging los mit einem Lied über Marzipan mit bekanntem Mitsingteil und die gute Stimmung, die dabei entstand, hielt sich durchgehend. Unten gab es Pogo, bei uns auf dem Hügel Sitzpogo. :D Irgendwann sind wir dann rüber zu den Subways, haben eine Menge gute Stimmung mitgenommen und uns in die irrsinnige Menge gestürzt, wo wir dann halb zerquetscht gut die Hälfte sahen oder zumindest hörten. Es war mächtig was los, im Publikum mehr als auf der Bühne, und das Konzert war gut, aber zum Genießen war es für meinen Geschmack einfach zu voll. Nach Rock'n'Roll Queen sind wir dann gegangen, um in dem zu erwartenden Chaos möglichst weit vorne zu sein.

Auf die Idee waren vor uns schon andere gekommen... aus der U-Bahn-Station staute es sich so weit, dass man uns sagte, ne Stunde würde man da mindestens warten. Also schlossen wir uns der laufenden Masse an - denn die Masse kennt immer den Weg und Busse waren zwar einige da, aber alle auf dem Weg zum Feierabend...

Fast 1,5 Stunden später erreichten wir den Bahnhof, wo die Polizei das Gleis Richtung Köln schon gesperrt hatte, weil es bereits voll mit Menschen war. So standen wir unten vor der Absperrung, in der Hoffnung, dass möglichst bald ein Zug das Gleis leer räumen und ein zweiter Zug uns mitnehmen würde. Einige Leute fuhren mit dem Aufzug hoch aufs Gleis, andere redeten auf ihre Mitfahrer ein, das nicht zu tun, weil die zulässige Personenmenge da durchaus mal überschritten wurde. Bis auf ein bisschen Gemurre war es friedlich - das war auch gut so, denn zwei Polizisten auf jeder Seite hätten sicherlich nicht viel ausrichten können...

Gefühlt drei Tage und faktisch irgendwas um ne Stunde später (hey, klasse, alle halbe Stunde ein normal langer Zug nach Köln) konnten wir uns dann auch mal in so einen Wagen quetschen, stopften Menschen rein bis sich wirklich keiner mehr bewegen konnte und irgendwie sind wir dann sogar losgefahren. Auch hier alles sehr friedlich, man half sich gegenseitig wenn vor dem Hauptbahnhof Köln jemand raus musste und als zwischendurch das Geratter der Lüftung ausfiel, der Zug stehen blieb und es anfing verschmort zu stinken, hatten kurz ganz viele Menschen ein ganz merkwürdiges Gefühl... aber was auch immer es war, es reparierte sich von selbst und letztlich kamen wir dann an. Unterwegs erzählte jemand was von Krawallen auf dem Festivalgelände - wir hatten nichts mitbekommen außer den üblichen paar Krankenwagen, hinterher erfuhr ich, dass es auf der vierten Bühne (HipHop) zu massiven Ausschreitungen kam, die dazu führten, dass die Technik abgerissen und das gesamte Programm auf dieser Bühne abgebrochen wurde.

Der letzte Teil war dann irgendwie wieder erträglich, nach der Fahrt von Bonn nach Köln konnte uns nichts mehr schocken. Im Zug nach Düsseldorf trafen wir ein paar Studenten und lernten unter anderem, dass die Uni Düsseldorf architektonisch noch verrückter ist als Bochum (es gibt dort Wege, die in alle Dimensionen gebogen sind). Im Zug nach Bochum bekam der Zugbegleiter erstmal einen riesigen Lachflash, ungefähr so: "Guten Morgen meine Damen und Herren, wir begrüßen Sie im Regionalexpress der Linie 1 auf der Fahrt nach Hamm über Düssel" (unterdrücktes Lachen, Knacksen) "Düsseldorf" (lautes Lachen) "Duis (Lachen) Duisburg" :D :D woraufhin dann vermutlich der ganze Zug nur noch lachen konnte. :D Als Finale gab's dann noch die angetrunken planlosen: "Nächster Halt: Wattenscheid" - "Wattenscheid?!?! Was?? Ey wo sind wir? Wat is dat hier? Scheiße man, Essen war schon...". Naja. Der Tipp eines erfahrenen Mitfahrers ("Ey, steigt nicht hier aus. Hier sind nur Penners. Fahrt bis Hauptbahnhof.") trifft es irgendwie...

Naja... irgendwann waren wir dann im Nachtexpress bzw. in der U-Bahn, völlig fertig und so gegen halb fünf auch zuhause... wie gesagt, es war irrsinnig anstrengend, stressig und die Fahrerei hat auf beiden Weg etwa dreimal so lange gedauert wie geplant, aber gelohnt hat es sich. Festivals dieser Dimension sind einfach ein beeindruckendes Erlebnis. Das Wetter war gut und das Gelände an der Rheinaue ist total klasse. Trotz 170.000 Menschen war es größtenteils nur erträglich voll. An jeder Bühne gibt es einen Hügel hinter dem Stehbereich, auf dem man sitzend am Konzert teilnehmen kann. Verpflegung ist irre teuer - darf man aber ja selbst mitbringen. Und nicht zu vergessen: Der Eintritt ist frei, und dafür haben wir ja außer schlechten Fahrgelegenheiten auch noch einige richtig gute Konzerte bekommen. Und das ist der Teil, der zählt. hahahah

So einige haben mich schon gefragt, was es mit diesem ominösen Westbundseminar auf sich hat, auf dem ich eine Woche lang war und von dem ich so unglaublich motiviert zurück gekommen bin. Ich bin keiner Sekte beigetreten, die Veranstaltung war vom CVJM, alles ganz harmlos, bloß tolle Menschen und ganz viel Endorphine. ;) Mal schauen, ob ich mit einem Blogartikel etwas Licht in die von außen manchmal etwas schwer zu verstehende Welt von TEN SING bringen kann.

Ich werde zunächst mal das Seminar in seine Bestandteile (sprich Programmpunkte) zerpflücken, um zu zeigen, was wir eigentlich gemacht haben - danach gibt's dann noch eine Ansammlung von Dingen, die vermutlich mehr als der Rest die wahnsinnige Stimmung auf diesem Seminar und bei TEN SING an sich vermitteln können.

Sing&Fun / Warmup

2010-10-09 21-35Bei chronologisch korrekter Reihenfolge müsste hier Frühstück bzw. Essen stehen - aber was für einen Eindruck macht das denn, das Essen zuerst zu nennen. ;) Sing&Fun ist ein wesentlicher Bestandteil von TEN SING... im Prinzip bedeutet das: Eine Liveband spielt irgendwelche coolen Lieder, Leute, die grad Bock haben und das Lied kennen kommen auf die Bühne und singen und der Rest hat Spaß, in welcher Form auch immer. Wahnsinnig gut um richtig wach zu werden, wenn man nach dem Frühstück und ggf. der Morgenandacht immerhin die Augen ganz auf bekommt. Die Lieder weisen dabei übrigens eine abgedrehte Vielfalt auf... repräsentativ seien mal Remmidemmi von Deichkind, das Fliegerlied von Tim Toupet und der Pokemon-Theme-Song genannt. :D

Ergänzt wurde das Sing&Fun meist um irgendeine Warm-up-Aktion. Ich erinnere mich noch daran, wie wir in drei Gruppen als Reihe im Raum standen und "Störfaktor" gespielt haben... dabei kriegt Gruppe 1 irgendein (total bescheuertes) Wort zugeteilt, soll es auf die andere Seite zu Gruppe 3 rüber brüllen, wobei Gruppe 2 irgendeinen Mist dazwischen brüllt um die Übermittlung zu verhindern. Zwischendurch werden die Positionen gewechselt und am Ende sind alle wach und haben keine Stimme mehr... :D Eine andere Aktion war der Luftgitarrenbattle... sehr episch und mit Worten schwer zu beschreiben. 170 Luftgitarre spielende Jugendliche, von denen sich am Ende drei auf der Bühne messen. Wir hatten Spaß. :D

Workshops

StromversorgungDen größten Anteil am gesamten Programm hatten mit Sicherheit die Workshops. In meinem Fall war das Lichttechnik - alleine daran dass es eigene Workshops für Ton und Licht gab sieht man schon wie groß die Auswahl war. Alles, was TEN SING sein kann, war vertreten. Den Chor haben wir alle zusammen gebildet - geleitet wurde der aber (ab dem dritten oder vierten Tag) von Leuten aus dem Chorleiter-Workshop. Theater gab es für Anfänger und Fortgeschrittene, Tanz war auch doppelt vertreten. Im Band-Workshop gab es Gruppen für jedes Instrument. Es gab einen Innovations-Workshop für die, die alles normale schon kennen. Design&PR waren vertreten und Worttransport für den geistlichen Teil. Vermutlich habe ich jetzt immer noch was vergessen.

Die Workshops hatten zehn planmäßige Einheiten von einer oder eineinhalb Stunden. Zumindest bei den Lichttechnikern und ich denke auch bei den Tontechnikern war es so, dass wir teilweise auch die Mittagspause über gearbeitet haben während der Chorproben. Es gab einfach viel zu tun um die Show am Ende vorzubereiten und was soll ich sagen, es hat wahnsinnig Spaß gemacht. Wir hatten reichlich Technik zur Verfügung und nachdem wir theoretisch wie praktisch gelernt hatten, wie man Licht aufbaut, bedient und programmiert, waren wir völlig frei darin uns zu überlegen, wie wir die Show schmeißen und das dann vorzubereiten. Hier alles wiederzugeben was ich dabei gelernt habe würde den Rahmen eines einzelnen Artikels definitiv sprengen, gelohnt hat es sich aber auf jeden Fall und ich habe sowohl für unseren kleinen Partyraum in Gelsenkirchen als auch für den Raum im CVJM Hagen, wo meine TEN SING-Gruppe ihre Auftritte hat, und für größere Veranstaltungen wie Open Air-Konzerte etwas mitnehmen können. Außerdem sind durch den Workshop auch Kontakte zu anderen Gruppen entstanden, und gerade bei Lichttechnik ist es extrem wertvoll, sich Geräte bei Bekannten leihen zu können, denn sonst lässt man viel Geld beim Kauf oder auch nur beim gewerblichen Verleih.

Lightshow-TestVorhin habe ich von der Show geredet. Das Seminar geht sieben Tage und am sechsten Tag gibt es abends eine große Show, bei der alle Ergebnisse der Workshops und der Chorproben zusammen kommen. Das heißt, nach nur sechs Tagen sind alle Teilnehmer in der Lage, ihre jeweiligen Bereiche bei einem Auftritt vor Publikum zu präsentieren. Die Mitarbeiter und Workshopleiter sind an der Show dann nicht mehr beteiligt. Insofern ist der große Erfolg der Abschlussshow immer auch ein Zeichen dafür, dass sich das Seminar gelohnt hat. hahahah

Chor

Den Chor habe ich schon bei den Workshops erwähnt und es fällt mir schwer, dazu noch mehr zu sagen. Wenn ich die Zahlen richtig im Kopf habe, waren wir 170 Teilnehmer (ich hörte auch von 200), und wie auch in den örtlichen TEN SING-Gruppen sind alle Teilnehmer nicht nur in ihren Workshops, sondern auch im Chor. Wir haben also aus 170 Leuten einen vierstimmigen Chor gebildet. Wie sich das anhört, muss man mal erlebt haben, und am besten sowohl im Chor stehend als auch als Zuhörer.

Generalprobe Time is running outDie Chorproben waren auch tatsächlich hauptsächlich deshalb spektakulär, weil sie trotz der großen Anzahl Sänger so gut geklappt haben. Interessant ist dabei vielleicht auch, dass wir keine Noten verwendet haben, ein Teil kann nichtmal Noten lesen. Nun singt der Chor zwar selten komplette Lieder, sondern meistens den Refrain, aber die jeweils eigene Stimme durch hören und vom Chorleiter angezeigte Noten zu lernen ist auch schon 'ne Leistung.

Besonders in Erinnerung geblieben sind mir übrigens einige der Einsingübungen, die sich nicht auf Training von Atem, Höhen und Tiefen beschränkt haben. Am genialsten fand ich dabei die Nachtigall... der Chor wird dabei in Männer und Frauen geteilt. Der Text ist: "Auf einem Baum in Kalifornien, da saß ne kleine Nachtigall, die sang Fiderallala" plus eine Anzahl "Hey!" dahinter. Die eine Gruppe beginnt mit einem "Hey!" und nimmt bei jedem Durchgang eins dazu, die andere beginnt mit fünf und nimmt bei jedem Durchgang eins weniger und wenn beide Gruppen synchron sind, kommt das letzte Hey im fünften Durchgang wieder von allen zusammen. Ziemlich cool wenn's klappt.

Geistliches Programm

Das Seminar stand unter dem Motto "Roots to grow and wings to fly" und in Zusammenhang damit tauchten immer wieder die vier Elemente Erde, Feuer, Wasser und Luft auf. So standen auch die vier Haupttage, sprich die zwischen Anreisetag und Showtag, jeweils unter der Themengebung eines Elementes. Besonders gemerkt hat man das bei den geistlichen Programmpunkten. Nun darf man sich nicht vorstellen, dass es großartige Predigten oder klassische Gottesdienste gegeben hätte. Zum einen gab es die Andachten morgens und abends, auf die ich gleich nochmal eingehe, zum anderen als Teil des verpflichtenden Programms an den vier eben genannten Tagen jeweils einen Block um ans Nachdenken zu kommen.

Zur Erde gehörten Fragen zur Herkunft. Wo komme ich her? Wo würde ich gerne herkommen? Und wo kommt mein T-Shirt her? Gelegenheit, einmal zu reflektieren was an der eigenen Heimat eigentlich gut oder schlecht ist. Durch die diversen Spiele, die dazu gehörten, gab es nebenbei auch Gelegenheit, neue Leute zu treffen, denen man bis dahin noch nicht begegnet war - in erster Linie ging es hier aber um das Nachdenken über sich selbst. Wer bin ich? Ich war übrigens Stefan Raab - drauf gekommen bin ich leider nicht, Wer bin ich ist ein fieses Spiel.1 :D Was gibt mir Halt? Wir haben 7 Menschen auf Luftballons gelegt, ohne dass die Ballons geplatzt sind.

Nicht immer so spiellastig, aber vom Prinzip her ähnlich waren auch die anderen drei Einheiten. Ein thematisch passender Denkanstop, Gelegenheit, darüber nachzudenken, etwas aufzuschreiben, und Gelegenheit, das symbolisch oder spielerisch umzusetzen. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir unter anderem die Aktion zum Thema Luft, wo wir Gelegenheit hatten, uns rückwärts von einem Tisch fallen zu lassen und dann aufgefangen zu werden. Solche Aktionen sind toll, wenn man sie mit Menschen macht, denen man vertrauen kann, und die passende Atmosphäre dafür wurde auf dem Seminar definitiv geschaffen.

LuftgitarrenbattleAbendliches Sing&Fun2010-10-11 13-15_02

Talkteams

Ein ebenfalls eher ruhiger fester Programmpunkt waren die Talkteams, die Gelegenheit geben sollten, im kleinen Kreis über den Tag zu reflektieren und Fragen oder Probleme an Mitarbeiter weiterzugeben. Wir waren glaube ich acht Leute und zwei Mitarbeiter, wobei man dazu sagen muss, dass die Mitarbeiter alle auch nicht oder nicht wesentlich älter waren als die Teilnehmer...

Ich habe von Talkteams gehört, die sich an kreativen Visualisierungen des Tages versuchten, von solchen, die genau das getan haben was ich oben genannt habe, und von solchen, die die Zeit zum Entspannen genutzt haben, wenn keine Fragen aufkamen. Wir hatten immer eine sehr nette Zeit miteinander und haben teilweise sogar den Zeitpunkt verpasst, an dem es eigentlich weitergehen sollte (was nicht schlimm war, dazu gleich). Nach den immer ziemlich vollen Tagen war es gut, einfach mal in Ruhe zusammen zu sitzen und sich darüber zu unterhalten, wie das Seminar bisher gelaufen ist. Für Getränke, Knabbereien und Massagen war bei uns gesorgt, vielen Dank an dieser Stelle an meine beiden Talkteamleiter! hahahah

Bistrozeit

Direkt im Anschluss an die Talkteams gab's vor dem Abendabschluss immer noch ne Stunde Zeit sich mit anderen auszutauschen, zu entspannen, Getränke und Essen zum quasi-Selbstkostenpreis zu erwerben, Leute kennenzulernen und Spaß zu haben. Die Gesamtschule, in der wir untergebracht haben, ist ungelogen die schönste Schule, die ich je gesehen habe. Diese freie Stunde haben wir in der Pausenhalle verbracht - und Pausenhalle bedeutet dort heller, großer Raum mit als Kiosk genutzter Holzhütte, grüner Bepflanzung und einem kleinen Wasserlauf. Ich weiß nicht, wieviel von der Deko von den Organisatoren des Seminars mitgebracht wurde, aber zumindest die drei genannten Punkte gehören wohl zur Schule...

Spontane Akustik-SessionÜberhaupt war das der Bereich, indem man am meisten mit der Gesamtmenge der anderen Teilnehmern zu tun hatte. Zwischen den Mahlzeiten und dem nächsten Programmpunkt, in der Mittagspause und eben während der Bistrozeit. Am ersten Abend hatte jemand Singstar organisiert, an einem Morgen nach dem Frühstück haben sich ein paar Leute mit Cajon und Gitarre zusammengetan und gesungen. Das Gruppenfoto ist glaube ich hier entstanden. Am bunten Abend waren hier die Teamsammelpunkte unseres Capture the Light-Spiels und wenn mal nichts los war, konnte man hier immer jemanden finden, bei dem auch gerade nichts los war, und so wieder jemanden kennenlernen.

Andachten

Für diejenigen, die gerne etwas mehr geistlichen Input haben wollten, gab es morgens zwischen Frühstück und Warm-up und abends während der Bistrozeit jeweils eine kurze Andacht, manch einer würde es vielleicht auch Impuls nennen. Ein paar gemeinsam gesungene Lieder, ein Denkanstoß, einige Gedanken der Person, die die Andacht gerade gehalten hat. Einfach auch eine weitere Gelegenheit, zur Ruhe zu kommen.

Übrigens wurden die letzten beiden Andachten von Teilnehmern des Worttransport-Workshops gestaltet. Leider war ich da gerade woanders eingebunden, so dass ich genau die beiden nicht mitbekommen habe, aber so haben auch hier letztlich die Teilnehmer einen Bestandteil des Seminars übernommen.

Essen

Essen! Etwas unpassend in der Reihenfolge, aber vom Gemeinschaftstanz, der den letzten mehrfach auftretenden Programmpunkt ausmacht, habe ich wenig mitbekommen, da ich mehrfach in der Technik war und Lightshows programmiert habe. Aber genau genommen war das Essen der häufigste Programmpunkt, schließlich haben wir jeden (vollständigen) Tag drei Mahlzeiten bekommen... ;)

Essen gab's im schuleigenen Speisesaal, den wir ziemlich vollständig gefüllt haben. Ich glaube, ich lüge nicht, wenn ich behaupte, dass ich selten in einer Jugendherberge bei irgendeiner anderen Art von Tagung, Seminar oder Ausflug so gut gegessen habe. Einer meiner Zimmermitbewohner hat das sehr treffend beschrieben: "Es gab Essen aus der Suppe von gestern und der Soße von heute, das war soo lecker, fast wie zuhause." Klingt ziemlich nach Uni-Mensa oder Billigkantine - letztlich weiß ich natürlich nicht, ob das Essen an dem Tag so entstanden ist, aber selbst wenn, es war wirklich gut. Typisch TEN SING gab's jedes Mal ein riesiges Getöse und Beifall für die Küche - die war davon so begeistert, dass wir uns für einen der Tage aussuchen durften, was gekocht wird (also, natürlich per Mehrheitsvoting, nicht jeder einzeln).

2010-10-11 18-42Generalprobe FlashmobdanceAngebissener vs ganzer Apfel

Gemeinschaftstanz

Die einzige Aktion, die schon vor dem Seminar vorbereitet wurde, war der sogenannte "Flashmobdance". Mit Flashmob hatte das zwar nicht viel zu tun, ziemlich cool war's aber trotzdem. Ich verweise da einfach mal auf Youtube (Videos sind unten verlinkt), denn von oben sah's immer am beeindruckendsten aus. Die allgemeine Choreografie dazu sollten möglichst alle Teilnehmer schon vor dem Seminar aus dem dazugehörigen Video lernen - der Programmpunkt während dem Seminar diente dann dazu, zu jedem Bestandteil noch eine zweite Version zu erfinden. Dazu muss man erklären, dass auch dieser Tanz an die vier Elemente angelehnt war und jeder Teilnehmer ein Element zugewiesen bekam. Planmäßig sollte dann bei der Aufführung des Tanzes bei der Abschlussshow jede Gruppe während ihres Parts nach vorne und ihren eigenen neu kreierten Teil tanzen, während die jeweils anderen drei quasi im Hintergrund den allgemeinen Teil haben. Geklappt hat das allerdings nicht, der Raum war dafür viel zu klein und es war so schon ziemlich eng mit den Zuschauern zusammen da drin...

Einzelne Programmpunkte

Während einige Programmpunkte immer oder ab dem dritten Tag oft gleich verlaufen sind (Chor, Essen, Workshops, Tanz, Talkteams), waren einige immer wieder neu (Bistrozeit, geistliche Aktionen). Einige weitere sehr coole Aktionen waren kein widerkehrender Bestandteil des Programms, sondern eine einmalige Sache. Das "Going on" zum Beispiel diente der Reflektion des Seminars über die eigene Ortsgruppe, um nicht "nur" persönlich was mitzunehmen, sondern auch in den Gruppen weiter zu kommen. Die restlichen Aktionen fallen unter puren Spaß - so wie die Aktion "Wenn ihr es schafft, 30 Mitarbeiter zu fangen und in den Saal zu tragen, servieren wir euch das Mittagessen". Wie naiv. 170 hochmotivierte und zusammenhaltende TEN SINGer hatten damit mal so überhaupt kein Problem. :D

Für den "bunten Abend" lasse ich mal ein paar Fotos sprechen. Wir haben eine Abwandlung von Capture the Flag gespielt ("Capture the Light"). Kämpfe wurden dabei mit Quartettkarten ausgetragen - was in eine regelrechte Schlacht ausgeartet ist und einfach mal irre Spaß gemacht hat.

Capture The LightCapture The LightPromo-Aktion

Leider keine gescheiten Fotos habe ich von der Promo-Aktion und vom Modulabend. Promoaktion stelle man sich so vor: 200 TEN SINGer (Zahlen variieren ständig, ich gehe mal von 170 Teilis und 30 Mitarbeitern aus, was nicht stimmen kann, aber egal) teilen sich in... ich glaube fünf Gruppen und ziehen singend in die Gelsenkirchener Außenwelt, Richtung Hauptstraße, zum Kaufland, stationieren sich dabei zwischendurch an mehr oder weniger markanten Punkten und drücken irritiert anhaltenden Menschen Flyer für die Show in die Hand. Am Ende sammeln sich alle bei Kaufland auf dem Parkplatz und singen als vereinter Chor und performen den Flashmobdance und spielen Pony (siehe letzter Punkt). Ich glaube, "irritiert" ist tatsächlich das beste Wort für den Zustand der vorbeikommenden Menschen. :D Möglicherweise sind aber tatsächlich Menschen dadurch zur Show gekommen und Spaß gemacht hat es allemal, auch wenn wir am Ende vor drohendem Regen geflüchtet sind.

Der "Modulabend" ist noch so'n Ding worunter sich kein Mensch was vorstellen kann. Eigentlich hieß das: Zwei wählbare Programmpunkte, einer für Spaß und einer für... Sinn. Bei mir waren das Kommunikationstheorie und Jam. Beides war total lustig, in Kommunikationstheorie haben wir uns mit dem 4-Ohren-Modell befasst (nach Schulz von Thun) - war ein bisschen wie Unterricht, aber die Schüler kannten das und haben das mal alles übernommen. Und weil's TEN SING und nicht Schule ist, haben wir das mit zwei kurzen Spielen mal ausprobiert, was dann wiederum für ne Menge Spaß gesorgt hat, aber durchaus zum Nachdenken über Kommunikation anregt. Malt mal ein beliebiges Gebilde aus gleichartigen Rechtecken (beliebig gedreht und positioniert, aber alle zusammenhängend) auf ein Blatt und versucht, eine Gruppe Menschen dieses Gebilde nachzeichnen zu lassen - nur mit Worten, also ohne mit den Händen oder so etwas zu zeigen und natürlich ohne das Original zu zeigen.

Die Show

Nun ja, am Donnerstag Abend (Tag 6) gipfelte das Seminar dann in einer genialen Show. So ziemlich alles, was die Workshops und der Chor vorher gelernt und geübt hatten, kam zum Einsatz. Insgesamt sieben Lieder gab es, sechs gespielt von den Leuten aus dem Band-Workshop, gesungen vom Chor und von Solisten, und eins vom Arrangier-Workshop. Zwei Theater-Workshops und der TEN SING Innovations-Workshop führten ihre Stücke auf. Zwei Tanz-Workshops zeigten ihre Künste. Der Design&PR-Workshop freute sich über die hoffentlich anwesenden, von Flyern angelockten Zuschauer. Und die Techniker sorgten dafür, dass jeder alles hören konnte, niemand im Dunkeln stand und nicht alles langweilig weiß beleuchtet war. (Schwarzlichttanz! Yeah! :D )

Es ist glaube ich unnötig zu erwähnen dass wir alle verboten viel Spaß hatten. Innerhalb von knapp sechs Tagen ein abendfüllendes Programm auf die Beine zu stellen macht nicht nur ein bisschen stolz, sondern auch einfach richtig Spaß. Sechs Tage lang hat jeder das gemacht, was er am besten kann oder am liebsten macht, und das Ergebnis konnte sich definitiv sehen lassen.

Nach der Show gab es übrigens erst eine öffentliche Aftershowparty, bei der das gesammelte Sing&Fun-Programm nochmal rausgeholt wurde, und dann eine große Abschlussparty ohne Gäste. Als Lichttechniker war das nochmal ne geniale Gelegenheit, nicht nur feiernd Spaß zu haben, sondern dank mobiler Laptoplichtsteuerung bzw. schnellem Umbau zwischen den Partys (wir sind von der Aula ins trockengelegte Schwimmbad umgezogen, haben aber einiges an Technik mitgenommen) nochmal mit Effekten zu spielen. Leider habe ich kein Foto von der Aula, in der man die Luft dank Nebelmaschinenexzess bei der Aftershowparty schneiden konnte. :D

Lichttechniker arbeiten an der TraverseGeneralprobe ChorGeneralprobe Tanz

Und was ist jetzt so toll daran?

Möglicherweise hört sich das alles nach einem ganz gewöhnlichen Seminar an. Ich will auch gar nicht abstreiten, dass auch andere Seminare sehr viel Spaß machen können, aber ich werde versuchen, ein bisschen darzustellen, wieso mir diese Woche so unglaublich viel Spaß gemacht hat - mehr, als man bei dem oben beschriebenen Programm ohnehin schon erwarten kann. Eines meiner Ziele für dieses Seminar war, zu verstehen, warum diese ganzen Menschen, die TEN SING machen, so gut drauf und motiviert sind - ich denke, jetzt verstehe ich es.

Jede Menge Kleinigkeiten sind es, die in der Summe für das unglaublich geile Gefühl sorgen, was während der Seminarwoche und noch danach da war - aber ein Punkt, der mir ziemlich am Anfang aufgefallen ist, ist mir ganz besonders wichtig. Alle oben beschriebenen Einheiten haben ihre Vorzüge und alle haben Spaß gemacht, aber das genialste daran war für mich die Tatsache, dass es so viele verschiedene Gruppen gab - verschieden groß und verschieden zusammengesetzt. Da waren die Workshops, die Chorstimmen, die Talkteams, temporäre Gruppen wie die während der geistlichen Einheiten, die eigene TEN SING-Ortsgruppe, die Leute, mit denen man auf einem Zimmer war, beim Essen an einem Tisch gesessen hat... ständig war man mit anderen Leuten zusammen und trotzdem immer wieder auch mit den gleichen. Eine äußerst geniale Art, viele neue Menschen kennenzulernen und sich trotzdem mehr auszutauschen als "Woher kommst du, wie alt bist du, zu welchem TEN SING gehörst du". Das hat wirklich gut geklappt und das war der Aspekt an diesem Seminar, den ich nennen würde, wenn mich jemand fragen würde, was ich am besten fand.

Mitarbeiter jagen2010-10-11 13-152010-10-11 15-50

  • Unser erstes Chorlied war "Here we go" von N'SYNC - darin heißt es im Refrain "Yes yes yes here we go, N'SYNC has got the flow". Fand der Chor doof. Haben dann schnell rumgesprochen dass wir einfach mal TEN SING statt N'SYNC singen, nachdem das alle durchgezogen haben, hat der Mensch an der Beamerpräsentation den Text geändert - durchgesetzt! :D
  • TEN SINGer sind einfach total (musik)verrückt. Kommste nachm Essen ins Männerklo, sitzt da einer aufm Boden und spielt auf ner Dockingstation Musik ab für den der aufm Pott hockt.
  • Ohne Stimmung geht gar nix. Das auf-dem-Tisch-Geklatsche vor den Mahlzeiten kann ich mit Worten nicht wiedergeben, versucht einfach, euch vorzustellen, ihr seid relativ spät angekommen, kommt in das Hauptgebäude und dort in den Speisesaal und alle Menschen sind aufgekratzt und reden und machen Lärm und klatschen und... ach, ich kann es in Worten nicht wiedergeben. :D
  • Story of my Pony. Oder einfach Pony. Bringt einen völlig aus dem Konzept, wenn man es nicht kennt, ist eine wahnsinnige Spaßquelle, wenn man mitmacht. Man nehme eine große Menschengruppe, formiere diese zu einem Kreis und fange klatschen an zu singen "This (is) the story of my pony, story of my big fat pony, this (is) the story of my pony, this is what they told me". Einer läuft/hüpft los in den Kreis rein an den Leuten entlang, wenn der Text zu Ende ist bleibt er/sie stehen und es kommt "front front front, my baby side side side, my baby back back back, my baby this is what they told me" plus entsprechendes Gehüpfe vor einer Person, die dann auch in den Kreis geht und mitläuft. Geht dann so weiter bis alle im Kreis sind. Spaaaaß. :D
  • Chor-Choreografie. Zwei der Mitarbeiter haben zu Time is running out spontan was zum Text passendes ausgedacht und das dann einfach mal verbreitet, ansonsten gibt's jede Art von mehr oder weniger bekloppten Hand- und Armbewegungen zur Musik, ganz typisch ist dabei das Hinbewegen zum gerade Solo spielenden Gitarristen auf irgendeine Art und Weise. Kommt besonders cool, wenn...
  • ...TEN SINGer im Publikum sind. Dann wird nämlich grundsätzlich alles mitgemacht. Auf TEN SING-Shows wird zwar meist nicht so viel gesprungen und gepogt wie auf manchen Konzerten von normalen Bands, aber in Sachen Vielfalt der Publikumsaktionen kann so manche TEN SING-Gruppe jedem normalen Publikum was vormachen.
  • Schlachtrufe und anderer Kram. Mir fallen gerade nicht viele Beispiele ein, aber ich denke da an sowas wie: Publikum ruft während des Konzertes immer wieder "Ihr seid spitze, hey!" zur Bühne, die die gerade auftreten erwidern dass dann mit "Ihr aber auch!". Endet immer in jeder Menge Lärm. Ersetzt übrigens teilweise die Zugabe-Rufe. ;)
  • Die Freiheit, zu tun, was man möchte. Es gab Veranstaltungen mit Anwesenheitspflicht, die man aber sehr kreativ gestalten konnte. Für uns im Lichttechnik-Workshop hieß das, auch während einiger anderer Module oben auf der Empore an der Technik sein zu können (bzw. vor dem Umzug nach oben auch unten schon, da eigentlich sogar einfacher). So entstanden dann so Dinge wie bei der Kurzfeedbackrunde, bei der jeder eine grüne oder eine rote Karte hochhalten konnte, um mitzuteilen, ob er die gerade genannte Aussage gut oder schlecht findet bzw. zustimmt oder nicht: Die Lichttechniker waren zwar oben nicht sichtbar, haben dann aber einfach mal die Effektscheinwerfer dafür benutzt. :D

Es sind so viele Dinge, die jeder bei TEN SING kennt und womit man Spaß haben kann. Es ist immer schwierig zu verstehen, was dahinter steckt, wenn man nicht selbst dabei ist - daher kam mir TEN SING auf dem Kirchentag 2009 auch noch ein bisschen insidermäßig vor, weil man als Außenstehender teilweise echt verwirrt wird davon. Insidermäßig stimmt aber nicht, denn wenn man auf irgendjemanden zugeht, wird man mit Sicherheit sofort mit integriert... probiert es aus. Fahrt zum Kirchentag, geht auf eine TEN SING-Show (Termine auf tensingland.de), besucht die TEN SING-Gruppe bei euch in der Nähe... erlebt selbst was daran so genial ist. Und schaut euch Videos an. Hier die gesammelten Videos von der Show. Danke an C.K. für's Bereitstellen der Aufnahmen und viel Spaß!

-> Playlist bei Youtube

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1 Wer bin ich: Jeder Spieler erhält einen Zettel mit dem Namen einer bekannten Person (es muss nicht unbedingt eine Person sein...) und klebt diesen seinem linken/rechten Nachbarn auf die Stirn, so dass alle sehen können, welche Person ihm zugeteilt wurde, außer ihm selbst. Jeder versucht daraufhin zu erraten wer er ist - dabei dürfen nur Fragen gestellt werden, die mit ja oder nein beantwortet werden können.

PS: In diesem Text kommt 18x das Wort "Spaß" vor - sagt alles, oder? hahahah

Der Samstag beginnt für mich damit, dass ich verschlafe. Am Abend In der Nacht zuvor hatte ich noch am Blog gesessen und dann ist es doch spät geworden, so fällt der Gottesdienst Samstag Morgen aus. Irgendwie wird dann alles etwas spät und etwas gemächlicher, so dass ich gegen Mittag beschließe den Tag in der Überseestadt zu verbringen. Dort war ich schließlich bisher nur sehr wenig.

Die Busse sind alle hoffnungslos überfüllt, beim Warten treffe ich eine Pfadfinderin, die zu ihrer Schicht im Zentrum Jugend in der Überseestadt muss. Wir quatschen ein bisschen, während der Bus sich durch die Stadt quält. Der Shuttlebus, der durchfährt, ist eindeutig angenehmer. Am Speicher XI ist Endstation... also raus und "die schwarzen Zelte, aber die, die irgendwie anders sind" suchen. Leider haben wir beide keine Orientierung ("nicht so gut für ne Pfadfinderin"), aber irgendwie sieht es auf der Karte so aus als müssten wir eh in die gleiche Richtung, sie zu ihrer Schicht und ich zur Schwimmbühne zum Ten Sing Deutschland-Konzert. Die ersten Fotos im Samstagsalbum (unten) zeugen davon, dass wir die Pfadfinder vom VCP dann doch gefunden haben hahahah

Beim Zentrum Jugend, wo wir nun sind, ist ne Menge los, aber mich zieht's zum Konzert. Die Begeisterung von Ten Sing ist immer noch da, und eine aus ganz Deutschland zusammengestellte Gruppe klingt vielversprechend. Also auf zur Schwimmbühne.

Beim Ten Sing Deutschland-Konzert ist gut was los. Die Treppe ist recht gut gefüllt mit neugierigen Zuschauern, vorne wo ich mich rumtreibe sind die meisten allerdings selbst Ten Singer. Schade eigentlich. Die sind natürlich total hin und weg, ich bin's allerdings auch. Ein sehr vielfältiges Programm bieten die Ten Singer, angefangen mit quasi klassischer Chormusik (immer allerdings mit Front- bzw. Vorsänger) über Cover von bekannten Stücken mit Massentanz (Rihanna - Don't stop the music, Plain White T's - 1,2,3,4, Wir sind Helden - Aurélie) bis zu kurzen Theaterstücken. Zwischendrin gibt's ab und zu Kommentare zu dem was passiert und eine Einlage, in der sketchartig (ich nenn' es mal so, schwer zu beschreiben) von jeweils einem Ten Sing-Mitglied vorgestellt wird was man bei Ten Sing alles machen kann: Singen, Instrumente spielen, Tanzen, Theater spielen, Technik machen (Licht und Sound bei Konzerten). Spaß haben halt. Schade, dass ich schon quasi zu alt bin...

Nach dem Ten Sing-Konzert geht's wieder ans andere Ende der Überseestadt. Ein Rockgottesdienst klingt vielversprechend und irgendwie ist mir ja doch danach, wo ich den am Morgen schon verpasst habe. Aber leider heißt es mal wieder: Halle überfüllt. Draußen anhören mag ich dann auch nicht. Naja, Zeit nutzen ist auch mal gut, der Tag geht schon langsam dem Ende zu und immerhin ist es der letzte. Also nochmal zu den PiRatten und die zweite Karte abgeben (am Freitag hatte ich nur eine Adresse mit) und noch ein bisschen quatschen, erklären lassen wo das Internetcafé ist und auf den Weg dorthin machen.

Das Internetcafé ist in einem Turm ganz oben, auf dem Weg dorthin komme ich bei einer kleinen Ausstellung eines Oberstufenkurses vorbei. Einige Schüler haben sich mit der scheinbaren Differenz zwischen der Evolutionstheorie und der Schöpfungsgeschichte beschäftigt. Ergebnis, ganz grob gefasst: Man kann das eine nicht mit dem anderen beweisen - wozu auch? Der Glaube ist, und die Wissenschaft ist auch. Hunderprozentig belegt ist es beides nicht. Außerdem wird hier über die Kinderarmut in Deutschland aufgeklärt, eine wichtige Sache, denn gerade im eigenen Land denkt man nicht oft daran, dass es nicht jedem so gut geht. Die definierte Armutsgrenze Deutschlands ist sicher nichts gegen die bitterarmen Verhältnisse auf anderen Kontinenten - aber wenn beispielsweise in Bremen jedes sechste Kind unter die Armutsgrenze fällt, ist das auch kein würdiger Zustand.

Im Turm oben angekommen staune ich erstmal, wie gut das mobile Internetcafé "Cybercafé 42" ausgestattet ist. Am Eingang wirbt ein Schild mit der kostenlosen Abgabe von Röhrenmonitoren - um die Ecke stehen sie auch alle, noch kräftig im Einsatz. Etwa 15 PCs sind hier aufgebaut und stehen zum Surfen zur Verfügung, am Ende des Raumes sind leere Tische mit Steckdosenleisten vorhanden für die Leute mit eigenem Notebook hahahah . Das WLAN ist kostenlos und der Internetzugang schnell. Eine gute Gelegenheit, Kontakt nach hause herzustellen. Die Fotos zeigen im Wesentlichen die vor den WLAN-Tischen aufgebauten Tanzmatten - eine coole Erfindung, die ich mit nach hause genommen und dort selbst umgesetzt habe. Ergänzende Infos dazu bei Wikipedia und über die Software auf deren Seite, danke nochmal an den Mitarbeiter der mich informiert hat, dass es dieses System nicht nur für Spielekonsolen gibt, sondern auch für den PC.

Stunden später ist es Abend geworden und als Finale der Woche steht noch ein letztes Konzert an. Auf halbem Weg zur Schwimmbühne befindet sich noch eine weitere feste Bühne, dorthin führt mein Weg jetzt. Das Programm verspricht Folkrock und Party, ich habe keine Ahnung was mich erwartet. Das erste was mich hinter den Taxen angrinst sind Stühle (Stühle auf einem Rockkonzert?!). Naja, der Soundcheck ist noch im Gange, erstmal hinsetzen und abwarten, ein bisschen mit den Leuten quatschen, sich Bio-Erdbeeren vom nahegelegenen Biomarkt schenken lassen und über die Sänger lachen "also, ich hätte ja auf meinem Monitor die Akustikgitarre gerne noch ein ganz kleines bisschen lauter. Und der Gesang von ihm da ist etwas laut, also, eigentlich... kann man den ganz wegmachen? Ich mag das nicht hören." :D

Eileen Q heißen die Jungs, die uns einheizen wollen. Und nach der Klarstellung direkt am Anfang, dass man hier Stimmung haben will, gibt's die auch. "Was ist das? *hoch halt*" - "EIN STUHL!" - "Brauchen wir sowas?" - "NEIN!" - "Na also, dann kommt mal nach vorne!" hahahah Und "die, die unbedingt sitzen bleiben wollen" dürfen dann wenigstens kräftig mitklatschen. Funktioniert auch irgendwie alles gut - 1500 Leute sind da, man kann sich die Atmosphäre etwa so vorstellen wie bei einem Konzert mit 10000 in den vordersten 1500. Also quasi nur der Menschenteil mit Partylaune, der Rest ist einfach weg gefallen. Und im Gegensatz zu Die Happy ist hier durchaus ein gemischtes Publikum, nicht nur Jugendliche, auch deren Elterngeneration ist vertreten. Gegen Ende sitzt nicht nur kaum noch jemand, es steht auch kaum jemand mehr, alles schubst oder polonaist irgendwie durch die Gegend und hat einfach Spass. Die Band wird so gefeiert, dass das zum Merchandise-Stand umfunktionierte Dolmetscherzelt überrannt wird (alle drei Alben für 20€ - alle meine!) und es fünf Zugaben gibt. Rekord diese Woche!

Als dann wirklich die allerletzte Zugabe gespielt wurde, stehen Taxen und Shuttlebusse bereit die Menschen abzutransportieren. Jemand verliert sein Handy, selbiges wird um 2cm von einem Busrad verfehlt und aufgesammelt. Ich freue mich immer über ehrliche Menschen - die Jungs, die das Handy aufgesammelt haben, sind nicht mal mit dem ersten Bus mitgefahren, weil sich dort niemand gemeldet hat, dem es gehören könnte. Ich bin allerdings ganz froh über meinen Sitzplatz, nach 2,5 bis 3 Stunden Party ist man doch k.o. hahahah Und im Bus geht's ja noch weiter, denn der Busfahrer sieht das alles etwas lockerer als die Metronom und so geht's dann Laudato Si, Bruder Jakob und "Ein Hoch auf unser'n Busfahrer Klaus" gröhlend singend zur Messe zurück, wo wie gewohnt alles zum Bahnhof geleitet wird. Ein wunderbarer Abschluss, in dem der wunderbare Sonnenbrand total untergeht hahahah

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Unsere Nachbarn feiern mal wieder, und wir können indes kein klares Wort denken. Wenn ich meine Musik so laut drehe, dass sie die von den Nachbarn übertönt, fängt der Boden an zu vibrieren und meine Hände zu zittern. Und was die da hören: Von "Hier kommt die Maus" über "10 nackte Frisösen" bis "Voyage voyage" ist alles dabei... grausam. Zwischendurch war auch mal ne Runde Schnulzen ("Now or never"), aber jetzt ist Party - alkoholisiert schnulzt sich's eben nich mehr so gut.

Heute reagieren die nicht mal auf die übliche Methode, selbst laute Musik anzumachen, hartnäckig. Aber ich hab ja Adresse, Klingelfinger und Telefonnummer. Mal schaun wie es um Mitternacht aussieht.

Wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm deretetdet deretetdet wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm dewumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm [pause] wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm wumm


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