Being rich is having money; being wealthy is having time.

Stephen Swid

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Ja, der Artikel war schonmal da, aber irgendwie hat der sich gar nicht so angehört wie's gemeint war, daher hier nochmal neu.

Bismarcker Rocktage - eins der wenigen Festivals in Gelsenkirchen. Darauf gekommen bin ich über Tauchsport, die im April den Battle of Bands im C@fe42 gewonnen haben und z.B. auch in Bochum, ihrer Heimatstadt, beim Newcomer Festival dabei waren.

Als ich ankam, waren Kryptonite gerade am abbauen und auf der zweiten Bühne war ein etwas merkwürdiger Mensch zugange, der seinen Auftritt mit einem "dänischen Kinderlied" (Highway to Hell) beendet hat. Naja. Zeit sich n Getränk zu holen, die anderen zu suchen und über die unentspannte Security abzulästern.

Tauchsport haben dann auch nicht lange auf sich warten lassen und etwa 45 Minuten gut gerockt. Trotz des dürftigen Publikums waren die sechs Jungs super drauf - hat mich ein bisschen an Nachlader bei der Popmeisterschaft erinnert, wo auch nur wenig Menschen da waren, aber trotzdem alle Spass hatten. Das Konzert war jedenfalls gut - wer gerne deutschen Rock hört, sollte sich mal die MySpace-Seite ansehen oder Youtube oder einfach mal hingehen, bei den meisten Gigs ist der Eintritt frei.

Sehr cool war, wie locker und normal die Band drauf war. Während dem Konzert Gratis-CDs abholen und uncoole Zuschauer verarschen inklusive hahahah Bin nach dem Konzert einfach mal hin, weil ich keine CD mehr abgekriegt hatte, bekomme jetzt grad während ich das hier schreibe die Songs per ICQ geschickt :D

Nach Tauchsport bin ich dann wieder abgehauen, hat sich aber alleine dafür schon gelohnt. Beim Beckhausen Open Air bin ich wieder dabei hahahah

Hu, kleine Verzögerungen im Blog, diese Woche hatte es in sich, in vielerlei Hinsicht, bei mir wurden vor allem meine Gesundheit und meine Energiereserven gefragt, denn diese Woche hieß es gleich zweimal: PCs aufgebaut, Zocken bis zum Umfallen!

Bei den Leuten, mit denen ich so zocke, ist es irgendwie nicht besonders verbreitet, mehr als zwei Tage zu lanen, aber das hindert niemanden daran, mangels besseren Terminen beide anstehende LANs in eine Woche zu packen. So gab es Dienstag/Mittwoch die obligatorische Party in Beckhausen, wo wir jede Ferien sind, und Freitag/Samstag die erste bei mir zuhause in meiner eigenen Wohnung.

Im Vorfeld gab es eine Diskussion, weil die Lanpartys immer schlechter wurden, wir haben dann gegooglewavet und 100 Kommentare und Ideen gesammelt was verbessert werden müsste, und tada, natürlich wurde davon erstmal quasi nix umgesetzt. Die Stimmung am Dienstag war teilweise echt beschissen, wieder haben diverse Leute ihre Monitorplärrboxen angehabt und/oder Filme geguckt und die Tische standen in der selben sinnlosen Anordnung wie sonst. Immerhin haben wir es aber geschafft, nicht die ganze Zeit Call of Duty 4 zu zocken, es gab sogar eine Runde Empire Earth mit mehr als vier Mitspielern...

Im Endeffekt war es in Beckhausen trotzdem ganz lustig, zumal sich so langsam eine neue Stammrunde bildet, denn auch an der Besetzung der LANs müssen wir arbeiten. D. aka P. war neu dabei und C. haben wir für Freitag direkt mal ausgeladen, um den Anteil an Filmen und Egoshootern zu senken, denn die eindeutige Mehrheit sagte: Filme gehören nicht auf Lanpartys. Ursprünglich wollte ich komplett durchmachen und mich zwischendurch nach hause fahren lassen, bin dann aber doch eingepennt, habe länger geschlafen als geplant und den Rest des Tages gammelnd verbracht.

Freitag war alles etwas anders. Irgendwie habe ich es geschafft in meiner Wohnung mehr als ausreichend Platz zu schaffen und mit den ersten, die kamen, auch die Tische gescheit hinzustellen. Es wurde noch eingekauft, aufgebaut und ein paar Spiele installiert, gegen 15:00 (geplanter Beginn 13:00) haben wir dann glaube ich sogar schon das erste Spiel gezockt - und es war nicht Call of Duty 4. Überhaupt hatte CoD einen noch geringeren Anteil als in Beckhausen, wobei der Anteil in Beckhausen auch deshalb so gering war, weil teilweise einfach gar nicht gespielt wurde. Gestern und heute kamen dann außerdem noch Empire Earth, Command & Conquer Generals Zero Hour und Warcraft 3 in 197 Variationen zum Einsatz. Herr der Ringe Schlacht um Mittelerde 2 hat leider wie üblich nicht funktioniert1.

Sehr gut gelaufen ist bei beiden LANs die Versorgung mit Lebensmitteln. Wir haben in Beckhausen Pizza bestellt, bei mir haben teilweise Leute sich was vom Imbiss geholt, teilweise haben wir Tiefkühlzeug im Ofen gemacht, Getränke wurden beide Male selbst mitgebracht, das war gut so. Vereinfachend wirkte dabei, dass bei mir drei Supermärkte, vier Schnellimbisse und zwei Bäcker im Umkreis von fünf Fußminuten sind.

Sehr gut waren auch die beiden großen Empire Earth-Spiele. Das Spiel ist zwar schon neun Jahre alt, aber nach wie vor faszinierend. Meiner Meinung nach das beste lanpartytaugliche Spiel was wir kennen. Läuft selbst bei voller Spielerzahl noch flüssig selbst auf sehr alten PCs und langsamem Netzwerk, hat ein irres Spektrum von Zeitaltern, so dass viele Spielarten möglich sind, und ist bei Bedarf noch erweiterbar durch den mitgelieferten Karteneditor. Man kann sogar speichern... doof ist nur, dass Windows Vista anscheinend Probleme damit hat, bei den beiden Vista-Nutzern auf unseren LANs funktioniert es nicht richtig (Grafikfehler).

Gut war die Stimmung am Freitag/Samstag. Es war deutlich ruhiger als Dienstag und irgendwie entspannter, auch wenn ich anfangs teilweise die Krise gekriegt habe, als sechs Leute meine Wohnung stürmten. Hat aber dann doch alles gut geklappt. Am Anfang flog einmal der FI-Schalter raus, aber mit ein paar lustigen Konstruktionen mit hängenden Steckdosen über dem Herd und Kühlschrankstromabzweigungen haben wir die PCs dann erfolgreich auf meine vier zur Verfügung stehenden Sicherungen verteilt2.

Zocken war dann bis heute morgen um 9, außer D., der fahren musste, hat vor 11 keiner geschlafen. Dann war Feierabend - 22 Stunden am Stück haben auch wirklich gereicht. Ein Lob an alle, die da waren: Ich habe vorhin kaum aufräumen müssen, die Müllmenge hält sich in sehr engen Grenzen und befindet sich größtenteils im Mülleimer. Danke!

Mir hat's Spaß gemacht - kann man in dieser Form wiederholen. Es ist gut, mal wieder zu den Strategiespielen zurück zu gehen, wie es vor einigen Jahren noch üblich war. Vieles hat sich geändert, viele Leute, mit denen ich damals gezockt habe, sind nun nicht mehr dabei, zu einigen habe ich sogar keinen Kontakt mehr, dafür weiß ich bei manchen "neuen" schon nicht mehr wo oder wie ich sie kennen gelernt habe - alles ändert sich, und wir machen kräftig mit.

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1 Total logisch, da es die gleiche Engine hat wie C&C, was funktioniert hat. EA Games halt. Bekannte Bugs inzwischen (Auftreten zufällig nach Laune der Engine): Spiel verliert einfach die Synchronisation, beim Bau des dritten Bauarbeiters explodieren alle Gebäude und man hat verloren, beim ersten Angriff auf die eigenen Einheiten verliert man sofort.

2 Eigentlich sind es fünf, aber eine ist für die Heizung. Memo: Nächstes Mal mehr Steckdosen und Verlängerungskabel da haben.

Na super, ein Terminkonflikt, sogar ein dreifacher. Am 6.8. wollte ich nämlich eigentlich, wie angekündigt, zu Liquid Lightning nach Düsseldorf. Jetzt sah ich gerade, dass Tauchsport bei den Bismarcker Rocktagen vorverlegt wurden und jetzt auch am 6.8. auftreten. Ganz abgesehen mal davon, dass Wo sind Helmet in Köln sind an dem Abend, aber die seh ich dieses Jahr eh noch zweimal, da kann ich drauf verzichten. Falls die Daten stimmen, die ich zu den Rocktagen habe, fällt meine Entscheidung wohl zu deren Gunsten, ist nämlich einfacher als Düsseldorf und kostenlos obendrein - außerdem sehe ich Liquid Lightning auch noch beim Open Flair. Trotzdem ärgerlich.

Die Bismarcker Rocktage sind ein kostenloses dreitägiges Festival in Gelsenkirchen mit thematisch ausgerichteten Tagen. Habe gehört, die sollen gut geeignet sein Geheimtipps zu entdecken. Mal schauen, werde mir dann wohl den ganzen Donnerstag reinziehen, Tauchsport will ich auf jeden Fall noch mal sehen.

Wer kleinere Bands kennt oder sich mal anhören möchte: Hier das Lineup.

Ich sitze im Auto. Die Straße ist leer. Alles ist in orangefarbenes getaucht, es kommt von den Gaslampen, die auch hier in Gelsenkirchen oft verwendet werden. Immer wenn ich die Dinger sehe muss ich an einen Blogartikel von Chris denken, indem er beschreibt, wie dieses Licht alle Farben zu orange monotonisiert. Woran man sich doch so alles erinnert... eigentlich bleiben einem doch viele Gedanken erhalten, wenn man sie mit irgendwas verbindet. Manchmal denke ich sogar ganz bewusst: Wenn du das jetzt mit dem und dem verbindest, wirst du dich in nächster Zeit ständig daran erinnern. Meistens ist es dann auch so.

Vor mir ist ein Bahnübergang, die Schranken sind geschlossen. Motor aus, hinter mir einige Autos, alle halten Abstand. Ein Lieferwagen einer Bäckerei ist unterwegs, die Geschäfte bereiten sich vor zu öffnen. Die meisten Ampeln sind noch aus. Irgendwo steht ein Bogestra-Service herum, wahrscheinlich nutzen sie die verkehrsfreie Zeit um die Schienen und Haltestellen ein bisschen in Ordnung zu halten. Ob man an den Leitlinien der Fahrspuren Slalom fahren könnte wie um die Pilonen beim Fahrsicherheitstraining? Ich traue mich dann doch nicht das auszuprobieren, vor mir fährt ein einsames Auto, der erschreckt sich sonst sicher. Überhaupt, die Leitlinien sind weiß. Das Natriumlicht hat sich hier nicht durchgesetzt.

Ein Bäcker hat schon offen, ich versorge mich mit Frühstück. Das "schönen Tag noch" lohnt sich sogar mal richtig. Die Verkäuferin ist gut gelaunt. Wie machen die das so früh? Wie die Vögel, die zwitschern. Es riecht nach Sommerregen. Vielleicht einer der beliebtesten Gerüche der Welt.


Ich sitze im Auto. Die Straße ist leer. Dieses dämliche orangene Licht nervt. Alles sieht irgendwie gleich aus, nur die Benzinpreise nicht, die sehen immer hoch aus. Diesel kostet heute 1,25€. Der Bahnübergang ist zu, ein Zug ist aber nicht in Sicht.

Der Lieferwagen hinter mir würde sicher gerne schneller als das Limit fahren. Zack, schon fährt er genauso dicht auf wie es tagsüber jeder tut. Ich fahre spontan einmal um eine Verkehrsinsel rum. Der Fahrer guckt blöd, aber jetzt ist er wenigstens vor mir. Wieso ist die Ampel hier eigentlich rot? Fährt doch eh keiner. Die grüne Welle hat auch schonmal besser funktioniert. Der CD-Player spielt "...genauso blöd wie ich", der Typ vor mir fährt zwar ein bisschen blöde, aber nicht wie ich. Irgendwo steht eine Straßenbahn nutzlos rum.

Die Frau in der Bäckerei freut sich bestimmt schon darauf, den ganzen Tag die gleichen Floskeln zu verwenden. Es ist schwül draußen, das Atmen fällt schwer. Die Vögel lärmen schon. In wenigen Stunden kriegen sie sicher Gesellschaft von unseren Nachbarn.

Gestern (Freitag) war planmäßig Umzug, faktisch großes Renovierungsfinale und ausprobieren wie groß Möbel sein dürfen damit sie noch in unseren Kombi passen (groß!). Entsprechend oft bin ich von meiner zukünftigen zu meiner jetzigen Wohnung gefahren.

Klischeewarnung

Der tiefergelegte 3er-BMW

Heizt durch die enge 30er-Straße, um bei jedem Verkehrsberuhigungshuckel auf 2km/h abzubremsen. Kann den tötenden Blick.

Der Weseler

Drängelt erst, um dann unter fast-Tötung von zwei Radfahrern an allen vorbei zu heizen, damit er als erster an der Ampel stehen darf. Fährt während der Rotphase schonmal in die Kreuzung ein.

Der unbekannte Ausländer

Bremst erst, wenn Querverkehr kommt, statt wie die anderen direkt an der roten Ampel.

Die Frau1

Schafft es nicht funktionierende Parkwinkel zu wiederholen und sieben Züge beim Ausparken zu verbrauchen. Verliert nicht die Nerven, wenn sie nach halbem Wendemanöver quer auf der Straße steht und alles blockiert und sich dabei unter Benutzung des Innenspiegels schminkt.

Der Rentner

Kann gar nicht nachvollziehen, warum ihn alle überholen, er fährt schließlich 35km/h. Starrt grundsätzlich alles an, was in einem Auto sitzt, sowohl wenn er fährt als auch wenn er zu Fuß unterwegs ist.

Der Einheimische

Fährt Rennen gegen Taxifahrer, die wie er schon vor dem Umschalten auf rot-gelb losfahren. Macht hinter (!) der roten Straßenbahnampel2 eine Vollbremsung, fährt dann drei Mal an um wieder stehen zu bleiben (war ja rot!) und steht schließlich verwirrt im Weg rum, bis er angehupt wird.

Der Berliner

Wirft sich beim auf-die-Autobahn-fahren vor einen LKW, zieht ohne Sicherheitsabstand auf die Überholspur, eiert dort rum, zieht zurück auf die rechte Spur, verunfallt dabei fast mit einem der neu auf die Autobahn aufgefahren ist, findet dann den Standstreifen toll und fährt von nun an dort (überholt dabei fast rechts) und fährt dem ersten auf der nächsten Auffahrspur fast drauf. Wechselt dann auf die normale Fahrspur und fährt genau da raus wo ich auch raus muss. Habe überlegt die Polizei zu rufen, war dann aber einfach froh dass er in die andere Richtung abgebogen ist.

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1 Trotz Klischeewarnung: Ich kenne natürlich auch Frauen, die gut Auto fahren und einparken können. Aber eben auch Gegenbeispiele. Das war einfach so'n Tag, wo man denkt dass alle Klischees stimmen.

2 Gemeint ist konkret die auf der Cranger Straße, wo die Straßenbahn rechts ranfährt wegen der Niederflurhaltestelle - die soll nur verhindern dass Autos zerquetscht werden, ne Einmündung ist da nicht.

Ich komme kaum zum Veröffentlichen der Fotos, aber ich bin noch dabei und mache jede Woche ein Foto von zuhause und war auch diesen Monat wieder in Buer um meine Kreuzung zu fotografieren. Ätzenderweise diesmal ohne Musik, da hört man die Leute reden, die es merkwürdig finden, wenn einer einfach in die Gegend fotografiert. Na, ignorieren wir das mal.

Geändert hat sich nix. Schnee war weder beim ersten Foto noch jetzt und ansonsten ist es immer noch Winter. Ich habe wieder einen Tag mit schönem Wetter ausgewählt, so sieht man sehr deutlich, dass sich unabhängig vom Wetter nichts verändert hat. Wer doch was findet, kann ja kommentieren.

Kreuzung Buer Rathaus mit ein bisschen Verkehr

Zum ersten Foto.

Ich zieh aus! Das war der Text einer Twitternachricht von mir vor ein paar Tagen. Die Reaktionen darauf waren verschieden und weil es vor allem das Ergebnis eines Rückblicks auf mein erstes Semester Elektrotechnik ist, möchte ich diesen Rückblick (in Teilen) und vor allem das Ergebnis mal hier darstellen. Rückblick übrigens in dem Sinne, dass gerade "vorlesungsfreie Zeit" ist - also keine Vorlesungen, dafür Klausuren.

Sollte mit eben den Klausuren alles gescheit laufen, werde ich das zweite Semester in Anlauf nehmen, soviel steht fest. Elektrotechnik/Informationstechnik war definitiv die richtige Wahl und ich möchte dieses Studium bis zum Bachelor, wenn nicht sogar zum Master zu Ende führen. Allerdings nicht mit meinem jetzigen Anteil an besuchten Vorlesungen, hüstel - und nicht mit Wohnsitz in Gelsenkirchen.

(So, die "EY, nix gegen Gelsenkirchen!"-Schreier jetzt die Megaphone wieder einpacken...)

Ich mag Gelsenkirchen. Ich weiß zwar nicht so recht warum, aber ich wohne jetzt fast 20 Jahre in Gelsenkirchen-Erle und mir gefällt's hier. Aber es dauert eine Stunde, bis ich an der Uni bin, und in der logischen Folge auch eine Stunde, um von der Uni nach hause zu kommen. Das jeden Morgen nervt einfach nur und sowas wie spontan mal hinfahren um iwas zu erledigen geht gar nicht. Deshalb, und um damit auch meine Motivation regelmäßig hinzugehen zu steigern, werde ich näher zur Uni ziehen.

Neben Entrümpeln, Rechnen was BaFög usw. angeht und allem was mit Umzug und Finanzierbarkeit zu tun hat beschäftigt mich momentan vor allem: Wohin genau? Ich möchte unter keinen Umständen meinen jetzigen Sportverein aufgeben. Ich brauche also eine Wohnung, von der ich sowohl deutlich schneller als jetzt zur Uni komme als auch angemessen schnell zurück nach Erle - denn wenn ich nach dem Umzug 3x die Woche ne Stunde zurück nach GE fahre, muss ich gar nicht erst ausziehen.

Von der Lage her kommt damit in erster Linie Wattenscheid in Frage, an der 302 - da würde ich etwa mittig wohnen. Näher zur Uni wäre auch nicht schlecht, also an der U35 angesiedelt. Nicht schlecht wäre auch Herne-Mitte, da wär's schneller zur Uni als Wattenscheid, aber länger nach Gelsenkirchen und es wäre nicht Bochum - was ich schon ganz gerne hätte. Von daher kommt Herne zwar in Frage, aber nur, wenn die Wohnung nicht so teuer und ansonsten perfekt passend ist - da ich auch zuhause wohnen bleiben könnte, kann ich es mir ja leisten anspruchsvoll zu sein.

Jetzt brauche ich Tipps, wo man gut wohnen kann - d.h. nah an 302 oder U35 und in nicht zu heruntergekommenen asozialen Gegenden. Herne an der Kreuzkirche soll ganz nett sein. Zu Bochum-Ehrenfeld wurde mir bisher am häufigsten geraten - aber liefer mir mal jemand einen gescheiten Plan von Bochum. Laut Google Earth ist das südlich vom Bahnhof, westlich der U35 Abschnitt Oskar-Hoffmann-Straße/Waldring. Das wäre mir aber zu weit weg von Gelsenkirchen. Gerade noch okay wäre es dann, wenn ich zum Bahnhof laufen könnte. Vorschläge wären gut - aber am Besten mit Haltestelle bzw. anderer konkreter Bezeichnung, nicht mit Stadtteil, denn Stadtteile haben meist schöne und weniger schöne Ecken...

...und es wird nicht besser. Nachdem vor einiger Zeit einige Wochen lang merkwürdigerweise nahezu nur noch alte Straßenbahnen gefahren sind, habe ich mal einen Mitarbeiter der Bogestra angequatscht was da los ist. An den Variobahnen musste mal wieder was nachgebessert werden. Naja, nicht so interessant wie meine Stromnetz-Theorie, die besagt, dass die Oberleitungen die neuen Straßenbahnen nicht mehr versorgen können und daher zusammenbrechen, aber genauso gut zum Bloggen. Den Dialog fand ich auch toll:

Ich: "...nicht dass Sie mich falsch verstehen, ich vermiss die [Variobahn] nicht"

Er: "...ich auch nicht..."

Ich: "Ich hab so viel Kritik gehört..."

Er: "hmhm... ich glaub kaum jemand vermisst die. Naja, hauptsache, es fährt was"

... Ein schöner Anlass, mal wieder zu schauen welche Vorteile die neuen Bahnen für Gelsenkirchen bringen. Übrigens: Mit dem verstärkten Einsatz alter Bahnen sind auch verstärkt Kontrolleure bzw. Service-Mitarbeiter unterwegs, um Leuten mit Kinderwagen oder so zu helfen. Ich sag ja immer, das geht auch bei den alten Bahnen noch ganz gut. Warum dann neue anschaffen, wenn's doch mit netten Menschen auch mit den alten geht? Unsere Gesellschaft kann's gut brauchen, wenn man einander mal wieder mehr hilft.

Ich gehe einfach mal Vorteile durch, die die neuen Bahnen haben sollen, und kommentiere die...

  • Erhöhte Sicherheit und mehr Fahrkomfort
    Ältere Menschen fallen von den Klappsitzen. Die Bahn liegt inzwischen nicht mehr so toll in der Spur. Beim Fahren gibt es Geräusche, von denen man denkt, dass sie das Auseinanderfallen der Bahn ankündigen. Die Lüftung ist so laut und dröhnend, dass man nach wenigen Minuten Kopfschmerzen bekommt.
  • Verbesserte Automatiktüren
    Die Türen gehen sofort wieder zu und piepen dauerhaft, wenn viele Menschen einsteigen. Wenn die Bahn Aufenthalt hat, hört man das Piepen durchaus 4, 5 Mal pro Tür. Statt dem nervigen Ton hätte man etwas angenehmeres einbauen sollen, was nicht in der ganzen Bahn zu hören ist. Die Türen gehen zwar nicht mehr von jedem vorbei fliegenden Vogel auf, dafür aber auch nicht mehr wenn Leute angerannt kommen die gerne noch mitfahren würden. Außerdem gehen oft sowieso einfach alle Türen auf - egal wo jemand aussteigt. Wenn eine Tür defekt ist, piept sie wie blöde und man kann sie im Gegensatz zu den alten nicht einfach zuziehen (dafür kann man sie natürlich auch nicht mehr gewaltsam aufreißen).
  • Platz für mehr Personen
    Stimmt, aber nur für Personen, die keinen Halt benötigen. Die Festhaltegelegenheiten für stehende Fahrgäste sind deutlich schlechter als bei den alten Bahnen, die Sitzplätze sind so eng, dass selbst schlanke Personen nicht nebeneinander sitzen können, ohne mit einer Pobacke im Gang zu hängen, der dadurch noch enger wird. Die Sitze an den Gelenken sind quasi nicht nutzbar für Personen über 1,60m, da sie zu eng am Gelenk sind. Außerdem fehlen dort teilweise die Druckknöpfe für Haltewünsche, die ansonsten jetzt auch an den Sitzplätzen vorhanden sind. Letztlich werden vermutlich sogar weniger Personen transportiert, da die Sitzplätze nur etwa zur Hälfte genutzt werden und die Stehplätze auch nicht alle, da man sich nicht festhalten kann. Große Taschen können nirgendwo mehr untergebracht werden und belegen zusätzliche Plätze, die dann nicht von Fahrgästen genutzt werden können.
  • Mehr Behinderten- und Seniorenfreundlichkeit
    An den Türen sind keine Haltegriffe mehr vorhanden. Die Bahnsteige sind teilweise nicht für Niederflur ausgelegt, so dass der Nutzen entfällt. Der Stellraum für Kinderwagen wird aufgrund mangelnder Intelligenz entweder der kinderwagenfahrenden Eltern oder der anderen Fahrgäste selten genutzt. Rollstuhlfahrer profitieren - alle anderen konnten auch bei den alten Bahnen schon mitfahren, wenn jemand mit angefasst hat beim Reintragen des Kinderwagens / der Gehhilfe. Und die Rollstuhlfahrer profitieren auch nur zwischen Innenstadt und Erle, danach gibt es keine Niederflurbahnsteige mehr und alles ist wie früher.
  • Klimaanlage
    Okay, zugegeben, das ist schon angenehm. Ist aber bisher irgendwie immer auf Antarktis gestellt gewesen, das bringt's dann auch nicht. Und dröhnt genauso wie die normale Lüftung.

Fazit: Die alten Straßenbahnen waren zwar unmodern, hatten keine Klimaanlage und Stufen an den Türen - aber insgesamt waren sie ausgereifter. An den Stufen gab es an drei Stellen (links, rechts, Mitte) Gelegenheiten zum Festhalten für Menschen mit Krückstock o.ä., unter den Sitzen war genug Platz für große Sport- und Reisetaschen. Man konnte sich überall gescheit festhalten. Die Sitze waren alt, aber bequem und breit genug. Wenn bei der alten Bahn überhaupt mal was kaputt war, war es ne Tür, und die konnten selbst Fahrgäste einfach zuziehen (oder der Fahrer hat die Tür abgeschlossen). Bei der neuen artet ein Defekt gleich in ein größeres elektronisches Problem aus - wie bei modernen Autos. Im Endeffekt stimmt zwar, was der Servicemensch vom Anfang des Artikels sagte: "Hauptsache es fährt was" - aber wenn für sowas dann 5x im Jahr die Preise von Abotickets um 2€ erhöht werden, fragt man sich doch, was das soll.

Warum schreib ich eig immer zweöf? Hm. Egal.

Bei einem der ersten Posts in diesem Jahr hatte ich erwähnt, dass ich an einem Projekt teilnehmen wollte, welches zum Ziel hat, in jedem Monat dieses Jahres ein Foto von einem bestimmten Ort aufzunehmen, um die Entwicklung über das Jahr hinweg zu sehen. Ich fand die Idee spannend und war etwas enttäuscht dass die Anmeldefrist schon abgelaufen war, habe dann aber auch versäumt zu versuchen noch reinzukommen und so bin ich nun nur halbwegs inoffiziell dabei. Jedenfalls wird es auch von mir jeden Monat ein Foto geben.

Als Motiv habe ich die Kreuzung vor dem Rathaus Buer gewählt, die der wichtigste zentrale Punkt des öffentlichen Personennahverkehrs in Gelsenkirchen ist (nach dem Hauptbahnhof). Links nicht mehr im Bild ist der Busbahnhof, ich selbst stehe vor der Haltestelle der Straßenbahn mit der ich nach Buer fahre, im Bild ist die Straßenbahn die über den Hauptbahnhof nach Bochum fährt und das Hauptmotiv ist das Rathaus (ich hoffe schwer dass es das Rathaus ist, drin war ich noch nie, jedenfalls ist da auch das Bürgercenter Buer drin). Ich hoffe und denke, dass diese zentrale Stelle im Laufe des Jahres durchaus anders aussehen wird...

Das Foto habe ich relativ zügig mit meiner EOS 450D und Stativ geschossen, die Aktion hat keine 10 Minuten gedauert, das Licht war gut (u.a. deshalb kommt das Foto auch erst jetzt). Ein Polfilter kam zur Anwendung, dadurch sieht der Himmel schöner aus (war aber für Januar sowieso schon ungewöhnlich freundlich). Eventuell mache ich die Tage noch ein paar andere Aufnahmen von anderen Positionen aus und bei Nacht, aber für die tatsächliche Jahresreihe ist das hier das Motiv was jeden Monat veröffentlicht wird.

zwölf2010 - Buer Rathaus im Januar

Man, dabei ist nicht mal Vollmond heute. Die Überschrift ist ein Zitat vom Bahnfahrer vorhin, als Kommentar zu einem Autofahrer, der versucht hat auf der Cranger Straße bei fließendem Verkehr zu wenden. Wie blöd kann man eigentlich sein? Für die Ortsunkundigen: Die Cranger Straße ist einspurig, auf beiden Seiten parken Autos, es herrscht dauerhaft starker Verkehr, Straßenbahnen fahren. Ist doch klar, dass der Versuch durch Anhalten und rückwärts Fahren (wie schreibt man das bitte?) mitten auf der Straße zu wenden scheitert. Aber er ist ja nicht alleine.

Autofahrer die aus Einfahrten, Seitenstraßen, Parklücken plötzlich und schnell auf die Straße rasen, um vor der Straßenbahn da zu sein, sind an der Tagesordnung, ich schätze, jeder Bahnfahrer erlebt so 20 solcher Idioten pro Schicht, eher mehr. Manche biegen sogar aus einer Seitenstraße links ab, wenn die Straßenbahn nach rechts fährt - also auf der anderen Spur, nur um das nochmal klar zu stellen! - und bringen damit alle in Gefahr die gerade da sind: Fußgänger, die die Seitenstraße überqueren wollten und missachtet werden (Fußgänger sind eh total überbewertet), Autos, die auf ihrer Wunsch-Spur fahren, weil die abrupt bremsen müssen (Auffahrunfälle!), sich selbst und auch die Fahrgäste in der Straßenbahn, die durch eine plötzliche Bremsung vielleicht umfallen.

Die wichtigste Regel in Bezug auf öffentliche Verkehrsmittel, die ich in der Fahrschule gelernt habe, war: Nehmt Rücksicht, wir brauchen die, lasst ihnen den Vortritt, die können besser fahren als ihr! Und für die Doofen noch die Ergänzung: Die machen euch eh platt wenn sie euch rammen! Ist ja auch so. Straßenbahnen rollen mit Metallrädern auf Metall, das kann eigentlich gar nicht gut gehen beim Bremsen. Busse wiegen auch enorm viel. Trotzdem werfen sich immer wieder todesmutige Autofahrer davor.

Und wenn keine Straßenbahn in Sicht ist, fährt man als Mutter mit Kleinkind halt zum Wenden in eine Seitenstraße und rückwärts wieder raus auf die Cranger... die kann mir nich erzählen, dass die irgendwas gesehen hat, man sieht da nämlich schon vorwärts nichts.

Man, gegen die ganzen Spinner sind die LKW-Fahrer, die nicht ordentlich parken, so dass die Straßenbahn nicht vorbei kommt (die sind breiter als man denkt!), ja richtig harmlos...